Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-03-01 · Heft 2165 (1.3.1925) · p. Seite 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2165 (1.3.1925)
Date
1925-03-01
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981250--22073-3009448
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

■’,W,T**“,»V PO U 1 f' A „r 11 JP« 1 ^;: V V* 9h. «es Wi«n, Sonntag CoroNA PVV.1"1P2 p'i yr®Kö:»n»*«:»ii>D fipvvptpvnpnavn v'v Menek Moü xren/rett««-. 1. mt& im SMe y DIE BERÜHMTE CO R O N Jt-Schrelbmasctfne MIT HEBRÄISCHEN LETfERN HX*WäuimnceiMti\ame*6'ö‘ —""""" "'"' IfF- —'■■'■ ' Steif lagernd grosse Posten erkules' Kämme Stahl* und Nürnberger Galanteriewaren n g r o « M. INTRATER Wien, lM Adlergasse 4 Telephon 76-2-67 eot Schuhhaus Original norive- Qualität 11. Toborstrosse 33 Wiener Handarbeit sehahe Yi em» y - - warum? U Weil wir keine schablonenhafte Konfektion führen, sortderh Salonerzeugnisse, weiche durchwegs nach original Pariser Modelten gearbeitet werden. Infolge Verwendung nur bester Qualttätsstoffc sowie feinsinnigsten Matcrlalempfindens, zeugt jedes Stück, weiches unser Haus verlässt von auserlesenem Öeschmack. Dabei sind wir in Anbetracht der hervorragenden Düte und Ausführung unserer Fabrikate wirklich konkurrenzlos billig I Ual»l-WlM. ÄIIS«. i (In. Catircoat-Mäniei, 5 M. reine Senat '?» 3 67.58 mm waterpreot-Manlil, Ä prflgniert SlIden-IrllOtlllMir In allen Farben . ab I Ia5l Schottenklsitfer .v«e *>«Mode*.. ab S 23* Iacli-s..Co3cliiniR-Minltl>fflC„.>bi 75, Gate Treltsorklelder «LN.L, prima Sciiaiwoll- , Stoffe, nnseerst j ac I QtialUÄtcn fesche Modelle Ksrrllcfie StoffklslOsr _ -veautes . . . ... ab 0 W« Marlaal Crlpa-la-CMaa-flliilir,,,, reich restieUt ............ ab 0 U*i Rips* 0. Coiircoat-Mflnlll, ^kübrunxsn. o IOC „ : rein Seldenfuttcr.. . luwi“ EaMiale Koslfima aus guten, modernen » ab Sclmhvollstof/on Modellksiler, Kl. :T. .r*:* Sill. Schicke Kostflmi Täglich Model!Vorführungen von' eleganten Complets, Nachmittags- und Abendtoiletten, Seiden-, öttomänmäntelh, Capes und Kostümen etc. Auswahl unerreicht! Preise auf jedem Stück ersichtlich I HOBEN-PALAIS \$Z Mi iM Bes uchen Sie uns aufderWenerMesse Hatburg tStock Abt.S Volkswirt. Das Schicksal der Wiener Mrse. In der letzten Woche hat die pessimistische Stimn'UNg an der Wiener Börse wieder empfindlich zugeiroinmen. Es halt? zu Wochencrirsang den Anschein, als ob der Budapester Mark: sich murntehr aufraffen und die Wiener Börse mitreißen würde. Doch bald war diese Bewegung im Keime erstickt und der Pcssinvisums machte sich wieder breit. Die Kurse bröcko'ten ab. Sie unterboten sogar das Tie-fstmveau, das sie in den Zeiten der schärfsten Krise aufzuwersen hatten. Es waren fortwährend neue Abgckden festznstellen, ohne daß ein anfnahmsfähiger Markt vorhanden gewesen tväre, der der Kurssenkung entschieden Einhalt zu tun vermochte. Selbst wichtige Nachrichten wie di« der Schaffung einer Jniteresiengsmemschaft zwischen der Stiaatsbahngesellschasi und den Warchälowski-Weivken gingen spurlos vorüber, Ja, am Tage der Verlautbarung wiesen sogar beide Wert« trotz der nunmehr verbesserten Produktionsaussichten mfoWe der Kollaboration Abbröcklungen aus, und ivenn nicht das JnterdentionSkomi'tee sich mit einigen Käufen eingestellt hätte, wäre das Fazit bestimmt eine weitere Kurssenkung gewesen. Eine geradezu widersinnige Erscheinung, die zweifellos das abnormale Funktionieren der Wiener Börse -UNI Ausdruck bringt. An dieser Stelle kst vor einigen Tatzen kurz erwähnt worbet,, welche -die Gründe für di« flau«Haltung der Diener Börse seien. Es schöint, daß sich hier Gens auSzuwirken beginnt. Wohl leugnet die Naltonalbanik entschieden, daß sie Lvmibardkreditv geschmäliert und di« Besitzer der Effekten zu Abgaben veranlaßt habe. Trotzdem treten Mit um so größerer Bestimmtheit Nachrichten aus, daß dieS dennoch der Fall fei. An der Börse erzählt man sich, daß in Gens die Kredit« der Nationalbanl einer eingehenden Erörterung unterzogen wurden. CS sind dabei, wie behauptet wird, di« Lombardkwdite einzelner Besitzer von großen Aktienpaketen sehr bemängelt worden. Dabei soll Nationalbank nahegelegt worden sein, unbedingt di-se Kreier zu restringieren, weil dadurch dar Portefeuille der Bank unnütz angespannt wäre. Wenn diese Post eine Derminderung erfahren würde, könnte dadurch der StatuS der Bank eine weitere Erleichterung erfahren, außerdein wäre das Noten iustitut in die Lage versetzt, der Jndnstrie größer« Kredite;ur Bk rfügun g zu st«ll«n, da die Industrie gerade über den hohen Zinsfuß klage und gezwungen sei, bei den Großbanken für Kredite Zinsen von SO bis 30 Prozent zu zahlen, während die Nationalbank doch nur IS Prozent verlange. VS wurde in tdenf erklärt, daß die Klagen in Lesterreich über den hohen Zinsfuß nicht gegen das Noteninstitut, sondern vielmehr ,' gen die Banken gerichtet werden sollten» weiche, statt wie eS . is vif der ganzen Wett üblich ist, nur ein Marge von 1 Pvo- I gcitt zu verrechnen, in Oe-st^teich7 bis 20 Prozent über -den Bankzinsfuß fordern. In'dieser Hinsicht wurde in Gens, was bisher w^hltveislich verschwiegen wird, eine vollkommene A-endcrung der Kreditpolitik der Nationalbank gefordert, ohne ibie von einer Ermäßigung ldeS Bankzinsfußes nmnöFrch die Rede sein könne. Diese Genfer Erörterimgen scheinen zur Folge zu haben, daß die Nationoldauk mmmchr die' reinen F i na n z k r cd i te stärker drosselt. Unter anderen soll sie auch einen! int Früh« 1<thr des Vorjahres vieilgenannten Großaktionär, der bei ihr siinen Lomdavdkredit von 150 Milliarden in Anspruch gmoutmen hat, diesen gekündigt haben. Der Kredit war bisl>er durch Aktienpakete sichergestellt. Es ist mm das begreifliche Bestreben dieses Mannes, durch i Äbverkauf eines Teiles ftNtes Aktienbesitzes sieiine Schuld teilweise zu tilgen, iliach den Berichten der Börse soll eins Großbank, 'bt\ 'bev er die Aktienmajorität besitzt, bereits zirka 40 Milliarden zur Verfügung gestellt haben.' Es scheint aber diese Suuune noch lange nicht zu genügen und so werden weiter gewisse Aktien,s>akete.dinl Markt zur Verfügung gestellt. Dies hatte auch zur Folgen daß cfiut sehr hochwertiges Millionenpapier, .welches in der Montaugruppe figuriert, in seinem Kitrs avbröckelto und es einilger Zulerven-tion öc.dnrfte, daß der Kurs in eincim dein Abgoher tvicht allzu gefährliche,! Ginine reguliert werde. Natürlich bsfitzt dieser Aktküchositzer auch noch Positwnen in anderen Papieren,, wie Staatsbahn ustv., und «S schetnl, daß die Abbröcklung des Staatsbahnkurses gerade cnrf die forcierten Abgaiben von dieser Gert« zurückznfiihren si<ck>. Natürlich hat -die KouteruriM: sich dieser MMmgew de- »nächtigt und versoilgt die Operationen der Börsenvovtvetor dieses AktienpakekbesitzerS mit großer Ausmerksautkeit» um - auch shrssriseits bei den Abgaben durch Leerverkäufe zu pwfsi-ieren. Pa aber die Ausnahmsfähigkeit des Marktes ziemlich gering ist, bewirkt dies eine stärkere Kurssenkung der wichtigsten Papiera. Wohl wäre das Intervent ionSkomstee auch jetzt imstaud«, die Abbröcklung zu verhindern. Es scheint aber, daß dieses Komitee absichtlich abseits steht, ivett «S nicht di«. Positionen dieses Aktienbesitzers zu den heutigen Kurse« ausnehmen will. Bei -der Sitzung der Jnte-rventiontzkomite«- der Wietver Banlken, welche in der Vorwoche -in der Nativnarbank stattfaud, scheint diese Angelegenheit erörtert worden zu sein. Sonst wäre daö unbedingte Schiveigen Über den schalt der Diskussion dieser Sitzung, zu dem sich alle Teilnchiner dieser Sitzung, verpflichten mußten, »rieht zu verstehen. Zweifellos scheint der Nationalbank die Mbwcklüng nicht ^enehu» zu sein und sie will miji den Eindruck verwischen, als ob sie daran irgend Mich« Schuld habe. Interessant ist, daß ebenso wie in Men auch in Berlin, >vo der betreffende Mienbesitzer ebenfalls vertreten ist, auch österreichische Papiere in der letzten Woche in größerer- Menge vertzaust wurden. Es verlautet, daß auch diese Verkäufe 'auf dle Nechnnng disses Msitzer» zui^ckznführen sind Gin« andere Ursache, di« ebenfalls di« Flauheit der Börse mitverschutdet haben dürfte, -ist der Umstand, daß m -den letzten Tagen d« Erwerbsteuermandate den ein^eluvn BörsenkommissionSfirmen zugefchickt ivur^n,. Diese Steuermandat« erheischen sehr große Summen. Die meisten Börsenfirmen verfügen nicht über derartige Beträge. Infolgedessen sind sie genötigt, «ms ihren eigenen Beständen Aktien^ den« MaE zirr Berfügu>ng zu stellen. Es sollen hier nicht die übrigen marktt-echnischen Momente erörtert werden, welche ebenfalls di>e flaue .Haltung der Börse mitverschuwer haben. ZweiMos ist die Geschäskslosigkeit, die an sämtlichen Nachlbirbörsen herrscht, mit ein Moment, daß eine 'Belebung der Wiener Börse von vornherein unmöglich macht. ES ftägt sich m»r, wie unter diesen Umständen sich die Börse weiter gestalten dstrst«. Es scheint, daß der oll^ustarke Pessnnisnms in dieser Hinsicht, wotzdem er.an der Börse «fl* tuemtciit gükeilt wird/ nicht vollkommen berechtigt ist. Es ist nicht MtHgcschlosson, daß mit Rücksicht ans die vorerwähnte Lösung von Engagements in den nächsten Tagen weitere Abbröckelungen in oiuzelnen Werten zu beobachten sind. Trotzdom dürfte nach Liquidierung dieser Positsoneu das Bild der Börse etwas freundlicher werden. Wenn auch natürlich vor stärkerem LptimiSmntz in dieser Hinsicht entschieden gewarnt werden mutz. Ein« Reihe von Anzeichen spricht dafür, daß zu Frühjahrsbeginn die Krise Zu weiche!! beginnen dürfte. Dagegen sprechen nicht die sich häufenden Jnsoivengen der DetaÄkcutfleute und der TexMbvanche. Di« Besievung dürfte von der Produktionsseite her kommen. - Di« Et-äblissemrenits, welche das Rohprodukt 'bearbeiten, beginnen bereits ihre Tätigkeit wieder in größerem Moßstaibe aufzimchinen. Ende März, beziehungsweise anfangs April, wird auch mit einem Aufleben der Kau-stätigkeit des Pn bMums gerechnet. Dazu kourmt noch, daß daS Rentabilitat-prinzip sich in Wien Gckltrmg zu verschaffen beginnt. Aus Grand der jetzigen Kurs« werden die Bank- und Jndnstriedividerrdcn eine zwta se«hS- bis zchnprogentige Verzinsung bringen. Das bedeutet schon sehr viel. Andererseits wird in einiger Zeit der GiulagtnzmSsuß unbedingt herabgesetzt werden imqst-u Schon jetzt wehren sich dt« Buch'mstitute gegen allzu gvuge, für lagere.Zeit gebmtdeete Einlagen, weil sie eiuepseitdas Gold nicht verwenden können,, andererseits mit einer Berbilligung auf dom GCldmarlte rechnen. Auch sonst sprechen zahlreiche Symptome, wie die rapide Steigerung der Einlage«, welche schon jetzt die Hälfte de- GesamtumlauseS «nt Banknoten aus- »nachen, dafür, daß sich hier eine Wendu»»g zum Besseren vorbereitet. Diese wird nicht von tlmm Tage zum anderen vor sich gehen. ES dürft« noch Wochen, ja vielleicht Monate dauern, ldi» endlich eine goivisse tatsächliche Regsnemtion zu beoldrchten sein wird.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.