Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2169 (5.3.1925)
- Date
- 1925-03-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Wi en: Zum Abholen ln der Expeditfon, lln Taborstr. 1-3, oder in einer Verschlelsstelle 'Trafik < monatl. ö Schilling Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, i.. Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien and Oesterreich monatlich 5 Schilling Ts eh e ch o- Slowakei: Mon.K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien; Mon. Frcs. 18 Iiadinh’iU!i« bet 11 e 1 «- erhAbaatfen srorbeheUea Wiener orgeiyeitung IQreU gQ eil t o " 1 a n d: A on. 4 Schilling, )tat i en: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 17) Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion. Administration: Wien, D.Taborsfr.l Telephone: 44-C-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 1U-102, 25-2-W IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann i Oesterreichischcs Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 «r. 2169 Wim. Sonnentag, 6. MS« 1926 7. Stafunnng Rußlands Politik gegen Amerika. Rtzkow über die Bedeutung des Vertrages mit Japan. — Versteckte Ankündigung «euer miiitörischer Ausgabe«. Moskau, 4. Marz. (R. T.-A.) Bei der heute in TifliS, der Hauptstadt der transkaukasischen Sowjet, föderation, erSffneten dritten Session des Zentralexekutiv. komiteeg der Sowjetunion erstattete Rykow in einer gemeinsamen Sitzung drs Unionrates und Rationalitatenrates den Regierungsbericht, In welchem er unter anderem ausführte: Zahlreiche de-faete-Ancrkennungen gleichzeitig mit Momenten einer gewissen Labilität in den internationalen Beziehungen der Sowjetunion kennzeichnen die Lage des Vorjahres. Dis Möglichkeiten eines neuen Druckes auf die Sowjetunion, besonders in Anbetracht der großen finanziellen Ansprüche einiger Staaten, sind nicht ausgeschlossen. Die Lage in Europa wird charakt:r'.siert durch die Avschwachung und Berlang'eimung der revolutionSren Bewegung. D'e Garantie der Stabilität der internationalen Lage der Sowetjunlon liegt in dem wirtschaftlichen Aufschwung und in der Konsolidierung ihrer Finanzwirtschaft ohne jede Auslandshilfe. Rykow hob weiters die Bedeutung des Vertrages mit Japan hervor, der für die Sowjetunion das Problem im fernen Osten lose, indem er eine friedliche Grenze garantiere. Die Vereinigten Staaten seien die einzige Macht, die die Sowsclrecierüng n i ch t anerkannt habe. Der Vertrag mit Japan bilde das letzt« Glied iu der Amerika isolierenden Kette. Die bevorstehende Entwicklung der wirtschaftlichen Beziehungen der Sowjetunion zu Japan werde die Position der Vereinigten Staate« noch weiter erschweren. Die Sowjetregierung ihrerseits wünsche eine baldige Regelung der diplomati chen Beziehungen zu den Dere'nigten Staaten, mit d^nen sie mehrfache Interessen, insbesondere im Orient, gemeinsam habe. Eine Verständigung mit Frankreich, fuhr der Redner fort, ist möglich untz unumgänglich notwendig. Die Unmöglichkeit einer formalen Anerkennung der S ch u l d en schließt keineswegs sachliche Uevereinkommen aus, um so mehr als iu der internationalen Politik viele gemeinsame Gedanken, xun Beispiel im fernen Osten und im nahen Osten, gefunden werden können. Der Stand der Beziehungen zu England ist nach der Nichteiubringung des Londoner Vertrages im dortigen Parlament unverändert. W'r werden n i e m a l s unerfüllbare Verpflichtungen übernehmen. , Rykow schloß, dieses Jahr werde kaum eine finanzielle Auslandshilfe bringen, und deshalb sei d'e Außenpolitik der Sowjetunion nicht so sehr auf di»: Erringung materieller Vorteile als ans den Kampf um den Frieden eingestellt. Die Sowjetunion bleibe ab">eits von dem Rüstungswahn anderer Staaten, ihre MilitarauHgaben seien nUverMtnismaßig kNnex^als anderwärts. W der Einbringung des Etats im Haufeder Session werde die Regierung allerdinas die Frage stellen, ob sie in der Hoffnung auf eine friedliche Entwicklung im Abbau der Militäränsgaben n i ch t z u w e i t gegangen sei. Kra^n in Varis. Paris, 4. Mürz.. (Havas.) K r a s s i n ist hier eingetroffen. Starker Rückgang der amerilanischen Getreidepreise. New-Nork, 4. März. An dm Getreidemärkten von SKw-Aoi;f, Ch'kago und Winnipeg ist heute ein starker Rückgang der Getreidepreise eingetreten. koolidger Amtsantritt. Washington, 4. März. (Reuter.) Heute trat der Präsident d-er Vereinigten Staaten offiziell sein Amt an. Nach der Eidesleistung verlas Präsident Coolidge die Antritt s a d r e s s e, in der er erklärte, Amerika habe Hilfsmittel und 3t a t s ch l ä g e zur' Linderung der Leiden und zur Regelung internationaler Kon Mt« lteigesteuert und he^e friedliche Absichten gegenüber der ganzen We.lt. Es müsse jedoch die militärischen Luft- und Seestreitkräfte aufrechterhalten, die die Würde und die Sicherheit eines großen Volkes er^e^chen. Ameri-'a müsse die Leitimg der auf die Begrenzungder S e e st r e i t k r ä f t« abziolenden Bewegung behalten. CooL'.ige kc'kannte sich als Anhänger häufiger Konferenzen und erklärte, er möchte es gern sehen, daß di« Vevein'igten Staaten a>m internationalen Gerichtshof teilnahmen. Er glaube, daß die Vereinigten Staaten die Pflicht haben, zur Wiederaufvichkrng der in dtot befindlichen Nationen beizutragen, aber sie könnten nur denjenigen helfen, die sich soblst helfen. Ter Präsident betonte die Notwendigkeit der Erziel'iing nationaler Ersparnisse und einer starken Herabsetzung der Steuern. Im weiteren Verlauf seiner Rede eMärte sich Cookidge als Anhänger der Einwanderungsbeschränkungen und der Schubzölle. Zum Schluß sagte Coolidze, Amerika suche nicht seine Mach-t ans Gewalt zu gründen. Die Legionen, die es ausschicke, um zu kämpfen, seien nicht mit dem Schwert, sondern mit dem Kreuz bewaffnet. Ter Ueberstaat, den Amerika in der Welt verwirklichen werde, sei nicht menschlichen, sondern göttlichen Ursprungs. Amerika habe fern anderes Ziel als die Gunst Gottes zu erwerben. Coolidgo nahm sodann den: Vizepräsidenten General Dawes den Eld ab. Sie Knirevue Shnmberlain-Heniot. Paris, 4. März. (Del.-Komp.) C h a m b e r I a i n wird Samstag nachmittags m P a r i s erntreffen und sofort nach dem Quai d'Orsay fahren. Er wird nur eine kurze Unterredung mitHerriot haben, da er noch am selben Abend seine Reise nach Genf fortsetzen »wird. Bei seiner Rückkehr ans Gens am 16. d. dagegen wird Chambevlain sich längere Zeit in Paris Das Genfer Protokoll. London, 4. März. Wie das Reutersche Bur.-au meldet, wird Chamberlain bereits Freitag nachmittags in.Paris emtreffkn, Samstag mit Herriot zusanrment reffen und Sonntag vormittags in Genf sein. Was die Frage des Genfer Protokolls betreffe, fed es gegenwärtig unmöglich, zu sagen, ob Chamberlain mit genau umschriebenen politischen Richtlinien und mit einer endgültigen Entscheidung des britischen Kabinetts nach Genf gehen werde, da sich die Dinge noch i m Flusse befinden. Sie Wahabiten aus Sransiortianlen hlnansgedrSngt. Jenisakem, 3. März. (I. T. A.) Die Reliierung von T ran s j o r da n ie n gab am 27. Februar die folgende offizielle Mihtev'ung aus: Die in das Landeingedrungenen Wahabiten wurden durch die tranSjrrdanöschen Stämme Beni Sakhr und Serham aus Transjordanien wieder hinauSgedrängt. Wie evinnerlicb. war es der Beni-Sakhr-Stamm. der schM im Jahre 1923 die damals in Tranrsardauien erngedrungenen Wahabiten über die Grenze §urückgew?rfen hat. Seither wurde dieser Stamm durch Emir Abdullah stark tegürsti'^. Dies rief bei den übrigen Stammen Unzufriedenheit hervor und gab Anlaß zu mancherlei Unruhen. Wir kaufen und vermitteln, beleihen lastenfreie und belestete Grundstücke, übernehmen Verwaltungen 7» kn'antcstcn Bedingungen -„Felicia“, Grundstllckges. nt. b. H. Berlin N 24, Friedrichstrasse 118 Wiener Vertreter: M. Hllncer, Wien, I. Hessgasse 7 Sprechstunden: 10 -12 vorm., 3—6 nachm. ■ Der deutsche Schiedsgerichts. Vorschlag. — y. W i e 5. Mürz. Die deutsche. Regierung Hai den Ententestaaten deck Vorschlag gemacht, gemeinsam ein Abkommen zur Verhütung eines kriegerischen - Zusammen sto ßes.zu schließen. In dieseyl Vertrag soll beziiglich der Ryeinfvage ein schichsgerichtliches. Verfahren. verpflichtend. . ^reirchazt 'werden,'iw^reEölle. Ostsragen im Wege düst ^rh^mvlstngen der direkt Beteiligten geschlichtet Iverden ffollell. ' Dieser deutsche "Plan hat auf der Gegenseite einige.Verblüffung hervorgerufen. Denn er geht darauf hinaus, den Versailler Friedensvertrag zu teilen und durch die Ausscheidung der Materie der Ostgrenzen ' aus. dem Schiedsverfahren das im Jahre 1919 geschaffene territoriale System zu zerstören. Es ist selbstverständlich,'daß Deutschland gegen den Vertrag ankämvtt uwd sich gegen eine Verewigung des ihm auferlegten Diktates wehrt. Es ist heute auch schon in sehr weiten Kreisen der Ententestaatcn die Anschauung vorherrschend; daß der ge-- samte Komplex der Friedensverträge früher oder später wird revidiert werden müssen. ■ : Es ist niemandem mehr ein Geheimnis, daß: die Konstruktion der wirtschaftlichen Bestimmungen stnd?des Minderheitsschutzes zu fast unerträglichen Zustäichen geführt hat. Mer die Ueberprüfung der Verträge kann wieder nur durch eine gemeinsame Aktion aller Mächte vorgenommen werden, die sich in dem Völkerbund das erste Organ hierfür geschaffen haben. Der Vorschlag der deutschen Negierung durchbrickt jedoch alle auf dieses Ziel hinarbeitenden Tendenzen, indem er eine Spaltung in dem Sicherungsmechanismus der Großmächte herbeiführen will. Er ist zwiespältig und verrat nur allzu sehr die Absicht des deutschen Nationalismus, mit den söiwerbewaffueten großen Staaten Frieden zu halten und sich in der Richtung des geringeren Widerstandes, also nach Osten hin, ein Ventil für seinen Tätigkeitsdrang zu öffnen. Kein Wunder, daß in der Presie der Ententestaaten Mischen diesent Vorschlag und der Entwaffnungsfvage sofort eine Verbindung hergestellt wurde. Der englische General Morgan, Mitglied der interalliierten Militärkontrollkommiffion, hat in einem offenen Brief an den deutschen Pazifisten Förster alle Beschwerden bekanntgegeben, aus denen die Verfehlung Deutschlands hervorleuchten soll. Die wichtigste Feststellung des Generals betrifft die technischen und chentischen Einrichtungen der deutschen Industrie, die nach seiner sachverständigen Behauptung auf den Kriegsfall zugeschnitten sind. Der amtliche Bericht der Kommission ist noch immer nicht veröffentlicht, soll jedoch, wie aus London und Paris übereinstimmend mitgeteilt wird, den französi'chen Befürchtungen entsprechen. Er hat auch den Anlaß zu »lenen Beratnngeu des Foch-Komitees gegeben, die zu Vorschlägen für eine vollständige Entwaffnung Deutschlands gelangen sollen. Das würde wied"r Sanktionen ergeben und in ihrem Gefolge neue Verschärfungen des Verhältnisses zwischen Deutschland und seinen argwöhnischen Gegnern. Frühiahrs«Neuheiten aMKfflg lief Schiffmann II. TaborstraBe 48 ratff’iSon 47*t»7f ' cn gros «ndetei1 ^++:++:+/::::^^4./^ 482348482348232323535348485323534853232353234848234890 ^899999