Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2143 (7.2.1925)
- Date
- 1925-02-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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«r. ms Wiene« MorAengertuna. 7. Fcvxuar 1925 S«W S Wien, Me gesanttpolnische Sfonittenlonferenj. Nahum Sokolow kommt zur Tagung nach Warschau. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 6. Februar. Vom 1. Ns 3. März d. I. findet in Warschau die Konferenz -der Zionisten aus allen Teilen Polens statt. Die Zionistische Organisation in Polen ist bisher in vier Äandesor-ganisationen geteilt, deren Bereinigung jetzt erfolgen soll. Wie;Jhr Korrespondent evfäihrt, wird der Präsident der Exekutive der Zioniftischen Wivliorgantzsat-ivn, Ädalhunr Sokolow, der Warschauer Tagung lbeiiwohnen und dort über die äußere Lage des Zionismus resevieren. Sw Gesetzentwurf für Wische Autonomie l« Lettland. Riga, Z. Februar. (I. T. A.) In der letzten Sitzung des letiländrschen Sejm brachten die jiidischen Deputierten L. Fischman, M. Laserfon, M. Nnrok, M. Diebin und R. Wittenberg oinen Entwurf betreffend eine Mische nationale Autonomie in Lettland ein. Das Prosekt wurde der Kommission für öffentliches Recht zur Begutachtung übergeben. Punkt 7 dieses Projekts, welcher sich aus die Unterrichtssprache in den Schulen bezieht, hat zwei Jassir nMi. Die eine Variante, -die die Unterschriften der Deputierten M. Laserfon und M. Nnrok trägt, bestimmt, daß -die jüdische und hebräische Unterrichtssprache in den jüdischen Schulen eine Bedingung ist; der k ü n ftige Nationalrat wird ohtcn Ter nun kiiHmmcu, an welchem die Mischen Schulen mit fremder Unterrichtssprache eine der Mischen Sprachen als Unterrichtssprache anzu nehmen haben. Die zweite Variante, die die Unterschriften der Deputrertert L. Fischman, M. Dubiu. und Wittenberg trägt, spricht im allgemeinen von der Freiheit derSp rache. Me Aluweisung der Patriarchen. Paris, 6. Februar. (Tel.-Ko-ilip.) D'ie türkische Antwort auf den griechischen Protest gegen die Ausweisung des ökumenischen Patriarchen wurde schon gestern dem griechischen Geschäftsträger i,n A n g o r a übergelben. Die Meildungen über btcu Standpunkt der tnvkf.schen Regierung werden durch die Note bestätigt. &k cri-rnlert daran, daß Jsmet Pascha auf der Läusanncr Konser-enz erklärt habe, die Türkei sei bereit, das Patriarchat auch weiterhin in Konstanti-n-opöl zu dulden. Die Türkei sei auch jetzt noch entschlossen^ diese Verpflichtung zu halten. Zwischen dem ^Patriarchat und den! gegenwärtigen Patviarchen müsse aber unterschieden werden. Der Patriarch unterstes dem Gesetz über den BevöltevunsKaustausch, und die türkische Regierung sei -daher berechtigt, rhu auszuweisen. Dieser Standpunkt sei au-ch von der Bevölktwungsausianschk-omlnisfiou anerkannt worden. Der griechische Protest enthalte nun einen, Widerspmch. Ginerseirts anerkenne die gviech'sche Regierung die ÄuStaulschkommisii-on, andererseits protestiere sie gsgM einen ihrer Beschlüsse eine Sachlage, wie sie in den diplomatischen Annalen wohl selten vorgskmu-m-orr sei. Bor den Wahlen in gngoflawlen. Belgrad, 6. Februar. (U. T. K. B.) In Angelegenheit der Intern ierungder Führer der kroatischen Bauerrdpartei hat das Agramer Banalgericht festgestellt, daß die Internierung des Bizsprä-stdeniben Mae et und Gon-offen gegen die Verfassung und gegen die Gesetze verstoße, weshalb die Genauntan u n v e r z ü g l i ch auf freien Fuß gesetzt werden nrüssen. Dieser Bescheid ist rechtskräftig. Der Agramer Obergespan hak Moch mit der Begründung, daß die Polizei über die öffentliche Ordnung und Ruhe zu Wachen halbe, die Aufrechter ha l t u n g d e r I n te r n i e r u n g 'beschlossen, Bon seiten der Polizei wurde erklärt, daß man die'fen Fall dem Kassakionshof unterbreiten wolle. Rußlands internationale Position. London, 6. Februar. Mäbtevmeldungen aus Moskau zufolge hielt Ralowski, der gegeuwärkig eine Propaganidaveise durch die Ukva'iue unternimmt, vor den Sowjets in Charkow eine große Rede über die internationale Lage. Rakowski führte aus: Das Jahr 1925 wird uns die Anerkennung Amerikas bringen. Ich übernehme es, diese Voraussage zu machen, nicht um, «well nur private Hinweise darüber zugogangen sind, sondern, auch, lvei'l die internationale Lage, die durch Anevkenunng seitens Italiens, Englands, Fvankveichö und endlich Japans entstanden ist, mich dazu berechtigt. Infolge all dieser Anerkennungen und der Antvesenhoit von Vertretern der genarmten Staaken in Moskau wird Moswu bald zu. den wichtigsten Beobachtungszenkren für den nahen und fernen Osten gchören. In der Durchführung des Dawes-Planrs scheint Amerika günstige BedmWNgen für die Unteiwringnng seiner Kapitalien in Europa für seine Industrie und Handel zu sucherr. Unsere freundschaftlichen BezWmgen zu Japan sind für uns von großem politischen Vorteil, weil Rußland und Japan m Gelneinschaft mit China jetzt die einzigen Machtfaktoren im fernen Osten sind. Da zwischen Rußland Mw England die uveisten Jntereffenyogenfätze sowohl in Europa wie in Asien bestehen, müssen Wege gefunden werden, um diese Gegensätze zu lindem. Das Krstandekommen Eines elWsch-sowjetistischen Ausgleiches bildet dys Hauptgivl unserer diplomatischen Mitteilvngen aus dem Publikum. Awetzbnchers Lsingeegeschlfte. Man lebt ordentlich ans, wenn man nach geistigen oder körperlichen Anstrengungen einen guten starken Bohnenkaffee genießt. Der Gehalt an Koffein und Aromaslofferr regt die erschlafften Kräfte an und gibt neue Lebensfreude. Julius Meinl Gegr. 1882 Mania Kalmus Heinrich Silbermann stud. phil. Dr. uicd. Lemberg Wiert-Tarnöw Verlobte Jänner 1925 Anlässiich der Verlobung ihres Bruders, bezw. Schwagers Herrn Jakob Hirsch (Zahle) mit Fräulein Rosa DIenos (Sniatyn) gratulieren dem Brautpaare aufs herzlichste und wünschen Familie Bernhard Jäger Wie», II. Novaragasse 32/41 Gau % Europa trinkt T e e Winotxky Moskau Gegr. 1849 '^tersüL, ’Jl Trotztts Rachfolger. Moskau, 6. Februar. (Wolfs.) Anläßlich der Uabernahnlie des Postens des Volkskommissars für Kriegswesen und Marine erklärte Fr-unse in oinvm Arnroe- und Mariimbefchl, daß die Beraniworinirg für die'Verteidigung «der Sowjetmvion an die Führung der Rotsn Arme-e gege-nwärti-g außerordentliche Anforderungen stelle. Cvn starker Arbeiter- und Bauerübund fei die BerteidigunHsTrundlage des Landes. Dieses Ivel 'werde durch den Neb-ergang zur'Miliz verfolgt. Die Sowseknmon kämpfe für den Frieden und Werde sich auch WÄteHm -bemühen, -di« friedliche Zusammenarbeik der Völker zu ertnöglichsn. Die Rote Avntoe werde sich ver- Vollkommlven n-nd 'bereit fein, die Gefahren, die die fvivdliiche Arbeit der Bokker d>er Sowjetunion gefährde«, abtzu» iwchwn. _ Unrvhen auf Ben französischen Antillen. Paris, 6. Februar. (Havas.) »In Guadeloupe Äst eis infolge der U-nzufriedeuhe-it unter den kleinen PsilaaWvn zu Konflikten gekonrmiein. In den Gemeinden Port-Äouis und Petit-Danäl sollen vier Personen getötet worden stiim. Nach den letzton Nachrichten stehe die Hev-- stellung des Einvernie.hme'n's zw-ischon -den Falbyiken und den Pflanzern 'bevor. _• Ae öfterreichlsch-mmönischen Konventionen. Bukarest, 6. Febmar. (Ovientradio.) Minister dos Aoußevn Du ca hat in der Kammer erklärt, ^daß di« Konvontionen mit Oesterreich, über die von der Deilegaiti old unter Führung des Ministers Nistor dev'hämdÄt worden war, iunitorzeiichniet worden feien!uinib binnen kurzem dem. Parlament M Ratisisieming würden, vovgslegt «werden. Tenerungrznlage für die italienischen gournallften. Rom, 6. Februar. Nach längeren^ Verhandlungen mit der Organtsation der Zeitullgsherausgeber wlvrde den i-taNenischen Jolvrnalisten eine Teuernngszulage von Mn Prozent zugesta-nden. _ > •. „v,:V Gut onaeforamen. Genf, 6. Februar. Bundesrnilüster für FinlmM, Dr. Ahver, und seine Begleitung sind heute abends itv Genf angotommerk. Anr Bahnhof wurden sie votn Prästanten der Nationaltbank Dr. Reisch und Mmister PfNgl erwartet. Abends hatte der Bnndesuvvniste-r für Fi'lmuzen «ine U-n-torvedrvllg mit delll GeneMlommissär Doktor Zimnlermarm. Das FvlwnzkomitLe des Bötke-rbundes hält morgen um 11 Uhr vornrittags ei-rve Sitzumg ab. Mische Wählerinnen und Wähler! Untersuchung der niederösterreichischen Landeslmrdwirtschastskammer. Der HäuptanSschuß der rriedewsterr, Landestalld« wirlscha-fkskamnier hat gestern in oin-er längeren Sitzung die Untersuchrmg gegen die Gebarung der Kammer hinsichtlich d'.rr in enngen Zeitmlgen erhobenen T^orwürfe fortgesetzt. Gegenstand der Uutersuchnng waren die K u n stdüngeraktion, die im Rahmen der FutterbauaWon 1023-24 durchgefühtt wlt-rde und die BeziehldlMn der Kammer zur Pfsanzenfchutzgesollschaft. Die ZMmgs^ angrifse erwiesen sich, wie die Knnmwr mitteilt, als mvbegründet und haltlos. Jnr Zuge der Verhandlungen stellte Hofrat Dr. Winter-, der als Vertreter des landwirtschaftlichein Gcnossenschaftsweseus dein Direktionsrat «der Landwirtestelle angelhörle, fest, daß die Kunstdüirgeraiktianen vollkommelr einwandfrei und korrekt dnrchgefühvt wurden, daß weder ein Kartell, noch ein Geheimfonds existierte und daher auch keine Znwendn.ng an irgend welche Pers-o-lmr gemacht werden konnte. Sroßdeutsche zeltuugsgrSndmlg. Die Großdeutfcheili schreäten zur Gvündll-ng ciues -Tablüttss in Wien, dessen erste Nlnmner in etwa zwei Monaten erscheinen soll. Uebev die Kaipi-ta-lsbeschasfung für dieses Un-temvehmen sind die verschiedonste-n Gerüchte im Umlauf. Die ©iwe« wollen wissen, daß Dr. Din-gHofer und Dr. Frank das Geld für die Zeilungsgründung aus Berlin geholt haben, -das sei auch der Hcvlvptzweick ihrer Reise gewesen. Nach einer andere ir Version -wurde -der Preßgrunidstock in Wien arrfgobracht, allerdings soll die ' Hauptpl-tvendnillg von ei-ner Stelle erfolgt seivn, die in B-erbindurr-g mit einigen noch anihängigsn Prozessen in der letzten .Zeit viel von sich reden rnacht-e. Näheres wird mmr ja «bald erfahr«», da die „De-utschöstervsichische Tageszc!itu»llg" sich schon sisit ciniger Zeit gegen «die M erwartende Konkurveng des gvoßdeutschen Blattes zur Wehr fetzt «mtd ihre Pr-effekampagne wegen Wölkersdorf m einem nicht mißzuverstehenden ZusamnlLnhang mit gvotzden-tschen Blattgründuny zu führen scheint. Ae Forderungen der Fndnftrlenngeftellten. Gestern trat das Lohnkonritee des Bundes der Jndu« stvvellen mit Än Vertretern der Jndustriea-ngestellten zur Beratung der Gchaltssvage zusammen. Die Angestelltenvertreter überreichten die BeschNsse, die in der letzten BevsMmnlung der Betriebsräte dm großen Wiener Kollektivvertragsgeimeinschaft gefaßt woÄen waren. Das Verhandlungsprogrcmmr umfaßte zwei Plmkte: Die FrcrK der kollektivvertroAichen Erhöhung der gegenwärttg-en Bezüge, die allerdings nur als eine lleber-gangsmaßna'hme bis'zum Abschluß des neuen 'Kvllektivvertrages gelten soll, und den Kollektiv Vertragsentwurf selbst. Letzterer erfuhr von seiten der Angestellten einige den Wünschen der Jndustriellerr entsprechende Aenderungeu. Das Lohnkomitee orSlärte aber, daß bei dem ab-lchnenden StandipuM der Industriellen gegenüber dü- -s-om Entwürfe noch keinerle-i Zusagen gemacht werden könnten. Es Änne auch noch nicht gesagt werden, ob der Entwurf die Grundlage für die BechaMungen bilden werde. Jedenfalls sagten die Jndustriellenvertreter gu, den Entwurf der Vollversammlung des Bundes der Industriellen zur weitereil Stellungnahme zu übermittelt!. Was die BerhaMnngen über die Echöhung der Gchalte anlangt, so sind hierzu die Unternchlner kollektivd-evtraglich verpflichtet, doch wollen die Jndustviellen die Errechnung des Index abwarten, weshalb die abschließenden DechaMlMgen erst am 1H. oder 19. toietfbcu stattsinden können. 'S«v.-iWv»” r . Ker Brotvrelr. ' Die Regi'erung hat gestern den letzten. Bouschbag de^. Bratfabrrken ab gelehn t, die PvvMMuilatio,n auf foLgender Grundlage vorzumehtn-sn: 3000 K. Gestehungskosten für den Laib Brot plus Mehrpreis als Durchschnitt der Börsennotierungen der letzten v-ie^,ehn Tage. Es wird versucht we-rden, in ne-uerAchen Bechandlungo--. eine lpassendore KvölMattonsgvtvMage zu finden. Die Brottettevung hi Frankreich. Paris, 6. Februar. (Havas.) Die Kammer hat nach abg» führ-te« Deibatde über die Jn'herpellationen 'bstivssfend den Go. tveidemdd den Bvotprois mit 328 gegen 225 Stirnmen ein« Tagesordnung angenonmren, worin das Vertrauen ausgedvückt wird,.daß die Negieru-ng Maßnahnten ergveistu werde, die geeignet wären, der Steigerung des B r o t p r e i s e s Gmhalt zu t-wn, Md worin die Regierung ansgefordert wird, onveirziiglich voim Pavr-ament die Zustimmnug zu einen! GofltzenitwriDf §u verlanget!, der 'beinhalten würde: Evstons die Anm-rld-epflicht für sämtliche Getreidevorräte, zwoit-ons de-n direkten Ankauf des Jnlandsgatreides «dttrch den Staat urw evenduell die AtdlogtMig eines Vorrats vonAnslandsgetreide und drichtens die Schaffung eines LandesgÄreidecmrtes. Ministerpräsident Herriot erklärte, Regievuwerde unverzüglich die Zusimun-u-ng zu, einem in diesem Bsi»' 'gehaltenen Enttonrse verlangen. Reklamiert euer Wahlrecht! Vom 1. bis 14. Februar sind die Wählerliste» zur öffentlichen Einsichtnahme aufgelegt. Diese Listen, die im Jänner von Haus zu Haus ausgenommen wurden, bilden die Grundlage für etwa noch in diesenr Jahre durchzusührende Wahlen. Jeder Wähler und jede Wählerin überzeug« sich, ob di« Liste richtig ist! Jeder überzeuge sich, ob sein Name uud die Namen seiner wahlberechtigte« Familienmitglieder nutz vchmntm eingetragen sind. ~ Rnsche Wirkung. Avw-Nork, 0. Fobvuar. (TÄ.-KomP.) JnfolM der im Senat emgeroichten Entschließung, wonach tote Regjvemn'g eine Untersuchung über die Ursachen der Getreidehauffe an der Getreidebörse in Chicago vorrrchmen soll, sind Gstrrn die Geire-ideprsife « Ghioago um 10 Punkte gegenüber dev Vorwoche »avn ck gvgangen. ■;Yi• f- 4-