Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1925-02-13 · Heft 2149 (13.2.1925) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2149 (13.2.1925)
Date
1925-02-13
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2979076-2981191-2981234--21919-3009278
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

IPo 18 b 20 qroszy j Wien: Znm Abholen in der Expedition. II. Taborstr. 1*3, oder in einer Verachteisstellc (Trafik) rnonatl. K 50.000 otrassenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Finna Goldschmied, 1. Bei., Wollieile II Mit Postversand für Wien o Oesterr. rnonatl. K 50.000 Taeheeho-Slowakei: Mon. K 22. Jugoslawien: Mon. Dinar60. Polen: Mon. 4 Zloty, Oentaebiand: Mon. Goldmark 4, F r a n W r., Belgien: Mon. Frea. 1B M* Niehnhiua]«i *W> W Prsf«i>rhith«n?M rorbehalte« Nr. 2149 Wiener orgeimilmlg Prel« K aooo I England: Mon.4Schilling, Italien: Monatl. 18 I ire, Rui a n i e n Mon. 1701 ei| Bu^arien Mon. 80 Lewa, Schweiz und daa übrige Anstand monatlich Frea. 5, Redaktion o. Administration Wien II., Taborstr. 1—8 Telephone: 44-0-38,43-3-19, AhCTJhr abds. 21 -102.25-282 IX. Universitatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Me». Freitag. 19. Februar 1928 Oösterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150,^08 7. Aabraimg Sowjets und Bauern. —y. W i e n, 13 Februar. Das Zentralkomitee der russischen kommunistischen Partei rüstet fiir die kommenden Ergänzungswahlen in die Sowjets. Solche Termine sind immer ein Anlaß, demokratisch, volksfreundlich zu tun, und so enthält auch die von der Zentrale an die unterstellten Organe cmsge sendete Instruktion gewisse Bestimmungen, die man anderwärts als Wahlreform bezeichnen würde. Die Instruktionen gestalten bei der Auswahl der Kandidaten mehr Rücksicht auf die Parteilosen und ihre Kritik. Es ist ja möglich, daß der hier bekundete Liberalismus nur als ein Alibi ge'dacht ist und daß nachher, wenn die kritisierenden Parteilosen doch nicht gewählt sind, die Parteileitung auf ihre Willensäußerung verweisen kann. Trotzdem aber entsprechen die Instruktionen der Lage der russischen Regierung, die sich sehr schwierig gestaltet und zu Zugeständnissen an die Opposition zwingt. Die Neuwahlen sind zumeist in den ländlichen Gouvernements durchzusühren und dort war bisher eine immer stärker sich akzentuierende Passive Resistenz der Bauernschaft gegen die Moskauer Diktatur zu verzeichnen gewesen. Erst in der vorigen Woche hat Stalin, einer der Herrscher, resigniert das Scheitern aller Pläne zur Eroberung des Dorfes konstatieren müssen. Alle Opfer des Intellekts, die gebracht wurden, sind vergebens gewesen. Die Stenern wurden herabgesetzt, trotzdem aber verharren die Bauernmasien ln ihrer Verneinung des Systems. Sie haben alle Vorteile errungen, alle Hoffnungen auf Ackerboden erreichte Mehr kann ihnen der Bolschewismus nicht geben. Dagegen hat er das Mißtrauen der Rc-dikalen erregt und ihnen gegenüber hat Stalin das Dilemma der Regierung gezeichnet: „Entweder wir können die Bauern in den Verwaltnngömechanismus einschalten oder wir können dies nicht. Dann endet di« Angelegenheit mit unserem Sturz, weil dann die Bauern ihre Kritik in der Form von Aufständen üben werden." Dies erinnert an die in früheren Jahren erfolgten Agrarunruhen, die immer niedergeschlagen wurden, immer aber von Konzessionen an den kapitalistischen Bauernkommunismus gefolgt waren. Die Sowjetregiemmg ist nicht weiter gekommen und das bedeutet einen Rückgang. Ihre Kraft ist zudem durch die Kämpfe zwischen den' Führern geschwächt, und obzwar die Armee die Absetzung Trotzkis äußerlich ruhig hingenommen hat, ist sie doch in ihrem Gefüge nicht mehr so ganz sicher. Dies scheint der Grund dafür zu sein, daß dem Ob7rkommandierenden Frunge der bisherige zweite Leiter der politischen Polizei, der Tschekaführer Unschlicht zur Seite gestellt wurde. Das würde darauf hindeuteu, daß sich der Radikalismus mit der Eliminierung Trotzkis noch immer nicht zufrieden gibt und daß er die weitere Opferung der kommunistischen Grundsätze befürchtet und verhindern will. Die Nep- Politik Lenins, die den langsamen Anschluß Rußlands an das europäische Wirflchaftssvsteim vorbeveiten will, ist nicht abgeschwächt worden und auch die neuen Männer mußten sie akzeptieren. Sie haben auf diesem Gebiet den Bauern schwerwiegende Zugeständnisse machen müffen. Die gewaltsamen Maßregeln gegen die reichgewordenen Bauern wurden eingestellt und der Verkauf des Getreides freigegeben. Das hat den Appetit der landwirtfch'astffchen Kreise gereizt und sie empfinden es schwer, das; der übrige private Handel mit Gegenständen des täglichen Bedarfes lveiter gehemmt bleibt. Ans dieser Differenz ergibt sich ihre Unzufriedenheit und der lähmende Druck, den ihr Desinteressement auf die Regierung und den linken Flügel aus;''bt. Die Kremlregierung fühlt sich ständig im Rücken bedroht und kann doch keinen schärferen Schritt wagen, weil die Armee trotz aller Verwöhnungen den Bauern nähersteht. Die Regierung wird ihnen Konzessionen machen müffen, die auch die private Unternehmungslust von den Fesseln befreit. Der Weg zur Demokratie wird mir zögernd beschritten. Mer das Wahlregnlatib, das die Parteilosen, das sind die Bauern, heranziehen will, ist doch ein Zeichen der Besserung, auch wenn es nur als Mittel zum Wählerfang dienen sollte. Die Bauern sind stärker und so wie sie in Amerika herrschen und sich von dort ans den europäischen Konsumenten tributär gemacht haben, so werden sie auch den Sowjets ihren Willen aufzwingen. Die Rückkehr zur Goldwährung. Sie FinanzkommWon der Böikerbunder für die Wiederherstellung de» Währung. Genf, 12. Februar. (Schweiz. Dep.-Ag.) Die Finanzkommifsion des Völkerbundes beschloß, drei ihrer Mitglieder zn bezeichnen, die mit dem Komitee für Wirtschaftslagen an den Beratungen der gemischten Kommission für das Studium der wirtschaftlichen Krise, namentlich im Hinblick ans die Finanz- und Währungsfragen teilnehmen sollen. Diese drei Mitglieder sind: Dubois (Schweiz), Jansen (Belgien) und Ni ernähr (Südafrika). Die Finanzkommission ist der Ansicht, daß nichts mehr zur wirtschaftlichen Wrederher* stellung der Welt beitragen könne a*s die Rückkehr zur Goldwährung oder einer entsprechenden Währung, wie sie von der Konferenz von Genua empfohlen worden ist. Griechenland und der Minderheitenschutz. Genf, 12. Februar. (Schweiz. Dep.-Ag.) Die griechische Regierung hat dem Ge-neralsekretariat des Völkerbundes zur Kenntnis gebracht, daß sie auf Grund eines einstimmi'g gefaßten Beschlusses der'griechischen. Na tionalversam ml.ung' ersuche, auf die Tagesordnung der. nächsten Session , des Bylkerbuntzrates die Frage P rstwkv f l g "übe r ' lnd-er h e i i e nfchutz zu fetzen. . Es handelt sich hiebei um dys zwischen Griechenland und Bulgarien abgeschlossene Protok.'ll, dessen Ablehnung die griechische Natvonalverfaimmlung 'beschlossen hat. Die Türkei geaen die Entscheidung des Völkerbundes im Patriarchenstreit. London, 12. Februar. (Del.-Komp.) Meldungen aus Kowstantinopel zufolge hat kn der großen Nationalversaawmbuing in Angora Außenminister Schukri Kaya Bei Erklärungen über den Konflikt wegen der Ausweisung des Patriarchen gegeben. Er führte aus, die Türkei fonovß den Versuch Griechenlands, die Angelegenheit dem Völkerbund zu unterbreiten, nicht b i l Ngen, da erstens keine Kriegsgefahr bestehe, zweitens die Türkei den Lausanner Vertrag nicht verletzt ha>be und drittens die Patriarchenfrage eine absolut inner- . türkische Angelegenheit sei. - Re heiligen Stötten. Rom, 11. Fobvmr. (I. T. A.) Die katholische Organisation für den Schutz der Heiligen Stätten m Palästina, die während der Tagung des Bölkerbrrndvates m Rom ei« Memorandum übergeben ließ, hat soeben e>'ne neue ausgedehnte Kampagne gegen die zionistische Politik in Palästina oi'ngc-leitet. Alle in Italien erscheinenden katholischen Zeitungen veröffentlichen' anscheinend aus der gleichen Quelle-inspirierte Artikel, in denen gefordert wird, daß Italien die Bewachung der Heiligen Stätten übernehmen solle. Es wird weiter gefordert, daß die faktische Ueberwa-chung durch die Franziskaner geschehen soll. Die Kampagne wird von Monsignore de Sangro geleitet. Aus den Kreisen der Organisation wird versichert, daß die italienische Regierung die Bewegung, die auf eine llebcrnahme der Kontrolle durch Italien hinauslänft, tatkräftig untevstützt. Sin Windkraftwerk in Berlin. Zur Gewinnung von Elektrizität. Die BechandlMgeu Mischen der Flettuer-Gosellschast rmd der Stadt Berlin zur Errichtung eines Flettner- Windkraft-B er suchswert'es sind, wie das „Berliner Tageblatt" meldet, put Abschluß gelangt. Auf dom der Stadt gehörigen Gelände am Kaiserdainm sollen zunächst zwei Bersuch 3 windtür m e errichtet werden. Bereits im Laufe des Monats April sollen die Versuche MMnommen werde«, m größerem Ausmaße Elektrizität durch Windkrafi zu gewinnen. Sie Araber und die hebräische UmverMSt. London, 12. Februar. Die „Times" melden cmö Jerusalem, daß die avü>b Ische Exekutive den Generalst re i k für den 1. April proklamiert,' an welchem Lord Balfour dve hebräische Universttät m Jerusalem' eröffnen will. ' Inzwischen wurde ein zweitaußrnd Zuschauer fassendes 'Am Phi t h'eä t e r hinter dem Universitätsgsbände' ffr die EräffnMtgszeremoriie gebaut. Die Mörder de, ögtzvtttcheu Sirdar. Geständnis eines Verhafteten. Kairo» 12. Februar. (Havas.) Ein Dbudrnt. der am 1. in einem nach bet tripolitanischen Grenze ab geh enden Zuge verhaftet worden war (von uns bereits gemeldet. Die Red), hat seine Teilnahme an dem A t t e n t a t g e g e n den Sirdareingestanden und mehrere Personen, darunter seinen B r « d e r, der Mittäterschaft beschuldigt. Eine neue Londoner Konferenz? Rom, 12, Februar. (MoU.) Die Agenzia Volta bestätigt die Nachricht von einer b e v o r st s h e n d e n neuen Konferenz zwischen England, Frankreich, Belgien und Italien, die Ende Februar tagen und sich insbesondere mit der Räumung der Kölner Zone beschäftig ge« fall. _■ Die Sozialisten unterstützen Herrkot Wetter. Grenoble, 12. Februar. (Havas:) Die Resolutionskommtfsion der sozialistischen Partei hat einmütig eine von B l u m, Bracke und Renaudel abgefaßte Entschließung genehmigt, worin dargelegt wird, daß die Politik der Unterstützung bereits bezüglich der internationalen Organisierung des Friedens und der sozialen Reformen Ergebnisse gezeitigt habe. In der Resolution wird weiters der P a r l a m e n t s-> g r u v p e das Mandat erteilt, die durch eine demokratische und reformatorllche Tätigkeit der Regierung bedingte P o l i t i k d e * Unterstützung fortzusetzen. Mussolini, Parlament. Rom. 12. Februar. (Tol.-Komp.) Die Wiedereröffnung derKam'merist nach einer Unterredung Mussolinis mit dem Kammerpräsidenten Easertano auf den 5. M ä r z festgesetzt worden An der Spitze der Tagesordnung steht das Budg^ des Innern und das n e« e P r e ß g e f e tz. u Die Volkswirtschaft Des „christliche» Kurse, Budapest, 12. Februar. (Tel.-Komp.) Me „Az Eft" mitteilt, tritt die „Evgorr" Industrie- und Handels-A.-G. in Liquidation. Damit verschwindet eine der wichtigsten und ältesten volkswirtschaftlichen . Gründungen des „ch t istltchen Kurses" in Ungarn vom Schauplatz. Die „Evgon* gchörte anfänglich dem verstorbenen Mg. Wilhelm Eckhardt, einem Bruder des gewesenen Pressechefs und jetzigen rechtsradikalen Abg. Tibor Eckhardt. Die „Evgon" betätigte sich namentlich aus dem Gebiete des Valuten- und Devisengeschäftes und hatte nichts getan, als Schulden aMeHÄsts^ Di« Gelder war«« i« die Laichen ihrer Gründer gef^sson,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.