Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2143 (7.2.1925)
- Date
- 1925-02-07
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Geste 6 D-ren. Savsska«g wollte das Tor öffnen. Entweder parierte das Tor nicht oder der Haus'vrschlüssel streikte. §. hielt Monolog, es nützte nichts, das Tor gab mch nach. Da ging er auf die A rche nach einem Wachmann. Den Bomühungen der beiden Männer gelang cs endlich, den HanSbesoracr hcrauszuklopfen. Dn: Wachmann ghna. S. war wütend. Er wg einen — Kochtops, den er nrr Überrock trug, heraus und stülpte ibn dom Hausbesorger auf den Kopf. Hierbei brachte er ihm blutige Verletzungen mit den scharfen Blechrändern bei. Tie Angeleoenhcit hatte' gestern beim Bezirksgericht Fünfhaus (LandeZgerichtsrat Dr. Schedy) «in Nachspiel. S. meinte, er hebe einen Spaß gemacht. Der HausöesovZer: „Das ist ein Spaß, mm 2 Uhr in der Nachts Da bleibt man zu H'use. alter Lump!" Urteil: 21 Stunden Arrest und 500.000 K. Schmerzensgeld. Volkswirt. Lke internationalen BalntenmSrtte. Die internationalen Devffew. und Geldmärckte ze'gten kn der letzten Zeit keine großen Veränderungen. Das gilt vor allem von der .sdurAenttvick^ng der Valuten, «die ciinc fortschreitende Konsolidierung und S!a>b: liste vung zeigten, so daß die Möglichkeiten großer spekulativer Transaktionen immer geringer werden. Unsicher ersch:>mt noch immer die Entwicklung des französischen Franken. In ab ehbaver Zeit wird auch hier die Kon.'eguvnz aus der tatsächlichen Entwertung -dw-fer Währung durch eine Tevchlvalion gezogen werden müssen, nrgewiß aber blavbt noch völlig, auf welcher Basis sich diese vollziehen wird. Wenngleich sich die internarronale Bewertung des Frankens wieder etwas gebessert 'hat, so sind die Aussichten doch nicht günf% vor allem im Zusammenhang mit der fortschrewlenden Kapita-lsslucht, die gegenwärtig vor allem ihren Weg nach Belgien nimmt. Starke französische Käufe belgischer Werte haben die Devise B r ü f fei in Paris nvuevdiwzs von 94.30 auf 95.88 steigen lassen gegenüber einem Kurs von 92.17 zu Jahresbeginn, so daß sie sich der Pariser Parität bedeutend genähert hat. Die relativ günstige Finanz- und Wirtschaftslage Belgiens sind'Waltere Ursachen für die Besserung, die sich auch im Anziehen der Londoner, N-ew-Aorker und Base-ler Notierung äußert. Dagegen ze-vA der Kurs des englischen P f u nd e s rn New-Dork eher wieder eine kleine AbfchwächunH, jedenfalls wohl nur vorübergehender Natur. Die Veränderungen der übrigen Devisen blieben unbedeutend, die leichte Abschwächung des Schweizer Frankens hat sich fortgesetzt, kann jedoch nur als eine ReoAion auf die bisher zu hohe Bewertung angesehen werden. —.Die Geschäfte auf den Effektenbörsen werden in steigendem Maße von New-Iork beeinflußt. Die Tendenz war auch in der abgelousenen Woche nicht einheitlich, doch bsstand für einzelne Werte noch Hausseftrmmung, für andere vorwiegend Mgabenneigumg. Die Geldftüssigkeit dauert jedoch an, namentlich auch dadurch, daß die Preise der ameviöamfchen Rohstoffe und Agrarprodukte irfolge des durch die amerikanischen Kredite bewirkten stärkeren europäischen Konsums ständig steigen. Das amerikanische andauernde Aulagebedürfnis zeigt sich in der Aufnahme des Diskontgeschäftes von deutschen Industrie- und BanPwe>ch»seln, für die 6 Prozent erhältlich sind gegenüber einem Satze für tägliches Geld in Amerika von 2,5 Prozent. Auch tik Bereitstellung von Geldern zu« 'direkten Finanzierung d e u t s che r I ndu st r ie u n tevuehmungen im Zusammenhang mit der der englischen Fmvnzwelt macht Fortschritte. Gegeniväriig unterhandelt auch Frankreich wieder über die Emission größerer Anleihen für öffentliche und' private Körperschaften. Die Pariser Börse verkehrte ebenfalls in guter .Haltung, während in London eine leichte Stagnation zu derzeichnen ist. Auch ans den deutschen Börsen war die Tendenz nicht einheitlich, stärkeres Interesse 'bestand für Montanwerte. Die Entspannung auf de-m GöldmaM hält an, fo daß auch das Prwatdrskontgeschäft allmählich durch Diskontierung erstklassiger Jndustriewechsel seitens der Großbanken wieder in Fluß kommt. _ Preissenkungen auf dem Weltgetreidemarkt. Die letzten Nachrichten aus Chicago 'berichten über zum Teil bedeutende Rückgänge am Getveidemarkt. Die Preise haben jetzt das Niveau wieder erreicht, das sie zwei Wochen vor der Rekord- Preissteigerung inne hatten. Als Ursachen dieses Rückganges werden neue Gesetze in Amerika gegen die Trustbeweguug am Getreidemarkte angegeben. Andererseits wieder glaubt man, daß . die Führer der Haussebewegung zum günstigen Zeitpunkt ihre Positionen gelöst haben, w,d daß nunmehr die Versuche d«r Mitläufer, ebenfalls ihre Gewinn« zu realisieren, diese Preisrückgänge verursachen. Der österreichische Getreidemavkt ist in nicht so bedeutendem Maße von der Haussebewegung mitgerissen worden, wie es zu befürchten war. Die anziehenden Preise in Oesterreich vollziehen sich bei ruhiger Tendenz, ohne derlei eWssive Formen anzunchmM, wie es in Amerika der Fall war. Dazu ist noch zu bemerken, daß in der letzten Zeit große Getreidetransporte aus den Donaustaaten eingelangt sind, welche eine ruhige Gestaltung des Getreide-marktes versprechen. Vorschläge zur Linderung der Äreditkrise. Gestern führte im für kaufmännische Interessen der erste Sekrewr des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft, Dr. Brichta, über diesen Gegenstand aus, daß eine Erleichterung des Geldmarktes durch staatliche und durch privat« Maßnahmen zu erzielen sei. Di« Beschränkungen des Geldverkehrs durch Bewirtschaftung haben notorisch die Geldknappheit gesteigert und die in den Sukzessionsstaaten erfolgte Gründung neuer Industrien auf allen Gebieten, für welche vielfach die iiatürlichen Prodfktionsü-dingnngen und Absatzgebiete fehlen, haben sehr hohe Beträge in unökonomifcher Weise fejtgelevt. Die sehr langsam fortschreitende wirlschaFiche Konsolidierung in bcu vom Kriege stark W1 genommenen Staaten verlangsamt den Kapstalszujluß aus den kapitalsstarken Woststaaten nach den kapitalsararen W«dern. Die Kauftnamvjchaft je-ldst könye die GeldlmWhrit Mlenee Moeaen-ess««ßk- 7. Februar 1925 , Nr. 2148 Devisen Amsterdam >. l iiol!, Gulden , Belgrad 1 Dinar ....... Berlin. Brüssel t belgischer Frank. . Budapest loo ungar* Kronen . Bukarest I l.et. London t Pfund Sterling . . Mailand l Lire. New-York l Dollar. Paris l Frank. Pra" I tschecho-slow. Krone. Staffen» nnd Ealntenkurse vom «. Februar 192S. Geld 2&0O.- 1145.— 168*0.- 464». 98.10 366.— 339510.- 2942.- 789 »S,— 3530.— 2t 94.— Wart 28700. Ui?' I6950. 366t. 98.90 368 - 340500. 2954. 71185.- 3846. 21f 4.- Oetd Ware Sofia t Lewa. 513.- 5t7.- Stockholm I schwed, Krone . irlft. -!9t5o. - Warschau .;.138P0.- 13700.- Zflrieh I schwel* Frank. . . 13690.- 13740. Valuten Amerlkai ische Noten .... 70460^. iMiO. Belgische Noten tOü Franken. 36'5.- 3T35. Butaarfsche Noten zu lOOOLeva 498. - 5-6. Deutsche Noten. 1670-.- 16820.- KneMsche Noten. 3377,0.- $39100. Franz3stsche Noten . .... Holländische Noten . « . . . Italienische Noten ...... lugos'awteehe Noten . » . . » Polnisch* Noten.. . VuntSnfsehe Noten. fassliche Noten (Ko-nan.). . Schweizer Noten 10.) Franken Tschecho-stow. Noten . . . Tflrklsclte Pfund-Noten .... 1 In-'artscue Noten . . . Geld 3811.- 282VL-. 2935.- 1141. 13535.- 360.- 13551.- 2"81.- 16701.- »7 31 Ware 3858.-. «480.- 29».- »147— 13675k— 361k- 138 toi— >093. - 38307.- 93.50 durch Erhöhung der UmlaLfsgeschwrndHbeU des Geldes lindern So sei insbesondere dem kaufenden Publrkmn gegenüber nnbedingt ans sofortige Zahlung zu best.hen, um so mehr, als noch vielfach die Menwlität der Inflationszeit bestehe, wonach eine Hrnausschlcppuna der Zahlung durch den Käufer als großer wirtschaftlicher Vorteile angeseyen wmde; hier könnte auch durch Verleihung einer besonderen Rcchtswirksamkeit an die bestätigte Rechnung ein fühlbarer Vorteil erzielt werden. Ferner müßte man der Mobilisierung der Buchfordevungen ein größeres Augenmerk zuwenden, was allerdrngs nur unter Zuhrlienahme der Kreditversicherung und gestützt ans die Mitwirkung der perfchiodencn Branchenveremigungen geschehen könnte. Donau.Lave.Adria-Estenbahngesellschast (vormals 2Ndbahngesellschaft). Im der Presienachricht vonr 17. Jänner betrefsenü die Zahlungen der jugosla micheu Regierung an das Komitee der Obligationäre wurde mitgeteilt, daß hinsichrlich der Regelung des Rückst indes für xis Jahr 1923 die Besprechung«« sofort ausgenommen werden Diese Besprechungen zwischen der jugoslawischen Regierung und dem Komitee der Dvligationäre haben nun zu sollendem Eommen geführt: Ter Rückstand für das Jahr 1923, der insgesamt 5,800 000 Goldfranken beträgt, wird in vier gleichen Jahresraten von je 1.460.000 Goldfranken, zahlbar am 1. November der Jahre 1925, 1926, 1927 und 1928 mit den im Zlkkovd von Rom vorgesehonen Bcrz.rgszinisen abgostattet. — Gestern fand unter Vorsitz des Präsidenten Dr. Wevber ein.' Sitzung des Derwältungscates statt, an der auch die Vertreter der territorial beteiligten Staaten und der Association Nationale teilnohmen. Der Präsident hielt den seit der letzten Sitzung verstorbenen Vertvalurngsratsmitgliedern, den Herren Gabriel de Vellefrey und Adolf Baron Ullmann, einen warm empfundenen Nachruf. Der Vevivaltungsrat hat den von der Association Nationale an Stelle des verstorbenen Herrn Gabriel de Bellefreh in den Verwaltungsrat präsentierten Vizepräsidenten der Association Nationale, Herrn Eugen-e Regard, kooptiert? Der österreichisch-spanische Handelsvertrag. Aus Madrid wird tclc-graphiert: Heute ist der Handelsvertrag zwischen O e st e r r c i ch und Spanien vom spanischen Staatssekretär für Aoußeres und dem österreichischen Gesandten unterzeichnet worden. Seinem Jichalte nach beseitigt er zunächst Äe bisher von österreichischen Provonieuzen ein-gchobene, prohilbitiv wirkende Surtaze von 80 Prozent und, ^gewährt für eine Reihe von Erzeugtrisseu die Meistbegünstigung für andere Zollermäßigungen bis zu 20 Prozent. Im übrigen werden österreichische Provenionzon nach der ermäßigten Ko'lvnnc 2 des spanischen Tari-fes verzollt. Den spanischen Maren werden bei der Einfuhr nach Oesterreich die Meistbegünstigung und in bestimmtem Umfange auch besondere Vorzugszölle gewährt. Das Abkommen wird noch vor der formellen NatiMation als Modus vivendi ab 16. d. in Wirksamkeit treten. vswtlieum - Bankabteilung Wien, I. Dorotheergasse 17 Das Ende der Oesterreichischen Kaufmännischen Bank. Wie die Korrespondenz Herwei berichtet, hat sich der Vorstand der Oesterreichischen Kaufmännischen Bank in seiner gestrigen Sitzung mit dem Auftöfungsdekret der Regierung befaßt und beschlossen, die Liquidation der Bank, dem Gesetze entsprechend, durchzuführen. Der Ausgleich wird in einigen Wochen bestätigt werden, worauf dann, wie man hofft, schon im Monat März dieses Jahres nicht nur die Gläubiger mit Schuldforderun-gen unter fünf Millionen Kronen, sondern in berücksichtigungswevten Fällen auch solche mit Forderungen über fünf Millionen Vorschüsse erhalten werden. Die Wiener Frühjahrsmesse 1928 im Meffevalast. Der Messepalast, das Zentralgebäude der Wiener Messe, ist zur Fruhjahrsm'efse 1925 ebenso voll besetzt wie es die anderen Messehäuser sind. Besonders stark war der Andrang in den Gruppen Sedergalanteriewaren und Reis-eartikel, Spielwaren, Kunstaewerbe, Glas-, Porzellan-, Steirv^utlususwaren und Parfümerie, Kaamnwaren uud Toiletr-eartikel. Der Gruppe Glas- und Porzellanwaren mußtv um allen Anforderungen Genüge zu leisten, ein neuer Pavillon im Hofe des Messepalastes zugewiesen werden. In dieser Branche, die sehr stark von tschechoslowakischen Ausstellern beschickt ist, zeigen sich offenbar, bereits die Auswirkungen des neuen Handelsvertrages Oesterreichs mit der Tschecho-Slowakei. In der Spielwareugvuppe haben sich die Anmeldungen derart angehäuft, daß — um ihr Platz zu schassen — die Sportartikol in einem neuen Saal im Flügel des Messe- Palastes gegen die Buragass« zu. verlegt worden mußten. Den vevmchrten Ansprüchen in 'den Branchen Ledergalarvterie, Parfümerie- und ToiWlteartikel und Kunstgetverbe konnte aus Platzmangel leider nicht entsprochen werden, so daß zahlreiche Abweisungen erfolgen mußten. Die Erwerbsteuermandate für 8as Jahr 1923. Das Bundesminiftevmm für Finanzen hat, wi« wir erfahren, die Steuerbehörden angewiesen, die Hinausgaibe. der restlichen ErweÄbfteuermandate wieder aufzunehmen. Hierbeiwurde, uni einer im Gefolge der eingebrachten Evwepbfteuernovelle möglichevlveife smtvetende-n Herabsetzung der Evwerbstouer Rechnung zu tragen und eventuelle Rückerstattungen an Steuern zu vermeiden, di« Verfügung getroffen, daß vorläufig die allgemeine Evtvevbsteuer für das Jahr 1923 nur mit 85 Prozent. die Vorauszahlungen an allgemeiner Erwerbsteuer für die Jahre 1924 und 1925 nur mit 70 Prozent des vollen für dqs Jahr 1923 vorgeschriobenen Betrages zu leisten sind. Die glichen Begünftigungeil -gelten selbstvevstä-udlich auch für jene Personen, denen die Vorschrei'bu-ng an allgemeiner Eriverbstener schon zuqekoqmmr ist. tz Werbet Abonnenten für die | .„Wiener Morgenzeituug" I Insolvenzen. Das Ausgleichsverfahren würbe eröffnet über die Kummer", Schuh- und Gamaschenfabrik G. m. b. H.» 17. Bez., Hernalser Haupistraße 24, uoberkchuldung eine Milliarde; über R e i ß m a n n u. Stern, 1. Rez., Rtemergasse 10, Neberschuldu-ng 300 Millionen; über aas Vermögen der Ebben Astton Grond, 10. Bez., Humboldtplatz 8; «er L. Kramer. 17. Bez.. Hernalser Hauptstraße 78: über Robert Bolkmann, Holz-Engros, 17. Bez., Fraufelderstroße 8; über S. Fleth, 2. Bez., Zirkusgass« 36; über Fron, Lux, 15. Bez., Mariahilferstraße 167; über Anton Wallurek. Eifenwaren-Engros. 4. Bez., Wiednergürtel 58; über Ernst D a n n e n b e r g, 8. Bez., Schlösseigasfe 11; über S. Honigsberg, 2. Bez., Obere Donaustraße 19; über S. Hohl, 4. Mz.» Wiedner Haupistraße 66; über Alois Ru pp, 13. Bez., Emn-> berlandstraße 67. Zahlungseinstellung der Grazer KaufmSuuischen Kreditanstalt. Graz, 6. Februar. Der Verwaltungs« und Aufi'ichtsrat der Kaufmännischen Kreditanstalt A.-G. m Graz zeigt an, daß er Heute bei Gericht um Gefchäftsau'fflcht angcfucht hat und daher die Auszahlungen bis auf weiteres einstellt. Die Vechandlungen wegen Fusionierung und Finauzierung der Anstalt werden vom Vevwaltungsrat fortgesetzt. Die Ausakeichstagsahung der Verlagsanstalt „Liberias", G. m. b. H. Vor ungefähr einem halben Jahve hat die Buchdruckcrei und Derlagsanftalt „Libertas". G. m. b. H. (4. Bez., Stairhemberggasse 39),. ihre Zahlungen eingestellt und das HandMgerrcht hat das Ausgleichsvevsahreu. auf Ansuchen der Firma eröffuet. Den Aktiven von 2,3 Milliarden stehen Past siven im Werte von 3,5 Milliarden gegenüber. Di« Gesellschaft hat bei der heutigen Ausyle-ichstagsatzung eine Quove von 42 Prozent arv^eboten, -die sie später/ auf 45 Prozent erhöht hat. Unter den Gläubigern -befindensich mit größeren Beträgen die Depositenbank und die Handels- und Gewerbobank in Linz. In der gestrigen AusgleichStagsahung ist es zu 'charfen Auseinandersetzungen gekommen. Nach erregter Debane wurde di« Ausaleichstagsatzung aus den 10. März erstreckt, Unter den Gläubigern ist eine starke Stimmung gegen di« Annahme des Ausgleichsantrages zu bemerken. Der Eigentümer Hans Payer stand auch mit dom Grafen Czernin in Beziehung, was auch daraus hervorgcht, daß er heut« in Begleirung des Rechtsanwaltes des Grafen Czernin erschienen ist. Leipziger Messe. Der Andrang der Besucher zur diesmaligen Frühjahrsmesse ist ein ganz bodeutender, so daß es nötig ist, die MessesonderMge nach Leipzig derart einznteilen, daß je ein Zug am 27. und 28 d. ab Wien (Franz-JosefS- Bahnhof) um 7 Uhr 50 Minuten früh adgeht. Zu oveisen Zügen tverden wie immer Platzkarten ausgegoben-, Speisetvagen von Wien—Tetfchen,. und sind die Fahvkavien zirka' 25 Prozent ermäßigt. Di« Papierindustrie in Polen. Im. Gegensatz zu einer Reihe von Industriezweigen, die im gegenwärtigen Moment «ine Krise durchzumachen haben, hat die polnische Papierindustrie eine gute Konjunktur zu verzeichnen. Die Produktionskapazität^ der polnischen- Papierinoustrie, die all«rdin>iS noch nicht auf der technischen Höhe steht, genügt nicht einmal, um den Inlandsbedarf zu -decken. Di-e polnische Papierindustrie deckt im ganzen nur 60 Prozent des Inlandsbedarfes, die Vorräte in den Papievlagern haben sich allmählich erschöpft, dbr hiesigen Papiersabrikanten wollen di« vm gegenwärtigen Moment bestellten Waren erst Ende März liefern. Der Bezug von ausländischem Papier kalkuliert sich infolge des hohen Zolles und sonstiger Manipulationskosten nicht, überdies sind die polnischen Kaufleute bei der heutigen Lage auf dem Geldmarkt nicht imstande, die hohen Zollsposen, die etwa 40 Prozent betragen, oar zu erlegen. Es ist klar, daß sich mit Rücksicht auf diese günstigen Konjunkturen auf dem polnischen Papiermarkt das Ausland für diosen interesslerr. So erfahren wir aus Industriekvoiisen, daß die Tschecho-Slowakei für ihre Papiererzengniss« gAögentlich der statlfindenden HandelSvertvagsverhandlungen ZollevleiHterungen zu erzielen bemüht ist. Die Konkurrenz der ausländischen und insbesondere deutschen, finrtländischen und tschecho-slowakischen Papierindustrie wäre aber eine «roß« Gefahr für die hiesige Papierindustrie, weshalb diese die Erhaltung des Schutzzolles als Grundvodingung ihrer Existenz anführt. Die Press« verzeichnen eine sehr feste Tendenz, die DerkaufSbcdinftungen seitens der Fabrikanten sind 25 Prozent Kassa, 'der Rest in Wechseln bis zu drei Monaten. Verschuldung der polnischen Banke» im Auslande. Eine vor kurzem erschienen« Zusammenstellung gibt Ausschluß Wer die Schülden und Guthaben der potwsschon Banken in Valuten. In Zloty umgerechnet betrugen die Schulden und Guthaben der polnischen Banken an das Ausland pro 30. September 1984 5'2,9 Millionen, die Balutenschulden an das Inland 47 Millionen und die Valutenguthabon im Inland 70 Millionen. In diesen Ziffern sind di« der potnsschen Zuckerindustrie erteilten mgilischen Kredite sowie di« von der polnischen Jndustvie durch Vermittlung deutsch«! und Wiener Banken aufgenommenen ausländischen Kredite nicht berücksichtigt. Die Ziffern bezichen sich demnach nur auf die von den Banken ausgewiefenen normalen Bankkredite. Im Lauf« 1924 stiegen dies« Ziffern ständig. Von den Balutenschulden an das Ausland entfallen Ende September 10,5 Millionen ans England, 10,2 auf Frankreich, 8,2 auf Oesterreich, 7-4 auf Italien und 5,6 auf Amerika. Wiederaufnahme des Postanweisungsverkehrs aus Estland. Die Kammer für Handel. Gewerbe und Industrie gibt bekannt, daß der seit 26. Juli vori,-«n Jahres eingestellt gewesene Postauweisungsverkehr aus Estland mit 1. d. wieder ausgenommen wurde. Wiener Mrse. Abgeschwächt. Die andauernde Geschäftsstille au der Börse führte gk Kursherabsetzuwgeu, -die -fast alle Papiere der Kulisse betrafen, Ills Hauptgrund für die geringe Geschäftstätigkeit wevden die VerhäMungen in Genf und die mit diesen Verhandlungen in Zufammenhaivg stehenden - finanzpolitischen Maßnahmen der Regierungen angegeben. Die Gerücht« über eine Akt io« der tfchecho-slowa?ischen Regierung in steuerpolitsscher Hinfscht schwächten alle Avbitragowert« tschechv-slowakischer Provenienz ab. Ungarische Wertpapiere waren etwas fester, da von seiten der dortigen Konterurme sich Deckungsueigung