Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2167 (3.3.1925)
- Date
- 1925-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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'.^Krrw''-' [PoiemjOtfM^ Wi en: Zum Abholen ln der Expedition, ll„ Taborstr. 1-3. oder In einer Verschlefsstelle ^Tratlki monatl. 5 Schilling Strassen verkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, j„ Wollzefie 11 Mit Postversand für Wien and Oesterreich monatlich 5 Schilling Tech echo- Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. 60. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. IS iener A wiviivv MorgenxettmiA Niduwh’mucB M Freit* er behaarten ▼orbehaltea Pr. 2167 «m. Sieutaa, 6. MSr, 1925 l<*ra>!t SO w i England:on.4Schilling, 3ta 1 i e n: Monatl. 13 Lite, Rumänien: Mon. 17) Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatl-ch Frcs. 5 Redaktion. Administration: Wien, ILTaboriir.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse L-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 7. Sabroonn kberts Stellvertretung. Sine varlamentarWe Aktion. (Eigeudienp der „Wiener Mopgenzeitung".) Verkitt. S. Marz. Die „Dofsifche Zeitmt^ weiß zu I berichten, daß man sich 1« parlamentarischen Kreisen mit der Absicht trage, die Frage der Regelung der S t e (I b e r- 1 tretung des Reichspräsidenten zur grundsätzlichen Sntscheidung M bringen. Das Blatt meint, man könne dabei an das Vorbild An'cri aZ denken. das ni-<t nur einen eigenen Vizepräsidenten wählt, sonder» darüber hinaus auch noch weitere Vertreter zur Bakanzsielle bereitgrsiellt habe, nämlich den Staatssekretär des Aeutzern und in der vorgrschriebenen Reiheyfalge die übrigen Staatssekretäre. Für den gegenwärtigen Augenblick lasse sich an eine Stellvertretung entweder durch den Reichytagsprasidenten oder den ReichSgerichtSprasidenten denken. Das Programm für di« Lcichenfeierlichkeiten Berlin, 2. Marz. (Tol.-Komp.) Ter Trauerfeier 4m Haufe des SReiij>räjt*b2nten am Mittwcch nach,mittags werden aus Rücksicht auf den. boschränkten Raum nur 250 bis 300 Personen Le-IwcHnen, und zwar die nächsten Angehörigen des Verstorbenen, die MMieder ber R-egie- Lwng, die diplomatischen Korps, die Staat'klpräsidtznten der einzelnen -deutschen Länder, die"Spitzen" iderspartoBchen.Mch^ kotnlmunalett Kövperscha'ten, der Ow<mi.sati.o.nen, der' Mhven'den Mitglieder in Handel, Jndnstrie,' Wissenschaft und Kunst. * An der Trauerparade werden Truppen aller Kontingente des Reichsheeres und der Schutzpa'HeL teilnehmen. Ter Leichenwagen mit dem Sarg wird der der großen Freitreppe des Reichst-a.gsgeböiU'des' halten. Auf der Treppe werden die Mitglieder des Reichstages >vevsa>m'relt sein und Ne-ichstagsPräsident L o e b e wird die zweite Gedenkrede auf den verstorbenen Re-ichFiprastdenteu halten. Darauf bewegt sich der Traue Mg nach dem Potsdamer Bahnhof. Tort wird ein Kata.salk errichtet, auf dem der Sarg etwa eine Stunde lang aufgebahrt werden soll, um den Deputationen und dem Publikum Gele^erlseit M geben., an der L-eiche des verstorbenen , Präsidenten vorbeizudesiaeren. Auf dem ganze Weg. den der Tmuerkondukt nehmen wird, werden Militär. Schutzpolizei, Organisationen und Verbände Spalier Hilden. Nach der Defilierung der Abordnungen wird der Sarg mit emem SoudcvIn.g nach Heidelberg überführt. Auf der Fahrt soll der Zug auf den größeren Stationen, darunter auch in Frankfurt a. M., kurze Zeit anhalten. Tle Be,isetzung in Heidelberg erfolgt Donnerstag nachmittags in dem von der Stadt Heidelberg zur Verfügung gestellten Ehrengrab. Arbeitsruhe zur Bestatturrgsstunde. Die freigewerkschaftlichen SPlbenbeMnIde der Arbeiter, An.gsste7t.en wnd Beamten erlassen einen Aufruf an die Gewerkschaftsuvit.^lieder, in dem dozu aufgefovdert wird, zur Stunde der Be stat tu ng des Reichspräsidenten am 6. März im gangen Lande die Arbeit 15 Minuten ruhen zu lassen. Eine Ebert-Stiftung. Der sozialdemokratische Parteiv-ochand 'bittet 4m Gin-' d-evständnis mit der Familie des Berstorlenen, von Kranzspenden und d-er Entisendung von Deputationen abzu sehen und d'-e dafür vorgesehenen Beträge einer zu s-chafsinden Friedrich-Eber t- Stiftung zuzuführen. - Der Geelenaiiffesiwunn de« Jugend. Das Aufziehen eines fchmutzigen Lappe » s im Berliner Frledrich-Wvlheln^Äymnaisium auf die Nachricht vym Ableben des Reichspräsidenten hin hat zu eine« polizeilichen Unterst» ch u n g geführt, die den ggnzen Tag über andauerte. Bei dem Verhöre der Schüler w.urden sechs Primaner als Täter festgestellt. die be- 'hqupten. sie hatten nur einen S ch e r z machen wollen und zur Zeit der Ausführung dieses angeblichen Scherzes von dem Ableben des Reichsprqsideriktt noch nichts gewußt. Fest steht fedoch, daß der Luppen eineinhalb Stunden nach dem Tode Eberls aufgezogen wurde. Der Hauiptbeteiligte konnte noch nicht vernommen werden, da er heute infolge eines KlassenauSflnges nicht zu erreichen war. Infolgedessen wird die Untersuchung erst morgen fortgesetzt werden. Die Wahl des Prertstischerr Ministerpräsidenten. Berlin, 2. Mary.. (Tel.-Komp.) Infolge def. Ausfalles der Sitzungen des preußischen Landtages anläßlich des Ablebens Gberts ist auch die Verschiebung der Neuwahl de s p r e u ß i sche n M i n i ste r pr ä s id e nte n notwendig geworden, die bekanntlich für Mittwoch in Aussicht genommen worden war. Die Wahl wird erst nächsten Dienstag stattfindeni Sie Rcherhettssrase. Paris. 2. März. (Tel.-Komp.) Das Mssttarkomitee von Versailles hat heute nachmittags das Memorandum Ltzyr den Bericht der luteralliiert e n K « n-?t io^ Lttom *4-®^ über- ' reicht. Pie Botschafterkonserenz .wird häs Meyioire morM prüfen,' Chamberlain für DrntsMands Eitttritt in den Bölkerhund. London, 2. Marz. (Reuter.) Wie „Chicago Tribüne" meldet, hat Außenminister Chamberlain ein Memorandum äbgefaßt, in dem er die Grundzüge der auswärtigen Politik'stizziert, die er Donnerstag im Unterhaus darlege» wird. Daß Memorandum übt Kritik an der Politik der Isolierung, betont die Gefahr, die für die La^e in Europa darin liege, daß die Revanchegefühle in Deutschland vorherrschen, das nicht abgerüftet habe. Ehamberlain empfiehlt den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, der allerdings von der Zustimmung Frankreichs abhangia sei, dem England reale Sicherheit gegen einen neuen Elnsall bieten müsse. Zurückhaltende englische > Aeußeenngen. London, 2. März. Das Reutersche Bureau erfahrt: Was die sich wiederholenden Nachrichten über eine Neuorientierung der britischen Politik gegenüber der Frage der Sicherheit Frankreichs und die Meldungen über irgend welche neue vorschlage an Frankreich oder von Frankreich über diese oder andere Fragen anlanat, die zu e uer Be Brechung in Pa''s o^er London in naher Zukunft führen könnten, so wird die Lage als völlig ungeklärt bezeichnet. Ebenso sind auch die Aussichten für eine Zusammenkunft Hcrriots und Chamberlains unverändert. Zur Zeit liegen noch keine sicheren Nachrichten über eine Konferenz der beiden Staatsmänner vor. Die britische Abordnung für die Völkerbundtagung wird Samstag direkt nach Genf abretsen, und wenn nichts dazwischen kommt, wird der britische Außenminister mit dem gleichen Znge fahren. Str grirchlich-IHrNsche ftonfflft. Die direkten Verhandlungen ergebnislos. Athen, 3. März. Die von der Türkei angeregten direkten Verhandlungen über den durch die Ausweisung des Patriarchen Konstantm hervorperufenen Konflikt endeten ergebnislos. . Ter türkische T-eiegierte verlangte, daß Griechenland seinen Appell an den B ö l k e r b -u n d z u r ü ck z i e h e, was ab^elehml w-urd-e. Der griechische Vertreter erklärte, daß seine Regierung -weitere Verhandlungen vor Zusammentritt des Völkerbundes ablehne. f Berliner ■■ D Häuser!! Wir kauten und vermitteln, belel« heu lastenl'rate und belastete Grundstöcke, Übernehmen Ver« Wallungen n» ku’antestrn Bedingungen „Felicia“, Grundstückges. m. b. Vf. Berlin N 24, Friedrichstrasse 118 W Wiener Vertreter: H. Münzer, Wien. ff. Hessgasse? M - . SS|5 ■a Sprechstunden: 10-12 vorm., 3—8 nachm. mm Mandatsauslegung. —y. W l c n, 3 März. Eine katholische. Nachrichtenagentur verbreitet - einen Artikel des Kardinalerzbischoss von Äzestminster, Monsignore Bourne überdie Mändalsfrage in. Erez Israel. Es versteht sich von . selbst, daß-der Kirchenfürst die "Dinge nuv vom Standpunkt , der kathoisj hen Interessen aüs betrachtet, wenngleicher diese nicht, aus» drücklich hervorhebt. Seine Hauptsorge gut den Ära-« ^berrr' und' der Kardinal läßt sseine SyiNpathw für' sie sehr äft. durchbl'cken, Für die Inden, süri d^.w Zionismus hat er nichts übrig und. gerade deshalb ist. es', für den Zionismus und für das Judentum notwendig, dieser Aeußerung die schärfste Aufmerls amkeit . zu widmen. Es ist ein katholischer, englischer Würdenträger, der da spricht und seine Erklärungen werfen ein scharfes Licht anf die Denkweise von Kreisen, mit denen wir im gegenwärtigen Augenblick rechnen müssen, und sie zeigen politische. Zusammenhänge, die für uns von sehr großer Bedeutung sind und bleiben. Kardinal Bourne. polemisiert gegen „ausländische Freunde", also katholische Kreise auf dem Kontinent, .die den Zionismus als.einen Bes-andteil der englischen Politik anzusehen scheinen und daraus die Folgerung ziehen, daß diese ganze heuttge Fornt der Mandatsfrage durch einen Akt der britischen Regierung umgemodelt werden könne. Der Kardinal stellt fest, daß hinter der Mandatserteilnng an England die Gesamtheit der älliiere'ten und assoziierten Mächte steht und daß nur diese Gesamtheit durch ihr Organ, den Völkerbund, eine Aenderung vornehmen könne. Das deckt, sich vollkommen mit der, zwnistischen Auffassung. Die jüdische Politik kann und darf sich von dieser Grundlage nicht entfernen und sie kann die Beweisführung des Kardinals unbedenklich akzeptieren, obzwar er gerade den wichtigsten Punkt nicht nennt: die Tatsache nämlich, daß das Versprechen von England den Juden gegeben wurde, daß dyr Völkerbund die.Ansprüche der Juden auf Erez Israel festgestellt hat, und daß er sie ermächtigt hat. eine Vertretung zu bilden, die der Mandatsmacht in allen mit der Gründung eines jüdischen Heims zusammenhängenden Fragen zur Seite stehen soll. Davon erwähnt der Kardinal nichts und der Uneingeweihte, der seine Aeußerungcn liest, erfährt gar nichts davon, daß in diesem ganzen politischen System auch schließl'ch und endlich das Judentum eine Stelle hat. Der Kardinal erwähnt led'glich, daß die eingewanderten Juden im Jahre 1919 die Tendenz zeigten, eine mit der Balfour-Deklaration nicht übereinstimmende Herrschaft zu verlange«. Aber diese Deklaration ist doch nichts anderes als die Zusage der Errichtung einer jüdischen nationalen Heimstätte, Was ist das wohl, eine nationale Heimstätte?' Hat sich irgend jemand unter diesem Ausdruck die Gründung einer israelitischen Kuktusgemeinde vorgestellt? Die Deklaration erklärt allerdings, daß nichts gegen die Araber geschehen dürfe. An eine solche Eventualität hat damals kein Jude und auch kein Aaraber gedacht. Die Juden wissen, was Unterdrückung ist. und die Araber halten kein Mißtrauen. Erst später wurde Frühjahrs-Neuheiten ln Domen* und Herrenslotfen zu sehr billigen Preisen hei ■■■■■MHniHMi I Schiffmann II. TaborstraQe 48 ▼ei<inhon 47»1*78 Vn grei Cn clatail •i 1 232348234853535353235323484800232353482323534848532323 53232348482348232323234853534848