Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2155 (19.2.1925)
- Date
- 1925-02-19
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette C Men. Donnerstag ■ —*. »I«R<« flRofAtnjeitttttfl._'_19. F-bruor 1925 Nr. SU» {Bereine, SortrSne und Serfammlnngem Oesterreichische Politische Gesellschaft, 1. Bez., Aunagasse 8. Heute, 1 Uhr abends, gemeinsam mit der O e st e r r e t ch tscheu VSlkerbundliga DiskussionSa-end über: „Die Fortschritte des Völkerbundes und das Genfer Protokoll vom % Oktober 1924". Vortrag von Minister a. D. Dr. Josef Redlich: Zionistische Bezirkssektion 10-11. Die ordentliche Gerreralversammluna findet Donnerstag den 29. d. um 3/«8 Nur abends im Cafe Walloch. 10. Be-,.. Favoritenstraße 124 (Klubzimmer), statt. Anträge sind schriftlich drei Tage vorher einzubringen. Bühne und Kunst. «ufik. Philharmoniker. — Diolinkonzerte. Erst im sechsten philharntonffcheirt Konzert gaH es die erste, von Direktor Schalk strgsAttg vorbereitete, gewichtige Novität: ^Le saeve du printemps" Grühlingswoche) von Igor Strawinsky, das bisherbedonte«roste Serk des russischen Vorkämpfers der Moderne, welches, vor 13 Jahren in Paris komponiert, in den westlichen Ländern längst zum Repertoirestück gowordon ist. In Wien wurde es bei der Generalprobe niedergspsrffon, im Konprt selbst zwiespältig ausgenommen; doch die Trompeten und Pauken, über welche das Wiener Publikum heute bei Strawinski) johlt und gröhlt, sind die gleichen, mit denen -es fünfzig Jahre vorher bei Wagner und Bmckner durchAefallen ist...! Strawinskhs ,^ZrMmgsweihe", ursprünglich für das russische Ballett komponiert und von diesem wicht völlig loslösbar, zwingt doch auch ohne Choreographie durch seine rhythmische Elenrentarkvaft und BieligestaltiiMt rneder. Nichts von den gewohnten zwei- und dreiteMgeu Formen unserer langst altersschwach gewordenen Rhythmik, sondern in wildem Taumel imalbläff.rg Wechsels Gliederung, Üavbarische Klänge, deren Wahrheit durch kein Schörcheitspflästerchen entstellt «ist! In der ungestümen, brutalen Wucht des Schlagwerks bäumt sich das geknechtete Rußland auf, ein sinnliches Ausschauanen, fast mrtevmenschliche Wollust, Bru-nstn-nd Phallüsschreie des heidnischen Qtzferrituals, atemranbonde Spannung rchne Lösung, dazwischen lbrikoiliische, romairisiereude Episoden, in welchen man dem Ettvachen der jungen Natur zu lauschen wähnt. Dies alles ringt sich in knappen ostinaten Bässen, «r kurzen, tonal nngedundeneli, tzhythm-ischerr Tanz- und Gesangs-Motiven los, abrupt, entfesselt, ein gewaltiger, genialler Hymnus ans die Urkraft der Primitiven, die in ihrer — noch nicht von Schönheit übertünchten — Wahrheit die besseren Menschen sind. * Nur einige Worte über Geiger r. Frau; v. Pecs eh verdient mtt seiner meisterhaften Technik und seines schöner: Spieles willen höchstes Lob. -Freilich 'hält die innere Tcilrrahnre mit der äußeren Bravour nicht gleichen Schritt. Noch schöner und süßer singt Erika M o r i n i, eine fast nitfehlbare Primadonna der Geige und doch -keine Künstlerin, -die in die Tiefen des Mysteriums Beeöhüven ei-nzudrvngmr vermag. WP selten wissen doch gerade unsere bsLühmten Geiger ans ihrer ruhelosen Fährt durch alle Konzertsäle die gefähtzliche Klippe der b'loßen Virtuosität zu vermeiden -und die Höhe der reinen Kunst zu erreichen. Jcksef Szigeti, ein hervorragender Könner, nähert sich in strenger Sellbstzucht diesem idealen Ziele. Pb. Au» den Theatern. B u t 8 t 1) c a t'e t. Morgen, Abenteuer i n C h i n a". 7 Uhr abends, ,,D a s Akademietheater. Morgen. Uhr abends, gelaugt die dreiaktige Komödie „Der Liebhaber" von Vernarb Shaw zumerstenMalezur Aufführung. Volksoper. Heute, 1fß Uhr abends, zum ersten Male Massenets ' „W e r t h e r". Morgen „Hoffmanns Erzählungen". Deutsches Volkstheater. Morgen. 7 Uhr, mit Alexander Moissi in der Titelrolle, die Erstaufführung des Trauerspiels „Der Graf von CharolatS" von Beer-Hofmann. Dienstag Auernheimers „Casanova in Wien" mit Moissi und Feldhammer. Raimund-Theater. Der Beginn der Vorstellungen von „A n t o n i a" wurde auf lJS Uhr abends verlegt. Neues Wiener Stadttheater. Heute 75. Aufführung von „S a n a t o r i u m G. u. G.". Renaissancebühne. Morgen Freitag Uraufführung des dreiaktigen Schwankes „Mein Man», der große Künstler" von Armin Friedmann mtt Hansi Niese als Gast. Theater an der Wien. Heute letzte Aufführung von „G r ä f i n Mariza". Morgen, präzise 7 Uhr, Premiere von der Ernst Stefianschen Operette „Das Milliarde n- Souper". Die Bottstheaterredoute cchgesagt. Iu letzter Stunde hohen sich infolge der ins Maßlose gewachsenen Anforderungen und Kostensvhdhungen derartige technische und wirtschaftliche Schwierigkeiten ergeben, daß das Komitee zu dem -bedauerlichen Entschluß kommen -mußte, die Redoute Heuer ausfallen zu lassen. Das Geld für die gelösten Eintrittskarten und Logen wird an der Tageskasse des Deutschen Bolkscheaters zurückgezcchlt. Die jüdische Persönlichkeit des 19, Jahrhunderts. Heute wn 7 Uhr abends findet im Devr-mshvim, 8. Bez. Benrroplätz 1, der dritte Vortrag von Frau Dr. Marcha Hofmann im Rahmen der Zionistischen Franenorganiisation statt. Das Thema lautet: Der Krttcker und Revolutionär Ludwig Börne. Es wird im HiMick auf die an diesem Abend statbf'mdenhe Keren-Hafessod-Besprechung um bestmdere Pünkklichvert gebeten. David Hoffte in in Berlin. Seit kurzem weilt in Bevüu der Dichter David Hofstein, einer der repräsentativen Lyriker des neuen jüdischen Schrifttums. Hofstein hat es -durch alle Fährnisse hindurch bei den jüdischen Massen in Rußland a-usgchalten. Eine ganze Geuerattoiu jmeger jüdischer Dichter im jetzigen Rußland sieht in Hasst ein ihren Führer. Wie erinnerlich, war Hofstein einer der Unterzeichmr dos Protestes gegen die B erfo lgu n a der jüdischen Sprache in Rußland, er hatte sich dadurch die Feindschaft der jüdischen koummwMchen Presse zugezagen. Radtoprostramm r Donnerstag den 19. Februar. 9 Uhr: Dr-atzktbericht. — 11 bis 1 Uhr: KonzertEilving. — 1 Uhr 5 Mm.: Uranrazeit. — 1 Uvr 39 Min.: Wetteransage. — V2 Uhr: Wiener Börse. — 4 bis 6 Uhrr Teekonzert Silving. — 6 bis 8 Ulrrr Sonatenabend. — Begleitung der GelangSvorträge: Paula Köhler. 1. Beethoven r Klaviersonate Opus 31 V-Moll; 3. Lieder von Brahms und Beethoven lKonzert»'ängerin Jo Stein); 3. Beethoven: Sonate für Violine und Klavier, Frühlingsfonate (Prof. Hilde Müller- P e r n t tz a, Anita Ast). — 8 Ubrr Wiener Symphonieorchester unter Leitung des Prof. Rudolf Niltus. Beethoven: Ouvertüre zu „Prometheus"; Beethoven: Vierte Symphonie; Bach: Suite in li-Moll mit Soloflöte lSolofiötistr Adolf Ludwig); Weber r Ouvertüre zu „Freischütz". Serichtssaal. Ae Allgemetae gndvftrtebank »nd ihr tzevisendirektor. Der 29jährige Dr. Wc-crrti-n Fliiuker, Sohn eines Czernowitzer Arztes, trat nach AlbsoWieruing seiner Jusstudien und eines Ba>.lkkurses nicht la-nge nach denn UuHnrz in die Jrvternatianale Hand-olsbank ein, wo er zuletzt Devisen - Prokurist »vor. Mit 26 J-ahven wurde er am 1. Juli 1922 (jitott Direktor und Le vier der DcvifenabteÄuug der iuzwifchrn verkmchten Allgemeinen In du st rieb all.? berufen. Im Ftzbrrkar 1924, wenige Tage nachdem der Dovstand deir Dr. Flinker verständigt l-atte, daß mit Rücksicht aujf dir Lage der Ban? bcschloflen wordrrr sei, Devise n s p e k nlaitioncn nicht mehr einzugeheu, ließ sich Doktor Flin-Ser in -große Fran'keilkon-iermiinvg-oichäfte ein. Er fiihrte für die Brüder Heinrich und Julius Einhorn. TeiHcvber der an der^Äründ-u-ng der Induftrie-ban? beteilig!-^: Firnra S. Ein Horns Söhne in Ainstevdam, ohne sede DecklMg den Anlans von 150.000 Dollar, zahlbar itt französischeu Franken Ende N!är; 1924 durch. A-ußerdenr kanfte er -für R-echmmg der Baark 310.000 Dollar ,;aHlbar in frairH'ischen Franken pro Tempi» Mai, Inni Mid Juli. Ferirer übernahm Fl-in-ker für Rechrml-ug des , Gorl-eraldirektors der Daiteriländischen HolMwdtvkt-ions A.-G. in Budapest, Hart an st ein, ein gleiches Geschäft in der Höhe von 1W.000 Pfund Sterling ohne Deckung und chnc Befrage»', des Austragge-bers, dessen Schreiben »licht die oiaerchäud'.ge Ulltertschritst tvng, sondern in Vertr-etnng gezeichnet war. Hartenstein vevtoeigerte da-rm die Anerk-Linüviiig -des Geschäftes und Dr. Flinker übernahm das Geschäft für Rechnung der Bairk^ Als die Morgausche Stützungsaktion für drrl Franken alle Holffminqen der FvLNkeuspekllllcrtion zunichte »lachte, teilte Fliu-ker dc,m geischä-ftsDhreuden n-rld Vevivattmtgsrat B ö svaner seine mißglückten Sp-ekniatiolreir mit, ohne jedoch die Höhe se'iwer Berpflichdu-narn f.n «w. Diese lnißH>lück:en Spsknsaii-onen, in einer Zeit eitl-gega-nge»?, da die Situation der Bank, was dem Flinker bekannt seül -mußte, Spokulationsbe- 'lastuilgrn nicht mehr vertrug, führten schließlich ^uim Z-»l- -famnren.bruch der Ba-nk. Deshalb -hatte sich «nun gestern Flinker vor feem Schöffengericht unter Vorsitz des Hostates Dr. H o t -t e r wegen Vergehens der fahrlässigen Krida M vevantworten. Ber der für stwei Tage aiiberainmten Berhandlu-n-a erklär-t-e Flinker «aaUf Be- >sraigLN des Bovsih-enden, daß er sich in keiner R-ichinng schnldig bvkonrre. Das Geschäft für die Brüder Einhorn fei er oi-ngegangen, >da sich Homrich Einhorn, welcher Bnzepräsiden-t der Jnfeustriebank war, verbürgt habe, daß der Bank, nichts geschehen 'werde. Er, >der An-goklagte, habe damit gerechnet, daß cr dictses Geschäft an die Komittenten werde -äbgetben Dannen; er habe angenornrnen, -daß Viz«präsident Heinrich Eüchom seinen Auftrag -für das Geschäft -unter der fovinalen Bo raussetz-uug der Z>üstimmnng des Bovstandes erteilt halbe. Die Iirdnsteie-bawk sek mit Ei-nHorn in Nostr-overbmidu-ng gestanden, was bedeutet, daß alle Gelder der Bank automatisch bei iifjm einfließen dürfen, ohne daß man jemanden zu fragen hat. Der AugeAag-te behauptet wvitor, er habe, als der Verlust emeinhÄ-b Milliarden betrug, davon de-m Komnl-er-iälrat Bösbauer Mittei-lnng gemacht und ihn «Aafraigt, ob er dem Vorstände darüber Vortrag halten soll. Bosboner habe ihm erwidert: ,/Wenu plvn Sie fragt, -dann sagen Sie, daß Sie glatt sind, wenn man sie über nicht' fragt, dann teile,: Sie nichts mit." In der Borstandssitz-ung habe man ihn über die Anigelsgenheit nicht befragt und er habe mtfolgedessen, der Weisung Bös'öau-ers folgend, nichts berlchttt. Bein: Schlüsse des Verhörs mit dom AngEagtrn sagt der Vorsitzende: Aus der ganzen Sittvabivin geht hervor, daß die Bank damals sich auch ohne die DovitseNspottila'tlv-rl in Wvieriger Position 'befand. Damtt »rar die Ber>nehmung des dlugeklagle,: z>n En-de und nach einer kurzen Panse bestaun das Zougenverihör. Es wurde «nch Kommerzialrat Hans Bösbauer eiudevnommen. der ü-bsr die Lage 'der' Ban! zur kritischen Zeit Angaben inachte. Die VechandliMg wird heute ^u Ende geifüihvt. Ser Tarbusch. Eine Jerusalemer Gerlchtsszene. AuS Jerusalem wird 'berichtet: Ein JeiLisa-l-ouler einooborener Jude, orthodoxejster Richtung, und ein ulvdern geneideter arabischer Effendi standen in 'Sachen eines stritt igen B-a-u gvunides vor dem englischen 'Richter höherer Jnstan;',. Gegenstand Neunfache . . . Hauptsache schien zunächst dem strengen Richter, daß der lFude fein« schwang Äammifellmütze auf dsnr Kopfe hatte. „Nehmen Sie die Mütze ab, worin Sic vor Gericht st-chen!" „Ich bin ein fvonmrer Jude und darf nicht baarihäupttg 'fein, auch nicht vor -vom höchsten Richter!" ,^Jch respektiere jede religiöse Ueber^ougunst, aber -ich weiß, daß viel« frommen Juden, ja sellbst Rabbiner, die Kopfbodeckirng äbn-ehmen." ,/Der Wfendi hat auch den Tarbusch giuf dom Kopf, Herr Richter, warum -sogen Sie -chnr nichts'?" bonterk-te der J-üoe, ans den Araber weisend. ,^öei den Mohammedanerir ist es strengstes Rel-igionsgosetz. baß sie den Kopf 'bedeckt haben!". „Sie werden lachen, Herr Richter, der Effendi ist grbechilschkathoNsch!" Der Araiber nvanidürte ttrdeffen seine Fingernägel, wie einer, den die Sache nichts awgche. ,-Der Davbusch," setzte der Richicr nach kurzer Pause -fort, »gilt hier im Orren-t als Nationaltracht und darf, ohne den Anstand m verletzen, auf dem Kopf bchailten werden. W-ewn aber Sie die Mütze aus den» Kopf behalten, btzieidr-gen Sie das Gericht und -ich werde Sie bestrafen." ,/He»rr Richter» Sie verzeihen, ich nmß für einige Mdmrten h-maus, ich Lamme bald," sagte der Jude. Er erhielt die Evlaubn-is. Nach einigen M'mmen betrat der Jude wieder das Gerichtszimmer. Alls seinem Kopfe prangte e>in grellroter, neuer Tarbusch, den -er -im ^benachbarten L-adell .gokaulft hat. Ein kaunr merkliches, sre-ges'bewuß!-es Lächeln spielte >:vm seinen bärtigen Mimd. Der Richter vertagte di« Betzhandlung. t.. i Volkswirt. Sie Reform de« Wiener Bnlagemarkte« endsMNg aufoegeben. Als vor einigen Wochen sich -das Geschäft auf dem Art« l-a-gcmarkt reger zu gestalten begann, hat sich die Notwsildigkert vo,r Reformen dieses Marktes infolge der vielen Mißstände, welche sich idaboi ergaben, herausgestellt. Es hat sich entgegen den Satzungen der Bovse ein Kulissenverkehr in einzelnen Anlagvwerten herausgestellt. Es wurde mit verlosten und rvichtver« losten Papiere,r gohan-dolt. Es cnt-wlcker-lten sich Geschäftsformen, tvelche auf diesem Gebiet nie in Uebung waren, so! daß sich der Börsenkommisiar zum Einschreiten veranlaßt sah! und die Bürsenkammer auch in-folgedessen rasch eing-rrff. CS wurde von der Börsen-kainmer eine Enquete eÄtberuferr, in der die Reform des Anlagemarktes oingchend besprochen werden sollte. Tatsächlich hat auch eine Sitzung der Enqu-etemitgLieder stattgesundell. Doch ist plötzlich die Enquete ans Wunsch der Regierung abgebrochen tvorderl. Die österreichische Regiovnng will ans koinen Fall, daß der Handel auf dem Aulagemavkt durch eine eventuelle Resovmierlmg ome größere Ausdchnung erlange. Es könnte dadurch wieder das Problem der Balorisievung allzu aktuell werden, was die Regierung veruvioden wissen mochte. Andererseits aber kaust bekanntlich die Regierung selbst seit einiger Zeit tmuntorbrochen Bovkriegswevte zusammen und es kann ihr infolgedessen nicht rocht sein, daß sich größere Kreise diesenr Geschäft zuwen>den, weil -ihr dadurch die Papiere vertencrt werden würden. Die Regierung will in aller Stille dllrch Ankauf der B-orkviegswerte das Bälorisierimg^-- pr"blem der Renten, Kriegsanleihen usw. losen. Die Gründung eines östeererchischcn Zenlrnlhypothekeninftituts. Nach der offiziellen Ländorkon-ferenz hielten die Vertrete« -er Majoritätsparteren «ine Beratung ab, m der beschlosien 'wurde, ein Komitee mit der Durchlberaturlg des vom Finänzlninister Dr. A-Hrer angeregten Planes der Errichtung eines Ze n tralhypothc-keu institu t§ zu betrauen. Sie Einführung der SchillingwShrung in der Privatwirtschaft. Die Oe st e r-r eiche sche Nationakbank geht, wie bereits goinoldet, ab 1. Märy dieses Jahves zur Schillingrechiunrg über. Sic wird d«urn?ch von oisssm Tage analle Koltten inländischer Währung in Schillingen führen undalle Llusferti-su-ngrn, Abrechnungen usw. in Schillingen vrt?Äen. Auch von den Parteien werdet, Au'.:chen nud Au-sträge n»:r -dann ent>gegenigell0"l:ne.ir werden, wmln die enL-prechrnberr' Druckfovt-nl in Schillingen and Groschen ausgüfevtigt werden.' Hierbei ist inr allgenreinen die VcÄvendung der Kwllendvuck-> mnen bei ell.'prechen'-.-r U-obcrschreio^.loberstomo;'nnz,:i zu-> lässig. S ch i 'l l i n g s ch -e ck S dürfen jedoch keinesfalls auf - den KroilsnscheckfonN'Ullar-en ausgestollit werden. Solche Schecks werden von der Baivk nicht emigolöst. Wechseh die vor dom 1. Jüli dieses Jahres in tonen -ausgestellt werden -u-nd längstens Ende Dezember dieses Jahves fällig sind, werden bis auf weiteres in Eskompte gonvnlimen. Wechsel, die auf Kvo-neirfovm'ulareil ttr Schlllingen ausgefteltt warben, sind vom Esikotupt-e ausgeschl-ossen. Die gestrige Sitzuing des Hauptvetzbcmdes dar öst-evrelchischen KaUifm-atmschaft ^beschäftigte sich auf Gorrnd Änos Referates des ersten Sekretärs Dr. Rudoilf Bricht-a mit der Einführ,urg der SchittingwLhrnng im Handel, e-vn Gagenstand> der scholl deshalb besonders aktuell ist, weil mtt 1. März die Post, die Postsparkasse und di-e Bundesbahnen endgültig zur Schill'mgwähvung übergehen. In der über diesen Gcgellstanid aikgesWhrten -lebhaften Debatte wuirde cmsgesuhrt, daß der Uebevgaug Zur Schill-!-n>Kvähvung im Handel dadurch «iveisenMch erschwert sei, da-ß noch ttnmer Noten und Geldstücke in Schillingkvähvuing in ganz nnzulänglichem Umfange zirkulrer-eu; es würde daher für das Pu- Hlvkuim u»ld -insbesondere auch fü-r den DetaÄhcmdell, der ja mit dom Publikum umnitte-kbar tt, Vetzbin-duug stcht, s-chr schwer seill, den Uobevgang auf die Schillingwähvuing zu vollziehen. Es wurde auch der Au-trag gestellt, bei der Postderwaitunig dahi-ll vorstellig zu werden^ daß m-it 1. März tvon-igstens für die direkte Abgabe an da-s Pu'blivMN bereits hinreichende Menigerr von Postwertzeichen in Schillingwahruug zuir Verfügung stehen sollell. Dieser Ant-vag wurde angenommen nnd außerdeltl 'beschlossen, der Küiuifmall'llschaft zu oulpfehlell, mtt 1. März allgeineiin zur Schillingwährrmg ülborMvgshen sowie alle anMchen Stellen zu ersuchen, in jeder Hinsicht der Allgsmencheit - deir Uebergairg zur SchillttWvÄhvnng zu vvleichtevrr. Keine Ermäßigung der österreichischen Bankrate. Wie wie ersahrell, wird in der am Freitag stattsindenden Sitzung des Genevalrates der Mtionaöban-k eine Ermäßigung der Bankrate, wie allgsm-eill -gchofft wurde, rr i ch t Vovgenommen we-rderl. Die Bankrate von 13 Prozent wird wette-r bestehen bleiben. Dies bedeu-tot -das Anhalten der teuren Kredite, tvelche die österreichische Wirtschaft in ihrer Entwicklung ernstlich b-ehindem. Die Bank gibt als Ursache ihrer äblehnenden Haltung die Dernliuderung des öfterveichischen Barschatzes und die ESkoulpte-> erhöhutlg der etu^Cne« Weststaaten wie Frankreich an. Außerdern ist dekatmtlich die englische BarE derzeit gegen eine Ermäßigung. . 'I' ....I,, M .... t'7>- Auschristen an die RedMon sowie unverlangt elnlangeuden Manulkripte« wolle man stets RNcfiporto beilege«, Sa sonst eine Beantwortung, beziehungsweise Aiirstsendung nicht eosotgen DWW m>himwiniin iiniiin mmnifi.n-fiurm 1111^111.wn r-r-ntr-n-r-1..- -