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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-26 · Heft 2132 (26.1.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2132 (26.1.1925)
Date
1925-01-26
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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iPoien 20grotzv t Wien: Zorn Abfiolen in dar Expedition, fl. Taborstr. 1*3. oder in einerVerschletsstell* ‘Trafik) monatl. K SO.OfK brassen verkauf in Wien furch die Kolporteure de» ' i> ma Goldschmied, t. Bex. Wollreile U Wi» Postversand für Wi*r> . entere, monatl. K SQS'f lictiec o*Slow«’i ' nn. K22 soffosiavrier. Mon. Dinar60. P o I e o s Mo» \ Zloty, Deutschland Vfoo. Goldmark 4, F r a n k».. Belgien: Mon. Eres. 18 Wiener orseiyettimg "4T Nasktah u ■ 9ea *tM hfl Pnlttrhähunrem torhahaft«* i m »r. an Gien. Montag. 26. günner 1125 | Prela K gilOQl England: Mon. 4 Schilling Italic nt Monat:. 18 irr, Rumänien Mob. 1701 ei, Bolearieri Mot»* 80 Lewa, Schweix ond das SbHjre Ausland monatlich Ems. 5 Redaktion u. Administration Win«, II., Taborstr. 1—3 ‘ deptuwe: 44-0-38,43-3-19. AhdUlir ahds. 21 -102.25-282 IX. UniversitStsstrasae 6—8 (Druckerei Steinmaim) t Oeiterreichisches Postspai - kasaen Konto Nr. 150/03 7. Aakraang krllörungen Kaleninr. Warschau, 25. Jänner. (Tschecho-Slowakisches Preßbureau.) Der polnische Gesandte in Moskau, Professor Kentr - y n s k i, überreichte' geistern dem Präsidenten des Zetttralexekutiv>komiteLs Kalen in im Kreml sein Pe'glau'blglmgSschrei'ben. Der Gesandte drückte in seiner Ansprache die Hoffmuig ans, daß die Bestrebungen der polnischen Regierung, welche auf die Befestigung der Gründlagen des Friedens sowie auf de Anknüpfung von g ü t n a ch b a r l i ch e n Ä e z i e h u n g e n zwischen Polen und der Sowjetunion hinzieken, von dieser loevden unterstützt werden. Die geographische Lage sowie die gemeinsame Grenze der beiden Staaten weisen auf gemeinsam« Int e r e s s e n hin, deren Enü.vick'ung, anfgebaut auf der unerschütterlichen Grundlage der bestehenden Verträge, zweifellos zur Schaffung.eines gutna'chbdvlichett Zusanrnrenlobens .Polens und der Sowjetunion beitragen werden. Der Gesandte drückte schließlich die Hoffnung aus, daß die Entwicklung der beiderseitigen Beziehungen in hohem Maße zür beiderseitigen Annäherung und zur Schaffung einer Atmosphäre des g e gen f e i,t igen Vertrauens beitragen Iverde, olme welche eine fruchtbare Zusa-mnrenävbeit der beiden Nachbarnationen zum Wohle der Menschheit undenkbar wäre. I« seiner Erwiderung versicherte Präsident K \ e n i n unter qnderem, daß dj^ PestMungen der polmischen Wpu^MM der MGÜKg dessM vpn gutnachbarlichen Beziehungen* zwischen: den beiden Staate« seinerseits das entsprechende Verständnis und volle Unterstützung finden werden. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Hindernisse, die in der / Vergangenheit die Erreichung dieses Zieles erschwerten, in der nächsten Zeit d e f i n i t i v b e s e i t i g 1 ü n d d i e w i r t s ch a f t l i ch e n Be z k e h u n g e n sich zum beiderseitigen Nutzen loyal entwickeln werden. Steuerabban in Sowletrubland. Moskau, 25. -JÄUiner. Nach einer Meldung der Russischen TelegvaphenageUtur Wird im Volkskommissariat für Finanzen ein' Gesetzentwurf ausgearbeitet, der eine Ermäßigung der landwirtschaftlichen Steuern vorisieht und die Kleinlöauern gänzlich von den Steuern befreit. Durch die vorgesehene Neuregelung werden über sechs Millionen Bauernwirtschaften, das heißt mehr als ein Viertel aller Bauernwirtschaften der Sowjetrepubliken, von der Steuer befreit werden. Das Plenum de's Zentralkomitees 'beschloß nach Beratungen über viele wirtschaftliche Fragen, die Metallindustrie völlig neu zu organisieren und zu erweitern. Besonders wurde.die Aufnahme der Kupfer- und Zinkverarbeitung mit eigenen Mitteln der Sowjetunion beschlossen. Lrotzki. M o s k a n, 25. Jänner. Das Zentralkomitee hat alle auf die Kaltstellung TrotzktS abzielenden Refo luttonen angenommen. Es bleibt habet, daß Trotz« vor der obersten Stelle der militärischen Or gantsatton entfernt Md, jedoch weiter Mitglied der Partei ist. tzlr Handelsvertragrverhanklan«en zwischen Pole« «nd der Achrcho'Aowakel. Warschau, 25. Jänner. (Tschech.-slow. Preßbur) Gestern abends empfing SenatSmarschall Trompezynski den tschecho-flowäkischen Gesandten in Warschau, Dr. Flieder, sowie den Führer der tschechoslowakischen Delegation zu den Wirtschaftsverhandlungen, bevollmächtigten Minister D v o r ae e l Den Gegenstand der Besprechungen bildeten die gegenwärtig in Warschau staftflndeuden HandelsvertragsverHandlunge» Bizemarschall Sedda gestorben. Warschau, 25. Jänner. (P. T -A.) Heute ist hier der Vizemarschall des Sejm, Sigismund Seyda, nach einer mißglückten Blinddarmoperation gestorben. Seyda gehörte der national demokratischen Sejmfraktion an. Sie MMung. Ein internationaler Kongreß der Waffensabrikante». Paris, 2d. iJänner. (Wolfs.) Tournee Industrielle" teilt mit, daß im Lause des nächsten MopätS ein internationaler Kongreß der Wafftnsa-brifanten in Paris Husammentreten werde, um den KonventionSentwurf zu p r u f e n, den der V ö l k e r b u n d bezüglich des internationalen Waffenhandels und der privaten Fabrikation von Waffen und Munition ausarbeitet. Sie Kstwpfe «m SReHS. Port Sudan, 25. Jänner. (Wolfs.) Di« Wahabite n stießen gestern mit den Verteidigern von Dschiddazusammen. Ein Gefecht ist im Gange und eiy Hgydstteich gegen Dschidda wird jeden Angenhlick erwartet.'Wie berich tet wird, verfügen . die. Wahahiten Wer. st a r k e Kommunlftenverhaftungen m Bayern. München, 25. Jänner. Wie die Blätter melden, sind in Mühldorf, Deggendorf und Plattling je ein Kommunist und in Rosenheim vier Kommunisten verhaftet worden. Einer der Verhafteten wurde später wieder auf fteien Fuß gesetzt. Es soll sich, um die Weiterführung der verbotenen Kommnnistenpartei handeln. Mn vomkenwmf 1« Mako«. Lissabon, 25. Jänner. (WM.) Bor dem Rathaus wurde eine Bombe geworfen, durch die zwei Perfonen auf einem eben vorüöerfahrenden Straßenbahnwagen schwer verletzt wurden. Das Rathaus ist durch die Explosion erheblich beschädigt worden. Man nimmt an, daß das Attentat von städtischen Arbeitern verübt worden ist, die sich wegen einer Lohnsrage mit den Mitgliedern des Gemeinderates in Konflikt befinden. Slar Mralerte Srmrtndewahl., Kein Kandidat und kein Wähler. Paris, 25. Jänner. (Wolfs.) Wie ,Journal des Debats" ineldet, hat sich Eei der Ersatzwahl zum Munizipalrat von Meudon bei Paris, der, um gegen eine Polizeiverorduung 'betreffend die Errichtung einer K e h r i ch.1oerbrennanstalt zu protestieren, zurückgeire'en war. >'ute weder ein Kandidat, noch ein Wähler n irgend einem Wahlbureau eingestellt. Zer Verkauf der Hammerbrotwerke. Die Beschlüsse der Arvetter und Angestellten. Im Favoritener Arbeiterheim hat gestern eine Ber- 'ammlnng der Arbeiter derHammerbrotwerke stattgefunden, in welcher Abgeordneter S k a r e t den Bericht des Parteivorstandes über den D rkauf der Werke an daS Bankhaus Bösel erstattete. Der B^r cht wurde von den Arbe'te-n zur Kenntnis genommen. Es wurde ein? Resolution Lcschlollen, wcl^e erklärt, daß dir Arbeiter unter den neuen VerlMn'ssen nicht schlechter gstellt werde» dürf - nnd daß ihn n t e i n e d e r e r w o b e n e n s o z i fi. leg Errungenschasten entzogen werden darf. Die Versammlung der Angestellte« fand im Cafe Prückl statt. ES wurde der «reiche Volchlab Seitz gegen Seipel. Keine Koalition. — Der Mieterschutz. Die Jahre Skoufevenz der fozialdom^kratischon Organ,, fationen Wiens fandgeftern ihven Abschluß. An der Beratung nahm auch Bürgermeister Seitz teil, der eine bemerkenswerte Rede über die politische Lage Hielt. Bürgevmeister Seitz betonte eingangs seimr Rede, daß die K>lasse>ngege>nfätze schroffer denn je feien. Was Dr. Seipel seit dem Jahve 1922 ohne Wissen des Parlaments, ja. salbst ohne Wissen maßgebender Männer feiner eigenen-Partei, hinierrücks in Gans dem Vertretern des internationalen Finanzkapitals versprochen hat: die Politik des Wiederaufbaues ausschließlich auf.Kost«n der Arbeiter, Beamten und Angestellten durchzuführen^ dies zu halten, hat er sich redlich bemüht. Der Erfolg seiner zweijährigen Politik aber ist der Stillstand der industriellen Produktion, Niedergang des Gewerbes, Zusammenbruch des Handels und der Banken, ungeheure Teuerung, Abbau, von 160.000 Beamten, Kurzarbeit, 160.000 Arbeitslose, unerhört hoher Bankzinsfuß und daher Veräußerung , der Betriebe an das Auslandskapital. Seslensanierüng, die Verwüstung van Schulen bis zu den Universitäten hinauf, hungernde Künstler, darbende "Länder und Gemeinden, verfallende Straßen und Eisenbahnen, Zusammenbruch der sozialen Fürsorge und kulturloses Leben der Erwachsenen. Dieser Welt, die Dr. Seipel repräsentiert, steht die SozWl» demokratie gegenüber. Wenn es Leute gibt, die wieder d i e Frage der Koalition austverftn, so kann nur gesagt werden:, vereinigt F e u e r u n d W a sf e r in einer Retorte und dann reden wir.weiter. Im weiteren Verlauf seiner Rede wandte sich der Bürgevmeister gegen jede Lockerung des Mieterschutzes, der nicht. auK der Revolution, sondern aus eim^kais^ichetr.Krki^^ stamme. - Eine Mastenvepsarmnlirng derfM i e te r v e r e i n c,' die gestern vormittags im Rathaus stättfand, nahm für die Aufrechterhaltung des Mieterschutzes im vollsten Umfang Stellung. Die Redner erklärten, daß eine Veränderung des Mieterschutzes nicht ohne Befragen der Wählerschaft erfotzen könne. 2er Vea«tte«abdau. Mit d«n Entwurf der Regierung zur N o pellie* r«ng des Abbaugesetzes, dessen' Geltungsdauer am 31. DezerUber 1924 erleschen ist, konnte sich der Fünfuüdzwanzigerausschuß der' Bundesangstellterr trotz Drängens der Regierung bisher noch nicht befassen, da er über den H ä r tea U sgl e i ch zunr neuen G e ha lt s g e-se tz zu verhandeln hatte, welche Beratungen noch nicht zu Ende sind. Unterdessen haben die Organisationen den Entwurf zur Abbaunovellc einer eingehenden Prüftmg unterzogen. Wie die Korrespondenz .Herwoi berichtet, beftohen bei den einzelnen Organisationen der Bund, sangestellten über die weiteren Methoden, damit die der Regierung vovgeschvieben« Abbauziffer von 100.006 erreicht wird, verschiedene Ansichten. Hingegen herrscht die einmütig« Austassirng, daß, wenn der Abbau rem me chan' sch zu Ende geführt wird, eine Reihe von Aemtern. in tvelchen bei dem ohne- , hin schon stark reduzierten Personal mit Mühe der Dienst noch aufrechterhalten wird, dann ganz zu funktionieren aufhören wird. Morgen findet eine Beratung her.Vertreter der B.anltenorganrsationen statt, um ein einheitliches Vorgehen in der Abbansvage zu erreichen und gewisse Richtlinien für die Verhandlungen mit der Regierung festzulegeu. Die Verhandlungen mit der Regierung sollen am Mitttvoch ausgenommen werden. Me Verluste der gfchler Spartastr. AuS Bad Ischl wird gemeldet: Durch die Vom Amts leiter Anton Brandes ohne Wissen der Direktion abgeschlossenen Effektenspekulationen und Kreditgewährungen hatte die hiesige Sparkasse Verluste in der Höhe von 700 Millionen Kronen evlr'.'ten, während sich nach dem Revisto-nsberichte. die angenbNcklich als dubios anzusehenden Forderungen auf S.8 Milliarden belaufen. Der Gemeindeausschuß hat nunmehr einhellig beschlossen, dem Ersuchen des Sparkassenausschusses stattzugeben, und für einen von der Sparkasse aufzunehmenden Kredit im Höchstbetrage von fünf Viviaid-"! Kronen die Haftung der Gemeinde zu übernehmen. 0949

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