Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-02-28 · Heft 2164 (28.2.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2164 (28.2.1925)
Date
1925-02-28
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981249--22056-3009430
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

iPolem 80 nroi»> I Wliit: 2wn Abholeti Inder Etpedltloo, IL, Tiborttr. l& oder ln einer Versehlelsstelle (Trafik) monatl. K 50.000, Strissenverkauf ln Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, U Wollzeile II Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich K 50.000 Tseftecho- Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Dil». 60. Polen: Mon. 4Z1öty. Deutschland: Mon. Gm 4, Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 tUcluMhUmilea M frei» erbSbaeiea v«r%e*a1te« - Wiener orgenzeitung IPref» K 20001 England: Mon. 4 Schilling, Italien Monatl. 18Lire; Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Fr«. 5 Redaktion. Administration: Wien, U.Toborslr.l Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102. 25-2-82 IX.. llriiversitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 «r. 2164 Sie«. Samstag, 28. Februar 1925 7. aabraan* Sie Araber drohen Balsam. Sin Telegramm der arabisch-valSKinenMe» Sreluttve. London, 27. Aedrnw. (Tel.-Konp) Die arabi'chrpalastinenfisF'e Exrkmive Hit au Lord B also nr ein Tele ramm qesandt, worin namenS des araifchen Volkes tu Palästina Balfonr mit feindseligen Kundgebungen aulStzlich seines bevorstehenden Besuch es in Palästina gedroht wird. Di- Mohammedaner Palästinas, f» heißt rS im Telegramm, würden Lord Balfonr bei f irrer Ankunft ignorieren. Ein Generalstreik werde proklamiert werden. Der Dollzngsansfch ch bereite Protestverfammlnngen gegen einen Aufenthalt Daffoirs in Palästina vor. Die Zeitungen würden mit Tranerrand erfel e'men und den Ausländern würde der Zutritt zu den heiligen Stätten verboten werden. SS wurde bereits berichtet» daß die arabisch natio-, naDisti schert Kreise einen Generalstreik am 1. April» dem Tage der Eröffnung der hobräischrn Universität wt Jerusalem, an der Lord Balfonr, der Schöpfer der Balfour- Dsttü-ration, teilnolmen wird, zu proklamieren beabsichtigen. Die nationalistische Biewcgung unter den Arabern, die in Palästina ausschließlich unter fremden Einfluß und mit fremden Geld« arbeitet, ist in der letzten Zeit sehr stark abgeflaut. Den Drahtziehern dieser Boivegung ist es tm um einen ag-'tatorischen Anl:ß zu tun. Sie hoffen, mit einem Drohtolegrwmm an Lord Balsour, diesen zur Absage seiner Teilnahme an d:r Eröffnungsfeier bowcgcn zu können, »was ihnen neuen, so dringend benötigten Agiiatvonsstoff liefern würde. Ter. letzte Passus des Telegrammes weist deutlich auf die GiMchr -hin, in der es gebr.-ut wurde, und verrät recht ungeschickt, daß.die Fä.en.der ara>bisch-natü>nal:stischen Propaganda, wie wir schon mehrfach hevvorgehoben haben, in Rom zusammeulausen. .. Wababiteneinfall in TransjorÄanlen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung^) Kondock, 87. Februar. Me „Daily Ma'ch^ aus # e rnföIc.nt berichtet, ha<«n 10.000 Wahabiten di s Grenze TransjördanienS überschritten; sie sollen über 1000 Grenzbriwc^ner x>:tötet oder verwundet haben. Wie es heißt, haben sie t(« Allsicht, den Roberten von Transjordamen Emir A>bdnllah zu vertreiben. Die Wahabiten, welche unter der Führung des Emirs A'bdul Az'z strhen, marschieren gegen Amman, die transjordanlsche Hauptstadt. (Wie kelännt, ist Amman die Residenz des Herrschers von Tvansjordanien. das erst vor kurzem von der palästinensischen Verwaltung lolgeVst wurde und eine eigene Verwaltung erhielt. Emir Abdullah, der Regent von Transjcrdanien, ist ein Sehn des von den Wahabiten ans M«'kla reririelenen Königs Hussein von HedfchaS; er hat dem Vater mit Erlaubnis Gnnlands ein Asyl gewährt. Gleichzeitig aber wurde in Transjövdanien eine Gegenbeweg,ung der Hussein-Dynastie <e^en Pie Mahaibiten vorlereitet und eS wurden unter der Bevölkerung des Landes W e r b u n g e u für den Feldzug gegen di« neuen Eroberer Mekkas vor-^enommen. Die Wahabiten wollen durch ihren Einmarsch m Transjordanien dieser Gegenbewegung ein Ende bereiten.) rer Nukfkond der Umdr«. (Eigend-i nst der „Wiener Morgenzeitunv*) . Konstant'nopel, 27. Mruar. Rach einer Mittoiüung des* Mi niste rpräsidw ten m der Kammer, hat di« Regierung fünf Jahr gangem bMsiert. Die Nal-ional-ievsammlung hat einmütig alle Negierungslredite bewilligt. In Koi staMnopÄ. sind mehrere kurdische Führer 'scw'dö zwei Generäle verhaftet worden." Im AusstandLgediet wird der Be lag« rungsz-usto nd erklärt werden. Die Kriegsgerichte sind in Tätigkeit gesetzt worden. Fast sämtliche Kurdsnstämme haben sich der Erhebung angeschossen. Ihr Führer, General Nevves Bei, soll we-'-en bdlschewU scher Propaganda auS dem Heere a,UHz«schlossen worden som. ^Die B<e'?ung von Diarbekir durch die Aufständischen wird Aute dementiert. Miarpul zurückeroberl. Angora, 27. Februar.. (HavaS.) Dis bewaffneten .Banden, die Kha rpu t besetzt haben, wurden zurückgeschlagen und mußten de Stadt raumen. Di« Aufftändischen, die nachdrücklich verfolgt werden, ziehen sich in größter Unordnung zurück. Scheich Achmed, einer der ersten Führer der Rebellen, ist gefangengenoM'Men worden. ... doch seine Franken nimmt er gern. Aranzvstsche Gelder für M MLrr. " Bewegung. München, 27. Februar. (Te>l.-Kc-mp.) Wegen der Behauptung, daß die Hitler - Bew eg« n g durch fr an-' zösische Gelder finanziert worden sii, fand heute ein Bele d'gungsprozctz Hitlers gegen den bekannten Canttatsrat Dr. Pittinger statt. Hitler war selbst erschienen. Er erklärt« sich durch diesen Borwurf auf das schwerste beleidigt. Der Verteidiger PitlingerS führte aus, der Vorwurf, französisches Geld angenommen zu haben, sei nicht gegen Hitler, sondern gegen die Hitler-Bewegung erhoben worden. Diesen Vorwurf hielt er aufrecht und stützte ihn auf Mitteilungen des inzwischen verstorbenen englischen SozialistensührerS Morel, die dieser gelegentlich einer Unterredung mit dem früheren StaatskommissarS v. Kahr gemacht habe. Morel habe damals gestgt, er wiff« aus sicherster Quelle, nämlich von Mitgliedern der französischen Regierung feilst, daß die Hitler-Bewegung mit französischen Geldern unterstützt werde. El» Zeuge, der früher an Hitler sehr häufig Gel d e r gelangen l i etz, erklärte, er halte eine Unterstützung durch ftauMche Gelder für durchaus möglich. Das Gericht «rannte schließlich auf Freifpr«ch des BeNagten SanitäiSrates Pittinger mit der Voaründung, daß der Vorwurf P'.ttingers nicht gegen Hitler, sondern gegeu seine Veweguug grr'chtet gewesen fei. Ler iKuffdtaimffflifdie Wlrlschaftrtooflitt Deutschland rnst di« Rcharationsrommiflio« an. Berlin, 27. FebruarDer BuLa-rester Korrc^c'nLerrt des „B. T." wurde von zuständiger rumänischer Seite zur AbzaHe einer Marung ermächtigt, daß R umänien den Wunsch habe» bi« Vesten wirtschaftliche» Beziehungen zu Deutschland aufrecht zu erhalten. Rumänien sei geneigt, mit Rücksicht auf di« Schwievigkerte», mit denen Deutschin-nd zu kämpfen habe, eine Vergleichsumme auZUne-hmen. Die dEffche KriegkSostenkommWon in Paris hat beute der RePavationS-ommifslou «ine Röte übergeben, wo^in sie beantragt, festzustellen, daß die ru m a n i s ch e n Forderungen, die zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Deuffchikand und Rumänien geführt haben, auf Grund des SachvevständgewAttachknS nnd der Dawes-Annurtäten abzudecken sind» wenn «nd soweit Denischland gchalten se-i, di« Forderungen zu befriedigen. i Berliner ■ ID Häuser!! g Wir kau7en und vermitteln, Ireleis Vien Ias8en7re!e und belasiete s Orundstlicke, Qbernehmsn Ver« Wallungen 7\i ku'amesten Bedingungen 1 „Felicia“, Grundsfückges. m. b.H. S Berlin N 24, Friedrichstrasse f18 Wiener Vertreter: 1 H. MPn«r, Wien, I. Hessaasse 7 s Sprechstunden: 10 -12 vorm., 3—6 nachm. I Me Kehrseite. str. W i e n, 28. Februar. Der schlimmste Ausdruck der Reäktion ist'die Aushebung der Freizügigkeit des Menschen. Den.Menschen " durch .Gswakt oder Gesetze an dre Scholle binden, ihn daran hindern, den Ort, wo er leben Will, nach freiem Ent-schlusse zu ivählen, ihn, auch wenn er. kein notorischer Verbrecher, kein Träger feiMicher " Pläne öder' änsteckei.der Krankheiten ist,'an der Ueherschreitung der Grenzen eines Landrs zu Hindern, ist Bnrb'ärei.' Die Aufhebung der^Freizügigkeit verletzt ikrcht nur .das-etu- Mttä Individuum.itt" alH^ bedroht die friedliche Entwicklung der Menschheit^ dütn sie führt in ihrer letzten Konsequenz' zum Krieg. Die Geschichte, der. Menschen ist.'eine Geschichte des Wänderns. Beständig müssen Völker und' Volksteike ihren Wohnsitz ändern, die Stätte ihrer Arbeit wechseln, weil nur so den jeweiligen Lebenebedingungen Rechnung getragen werden kann. Diesen Prozeß gewaltsam verhindern, heißt Spannungen erzeugen, die schließlich unerträglich werden und wieder nur gewaltsam' gelöst werden können; durch Kriege. Gerade jetzt können wir beobachten, wie ein großes Reich durch seine gegen die Freizügigkeit gerichtete Politik die Kriegsgefahr entfacht. Die Bereinigten Staaten von Nordamerika haben ihre Grenzen gesperrt. Schon haben die schwer getroffenen Japaner und Chinesen mit Rußland einen Pakt gegen Washington geschlossen. Die Slawen und Romanen, für welche das Einwanderungsverbot eine Katastrophe bedeutet, müssen über kurz oder lang denselben Weg betreten. Wenn Amerika seine Haltung nicht ändert, muß es zu Kriegen kommen. Denn stärker'als die Furcht vor dem reichen, starken Amerika ist der Wille zum Leben. In Erkenntnis dieser Umstände haben die wirklich freiheitlichen Bewegungen und Parteien die Freizügigkeit der Wrenschen aller Klassen und Rassen zum Hauptpunkt ihres Programms erkoren. Selbstverständlich hat auch die internationale .sozialdemokratische Urbeiterbewogung die absolute Freizügigkeit der Menschen aller Klaffen und Raffen zum obersten Grundsatz gewählt. Aber die speziell nach dem Kriege einsetzende Verrottung und Verlotterung des geistigen Lebens hat es dahin gebracht. daß mancher Grundsatz, weil unbequem, weil nicht den materiellen Forderungen des Augenblickes entsprechend, verleugnet, . weggeworfen wird. _ Den Grundsatz von der Freizügigkeit hat dieses Schicksal ereilt. Fast überall sehen wir die Regierungen und Parteien am Werke, Fremden den Uebevtritt der Grenzen zu verwehren und Fremde auszuweisen. Und der eifrigste Helfer bei diesem unheilvollen Beginnen ist die sozialdemokratische Organisation. Es ist so iveit gekommen, daß die Regierungen, welche Sperrmaßregeln treffen und Fremdenverfolgungen inszenieren, sich darauf berufen können, daß sie damit nur einer Forderung dev soziachemokratisch organisierten Arbeiterschaft ihres Landes entsprechen, wie in Amerika, England, Südafrika, Australien und noch an vielen anderen Orten. Der engstirnige Klaffenkampsegoismns hat ebendie Arbeiterschaft dahin gebracht, gegen die eigene Klaff'. ln mm- und Hnrensloffen za sehr billigen Preisen bei!lit Schiffmann II. TaborstraBe 48 cn groi in 4mif v 2353235348232323485348534823165323232348265348235348 532348484853235353532353534848234823

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.