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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-20 · Heft 2156 (20.2.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2156 (20.2.1925)
Date
1925-02-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sette 8 _ Men. Freitag Alm und Kino. »per Fluch." (Ein jüdischer Film.) SÄbftkrrtik von Dr. Ernst Weizmamr, Roch hat der Film -die oeheinrn isvolley Abaründe der v-^ole nicht erschlossen und mit seiner streuen, pho'ographischen 2mse nicht alles ersaßt, wr-b'n bisher kem Scheinwerfer und keine Bogenlampe leuch tele. Die Seele äber ist ein wei>.'s Äanld . . . Das Mit besonders von -der jüdischen Bollkspsyche, die sich dom fremden Beschauer nickt leicht offenbart: denn ihr geheimes und doch so machtvolles Ringm und Sehnen liech tief verborgen unter er schmutzigen Oberschichte des boutch-n Lebens umd entzieht sich dem wesenlosen Scheine des Alltä-Äichen. Mäcktigaiber flanrmt es a-uf aus den iahrtansendalten 'Lagen und Laoenven, die nie geschrieben wurden und doch ein ewvges Leben fuhren. Aus ihnen chülh! es wie vvn Schei'erhaavfen und sengendem Haß. Aars ihnen brennt mibrünstvae L'ebe ruck Frömmigkeit und die Furcht des Herrn. Hier ruht der NiösÄlNchnhort des Iudent'ums, versenkt >in den Strom des Errmrevns. So -am ich ytt dom Entschluß. das Filntmot-iv, das man von mir verlange, mrs e'm^r Hand'u.ng der Gegenwart zu 'Holm und mit dem Gedankenkreis und dem see^schen I'.hrlt des südisck>en Volkes m vevbind.'n. Die Fabel selbst konnte lalbstverständlich für diesen Versuch nirgends enül'ibnt werden und es ergab sich noch d e schwierige Ansi-^be. das Buch den besonderen Gesetzen, der Aesthetik un» Technik des Films an zu Passen .Ich wage kein Urteil über das Ergebnis. Dann die Grenzen des Films sind unverrückbar und so gmg dann manches in dom einzig Transitorischen des Menses der FHuchandLung uu/er, auf was ich nur schwer vernichten konnte; anderes siel der dramaturgischen Schere jum Opfer — und es war nicht immer ein leichtes Opfer . . . Ueber die Tendenz des Werkes will ich sagen, daß sie in dem le-idenfchaftlichien Bc-konu'nis zu dem «secLischen Gehalte des fudisch.'n Mythos . wurzelt und in den Worten des Schlußsatzes ausbliugt: „Aus der Ticise meines Her- >;ens habe ich gernifen und er, me-'.n Hör', hat urich erhört." Jehuda Nachmonn, der schwere Schuld aus sich geladen, findet den Weg der Butze aus dom inneren Triebe des Sitten^esetzes heraus und die Wandlung seiner „Trägheit des Herr-ns" jitm Glauben an die nuerMche göttliche Liebe ist davgvstellt in dom la^igen Leidenswene, der ihn durch Schmutz rmd Schmach zu ruckmbvt zu seinen Kindern und A» jenem. der Wunder tni. auch an ihm, dom'Berauchten. Auch dieser lanae, >lo-rvge Weg. d'e Heimkehr, die Sühne — sie sind als Einzelschickiall symbolisch und bed-ür.f'n wohl keiner Erläuterung. Indem ich andererseits dm sittlicher Gehalt des .Irrdenluines bstonte. wollte ich es nicht in Gigmsatz, sondern im Gegenteil in Verbind'.mg bri^aen mis dem Sillengefe^ jeder anderen Religion. In di-efem Sinneist die Gestalt des Wassili nnd die Episode vor dom Kreuze mit dem Gedanklichen der Handlung nnzertrem/.ich ' verbunden. Diesen starken, ganz positiven Hinweis zu verkennen und zu verdrehen, bÜeü den —-- KÄRNTNER-KINO_ I. Kärntnerstrasse fEcke lohannesgasse) Von heute Ws 83 Februar DOPPELP^OGRAMM! Oberst Redl der Spion Der grosse Wiener Sensationsfilm mit Dagny Servaes und Rob. Valbert DER GROSSE TURFSKANDAL ‘ Von Lew-M^rket und das übrige Programm Beginn V,4 1.6 7. »/<9 Uhr — ROTENTURM-KINO- WIEN, 1. FLE1SGHMÄRK1 1 Von heule bis 83, Februar Aberft Redl der Spion Der grosse Wiener Sensationsfilm mit Dagny Servaes und Robert Valberg Beginn der Vorstellungen: *^5. */^6, /4S and Uhr Berlertnnsik einer erEtfclai’S’gen Kliosllerkapelle — SCHOTTENRING-KINO—> 1. SCHOTTENRING 5 // TEL. 17-4-25 Von heute bis 83 Februar Komödie eimrHerzens Sechs heitere Tagebuch blätter mit Lil Dagover, Ruth Weyher. Nigel Barrie und das übrige Schlagerprogramm Vorstellungen täglich: 4 ll&. 7. V*9 Uhr -CENTRAL-KINO- II. Taborstrasse 8 Direktion: J. Schulz Von heute bis 83 Februar Lberst Redl der Spion Der grosse Wiener Sensationsfilm mit Dagny Servaes und Robert Valberg und das übrige Schlagerprogramm Beginn: »/«ö, 7. >/,Y Uhr -LÖWENKINO- Ul. Lö«vengas6e 33 Von heute bis 83. Februar DER FLUCH Jüdisches Fam'liendrarna in 6 Akten ln den Hauptrollen: Beregi, Heine und Bonn Als Einlage: Ritual e Gesänge und das übrige Schlagerprogramm Beginn: Vt6. »/.7. '/,Y Uhr _Wiener Morgenzertttns. Zenfurftellen in Linz und Gr« Vorbehalten, wo der gorsererbe.schwr.rte Gedankengang den Arievparaigraphen auch für die Filme einsühven urochte. Da»Sie technischen Crsordernisie manches an deut Drama absorbiert oder retuschiert haben, aus dessen 'Darstellung ich schr großen Wert lege, halbe ich mich zur Umarbeitung des Buckies tn rein frische Farin enüschllossen und hoffe, ben Frcundrrt des Films mit dein Buche keine Enttäuschung .zu 'bereiten. Zum Schlüsse will ich ttoch mit größter Daukbark.ü: — folbstverstäudlich ohne fremder Kritik tm geringsten vor zu - greisen — der hingeibunasvollen Arbeit gedenken, die vor allont Roibert Land rmd «die Darsteller lsistcilen. Niöge ihnen der Erfolg ihrer Mühen nicht versagt bleiben und damit auch dom Müschen Film in allen Landern der Welt neue Freunde und Förderer zustühren! „Pension Groonen." Ludwig Nerz, der bekannte und verdienstvolle Drama - turg. schuf hier ein reizendes, komödio-ha^es Fr'iU'viel voll guti-n und gesundett Humors, das hi- und da auch einige nette Satiren bringt. Geschickte Verwicklungen und eine graziöse Lösung der hier geschürften Knoten verraten den Meister dieses Genres. Dr. Rädert W ie n e hat «das «ltöbenewürdige Buch mit gewohnter Meisterschaft, die er in jedem Genre zeigt, inszeniert. L-eicht und zwanglos reihen sich die Bilder,' deren sedes eirtzolne bestrickend wirkt, aneinander und ansae.'.cich'tet heransgearboitete Pointen mit diskreten iweHc.n er sielen die cindru^svolle (^esamtw'rkrutg. die diü'er F'lnt bietet. Ein vorzügliches Ensemble hat sich liier unter der Leitung Wienes versaMlinelt und ein Trio bil>dhast schötrer Franen et'scheittt in den^weiblichen Hauptrollen. Zunächst Claude France, der Star der voriährigen Ronacherrovue. die hier allgemein noch in der bosten Erinnerung stobt. Iha bestrickeu>der Charme und ihr vollendetes Können, verbnudcu mit ihrem sympathischen Wirken, lasten sie immer in den Vordergrund treten. Reizend ist Cbarlotte Ander, die von der Bühne alle erforderlichen Eigenschaften für den Filnt mithrachie. Dnrch ihre herbe Anmut versteht sie es. ihr Pn>blifum zu sesteln und zu entÄckcn. Carmen Cartellieri spielt hier eine rasfi- ^nierte Hashwoltdame und ist so gut. wie noch selten, was ihre bisherigon Le-istungen aber in kein schlechteres Licht stellen soll. Die mänulicheit Hauptrollen sind mit Albert Hein e. Anton Edthofer und Harry Nestor besetzt, deren jeder Bastes zu bioten vermag. Weiters wäre noch lbbend hervorMheben. ddas ganze Ensemble sehr gut zusammengespielt ist und hier der leider so seltene Fall einer hervorrageudeit EusemKeleistun'g zu verzeichnen ist. Auch hinsichtlich seiner geschmackvollert AuLstatttutg und der Photographie, die durch eine klünstlerische Bi'leuchtimastechnrk wirkrtugsvoll unterstützt wird, läht dieser Mut nichts zu wünschen übrig. Dre Filme der Woche. „Verwebte Spuren " — ..Di« schönst- Frau der W-'lt." — „Oberst Redl." — „Ter Fluch." — „Mein Leopold." — „Pension Groonen." — „Der große Renn-kandal von N«w- Marlet." — „Lilien auf deur Felde." — „Das Licht erlosch." — „Im Schatten der Wclkenkratzer." ■ » » Bepagi, Bonn, O iHeine.Thimig,Plädier, t tPointnen)Häus6epmann/ AAJayerho^B*, 5chmöl«^—*4. ^lilian Harway, SkAnny Hornik, Al Eugen Preis! - __ DER FLUCH vonOftEWätzmann Regf«: Rob. Land < : —*** Ab heute: : Tuchlauben-Kino, I. Löwen-Kino, III- * lfa-Paiast-Kino, 1L Flieger-Kino, IX. J m Ab Dienstag, 24. Februar: ■ Busch-Kino, II. Flotten-Kino, VI. ■ Ifa-Palast-Kino, II. Lichtspiele Hernals, XVII. ■ -—BURG-KINO, I. Opernring 19- Von heute bis 83 Februar Aderst Redl der Spion Der grosse Wiener Sensationshlm mit Dagny Servaes und Robert Valberg und das übrige Schlagerprogramm Beginn der Vorstellungen: '/*&, #/46, '/<8, *(t9 Uhr 20. Febxuvr 1925 Nr. 2156 Volkswirt. Sie neue Ausgleichs- und Konkursorduuug. Gestern wurde, der vom Minister 0. D. Dr. Kienhö ck verfaßte Bericht über die Abäudertmg einiger Ew'schrrften der Ausgleichsmtd Konkursordiumg vorgei'ogt. Für die Gesetzgebung haben sich drar Fragen ergaben, ztmächst die, vb die Au->gleichsordnnng ihrer Ioee nach verfehlt ist. Zn dieser Frage kou-ivc definitiv noch nicht Srelltmtg genommen wcrdett. weil «die wirtschaftlichen Berhältnisse. unter denen die Ausgleichsordniung ihre Feuerprobe zu bestehen hatte, anormal waren, andererseits aber feststcht, daß sich das Institut des BorkonEurses m einer Reihe vott ausländischen Staaten bewährt hat. Die Zweite Frage geht dahin, ob «d-ie Besertignttg ettva deshalb geboten ist, weil das Institut des?lns>g!eichsversahrens aus österreichischem Boden uird 'bei deut gegeittvärt igett Tiefstände der Geschäftsntoral nicht ant Platze ist, so daß es mehr Schaden als Nnttzeu stiftet. Hier muß geprüft lverden, gh Mts den früher angedou - tetett Gründen die Aus>gleichsovdmvN!g baut Sta>n-dpun>kte de:: Gewevatpräventchu nicht zu verwerfen ist, und ob nicht mich das Bestehen der Möglichkeit, eine Iusolbeuz ohne Konkurs beizulogen, uvit schuld darait ist, daß die Scheit vor der Jufolveu.;- erklärmtig nahezu geschwunden ist. Die dritte Frage endlich, ob die Hoffnung gerechtfertigt ist, durch entsprechende Verfügungen die ztreifol-los vorhaudoueu Mißstättdc auf ein erträgliches Maß Zuwück^uführen. Der vorliegende Entwurf besaht die ^letzte Frage rrnd versucht, durch den Ausbau der dem Schutz der Gläubiger dienenden Bovschristen der AttSgleichZordlrunrg den gerütgten ltebolständcn an «den Leib -pi rücken. Der J'ustiMsschuß gl-aubt, daß noch ein Versuch zu machen wäre, «bas In st i t u t des gerichtlichen A u sgleiches zu retten. Die in der Regievungsvorbage vovgesch'wgcnett Bestimnmmgen verfolgten bereits diesen Zweck. Gelingt cs. durch die Berschärfunigen den ärgsten Mitzstäuden entgogenzuiretett, so wird gerade in einier Zeit gehäufter Juifollvenzen das Ausgleichsverfahren wirtschaftlich wohltätig wirten. Sollten aber die rtenen Bestindimmgett dett Nährboden für neue ver nr ehrte Mißbrauche abgelben, dann wird die Zeit gekommen sein, die ganze Einrichtitng des AnAgleichSver-. sahrens wieder zu b 0 s e i t i g e n. tzine aqrarische zentralhypothetenbanl. Keine Länderkredite ohne Zustimmung des Finanzmintsters. Im Anschluß an die Länderkonferenz hat FinanMmister Tr. Ah rer den Vertretern der Bundesländer mit agrar i-! schen Interessen seinen Plan betreffend die Errichtung einer zentralen Psandbr ie sanft alt- A-G., welche in enger Verbindung mit deck Landeslhypothekenaustalten arbeiten soll, aus-iührlich dargestcttt. Die Versammlung st i m m t c feinen Ausführungen einhellig z u und wählte vier; Vertrauensmänner aus ihrer Mitte, unt die Delailvevhandluugeu mit dent FinauMlnisteritmt zu führen. Weiters faßten, die versammelten Laudervertreter einhellig einen Beschuß, wonach ihre Länder in Hinkunft keinerlei Verhandlungen wegen Erlangung ausländischer Kredite ohne vorherige Fühlungnahme mit de m F ina n zu: i n i stcr führen werden. Als Vertrauensleute der Länder für die Fühlungnahme mit dom Ministerimn. und für die Einleitung von Verhandlungen zur gemeinsamen^ KrediErschaffung wurden Landeshaupttnann Dr. R i n 1 e l e n und Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Schlegel bsstells ' Amerika« Reichtum. „Bankiers, Industrielle, Farmer, Arbeiter," schrieb küpz^ lich die amerikanische Zeitung „Sun", „.sehen, wohin sie auch Mietern mögen, nur eine goldene Sonne am Horizont. Stahl-, Petrol-, Kupfer-, Baumwoll- und Getreide.k5nige zeigen alle dasselbe Lächoln." In ähnlichem Sinne äußerte sich Willis Booth, der Präsident der internationaien Haudeilskammer, der letzte Woche int Pariser American Club über den bisher nlege sehe nen Wohlstand Amertka s sprach: „Schon letztes Jahr spürten wir die erste Welle des Reichtums. Die PräfidcutLschaftswahlen taten ihr einigen Abbruch. Die Farmer, die eine herrliche Ernte emtgeheintst hatten, verkauften sie aus Furcht, ihr Wert könnte nach den Wahlen sinken. Aber das Gegenteil trat ein. Das ganze Land erlebt eine Aera außer-- gewöhnlichctl Wohlstands. Das Land ist so reich, daß cs davon berauscht ist." Der Vortragende zeigte, wie sänttliche Jildnstrieu mit Volldampf arbeiten. Die S t a h l i n d u st r i e hat 91 Prozent ihrer Produktion erreicht. Auch die B a u m w 0 ll i n du st r ie kommt kaum nach. Die Eiseubahneu, die man als Barometer für von Reichtum eines Lairdes anseheit kann, hatten noch nie so hohe Einnahmen zu verzeichnen. Und der Panamakana-l. der noch nie von so viel Schiffen befahren wnvde, verbindet nicht itur doit Stillen Ozean mit Europa, sondern hauptsächlich das Osttntd Wcstuser des anterikanischen Kontinents. „Uitsere Arbeitskräfte liesevn ein Maximum von Rendite. Das Ldlima kommt nms dabei zu- Dar neue große Pan-Fllm PENSION GROONEN CharloHe Ander Berlin Cermen Cartellieri Wien Eine Komödie der Irrungen in 5 Akten von Ludwig Nerz Der Film der schönen Frauen Claude Frence Pars Regle: Robert Wlene« Vorher: Bl IIIIB CllIIIIRI>lfRilCrRlil Schaurig-schöne Ba'lade in zwei DllllM 9VnKEVl%Bri)l El PI Akten von L. T u s c z y n s k i >U V NN ch M t «m «ldbBR WV L « NR «d »» Kino«

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