Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2159 (23.2.1925)
- Date
- 1925-02-23
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981244--22015-3009384- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
olcm 20 tfonyl Wien: Zum Abholen in der Expedition, N., Tabdrstr. 1*3, oder in einer Vewchleisstelle (Trafik) monatt. K 50.000, Strassenverkauf In Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, U Wollzeiie 11 Mit Postversand für Wien und Oesterreich monatlich K 50.000 Tschecho-Slowakei: Mon. K 22. dugostawien: Mon.Din.60. Polen:Mon. 4Zloty. Deutschland: Mon. Gm. 4, Frankreich. Belgien: Mon. Frcs. 18 Wiener orgenzeilmig IPreti K aOQOl England: Mon.4 Schilling, Italien: Monatl. 18 Lire, Rumänien: Mon. 170 Lei, Bulgarien: Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Frcs. 5 Redaktion, Administration: Wien, ILTaborstr.l Telephone: 44*0*38,43*3-19 Ab 6 Uhr: 21*102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6*8 (Druckerei lg. Steinmann) Nach xahhui gen bei Prell* erhdhnagea Vorbehalte» Oesterreichisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 Rr. 2159 »iea, WoataB, 28. geittaat H25 7. Jahrgang Frankreichs Schuld an Amerika. Sine Snauete ds amerikanischen Senats. Paris, 22. Februar. (Wolff.) Dem „New?)ork.Gerald" wird aus Washington gemeldet: Um die sich widersprechenden und wenig freundschaftlich klingenden Nachrichten über die Frage der f r a n z0sischen Schuld an Amerika und die Gerüchte von neuen privaten amerikanischen Anleihen zu zerstreuen, wird der Senat im Laufe dieser Woche eine öffentliche Enquete vera-nstaikten» in deren Verlauf die Mgelegenheit in ihrer Gesamtheit erörtert werden wird. Der Zweck der Enquete ist, sich eine be-st'mdmte Meiittvng über die Qportunität neuer, Frankreich zu gewährender Anleihen zu bilden. Nach gewissen Gerüchten haben Now-Tjorker Bainkiers mit französischen Finanzleuten verhandelt und sich sogar schon verpflichtet, neue Anleihen zu gewahren, wovon die Regierung jedoch nichts weiß. Uebrigens gkbt eS kein Gesetz, daß die Gewährung privater ausländischer Anleihen regelt, doch haben die Bankiers die Gewohnheit, vor Abschluß der Verhandlungen, mit der Regierung zu konferieren. mehr akS sechs Jahren Gefängnis Vorbestraften das Wahlrecht zu geben. Me Männer über 30 Jahre sollen, mit einigen Ausnahmen, das Passiv«. Wahlrecht erhalten. Ser russisch-javanische Vertrag. Rußland verleugnet den asiatischen Block. Moskau, 22. Februar. (Wolff.) Ein heute i-n der „Jswostija" erschienener Artikel S t e k I e r s zur Ratiziernng des russisch-ja-panischen Vertrages erregt in hiesigen Politischen Kreisen wegen seiner scharfen Absage an die Imperialisten: großes Aufsehen. Steller erklärt das Gerücht von einer Kriegskoalition zwischen Rußland, Deutschland, Japan und CHina als eine Erfindung der Imperialisten, die damit ihren Plan, den gesamten, fernen Osten zu einer Kolonie zu machen, verschleiern' wollen. Ms bemerkenswert wird ferner die Stelle des Artikels angesehen, worin Ae Fremden in Frankreich. Nächtliche Razzia m Marseille. Marseille, 22. Februar. (Havas.) Bei einer nächtlich en Razzia gegen unerwünschte Elemente stellsg die Polizei 3236 Personen, darunter 2330 Fremde. 662 Personen. wurde»..$*%. Polizeigehracht und..W havyn zurückbehalteni' In 163 .Fallenswürdeu''Mrstöße gegen die F^emdenvarschrifsen lfeftgestellt. . * - . Km Schatz de» graakea. ,, Pari-, 2S. Februar. (Haväs.) Das Dekret über die Abschaffll-ng ^S CoUiPon-Bordereau, die gestern von der Kammer beschlossen wurde, ist infolge, der langen Dauer der Kamnrorfitznng heute noch nichtim Amtsblatt erschienen. Es wird, da morgen kein.- Amtsblatt erscheint, am Dienst« g deröffentl'cht werden.- Pom 24. d. an wird in Frankreich und im Ausland bei der E i n l ö s un g der Coupons französischer Wertpapiete keine Formalität mehr zu erfüllen fem. Reparatiönsschivindler. Düsseldorf, 22. FeHvtiar. (Wolfs.) Eine AnMhl h i e s ig e r u n d auswär t i g e r F ä b r i kanten und K ä u f l e u t e sind m den letzten Mo '.aten durch eine S ch win d le rg e se l l s cha ft, deom Mitglieder sich auf Grund gefälschter Dokunrente als. Bevollmächtigte. ausländischer Behörden ausgaben und. angeblich namentlich Aufträge für große R epa rat io n slie fe ru nge n zu vergeben hatten, schwer geschädigt fvovden. Der Krimi-nalpölizei ist eS gelungen, eine R.eihe von Personen festzuuchmen. Der .Haupttäter, .der sich bei den Geschädigten als Beauftragter der svanzösifchen Reparationsabieilung in Wiesbaden Vovstellt», ist entkommen. - Ler falsche Sense gegen Wert. Berlin, 22. Februar. (Wolff.) Wie das „Berliner Tageblatt" meldet, wird . der jm Äugsbuvgc'r Untersuchungsgefängnis befindliche Isidor Kreil von. der Staatsanwaltschaft als dringend verdächtig bezeichnet, sich zum Meineid gegen den Reichspräsidenten Ebert im Magdeburger Prozeß an-geboten zu haben. Ae lapanifche Vahlresorm. Tokio, 22. Februar. (Wolfs.) Durch dem dem Parlament vorgelegten Gesetzeivtwurf über das allgemeine Wahlrecht würden mehr als 10 Millionen Einwohner stimmberechtigt wechen. Es wird vorgeschlagen, allen Rtännern im Mer vaq mehr als ' .26 Jahren, mit Ausnahme der Oberhäupter adeliger Familien, der aktiven Offiziere des Heeres und der Marine, der RegiernngSbeamten, der Schwa chfinnigc u, der Insolventen, der Empfänger öfsenLicher und privater UntevstützuNgSg«lder und der mit die bürgerlichen Kreise Japans oufgefordert werden, ebenso wie die Arbeitermassen, freundschaftliche Beziehungen zu Rußland zu unterhalten. Kommunistenunrulien in Bulgarien. Kümpfe bet Slisvaitza. - Sofia, '22. Februar. (Bnlg5 -Tel7.Ag)-'Gn^. s u n sz e h n M-a n n starke ägrarkommunistische' Bande, die aus dem jugoslawischen Gebiet herübergekemw'.« war, Hai das Dorf Barleschitza in der Gegend von Sliwnitza (25 Kilometer von der Grenze) angegriffen. Nach einem Zusammenstoß mit -ineni Bersclgungsdenchemem, warben der Führer der Bands, Rikcl-u? C n r: st o w, der zur Zei des agrarischen Regimes Polizeikommissär war, sowie einige andere Personen gefangengenommen. Zwei Mitglieder dev Bande blieben auf dem Platze, während der Rest entkam. Ministerpräsident Zankow hat mit den Führern der.Opposition ötc Maßnahmen erörtert, die zur Bekämpfung der kommunistischen Gefahr zu treffen wären. Die Nachforschungen der Behörden haben zur Aufdeckung eine kommunistischen Tscheka geführt, die ihre Tätigkeit in Sofia ausübte und d-ren Todesurteile von Terroristen vollstreckt wurden. Der Vorsitzende der Tscheka sowie der Buchhändler Petku N a p e t 0 w, die mit der Organisation der ausgewanderren Agrarkvmnmnisten geheime Verbindungen unterhielten, sind verhaftet worden und haben ein volles Geständnis abgelegt. Die Untersuchung wird fortgesetzt. Ser König von England. London, 22. Februar. (Wölfs.) .Heute abends wurden die drei den König behandelnden Aerzte neuerlich in das Schloß berufen, wo sie drei Stunden verblieben. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, macht die Bessevung im Befinden des Königs langsam Fortschritte. _■- Sie telephonischen Verbindungen «ach dem Westen. Nach l achttägiger Unterbrechung ist eS gestern gelungen, die telephonische Verbindung zwischen Wien nach Linz und Salzburg notdürftig wieder herzustellen. Ueber Salzburg hinaus konnten die Wiederhersiellungsarbeiten noch nicht so weit gefördert werden, daß der Sprechverkehr mit dem westlichen Salzburg, Tirol und Vorarlberg wieder ausgenommen werden kann Gestern sind in Tirol zahllose Lawinen niedssrgegangen, welche die Arbeit an vielen Stellen unmöglich machen. Neuerlicher Schneefall bei etwas niederigerer Temperatur Hut alle Berbindimgen im Gebirge unterbunden. Die Züge erleid« n arge Verspätungen und am Arlberg liegt eine aaderthald Meter hohe Schneedecke. Falls die Temperatur in dm nächsten Tagen etwas steigt, so muß njit schweren Lawinengängen gerechnet werden. Minder geübte Sk'.sahrer werden susdrücklich auf diesen Utnstand aufmerksam gemacht. ~ Der jüdische Sammeltag in Men. Ler erste Tag. Der jüdische Sammeltag hat gestern begonnen und trotz des schlechten Wetters, das die Sammeltätigkeit stark beeinträchtigte, sehr gute Erfolge gezeitigt. Man sah die Jugendgruppen aller Richtungen am Werk. Neben Chaluzim und Schomrim taten Angehörige der Misrachi eifrig mit. Der jüdische Hochschulansschust hielt gestern mit seinen Leuten noch zurück, um heute mit allen ihm zur Verfügung stehenden Kräften einzusetzen, da die Sammler der anderen Gruppen heute meist beruflich beschäftigt sind. Zwischenfälle haben sich nirgends ereignet. Ueber das Ergebnis des ersten Tages können noch keine genauen Ziffern vorliegen, doch glaubt man nach den Erfahrungen des ersten Tages, daß alle in die jüdische OpferwiMgkeit gesetzten Hoffnungen verwirklicht werden. Gestern wurden nur PrivatWohnungen und einzelne Kaffeehäuser besucht und heute wird die Sammlung in den Geschäftsl0kalen fortgesetzt. Die größten Peträge gingen natürlich in dev Inneren Stadt, Leopoldstadt nnd Brigittenau ein, doch auch in den äußeren Bezirken sind ganz ansehnliche Summen zu verzeichnen gewesen. Bor einem Streik in den Brotfabriken. Soaaerstag Entscheidung. Die Arbeiter und Angestellten der Wiener Brotfabriken haben gestern beschlossen, die Verhandlungen über die Lohnforderungen zu forcieren und mit dem S t r e i k zu drohen. Die Entscheidung soll am Donnerstag fallen. Das verbrannte Md. Sie Lat einer langen Matter. Die Hausgehilfin Emma Prosch> die bei der Privaten Grete Braun in der Bürgerspitalgasse in Mariahilf bedien stet ist, hat gestern nachmittags einen 51naben zur Welt gebracht und das Kind im Ofen verbrannt. Frau Braun, die dazu kam» rief den Hausbesorger, der das Kind aus dem Ofen riß. Doch war der Körper bereits halb verkohlt.. Die Prosch wurde in die Frauenklinik gebracht. Bei der Einvernahme erklärte ste, die Lat aus Verzweiflung begangen zu haben. Nas Wöllersdorfer Panama. Die Zeugin des Ministers Schürfst Wie bekannt, ist von: „Abend" in den Arti-eln über Wöllersdovf ans eine geheintttisvolle Dame nanrens Nötzl venwiesen worden, die zstvi'schen dem Minister Schür ff und P o chwa d t vermittelt haben soll. Der Minl-sier. erklärte im Finanzausschuß, dqß er diese Dante, Frau Nötzl, einmal rm Parlament gesprochen habe. Bon einer Intervention könne jedoch keine Rede sei». iyer „Montag", teilt nun mit. daß die Danre nicht Nötzl, sondern Emma H ö l z l heißt und als Postober - offizialin beim Postamt in der RaEnmofstygasst' in Ber Wendung steiht.