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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-08 · Heft 2144 (8.2.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2144 (8.2.1925)
Date
1925-02-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IPoibb ZOnromt Wie«: Zw» Abholen in der Efpedftion, II Taborstr. 1-3, ode» ineiner VarschleissteÜe (Trafili» monatl. K 50.000 SimiiaverkiQl hl Wien durch die Kolporteure der Finna Gofdsei>mird, 1.8er., Wollzeile 11 Mit Posleerrand für Wien o Oeetarr. monatl. K SO.OtK Taehecb o-Slowakei Mon. K 22 jn?oslawien Moo. Dinar 60. Polen: Mon. 4 Zloty, Deoteohland: Man Goldmark 4, P r a n k r., Baigien: Mon. Frei. 18 * ffaebaah• o*r*> MW Pnt*«rliö)tanve« mtwhillM oraenicituim j Prgf» K gSOOl Engianu: Mon.4LdnUing, Italien» Meniti. 18 < ire, Rumänien Mon. I7öi ei, Bulgarien Mott. K0 Lewa, Schweiz ond das^bri?« Anslaad monatlich Freu. 5. Redaktion a. Administration Wien 1!., Taborstr. 1—3 Telephone: 44-0-3»,43-3-19. AHdUhrakda. 21 -102,25-282 IX. Unkrersitatsatiaase 6—8 (Druckerei Steimnann) Ocaterreiehisehes Postspar» kauften Konto Nr. 150.693 flr. 2144 Bien, 8onnto8, 8. Scdrunt 1925 7. üofirnana Die Tragödie der Wanderung. Verschärfung der binwanderungsbill in den Bereinigte« Staaten. —Das Sude des Aidlrechtes in Sngland. New-York, 6. Februar. (I. T. A.) Der Vor« sitzende des Einwanderungskomitees des amerikanischen Repräsentantenhauses, Kongreßmitglied Albert Johnson, der Autor des gegenwärtig geltenden Einwanderungseknschrankungsgesetzes, hat am 2. d. bei m K o n g r e tz der Bereinigten Staaten einen schriftlichen Antrag eingebracht, in welchem gosordert wird, die bestehenden EinwanderungSLeschrankungen noch zu verschärfen. Minister Hicks Lernst sich ans die Arbeitslosigkeit in England. London, 7. Februar. Der B.avd of DepuKes, Lire BervmvAUng der englischen jüdischen Gsme-indon, hat beschlossen, gegen die schlLmimie Anwendung dor nsuisn Gvnwcmde- MnNs-besll'rwmnngsn in Gngland, die sich auSsch'-iehKch gegen die Juden richtet, zu Pvotsstieven. Dvsft Venfügungen «moden., «wie gomeldst, durch eine anonym geschviobsm Artikelserie in den »Times" vMereÄet, gegen die sich Lood. Rothschiltz in swom (iwiuns devossenchlichten) offenen Brief wandte. Ebve von RochsHM geführte Ätbordniung des Board sprach nun am Firvilvg beim Jmvenim'miister Joynisoin Hicks vor. Der WovMhver, der Deputation H e n 11 qn e s erklärte, daß , daS G.Mvanderü.nss>Aese-tz Vollmachten erteil wie sie der hespotifcheste Tyrann nichtbesser wimfchenÄMie. ' Vi«^' M B e r so l gn n g e n Züflnchk in En-glvnp nahmen. Er ersüche, M^Aufftsfung. dclß jeder FvMvde'eM.Fluch'für Eng-', lajü». rpäre, auszugetsn.! Mn anderer Deputierter, F e r sh t, erklärte, daß dir von den singewanÄerten ' Juden betvieibeuen Harckels- Iwepge d.;e ArbeitsLoifigkert nicht vermeh- Ahrer in Sens. Die begonnenen Besprechungen werde» Montag fortgesetzt. Gens, 7. Februar. Tie WrMch'sche DolÄgation, die Msivvn nachts hier eimtraf, hatte noch in später NachtstU'ndr eine Borbespre chung. an der BundeSminiister Dciktor Ahrer, Gen-erMommiMr Dr. Z-i m me r ma u. Pvasiident der Natioual'banck . Dr. Reisch - und «SettionSchsf Dr. Schüller teilnahmen. / Das -Fmanzkomiter dos MllkMknÄes wählte gmn Vorsitzenden t e r Meuten und zu' MtAiedevn B ia nchini^ (Italien), Chalondal (Fvankwich), U sa m-i (Japan), Laith - Roß (England), D ub o i s (Schweig), Stra losch (Südafrika), Tornquitih (A-rgeutiniion) imid Jansen (Tänemark). Heute um 11 Uhr vormittags trat mvtm dem Vorsitz seines Präsidenten ter Meulen das Finanz- :k o m i t e e des- V ö l k e r >b u n des zu samuwn. Ter Sitzung wohnten BnndeSm'imster für Finanzen Doiktor Ahrer, Mim'stM a. D. Dr. Grün berge r und die österreichischen Experten.bei. Auf Ersuchen des Präsidenten erstattete der BmidesminHer für Finanzen «in ausführliches Expose über samÄche Puniöte der ini September 1921 in Genf getroffenen finanziellen Vereinbaren g.e n. Sc>dann . beantwortete der Bundesmmister für Finanzen ome Roche von Fragen der Mtglioder >des FinanzLolniitees. Da'sFina-nzkomitve wird über die AussühruuMn des Mluislers in-tenr weiter beraten und hat die osterreich'schv Delegalieu zur Fortsetzung der Besprechungen für Mow +.<t $ eingeladeu. . , ren. Die Deputation stellte die FlMrrung aus, daß Äe. vor dom Jahve 1914 in England gchornen Kinder vom 16. LoHenÄsahve an von der Registrievmigspflicht 'bofveit worden. Der Minister des Innern a»ttvovtete, daß -die EiuwandevU'Nig Fromlder kein Recht, sonder» ein PrivLeg sei. Mr können die BewiLijguug döefer Gunst, sagte er, an bslieHige BVd' nguugeu knüpfen. Ich will, sagte der Mimster, nicht für die Galerie sprei^n und vM mich nach keiner Seite hin populär machen. Ich bin auch i n k e i n e r l e i Beziehung A n t i s e m i i, aber jedes Land ist ibervchÄgt, Fre.mde adzuleh nen. Amerika übt dieiiles Recht-besonders woitgohond. ans. Die Entscheidung der Regierung Letrifst alle Fremden. Wenn wir sr- V.'ären würde«, sie gelte für JtaHaner und Skandinav-er, aber für PoLnifche Juden nicht, so tväve dies mt fkanda-> löser Rechtsmrßbrauch. Mir;habeneine Million ArboMosier, die Mehrhoit des Lajche^'ÄlKgt. mein« - PolatK, und . ' V ich bleibe bei mein« JnsLruktiou, daß in zwÄfÄWtett ^FüLm-'gWSir M MMndw.elHMdsn Werde.-. GÄ. ^rD^Mr. Sr leichte- LiNwg-^N, erwägen. Falls der M 15 dis' D -Jahve ön' GugWd^ Mt; ««df hat, kann or sich ohne SchwieMgLÄten nWurralisieren lasson. .,Jch kämpft Mg-sn unerwünschte Auslände?:", schloß der Mini'.lster. „Daß solche Leute zu nn-s hsvom wollen, ist Fweiföllos!" Weizmaimr Amerika-Nekfe. London, 6. Fsbruvr. (I. T. Präsident Weizma n n 'hat vorgestern an BmÄ Dampfers ,^>lymprc" die Reift nach den Bevsinigten Staaten angetvsten. (Bon der „Wiener ALorMnzeitung" bereits gestern gsmeildet.) Der Zweck dieser Reift iist, de im vovgen. Ja'hve. begonnenen Verhandlungen mit denMrchtzicniüsten.über deren Gm- Ivitt i'n die Jewilfh Agoney ftw:e die VevhaMungen über den Plan der PaWne Jnvestnrent Corporation (Geftllschaft für KaPi^talSanlagen in Palästina) zu Ende zu Mren. Richter Bernard A. Roseniblatt, das amerikaniische MiiMed der ZionMschen ExMtive und des Finanz- und Wittschastsr-ates, begab sich mit dom gleichen Tampftr nach.NewDork. ' Richter RoftMatt, der vor kurzem m Palästina geweÄt und dort die Union der. jüdischen Stadtverwaltungen ovgamisvrren ha'bf, wiÄ m Amerika ibsmüht fein, dce Anüvihöbons der- Jcilvish Municipal Union unterzubringen. Sir Sübert Slatzttm. Jerusalem, 6. Februar. (I. T. A.) Der Oborftkretar der Pa.'ästiuareg-i'evung, Sir Gilbert Clahton,- wird dieser Tage in Jevusalem erwartet. Es wird m-rtyeE, daß er den endgültigen Text des palästinenftschen Bürgevschaftsgefttzes miMingen wird. Wie der I. T. A.-Vsrt'wter erfährt, wird der' erste Bizeftkretär der Palästiuaregievung, Mr. Edward Keit>h- Roa ch, der vor oilpiger Zeit als palästinensischer Ra^tg<<ber in das Kolonialamt Drusen wurde, am 1. Apvil aus feinen Posten m Jeruiftleni zurückkehven. Die SchMen'rige. Paris. 7. Februar. (Havas.) Der ^ürötische. Botschafter hat nachmittags dem Ministerpräsidenten .Herriot die britische Note betvefftnd die Schulden überreicht. Sie wird am?Mo.ntag in Paris und London Veröfsentl i ch. t werden,. Jerusalem, 6. Februar. (I. T. Ä.) Demnächst werden in-Jerusalem die evsteu. Palästina-Pässe auFgegc'Len lverden. In Anlage und Form werden., sie .den bMschen Pässen ähnlich sein. Der Text ist in vier Sprachen (eng- . lisch» arahisch, hebräisch und ftanzösisch) gedvrrckt. Der korrumpierte GM. —y. W i e tt, 8. Februar. Für den Mak dieses Jahres hatte der Mächtekonzern der Alliierten und Assoziierten eine Fortsetzung der Abrüstungskonferenz vereinbart. Das in Genf nur akademisch begonnene Werk sollte zu diesen! Termin in praktisch brauchbare Formen gegossen werden. Als der Beschluß, gefaßt wurde, schienen die Zeitläufte günstig. In England war noch Mac Donald im Amte und nichts deutete auf seinen Sturz. Er hatte eben oen Handelsvertrag mit den Sowjets geschlossen und sein Plan einer in langsamer Evolution fortschrer.enden Sanierung der Weltverhältnisse hatte durch den Wahlsieg Herciots eine kräftige Förderung erfahren. Trotzdem schien der Optimismus, bereits bis zum Mai die Vorarbeiten für ein Abrüstungsabkommen vollenden zu können, ungerechtfertigt. An dieser Stelle war damals gesagt worden, daß die Vorfrage^ ob ein solches Abkommen nicht die Zustimmung aller, auch der nicht dem Völkerbund angehörigen Staaten besitzen müsse, nicht geklärt ier. A'.ch wäre es notwendig gewesen, daß die in Genf vertipten^n Staaten ihre Gesetzgebuna auf den löblichen Zweck stiminen, also die öffentliche Meinung ihrer Bllkel. mU dem gesamten Komplex der Frage vertraut machen.' E'.ne pazififtifdje Kampagne hätte einsetzen müssen. Es ist'nun wirklich, das eingetreien. was zu befürchten war. Mac Donald rst über/eine von bcn; Sowjets aufgerichtete Fußangel gestürzt, der Ausfall der deutschen Wahlen , hat die nätionalffnschen Gegner Herrwts mit neuem Elan versorgt. .Die Konferenz ist also einstweilen verschoben, als Grund Nud angegeben, daß sich'üie'britische Regierung mit den Dominions über die GrundsaW der Reform Vers.öndige« müsse. Solche'Her- Pandlgün^en' erförderu innrer vrel Zelt, vor alle»! aber viöl guten Willen. Und von vcm/Qöantum dieses zweiten- Erfordernisses rst inzwischen wieder e,n garer Teil verloren gegangen. Dre Ereignisse in Aegypten sind noch nicht liquidiert, scheinen sich im Gegenteil wieder zu komplizieren. Zwischen Rußland U'iü Japa-.r ist em Vertrag geschlossen worden, dessen nv'.rtar; aUnjcher Ehärakter kaum'mehr zweffelhaft ist und der aury in allen interessierten Zentren ni hl -andv s als eine drohend- Gefahr aufgefatzt wird. Änter solchen Auspizien kann an eine Abrüstung im technischen Sinne des Wertes nicht gcamcht werden. Ihr müßte die Abrüstung der Geister vorangehen, mrd es gibt heute wohl nur wenige, die an das Vorhandensein der psychischen Vorbedingungen glauben^ Die Schwierigkeiten, denen die Fruge imn,ec wieder begegnet, ergeben sich aus der Tatiachr, daß d e Annosphäre des Hasses immer wieder izw Tendenz der Verdichtung zeigt. Aus dieser SLicklufr [ta.tnnr die aruerikanische Cinwanderungspolitrk, die zu der ^ussifck-jupattischen Entente die Grundlage geliefert hot. Das rvluidun; der Fremdenfresserei beherrscht aüe Nationen und die Unterschiede in der Aeußermig sind nur durch die kulturellen Unterschiede bestimmt. Die Borwände, die oder jene Klasse, die oder jene Rasse oder Nation als gefährlich zu bezeichnen, sind im ganzen überall gleich. Amerika, so schreien die Hundertrro.enliqen, kann die aus den europäischen Hungerdistrikten Fliebenden nicht den Bedingungen seiner wirtschaftlichen Organisation einfügen. Genau dasselbe sagt der konservative englische Innenminister Joynson-Hicks, um die jüdische Einwanderung in Englmid zu unterbinden. Er ist kein Anti^ semit, aber er muß die Arbeitslosen bedenken, denen keine Konkurrenz gemacht werden dürfe. Die beste Entlastung der Arbeitsverhältnisse läge freilich in einer entschiedenen Aktion zur Hebung des europäischen Marktes. Das ist nur durch konsequente Friedenspolitik zu erreichen, die in Deutschland die Demokratie Wecken und stärken würde. Für den konservativen Minister aber endet das politische Problem am Kanal. Herriot hat jüngst behauptet, Europa sei kein Kanton mehr, der sich nur nach seinen eigenen Gesetzen richten könne. Leider steht Herriot mit seiner Aeußerung allein: Nicht nur Europa, die ganze Welt besteht aus Kantonen, die sich gegen einander absperren wollen und die ihren Kantönligeist zunächst gegen die jüdische Armut wenden. Dieser'Geist verhindert jede ernsthafte Diskussion der hingegen ChlHone, alle weiß und' erprobt guter Qualität letzt zu ganz enorm reduziert Minnen preisen bei VI. Links Wienzeile 4u (In Hehl 42740^

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