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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-22 · Heft 2158 (22.2.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2158 (22.2.1925)
Date
1925-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Administration: Wien, ILTaborstr.l Telephone: 44-0*38,43-3-19 Ab 6 Uhr: 21-102, 25-2-82 IX., Universitätsstrasse 6-8 (Druckerei lg. Steinmann) Oesterretchisches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 «r.2118 Wien. Sonntag. 22. Fedraar 1925 7. Snftnwiw Weizmann in Amerika. Arbeit für de» Keren Haieffod. — Kouferenzen für de» A«fba« Srer Israels. Mgenbienst der „Me«erMorge«zeit»ng".) Reto-Vork, SO. Februar. Ans Anlaß der Anwesenheit deS j Präsidenten der Zionistischen Weltorganisation Dr. Chaim i Weizmann in,New-Aork fand am 17. Februar in der Car negie Hall eine Massenkundgebung zugunsten des Keren Ha- | fefföb statt. Der Präsident des amerikanischen Direktorenrates! des Keren Hajessod Mr. Morris Rothenberg führte den l Vorsitz. Hauptredner waren Dr. Chaim Weizmann [Und Dr. Schmarjah Lev in. Die Halle war stark überfüllt, j ungefähr 15000 Menschen konnten keinen Einlaß mehr finden. Kolonel K i sch von der palästinensischen zio- ' nistischen Exekutive teilte mit, daß Mr. Felix M. Marburg die erste Keren-Hajessod - Spende der neuen Kampagne in der Höhe von 50.000 Dollar entrichtet hat. Es spendeten ferner Mr. Samuel Untermeher jü 000 Dollar, Benjamin Winter und Max Blomberg je 1C000 Dollar, Mr. Louis M a r s h a l l 5000 Dollar. An< dem-einen Abend wurden ZOOlOOO Dollar aufgebracht. Aus Grund der Berichte der Delegierten der einzelnen Distrikte erwartet Man, daß di« jetzige Kampagne «ehr ats eine Million Dolkatz in baren Einzahlungen erbringen wird. Sfr. E e i z üt a'n n fch'ftdertö in seiner Rede d^n wirtschaftlichen Zusammenbruch der europäischen Jndenheit,/der zur Folge hat, daß ein ungeheurer Druck auf hie Tore Palästinas! besteht. Die wirtschaftlich ruinierten Juden setzen ihre einzige Hoffnung darauf, ihr Leben in P ä l ä st i n a w i e d e r aufzubauen. Es ist eine Notwendigkeit der Stunde, die landwirtschaftliche Kolonisation und den Städtebau in Palästina in einem ganz anderen Maße als bisher zu entwickeln. Dr. Weizmann berichtete über die Verhandlungen, die er gegenwärtig in den Bereinigten Stadien betreffend die Erweiterung durch Jewish Agency durch Einbeziehung amerikanischer Nichtzionisten führt. Die Stimmung war enthusiastisch. Schon am 16. Februar wurden auf einer Zusammenkunft des Direktorenrates deS amerikanischen Keren Hajessod in Anwesenheit Dr. Weizmanns 07.000 Dollar von den 25 anwesenden Personen aufgebracht. Mr. Rothenberg machte den Vorschlag, in Jerusalem ein , großes Gebäude zu errichten, das alle zionistischen Aemter und Funktionen vereinigen soll. Der Direktorenrat stimmte diesem Vorschlag zu, drei der Direktoren besteuerten sich für diesen Zweck mit je 10.000 Dollar. Der Präsident des amerikanisch-jüdischen Komitees Herr Lonis Marshall, der zusammen mit Oberst Lehman, Felix M. Marburg und Bernard F l e x n e r die Palästina-Jnvestitionsgesellschaft (Palestine Investment Corporation) organisiert, versandte am 17. Februar Einladungen zu einer.unparteiischen Konferenz der führenden amerikanischen Juden, die am 1.. März .stattfinden nnd über die Teilnahme der amerikanischen Jndenheit an der Jewish Agency und an der Palästinensischen. Investitionsbank beraten soll. ' Die erste Konferenz wurde bekanntlich am 17.- Februar 1984 abgehalten. Für die Zionistische Organisation nahmen Dr. Weizma.nn und Dr. Ruppin an ihr. teiL Diese Konferenz hatte zwei Komitees eingesetzt: daS eine für die Ausarbeitung eines Planes der Beteiligung an der Jewish Agency, das zweite für die Organisierung der Palast ina-Jnvestitionsgcsellschaft. Nunmehr haben beide Komitees ihre Berichte und Vorschläge beendet, die sie nun der zweiten Konferenz vorlegen werden. Dr. Weizmann wird der zweiten Konferenz beiwohnen und einen Bericht' über die gegenwärtige Lage in Palästina vorlegen. Die Palestine Investment Corporation wird laut dem vor kurzem veröffentlichten Prospekt ein Grundkapital von drei Millionen Dollar haben, welches in 30.000 Aktien zu je 100 Dollar geteilt ist. Die Gesellschaft, die gemäß den Gesetzen der Bereinigten Staaten gegründet wird, hat das Recht, wenn nötig, das Grundkapital zu vergrößern. Es wird geplant, daß die Gesellschaft von dem Aufbaudepartement des Joint Distribution Committee in Palästina Aktien in der Höhe von 430 000 Dollar, die in Palästina investiert wurden, zu übernehmen, hat. Aehnliche Arrangements sollen mit dem Palestine Development Council (Brandeis-Gruppe) getroffen werden. Die Amerika-Paläftina-Gesellschaft (American Palestine Company) hat ihre Bereitschaft erklärt, sich mit der Palestine Investment Corporation zu vereinigen. Herr Bernard Flexner «Märte sich bereit, Präsident der Korporation zu werden. Tie Herren Louis Marsh all und Oberst Herbert Lehman wollen die Funktionen der Vizepräsidenten übernehmen. Herr Felix M. Warbuvg erklärte sich bereit, den Vorsitz' im Direktorenrat zu führen. Ein Delegierter der polnischen Regierung in Palästina. Warschau. 80. Februar. (I. T. A) Im Zusammenhang mit. dem Beschluß: des Sejm» die .EmigrationsnwgllchkLiken. in verschiedenen Ländern zu. prüfen, geht die Regierung Baratt, gegierte in verschiedene Länder zu entsenden. Demnächst bel sich ein Delegierter nach Pa läMna. Bekanntlich weilte n im vorigen Jahre.^ein D6egierter der PüknWen Regierungiw Mdästina,.' hoM Wllten sich die. von ihm gegebenen tnformationen als oberflächlich heraus. Die Zabl der jüdischen Migranten nach Palästina hat im- Be lauf dieses Jahres die von - jenem Delegierten als möglich angegebene Ziffer weit überstiegen. Die Marztagung des Völkerbundrate?. (EigenÄienst der „Wiener Morgenteilung".) Genf, 21. Febvuar. Am 9. Marz beginnt die 33. Tagung des Bölkrbundrates, der ein britisches Rat-s-mitqlied, wahrscheinlich der Auß-enmimster C h a mbe rla i n. präsivierenwird. Tie s.-ebsn aiusaegebene vorläufige Tagesordnung erchält 22 Punkii.», darunter als evften das P r o tot oll v o » G e n f. Dieser erste Punkt dürfte wohl am raschesten oredigt wenden, da vora:u«sichtlich Eng^aitd den Ani-ra-q sollen wird, :icat -bis zur nächsten Bollvevsa-mmstang des Völkerbundes, die i-m Septemb e r statt.fiN'det, zu vertagen. Bier Punkte der Tagesc-rdnung sind der Frage der Militärkontrolle des Völkerbundes in Deutschland, O e st e r r e i ch, Ungarn .»>n>^ Bulgarien gew'dmet. Der Tagung des Völker'bundraiss werden auch die ' Berichte des Finanzkomitees über die Sanierung Oesterreichs und Ungarns vorliegen, Aber welche auf Grund der darin ent^alt-ren bereits bekannten 'Anträge und Resolutionen formelle Beschlüsse gefaßt werden dürften. Neben der S gar frage nnd -den Danziger Fragen kommt auch eine Re'lle vo-n Fragen der Minoritäten z<ur Behandlung. darunter die dw griechischen Mrndecheiten in der Türkei, der türkischen in Thrazien, 'der polnischen in Litauen und der bulgarischen in Griecherllandi wd'ei inKbes^-dere in dar zuletzt genannten. Frage sich infolge des BrMussts des griechischen Parlqment-s.' das. im September vor. demBolkerbündrat geschlossene Uebeveinkommen nicht zn ratifizieven, Schwierigkoiten ergeben dürften. Das Memorandum des Deutschen Reiches an den Bölkerbunbrat, welches eine Rodhe von Fragen stellt, die mit der Aufnahme Deutschlands in den Völkerbund zusammerhängen. ist ebenfalls auf die Tagesordnung gesetzt; die im MemoranHu-yr ausg:wordenen Fragen können jedoch nur vru. der 'Vollversammlung 'des VöllechnndeS entschieden werden. 'Elpe Zusammenkunft ClftrmbersaiN'Herriot. London, 21. Februar. Das Rcutersche Bureau g^anbt, daß sich Außenminister Chamberlain auf seiner Reise nach Genf am 6. März in Paris aijfhalten werde, um mit dem Ministerpräsidenten e r r i o t eine Begegnung zu haben. . Berliner ■ ■ D Häuser!! Wir kauTen und vermitteln! beleihen lastenfreie und belaste ie Grundstücke, Obernehmen Verwaltungen 7„ ku’anteslp'n Bedingungen „Felicia“, Grundstttckge*. m. b.H» Berlin N 24, Frledrlchslrasse 11Ä Wiener Vertreter: M. Mlincer, Wien, 1. Hessgasse 7 Sprechstunden: 10 -12 v3rm., 3—6 naernn. / Sos milisemitische Pritlrm. — y. W i e n, 23 Februan Die Jnternationalisierung des antijüdiscben Kampfes niacht Fortschritte. Die einzelnen Teilender Pogromfront, die bisher in Europa nuv durch lose, gelegentliche Verbindung miteinander koummilizreretr, sollen nunmehr organisatorisch vereinigt und zu einer technischen Einheit ausgestaltet werden. Ter geistige Zusammenhang, den die antisemitische Tendenz Wwirkte, hat sich schon bisher, deutlich konstatieren kaffen und eine Verbreiterung der Aktionsbasis zunschst in den einzelnen Ländern herbeigeführt. Zu den» . konfessionellen Kampf trat, zunächst ber wirtschaftliche, der in dem Mittel des Boykotts das Moment der zielbcwußten Organisation brachte. Das Schlagwort „Kauft nicht bei Juden", das den Konkurrenzneid geschickt in die Agitation warf, wandte sich hauptsächlich an die religiöse Differenz, die geschäftlich ansgenützt wurde, sich aber bald als zu gering in der Wirkung herausstellte: Ein Versuch, diese Methode interstaatlich ausznsühren, wurde in der zweiten Hälfte des. vergangenen Jahrhunderts von dem klerikalen Kapital begönnert, brach aber bald zusammen. . -i- / ' ' Erst der große Krieg, der die Aufbietung und. Wendung von Massen zu einem zentral angelegten Plan ' lehrte, führte auch in die Tätigkeit der änt'ftmitischon Vereinigungen den Grdanken der Konzenrcotiow der Kräfte, ihre systematische Hinlenkung auf das allen^ gemeinsame Ziel, das Judentum zu ersticken. In der patriotischen Propaganda aller Staaten ta-'chte-: die Parole vom jüdischen Defaitismus auf. In allen Armeen wurde sie verbreitet und die Heimkehr der-Soldaten trug diese Beschuldigung bis in die letzten Dörfer und schuf überall die geistige Empfänglichkut fny die These von dem zentral geleiteten Judentum, dem der Weltkrieg und die durch ihn erzeugte Verelendung alle Politischen, intellektuellen und wirtschafll-chen Machtquellen in die Hand spielen sollte. Es lag nahe, den Massen den Gedanken zu suggerieren, . dieser international vorgestellten Gefahr eine international angefaßte Verteidigung entgegenzustellen . Das -Mittel der Hypnose waren die von dem gesamten Judemmn viel zu sehr unterschätzten „Geheimmsie der Weisen von Zion". Sie sind eine. raffiniert^ Spekulalwn auf die Urteilslosigkeit der Menschen, auf ihre durch das Kriegsgift angegriffene Denkfähigkeit und. auf die durch das große Morden entfachte Lust am Haß und an der Verleumdung. Die soziale Entwurzelung ganzer Stände und Kläffen erzeugte tausende von will-gen Agitatoren, die mit Freude das neue Handwerk ergriffen. Bis zum Frieden war ihnen geboten, den Feind m verlästern und seine Vernichtung aus höchster nationaler Sittlichkeit anzustreben. Ihre Tätigkeit brachte ihnen öffentliches Gehör, soziale Geltung und materiellen Verdienst. In der traurigen Zeit nach dem Krieg griffen sie gerne nach einer Beschäftigung, die einen ideellen Jnliatt vorschützte, aber wieder ein gutes, sicheres Einkonnnen sicherte. Der Vestieninstinlt des MilitartSntus verband sich mit Politischem 9iachcgcsühl zu einem Beruf. Es sind keine ethisch hochstehenden Menst"en. die sich der Predigt des Hasses widmen. Im Gege-ueil, alle haben Eine leichtsinnige Freu verabsäumt, sich vor Einkauf von Wcss-tind IfA M Q J VI Lelnenwareu von den bekannt bill^sn Preisen J 11 wU Z8 ,-.v erprob) guter Qualitäten au öberwue«» bei IMq zsile 4u (ir0fif*l 28514363521^315^7 578464210^1119855 7635 532323484848482353535353532323

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