Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2155 (19.2.1925)
- Date
- 1925-02-19
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/2979076-2981191-2981240--21973-3009338- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Beirut 1× ep/1047833
OCR text
IPsnn 20nrotzy 1 WJ«b: Zorn Abholen in der' Eapedition. II. Taborstr. 1-3, oder in einerVersehleisstefle Sfrafilc) monatl. K 50.000 trasaenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Be*., Wollzeile 11 Mit Poatversand für Wien n. Oesterr. monatl. K 50.000 Ts che eh o-Slowakei: Mon. K22. jogroatawlen: Mon. Dinar60. Polen: Mon. 4 Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Frcs. 18 * Nt(kiihluiif«a /C| PretaefliShttavm Vorbehalte,» orgemettuna | Prel« K goool England: Mon.4Schilling, Italien: Monat). 18 i ire, Rumänien Mon. 1701 ei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz and das übrige Ausland monatlich Frcs. 5. Redaktion u. Administration Wien II., Taborstr. 1—3 Telephone: 44-0-38,43-3-19. AböUhrahds 21 -102.25-282 IX. Universitatsstrasse 6-—-8 (Druckerei Steinmann} Oesterreichiaches Postsparkassen-Konto Nr. 150.693 «r. 2185 Me«. Donnerstag, 19. Februar 1925 7. stabrnaug Die Sanierungsvorlagen der französischen Regierung. Paris, 18. Februar. (Tel.-Komp.) Die Regierung hat in Uevereinstimurung mit den Erklärungen Herriots vom letzten Montag fünf Vorlagen über die Sanierung der Staatsfinanzen ansgearbeitet, die sie in den nächsten Tagen der Kammer unterbreite« wird. Ls handelt sich um folgende Vorschläge: 1. Aufhebung des Couponbordereaus und Festsetzung von Maßnahmen gegen Steuerbetrug. 2. Maßnahmen zur beschleunigten Einsührnng der geplanten Stenern. 3. Besteuerung der Besitzer von Wertpapieren. 4. Schaffung einer Amortisationskasse, die für verschiedene reguläre Staatseinnahmen unterMen werden soll. 5. Maßnahmen zur Entwicklung des Scheckverkehrs. Im verlaufe der Beratung des Finanzgesetzes in der Kammer erklärte Finanzminister Elemente!, die Sie- Der Wahabltenkrieg. Europäische Kousulatsmitglteder versetzt. Beirut, 16. Fsbvuar. (Havas.) Beiden- Müipfen um Dlschedda feuerten di« .VcchgbWMgegerr• die Stadt ab.^ ^Mehveve.. MiM^y/^-deS-PeMnaks der europäischen Konsulat« wuchen hierbov.derbe tzt. Der französische Konsul ist unversehrt. Kundgebungen in Mofful. Angora, 17. Februar. (Havas.) Wie die Llgeuoe d'Aua- Mie aus Mossul meldet, wollte die dortige Bevölkerung bei der Ankrmft der Mossul-KomMission des Völkerbundes eine Kundgebung für die Türkei veranstalten, doch wurde sie von der britischen Polizei zerstreut, di« mehrere Verhaftungen vornahm. Die Engländer verainstallteten Gegenkundyebuugeu für König Faisul. (?) SOemische Fnfluenza im Unterhaus. -3 Unterhansmitglieder erkrankt. London, 18. Februar. Die Influenza des Königs scheint ernsterer Art zu sein, als bisher. zrMgeben wurde. Das ausgegabsne offizielle Bulletin lautet:. „Der König leidet an Bronchitis infolge Influenza. Trotz einer Maflosen Nacht ist sein AltgemÄnzustand befviedigend. Der König lvi-vd von drei Aerzten behandelt, Güstern besuchte der Prinz von Wales seinen Vater. ' . Auch der Erzbischof von Canterbwry ist erkvanlkt und leidet an fiebrigenl Schüttelfrost. Bezeichnend ist. daß auch 20 Miltglieder des Unierhalnses an Influenza erkrankt stnd, darunter Artur H « n d e r s e n. Verschlechterung im Befinden des Königs von England. Berlin, 18. Februar. Nach ZeiitungsnnÄdmvgeu aus London hat sich das Befinden des englische n Königs nicht nnechMch verschlechtert. Es scheint sich um eine Lungenentzündung zu handeln. Der Prinz von Wales ist von einem Iagda-usflstg aus Schottland telegraphisch zurückbevufen lvorden. Kn deutscher Korrespondent nur Fngoslawien anogewlesk«. Belgrad, 18. Februar. (Avala.) Der Minister des Innern 'hat gestern den Ausweisungsbefehl gegen den Korrespondenten des „Berliner Tageblatt" in Bo'lgrgd, Theodor Werkes, unterzeichnet, der tendenziöse und aufreizende Nachrichten an die deutsche Presse sandte, die geeignet waren, die zwischen Jugoslawien mid Deutschland bestehenden guten Beziehungen zu stören. gierung sei entschlossen, alle bestehenden Strafbestimmungen gegen die Verbreiter von finanzier l e n P a n i k n a ch r i ch t e n zur Anwendung zu bringen. - Jer Bericht der Kontrollkommission. Paris, 18. Februar. (Havas.) Gcueval Wal sh hat dem Marschall F o ch «den bricht der intewMievten MiVitärkontroMommiffion überreicht, der 44 Seiten umfaßt umd zwei Anhänge enthalt, von denen einer von der Rüst u >n g s u n t e r k o m m iss i o n versaßt ist. Der „Temps" berichtet, daß die. Anhänge mehr techitijchen Charakter haben und zahlreiche Einzelnachw eis e bezüglich der Berfehlu-ngen Deutschlands enthalten. Der Bericht selbst trage, wenn er sich auch in weitgehender Weise auf die Anhänge 'beziehe, mehr allgemeinen Charakter. . Er gruppiere die Verfehlungen Deutschlands nach Kategorien und 'hebe die Stimmung in Deutschland mit Bezug auf die Ab r üstun g hervor. Politischer Terror in Buksarie». Rom, 18. Februar. Mel.-KompI Nach einer Meldimg asts Sofia-sinp in P h i App.^pS^^M^chettsdiveUvr Warbano ff von,^ ''vfpW'sSÄße 'WbevfüKen' und g et ö t'e t worden. Gestern-abends wurde in Sofia-der kommu n istische Abgeordnete Strachimirow ermordet. Es ge'lamg nicht, der Mörder habhaft zu itveMn>. In Piov.d-iv wmbe der Chejfder Sicher- HMt^spolizer verwundet,, während der Gewe indefekre tä r, der ihn begleitete, getötet wurde. Bor der Zentral'kaserne in Sofia wurde eine S ch »i l d wa ch e gestern abends zur selben Zeit ermordet, als der'kommunistische Abgeordnete Strachimirow das Opfer eines Attentates wurde, das ein unbekanntes Individuum beging, das.einen Offizier, der es verfolgte, verwundete, und entkam. Die Behörden haben strenge Ataßnahuven getroffen, um die Tätigkeit der Terroristen zu unterdrücken. Fasristeu und Kommunisten in Prag. ' (Eiaendienist der .Wiener Morgeuzeitunig".) Prag, 17. Februar. Aut letzten Sonntag fand hier eine Versammlung der tsch e ch ischen Fiaszisten, als Protest gegen die kommunistischen Demonstrationen, statt. Das Smichover NatvonaHaus war deshalb von emer starken Polizeiabteilung bvivvcht, um Zusammenstöße zwischen Fasziften und Komnmnisten zu verhüten. Es kam aber FU keinem Konflikt. In.der Versammilung wurde eine Entschließung angenommen, in welcher die Regievung zu scharfen Maßnahmen gegen die Kommunisten und zur Ausweisung der russischen und anderen aiMändiischen Agitatoren mnfgefordert 'wird. Freilassung der Bndavefter «erwachenden" Stzmnastafteu. Budapest, 18. Februar. (Tel.-Kontp.) Oberstadthaupt- Ula.wn Dr. Mariuovich hat heute in eigenem Wirkungskreis die neun Gymnasiasten und Handelsschüler, die im Verlauf der vorgestrigen Demonstration gegen Oshrir Beregi wogen öffentlicher Gcl-valttätigkeit verhaftet worden ivaren, aus f r e i e u F u ß gesetzt. Dias« Verfügung des Dbevstadthauptmaunes erregt in Budapest ldie größte Verblüffung, da diese Burschen Polizeiorgaue erwiesenermaßen g e p r ü g e l t und mit fa>uleu Eiern beworfen haben, so daß der Tatbestand der Gewalttätigkeit gegen eine Behörde offen zutage liegt. Die Bornehmungspvotvkolle wurden von der OberstadbhauPtnia'Mischaft der Staatsanwaltschaft überstellt. Ae arische Korruption. —7. Wien, 19. Febmar. In die Reihe der Enthüllungen über die deutschen Frnanzftandale und Beamtenbestechungen ist eine gewiffe Ruhepause gekommen. Es war offenbar auch den mit der Untersuchung dieser Affäre Betrauten nachgerade zu stark geworden, was da an üblen Dingen geschah oder erkundet wurde. Es wurde zu viel enthüllt, so viel, daß die Auslandspresse schon zu Politischen Folgerungen vorschritt, die Deutschland weder jetzt noch später angenehm sein können. Unverkennbar ist, daß der ganze Skandal von der rmtionalen Rechten zu polittschen Zwecken aufgerollt worden war. Sie hatte die Absicht, das System der Republik vor der gesamten Oefsentlichkeit bloßzustellen. Diese Tendenz der Reaktion spricht sich in einer Kette von Anwürfen und Angriffen aus, die nicht erst jetzt begonnen hat, sondern deren Anfänge mit dem Beginne der Revolution znsammensallen. Der Grundgedanke ist der, die Demvkratie als Idee, wie als politische Partei mit der Schuld für den Zusammenbruch der Monarchie und für den wirtschaftlichen und moralischen Verfall zu belasten. Die Demokratie entspreche nicht der arischen Sinnesrichtunq der Deutschen, sondern entspringe der jüdischen, auf die Beseitigung jeder Autorität gerichteten Weltanschauung. Deshalb trägt der Kampf der Reaktion den antisemitischen Charakter, der nicht einmal durch die gern geduldete Nachlläuferei der israelitischen Affimrlanten beeinträchtigt wird. Die Macken haben sich im pichen Schritt unt den äußeren und inneren Schwierigkeiten verschärft und sie sind in der letzten Zeit besonders heftig geworden. In den Barmät- und Kutisker-Fällen hat der Nationalismus durch Presse und ergebene Staatsfunktionäre eine rege arttikorruptionistische Tätigkeit entfaltet. Einerseits nm die Republik zu denunzieren, andererseits aber, um über die greuliche Affäre der Ruhrgelder hinwegzugaukeln und die öffentliche Aufmerksamkeit in eine ganz bestimmte Richtung zu lenken. Dabei bedient sich die Patriotenpartei mit Geschick der ihr treu ergebenen Beamtenschaft und vollzieht ihre Akte mit allem Raffinement der Sensation. Staatsanwälte holen die Inklllpalen im Flugzeug, die Zeitungsreporter weiden in den Bahnhof zu einer schonen Verhaftung geladen, die Presse wird aus den Amtsstuben mit fettlettrigen Informationen gefüttert. Der Effekt dieses Treibens halt sich freilich nur für wenige Stunden und die ganze Hetze ist so schwach fundiert, daß über die Schuld der so viel genannten Brüder Barmat bisher so gut wie gar nichts gesagt werden konnte. Sie sind sicherlich keine blütenweißen Engel und haben sichevlich sehr schwere Verfehlungen begangen. Sie haben nicht weniger, aber auch nicht mehr getan als ein paar Millionen gut arischer Schieber. Bon ihnen sind die Blätter voll. Aber man findet kerne Erwähnung der vstekbisch-adeligen' Zitzewitz, Eevlowitz, Etzdorfs, der Geheimräte Ruhe, Hellwig, Kantz — alles Namen, die aus einem märkischen Fontane-Roman herausgeschnitten sein könnten und die alle in Verbindung mit den Barmal und Kutisker sich des vom Juriltendeutsch so hübsch benannten Verbrechens der passiven Bestechung schuldig gemacht haben. Sie haben Geld genommen. Aber die so reinliche Recktspresse hat über diese Edlen den Mantel der christlichen Nächstenliebe gebreitet, wohl um keine Erörterung ihrer These aufiommen zu lassen, daß ein Jude unfählg für eine öffentliche Stellung ist. Ebenso still ist es um die Ruhrc^lder geworden.! Die Regierung hat dem Reichstag ein Aktenstück zu-! gehen lassen, das auf sechzig Druckseiten das Geschenk; von 645 Millionen an die Ruhrindustriellen eingesteht! und es daraus rechtfertigt, daß der damalige Reichs- ' kanzler. Stresemann in drei Briefen an Hugo Stirmes j sein Wort aegeben hatte.. Das bedingt die Verpflichtung des Reiches, die beschleunigt-erfüllt werden mußte, obzwar der Reichstag aufgelöst und die Regierung in Demission war. Das sind zwei Momente, die in einem anderen Staate gegen die Auszahlung gesprochen hätten. In dem von den Nationalisten und ihren Soldgobern, den Schwersabrikantey, bedrnägten Deutschland ist das WEISSE WOCHE olle weiBuoren zu sensationell billigen Preisen Im Warenhaus f Schiffmann II. Taborstraße 48 Tglsnhon 47"1»7f* En 9ros E» tfotail G