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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-20 · Heft 2126 (20.1.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2126 (20.1.1925)
Date
1925-01-20
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Wien. Dien'Mg Nr. ASS Bühne und Kunft. Anden ober Maqyarea r Wie RadachS „Moses" für das ungarische Nationakthealrr interpretiert wurde. Der Direktor des ungarischen Ncitwnalkheaters, Doktor Alexander H e v e s i, wollte Madach, den Dichter der „Tragödie des Menschen" ehren, und brachte das Morte große Bühuerrwer? des längstverstorbemn Autors „Moses" auf die Bühne. Nun ist es ja im Ungarn Horthys und des raffenichüylevffchen Ehrvstentums, wo aus einem Winstück der Durch-;ug der Jtöden durchs Note Meer aus ServvlismuS von den Rassenschützbern gestrichen tverden mutzte, nicht so einfach, die Aufführung des „Moses", und stamme es auch von dem gefeierten Madach, zu rechtfertigen. Da fand der schlaue Direktor des Nationalcheaters einen köstlichen Ausweg. Ein Mgenöffischer Literaturhistoriker, B o f n o v i ch , schrieb seinerzeit: „Das verfolgte Volk» das mit Vorurteil an Sprache und Sitten der Vorfahren hangt, das weder durch Geißel noch durch Iklavenkotten geheckt werden kann, das die Verschmelzung zu einer gewaltigen Nation mit fein-oen Bedrückern befürchte, dieses VoÄ sind wir." „Wir," das sind wir Magyaren. Mit kühnem Sprung macht nun Direktor Hev-csi aus Madachs Israel- Tragödie „die Tragödie des Magyaren tu ms". So konnte dl's an sich buhrcentechnifch schwache Stück, vor rassenschützlervschen Ausschreit'.vngsn gaschützt, in Szene gehen. Madachs Moses wächst unter den Feinden seines Volkes auf und ist anfangs seMst Feind des eigenen Volles,' er spricht vor dem Pharao gegen fernen Bruder Aaron, der sich über Be drückuug Israels beklagt: nichts will er von dsnr ausevwählten Volk hören, das, getreten und verachtet, noch rnmr-er feine Herren und Befehler höhnisch geringschätzt. Da eröffne^ ihm Zcchobed, seine Mutter, das Geheimnis seiner Geburt und fordert ihn auf, das Volk kerrnen zu lernen, mit ihm zu lbben. Und Moses begibt sich unter die Seinen und wird ihnen ebi Führer und Erlöser, ein Retter und Rächer. Er will im entzweiten BMe Einheit v"d Einigkeit schaffen, denn es gibt kein anderes Gesetz, als daß das Volk Israel ein Voll der Brüder sei. Moses führt Israel in die Wüste, wo ihm Gott erscheint und zum kommenden Werke die Weisungen gibt. In der Entwicklung der weiteren dramatischen Begebenheit weicht Madach nur unerheblich vom Urtext der Bibel ab.. Seine Selbständigkeit betätig: er in >de.r gaschichtsphilosophischen Einstellung Mosis, der kraft seiner Energie und Gottgläubigkeit Wunder und Zeichen wirkt. „Jeder meiner Schritte ist neu. Mir ist es nicht darum zu tun, die Blüten der Vergangenheit zu ziehen, sondern aus dem Nichts Neues zu schaffen." Moses wird niemals das mit Milch und Honig fließende Land schauen. In einer herrlichen Abschiedsrede verkündet er seinen letzten Willen: Fremd sei sein Volk unter den Böllern, hart gegen Mann und Frau der anderen. Nich: die Erde ist das Vaterland, sondern das Gesetze die Gemeinschaft der Ideen und Ideale. Wer GM sieht, stirbt. Der Ewige zeigt sein Antlitz scinem treuen Diener. Und Moses küßt die heilige Scholle, mit der er sein Ball verlobt; die Erscheinung des Ewigen verschwindet und Moses fällt. An Stelle des Alten, des größten unter den Propheten tritt die sieghafte Jugend in der -strahlenden Person des Iosucch. Die Rollen waren mit den -besten Kräften des Natronäl- '.heaters besetzt, die alles aufboten, um der Tragödie einen Achtungserfolg zu sichern. A»r de» rheatem. Burgtheater. Morgen „Stimmen a r» s dem Dunk e l". Akademietheater. Morgen als Vorstellung des Burgtheaters „M a m a N i c o l e*. V o l tsover. Heute ..Maskenball". Morgen Erstaufführung von Walter Brau n f e l s „Die Böge 1". Deuttches BolkStbeater. Freitag, neu inszeniert, Schillers „Jungfrau von Orleans". Raimund-Theater. Heute, V-.8 Uhr abends, zum 2h. Male „F r a n z i s k a" mit Tilla D u r i e u x. Morgen und die folgenden Tage „Lady Fanny und die D i e n st b o t e n f r a g e" mit Tilla D u r i e u x. Th eot'erin derJosefstadt. Morgen ,M e i n Vater hat recht gehabt". Donnerstag nach längerer Pause „D e r S ch w i e^r i g e". R e n a i s i a n c e b ü d n e. Heute gelangt Max B r o d 8 dreiaktiges Schauspiel „Prozeß B u n t e r h a r t" .in Anwes e n b e i t d e s D i ch t e r 8 zur Erstaufführung. Modernes Theater. Freitag. l/^8 Uhr abends, putsche Uraufführung des Lustspiels „Die geschiedene Jungfrau" T'./Jopiir-Atout"!) von Felix Gandera, deutsch von Max S n ö n a u. LuEsyieltheater. Donnerstag wird als Gedenk- Tcter des 73. Geburtstages von August Strindberg das Drama „Totentanz" gespielt. Redoute des Deutschen Bolkstheaters. Wie alljähr'.ich ^er» .rnstaltan die M .gueoer des Dem,ch. ,- Bolkstheaters auch h^uer ivitzder am Faschingsamstag dm 21. Februar in säm^cheu Räuchsu.des Hquies, die für düsen Zrveck -adaptiert werden, eine Redoyie, deren Erträgnis dem ueuge.grüitde:e.n Wohlfahr t s f 0 n ds Deu tsches Bolkstheater ptgewendet loh*, $er Beginn des Kartenverkauses wird demnächst bekinmlgegeben. werden. Wehltätigkeitsakademie. Der humanitäre KraukimuierüüWNgsverem „Offer-Cheseid" (Hmnanitas), Wien, 2. Hetz., SchMaintsgasie 5» deranstattot zugunsten-seines Wi'wenm,d Waffensonds am Donnerstag den 22. -d.. halb 8 Uhr abeuds, im, 'Großen MuskkderemHfaal eine Wrhl-läti7>keitsokadeime. Mitwivkend unter anderem:. KMUmeri'äuger O^stwig (Staa-tsoyer), Kammersängerin Berta. Kmrina (Gtäatso-per), Lotte Witt (Burgtheaier). Haus Thimig juu. , (Theater in der Iosefstaht). Humoristisches Ouardett (Wiener Männergvsangsvoxein). Robert Goldsand (Klavierdirtuche, 13 Jahre). Karrenvowerkauf: Cafe Maria Theresia. 1. Bez., Hoheustausengasse Nx. A (Tel. 1^0*44), Konzerlha-uskasse, Gu'.tnrann. Cafe ReuDgndt, Wien, S. Pez., Augartenstraße 11. (Entgeltlich.) Wlenee MoSAe»zett««S.-20. Jänner 1995 Serichtssaal. Die Nichtigkeitsbeschwerde im Mordprozeß Koch. Der Oberste Gerichtshof als Kaflationshos beschäftigte sich gestern mit der U-eberprüsung d"s Prozesses wegen Emnor.du.ng der Kaffeokassierin Lina Koch, we-^n welcher vom Wic^-r S-ck-i nnrgericht nach viertägiger Verhandlung der gewesene Bahnadjunkt Loren,; Wald zu l e b e u s l ä n a i i <ft c <m Kerke r. und sein FreniÄ», der lyfährige Owtar Fuchs, wegen Mitschuld zu vier Jahren schweren Kerkers verurteilt worden war. Der Kassationshof verwarf die NichtWeitsbeschloerde als u n b e g r ü n d e t. In nichtöffentlicher Sitzung beriet hierauf d.-r Senat über die Berufung bezüglich des Strafausmaßes. Während des Zuges der Verhandlung -langte an den Vorsitzenden eine Eingabe des veruweilten Lorenz Wald aus der Untersuchungshaft ein. in welcher er neuerlich seine Nichtschuld lbetcnerte und versicherte, daß er sich nur insotvei^ schuldig gemacht habe, als er dies i-n der Berbg'Ndlung o'-nibskannt babe und den Obersten Gerichtshof um Abänderung seines Urteiles bat. RanmbÜhne, PlngiatSvorwurf nn- Ehrcnbrleidiou'm. Anläßlich der am 24. September v. I. in den Konzerthaus, sälen erfolgen EEnung der Ausstellung „Naue Dheatertechnik" durch den Bürgermeister Seitz mf, wie erinnerlich, b:r Schriftsteller Dr. Jakob Moreno Lewy dem Maler Kicsle.r zu: „Ich erkläre hiermit vor aller Oefentlichkevt Herrn Friedrich Kiesler für einen Plagiator und Lmnpen." Gestern fand vor dem Strafbezirksgericht 1 (Oberlandesgerichtsrat Dr. Weiß) der Ehvenbeleidigungsprozeß Kiesb.'rs gegen Dr. Morerw Lewy statt. Die Verhandlung wurde aber, da beide Teile uncf^ngreiches Beweismaterial mvgsboten haben, vertagt. Franczia-KisS unbescholten. Franczia-Kiiss der, Obwohl tljm einige Dutzend Morde rrachgewiesen wurden, infolge der Horchy-Amnestie straffrei ausgmg, hatte sich, wie aus'Budapest gemeldet wird, wegen eines noch als Gendarmeriewachtnrerster beganaenen Verbrechens des Mißbrauches der Amtsgewalt gr verantivorten und wurde vom K.cskenreter Gerichtshof — wie nicht anders zu erlvarten war — fveige- Ktn. Infolge Appellation der Staatsanwaltschaft änderte asel das Uvterl ab und verurteilte den AnZeklagten Franozka-Äiiss wegen des Berachcns des Mißbrauches d'er AintSgewalt zu drsi Tagen Gefängnis und 30.000 Kronen Geldstrafe. Die Tafel beftangte die Feststellung des Gerichtshofes, wonach Csontos den Schadenersatz nicht auf Grund der, erpresserischen HmMnngell des Alrg.'cklaaten, sondern infolge eines vorher ae'ebenen Versprechens geleistet halbe. Da jedoch Franczia^Kffs geständig war, bei prefn Gelegenheit dem Privatkläger zwei O h r f e l g e n versetzt zu haben, mußt« er des Mißbrauches der Anrtsgewalt schuldig gesprochen werden. Ms mildernden Umstand nahm die Tafel das unbescholtene Vorleben des illugeklagtLN Michael Franc.sta--Ki'ss an. Gegen dieses Urteil appellierte Franozia-Kffs an , die Kurie und wünschte, daß auch auf diese Handlung d'e Amnestieverordnung vom 32. Dezember 1921 Anwendung finde so wie auf seine übrigen -Handlungen. Dw Kurie bestätigte jedoch das Urteil der Tafel und stellte ffst. daß lnese Handlung Franczia- Kiss' wicht unter jene gehören, die er im patriotischen Ueberschwang zur Zeit oer Maffenbewegungen verübte. Jugend spielt bei Börsengeschäften keine Rolle. Der zweiundzwanzigjährige H. A., der sich als Exporteur ausgab, schuldet aus Börsentransaktionen dem im Ausgleichsverfahren befindlichen Bankhause Kalmar.u. Co. zirka 500 Millionen Kronen. Sein Verteidiger wendete in der gestern vor den: Zivillandesaericht stattgefundenen Verhandlung die Einwände von Spiel und Wette ekn. Außerdem hätte das Bankhaus in dem Jüngling infolge seiner Jugend keiner! ernsten Kontrahenten erblicken dürfen. Dagegen erklärte die klägerische Bank, daß die Jugend des Beklagten keine Rolle spielen könne, denn aus jungen Männern seien oft sehr bald große Finanzmänner geworben. Die Ge- (chäfte mit H. A. seren ordnungsgemäß durchgeführt worden und es wurde auch eine Reihe von Effekten im Depot hinterlegt. Zum Beweise dieser Tatsache wurde die Verhandlung vertagt. Die Nichtigkeitsbeschwerde Jaworeks zurückgewiesen. Der Oberste Gerichtshof hat in nichtöffentlicher Sitzung die Nichtigkeitsbeschwerde des Karl Haworek, der das Attentat auf Dr. Seipel verübt hatte und von einem Schöffensenat zu dreieinhalb Jahren schweren Kerkers verurteilt wurde, als unbegründet zurückgewiesen. Der Staatsanwalt hatte die nach der Verhandlung angemeldete Nichtigkeitsbeschwerde bereits früher zurückgezogen. Ueber die Berufung gegen das Strafausmaß, oie sowohl vom Ersten Staatsanwalt Hofrat Dr. Jmmendörfer sowie vom Verteidiger Dr. H o ch s i n g e r erhoben wurde, wird die Entscheidung erst gefällt werden. Neue Verhandlung gegen den Mörder Linskers. Aus Warschau meldet I. T. A.: Wie erinnerlich, wurde in einem Eisenbahncoupe auf der Strecke L e m b e r g—D r o h o b i c z der jüoische Gutsbesitzer Linsker durch einen polnischen Offizier erschossen. Der Offizier Hauke wurde von einem Militärgericht freigesprochen, mit der Begründung, daß er seine angegriffene Ehre als Offizer verteidigen mußte. Das Urteil stand im Widerspruch zu den Zeugenaussagen, wonach der erncordete Linsker sich keinerlei beleidigender Worte gegen den Offizier schuldig gemacht hatte. Trotzoem hat das Äemberger mrlitärische Kreisgericht unter der gleichen Motivierung wie das erste Gericht Hauke freigesprochen 4!ünmehr bat das Warschauer oberste Milrtäryerichr angeordnet. daß der Offizier Wazlaw Hauke neuerdings vor ein Militärgericht gestellt werde. Die Verhandlung wird am Donnerstag den 5. Februar vor einem Militärgericht unter dem Vorsitz des Divisconsgenerals Zachariaszewicz stattfinden. Klagen gegen die Direktion des Carl-Theaters. Vor dem Gewerbegericht fand am Samstag eine grundsätzlich wichtige Verhandlung statt. Der Schauspieler Oskar Sachs hatte die Direktion des Carl-Tbeaters ans Bezahlung der rückständigen Gage geklagt, unb nachdem das Verfahren gegen den in Konkurs befindlichen Direktor Bernau.ausgeschieden war, wurde FrM Direktor Eibenschütz zur Bezahlung der cingeklagtcn Rückstände verurteilt. Das Gewerbegericht erklärte damit Frau Direktor Eibenschütz betreffend Verbindlichkeiten, dic aus der gemeinsamen,Direktion nnt Bernall stamnleu, für haftbar. Es ist nicht allsgeschloffen, daß auf dieses Urteil hin eine M a s s e n k l a g e sämtlicher Angestellten des Carl- Theaters folgen wird. Wie es heißt, wird der Vertreter der Fra>r Eibenschütz gegen das Urteil im Falle Sachs den Rekurs ergreifen. Bolkrwirt. H-nr» Ford «ad Paul Marburg. Der Antisemit als Dent'chenfreffer. Das Organ des amerikanischen Millmridärs mib Antt« scmiten Henry Ford, „Dearborn Independent", richtet in seiner letzten Nummer „schwere Anschuldi-gungen" gegen -den Bankier Paul M. Marburg Tie Aussührlmgen dieses Ant.isemvtenvng-a'ns tverden m den politischen und finaniziellen Kreisen Washinyt.vns mit großer Erheiter.uN'g quittiert. „Doa-rbom Independent" versucht in einer Reihe von Artikeln nachzlpveisen, daß das von Paul M. Waubnrg eiugeff'chrte sögenannte F n d e r a 1 - R e s e r v e - S y st e m ein Instrument ist, uul die deutschen Fiuauzmethoden in Amerika oinzErgeru, so daß die anterikauische Industrie und der Handel durch deutsche Bankiers koncrolliert werden wird. Paul M. Wardurg wind Äs der Fi'chrer dieser Beiveg''ng bezeich::< Auch den Bankiens Bema.rd Baruch >u.nd Aaron S a p i r o wird vorgsworsen, das sie ein Komplott lgegm die anrerikan'scheu Landbesitzer schmieden. Mr. Wa.vbu.rg ist Vorsitzender AwsstchtSivates des Fei. oral Rej'erve Bo'rd. Seme Meinung ist, wie dieses Institut bereits mitget-c^t hat, keineswegs ausschlaggebend. Trotzdem bezeichnet das a>nt>isemitffche Organ Warbu-rg als die einzig entscheidende Person dieses Instituts. Inr März 1924 bewAigte sich Marburg hervovra-gend an der U-ntrübr-mguing der 23-Mllli-onen-Dollar-Au!eihe ft'r Deu'schla-nd. „Deapborn Intependent" sieht darin einen Beweis, daß gewisse amerikan-ische Barvkhäuser auf Kosten Amerikas de« Wi-ed eoau fba u Deutschlands und Sowjet, rußlauds finanzieveu wollen. GegenÄ^er diesen Auwüvfen wird lu amevikall-ffchen Fin-anzkreiten die Bshauvtuug, daß das System im Iirtereffe Deutschlands eingeführt wurde, als lächerlich bezeichnet. Das finanzielle Or>gan „Paeffie welches den Paofie Nor'hwest vertritt, macht sich über die Fordichen Artikel lustig und schreibt: Paul M. Wapku"g ist ein Name, der in -der amerlikan-isch'n Bau>?welt einen besten Klang hat. Herr Warbu-rg -ist der In'iat-or des Federal Reserve Systems, welches einen ungeheuren Fortschritt bedachet. Herr Paul M. Marburg ist em Finanzgenie, aber x hat es immer vor« standen, seine persönlichen Interessen denen seines amerikanischen Adcptilvvaterlandes (Herr WaEurg fft in Deutschland gelberen) nnterzuovdne^. Handelsmknifter Siebro« über die Wirtschaft» läge fltolev:. Warschau, 19. Jänner. (P. T. A.) In einer Rede, die Handelsm-i'mster K i e -d r o n im volkriwirtschaftl-lchen Ausschuß des Senats hielt, lenkte er die Ansmerk'amkeit auf die schlechten E r n t e n des verganige.nen -Jahres, die. wie er sagte, die Pläne der Regierung ans wirtschaftlichem Gebiet durchlkreuzt hätten. Die Verhaltnisie seien um so pein-- l'icher, als die Bevölkerung sich keine Rechenschaft über die Lage gehe, in der sich das Land nach dem Kriege befinde. Man wolle, angenehm loben, ohne Lasten auf sich zu nehmen. Der Minister beschäftigte sich sodann mit der Frage der aus-wartigen Kredite und gab der Ueberzeugnng Ausdruck, daß' sie demnächst realisiert sein werden. Sei'mer Ansicht nach dürften sie jedoch nur für Investitionen und nicht zur Bestreitung lausender Ausgaben verwendet werden. Sie sollen sür Wohnbauten dienen. Anlangend den Achtstundentag sprach sich der Minister gegen seine Verlängerung in der Kolhlenindustrie aus. Dagegen müßte eine E r h ö h u n g d e r A r b e i t s z e i t in den anderen Industriezweigen emtreten, wenn sich ergeben sollte, daß der Arbeitsertrag m den Konkurvenzländern den in Polen übertrifft und dre Maren dort billiger sind, es wäre, denn, daß andere Mittel ausfindig gemacht werden, um den Ertrag in einem o>der dem anderen Industriezweig zu intensivieren. Der Minister hob sodann die, bedeutende Steigerung der Ertragnisse der Hochofenbetriebe in Obevschlesien hervor, wo sich die Arbeitstage von drei auf sechs in der Mache erhöht hätten und auch die Löhne eine gewisse Zunahme aufiweisen. Der Minister befaßte sich sodann mit der Zoll- und Steuerpolitik der Regierung und hob in letzterer Beziehung den großen Wert der > Aufhebung der Kohlen sieuer hervor, wodurch d'e Regiemug dorn Wirtschaftsleben einen enormen Dienst erwiesen babe. da die Kohlensteuer die Hauptuv^ache der teueren Preise aller Erzeugnisse des Landes gewesen fsi. Allerdings habe die Bevölkerung diese Maßnahme unbemerkt vorübergehen lasten. Wirklich drückend sei auch, die Umsatzsteuer, weshalb sich das Handelsministerium au das Finanzminisiervum nnt einem Plan wegen Umgestaltung des betreffenden. .Gesetzes gelvendet habe. Ter »^ue Gesetzenttvurs, werde demnächst dem Parlament zug^kH. Di« Kaufmannschaft und die Goldbilanzen. Eine unter dem Vorsitze des Vizepräsidenten V i n z l gestern stattgehabte Plenarsitzung des Gremiums der Wiener Kaufmannschaft befaßte sich eingehend mit dem Gesetzentwurf Über die Goldbilanz c n und seine Bedeutung für di« Kaufmannschaft. mm Devisen Amsterdam '.! i-oW. Ou'..':.:. , liCl«rud 1 Diner. Berlin..- . . t iÜ8r,el I heU'ißclier l-rnnl<. . i'udnpest lOOunpnr. Uro:m:i . ' -ik/ireBt 1 Lei. ...... l-ondon 1 Flnntl Sterling . . niailend I Lire . .. NewtYork I Dotier . . . . . Pari» I Frank .. Pr** I tachecho-alowi Kren». Devise» uuD Dalutenturse vom 19. giinner 1925. Qe'.rl WxrA Geld Ware ittl.9'1. 28790 :oiin I Lew« . 511. 515.- 1IW.~ t MO Stockholm > BChweii. Krone . tÖO'iO. 19011. IfSOO. NÄ» Warschau. 136tn H7M.- J.) 4 ^-i7« Zürich > sclnCel/. 1 r.-mlc. . . 13.7«. 13720.- jjb n ‘H.flO vr, - Valuten '(Kl. Amerika! ische i-soten . . 7C4IV),— 708nu.- i9»4.- 2956. nelglsche Noten I0Ü Franken . •iilKarlHclie Noten zu lOUULeva IÜ30.- 356«,- 709.1*1.- 7US1. 500.- 5 5. 3847.- 3863. JeutRche Noten. 1668 16780,— 2131.» 2141,- tingtfrehe Noten 3377C0,- 339300,- PranztiBlüCtie Noten . . .'. . loltitndlnclie Noten . . . . 'toll nU<*'t» Noten.. neox'awiHche Noten. ’olntoc'i Noten ....... tinnM'itnc'ie Noten. nnaische Noten (Ronm.t . . Schweizer Noten ID i Franken Vncherho-Vow. Noten ...» Türkische PfuncLNoten . * Ungcriecnc Noten Getd Ware 3833.- 3865,- 2*350.— 28550,- 293'. - 2940.- 1127. 1133.— 1153'*,— 13870.- 308.- 372. - -«0» 1353,- 13810.- 2114.- H30. 35701.- 38300,- 91,- 98,2«

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