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Wiener Morgenzeitung · 1925-02-05 · Heft 2141 (5.2.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2141 (5.2.1925)
Date
1925-02-05
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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6eHe A Dien, Donnerstag Wiener Msrnenzettn««. 3. FÄbruar 1925 M. 91*f „Sie letzte ffiarmtng." Amerikanisches Kinodrama Int Lnstsprcltheater. Josef Jarno, um die ernste Literatur seit hinein Bterteljährhundcrt ernstlich bemüht, jetzt leider an die Praterbühne gefesselt, muß auf die Lieferung von Kaviar fürs Volk verzichten. Dafür bietet er starkes, brutales Theater, ein Nerven-, oder sagen wir besser — ein Antinsrvenstück voller Spannungen und Uckberraschungen, wobei das Publikum das Gruseln lernen soll. Die Primitivität der Handlung wird durch szenische Tricks und Filmrequifiten kaschiert und dem für Spuk empfänglichen Zuschauer wird ein Abenteuer oovge- Mhrt, das er gar so sehr im Detektivroman und im Kino liebt. .Jarnos routiniert« Garde verhaft denk ,-Sketch" zu einem jtaickeir Erfolg. Auguste Hansen, Johanna Sann und hie Herren Hübner, Kammanf, Girardi und Neckamm hielten wacker zu ihrem Chef, der von seinem Stammpulblikmii stürmisch gefeiert wurde. Die Kinos im Prater haben durch .»Die letzte Warnung" eine gefährliche Konkurrenz erhalten. o. fc >«s Den Theatern. Bll rgth eater. Morgen, 7 Uhr abends, „8U ©»mm ernachtStranm. Dienstag den 10. d. »R o f e n m o n t a g". Akademietheatar. Morgen „Bor de« SLndeufall". Lolksover. Der Direktion ist es gelungen, Frau Kammersängerin Elise E l i z z a für ein Gastsp'el zu gewinnen. Die Süustlerin tritt Dienstag den 10. d. als Leonore in Verdis „Tr o n b a d o n r" auf. Da- Deutsche Bolkstheater absolviert, wie berettS mitgeteilt wurde, demnächst anderRobertStolz-- Bühne ein Ensemblegastfpkel, das am 13. d. beginnt. Die Preise we den herabgesetzt. Die Anfangszeit der Vorstellung ist für ',,9 Uhr festgesetzt. Neues Wiener Stadttheater. Morgen zur Feier des 35jährigen Bühnenjubiläums der Frau Konstanze von Linden einmalige Aufführuug des Lustspieles „S m Luxusz u g" von Abel Hermant. Raimund-Theater. Als lüerarische Matinee gelaugt kommenden Sonntag, 7,11 Uhr vormittags, das Schauspiel „Das Wunder" von Walter Lieblest» zur Uraufführung. Johann-Stranß-Theater: Für die Sonntag nachmittags stattfindende Aufführung der Operette „Das V e i l ch e u m a d e l" wurde der Overnbartton Walter Simlinger und die Kouzertsängerin Herma Hein verpflichtet. Das Februarprogramm km Apollotl^ater. Der Ehrgeiz der neuen Direktion, dem Publikum ohne Belastung durch Rauchtheaterkonifum, vielmehr gegen billige Eintrittspreise eins bürgerliche Vergnügungsstätte mit erstklassigen Vorführungen zu bieten, zeigt sich im Februarproavamm. Jede Nummer ist sehenswert. Der e-inleitende Rollschuhakt der Zwei P l a n k s verbreitet sofort vergnügte Stimmung, welche 'ich bei den Laflokürvstlern, den vier Arras, noch steigert. Zwei so köstliche Spaßmacher wie die beiden I e n k i n s mit ihren parodistischen Nüaucen hat man schon lange nicht gesehen. DaS vornehme Scrlonartiftentum der Willi« Schenk Comp, macht aro^" Eirtdruck. und wenn die Perezoff- Grupp e mit ihren erstaunlichen Ionglierkünsten den richtigen Barietevummel erzeugt. >fühlt man sich im Zuschauerraum erst recht -behaglich. .Karl Braun mit seinen interessanten Kopien bekannter Dirigenten und die verblüffenden Karteumanrpulationen von S i e m s sorgen für die zur Stimmung notwendige Fuhlun-gncchme mit dem Publikum. Das Nackttänzerpaar Roseray und Cappella fasziniert Die beiden „tanzenden Schönheitsapostel" bilden einen der vielen Höhepunkte des Programms. Die amerikanischen Drahts«ilmnstler Togan uNd Geneva finden für ihr« vielseitige Kunst dielen Beifall, v^hreNd die japanische Akebono- Fam il ie prächtige AkrobateNleistungen ausfuhrt. Mit einem fidelen Zeichentrickfilm, „Felix, der Kater", schließt das reichhaltige Programm, welches das Apollocheater wieder zu einer Stätte wirklicher Unterhaltung erhebt. „Das Zeltt^, eine jüdische, illustrierte Monatsschrift. Redattion Eugen Hoeflich und Architekt Josef Hahn. DaS soeben zux Ausgabe gelangte Heft '10 des „Zelt" ist das reichst illustrierte des ganzen Jahrganges. Es enthält mehr als 40 Illustrationen und neben erzählenden Beitragen von Emil B« r nhar.d. Gigen Hoeflich, Manfred Sturmann und Chaim Bloch Aussätze über die Künstler Joses Fl och, Grete Wols-Krakauer und Josef Frank aus der Fever von Kqlmer, Hahn und Tugendhat. Weiters einen großen Aufsatz von Balaban über das Ghetto in Lublin, Beitrage von Moreno-Levy über das Stegreifthoater. von Regierungsbaumeister Baerwald über das Bauen in Palästina, H. Ben S h a h a r „Aus dem Notizbuch ernes Emopareisenden". Schließlich die besonders reichhaltige Rubrik .Such, Kunst und Künstler". Das Hest ist, wo nicht anders, durch den R.-Löwit-Verlag, Wien, 1. Be«., Fleischmarvt 1. zu bcsiehen. _ 8erichtssaal. Zu« letzten Aufmarsch der Arbeitslosen. In fortgefetzisr ^Verhandlung hatte'sich gestern vor dem Oberlandesgerichtsrat Dr. Osio der Fleft'chhauvrgchWe Viktor Schmiede Haufen, welcher bei -dem letzten Aufmarsch der Arbeitslosen vor dom Parlameirtsgebaude verhaftet wurde, wegey des Verbrechens' der öffentlichen Gewalttätigkeit zu verantworten. Nach «dem Strafantrag soll Schmredchwusen vor dem Bu-vgtheater einen Wachmann gestoßen haben. Der Angeklagte bestritt dies, wurde jedoch auf Grund der Ergebnisse des Bewersversahrens. schuldig erkannt und zu vier Wochen schweren Kerkers verurteilt. Er meldete die Berufung an. „Es ist leider eine alltägliche Erscheinung, daß das Bandesbeer beschimpft wird." Vor den» Bezirksgericht FünfhchrS (Landesgerichlsrat Dr. Sche-dy ) hatte sich in den letzten Tagen der 22jährige Artist Josef SchimatscheL wögen Beleidigung des Bundesheeres zu verantworten. Im Frühiahre des vergaugen-el» Jahres machte der .Hauptmann Oskar H i l l vom Infam er ieregmteltt Nr. 3, mit leiltem Zuge entlang den. neuen Hausern auf der Schmelz Uebunge^ Auf dom Gehwege in der nächsten Nühe der exerzierenden Soldaten ging der Angeklagte in Gesellschaft eines zwekten Atannes und soll — wie die Anklage aussWhrt >git lauter Stimme gerufen haben: „Diese blöden Huuve lasse« sich umeiua»verjagen mit dem Gewehr." Der Houptmanu, der diese Worte hörte, ging auf dte beiden jungen Leute zu und sagte zu dem «ÄprÄherz .Lassen Sie solche BemeÄunaen." Da er aber in bissen und ähnlichen Aeußerunaen fortfuhr, erfolgte seine Anhaltung. Der Angeklagte stellte entschieden in Avveve, die inkrinrinisrten Worte gesprochen zu haben. Er habe bloß gesagt, daß er längs der Häuserreihe gehen und ihm dies niemand ver-wchren dürfe, auch die exerzierenden Soldaten nicht. Vielleicht habe sein Freund, in dessen Gesellschaft er sich damals oeflmden habe, die beanständeten Worte gebraucht. Hauptmann Hill deponierte als Zeuge ein Irrtum sei ausgeschlossen, da er in der allernächsten 3dche des Angeklagten gestanden sei und >den Schimabschek mit aller Bestimmtheit erkenne. Er sagte: „Hohes Gericht! Wir sind oft den Verhöhnungen tarn Zivilpersonen ausgssetzb, ohne auch mir ttn allergeringsten Anlaß hierzu zu Aben." Der Richter vemrteilte den Alweklagten zu einer Arreststrafe von fünf Tagen. In der Begründung führte Dr. Schody u. a. aus: Es -ist leider eure alltägliche Er scheinung, daß das Bundeshear beschinrpft wird und daß die BÄeidi^r bei Gericht einfach leugnen und nicht den Mut finden, ihve Tat «mzugestehen. Als mAdernd -wurde die Jugend des Angeklagten angenominen. Das WohuuugSrecht des Lebensgefährte«. Der Major der Reserve Wilhelm W. lebte fest dom Jahre 1917 in gemeinschaftlichem Haushalt mit Frau Olga Z-, welche in der Mast- «bahustraße eine gemeinteme Wohnung mit ihm avmietet hätte. Da Herr W. beruflich Hänge« Zeit von Wien abwesend war, übsvwles er ihr zur Beftrertuna des gemeinsamen Haushaltes und ,zur Zahlung des Mietqmsos verschiedene Beträge. Frau Z. war als Hauptmieterin gemeldet, während W. allgemein als ihr Lebensgefährte und Untermieter galt. Als rm Jahre 1923 zwischen den: Paare Mißhelljakeiten entstarrden, tauschte Frau Z. als Hauptmieterrn ihre Wohnung mtt Zustimmung des Wohnungsamtes mit dem Schneidermeister Paul M.. wobei sie angab, daß W. lediglich als Gast sich m einem Zimmer der Wohnung befinde und dasselbe räumen werde. Nach dem Einzug dos neuen Mieters stellte sich jedoch heraus, daß der Major, welcher sich als Hauptmieter gerierte, später sich jedoch als Untermieter bezeichnet«, die SÄchnung nicht verlassen wollte, und als er einige Tage später heiratete, teine Frau sogar in die Wohnung nahm. M. brachte nun gegen die Eheleute W. eine RaumunaMage ein, weil das Ehepaar auf Grund der Angaben der früheren Hauptmieterin Z. widerrechtlich die Wohnung benützte. Das Bezirksgericht Margareten hat nach duvchäesuhrtem Bsw-sisverfahren die Räumungsklage mit der Begründung abgewivfen, daß zumindest wach dem ganzen Verhalten zwischen der Frau Z. und W. angenommen werden nmsse, daß der Major ein Recht wenigstens als Untermieter erwarb, demnach als Lebensgofahrte und nicht als Gast in der Wohnung war. Bestand >mn ein solches dem UntevmietverhAtnisse analoges Verhältnis der Lebensgemeinschaft, st) muß der neue Erwerber der Wohnung dasselbe Recht respektieren. Ju der gegen dieses Urteil er'hobenen Berufung an das Zivillandesgericyt wurde ausgeführt, daß vom sozialen Standpunkte aus gewiß dom eyeahul'lchen Verhältnisse Rechte und Pflichten zuzuerkennen sind, die jedoch leider nach dem geltenden Gesetz reinen Schutz genießen. Der Berufungssenat unter Vorsitz des Hofrates Blafchtowit^chka änderte das Mstrichtovliche UrteC ab und gab der Räumungsklage Folge Makulaturpaplere mm Einpackeu von Lebensmitteln. ArMUich einer anfangs Dezember des' Bovsahres von mehreren Marktamtsorgauen in. der Gwßmarkthalle vorgonommenen Revision, wurde eine größere Anzähl von Weisch- 'tzmern und Fischhändlern zur Anzeige gebracht, weil sie zum Einpacken von Fleisch, bezrehmrgsweife von Fischen MakuLat-wrpaPier, und zwar altes Zettungspapior oder alte Akten,' verwendet hatten. In ldiesem Borgehen erblickte die Staatsanwaltschaft eine Ue!bertretung des % 16, Abs. E, des Löbensmittelgosetzes, wonach die. Verwendung gefunÄhettschädlrcher Geräte zuur Aufoowahren von Leibensmitteln verboten rst. Es wurde auch «gen sämtliche zur Anzeige gebrachten Fleischhauer und Fischbandler, zwanzig an der Zahl, beim Stvafbezirksgericht 1 die Anklage wegen Uebertretung des L-ebenSmrttelgesetzes in der genannten Richtung erhoben. In der vor dem Bezirksrichter Dr. Berger durchgesühvten Berhandl-wng waren die Angeklagten des Tatsächlichen geständig und brachten zu ihrer Beantwortung vor, daß sie das Makulatuvapter in der Gwßmarkthalle unter den Alvgen der Marktanttsorgane von fliegenden Händlern gekauft hätten und daß sie, wie es feit Jahrzehnten, ohne be-anständot worden zu sein, geschehen ist, das Makülaturpapier «um Ernracken von Maisch oder Fischen verwendet haben^ insbesondere dann, wenn ihnen das weiße Papier ausgsganaen sei. Der Richter sprach unter Ablehnung aller weiteren Beweisantrage ümÄiche Angeklagte frei. In der Urteilsbegründung führte der Richter aus, daß das Mäkulaturpapier, in welches die LeibensmtttÄ verpackt wurden, nicht als Geräte im Sinne des Lebensmrttetgesetzes § 16» Abs. C, anzufdhen sind. Unter Geräten im Sinne dieses Gesetzes könne man nur Eßgerüte oder Geräte von dauerhafter Natur ansehen. Es fchflt amch, erklärte der Richter, an einer gesetzlichen Verordnung, welche das Ein-- »rcken von Lebensmitteln in MaMaburvapier verbieten würde. Der staatSanwaltschaftlliche Funktionär meldete geigen den Frekjpmch die B « ru fu ng an. Aus der magyarischen Pogrompresse. Aus Budapest wird uns geschrieben: Der Journalist Ivan Heg Hess veröffentlichte vor einiger Zeit in dem rassonschützlerischen Szege-- >iner Blatt „Uf Nemzedek" einen SchmähartAel gegen den jüdischen Sprtallsarizt Dr. Ladislaus Kovacs, den er der chmählichsten Dinge bezichtigte und als den gsiährllichsten Feind der chrMuhen Patienten hinstellte. Dr. Kovacs klagte und der arme Solldschveiber verantwortete sich in der BerhaMung m olgender. für die Art, wie die Antisemiten auch in Ungarn arbeiten, bezeichnenden Weise: „Ich fühle mich nicht schuldig, ich habe den Artikel in dem Glauben geschrieben, daß die Angaben über Dr. Kovacs wahr seien. Ich persömich habe mich von der Wahrheit der Dinge nicht überzeugt, ich wurde i n- 'ormiert. Später überzeugt« ich mich, daß das, was ich gechrieben habe, der Walhrheit nicht entspricht. Ich bin von Klausenburg nach Szegedin geflüchtet, wo ich beim S^egediner „Uj Ntenrzeoek" gegen ein elendes Honorar, von deur ich meine Mutter und meine Schwester «chatten mußte, an,gestellt wurde. Bei dem Matte wurde mir unausgesetzt betont, daß ich arvtt- 'emitische Propaganda entfalten und stark judenfeindlich e Ä r t ike il schreiben muß. Da mir in letzter Zeit wiederhott mit der baldigen Kündigung ^gedroht wurde, paßte ich mich dieser antisemitischen Richtung mnso nachdrücklicher an. nur damit man mir nicht kündige und ich meine Mutter und meine Schwester erhalten könne. Deshalb schrieb ich diesen Artikeil über Dr. Ladislaus Kovacs. Ich bitte hier vor dem Gericht, um Verzeihung für das Gefchchene und bedauere es aufrichtig. daß ich den Artikel ggschvis'ben >habe." Nach diesem charakteristischen Botenntius og ber Privatkläger die Klage zurück rrnd das Gericht stellte das weitere Ber- Wren ein. Dieser arme Teufäl von eineur hungernden Journalisten ist einer vmr jenen vielen verzweifelten Elementen, die von der ungarischen Regierung erst aufgchetzt wurden, den drachfolgestaaten, in denen sie ruhig lebten, den Treue« zu verweigern und nach Rumpfungarn zu kommen. Hier wurden ie von der Regierung im Stich gelassen und als srwerbÄose Desperados den Pogromantisemiton m die Arme getrieben. Aus diesen Elementen besteht die Armee der Rassenfchützler. Lollrwlrt. Sie Avfwektansrrrgelung i» -«üschla». Berlin, 30- Jänner. Das Stadium, in dom die Aufwertungsfrage für private and öffentliche Schulden sich jetzt bofindet, bringt es mit sich, daß wiederum die verschiedenartigsten Kombinationen über die voraussichtliche Regelung auftauchen. Die 'diversen Pläne, die der Rsgiernng oder dsn Reichstag vorgelegt worden sind, geben dabei dom Phautastercichtum Spiülranin. Daß mich nach Ansicht der Regierung gewisse Einzekbestimnundgen der bisherigen Gesetzgebung, die z» ungerechtfertigten Härten geführt haben, einer Modifikation bedürfen, ist bekannt. Es muß aber betont werden, daß sich insbesondere die Angelegenheit der privaten Schuldenaufwortuny noch durchaus m der Borverhandlung befindet. Dem Reichstag ist zugesagt, daß in drei bis vier Wockjeu ein neuer Gesetzenttvurf über die?luftvertung von der Regievung vorgelqgt werden soll. Dioser Entwurf ist bisher nicht fertiggestellt. Unrichtig ist es also, wenn die Bchaupt-ung aufgestellt wird, daß in dem Rogievungselvtwurf die Auswertung ovststelliger BorkriogShypolheken ans 26 Prozent vorgLsehen sei. Ein solcher Satz gilt überdies als durchaus unwahrscheiMch. Unrichtig ist ferner die Angabe, daß di« Berechnung des AufwevtnngSbetrages statt üibor den Dollarkurs nach Maßgabe der inneren Kaufkraft des Geldes berechnet werden soll. Abgesehen davon, daß, wie «vtvähnt, ein Rogiemugsentwurf überhaupt noch nicht vovliogt, versichern RegierungStreise als übereinstimmende Auffassung des Ressorts, daß möglichst.an der «rSschlließlichen Dollarvechnnng festgel-alten worden soll. Unrichtig ist schlieUich die Mitteilung, >daß die Spitzenverbände von Handel, Gewerbe und Banken nach der bekannten Besprechung, die am letzten Mittwoch im Reichswirtschaftsminffterium stattgsfunden hat, nochmÄs mit der Regievung in FüMng getveten sind und dabei ihnen Protest gegen verstockte Auftvertung der Hypotheken aufgogeben halben, nachdem sie die Gewißheit erlangt hatten, daß eine weitevgchende Aufwertung von Jndustrreobligattonen über 15 Prozent des Goldwertes hinaus mit Rücksicht auf die Dawes-Last in 'dom angeblichen Rogioru-ngsentwurf nicht vorgesehen sei. Die Spitzenverbande haben auch bei ihrer Verwahrung gegen erhöhte Austvertnngssätze zwischen Jwdustrieobligattonen rmd Hypotheken überhäuf nicht unterschieden. »FZranikf. Ztg." sie Wirtschaftslage Amerikas. Die New Aovter Quavanth Trust Cy. veröffenLKcht über die allgemeine Wirtschaftslage der Union zu Beginn des Jahres einen anSsührlichen Bericht, aus dom wir folgendes^ entnehmen: Die Stille der Saison Mt an; sie beginnt aber, weniger ausgefpwchen zu worden. Die industriellen Rohwaren weifen steigende Preise auf. Das Börsenfieber, das nach der Wahl CoolttdgeS einsetzte, hat sich etwas gelegt. Die Umsätze WeDmr aber bodoutend, obwohl die Tendenz wicht mehr gleichmäßig steigend ist. Die Gcrldausfuhr weist bedeutende Zahlen auf. Iw Dezember hat die GußproduLtto» die des gleiche» Monats rm Vorjahre überschritten. Bon 91.325 Tonnen täglich ist sie auf 95.699 gestiegen, gegenüber 83.656 im Aivwai November 1924. Die mittlere Tagesproduktion für Stahl 'belief sich 'im Dezember auf 136.600 Donnen, gegenüber 134.299 Tonnen im November und 161.075 Tonnen im Marz, wäs im verflossene« den Rekord darstellte. Im Dezember sind 583.047 Ballen Baumwolle verbrauch: worden. gegenüber 492.233 im November und 461.660 tot Jahre 1930. Ausgosuhtt wurden 1,076.933 Ballen gegenüber 1,806.650 Ballen im November, was für die Union eine absolute Rekordzayl bedeutet. Der Großhandelsindex belief sich am 16. .Jänner auf 161-6 gegenüber 15G4 am 1. Jänrrer. . Im Jahve 1934 hat sich das WechsÄ- und Lombardbaut» der Bundesbahnen um zwei Milliarden Dollar vevmchrt, das Konto der Sichteinlagen um 1,8 Millionen Dollar. Die Vorchüsse an den Staat sind um 380 Millionerr Dollar vermindert worden. Der BanknotewullTaus flt in der Woche von 7. bis 14. Jänner um 124,100.000 Dollar vermindert tootfteK, Rückt rttt des Präsidenten des Ausgleichssenates Hofrat Biber. Der bekannte Präsident des Ausgleichssonates, der bei den nieisten Insolvenzen des letzten Jahves als Ausgleichskonunisiär fungiert«, Hofrat Biber, ist von seiner Stellung zurückgetreten. Ms Ursache seines Rücktrittes werden Konflikte mit dem Präsidenten des Handelsgerichtes angeführt. Es wird dem Hofrat Biber zur Last gelegt, er hätte als Letter der Ausgleichsabtei'lnng fein Amt allzu lax gegenüber deu Schuldnern gchandhabt. Außerdem entstanden auch Unstünmigkeiten zwischen chm und bern Leiter des Handelsgerichtes, Hofrat Engl, die in der Frage der Bestellung der AuSgleichSverwatter chre Ursache Haben sollen. Bekanntlich besteht jetzt die Ausgleichskonjunktur mW alle möglichen Eleurente haben sich als Ausgleicher angeboten. Diese Bestellung von Augleichern gab zu mannigfachen Magen Anlaß, zumal da es oft vorkam, daß mancher Ausgleicher - mtt AuSMchen sormlich überschüttet wurde, während andere vergeblich auf die Zuteilung eine- Ausgleiches warteten. Hier ergaben sich zahlreiche Unstimmrg» ketten und Reibungen mtt dem Leiter des Handelsgerichtes. Namentlich der Ausgleich der Depositenbank gab Anlaß zu größeren Mißverständnissen zwischen Hofrat Biber und Prä- Ident Engl. Als Fobge dieser Zwistigkeiten ist Hofrat Biber vom Amt zurückgetreten. Zweifellos war. er eine her meistbekannten Pevsörflichkaiten der Wiener Kaufmannschaft in der letzten Zett. r-ä^MimkäLMr-iriMITIfifciiT Siut rr 1 Stls -.rt-'-- i M-te- ■r MV,» M,. t.m-111' r»

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