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Wiener Morgenzeitung · 1925-03-03 · Heft 2167 (3.3.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2167 (3.3.1925)
Date
1925-03-03
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6 Dien. Dien-tag SSf ette« Morzeirzetttms. 8. März 1926 Skr. AK! Mit seinen Erstlingswerk) ro'ixhz von >w, begabten HanS Rodend ctg mit Hingabe geleitet. Ader die Mftw'rftnben :ruldt'n sich um eine verlorene Sache, .'yv.iir’.eirt Kiivpke .spielte eine ...Halte" und es ging :hr rvi-d-'r d-'e Natur. Herr Dn sch ins kv Lntftrfteic zum r tcu Male den Rcichtiun senior Leiden sollten. und Fräulein K arolu spielte mit Selbllver- KuKmrng eure alte sirditLlienrsckre Ha'.4l.äftcrin. Ausgezerch-net Herr 5' a i b n c r als Batar, Herr K e r st e u als geshn.egl.lt w Geck, Herr Skraup in eurer Episore sowie die Damen L o \y rer und Wttzmann. Diese uwdcrn:üer:e Ncuauöe'öe von Ibsens „Gespenster" war der Gott uich: erquicklich. O. A. Au» den Lheater». Purgthsater. Morgen. 7 Uhr: ,.Fenstcr". Äkademiethealer. Morgen, halb 8 Uhr: „Wenn wir Toten erwachen" Volksover. .Haute Evaugeliman n nvit Kain.rnsrf-Mer Erik Schmedrsa. G. Morgen ..Gräf in Mariz a". Donnerstag „Fledermaus" mit Frau Olga B a u e t-> Pi 7 ecka von der Staats^er a. G Deutsches Volkstheater. Sonntaa den 8. d. mm ersten Merle: „Paracelsus" und „Er ist an allem schuld" mit Alexander Moiffi a. G. Raimund-Theater Samstag nachmittags: „Ala-- din und die Wnnderlampc". Sonntag nachmittags: „Die Räuber" Allabendlich „An tonia".' Kammerspiele. Freitag den 6. d. 8 Uhr abends, Uraufführung der aktuellen Revue „Die Reise um die Ha lbwelt in 120 Minuten" von Karl Farkas und Ludwig H i r' ch k e l d. Theater in der Josef st a d t ^wtic rnn halb 8 Uhr Erstaufführung von Schnitzlers „Anato l". Dolksoper. Trat, Ans •fl« ichsvc ri ehre ns u.n>d drohenden Lvakuvsts macht die Volksoper verzweifelte AnstrenHung-'n, um sich über Wasser zu hal'en. Erft vevft-ch'e man es mir Braunfcrls' „Vögeln", dann mit einem noch settcnevem Vogel, einer LMerikaniich-n Dollarmillronar'm als Brrttevsty (-der das Gold in der Tasche hoffentlich lockerer sitzt als in der Kch'e). Nun soll die „Gräfin M a r i tz a". die schon manchem deutschen Landcschcater oobolfen hat. zur Sanienuing beitraaen umd wirkte auch nach ihrer Uvberfrodlunig frisch und imgenölich. Ter Löw-enanteöl arn stürmischen App^nis gobiv^rte Herrn Waldemar ai!S groteskem Kavalleri-eofficher. schr drollig war Herr Moser in em:r Ep'sodsnrolle, eure olsganw Tänzerin Frau Mittermardi als Marita, eine herzige Lisa Frau Bäck. Auch die Herren P f a n n und Willens gaben chr Bestes, ohne jedoch die Gesamtleistungen ihrer BvrgünTer M erreichen. Trotz des Notstandes in der Volksoper war an der Ausstattung nicht gespart worden. Herr Langer sorg'« für nmntore Regie. Kapellmeister Friedrich für das rechte Brio im Orchester. Die BoffSrper arbeitet gegenwärtig fast über ihre Kräfte. Um so mehr tedavs sie der UntevstütztMg aller musikliebenden Wiener, um ihre schlnm Pläne verwirklichen und demnächst Bufonis MaskenfpiÄ „Arlecchino" herwuSirmgen zu können. fkb. Fm Lustspielthcater fand Freitag den 27. Februar die 26. Aufführung des K.ncsramas „Die letzte Warnung" statt. Stück und Darstellung fanden denselben lebhaften Bestall wie gelegentlich der erfolgreichen Premiere. Besonders Joses Jarno wmd§ schr gefeiert. Die Robert«Stolz-Bühne, in der gegenwärtig ein Gn°- ^nMegastfpisl des Douischen Vobls heoters vor sich tzcht, wird wrtcck» die Bezeichnung eines Thea rer iu der Ä-n « a g a s s e" führen. Isaak Deutsch, der Direktor der Wiener Freien Mischen Volksbühne, bat mit großem Erfo'g in Paris. Belgien und Holland ein Gastspiel absolviert. Der Künstler wurde om>geloden. in Paris noch e'nen Abend zu geben, welcher dem jüdischen DÄkslied gewidmet. ist, und kehrt sodann nach Wien. zurück Armin Knab.Wke in den Jahren ISA und 19^>3 dreHerauSaak^ der Wwnderhornlisder and Kindevlieder des fränkischen Tondich'ers Armin K n ab sglboren ISA, lobt rn Rochenburg ab der Tauber) durch Snbfkriptron evmön'scht wurde, so sollen letzt auch die Gesamtausgaben der Mombert-Lieder und George-Lieder durch eine SuiLflrkPtirm zugänglich sismacht werden. Die Zusammenstellung so -gegensätzlicher, rchräisewativm Dich^iulngen unserer Zeit kennzeichnet die Spannweite der ihrischen EmpsäMchkeit -des Musikers. Den zaven Seeilenstmnnnvnaen Stephan. Georges wie der toeJitociten Dichtung SCDfreb Momberts ist Änäb. die Still« streng schekdond, doch ftn Bereich der L'edwvm bleib'nd, v"st gerecht gewovd'n. Unter den MoMbert-Lftdern finden sich Stücke von hymnischer Größe, die erst im Kon'-ertvaum ihre ganze Wirkung entfcklwn könn'n: ein Feld für oetftr/i re<ra^e Sürv^r nroß'" Formats. Die Subskription auf die beiden Gesamtausgaben, die anfangs Jnni in der Un'versal-Editwn, Leipyig-Wten erscheinen, vst pis zum 21. d. geöffnet und liegt, wie die Leitung der jrülheven. m den Händen von Dr. Maw-bn Knapp (München), auf dessen Pastscheckkotrto München Rr. 12.V2 die 2in>8ftrivtions- Ästräge. 3,50 Mk. m-rdie M^mlbevt-Lieder, 2,50 Mk. für dve GWvge-Lieder zu üdevweiftn sind. Eerichtssaal. Hakeatreuzler vor Gericht. Frech und feig. . Es ist eine nicht unbekannt« Tatsache, daß sich das Treiben der Haken krcnfter zumeist zwischen Schimpfen und Schießen abspielt. Unzählige Gerichtsverhandlungen haben dieses Me Prinzip bewiesen.' Und daß vom M-au-lheldentum zur Feigheit nur ein Schritt ist, dafür bot ein jüngst, verhandelter Ehreicke, leidr>gungsvrmeß ein charakteristisches Beispiel. Am 23. Februar 1925 hatte sich der Gastwirtssohn Johann Weinber-ger. Wien, 3 Bez., Hohlweg 31, über ein« eine Ekrenbeleidigungsklage des Ingenieurs Josef Blauste in vor dLM Strafbezirksg:richt 1 (Bezirksrichtor Dr. Narz) zu verantworten. Es handelte sich um den folgenden Talbcstano: Arn 1. Oktober vorigen Jahres saß er am Abend im Cafe Aspangbohnhof. Der Beschuldigt war um zivka 13 Uhr nachts mit einer (Gesellschaft voll zwölf bis vierzchn Personen ms Lokal gefgmmen. Die Gesellschaft placierte sich an zwei N brntischen und begann in nicht mißzuverstchender Weis« zu stänkern. Der Beschrrl-digte warf dann zuerst 2-elnnrelstücke. dann Wurststücke .an den Tisch, an welchem der Kläaer saß. Hierüber zur Rede gi.stelU. schrie der Beichllldigle den Ingenieur zu: „Wirf mein Würstchen in den Toches!" Gleichreifig mit diesen Worten versetzte er ihnr mit der .Hand drei Schläge auf di» linke Schläfe und über das linke Äuge, wobei Jnaemeur Blauftein Zwei andere Personen der Gcs,'>! ichatr Woin'b.rgers an dan Armenfe st hielten. D-".ch den Schlag zerbrach die Brille, die Blaujtoin trug, und es .je» nur einem glücklichen Zufall zuzufchreiben, daß das Auge mchi tmrletz'. wurde. Was geschah nun? Anstatt diesen Vorfall der Staatsanwaltschaft abprtreten, die untersuchen sollt«, ob nicht ein Vergehen gc??«n die Gefährdung der körperlichen Sicherheit vorliege, versuchte der Richter vor Eingang in die Berhandlunq einen Ausgleich, indem er dem Beschulidigten itc^legte. sich entsprechend zu entfchuldigen und di« Verzeihung des Vr'v>rtanklägers zu Lrlaw^ell. Der Ilägevische Anwalt Dr. Schnabl' (Kanzlei Dr. Max Bernhards erklärt« sich schließlich bereit, zu vcr;eil>cn. tvcun der Beschuldigte fürs üdischc WohltätigkeitSzwcck« eine Buße widme. Der Beschuldrgtenvertreter Dr. Malter Riehl, in dessen Bertrerung sein Substitut erschienen war. wchrtc sich vorerst energisch dagearn. Da jedoch der klage rische Anwalt auf dem Stairdpunkt verl^arrte, daß er nur dann den Strafantrag zurückzielic, wenn die Buß« einem jüdischen WohlfahrtSpvcck -umführt werde, der Beschuldigte samt seinenr Anwalt sich noch immer wei^er^e. sollte in die BerhsMung eingegangen werden. Schließlich regte der Richter einen Bermittlungsvorschlag dahin an. daß des dem Gericht überlassen bleibe, weichem Zweck dir Buße zuzuführen sei, was fedcch der klägerisch« Anwalt ablehnte und auf B^stvakung boharrte. Endlich kam unter Jnt-rrvention des Rechtsanwalts Dr. Berlolo Spiegler. der beruflich anwesend war. ein Ausgleich dahin zustande, daß sich der Beschickdigt« mit Zustimmung seines Verteidigers verpflichtete, 100.000 K. für den W a t s e n f o n d S des B'nai B'rith binnen 14 Tagen bei Exekution zu be- .zahlen. Nachdem der Beklagte außerdem eine umfassende Ehrenerklärung ahe.egeben hatte, zog der Kläger dm Strafantrag zurück. . Guten Avvettt. Kranke Milch. — „Feine" Zuckerln. „Echte" Krakauer« Die Milchmeiereiibefitzerin Jehanna Bauer i" Ottakrina hatte sich zu verantworten, weil sie Milch von sdühen. die an Maul- und Klauenseuche erkrankt waren, ohne die Milch, wie im Gesetze Vovgc.schrieben, abzukochen, verkaufte. Sie verantwortete sich damit, daß sie zwar gemerkt habe, die Kühe seien f r e ß u n 1 u st i g. allein sie wußte nicht, daß es gerade wegen der Maul- und Kbauenseuche sein müsse. Die Krankheit iyätle auch einen anderen Grund haben können, etwa den. daß sie sich ü b e r f r e s s e n haben. Richter (ObevlandeSgerichtsrat Dr. Nehoda): Um so mckhr Grund für Sie, die Krankheit feststellen zu lassen und nicht Milch von kranken Tieren ungebocht zu Vevkaisten. Sie hatten das größte Unheil aurichten können. Urteil: 100.000 K., mildernd, daß keine Fölgon eingeiveten. Der Zuckerwarenerzenger Robert Na sch old in Hernals war augeklagt, verdorben« Zuckerwaren zu erzeugen und ->u verkaMen. Die Marktaintsabterlung hat an das magistratische Bczirksautt bevichtet: Gele-genEich einer im Betrieb des Robert NaschoD vorgenvmmenen Revision wu d-n verschieden« sanitäre Uöbolstände im Betriebe festgestellt. Die im Souterrain gelegenen Räum« find sehr unsauber und unrein gestalten, sin Raum wird gleichzeitig als Wohnung benützt. Dort stcht auch der Waschtisch m-rt Ftübel, schmutzige Handtücher. Kleider, altes Gevümpel liegt herum, ein Hund und ein« Katze .gewöhnen" gleichfalls den Raum. Die Stellagen. Gerate. Bretter für Zuckevwarrn find mit Schmutz und Staub bedeckt, der schon monatelang nicht weMsfegt worden ist. Im zweiten TeÄ der Betviebsstätte wurde ein Chaos von altem Gevüntve!! gesuttden: ausgeputzt wuche sie schM seit Jahren nicht mehr. Es wuche unter anderem eine Haselmasie gefunden <30 Kilogramm), die bereits ein Jahr alt tzst. ruft und ohne Schokolade verarbeitet, und mit Staub und Spinnweben bedeckt war. Zwei Prrben hiervon wurden der staatlichen Lebensmitteilnrvters.uchungsanistalt übergeben, deren Grttachten lautet: „Die Proben sind stochst unapvetitkich, somit verdorben, daher auch geeignet, die Gesundheit zu schädigen." Landesgerichtsrat Dr. W e i n! i ch verurtefl-te den Augerlagten zu 300.000 K. GeMrafe: außerdem stcht chm ein« Strafe von der GewerbÄbchörde bevor. Der Verdefleiischhauer Franz N a u z a ln Ottakving hatte der von chm fabrizierten Krakauerwurst Mchl zugesetzt, ohne diesen Mchlzusatz im Lokale evsichtlich gemacht zu hasten: ebenso hatte er auch einen Farbstoff verwendet, der den Würsten ein schöneres Aussehen geben sollte, was gleichfalls gegen das LebenSmittelgeseh verstoßt. Aus die Frage des Richters '<Land»sgerichtsrat Dr. W e i n l i ch). ob er den Tatbestand zugebe. scmt« der AngcSlagte: Nein. Herr Richter! Denn erstens haste ich überhaupt^ keinen Farbstoff m Hauke und zweitens hängt der Mchl^usatzzettÄ immer im Geschäft. Möglich, daß gerade damals der Zettel mit dem „Gesicht" zur Wand gekehrt war. Richter: Das sagen alle Ihre BenEollegen, wenn sic wegen der Nichievsichssfchmachung des Mehln^a^eL an-ge- Äagt sind. Strecke: 900000 K. und 200.000 K. UnterfuchungÄostLN. Dl« „Nervosität" «ms der Ei'enbabn. Die Private Marie Nisky. die beim Aussteigen in der Station Zellerndovf der Nordwestbahn infolge des Gedränges von der Plattform hinunterstnrzte und schwer verletzt wnlrde. klagte den Bund-Sschah aus Zahlung vo» Schmerzensgeld. Berdienstentgang ustv. in der Hohe von 60 Millionen Kronen, wurde ober vom Zivillandesgerichte abgewiesen, weil hier keine „Greignuna nn Verkehr" vorliege. Bei der Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht bestritt der Borujungsvertreter Dr. Oskar Ne um ann diese Rechtsanschauung. weil auch die Vorgänge beim AuSsteiqen noch als Eraignung im Verkehr anzusehen seien Der Vertreter der Fmanzprokuvatur machte Moinverschulöen der Klägerin geltend, well sie noch vor Anhalten des ZugeS auf die Plattform gegangen sei. Für dieise Nervösitat der Reifenden, die es nicht erwarten Knnen, bis der Zug stillsteht. sei die Bahn nicht haftbar au machen. Der Beru^imigssenat tollte zwar die Anschauung des Klagevertreters. daß hier eine Ereignung im Bevkchr vorliege, w i e 8 aber aus dem von der Finanzprokuratur geltend gemachten Grunde di« Ber u f u n g a b. — In einem ähnlichen Falle ist es kürzlich zu einer Entschoidtrug deS Obersten Gerichtshofes gekommen, der eine SchadenevsatzMge wegen Sturzes von der Plattform während der Fahrt mit der Begründung abwies, daß das Verweilen auf der Vattform, so lange der Zug noch in Bewegung ist, überhaupt unzulässig sei. Schklffe b»i der Delogierung. Me seinerzeit berichtet, hat der 30iLhvige Hilfsarbeiter Konrad Aschenbrenner. um seine Delogierung zu verhindern, durch die geschlossene Glastür seiner Wohnung scharfe Schüsse aus einem Revolver gegen die Deilm'erungsk'?udmission abgegeben, ostne jemanden zu treKn. Gestern hatte er sich vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz des Hofrates R a m s a u e r wegen öffentlicher G ewalttätigkerl und vevlnchter schwerer Körperbeichädigung zu verantworten. Der Angeklagte, ein Keiner, abgehärmt ausschender Mann in dürftiger Kleidung, gab an. mit rechtskräftigem Urteil aus dem Hause seines Schwiegervaters gekündigt worden zu sem. Er wollte die Delogierung unter allen Umstanden verhitchertr und halbe sich, bevor er schoß, überzeugt, daß er niemanden treffen könne. Er habe sich in einer ZwangS'age befunden, da er für seine Famili« kernen anderen Unterstand wußte. Selbst der Staatsanwalt plädierte für äußerste Milde. Der Gerichtshof verurteilte den unbescholtenen Aschenbrenner bedingt zu sechs Mo- 5gten ttren;en Arre.t» Volkswirt. Sie Fnfolvevr der Prager Serrilsirma Mautharr. Wie uns aus Prag gemeldet wird, war die Prager Börse mtt Rücksicht auf dic Erörterung über dir Konsequenzen der zujamENgebrochonen Textstw-eltfirma Ernst Mauthner ausgesprochen flau. Man befürchtet, daß di« an dieser Insolvenz beteiligten Prager Banken säftver« Berknste erkoLen werdim und eventuell sogar zu einer Kürzung ihrer Dividenden werden schreiten müssen. Als Ursache des Zusammenbruches wird die spekulative Tätigkeit des jetzigen Fivmeninhaibers Georg» Ma-uchiter genannt, der sich auch in anderen Industriezweigen betätigte, zweitens eine Reihe spekulativer Engagemettts des Untemchmetrs und endlich der Verlust an Ausständen infolge der zahlreichen Jnsolvenzinr in der Textil« brauche. Dic Gesamtpasjiven werden bisher mit 75 Mllionen tschechische Kronen geschätzt. Die Firina Ernst Mauchmr beschäftigt in ihren Bubemfchcr Betrieben etwa M) Arbeiter, sie besitzt rund 23.000 Spmdeln und 600 Webstühle und erzeugt Ba>ttmwollstosse für Leib- und Bettwäsche, ftrner Futterftosfe. Ihr SpezialartAck sind Baumtvollstofse für Männ«ranzi).»e. In Wien utttsrhält die Firma ein Evidenzbureau. Di« Forderungen der emzolmn Prager Banken betraget:: Böhmische Unionbank 12 Millionen tschechifche Kronett, Zivnostenska banka 10 Millionen, Prager Land sbank 6 Millionen, Prager Eskonrptebanik 5 Millionen, Prager Anglobcmk 3 Millionen. Vorläufig sind unter den cinzelnett Banken Beratungen im Gange, welche einer eventuellen Wiederattfrichtung des Uuternchmens gelten. Zweifellos dürfte Georg Mcmchrrer sein -großes Bc-rnwgen verlieren, während sich die Banken durch Ausvechterhaltung des Betriebes werden schadlos zu halten versuchet. Es wird befürchtet, daß der Znsaminenbruch dieses aftangesahutett Textilrtnternohmelts auch Insolvenzen,einer Reihe anderer Uwlernehmlmgen im Gefolge haben werde. Der Schilling im Wirtschaftsverkehr. Seit gestern ist nuttmehr der Schilling offiziell in den Verkehr eingeführt worden. Post, Eisenbahn, Postsparkasse, die Banken, die Devisenzentrale und eine Reihe von Privatunternehmungen rechnen ntmmehr in Schillingen. Im Dorotheum wurden heute die Auktionen bereits in Schillingen obgehalterr. Um aber das Publikum an die Schillinge zu gewöhnen, hat der Auktionsleiter immer neben den Schillingen beu entsprechenden Betrag auch in Kronen ausgerufen. Die Devisen im österreichischen Clearing wurden nur mehr in Schillingen angegeben. Es ist zweifellos, daß in nicht ferner Zeit auch die Kurse an der Wiener Börse in Schillingen notieren werden. Insolvenzen. Das AuSgleichsvevftchren wurde eröffnet über Franz Kärmer, 21. Dez., Schloßhoserstraß« 12. Ueber» schuldung 1.3 Milliarden. — Ueber Ignaz Zwicker. 1. Bez., Vorlaufstraße 5, Leo Feiwel. 2. Bez.. Untere Augartenstraße 4. und Adpff K l a p h o l z, 2. Bez.. Gvoße Sperlgasst Nr. 38. Ueberschuldunp 362.000 S. — Ueber I. Neumann, LöbensmittekhandÄrnp, 21. Bcz., Schloßhosevstvaße 16. Ue'berschuldung 10.500 S. — Ueber Henre u. A111 n a, WÄHringer Mcdchaus, 18. Bez., Währtngerstraße 107. Ue-berschuldung 60.000 S. — Uober A. Neugebauer u. Co.. G. m. st. H., 6. B«z.. Mariohiliferstraße 47. Ue>bevsch>nldun>g 78.000 S. — Ueber A. B o r n st e i n. 2. Bez.. Hollandstraß« 10. Uelberschulbung 31.000 S. — Ueber Abraham Asrslen, Konsektionswarenhanblu-ng, 8. Bez., Margareteustraße 125. — Ueber G. Ger lach. Damenkleider, 15. Beq.. Noubaugürtel 8. —- Ueber Kavl Kunz. Kanditetttvaren, 7. Bez.. Westbahnstraße Nr. 41. — Ueber Ernst W e i n b e r g « r. 6. Bez.. Gmnpendorferstraße 32. — Ueber Franz Bu ch w i n k l e r. Fuhrwerksbetrieb, 11. Bez.. Rinnböckstraße 47. — Der Konkurs wurdo eröffnet über Austria Werkk-unst-A-G., 6. Bez.. Dreihuifeisengasse 11. —. Ueber I. Ueber h u b e r. 19. Bez., Billrochstraße 19. — Uebar I. K r i e g st e i n u. Co.. G. m. st.'H.. 8 Bez.. PfeAigaffe 61. — Der Kreditorenverein meldet folgende Zahlungseinstellungen: Rttd Himsdorfer. Berndorf. Oskar Kretschmer. Elektriker. Neumarkt (Steiermark). Hernheiser u. Ste-iner, Aavam. Ignaz Zwicker, Wien. 1. Bez., Borlawsstraße 5. Hans u. Anna Fr ied l. Modistin, Grein 68. Karl Bartl, 5kaus-mann. Graz, Schönaugasse 6. Franz Scherten. Graz. JakmniniMsse 84. Oskar Kretschmer. Noumarft (Steiermark). Die Probefahrt einer neuen Las-Et:ktrolokomoiive. Donnerstag den 26 Februar fand in Snlzvurg die erste Fahrt «ine« GasMektvoloEmnotive, System G^bus-Hag, auf einer Strecke der Oosterreichischen Bundesbahnen statt. Es handelte sich hierbei um eine für die österreichische Industrie bestimmte BerschUblokomotive neueren Systems, welche zu den mannigfachen Vorteilen der eleiktrischen KrasWbertragnnig die gooße Billigkeit des HolzgaSbetriebeS «lS Antrieb für die Kvaftnraschinen evwies Ein 60-80 Pferdekräiste-Verbrennungsntotor. von einer Doppetgeneratoraflaige mit HolzSohsdufeuevung ongetrieben, erzeugt mittels einer Dynmnomaschine di« für den Antrieb der Ax-Wotoren notwendige elektrisch^ Energie. Sämtliche Teilnehmer der Probefahrt waren mit den Leistungen der Lokomotive und bssonbers auch mit dom ausgezeichneten Funktionieren o«r Generatoranlage außerordentlich zufrieden. Das Jnteress«. das sich für den HolEchleübetrie'b für Vehikel aller Art in den weitesten Kreisen kundgibt, dokumentiert sich am besten in dem Umstand, daß honte, vor Ablioferung der Loko« Motive, noch eine neuerliche Fahrt au^ stelionderen Wunsch der vevschiedeuen Bundesbahndirektionen stattfinden wird, zu welcher auch die Genera'direttion der Ovsterrvichischen Bündesbahnen Delegierte entsendet. Aufhebung deutscher Ausfuhrverbote uach Oesterreich« Aus Berlin, 2. d., wird telegraphiert: Bon zuständiger Seite erfährt das Wolffsche Bureau, daß die deutsche Regie-, rung mit den Regierungen von Oesterreich, Unga-.n- Ftal'en und.der Tlä echr-Slowakei in Verbindung getreten ist, um eine baldige wechselseitige Aufhebung oer Ausfuhrverbote;ur -oute und Felle hcrbeizuführen. Erhöhung deutscher Konsumsteuerrr. Aus Berlin, 9. d.» wird telegraphiert: Das Wolffsche Bureau meldet: Angesichts des dringenden Finanzbedarfes oeS Reiches hat sich eine Er« Höhung der Bier -und Tabaksteuer als notwendig er« wiesen. Es sollen erhöht werden: Zigarren und fehiiruif'Wttenet von 90 auf 28 Prozent, Zigaretten und seingeschnittene«

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