Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2152 (16.2.1925)
- Date
- 1925-02-16
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IPal«b 20 crom I Wien: Zttm AMiolan in der Etnodftfon, tl Tahorttt. 1-3, oder in einetVeraehlciaaten« (Trafik) moaatl. K 50,000 Straaaenverkauf ko wie« durch die Kolporteure der Firma Gofdaeluniod, 1. Bet., VoNteike II Mit Poitvoraand filr V'ieo o. Oaatarr. monatl. K 50.0'"' Ttcheeho-Slowakeii Mon. K22, Juroalawfans Mob» Dinar60. Polen» Moa. 4 Zloty, Doataehland: MoB.'Goldmark 4; F r a a Ir r., Beltien: Moa. Free. 18 HP fMtfctafciaar«* HW M Pi«(Mrli8tiaarm «arbaaanaa ftr. 2152 ar Wiener omemeituug Dien, ttontag, 18. Februar 1928 I Preis k aooo | England: Moa. 4 Schilling, Italien: Moftätl. 18 Lire, Ru m S n i e n Mob. 170 Lei, Bulgarien Mob.80 Lewa, Schweix und da* übrig« Aualand moaetlleh Frea. 5. Redaktion u. Administration Wien, II., Tabofstr. 1—3 relephoae: 44-0-38,43-3*19, A’>6Uhr abda. 21-102,25-282 IX. Univereitataatrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oeaterreiehiaehet Poatapar* koaaen-Konto Nr. 150.693?. Fahrgang Sin neuer Bündnisvertrag. Paris, IS. Februar. (HavaS.) Nie der „Matin" mellet, führen Ministerpräsident Herr tot und der britische Außenminister C h a m b e r i a i n Unterhandlungen zwecks Abschlusses eines SichecheiWtHeS, der ein Kompromiß zwischen den Bündnisverträgen und dem Genfer Protokoll bilde. Alle Nachbarstaaten Deutschland- «nd Deutschland selbst sollen sich spater dem Pakte anschlietzen, aber gegenwärtig würden die Verhandlungen zwischen Frankreich unt England geführt. Wenn die WestmSchte Mm Pakte beigetreten sei« werden, würden sie dem Völkerbünde erklären, daß jeder deutsche Angriff gegen irgend einen Punkt der Grenze von der Nordsee zur Adria alein gegen sie alle gerichteter Angriff betrachtet werde« müffe. Deutschland wurde erklären, daß eS sich eines Angriffes zu enthalten verpflicht«. Der völkervunsolle den ftoft ratifizieren, und sofort die Mttel prüfen, um seine Geltung auf andere Gebiete Europas zu er- AontroSe aller deutsche« Kriegrfabrike». Paris, 15. Februar. (WM.) Der franzöfif che Delegierte in der EntwaffnungSko rnmifsion des Völkerbundes, PM Boneour, wirdwre er selbst angeikündigt und wie -e-Mr ,-DernpL" bestzätigt, bei den morgen' hegmuanden Bemimigen der EntwäsfmvngsLammifsiou desVölkevbnndeS 'verlangen,- daß Ne Kontrolle auch aus Nie P r i v a t f a b r i k e n, die .Kviegsmateviol im Auslaute Herstellen und i-n deutschem Besitze sind, ausgedehnt werde.! ' Deutschland und die Maate«» Ae deutsch-fkauMche« Wirtschastrverhand. lange». Paris, 16. Februar. (WM.) HMdelSminvster Raynaldy hat gestern abends der deutschen Wkrtschaftsaoordnuing die von einem Teile der französischen Presse aavg-e- Mndigten neuen Vorschläge unterbreitet. Die deutsche Abordnung ist bereits in die Prüfung des Schriftstückes eingetveten. Frankreich vmnittelt zwischen Türken und Griechen. Paris, 18. Februar. (Wölfs.) Der Direktor kt Ministerium des Aeußern Laroche hat gestern den t ü r k ischen Botschafter und den griechischen Geschäftsträger empfangen. Es handelt sich um Bermitt- Lnngsvorschläge, um den Konflikt, der wegen der A'uKweisiuing 'des Patriarchen entstanden ist, beizulegen. Ikounnnuisteuanrweisungen nur Griechenland. Rom, 15. Februar. Aus Athen wird berichtet, daß die' Mg ierung 200 a u s l ä n d i s ch e K o m m u n i st e n ausgewiesen habe. __ Sine polnische Anleihe in Amerika. Warschau, 15. Februar. (P. T.-A.) Die Meldung des Reuterschen Bureaus, wonach gestern der Vertrag betreffend die Aufnahme einer p o l n i s chen A n l e i h e im Bet-wg^Von.M'HMGenH^llax.W. dm-VexemiAthu..Staaten unterzeichne t wokd'en. sei,Wscd^tsi''maßgeMden polnischen Kreisen' bestätigt. Alkoholsteuer» in Ftalien. Rom, 15. Februar. Das Amtsblatt vevlauibart eintzn Z it schlag z ur Weinu nd Biersteuer in der Höhe von 12 bis 15 Lire pw Hektoliter Warn,. 80 CerrKsimi für eine Flasche Wein, 12 bis 15 Are für einen HektoMer 25gradigen Brantwem, 23 bis 30 Ave für 88- bis üOgrädige gebrannte Getränke, 36 bis 45 Lire für 51* bis 75gvädige wnlb 48 bis 60 Live für über 75grädige gebrannte Getränke, von 60 Centestmi stir eine Flasche Likör und von 6 bis 9 Lire fiir einen HektMiter Bier. eie Berwaltungrresom in Sefterreich. An die in der nächsten Woche stattsindende Länderkouferenz werden im Parlament keine großen Hoffnungn geknüpft, immerhin rechnet man damit, daß wenigstens in den zwei wichtigen Fragen, wie der der Reform der Verwaltungen yt den Ländern und bezüglich des Abgabenleilungsgesetzes man trachten wird, die Wege zu ebnen, die zu einem baldigen greifbaren Ergebnis führen. Zu der Reform der Verwaltung in den Ländern ist die Regierung nicht nur durch die Verhandlungen in Genf genötigt, sondern auch in den Länderen selbst wird die Forderung nach einer Vereinfachung der Landesverwaltung immer nachdrücklicher erhoben. Bundeskanzler Dr. Ramek hat einigen Parteiführern mitgeteilt, daß er den Entwurf über die Reform der Verwaltung in den Ländern in den nächsten Tagen sowohl den Parteien als auch den Ländervertretern übermitteln wird. Auf die endliche Regelung der Abgabenteilung sfrage wird diesmal das Land N i e d e r ö st e r r e i ch drängen. Die niederösterreichische Landesregierung braucht die nötigen Summen für die Deckung der Lehrergehaltsforderungen. _ Der Konkurrenzkampf der Brotfabriken. Das Hammervrot billiger. Die Leitung der Hammerbrotwerke erklärt in einer Mitteilung an die Presse, daß sie ab utorge« Dienstag den Preis fiir einen Laib Hammerbrot auf 7500 K. herabsetzt. Begründet wird diese Maßregel mit dem Vorgehen der Ankerbrotwerke, die an eilte Vermehrung ihrer Produktion geschritten sind. Der Könkurrenzkampf zeitigt hier ein sehx erfreuliches Resultat, das wegen der Wirkung der^cBratpreise Kr. die.. B>w eg«Mg^ Lebensmittelpreise wichtig ist. ■ „_• Sonrad-Hötzendorf schwer erkrank. Wie die „Sonn- und MontaMeitung" melpet, ist im Befinden des Feldmarschalls Conrad- H ö tz e n d o r s vor einigen Tagen eine B e rs ch l iiw ern n g eingetreten. Mit Rücksicht auf das hohe Alter des Patienten muß das unveränderte Anhalten der S ch w ä ch e z u st a n d e, an denen er leidet z« Besorgnissen Anlaß geben. Ae Kaufmannsbank. Königsberg, 16. Fehvuar. (Woilff.) Bei der Eröfftmyg der Ost messe hveA der Reichskanzler Dr. Luther eine Längere Rede, in der er die außerordentlichen Schwievigkieiten schilderte, unter denen Ostpreußen m wirischafKicher und Vevkehrstechnischer Hinsicht zu leiden habe. Die a« der Weichsel geschaffenen Vechältmsto werden von der deutschen RegiertvNg als mit dem Versailler Vertrag in Widerspruch stehend 'betrachtet. Sie sind überdies in jeder Hinsicht unnatürlich und hemmen , das wirtschaftliche Gedeihen. Die ReichsregieMng wird bei jeder Gelegenheit mit allem Nachdruck eine BesserU'Ng dieser ' erschwerenden Grenzverhälnisse erstreben. Ostpreußen braucht für seinen wirtschafüichen Berkehr vor allem rechtliche und vertragliche DicheMngen. - Hinsichtlich der d e u t s ch - r u s s i s ch e n . B ez ie Hungen machte der Reichskanzler die Mitteilung, daß eine kleine deutsche HcmdeMcl«gation> nach der mmntchr abgeschllosienen Ümarbeitnug der Ha'ndelsvertragsgisgen>- stände am 26. d. wieder n a ch M o S k a u abwisen werde, und sprach die Hoffnung aus, daß die BerhandLungen mit Sowjetmßla-nd zu einem 'befriedigenden Ahschluß ^-langen. Bchügjlich der deutsch-polnischen Beziehung ge« betonte der ReichSkanzler, daß für einen befriedigenden Erfolg der Handelsvertragsverhand^l'ngen. die am 1. März in Berlin beginnen werden, selbstverständlich vorausgesetzt werden muffe, daß Polen den guten Willen der dc>uts«hen Regierung nicht durch eine unfreundliche Haltung gegenüber den in Polen lebenden Denffchen beeinträchtige. Gerade in den letzten Tagen habe Petttschiland an Warschau «k Protestnote gegen die Ausweisung evangelischer Geistllch?v v'cht??' N!,''"?. Hladir-Sobernik. Budapest, 16. Februar. Wie ,M. Reg^el" meldet, ist die .neuerliche Verhaftung Josef H l a d i.s - 'D o b e r-- niks, der sich bekanntlich während einer Eskorte durch ungarische Gendarmerie in der Vorwoche in dos tsche ch is ch e GesaN'dtschaftsgebäude flüchten konnte, keiinesiwegs so richig verlauste wie es in den Blättern haMstellt wird. Samstag nachmittags erschien nämlich nach einer Besprechung im Außenministerium, an der auch der tschechische Gesandte B a d r e c k a teiilgenommen hatte, Ober-- stadsiiaulptmann-Melljvertreter Dr. Het.en Y i mit zwei Detektivs in der tschecho-flowakischen Gesandtschaft, um Hladrs-Dobernik zu verhaften. Als dieser die Polizeibeamten erblickte, rief er verzweifelt um Hilfe und widersetzte sich feiner Verhaftung derart, daß er erst nach einem .Handgemenge gefesselt in das Polizeianwmo'btl geschafft werden konnte. _ Quer durch den Sudan. Chartum, 15. Februar. (Havas.) Wich abenteuerlicher Durchquerung von D a r f u r und K o r d o f a n ist die französische Antvmobilexpe'dltion.Tranin-D>uverns aus dem Senegal hier eingetroffen. Sie fetzt die Fahrt zum Roten Meer fort. __ Vas Dortmunder Arrgwerksunglülk Noch sieben Tote in der Grube. Dortmund, 15.'Februar. (WM.) Bis heute 9 Uhr abends wurden tweitere Knf Bergleute ans dein Schacht der Zeche „Minister Stein" geborgen, so daß sich jetzt imr «och stehen Tote in der Gru'be befinden, gn denen mm noch «W gelangm kannte. . Versammlung der Aktionäre. ' Int Saale des kaufmännischen Vereinshauses fand Sonntag eine gut besuchte Versammlung der Aktionäre der Kausmannsbank statt. Der Vorsitzende Kommerzialrat i Oppenheim sagte in seiner Eröffnungsansprache, daß heute die Schuldfrage klargestellt und die sofortige Einberufung der Generalversammlung verlangt werden müffe. Der Anwalt der Aktionäre, Dr. Haas, berichtete sodann, daß ihm ein Funktionär der Bank nähegelegt habe, die heutige Versammlung abzusagen, da Verhandlungen zwecks Sanierung der Bank im Gange seien, doch könnten diese erfolgversprechenden Verhandlungen durch die heutige Aktion zerstört werden. Er drohte auch mit einer Verleumdungsklage. Der Vorsitzende richtete hierauf heftige Angriffe gegen den Präsidenten R a s p e r, welcher der Hauptschuldige sei i und das ganze mobile Vermögen an Braun Stammfest vergeben habe, weil er dafür Aktjen und Provision bekam. Er habe ferner Kompagniegeschäfte mit hen Direktoren gemacht. Auch die übrigen Schuldigen sind bekannt; gegen sie müsse eine Strasauzcige gemacht werden. Dr. Polatschek, Sekretär der Bank,^ warnte vor übereilten Schritten. Man dürfe keinen Justamenlstandpunkt .einnehmen. Er.betonte, daß die Zwangsversteigerung der Realitäten B r a u n - S t a m m f e st s eiugeleitet wurde. Heute sei die Möglichkeit vorhanden, daß die Aktien mit 95 Prozent bewertet werden. Aber alle Aktionen niüßten scheitern, wenn die Strasverfolgung Meschloffrn werden würde. Nach einer lebhaften Debatte einigte man sich schließlich auf die Wahl eines Komitees, welchem der Auftrag gegeben wurde, sich über die im Gange befindlichen Pcrhandlungen zu unterrichten und die Einbernsnug ei:^'G e»X neralversam.mlung zu fordern. /