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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-30 · Heft 2136 (30.1.1925) · p. Seite 5

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2136 (30.1.1925)
Date
1925-01-30
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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Jft» 9!RR Karolewna. - Zionistische B e z 1 r k»s e k ti o n Prater 2. Btt. JunMaße 8. Heute, '/,8 Uhr abends, Midrasch-Vortrag, Kochenabschnitt: Dr. Man G o l d ft e t n. Samrtag r Bortraa von Frau Esther Ravvaport-Miele» r .Die Fra« in der Bibel . Sonntad. 8 Uhr abends, Vorrag Dr. Otto Abele»: »Sin Spaziergang durch die Indengaffen Wien»". - ..Jüdischer Verein Rordost. Montag den 2. Februar, vrSzise »/,4 Uhr nachmittag», hält der Verein in seinem Lokal. 2. Bez., Daborstraße 21», eine Trauerandacht für seinen verstorbenen EhrenprLstdanten Dr. Josts Zipfer ab, bet welcher der PrLstdent de« Verein» Adolf Hecht und die Herren Jakob Lach» und W. Kreindler sprechen werde n. A« gleichen Tage um b Uhr nachmittag» findet die 1 8. o r d e n tltche Generalversammlung de» Verein» statt. Bühne und Kunst. »«ommentaAtstnram." Nenkuszenleruug der Burgtheaters. Herr Droektor Hertertch Mt fich bewußt und freudig daran, daß Shakespeares „Sommer-nachtSrraum" den Untertitel .^Komödie" tragt» und er formt diese Aufführung, die Charakter hat. eindeutig zur ulkigen, possenhaften Komödie. Da» Traumgedicht, aus Mondschein, Elfen« rgen, LiebeSseufzer« und Musik gewoben, ist Folie, und Trumpf da» Rüpslfpiel der .Handwerkslente. Es steckt die Liebespaare a«, feien sie nun Herrscher oder Untertanen, und sämtliche halbgöttische Wesen. Und weil diese Aufführung Charakter hat, finden wir wunderlich, daß Feilix MendelSsohn-Bartholdis Vertonmdg gewählt wurde; denn der „Sommernachtstrcmm", den er meint, ist bestimmt nicht der, den Hertevlch auf der Bühne gestaltete. (Einer der zahlreichen Vorgänger Herterichs im Burgtheater, Direktor Heine, brachte den zur Mendelssohnschen Musik passenden Text anläßlich einer Freilichtaufführung am Belvedere.) Die Diskrepanz zwischen Mendelssohn und Her-rerrch war schon nach der unsterblichen MenldelSsohn-Ouvertüre sinn- Mig, gleich in der ersten Szene, di« reichlich vom Rüpeln!! durchsetzt war. Aber, der Auffassung chr Recht. Und man muß beifügen, daß dem Spielleiter fast durchaus taugliche Mittler zur Verfügung standen. Frau PünköSdh und Frau Seidlsr (Helena und Hermia) haben bekanntlich reichlich Begabung M spitzigen parodistischen Humor. Sie waren die Siegerinnen des «in sei^ Gesamtheit fchr heiteren Abends. Bon i^ren beiden Partnern neigt der feurige Herr Löhner mehr zur lust^pisl-- hast^yrifchen als zur pofferchaft-mMgen Sommernachtsweis, und Herrn And«rsen merkt ma-n's an, daß ihm die Hertcrich-Auffafftmg wider die Natur geht. Alle vier waren, in der Waldszene zum Ensemble versmigit, ganz außevovdenNch und machten der ^Hauptprobe" der Rüpel in der Hütte, ja sogar ihrer „Generalprobe" in der Waldlichtung bedenklich KonLrrrenz, trotzdem die Späffe der Herren Maierhofer, H3ussermann, Straßni und Huber in allen Variationen exeguievt wurden. Der. neue Puck ist dre liebenswerte, herzhafte Hilde Wagen er, rasch zum Liebling des Burgthrarers avanciert und sich mit festen Schritten der Elisabeth Bergwer nähernd. Ihr Puck mutet indessen kt seiner unbändigen Freiheit «och recht unfrei an. Die Künstlerin schien un» diesmal unnatürlich bemüht Und zu stark „angekurbelt". Herr ASla« fp'-lte Herr« Oberon als — Frau Oberon. Die nächtlichen Ränke, die er dem Elfe« Puck auftragt, stiftete er mit merkwürdig melancholischer Gleichmut an. Ausgezeichnet (im Sinne HmterichS) der EgeuS des Herrn Siebert. Nicht von Hetterich, sonder» von Felix MendelSfohn-Bartholdy inspiriert find Alfred R illers traumhaft schön« Bühnenbilder. Wir gingen willig mit. Auch der Barieteemschlag bei Zwischenspiel der Rüpel im letzten Akt, der komödienhaften Anlage des Abends angemessen, war willkommen. Doch als m der Schlußszene die letzte sehnsüchtig-süße, von allen Zaubern überirdischer Schönheit bsMtadeie MendMohn- Aielodie erklang, schlich, sich Trauer um jenen anderen, diesmal nicht gespielten „SommernachtStramn" ins Gemüt. Otto Adel es. Aus den Theater«. s « rgtbeüter. Morgen, 7 Uhr abend», »(§ i n Sommernach t»trau m". Akademietheater. Morgen, */,8 Uhr, .Der Tokaier". Volksoper. Heute, V,8 Mr abend». „DieFleberm a u s". Morgen „ß. ohenarin" mit Staatsopernsänger Km! Wschev-Nlemann a. G. in der Titelpartie. Deutsche» B o l k » t h e a t e r. Die drei einaktigen Schwänke der Svlvestervorstellunq »Die 73 Kreuzer de» Herrn Stutzelberger", „Treu, fleißig und ehrlich" (mit Hanfi Niest) und »Eine Vorlesung bei derHausmeisterin" werden Sonntag und Montag, 3 Uhr nachmittag», wiederholt. RaimundeTheater. Heute, 7 Uhr abend», deutsche Uraufführung de» Lustspiele» »Antonia" mit S a r r Fedak in der Titelrolle. Der Autor, Melchior L e n g Y e l, wird der Aufführung beiwohnen. Wiener Komödlenban» x l - B ü b n e'). Heilte zum erste« Male im Anzengruber-ZykluL »'s Zun tzfern g i f t". Bürgertheater. Pietro Ma»eagni dirigiert seine Operette »Z a* nur mehr bi» inklusive Sonntag den 1. Februar. Montag den 2. Februar. 8 Ubr nachmittag». „R o tkäppchen vom W i e n e r w a l d" mit Rudi M erst cc l l i n g e r. _ Das Carl-Theater hat Leo AicherS neue Operette „S o n j a* Euch von Rudolf Presber und Leo Mattster-? teln) emorbem Die Uraufführung findet t» der zweite» Hälfte Februar statt. Fibich» „Fall von Areona" ging aus Anlaß der F i b i ch- Feier im Prager tschechischen National che atcr in Szene. Bor dem Kriege «hörte' F!b!ch nicht zu den Tondichtern von Geltung, jetzt, nach seinem Tode, beginn-t er fich durchzusetzen. Die AuftÄivuna dieser feiner reifsten Oper erwies fern sicheres dramatische» Können. JnSVefondere der zweite M ist voll esicher Inspirationen. Im ^tbst soll ein Fibich-Zyklus n der sämtliche Werke des Meisters evchatten mich, Wk«««e so. gs«i«r IM «*> Mttcüungea ans dem Publikum. Meinem Kollegen and Freunde gratuliere ich hewlichst zu seiner heute sfattfindendeti Promotion rum Doktor der gesamten Heilkunde. Br. Heinrich Sflbermonn Tarn6w. Zn der letzten Zeit find unter den alanbenstrenen Juden Gerüchte verbreitet, daß »Franck Kaffeezusatz" nicht den Kaschrutb-Borschriften entsprechend hergestellt wird. Diese Behauptung ist eire bewußte Verleumdung und ein unlautere» Konkurrenzmanöver. Ich erkläre biemit, daß „Franck" Kaffee unter meiner Aufsicht ganz verläßlich koscher erzeugt wird. 6fmott Schreiber Oberrabbiner in Erlau. von der toset Man, Beule G o 11 i 11 e r, vor den bcscawor* nen. Neben ihr Fanella Stanley, link« der Verteidiger Richard Miltoo. — Näheres siehe Inserat auf Seite 7. Die Kindesmördcrin M$H. & Serichtsfaal. Siehe, SSrfenfhiel «nd Mord. Am 17. Avrkl des vorigen Jahres hat sich in der Weyringergaffe em blutiges Famrliendrama obgewiett. Der 28jährige BanLbamte Rudolf Fiedler, ©obn des gleichnamigen FeldmarschallentnantS, der mit einer Docht« deS verstorbenen Großindustriellen Heinrich Keil - Eichenthurn. verheivatst war, hatte seine Gattin getötet und dann emen Selbstmord versucht, von dem er redoch Wied« hev^tellt wurde. Er hat einer Schwester seiner Gattin Mien im Werte von hundert Millionen herausgÄockt. Der Börsenkrach hatte ihn um sein ganzes Vermögen und auch um das ihm anvertvcuvte Geld gerächt. Er machte seiner Frau von seiner finanziellen Situation Mitteilung mit dvm Bemerken, daß er in den Tod gehen muffe, und sie bestand darauf, gemeinsam zu sterben. Die Anklage gegen Fiedler bautet auf Mord und Betrug. Gestern stand er vor dom Schwurgericht. Die Verhandlung leitet Hofrat Dr. Holter, di« Anklage vertritt Staatsanwalt Dr. K r a l i k, Verteidiger ist Dr. Alfred.Kramer. Die Anklageschrift erzählt, daß . die Gattin des Beschädigten, Marie F r edler, am II^APril v. I vor 7 Uhr morgens ihre Hausgehilfin Anna Dollar mit einem Brief an den Schwager des Fiedler, den Obersten Tarbuk, nt das Ministerium für Heerwesen gesandt habe. In dem Brief ersucht die funge Frau den Obersten, sofort in ihre Wohnung zu kommen und sich ihrer Angelegenhelten anzunchmen Er werde auf dem Schreibtisch einen Brief finden, den er sofort öffnen möge, bevor er irgendwelche Schritt« unternehme. Als Tcnchur in die Wohnung eintrat, sah er die Gheletrte Fiedler nebeneinander auf einer Ottomane liegen. .Marie Fiedler hatte daö Gesicht nach links gewendet, ihr« rechte 5wpfseite war. mit einem bbntbefleckten Handtuch bedeckt, in den gefalteten Händen hiebt sie ein Matallkreuz und über sie waren rote Bluten gestreut. Sie war anscheinend löblos, wahrend Rudolf Fiedver noch atutete. Tavbuk ließ sofort einen Arzt holen und verständigte die ReitullgSgesellschaft. Ans feine Frage an Fiedler. waS geschehen sei, antwortete dieser mit scknvacher Stimme, er und feine Frau h"' cn es nicht mehr aushabten können, ihre Nerven seien ih»ren dnrchtegarrgen. ^Dann wiederholte er immer wieder die Worte: „Noch einen Schuß, noch eilten .Schuß! Der Arzt konnte nur mehr den Tod der Marie Fiedler feststellen. ■» Aus den znrückgelassenon Abschiedsbriefen, die zum Teil von Rudolf Fiedl«, zu-nr Teil von der Frau geschrieben waren, ging hervor, daß beide in der Nackt zum 17. April beschloffen hatten, ge m c \ h «i m ■ aus dem Leb« n zu ich erden. Der Brief, den Marie Fiedler an die Eltern mrd Geschwister geschrieben hatte, schloß mit dem Worten: ^Jch habe Rudi alles vom Herzen verziehen!" Die Erhebungen ergaben, daß Rudolf Fiedler kern« Fvau und seine Bevwandterr, insbesondere die Schwester seiner Frau, Eleonore Keil, in der schamlosesten Welfe hintergangen und schwer geschädigt hatte. Er batte stets erzählt, daß er mit großem G'ln'ck an der Börse (viele und schon hohe Betrage gewonnen habe. Zuur Schluffe stellte sich heraus, daß sem« Arlgaberr über gewinnreiche BörsenaeschMe e rfuudeu waren und daß er die Mien seiner Schwägerin um 219 M i l l r o n e n v e vk a u f t und derr Erlös für sich verhranckv > BÄege über seine günstigen Spekulationen und Vertrage waren von ihm gefÄsckt worden. Nach dem Gutachten der A c r z t e ist der Angeklagte wohl aK psychopathisch minderwertig M bezeichnen, jedoch weder geisteskrank noch geistcstchwach er hat auch zur Zeit der strafbaren Handlungen nicht im Zustande einer Sinnesverwirrimg gehandelt. Gexn 10 Uhr wird der Angeklagte in den Gerichtssaal geführt. Er ist blaß und spricht mit leiser Stimme. Die Zeugen werden aufgevnfen und müffen sich dann aus dem Saale e»- fernen. Da'ftünt die chemaliae HauSgchfifin des Ehepaares Fiedler, Anna Dollak, vor der Barre besinnungslos Mammen. Sie wird aus dem SaÄ« getragen. Der Angeklagte ist am 8. Juni 1899 in Innsbruck geboren, har dar GhmnGum absolviert und die Hochschule für Welthandel besucht. Außerdem war er drei Jahre bei der Marineakademie. Im Mar 1918 ging er ins Feld. Er bdennt sich im vollen Umfange der Anklage schuldig. Seme spätere Frau hat er im Jahre 1916 kennen gelernt. Er bezeichnet seine Ehe als Mbesheirat. Er berichtet dann Mer seine Börsentransaktionen. Bors.: Sie selbst haben i-m Laase von chtetttbkrkl Jahren mehr als 500 Millionen verausgabt. Dann waren Me fertig mit dem Geld. Di« kostspielige Lebenshaltung wurde aber fov^efetzt, wie erklären Sie das? Angekl.: Da ich im Rufe eines steinreichen Ddanne» stand, hatte ich nicht das Herz, den großen Ausgaben von Frau und Schwägerin entgeaerlzutreten und sie ihrer Ruhe zu beraubet:. Ich habe erzämt. daß ich über unbeschränkte Geldmittel verfüge. Meiner Schwägerin sagte ich, daß tch für sie schon einen Gewinn von 12 Milliarden liegen habe. Der Angeklagte gibt dann an, daß er im Au-gmt 1923 mit Frau und Schwägerin nach Davos fuhr. Er sagt: Ich habe Mießlich die Märchen von meinem Ri es e «Verve rin ögen selbst geglaubt. Bor seiner Frau baute er em ganzes Lügengebäude auf. Schließlich wurden seine Schwager mißtrauisch. Eine Zeitlang redet« er chrren ein, daß er an einem großen Textilgeschäfte beteiligt sei. von dem « 40.090 Pfund aus Lodz beziehen weche. Schließlich konnte er nrcht nvehr weiter lügen. Auf die Aufforderung des Vorsitzenden, die EinzeHeiten der Bluttat zu erzählen, weigert sich Fiedler mit den Worten: „Das kann ich nicht'." Der Vorsitzende verliest nun dir Abschiedsbriefe. Ms ein Brief der Frau an ihre Schwester verlesen wird, beginnt der Angeklagte heftig zu weinen. Die Verhandluua wird daun unterbrach?«. Nach Wiederaufnahme der Verhandlung erstattet« Professor Meixner sein Gutachten u-nd gab an. daß die beiden Schüsse, durch welche Frau Fiedler getötet wurtre. das Hirn durchbohrten und unbedingt tödlich tvaven Die Verletzung, die der Angeklagte sich selbst berbrachte. konnte unter Umständen de« Tod herbeiführen. Auffallend -an dieser Verletzung ist. daß der Schuß durch die reckte Bvuftseite ging, ivährend sonst Selbstmörder sich in die Intfc Bvustseite schießen. Der Zeuge Oberst Tavbu^ der mit einer Schwester des Angeklagten verheiratet ist, grbt an, daß die einzige Pasiüm des AngeKagten die L e f e f r e u d e fei. Er erzählte dann di« bekannten Tatsachen über die Auffindung des Ehepaares Fiedler. Als nächste Zeugin wurde di« chemalige HausgchLfin des Wepaares F-iMer, die 19jährige Anna Dolak, verehelichte Ebensohn, Vechövt. Sie z r 1 t e r t e heftig und bat, sitzend aussagen zu dürfen. Sie erzählt« daß ihr die Frau Fiedl«, als sie chr den Brief gab, «inschärfie. nicht ohne den Oberst zurückzufommen. An chre Wahrnehmungen nach rbrer Rückkehr kam: sie fich nicht erinnern, da sie gleich ohnmächtig wurde. Sie habe in der letzten Zeit vor dem Geschehnis von der Frau Klagen über Geldnot gehört. Einmal äußerte sich Frau Fiedler, daß sie sich aus diesem Grunde aufhöngeu werde. Reinhard Keil, ein Bruder der Ermordeten, gab Aufichlüffe über di« finanziellen Berhaftnifie des Angeklagteir und insbesondere über dessen Reise nach Davor. Nach Verlesung einiger schriftsicker Aussagen von Familienangehörigen wurde rn spater Abendstunde die Berhandkmg auf heute 10 Uhr vormittags vertagt. Das Ehedrama am Semmeri«-. Aus Wiener-Neustadt wird uns berichtet: Die geschiedene Gattin des gewesenen Swtionschefs von Semmering Frau Mary Ilten, wurde, wie vo« uns seinerzeit bnichtet, vom Schöffensenat des Kreisaevichtes Wiener-Neustadt wegen Verbrechens der schweren Körperlichen Beschädigung zu acht Monaten strengen Arrests, jedoch bedingt mit dveijahrsger Bewährungsfrist, berutteftt: Die Angeklagte, welche, wie bei der Verhandlung durch ^Zeugen erwiesen wurde, von chvem Ehegatten schwer mißhandelt worden tvar, Hai in ihr« VerOveiftung auf den StationSchSf aus einer Pistole mehrere Schüsse abgefeuert, welche denselben schwer verletzten. Ueber Berufung des Staatsanwaltes Hot das Oberiandesgericht die-Straf« « geheimer Sitzrma auf füids Monate. Kerker, jedoch unbedingt, umgeändert. Ueber ein vom Bertckdiaer der Ftau Ilten, Herrn Dr Siegmund R e i ch a r d, omaebrachtes Gnadengesuch hat nunniehr der BunideSpräsident die Ilten begnadigt. Die Perlenkette de. Fr« Orska. In der fett einiger Zeit sZvn W Familienschmuckes der Familie Bleichröder an Dr. Hans v. Bleichvöder »ach der schon seit längerer Zeit «folgten faktischen Trennua der Ehe, hat das Gericht, den Standpunkt des Dr. Hans v. Bleichröder, daß es sich nur mn eine« für die Dauer des Zusammenlebens zur Verfügung gestellten Schumck handelt, teilend» gegen Kautionsleistuna eine einstweilige Verfügung erkaffen, auf Grund deren die sofortige Abnahme sämtlicher im Besitze der Frau Maria, v. Bleichröder-OrSka befindlichen Schmuckgegenstande verfnar wird. Der Schmuck besteht hmchtsächlich aus einer selten schömn großen Perlenkette, der. sogenannten Bismarck-Kette, welche Frau Orska auch öfter auf der Bühne trug Frau OrÄa. die sich nicht von ihrem Schmuck trennen will, ha' da» Gerücht veNbrertet, daß sie ihn in Pari» verkauft habe Sie befindet sich gegenwärtig auf einer Gl^tspleltourn« in Deutschland, so. daß eö nicht leicht sein wird, ihr dtze Kette abzunchmen. Der empfiadNche Richterstand. Im Zufiumnenhang mit der anfangs Oktober erfolgte« Berhastuup und Aburteilung mehrerer reichSVSutfch« Kommunisten erfdmnen Ende Oktober in der „Roten Fahne" drei Artikel, welche, die österreichische Justiz ÄS Klassenjustiz und Schwtnheljustiz gezeichneten. Der verantwortliche Redakteur des. Blattes, Arrtz Hait, verweigerte jede Auskunft üb« den Verfasser der Ärmel und darüber, ob er selbst toe Artikel vor der Druckl-gun« gelesen habe. GS wuvde daher, da des Verfasser der Artikel nicht emirrt werden konnte, der Akt an das StrafbezirkSgericht 1 zur Arn-tshandlnng gegen den verantwortlichen Redakteur wegen Bernachlaffigung der pflichtgemäßen Obsorge adgetvateu. In der gestern über diese Anklage vor dem Hofrat Dr. H öslmayer durchgeführten Verhandlung wurde der Angeklagte, der trotz auSgewiesen«, Zustellung der Vorladung nicht «cschrrnen und auch nicht vertreten war, in eontumaeia» zu einer Geldstrafe von 300.000 St. eventuell m 48 Stunden Arrest verurteilt.

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