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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-27 · Heft 2133 (27.1.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2133 (27.1.1925)
Date
1925-01-27
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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IPoIbn 20groaz? 1 Wien: Zum Ab^olen in der ExpediHon.il. Tabor str. 1-3, oder in einer Verachtetes) eile (Trafik» monatl. K 50.000 Strassenverkanf in Wien durch die Kolporteure der Firma GoWscfcmiVd, 1. Ke. Wollzeile 11 Mit Postveraand für Wen t Oeaterr. monatl. K 50ß( Ta e h e c t* o-Slowa k t Mon. K 22 luooslawien Mon. Dinar60. Po len:Mor> 4 Zloty, Deutschland Mon. tioldmark 4, F r a n »• r. Belgien: Mon. Fr ca. 18 OW" Naektihiunre« *SI bei . Pretaerhntiunven . Vorbehalten leitet SAMSTAG ■ f.cbrnar 1125 tSämthcht mH zKonztrthau&säle Waa-wtisst HAKOAH-fl HEDOUTE■ za frans ton der DGndcrbemahranstalten . | Prel« K *i»00 England: Mon.4 Schilling Italien: Monat. 18 t , Rumänien Mon. 170 »>, 8u!<?arien Mon. 80 1 ewr, Schweiz und daa übrige Ausland monatlich Frcs. 5. Redaktion o. Administration Wien. II., Taborstr. 1—8 Telephone: 44*0-3?),43-3-19. A-i6Uhrabds 21-102,25-282 1 X.Uni ver ait Staat r aase 6—8 (Druckerei Steinrnann) Jeaterreichiachea Poatapar» icaaaen - K ontn M» 150.A9A J)r. 2133 Wien. Slcnstus. 27. Rmier 1925 7. ftifitanna Die krziehung zum Mord. Kr. W t e 27. Jänner. Die deutschen Gerichte lehnen es allmählich ab, Recht zu sprechen, wenn sie über einen Verleumder des Judentums zu urteilen haben. Det Freispruch, denn das Breslauer Amtsgericht über den Studienrat der städtischen Cäcilienschule, Rudolf Scholz, fällte, obgleich dieser, wie wir arr anderer Stelle ber'chten, sich einer niederträchtigen Verleunrdung und- Beschimpfung des gesamten Judentums schuldig machte, ist . nur ein Glied in der Kette von Beweisen dafür, daß Deutschland heute von einer Meute von Strauchrittern beherrscht wird, die das deutsche Volk durch ihre eigenen widernatürlichen Schandtaten physisch, seelisch und politisch zugrunde richten und es überdies noch blenden, indem sie dem „rassenfremden" Judentum all die Niederträchtigkeiten andichten, die sie selbst begehen und in ihrem eigenen Bolk systematisch gezüchtet haben. Es toärc in der Tat unter unserer Würde, mit den unzähligemal nachgewiesenen . Fälschungen des „Hammer"-Fritsch oder eines anderen berufsmäßigen Fälschers jüdischen. Schrifttums abermals zu Gericht zu sitzen und neuerlich nachzuweisen, daß es in Deutschland und auch anderwärts gut fundierte und einträgliche Fälscherwerkstätten gibt, deren einzige Aufgabe darin. besteht, gangbare judenhetzcrische Scheidemünzen zu prägen und die Instinkte der Massen mit Pamphleten zu Heizen, die sich schon durch die Plumpheit der Lügen als Fälschungen verraten. Aber- . empörend ist die ein deuWer Pädagoge wagt, diese Fälschungen, wieder aufzutischen und.''gewissermäßen als Hilfsbüch für die Erziehung derdeutschen Jugend auszugeben. Mit Lügen und Fälschungen Jugenderziehung zu betreiben, ist anscheinend die neue . Phase in der. Ertüchtigung des deutsches Volkes durch den deutschen Schullehrer. _ Der Herr . Studienrat Scholz von der städtischen Cäcilienschule in Breslau hätte wahrlich lohnendere und für fein Volk; ersprießlichere Erziehungsarbeit zu leisten! Er. sollte vor allem seine Erziehungsmethoden und die seiner gesinnrmgsgenössischen Berufsgenosten einer gründlichen, Revision unterziehen. Was er über die Moral der Juden, .überSittenlehren des Talmud sägt. und.schreibt, ist infamer Betrug oder im besten Falle kritiklos nachgebetete Lüge. .Wer unverfälscht wahr und nicht hinwegzüleugnen ist,.daß die gelehrigsten Schüler der Methode Scholz nicht nur für die Ermordung von Juden, sondern auch für Schändung von Kindern, für Unzucht aller Art und für Massenmorde reif wurden, an denen das,Judentum und seine reine Sittlichkeitslehre wahrlich nicht den geringsten Anteil hat. Nicht nur die Mörder Rathenaus und die Synagogenschänder, auch die Haarmann und Denke, die Novosad, Meiche und Bergmeister haben den Lehrkurs des' Studienrates Scholz und aller anderen auf gleicher sittlich-pädagogischer Höhe stehenden heutigen Lehrmeister des deutschen Volkes summa cum laude durchgemacht. Wenn sich ein deutscher Staatsanwalt doch entschließt, einen solch-sauberen Erziehungsrät vor Gericht zü zitieren und für die Beschimpfung der jüdischen Neligionsgetneinschäft sozusagen schandenhalber eine geringfügige Geldstrafe gegen den Verleumder eines ganzen Volkes zu beantragen, demonstriert das deutsche Gericht mit. dem .Freispruch. Verschmitzt meinte der deutsche Jugendbildner, daß er für seine Heldentat, ein ivehrloses Volk besudelt zu haben, eine Belohnung verdient habe. Und er.erhielt die Belohnung; er wurde freigesprochen. Studienrat Rudolf Scholz kann jetzt als deutscher Erzieher in die städtische Cäcilienschule von Breslau zurückkehren und die Jugend, frei von jüdischem Einfluß, zu Helden des neuen deutschen Geistes ergeben. Sie »verden auch danach aussehen. Nicht nur, »veil sie von Erziehnngsrälen von der Gesinnung eines Rudolf Scholz erzogen wurden, söndern mehr noch, weil heute das deutsche Recht von Richtern ausgelegt wird, die wie im Aintsgericht Breslau der: Begriff des Rechtes schänden. Kim mm Mummgsmte. Die Alliierten anerkennen die deutschen Klnwönde nicht. — Sentschland errrngt im besetzten Gebiet Waffe». Berlin, 26. Jäliuer. (Wolfs.) Heute, mittags ist dem Reichskanzler die' neue Ko l l e k t i v n o t e der Al liierten über die Frage der Räumung der nördüchon Rheinlandzone mbergeben worden. Der englische Botschafter erklärte, daß die neue Kdllektivno.te die A n t w o r t auf die deutsche Note vom 6. Jänner darstelle. Eine' dritte Note ausführlicheren Inhalts' werde sobald als möglich der deutschen Regierung zngchen. ' In der Noteheißt' e's unter anderem: Die alliierten Regierurigen haben von der vcn Herrn Dr. Strosemann am 6. Jänner an' die alliierten Vertreterin Berlin gerichteten AnNvortnote-Kenntnis aenommen.'Die alliierten Regierungen haben im aegenwärtigen Augenblick nicht die Absicht/ nrit der deutschen Negierung in eine Erörterung der Räumungsangelegercheit einzutreten oder sich ans Betz a u p 1 u n g e n eiuzulasten, die sie' ' in keiner Weise anerkennen können. Wie sie der deutschen Regierung bereits in. ihrer KolleMvnotc vom'5. Jänner mitgeterlt haben, »verden sie ihr später eine neue Mitteilung zmkommen lasten, die ftftsetzt, welche Maßnahmen sie von Deutschland noch ertvarten, damit seine Be rpflichtnngen im' Sinne des Vertrages von Versailles als-getreulich erfiillt angesehen »verden können: Die alliierten RegierWZen7HMU 'diL -Mtsicht, diese MkttSilung zu. einem.möglichst n gch'e n Aei t.p?u n k t zu machen; Schon jetzt müsseil.sie indes die >deutsche Regierung darauf Hinweisen, daß diese die Tragweite her'Artikel 428 und 429 des Vertrages von Versailles zu-verkennen scheint. Diese Artikel 'haben , die ' Dauer der. Besetzung der rheinischen Gebiete auf 15 Jahre festgesetzt - und - eine Kür zu n g dieser Frist nur für. den -Fall vorgesehen, daß Deutschland dve Bedingungen des Vertrages von Versailles getreulich erfüllt. Da gewisse Bedingungen dieses Vertrages nicht getreulich erfüllt worden sind, können sich die alliierten Regierungen nur an die B e r r r a g s b e st i m m u n g e.« hakten. Es ist Sache Deutschlands, durch Erfüllung seiner Verpflichtungen die alliierten Regierungen instandzusetzen, in dem Besetzungsregime die vorgesehene Milderung eintvetem zu lasten. Die Reichsrcgierung. ist. sich in ihrer heutigen Sitzung über die A n t »v o r t schlüssig geworden, die den Vertretern der alliierten Regierungen morgen vormittags Augestellt und sodann veröfsentLicht werden wird. Herriot über die deutsche Massenfabrikation. Paris, 26. Jänner. In der Kammer griff nich den Ausführungen des Abg. Maginot Miniisterpräisidrnt H err i o t in die Debatte ein und erklärte, es handle sich nur darum, festzustellen, ob das Ruhrunternehmen die Kont r o l l o p e r a t i o n e n begünstigt oder verhindert hcvbe. Die schon im Jahre 1922 schlvierigen Kontrollmaßnahmen seien nach der Ruhrbesetzung unmöglich geworden, wofür er genaue Beweise gaben könne. Die Kontrollkommission habe den Beweis erlangt, daß 20.000 Gewehrlaufe während der Ruhrbestzung bei Krupp in Esten hergestellt und nach dem unbesetztenGebiet g-eschickt worden seien. Deutschland habe Hso sogar i m besetz ten Gebl-e-t^Witvs -^-r'st'dt'L^eTt^^köftnen- und eme Kontrolle im unbesetzten Gebiet sei vollständig unmöglich gewesen. Man dürfe' nicht den Eindmck Hervorrufen, daß Frankreich die Kontrolle für unmögllich betrachte, man niüste im Gegentail alle Energie daransetzen, um die Kontrolle auszugestalten. Es gebe allevhand, nxrs Frankreich in dieser Hinsicht Deutschland zugestehen könne. Der Ministerpräsident wies die Forderung nach der Veröffentlichung von Angaben über die Arbeitsmethoden der Kontrollkommistion zurück. Sie Wahabiten vor Sfchedda. ' (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Lyndon,.26. Jä>nr»er/Nach.eirrer Meldung aus Jerusalem sind die W a h a b i t e n bis n n rn i t t e l b a r vor die Stadt Dschod.da vorgerückt. Die Uebergabe der Stadt wird stündlich erwartet. - Das Mrgerschaftggesetz in krez Israel. Jerusalem, 24. Jänner. (I. T. A.) Wie hier bekannt gegeben wird, hat das Britische 5kolonienministcrimn die Beratung des Enüvurfes des palästinensischen Bürgerschaftsgesetzes beendet, so daß die Verösfenflichung des. Gesetzes demnächst zu erwarten ist. Nach dem Bürgerschüftsgesetz steht. es den Einwohnern Palast'nias frei, auf die otw»»ianische Stüatsbürgerschaft zu optieren. . . Wie erinnerlich, »vnrde im Oktober 1922 in Jerufalcm bekannt gegeben,. das; die endgültige Form des palästinensischest Bnrgerschaftsgesetzes nach Inkrafttreten des Friedensvertragcs mit der Türkei, »vo dann auch das Palästinarnandat in Geltung kommen »vürde, herausgegeben »verden »vird. Die jetzt geltenden Regeln für die Ertverbnng der palästinensischen Bürgerschaft ftnb vorläufiger Natur und nur so lange in Kraft, bis das eridgültige Gesetz bekanntgegeben »vird. Bis jetzt haben cttva 50.000 Juden, die sich um die palästinensische ^Stäatszngehörigkeit beivarben, vorläufige Dekrete erhalten, in »velchen vermerkt »vird, daß diese Personen beabsichtigen, mudie palästinensische Bürgerschaft anznsuchen »md dauernd in Palästina zu »vohnen. Tie Juden, die früher türkische Untertanen iüarctt, erhalten automcitifcl)■ brtsitstecht auf die palästinensische Bürgerschaft, ohne formell darrttli ansnä'en zu uiüsten. Sololows Borträge in Siebenbürgen verboten. Bukarest, 26. Jänner. Der Präsident der Zionistt» schen Weltorganisation Nachum Sokolow ist in K l a «s e nbürg eingetrofsen, doch wurde, wie das Ungarische Telegraphen-Korrespondenzbureau meldet, eine geplante Vorlesung von der Polizei verboten, desgleichen die geplanten Vortrage in Temesvar und Arad, da die Behörden antisemitischenKun d g c bungenvorbeuge« wollten. Sokolow in Kischinrw. Aus K i s ch i n e w »»reibet I. T. A.: Herr Nahnm S o k o l o tv ist am 20. d. in Kisck.inew eingetroffen. EtNxr 70.000 Personen versammelten sich vor dem Bahnhof und in den umliegenden Gasten, um den Führer zu begrüßen. Er wrrrde vonr Erupsa-ngskomitee unter Borantvagung jüdisch-nakdonaler Fahneit in das Hotel geleitet, eine Mustlkapelle ging voran. Sekololv »vnrde von der LandeStehörde offiziell begrüßt. Herr Sokclcw wohnte der Keren Hajeffcd- Konferenz bei. Er »vnrde auf einen» Bankett von Vertretern aller Gruppen der beßarabischen Juderhoit begrüßt. Bon tzier begab er sich nach B n ka re st, um dann der Einladung der tratissyivanischen Judenheit Folge zu leisten. Ile MdeloMrer bei den 8Mer Sindentew unruhen verhaftet. Bukarest, 26. Jänner. Der Gerichtsihof von Ia s sy hak ans Grund des nonett Gesetzes die Verhaftung des Präsidenten des Bu nd es chr i st l i cher Studenten sotrie die Verhaftung eines anderen Studenten angeorduet, tmül sie den Rektor der Universität bedrohten. Der Bund wurde von der Polizei a u kaelö st. WinterRSumungsver kauf zu tief reduzierten Pi einen Im Warenhaus [Schiffmann II. Taborsfraße in «ro* ■«« <ie.

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