Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2153 (17.2.1925)
- Date
- 1925-02-17
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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«Kfc * Mm. Wle«e» Moese«zetta«s. 17. ffeffwar 1SS8 Nr. ALS 18. d. halte ftaWfittfaeit sollen. Wie rmn öfc Tel.-Komp. aus Budapest berichtet, wurden vom Verein -er erwachenden Ungarn, di dessen am Sonntag «Äbgehalitvnsr Bersammürng es zu ftüvmsscheu KunkgeEungen gacon ds« „Juden Bersgr" kam, m der ganzen 8:<töt Flugschriften verbreitet, wt denen die christliche Jugend Budapests aui^gefordort wird, Berogi unter allen Umständen an der Abhaltung i'tz'ues Bott-vagsaboichs zu verhindern. Der Brrdapester Bürgermeister ilveß nun Somttag die Dertrvter des Schcmsy'o'rwerbandes M sich bdteu und legte ihnen nahe, mit Rücksicht darauf, daß Krawalle zu befürchten foren, den Dortragsabend Beregis abzusage«; von omem CErat wurde dem Vertreter des Schaufpielewerbandes der Vortag gemacht, daß die UniversitätSsu gend dem Derbamd die Kosten für die Borbereittmg d:s Abends zurückerstatte. Der Schaufpielewevband hat den Vortragsabend Beregis t at sächlich abgesagt. Aus de» Aratm». StaaiSoper. Heute, 7 Uhr abends, „D er Wo» 1 az , v'. hierauf „S a n 111 f f i nt n m*. Donnerstag gelangt statt.Die tote Stadt' „D i e Z a « b e r f l 5 t e' zur Aufführung. Redoutensaal. Die Vorstellung von .Figaros Hochzeit' am Donnerstag entfallt. Burgtheater. Morgen, 7 Uhr abends. „E i n Sommernachtstraum'. o r kademietheater. Morgen, %S Uhr abends, dem Sündenfall'. volkSover. Heute „Karnevalin Rom' Morgen .Kuhreigen'. Donnerstag zum ersten Male Maffensts lyrische» DrarBa .Wertster'. Deutsche» BolkStsteater. Heute „Der lebende Leichna m'. morren .Der weiße Heiland'. Freitag Erstaufführung von .Der r n f von E b a r o l a i S' mit A exander M o i f f i. Tomlerslag ^8 ady Fanny und die Dienstboten frage". Raimund-Theater. Allabendlich 7 Uhr. Jl «. to « ia' mit Sari F e d a k. Samstag. 8 Uhr nachmittags, S a p v st o'. Souutag. 8 Uhr nachmittags, „R o tiLp v ch.e «'. Tbeater in der Josefstadt. Für di« nächste Zeit werden Schnitzler» „Anatol" und das Schausplel „Der Schattenfischer' („pecbeur ck'omdres") von Jean S arme nt vorbereitet. .Ein S o m m e r n a ch t 8tr ao m' bleibt diese Woche allabendlich ans dem Spielplan. Beginn 7 Uhr abends. Renaissancebübne. Hanst Niel« beginnt am 20. d. ein Gast'vkel in dem Schwanl .M e i n M a n n. der große Künstler' von Armin Friedman». Die Juszeuierung bat Josef Jarno übernommen. Modernes Tbeater. Das Programm der morgen um */«U Ubr abends stattfindenden Nachtvorstellung „Erste Pariser Nacht" erfährt eine Bereicherung. Franz Lebar wird Lauste Kartouich d'e den LiederzvkluS „A m o n r S', Worte Marcell Tunan. Musik von Franz Lehar zum Vortrage bringt, am Klavier begleiten Raoul Aslan singt Chansons. Am Klavier: Hilde Loewe Der Einakter „La jeunefilleaubatn" von LouiS Verneuil gelangt in französischer Sprache zur Aufführung. Roland-Bübue. Anfangs März gelaugt das be" kaunte Werk des russischen Dichters An— skt „D e r D y b u k', übersetzt von Frau Anna Noffig. zur deutschen Uraufführung. DaS Stück wurde von Direktor Dr. Beer, welcher das Werk für das Deutsche Volkstheater erworben hatte, der Roland-Bühne freigegeben. Tbeater an der Wien. Freitag, 7 Uhr abends, Premiere der Operette „DaSMilliardensouver" von Ernst Steffan. Buch von Tr. A. At. W i l l n e r und Hans Äottow. . Büraertheaier. Heute »nd morgen dirigier^ Pietro M a S e a g n i seine Operette „I a'. Die neuen Preise in der Staatsoper treten Donners ag in Kraft. Sams ag den A. 4». we.ben besonders ermäßigte Preise,'die bisher mrr für Nachmfttagsvorftellungen aalten, evngehrden werden. Die bisherigen Bezeichmmgen l, 2 und 3 .werden ausgsässen, die dror Kategorien werden -m Zukuav'-t heißen: erhöh e PE« (bisherige Be-^eichninng 2), gewöhnliche Prass« (die neue Preistabelle) und besonders ermäßigte Presse, das sind ofio die Eintrittspreise, Ke, wie schon bemerkt, b'sher mrr für Nachmittagsvorstellungen vn Gütung waren und die noch ger'sn'gor sind, als sie die neue Preistöbelle aufwe'sst. Zur Orventievwna des Publikums werden kürvf Lg cmf den Aheaterzettelln alle ProiskaLegovieu ersichtlich sein. Max Liebermann schwer erkrankt. Wie aus Berlin berichtet wird, ist 'bet Nestor der damischen MaLerei, der Präsident der BerL-ner Kunstakodemi-e. Prn'efför Max Lieb ermann, welcher im 78. LebenSsichve steht, an einer schwere« Grippe erkrankt. Jubiläum des Makers Isaak Israels. A»S dem Haag wird uns berichtet: In aller SÄkle beging dieser Tage der M-aler Isaak Israels, der Dehn dos verstorbenen großen Ma-lerS Issel Jirav'.s. seinen M. Gotiurrst-wg. Isaak Israelis gewießt -in Kunrstken-erikre'issn einen guten Russ; seine Werke wmdon von via.'«« Museen angesauift. Der verfilmte .Fioseukavaller'. Im kommenden Frühling wird die Swauß-Oper „Der R osen kavali er' verfilmt werden. Richard Strauß, der Tondichter, rmd Hu-sfo Hy'mamnstbal. der Wwttsst. haben der Pcm-Film-A.-G. dve Evla.uHnn'8 d7.in gegeben, und Richard Strauß hat sich bereit erklärt, der fil-mgemäß erwoite-rtan Handlamg, die Musik anznpassen. „Die jüdische PersönNchteit des IS. Jahrhunderts.' Der nächste Dovtrag des Zyklus von Frau Dr. Martha Hosmanu findet rwter dom Titel „Der Kritiker und Revoffar-tionär Ludwig Börne", Donnerstag den Ist. d-, pmrk^ich 7 phr aibetids, im Vero'nShoim, 8. Bez.» Ben-n-iplatz 1. statt. Beis-nnderes Interesse dürfte die Schilderung von Bövnes Kindheit im Frankfurter Ghetto fiwdön. Morgen Mittwoch ist ganz Me« -m Sophkensaal Vor der „L-ust'gon Büvgerredo».l-«'. KoMirrerillrises Stimn«.UMs- -rogmmm. Drei Kapellen und die BuMMlstk «%. B'st'ye .Harten m allen Kartenbureaus. (GwtgeÄ'ich.) Komponisten, Dirigenten, Gesuugs- und Jnstrunrentalscissten f-osucht. Zuschriften unter „Bymphonieorchester 8t08" .'!!>. Adnssinsstvatton dos Blattes (Entgeltlich.) Hetzer Mt «roß - srelaesproche». Hakeukrenzker vor Gericht. Gmen gan^ merLwiirdigrn Ausgang nab« gestern eine Berhcndliumg vor dem Jugendgericht (BeFirksrichter Doktor K rai i k), in welcher'sich Mer Ha^nkvouz'ler, nmn-rns Hetzer amd Groß, verteidigt von Dr. RiM, zu vereni'worten hatten, weil sie als Führer'eines Trupps von Ha'Venrkvouzlevbuben in der LeopolDstadt Ueberfälle auf jMssche Passauivn amtevnommen Heiden. Auch zwei fudssche Burschen, verteidigt von Dokior Plafchkes, waren beschuldigt, well sie ihre AngshöriiMn nicht pvügsln lassen wollten. Das Verfahren ergab durch die AuSfagrn von sechs einwaridfreien Zeugen m einer feben Zwessöl ousfchließeuden Messe, daß die angeklagten MM «der der Skmfac mit den Rtssen: ,Hallo, Juden gehen!' auf zwei alte Juden losgestürzt sind, den einen.am Kopf vevleyt, oen cnderan mtt Füßen gel-reten, eine jüdii-che Frau und ein südsschos Mädchen erheblich mißha^deL und sich auch an den beiden Mitdoschuldigien vevgrWn halben. Obwohl kein emzigor Glvt5astungszeiua>e—die übrigen ^lioder der Bande traten natürlich alls Zaugen auf! — etwas and>sres behij'üp't-n konnte, me'inie der Staa'Sauwailt. er über- 'lasse die Sache der Ensscheidumig des Gerichtcs. es stünden einander jüdische und christliche Ze-ugen gegenüber. man wisse -n'chit recht wenn man gla-uben solle. Das ließ sich R'ichl nicht enthob:», sprach von d-n rassische« Gegensätzen, die solche harmlose Vorfälle beyr^lich machen und schade ree, daß rra ck den Gcpflogen'hsiten bei Hake n- -rouAerübevfälken hier eigenes'ch sehr wenig gckchehen sei, die paar Fußtritte. Kvahsr und HauÄvbschLrfungen kämen nicht in Betragt, die südsschen Zeugen seien »Lch-t glaubwürdig. Gemeinde rat Dr. Pkaschkas wies anss di« Plrmmäk-iakort der Uetb-rfäüe hin. mß die Bübereien dor Täter, die sich die Wiener Bevölkerung nicht Weiner gciwllen fassen dürfe, »md e.'rif die Derlogwheit der Angeklagterr. Uro'er Hirwois auf di« Ergebnisse des Beweisverfahrens verlangt er Bcstveifu">i der aiigoölogten HakLirkrau-sler und Fresspruch der beiden Jwd-n, di« n'ch's vvrgebracht werden könnt«, a5z daß sie ihr« Cltcv" <xrschü<st haben. D«r Richter sprach die Angek'lagten frei, wobei er feisMellite, die beiden HakeUkrouzler seien von den Zongm alls Täter beqeichnot worden, die AuSs^en seien gang vest^lnintt gewesen. Da der Vorfall sich beverts abends «Lgesp'Ät habe, glaub« er 'den Zeugen, trotz ihrer genauen Angaben nicht. Bolkswiü. Sowbllanzengesrtz und Mndekkonfenar. Wie wir erfahren, wird auf der in dieser Woche statt» findenden Landertmrferenz auch di« Früge der Goldbvbanze« eine gründliche Erörtermtg findeit. Die Notwendigkeit hierfür ergibt sich daraus, daß die Länder teils selbst eine Reihe vorr wichtigen Wirtfchaftsnntevnehmungeit betreiben, teils in großem Maße an solchen beteiligt sind. Es sei nur hier die groß« Anzahl von Masserkrasttvevken, Bahnen, Elektrizitätswerken, Bevsichevungsawstvilten» Sparkassen- und Hypothekarmsiitu ten erwähnt. Bekanntlich stwd dis meisten diofer Unternehmungen in Form von Aktiengesellschaften orgawistert. Infolgedessen ».revden bei Evlassung des Galdbilanzengssetzes auch dies« Gosellschgiften eine Bilaujawfstellung vornehmen müsset:. Es sollen nun auf der LändeÄonferenz alle Bestimmungen dieses Gesetzes eingehend erörtert werden, um zu verhinvern, daß sventuell diese Uwteruehmu'Nigen irgendwie ungünstig getroffen werden können. Außerdem spielt aber auch di« Bilanz dieser Unternehmlntgen bei der Vermögensbewertung der Lander eine große Rolle. Es war in ihnen oft ein großer Bermögensbostaudteiil verborgen, ohne daß dies nach außen hm zum Ausdrucke kam. Nun wird bei der Aufstellung der Goldbilauz das Vermögen deiklariert werden müssen, was zweifellos ntanchen Faktoren nicht ganz genehm sein dürfte. Frankreich» Finanzsorge«. Das Rätsel der Fraukenbeweguug. Paris, 16. Februar. Unter den Maßnahmen, die Herrrok bei Bcratuni des Mncmzgesetzes in der Kammer ankünd-gen wird, verzeichnet der „Mot in" ' die Auishebmug sg 0 r.j d«r«aus für Coupons, di« Umgestaltung Ä«S Gesetzes über die AvSsn-hr von Geldwerton sowie cm« Evleichtevung in den Bestimmungen, di« für <v^ Inhaber lauitende Papier« bis jetzt Vovgeischrieben sind. Gerichtssaal c!tj Feiner and G^^llss-n-r wie Bangoin' Der Wachlmesslcr des Alpeniäoer-Neglments Nr. 8. Franz Wytlacil, wurde wegen Derbrechens der Meuterei vom Kreispeeicht Wels bedingt zu zw.ss Monaten Kerker und zur Da^radieruna verurteilt, weil er in e'n-'r MilitävverbandSdersammluna die vom Heeresminister Baugoin einige führte Grußpflicht als ein« Vergewaltigung bezeickmet und dre 2lÄrß'r»N'> gemacht habe, wer den Vorgesetzten grüßt ''nd dab'i die Faust rm Sack ballt, fei ein Heuchler nach Art des Heeresministers Vaniwin. Weiters war als Meuterei inkrimin^rt, daß Wytlacil sich über den Kommandanten der Untewssir'ersschul« geäußert habe, das sei auch so ein Feiner und Geschliffener wie Vaugoin. Gegen dieses Urteil brachte Wvtlaeil die Nichtlkfieitsbeschtverd: und Beru'ung ein, welche sich darauf stützten, daß die mkrmrin'«r>ten Äeußerungen. selbst wenn sie in diaiam Wortlaut gefallen wären, was entschieden bestritten und infolge widersprechender Zeugenaussagen auch nicht bewiesen sei. der Talbestaind des Verbrechens der Meuterei nicht begründ"» könnten. Die N ichtigkeitsb"schwerd-o hatte Erfolg, das erstrkchterliche Urteil wurde aufgehoben, der Angerlag-^.' vom Verbrechen der Meuterei freigespvochen und nur wegen Snbordinatwnsverletmng durch die erwiesene Aeußerung ,-2o ein Feiner und G:schlrffew:r wie Bauaoiu" bedingt zu einer Woche Arrest verurteilt. Auch die Degradierung wurde infolge dieser UrteÄSverkündrmg aufgehoben. Was Nachtlokale verdienen. In fortgesetzter Verhandlung die Wiener BallhauSgefelltchast m. b. H. als Ekgentümerin dieses Etablissements auf Bezahlung, eines einprozewtig'n Anteiles <pt dqm angeblich 50 Millionen .Kronen täglich betragenden Bruttoumsatz.'S.zu befassen. Diesen Anteil verlangte der Klager für die sechsmonatige Kürchigun'Lfrlft neben Gehalt. Der Geklagtenvertretrr Dr. B i r n st e i n hatte bestritten, daß eine einprozentige Teilnahude des Geschäftsführers an dem Bruttvmnsatz üblich oder auch nur zugesagt worden Wäre dies der Fall, so müßte das Monatseinkommen des Klägers zusammen 36 Millionen Kronen betrogen. Welcher Geschästsleiter oder sonsttge Angestellte erfreue sich eiw.s solchen Einkommens? Demg^^nnüber wies der .Klagevertreter Dr. R e ß darauf hin. daß ein« Beteiligung des Geschaftsleiters an dem Bruttomnsatz — neben dem Gehalt — schon im Interesse des Nachtlokals gelegen sei, da von der Tättg^eit und Umsicht des Lorters die Höhe der Einahmen abhäng«. Dieser Anschauung schloß sich auch das Gewerbegericht an. indem eS feststellte, daß der Anspruch deS Klägers auf ein Prozent des Bruttownsatzes — abzüglich brr Speis«-, Getränke- und Luxusabgabe — zu Recht best'he. Der Bevufunpsseuat (Vorsitzender Hasra: Doktor Herbst)^hat nun nach Elnvernehnmm.1 einer Reche von Zeugen die Berufung der BallhauSgesellschaft abgewresou und das Urteil des Gewevb.gerichtes bestätigt. Verführt und betrogen. Der 30jährige Leopold K r e i p l, gewesener SchÄer der Hochschule für Bodenkultur, der dann von Ackerbau nnd Viehzucht zur Schnavserzougung und Sicheret überging, hatte ein Berhasinis mit einem Mädchen. Er versprach demselben das Heiraten, es wurde zweimal Mutter von chm, beide Kinder starben aber. Schließlich zwang er das Mädchen, bei einem Notar eine Bestätigung zu unterschv-iben, es habe zehn Millionen Krone» Abfertigung erhallen, ohne dem Mädchen jedoch auch mir ossren Heller zu geben. Kvcnpl hatte sich gestern vor d m Oberlcmdesgerichtsrat Dr. Kahler des Laudesgerich'es 2 wegen Betruges zu verantworten, nnd die Verhoudlnug ergab, wie beispiellos sich das Mädchen filr Kreipl ausgeopfert und wie erbärmlich der Angeklagte an s«in> m Opfer gehandelt hat. Er tvurde schließlich zu drei Monaten Kerker, verschärft durch ein hartes Lager monatlich, mtd zur Zahlung von acht Millionen an sein Opfer verurteilt. Hierzu wird aus Paris gemÄdot: Die BcMrchchmvgrn dev svanyosischen Regievunig gehen davon aus, daß die Gefahr der Bank von F r a n k r e i ch groß sei, "daß die Emissionsgrenze der Bank von Frankreich von 41 Milliarden Franken bald erreicht wird . und; ihre Ueberschroltting jederzeit möglich erscheint. Eine weitere Erhöhung des Not«mrm!lau>fes Ware ein Zeichen, daß die Svabilssievumg der Währung nunmehr energisch in die Hand genommen werden müßte. ES erscheint aber wahrscheinlicher, daß beim Ueberschveiten der 41 Milliarden statt der kmv'entvsschen SamevungS-. Mion sin« gewisse Panik m' ifen KapitallsteNkrsssen einbrrth deren Anzeichen man honte schon in der Depression der Pariser Börse sieht. Darum sind die Maßnahmen der Rogievung, den bar» gÄÄiosen Zahlungsverkehr zu förderin, wertvoll, denn sie bedeuten Z-eitgowMn; dagegen sind sie nabürLich kein Schutz gegen Jrvflailiion. Eine einläßlichere Prüfung der Bilanz der Banque de France ergibt, daß der- Zahlunt'smrttelumlauf nicht übermäßig aufgebläht sst, wenn man das französische Preisniveau' mit berücksichtigt. Es darf nicht vergessenwerden, daß die relative Stabilität der letzten Monate nicht das Riesultat eines planmäßigen Vorgehens war, sondern durch die technischen Verhältnisse auf dom Devisenmarkt, wo.die Pfändhausse die dominierende Rolle spielte, hervorgernfen wurde. Ob diese Zeit zur Stärkung der französischen Devisenreserven auSgenützt werden konnte, sst eine offene Frage; man nimmt im allgemeinen an, daß auf der anderen Seit« noch große kommerzielle Bedürfnisse in der Hoffnung aus eine Baisse der Devisenkurse zurückMellt wurden. Sollten zum Beispiel bei einer Baisse des englischen Pfund in Ne-W-Nork von London aus Frankenabgaben einsetzen, so könnte infolgedessen' ein Kumulierung der Ansprüche anr Pariser Markt eintreten, der dieser vielleicht nicht gewachsen ist. Das Hauptproblem für Frankreich blovbt die Wiederherstellung des Vertrauens der Franzosen i-n ihre Währung und ihre Finwuzvevhaltnisse. Die schon erwähnte Depression der Pariser Wektenbörse hat nicht zum mindesten Grund in den Fiskalmaßnahinen, vor allem d.'m Bordevean des CmlponS. Das französische Besteuerungssystem und vor alleur seine Entwicklung seit eineur Jahre wirken hemmend aus die zdapita!« ilwestitionen. Man schätzt die Höhe der thesaurierten Noten in Frankreich bis auf 8 Milliarden, und Maurice Kellersohn spricht in der „Information" vom „Streik drS StopikrtS, dessen Wirkungen sich in j der Hinsicht fühöbar machen". Es sst zu hoffen, daß bei der Diskussion des Budgets der Einnahmen, zu dem schon oine Anzahl Abänderungsvorschlä-e allein bezüglich des Borderoaus des Coupons vorliegen, Mittel und Wege ge» funden werden, das Kapital wieder in vermehrtem Maße ^llen Zweigen der Wirtschaft zuzuführen. Der Staat sovbst hat hieran das größte Interesse, sollen doch dieses Jahr noch über 30 Milliarden Fran>ken Bons de la Defense usw. erneuert werden. An das von Herrn Clementel beabsichtigte Kmrsolidierungsanleben für di« schwebende Schuld wird bei den derzeitigen ZinSverhältnisselt dief.'S Jahr kaum mehr geschritten werden können. Devisen Amftferdam «. I «oll* Gulden. Belgrad t Diner ...... Berlin . . .. Rrflsne' I h«1*leclier Frank. . Budapest 100 ungor. Kronen . 'Mikaresl I l.el. . London I Plund Sterling .. Mailand l Lire. . New.Yorlt l Dollar . . . .. Parle l Frank . . ..... Prag I techeeho-elowi Krone. Leviten- und valntenkurse vom Iß. Februar 1923. Geht 28.13ft, 1138- 188*0.- J084 07 90?60 - 3388 2:916.- 709 \- 3730.- 2103.- Var« »8T90. (162. 16950 3S06. 88.70 362 - r3980o 2928. 11180. 3745. 2112,- ’ofla 1 l^wa.. Stockfiolm l schwed. Krone . Warschau.. Zürich I schwele Frank. . . Valuten AnterOuu hebe Noten . . . Belgische holen 100 Franken. 'uiparlsche Noten tu lUiuLeea Deutsche Noten tnglleche Noten ....... Geld 514. - lv'S9. 13610. 13-65. 7k)46l>.- ööüv.- 498 1670,.. 337000." Var« 518. 1915« I37W. 13715 3380. 506. 16840,- öSSSoe.- ^ranzOalache Noten . , , Mot!Indische Noten ..... 'tal enU*!!* Noten , , » , , , nvoa’awiaehe Noten . . . . ’olnl«cii - Noten ...... funiHni.c'ie Noten. 'uaatsche Noten tRo nan.) . . Schweizer Noten toi Franken r*checho-*iow. Noten . . . « Türkische Pfund-Noten » » , » Uugetischc Noten ...... 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