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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-31 · Heft 2137 (31.1.1925) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2137 (31.1.1925)
Date
1925-01-31
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Ätinr Wiener MvrstenzeitrmA 31. Jänner 1928 Nr. S1S7 Men. G»m-k»g vki»t Semeiuderat. Der Weder Gemeiniderat hat \n feiner acstri^n Kitzurtg «in« Reihe von Gcschäftsstücken ohne Debatte angenommen. Im tllgomeinen betreffen sie Grundkäufe und Entwürfe von neuen NohnhauSbauten in der Höbe von 20 Milliarden. Genehmigt vurden Werber 600 Millionen Kronen Su'bvention für die Sie»er. Frühjahrsmesse, 6 Millionen Kronen Snb- «ntion für di« Bereinigung bildender Künstlerinnen und '0 Millionen Kronen Subvention für die Hydrobiologische £w» noit an der Alten Donau. Gleichfalls ohne Debatte wurde ein« Keihe von Zuschußkrediten für das Karolinen-Kinderspital, für revschiedene Lungenheilstätten tone Geineinde, für die Gemein oefvisdhöse und für den Ankauf von 18.000 Gasmesftrn bewilligt. Der Zentralsparkasse der Gemeinde wird ein Kredit von 10 Milliarden für die Gewährung von Darlehen für die Renovierung von Kleinwohnungen bewilligt. Gomoinderat Zimmert (christlichsozial) bemängelte den hohen Zinsfuß von 15 Prozent, der bei diesen Krediten gefordert wird, und stellt« einen Erniäß'gungsanrrag, der der gllschäftSor^rungsmäßigcn Behandlung zrrgewlesen wurde. lÄemümderat Rachtnebel (Sozialdemokrat) beantragte die Bewilligung eines Nachtragskrodits von 48.100 Schilling für den Umbau von Straßenbahnbctricbswagcn in Anhongswagen. Gomoinderat Doppler (christlichsozial) nahm dies zum Anlaß, die Zustände ans der Straßenbahn einer scharfen Kritik zu unterziehen. Der Referent beantragt« ferner die Bewilligung von 2 Millionen Schilling für Beschafsirng von 80 Anhän-gelvagen der Straßenbahnen, die auch genehmigt wurde. Bei den Referaten des Stadtrates Tandler gerieten die beiden Par teien etwas mehr in Harnisch. Er beantragte die Erweiterung des AushAfenanweisungswchtes der FürsorgeInstitute für außerordentliche Unterstützungcn an Arbeitslose bis z,r dem Betrage von 20 Schilling. Bon christlichsozialer Seite wird der Vorwurf erhoben, daß bei Vergebung dieser außerordentlichen Zuweisungen parteiisch vovgcgangen werde und solche Unterstützungen nur organisierte Sozialdemokraten erhalten. Gemeindsrat P r e y e r (christlichsoM) führte aus, daß die Gemeinde Wien mit den bewilligten 10 Milliarden der Arbeitslosigkeit nicht beikommen könne, die sie durch ihre Politik großgezogen habe. Stadtrat Tandler versprach, alle ihm zur Kenntnis gelangenden Nebelstände abzustellen. Er beantragte ferner, daß die Gemeinde das Mautner-Mavkhofsche Kinderspital übernehmen und einen Betrag von 1700 Millionen Kronen für die Führung des Betriebes bewilligen solle. Dieser Antrag wurde noch längerer Debatte angenommen. Stadtrat Weber beantragte, daß die Stamm ein! age der ■ Gemeinde Wien anläßlich der Kaprtalsvevmchrung der Gesiba von 4000 Schilling ans 149.500 Schilling erhöht werde unter der Borausetzung. daß das Bundeswohnungs- und SiMun-gsami denselben Betrag zuschießt. Die Post wurde schließlich angenommen. Die Austverrung i» Srüabach ausgehoben. Wiederaufnahme der Arbeit. Aus N e u n k i r ch e n, 30. d., wird uns berichtet: In Grüubach ist heule die ^.Arbeit wieder ausgenommen worden. Im Ort herrscht vollständige Ruhe. Das Gendarmerieaufgeibot ist bis ans zehn Mann abgebaut worden, die zur Verstärkung des Grünbacher Postens noch bleiben. Nenn Verhaftete sind in Freiheit gesetzt worden und gestern wieder nach Grimbach znrnckge kehrt. Sie Lohubewesune der gudustrleaugeftellten. Vorgestern haben Besprechungen zwischen den Jndustrrellen und den Delegierten der Angestellten stattgefunden, in welchen die Lohnforderungen der Angestellten erörtert wurden. Die Angestellten haben eine lOprozentige allgemein« Gehaltserhöhung gefordert. Diese Forderung wurde von den Unternehmern abgelehnt. Die Vertreter der Angestellten haben nun gestern ihren Mandanten berichtet und werden ihr weiteres Verhalten von den neuen Instruktionen, die sie empfangen werden, abhängig machen. Es ist anzunehnien, daß die Antwort der Angestelltem i m Laufe der nach st c n Woche erfolgen wird, woran dann wahrscheinlich weitere Verhandlungen sich schließen werden. IuvaNditSts- und Altersversicherung der Arbeiter. Amtlich wird mitgoteilt: Am 38. und 29. d. fand im Parlament unter dsm Vorsitz des Sektionschefs im Bunöesmlnisterimn für soziale Verwaltung Dr. Kretschmer die Fortsetzung der Fachberatungen über die Reform der Arbeiterversicherung und Einführung der Jnvaliditäts- und Altersversicherung der Arbeiler statt. Die Hauptgegenstände der Beratung, an d:r ungefähr 30 Fachberater teilnahmen, dildcr«n der künftige finanztechnische Ausbau der A rb eite r y e r s i che r u n g, die Organisation der Bersichrrungsträger.^die Verteilung ihrer Aufgaben unter Bedachtnahme auf möglichste Einfachheit und Billigkeit bei Herstellung eines innigen organischen Zusamnrenhauges der einzelnen Awelge der Arbeiterv^rsicherung und ihrer Träger, schließlich «,s Verfahren bei Zuertennung der Bersicheru-ngsleistungen. Die rege Diskussion, die von den den Fachberatern bei früherer Gelegenheit übersendeten Referenten- Vorschlägen und den hierzu gcg.denen Erläuterungen ausging, gestaltete sich vielseitig urvd fruchtbar und führte zu em0t wefstttRcheK Amähevu ny Verband ztOnlgtlscher Akademiker Bechawer Sonntag den 1* Februar 1923, '/311 Uhr vormittags, Im Festsdal des Hotel Continental, II Tabors rasse Gedenkfeier für Dr. Max Nordau Redner: Oberrabbiner Dr. Chajes, Dr. Ehrlich» Dr. Schttlerer, Dr. Abeies u. a. Die Wiener Konferenz der Nachfolgestaaten. An der von der Reparationskommission einEerufenen Konferenz zur Aufteilung der altösterreichischen und der alttmgarischen Schuld habe« Delegierte folgender sieben Staaten teilgenommen: Oesterreich, Ungarn, Tschecho-Dlowakei, Polen, Rumänien, Jugoslawien, Italien. In zwölf in der Zeit vom 23. dis zmn 30. Jänner abgehaltenen Sitzungen hat die Konferenz das Material zusammengestellt, auf Grund dessen die ziffernmäßigen N e t t a a n t e i l e, die auf jeden der genannten Staaten entfallen, fcstgestellt werden können, und ein Programm für die Nebercinkommen entivorfen, die zwischen ihnen hinsichtlich aller ihnen gemeinsamen Fragen abgeschlossen werden sollen, insbesondere hinsichtlich der s i ch e r g e st e l l t e n S ch u l d e u, die von cinenr oder mehreren dieser Staaten zu übernehmen sein werden. Hiebei wird vorgeft'hsn. daß die meisten Probleme dieser Art im Laufe des Frühjahrs eine Lösung erhalten sollen. Der griechische Patriarch aargewiefe«. Konstantinopel, 30. Jänner. (Havas.) Ans Besohl der Regierung ist der griechische Patriarch außerhalb der Grenzen der Türkei gebracht worden. Milderung der Fremdrnvorschriften in Ungarn. Budapest, 30: Jänner. Wie „Az Ujsag" mitteitt, hat das Miniisterium des Jnuevn gestern eine Bevordnumg herausgegeben,'die die MMungSpflicht der unter Polizeiaufsicht stehenden politisch verdächtigen Personen aufhebt. Bisher mußten sich die unter Polizeiaufsicht stehenden politisch verdächtigen Personen wöchentlich einmal im Schubhaus zur Kontrolle melden. In politischen Kreisen glaubt man, daß diese Verordnung bloß der erst« Schritt zur völligen Revision des bestehenden Systems der Polizeiaufsicht über politisch verdächtige Personen ist. Jsmet Pascha beim Overradbintt der Türkei. Der vor einiger Zeit krankheitshalber Wvückgetretene Ministerpräsident der Türkei, Jsmet Pascha,besuchte nach seiner Wiedcrgenesung den Oberrabbiner Bejarano Efendi. Im Verlause der Untervodung sagte Jsmot Pascha, er bewundere die Loyalität der jüdischen Bevölkerung zu der Türkei; cs dürfe aus wltMösen Gründen kein Unterschied zwischen türkischen Staatsbürgern gemacht werden. Tagesbericht. Rordau-Vedeakle'er. Wie bereits gemeldet wurde, veranstaltet die akademische Vereinigung Hechawer morgen Sonntag, präzise halb 11 Uhr vormittags, im Festsaal des Hotel Continental, 2. Bez.,. Taborstraße, eine N o rda u- Ge denkfeier. Die Eröffnungsrede hält der Präsident der österreichischen Zionistischen Organisation Herr Doktor Jakob Ehrlich. Ueber die Persönlichkeit und die Bedeutung Max Nordaus sprechen die .Herren Oberrabbiner Dr. Chajes, Dr. Otto A b e l e s und Dr. Sch n i e r e r. Die Feier ist durch musikalische Borträge bereichert. gudealriche« und Anatomie. Eine Verordnung des rumänischen GesundheitsministerkumS Aus Bukarest wird uns berichtet: Die Frage der Beistelluitg von Leichen an die anatomischen Institute in Rumänien, die von den anfise-mitischen Studenten zum Vorwand für Pogromhetzen gen-cmmen wurde, ist nunmehr im Beror.dmt-nasw«gc geregelt. Aus Grand des Ergebnisses von wiederholten Beratungen sämtlicher in Betracht kommenden Faktoren, einschließlich der Vertreter der Judenschaft, hat nunmehr das Ministerium für V o l k s g e su u d he i t angeordnet, daß Leichen von in Spitälern verstorbenen Personen nur an Verwandte bis höchstens des sechsten Gliedes auegefolgt werden dürfen. Die übrigen Leichen sind oh n e Rücksicht auf die Nationalität und Konfession des Verstorbenen den m e d i z i n i* chen Fakultäten zur Verfügung zu stellen. Im Verlaufe der Verhandlungen gaben die jüdischen Vertreter die Erklärung ab, daß die jüdischen Organisationen nicht daran denken, die Leichen ohne Hinterlassung von Verwandten verstorbener jüdischer Personen den anatomichen Lehr- und Studienzwecken zu entziehen, sondern nur den drin'enderl Wunsch haben, daß diese leidige Frage endlich durch ein Gesetz oder im Ver.'rdttuugswege in einer alle Zweifel ausschließende Weise geregelt werde, Diestm Wunsche wurde nun entsprochen und der Erlaß an die Soitalsleitmtgan hinansgc,77 b.'u Aasirmot in Naden. HttfelAstung durch die Gemeinde Wien. Zu Beginn der gestrigen Sitzung des Wiener Ge» meinoerates teilte Bürgermeister Seitz mit, daß in der Gemeinde Baden ein Wasserrohrbruch eingctrcten und die Stadt ohne Wasier sei. Die Stadt hat sich an die Gemeinde Wien um Hilfe gewandt, die ihr auch gewährt wurde. Obzwar attch in Wien große Wassernot herrscht, werden von nun an täglich vier- bis fünftausend älubikmeter Wasser an die Stadt Baden abgegeben, das sind ungefähr zwei Prozent unseres Tagesverbrauches. Wir erfahren hierzu, daß es der Gemeinde Wien nur durch einen Zufall möglich ist, diese Wasiermcngen an Baden abzugeben. Die Stadt Baden steht näntlich durch die Weilburg mit der Wiener Hochquellenwasserleitung in Verbindung. Das gebrochene Rohr führt zu einem Wasserreservoir, das gesperrt werden mußte, weil sonst das Wasser ausrinnen würde. Man hofft den Rohrbruch bald beheben;u können. Auch in Wien in der Josefstadterstraße und Fuhrmannsgasse ereignete sich gestern ein Wasserleitungsrohrbruch. Ter betreffende Rohrstrang mußte gesperrt werden, doch leidet die Wasserversorgung dieser Straßenzüge nich' Die Arotvreiserhöhung. Teures Brot in der ganzen Welt. Ab Montag wivd daS Brot bei den Bäckern 8 80 0 K. kosten. Der Semmelpreis wird mi-t 700 K. fsstgeisetzt. Die Fabriken fciu'tcn in der nächsten Woche >da8 Brot mt 9 000 K. oibgebon. Als Ursache wird die Verteuerung des Getreides auf den internationalen Märkten angegeben, die überall eine Vrotpreiserhöhnng h-erausbeschwört. Eure Erhöhung bc§ Brotpreists steht auch in Paris unmittMar bevor. Nach dem Vorschläge der verantwortlichen Kommission wird der Preis des Brotes am 6. Februar von 1.50 ans 1.55 und am 15. Februar auif 1.60 Franken pro Kilogramm erhöht werden. Aus London wird gemeldet, daß vom nächsten Montag ab der Brotpreis von 10 ans 11 Schilling erhöht werden wird. Ter Schweizer Dundesrat hat die Getreidevevwaltung errllächttgt, die Einkaufspreise für Brotgetreide um durchschnittlich 5.40 Franken pro 100 Killogramm zu erhöhen. MehltMtsse in Chikago. Paris, 30. Jänner. Meldungen auS Chicago beisagen, daß der Mehl preis an der Börse von Chicago oine Hausse erfahren habe, die alle bisheriigen Rekorde schlage. Der Preis für den Busheil belanse sich aus 2 Dollar 5 Cent, eine Ziiffer, die bisher nicht erreicht worden ist. Die Wiener Theaterkrise. Die Nachricht, daß auch die Neue Wiener Buhne in das Ausgleichs der fahren, der Dheater des Direktors.Geher einbezogen wird, bestätigt sich nicht. Die Herabsetzung der Preise in den Geyer-Bühnen hat ‘eti Besuch belebt. Die Renaissancebühne ist vorläufig noch geschlossen. Zwischen Direktor Robert und Divoktior Jarno finden Verhandlungen wegen Uebernahme de's Theaters statt. Direktor Robert hat sich evbötig ge-macht, das Theater «bis Ende August ohne jede Miete dom Direktor Jarno zur Verfügung zu stellen, verlangt a-ber, daß alle bisher ausgelaufenen städtischen Abgaben als gelöscht erklärt werden. Das nächste Opfer der Theaterkrise ist die erst feit dieser Saison bestehende Robert-Stolz-Bühne. Sie tritt in kein Ausgleichsverfahren, sondern wird wegen schlechten Geschäftsganges liquidiert. Die Schauspieler erhalten aus der beim Bühnende rein erlegten Kaution ihre Abfertigungen. Srkar Beregi bei einer irsillchen Veranstaltung. Wir erhalten die folgende Zuschrift: An die Redaktion der „Wiener MovgenMvtung", Wien. Aus Gmn!d des tz 33 des ^Preßgesetzes begehre ich von Ihnen mit Bezug aus den in Ihrer Nummer vom?8. Jänner 1926 unter dem Titel „Oskar Beregi bei einer' festlichen Veranstaltung" erschünenen Artikel die Veröffentlichung nachstchen«d«r Berichtigung: Es ist unwahr, daß ich in salopper Kleidung und insbesondere mit zerdrücktem weichen Kragen vor das Publikum trat. Wahr ist vielmehr, daß ich m schwarzem Sakko und mit weißem Seidenhemd samt dazugehörigem volllontmen neuen Kragen aus das Podium trat. Es ist unwahr, daß ich ohne die leiseste AwdeutMg einet Verbell.gung aus das Podium trat. Mahr ist vielmehr, daß ich mich beim Betreten des Podiums leicht gegen das Publikum verneigte. Es ist tmwahr, das; ich minutenlang, den Zuhörern 'den Rücken kehrend, wartete, bis die nötige Ruhe.eintrat. Wahr ist vielmehr, daß ich mich a-bwandte, lediglich einen Augerblick lang, um mein Gesicht abzittvischen. Es ist unlvahr, daß ich die Hände in den Hosentaschen h'M. Wahr ist vielntehr, daß ich dies nicht tat. ES ist unwahr, daß ich einen eirlzigen kurzen Pfrrlan, fon* dern vielmehr die Prophezeiung des Propheten Ezechiel, Kapitel 87, vovtrug. Es ist unwahr, daß ich die Estrade verließ, ohne für den gesper'deten reichen Beifall der Anwesenden auch nur zu danken. Wahr ist violmchr, daß ich mich nach B.endigung des Vortrages leicht gegen das Publikum verne-igte, «den auS dem Publikum kommenden Bitten um Zuga'ben aber mit dem HinweiS onf den Charakter des vorgetragsnen Stücke-, ttMer keine °>tgäben vsvrüG, nicht mKam. - , v,V DAar vereA

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