Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2151 (15.2.1925)
- Date
- 1925-02-15
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I IPamn 20oroml Wien: Zum Ah^eien in der Etpeditton. II. TaKotatr 1-3* oder in einer Veraehleiaalefle (Trafik) monatl. K 50.000 Straeaenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma Göfdse'imied, 1. Bei., Wollzeile 11 Mit Peilftnag i für Vien n. Oeiterr. monatl. K 50.000 Taehee^o-Slowakei Mob. K 22 iu?oalawien; Mob. Dinar60. PoleB:Moti. 4 Zloty. Deatseiiland Mop Goldmark 4, h r a n b r. Belgien: Mon. Frca. 18 MT Ntehti« aot«* -m btl Prat*»rttAtiniifm *«fM.*tt** Wiener SAMSTAG» 21. itthraar 192$ Sämtliche SXanterihanuAlc S&laa-meuse HAKOAH- HüilüUrE fKtndci zagrmsten Her •roetBahi ransfalfen | P,-g|q K tiwa I England: Mon. 4 Schilling, Italien: Monat 18 nr« RwmSn*enMon. 170 «i, Bulgarien Mon. NO l ewa, Schweiz and das Rbrlsre Ausland monatlieh Frei. 5. Redaktion« ^dminietratk» Wien II., Taborstf. 1—3 Telephone: 44-0-38,43»3«19, A'^Uhrahd. 21-102,25-282 IX. Universität«»!» asae 6—8 (Druckerei Steinmann) Oeaterreiehisenea Poatapar* kaasen-^onto Nr. 150.60H »MW»»>U»>WW»»>»«WWWWW>W»>»>»»»WllWWW>>»»»W»»W»W>WW>>WWW>WWWWWWWM^^ Nr. 8181 Wir», gönnten, 15. Februar 1925 7. soittaona Zer XIV. zionistenkongreß. Wahrscheinlich im Hochsommer in Wien. Wie wir erfahren, hat die Zionistisch« Exekutive beschlossen, den 14. Zionistrnkongreß für den Hochsommer dieses Jahres «inzuberufen. Wahrscheinlich wird der Kongreß in derzweiten Hölste August in Wie» zusammentreten. DaS Zionistisch« Landeskomitee für Oesterreich hat de» Auftrag erhallen, di« entsprechende« Vorschläge nach London zu «statte«. Ser Nachfolger Herbett Samuel». *£{« Dementi Sir Alfred Monds. Jerusalem, 13. Fobruar. (I. T. A.) Sir Alfred Mond beauftrag'« die Palästinensische Telegraf henagentur, di« Gerüchte, ba{j er als Nachfolger Sir Herbert Samuels, der im Juhi dieses Jahres von sei-nem Posten als Oberk:.mmMr von Palästina scheidet, ausersehrn sei, zu dementieren. Diese Nachricht erschien nicht nur in palästi"ensi'fchen Zeitungen, sondern auch in verschiedenen Zeitungen Eür.Pas und. Amerikas. Gm'.He Zeitungen' wußte« sogar zu .melden, daß Sir Alsrod Mond. bevor, er London verließ, an die liberal «Partei ein Schreiiben gerichtet •.hätte, ' k‘ welchem,-et ..mittesste, er werde nicht mehr imstande sein,'sich in -Zukunft der Partei zu widmen, weil, ex. sich «achum . short eilten wichtigen PMn i»',ifectir’ ^ir SÖCtlfre^i Mond ^M^t; dg-h Ln MnW^Pvie^ qy-M Ta^yg^der.Wralen' Mrtei v»2.n W AÄernWpe''''.eh«K Rssiievüngspc'stsns Nicht daetzHvde war..Er habe sich nur entschMi''t, daß er der.Tagung fernblviben muffe, weil , er eine Reife nach Pal'Mlna. plane. Er werde sich aber nach seiner Rückkehr aus Palästina wieder .der aktiven Teilnahme an der Arbeit für di« liberale Partei widmen. Ser PalSftkaahafr« l« Haifa. Jerusalem, 13. Februar. (I. T. Ä.) Der Oberkommlssar. von Palästina Siv .Herbert Samuel empfing dieser Tage eine Abordnung der Städte T e l- Ä w i w. und Jaffa, die v>c.n dem Bürgermeister von Tel-Awiw Dizengoff und dom Prcirsibenten der Jaffaer Handelskammer geführt worden war. Die Abordnung drückte nochmals den Munsch aus, daß die Regierung in Jaffa einen modernen Hafen erbaue, in welchem Falle di-e Stadtverwaltungen von Jaffa und Tel- Awiw bereit waren, die Kosten für die Messungen und Baggerun-en zu tragen. Sir Herbert Samuel erwiderte der Wordivung, die Regierung erwä.ie die Frage des Haseiibaues ganz unparteiisch und lasse sich nur von realen Rücksichten leiten. Der Anspruch Jaffas auf einen modernen Hafen gründet sich darauf, Laß Jassa ein weit größerer Handellumschlagplatz sei als Ha-ifa. T-emGegenüber besitzt Haifa zah'reiche 'Hm von der Natur Vevlichsn« Eigenschaften, die chm als Hasenplatz -den Vorzug geben; vor allem eine geschützte Bucht. Obwohl es heißt, der Glaube Wune Ber^e versetzen, so wird doch der Glaube der Jaffaer Bevölkerung eS nicht vermögen, den Berg Karmel für den Schutz ihrer Meede herbeizuschaffen. Es ist ferner zu bevücksicht'gen, daß Haifa ein großes Hinterland besitzt: Syrien, T ra n s j o r da n i e n und Irak. Sci'a'd die Oelsel'der von M o s s u l entwickelt sein werden, .wird man die Oelröhren bis zum Mittelländischen Meer leiten, dann kann nur Haifa als AuSganglhasen in. Betracht kommen. ' Nicht zuletzt ist zu berücksichtigen, daß die Mineralquelle des Toten Meeres etwa 100.600 Tons Mineral für die Einschiffung liefern wird. Der Transport wird über das Jordantal Eisen-» bahn geleitet werden und die Punkte Baisan—Haifa verbinden. Es wäre unpraktisch, setzte Sir Herbert Samuel fort, iw einem fo kleinen Lande wie Palästina zwei' moderne Hasen in einem Abstand von nur .fünf Meilen von einander iK i errlchiers. Der Sächperständlge des 'K -souiaL-i amtes, Ingenieur Palmer, habe sich für den Bau des Hafens in Haifa ausgeprochen. der eine Million Pfund k sie« würde. Der Bau des Hafens in Jaffa würde freilich 'weniger als eine Million kosten. Ein Hasen in Jaffa würde dem Orangenexport viel nützen und auch den Jerusalemer Handel fordern. Cs bestehen aber Pläne, den Hafen von Haifa auch Jaffa und Jerusalem dienlich zu machen. Man wird die Li nie .Haifa—Aegy p» ten teilen, so daß ein« Linie Tel-Awiw und Jaffa berühren wird. Natürlich muß erst die finanzielle Möglichkeit der Ausführung dieses Planes erwogen werden. Dan» besteht das Pv^ekt der Schaffung eines Landungsplatzes an einem Zentralpunst zwischen Jaffa und Tel-Awiw. Sir Herbert Samuel schlug der Abordnung vor, eine Sachverständigenkommission einzusetzen, di« alle diese Projekte zu prüfen und Jit vereinigen ha'ben wird. Auch soll eine Kcmmissioin die Finanzierung dieser Unternehmuwgen in den Kreis ihrer Erwägung ziehen. (flti Kreuzzug. «tr. Wien, 15. Februar. Die Eröffnung der jüdischen Universität in Jerusalem soll durch die Proklamierung eines Generalstreiks der arabischen Bevölkerung gestört werden. An diesem Tage soll dem jüdischen Volke neuerlich vor Augen geführt werden, daß es ein niedriges und verfluchtes Volk ist, welches nicht Anspruch auf jene Behandlung hat, die jedem anderen Volke, und sei es noch so schwach und klein, zugebilligt wird. Die Eröffnung einer nationalen Bildungsstätte ist ein Akt, der sonst auch dem Feinde Respekt abzwingt, ihm zumindest achtungsvolles Schweigen auferlegt. Am Ehrentage des jüdischen Volkes soll der Pöbel auf die Berne gebracht und zu beleidigenden Exzessen mißbraucht werden. Rom will es so. Wohlgemerkt, Rom, nicht Mekka. Dem europäischen Leser wird wohl vorgeflnnkerl werden, daß es sich hier um einen spontanen Gefühlsausbruch der eingeborenen mohammedanischen Bevölkerung handelt. Aber das ist Lug und Trug.'Die maßgebenden mohammedanischen Kreise inner- und außerhalb Palästinas haben nie eine auf die Demütigung des jüdischen Volkes hinüelende Politik entfaltet und haben auch beute andere Sorgen als die, den Ehrentag der jüdischen Nat'on zu entweihen. Aber es gibt eine Macht mit einer Jahrtausende alten politischen Tradition, deren nie aus dem Auge gelassenes Ziel die schimpfliche Erniedrigung des Judentums ist. Diese Macht ist d'e katbolflche Kircke. Cs soll ein Judentum geben, das jüdische Volk soll leben, aber als abschreckendas Beispiel. Die schmutzige Schmach, welche auf denen liegt, die dem Nazarener und seinem Stellversreter auf Erden nicht huldigen wollen, erhöht den Gläm der Kirche. „Was nützt es, die Feinde des Christentums, in. fernen Gegenden äufzusuchey, wenn die lästerlichen. Juden, weit schlimmer als die Sarazenen, in unserer. Mitte Christum und die Sakramente schmähen dürfen! Ich fordere nicht, die Fluchbeladenen zu töten, denn es steht geschrieben: „Töte sie nicht!" Gott will nicht, daß sie ansgewttet werden, sondern sie sollen, wie der Brudermörder Kain, zu großen Qualen, zu größter Schmach, zu einem Leben ärger als der Tod aufbewahrt bleiben. Sie sind abhängig, elend, seuflend. furchtsam und flüchtig und sollen es bleiben." Diese Botschaft ließ vor dem zweiten Kreuzzug ' Papst Cugenius der Dritte dem Fcanzosenkön'g verkünden. „Die Inden sollen, wie der Brudermörder Kain, flüchtig und unstät auf Erden wan-. deln und ihre Gesichter müssen immerdar mit Schmach' bedeckt sein!" So schrieb Papst Jnnocenz der Dritte an die südfranzösischen Grafen, welche die Inden ihrer Provinzen menschenwürdig behandelten. Schmach den Juden! Ohne die Demütigung der Juden ist der Triumph der Kirche unvollständig. Ein freies, in Menschenwürde lebendes Judenvolk ist ein Pfahl im Fleische der Kirche und muß ausgeriffen werdend Das ist das Motiv, das immer und immer wiederkehvt. Das ist das Motiv, warum das Papsttum gegen den Zionismus, gegen die materielle und vor allem gegen die geistige Aufrichtung der jüdischen, nationalen Heimstätte in Palästina kämpft und imnrer kämpfen w.rd. Weil diese Aufrichtung aus den Juden freie Menschen macht! Solange der Zionismus über die Grenzen der Idee nicht hinaus war, ließ die Kirche ihn gewähren. Aus dieser Zeit liegen Aeußernngen hoher Kirchenfüvsten vor, welche von Wohlwollen überfließen. Bon dem Zeitpunkte an, da der Zionismus ins Gebiet der Wirklichkeit eindrang, ist Rom feindselig. Der Geist von Jnnocenz und Cugenius ist wieder rege. Er war. nie abgestorben. Cr hat nur geschlummert. Die kräftige Lebensregung des alten Indenvolkes,. der arbeitende Zionismus hat ihtt geweckt. Nom verfügt nicht mehr über die Waffen von ehedem. Seine Bannflüche zerschmettern nicht mehr. Es kann keine kreuztragenden Armeen auf die Beine bringen, es kann den Königen und Regierungen nicht mehr diktieren, aber es kann die Pfade der niodernen Politik wandeln, es kann unter erborgter Maske da und dort zündeln und schüren. Diese Politik betreibt es nun in Palästina. Die katholischen, ganz unter dem Einflüsse der Missionäre stehenden Araber werden in die Wiassen der mohantmedanjschen Fellachen dirigiert, und mit einem Male hört Europa von einer Das englische Fremdengesetz im lintertzaus. Die Erleicht«ungSanträge der Arbeiterpartei zurückgezogen. (Eigendtenst der „Wiener Morgenzeilung".) London, 14. Fdbrüar. In der gestrigen Unterihcmssitzung.wurde oin« längere Debatte über di« englische Fremdengesetzgebung abgrsührt. Ein Antrag der Konservativen forderte die Beibehaltung und Anwendung der bestehenden Fremdeng e s e tz e; zu diesem Antrag h:-tte d'.e Arbeiiterparte'i eilt Am endement olngebracht, lwekches mit Hinweis aus den FvlvdensKustN'nd eine freiere und menschlichere Handhabung der FvemdengAfetzgchung verlangt. . elementaren Auflehnung des geknechteten Arabertums gegen das machtlüsterne, gewalttätige Judentum. Der Plan vom Generalstreik am Tage der Eröffnung der Universität in Jerusalem ist in Rom aus-, geheckt. Ob Rout an diesem Plane festhallen wird, ist essse Frage, welche heute nicht beantwortet werden kann. Vielleicht wird es sich damit begnügen, Beunruhigung, ejste gewisse nervöse Spannung erzeugt zu haben. Aber Me dem auch sei, an der Tatsache der Eröffnung der jüdischen Hochschule wird keine Hetze etwas ändern. Das Im Verlaufe der Debatte eEärte der Jnnemnimstch Johnson Hicks. daß ander bishevgon Fremdengofetzg:bung ftstgehailten werden müsse, solle England von arHoltfuchendetr, mit^'llofen umid kranken Ausländern sowie von Personen, deren a n t i s o z i a -l e Tätigkeit eine Gefahr für 'das Land bivde, freiÄerben. Der Minister führt« weiter aus. daß er die Fvomdem gesetze nicht zu politischen Zwecken, sondern anKMießlich nach sozialen «und WirtschaftNchen Gesichtspun'kten anlrenden wolle. N?.ch der ErNSmng des Mnisters zog die Arbeiterpartei ihr Amendement zurück und der Antrag der Konservativen aus Beibehaltung und strikte Anwendung der Frentideng:setze wurde angenommen. Judenvolk in seiner Gätrze ist nicht mehr ein Haufen furchtsamer Flüchtlinge, welchen das Gepolter irgend eines Agitators, der Lärm der Gasse im Nu auseinantzerjagt. Der Teil des Judenvolkes, welcher Palästina aufbaut, ist durch die Schule des Zionismus gegangen und weiß, was er will. Er will in Palästina arbeiten, gleichviel, ob es diesem oder jenem gefällt. Daher arbeitet er dort. Er will, daß in Jerusalem eine jüdische Universität eröffnet werde. Daher wird die Universität eröffnet werden. Frühjahrs-Reulieiten Inkoohftinen He ren- und Oa^ens^ffen zu «iö5h Ifonn & Fl*ißf1 snftr gönnt i g n Piftisen bereits lagernd bei lUtilli « 1 Huu VI. Linke Wien» zelle 4u da Hold