Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2161 (25.2.1925)
- Date
- 1925-02-25
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Broten» 30 droit. I Wien: 2um Abholen in der Expedition, ll.. Taborstr. 1-4 oder in einer Verschlelsstello (Trafik) monatl. K 50.000t, Strassenvetkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, I„ Wollzelle 11 Mit Postversand ffir Wien und Oesterreich monatlich K 50.000 Wiener I'lWWIIWNlIIiMWWMI» M DER 1 i Fluch I PROLONGIERT | | IFA-PALAST* KINO 1 | II. TABORSTR. 1*3 | iitimipniitmiiiiiiuiniiinnHiiiiü IPrcf» K 20001 England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Uh; Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz nnd das übrige Ausland monatlich Frea.5 Redaktion. Administration: Wien, n.Taborslr.l Tschecho» Slowakei: Mon. K22. Jugoslawien: Mon. Din. SO. Polen: Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4. Frankreich, Belgien: Mon. Frcs. 18 Telephone: 44-0-38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) HaduMfchmeea M P r «1 »* erfc6fca*fea Oesterreichisches Postsparkassen- Konto Nr 150.693 Nr. 2161 ffiien. Mittwach. 25. Febniak 1926 7. Xatmonn Amerika deportiert. Der jüdische Bolschewismus. —y. W i e tt, 25 Februar. Sodnfo» on der Arbeit An- New-Norr Lerkchiet die Politische Korrespondenz: Für die bis zrm 4. Marz andauernden Arbeiten des Kongresses in den Bereinigten Staaten liegt noch eine dom EinwanderungSausschutz des Repräsentantenhauses einxebrachte Vorlage SberDeportation vor, die, wie das EinwanderungSgeseh, anch den Deputierte« Johnson zum Urheber hat. Im allgemeinen bestimmt die Vorlage, daß die drei-, beziehungsweise fünfjährige Frist, innerhalb der ei» Einwanderer aus den vereinigten Staaten ansgewiesen werden kann, ganz aufgehoben werden soll. Danach konnten alle auf illegalem Wege ins Land gekommenen Einwanderer, wenn sie aufgegriffen werden, jederzeit des Landes verwiesen werden. Dieselbe Bestrafung würde auch allen zuteil werde«, deren Dokumente sich als gefälscht Herausstellen oder die auf anderen als de« vorgeschriebenen Punkt:« in die Vereinigten Staaten gekommen sind. Eine zweite Angelegenheit betrifft die bekannte Resolution P er l man«, durch b’e die Einwanderung der Ausländer ermöglicht werden soll, die v o r d e m 1. Juli 19 24 das Visum eines amerikanischen Konsuls erhalte« haben, wegen Erschöpfung der Quote aber nicht einreisen konnten. Dieser Antrag wurde hauptsächlich ln Ansehung der zahlreichen in Not geratenen Auswanderer ans Rußland und Polen, die durch das Quotengesetz gestrandet sind, etngehracht. Infolge der Kürze der noch zur Verfügung stehenden Zeit ist es jedoch sehr fraglich, ob es noch zu einer Erledigung dieser beiden Resolutionen kommen wird. Kaserneuiustir. Polizeiaufgebot gegen Verteidigen. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung-.) Leipzig, 85. fttfruar. Hier wird seit einigen TarM der Prozeß gegen die stge nannte kommunistische Tscheka geführtder vom Anfag bis zum Eneine Sen sMwnekon^'ie ^ärgster Mache davstesst. T ie Jüd'z en der Ha NM Ankage stützen sich auf ein üleilleieumu ndeies Anhididuum namens Neu m a n n, Las tagvich neue Schauergesch«:ch«ten erfindet, welche dazu 'teniützt werden, um die Wachsamkeit der pveuß's^en Justiz, welche bekanntlich seit den Haarmann- und MünsterLepgtzsamaiM sehr ramponiert ist, wieder ein trenig zu Ehren zu bringen und gleichzeitig sich der Kommunisten ans dom Wege des ,Ldech- Les" zu enit!edi^en. Seinen Höhepunkt erreichte dieser Skardrll, der sich Prozeß nenr.it. in der heutigen Verhandlung. Di« Ve-rteidigung .ier.An'eL'ai.ten wird in jeder Wei'e durch den'Vorsitzenden an der Au-Übung ihres Amtes gchindert. Als heute einem der Dert-obigier, Dr. Samter, miLerechdigt das Wort endzcgeri wurde, was einen Exodus der Verteidigung hervorrvef, wollte Dr. Samter eine Erkarung allgrlbLN. Der Vorsitzende ließ dies nicht zu nnd als Dr. Sa unter Au sprechen begann, verließ der Eerichtr'ihof den Saal. Dr. Samter übergab nun seine Erklärung dom PvotcEollfuihver. Als der Gerichtshof wieder erschiien, rer^an^t« der Vorsitzende von Tr. Samter. er mö.7e das Schriftstück, das er dem Pvotrikoll'-ühver üterwicht hatte, wieder an sich nehmen. Als der Verteidiger sich weigerte das zu tun, forderte ihn der Vorsitzende auf. den Saal tzu verlassen. Die'er Aufforderung kam Dr. Samter wicht nach und nun erklärte der Vorsitzende. Dr. Samter habe das Recht verwirkt (!) als BerteidoAer zu fungieren. > Als Dr. Samter ^iner neuerlichrn A-nfsord?ru«ng. den Saal zu verlassen, nicht Folge leistete, ließ der Besitzende zwei Polizeibeamte tn den Saal rufen, die Samter in die Mitte nahmen und aus dem Saale führten. Tie^e Szene ries einen un'befchveiblichen Tumu kt hervor. Es ertönten Rufe: „Mir sind in keiner Kasern e!" „Soll Samter verhaftet werden?" . . Als wieder Ruhe ^»getreten war, erklärte einer der Verteidiger, daß gegen die Enisevrmng Samters 'beim ReichsjMAmimsieriu m Beschwerde eingelegt würde. Es erhob sich ein neuer Tumult, worauf sämtliche A ug e klagten abge führt wurden. Die Verteidiger weigerten sich dann, im Saale zu erscheinen und einer von ihnen gab, als die Sitzung am Nachmittag wieder aufLenommen wurde, eine scharfe Protesterklärung gegen die Uebergrifse des Vevhandinngtzleiters ab. rer «»N,ker.Aaadai. Wollersdorf tu vermehrter Auslage. Berlin, 24. Februar. (Tel.-Kömp.) In der heutigen Sitzung des B a r m a t - A u s s ch u ss e s des preuhischc-n Landtages wurden ungeheuerliche Bogünst'g'Un^LN K u i i s'ke.r s durch die Leitung -Ser «hvmal'grn Al tl ed e r-Beriwert ungSstelbe ^y'geÄ;Lt. Der. äÄ. Mü'e'v'MDtMneiWMessE der feinerzett Abteilungsleiter in . der AbrechnunMtelle der AÄ.'eder- Vevwertungsstelle war, sagte aus., an Kutäsler' seien Waren a'iMgeben worden zu Preisen, die weit unter d-r.m Debtstkostenprerse lagen. So seien ihm enorme Men>?en HoeresausvustunfMgenstände, drren SeDstb sdrripreis 40 G o l d mar k betrug, für eine ganze Goldmark überlassen worden. Weiter bekundete der Z'wg?, daß er urd der Betriebsrat weiten der Begünstigung Kutiskers sowohl bei der Direktion als auch beim Rnchswirtschaftsrat Be- .. schi.rer.de erhoben . hätten: Dwse Beschwerden hatten ater keinen Erfolg gehabt, wes'haN sie sich an den damaligen ReichswirtschaftZmin ster Schmidt Mndten. Schließlich stellten sie S t r a f a n t r a g gegen dieDT-irektion der A'tl«cder--Verwertungr «stelle, doch wurde das-Verfahren nach einiger Zeit e i n g e st e l l t. Der Zeuge '' und die übrigen Mitglieder des Betriebsrates aber wurden wegen ihrer Beschwerde gegen die Direktion fristlos entlassen. Kn Zudenavlrag im vreublschen Landtag. Berlin, 24. ' Februar. Die Na^-'nals'-z.'alisten haben an den preußischen Landtag, dem Beispiel ihrnr bayrischen Kollegen sol'isnd, e'ue Anfrage /gerichtet, in der sie fordern.doß alle seit 1914 zug iwanturten „S e m i t c n" als . lästige Auslänlder des Landes verwiesen werden. Sie sollen nur das miitnehmen dürf.'^ was sie lbei ihrer Einwanderung mitzebracht hatten. Ausstand der Kurden gegen die Tüttel. Konstantinopel, 24 Februar. (Havas.) Ministerprastdent Fethy Bei teilte m der Nationalverf:mmlAng . mit, daß infolge des Aufstandes, der in einem TeÄc des Bi'lajets Arga.na ansgebrochen ist, die Regievung beschlossen Habe, für.die Dauer eines Monats in mehreren Mlajets dieser Gegend den K r i e g s z u st a n d zu verhängen. Die Presse berichtet ausführlich über diesen Auf-' stand in Kurdistan. Wie es scheint, beabsichtige der Führer der Bewegung, Scheich Said, eine kurdische Regierung zu bilden und einen Kalifen zn ernennen. Lin krdbeben in Belgien. LÜttkch, 24. Februar. (Havas.) Gestern wurde kur; vor Mitternacht in der Provinz Limburg ein 30 Sekui'den andauernder Erdstoß verspürt, der von starkem unterirdischen Rollm begleitet war. Mehrere Häuser erlitten Nisse. Eine Frau ist vor Schrecken g e st o r b e n.- Eine Kommission der britischen Gewerkschaften hat Rußland bereist, um sich aus eigener Anschauung über die Zustände zu unterrichten. Die Kommission publiziert nun ihren Bericht, in welchem sie die Ergebnisse ihrer Nche zusammenfaßt. Sie konstatiert, daß das Sowjetregime weder seinem Geiste noch seinen «Idealen nach jüdisch ist. Das ist, wenn man die Zeittäufte und die mit dem jüdischen BolschewiSnius betriebene Pogrompropaganda bedenkt, keine so unwichtige Feststellung. Denn der Bericht konstatiert, trotz aller vorgefassten Mohlwollensstimmung. daß in Rußland unerträgliche politische Zustande herrschen, daß der Staatssozialismus in einen Staatskapitalismus ausgeärtet ist. daß es keine Freiheit des Mortes und der Lehre gibt und daß sogar das Streikrecht abgeschafft worden ist. Zn Rußland wäre somit das Staatsideal der Reaktionären aller Völker erreicht, die'an der Hand eines sozialistischen Berich-tes sich darü^ber freuen können, daß der Zarismus nur den Namen gewechselt hm und daß alle seine Segnungen erhalten geblieben sind, vermehrt durch das Elend der Kriegsjahre und ihre Folgen. Diese Reaktionären haben mit dem jüdischen Bolschewismus viel Aufhebens gemacht und ihre Agenten haben von diesem Schlagwort gelebt, sogar gut gelobt. Man hätte nicht erst das britische Zeugnis gebraucht, uw diesen Unsinn dementieren zu können. Für jeden hal'bivegs gradlinig Denkenden ist es klar, daß das Judentum als Gesamtheit keine einheitliche politische oder soziale Richtung hat und daß jedem, indischen Pyl^ schetvikLn irgend.ein. jüdischer Monarchist emgegengesteM werden kann. Es gibt jüdische Kapitglsanbeter und jüdische Sozialisten genau so/ wie sie sich bei der deutschen cder polnischen Nation finden. Wer Leo Trotzki auf das Judentum exemplffizieren will, der provoziert damit, daß man den Ludendorff als den geltenden Typ des deutschen Volkes ansieht. (In einem gewissen Abstand natürlich, denn Trotzki steht etbisch noch immer höher als der Münchener General). Mer aber den Bolsck^wis-mus als Ausfluß jüdischen Wesens anerkennen will, der öffnet zugleich den Rückschluß auf das. was der Bobschewismus als Idee bekämpfte, und macht damit dem Judentum eine Reverenz. Die Gleichsetzung der Begriffe Sozialismus und Judentum, die das Um urd Auf des europäischen Nationalismus bildet, ist eine abenteuerlicke Dummheit, die aber in dem Schuldbewußtsem die^r Kreise ihre Erklärung findet. Sie haben an dem Leben der Böller urd der Juden so viele Verbrechen verübt, daß ihnen jede Gegenwehr, jeder naturgemässe Widerstand als jüdisch ersckeini. Sie wissen ganz genaij. wie fie die Welt ruiniert haben, wie ihre milltaristische Hetze jedes Stimmungsmoment, jede Erbitterung der unterdrückten und geschubriegelten Untertanen benützte, um sie Patriotisch im Sinne einer frech erlogenen Mehrwertigkeitstheorie ausznnützen. Aus diesem Streben entstand der Krieg, an diesem Streben verdienten die Ausbeuter, die Hyänen des Mordkapitalismus, die fünf lange Jahre hindurch hüben und drüben die Frieders^ehnsuckt als jüdisches Gewinsel vernaderten. Die Revolution, die zuerst in Rußland mit der Kamarilla aufräumte und dann über die Grenzen griff, war die Antwort, eine blutige, grauenvolle Antwort, aber um nichts blutiger und eütsetzlicher als >das Unglück, in das der Zarismus Rußland gestürzt hat. Denen in Europa, die vom sickeren Port diese Entwicklung betrockteten, scklug das Gewissen und sie suchten die intellektuelle Schuld automatisck» dort, wo sie selbst die sckWerften Sünden Wider den Geist begangen hatten — b"i den Juden. Diejenigen Reaktionären, die ein wenig historisckes Berlländnis besitzen, prägten sofort das Wort von dem. jüdischen Sklavenaufstand. So wenig das russische Judentum als Gesamtheit mit dem Bolsckewismus auch zu tun hat, ein. Kern der Wahrheit steckt doch in dieser Auffassung, nämlich das Empfinden dafür, daß das Judentum zum Sklaven unter den Völkern herabgewürdigt worden ist. An seinem spleiß, seinem Genie tun' sich alle gütlich und alle sind einig, ihm den Dank im Pogrom zu bezahlen. Auch der Bolschewismus ist dem Judentuln gegenüber nicht anders vorgegangen. fAUCnf AAT einzig in der Preislage — 56.ooo und 78.ooo per Meter — feiner Kann ft Fr^rl COVCKIiOMT alle anderen modernen FrUiiahr»iof(e. ebenfalls sehr «ins. hei A.aUU «fl wll VI. Unke Wlmzeile 4u (inufip