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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-19 · Heft 2125 (19.1.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2125 (19.1.1925)
Date
1925-01-19
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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IPOUB 20BTtlinI Wien: Zum Abholen io der Expedition, ft Tatarstr. 1 oder io einerVerachlelsatelle (Trafik) inooalL K 40.000 Strassen verkauf in Wien doreh die Ketporteure der Firma Goldschmied, 1.8er. Wollzeile 11 Mit Postversand fßr Wien o. Oesterr. mönatl. K 40.0V Tacheeho-Slowakei Men. K 20. jngoatavrien. Mob. DinarfiO. Polen; Mon 3l/t Zloty, Deutschland Mon. Goldmark 4, Fr an kr., Belfien: Mon. Frca. 15 f iMi. Haiti, Kflniprtüasisai« lanslao. 21. Fefirnar j prelg K 14001 England: Mon.4 Schilling, Italien: Monatl; 15 Lire, Rumänien Mon. 1501 ei, Bulgarien Mon. BÖ Lewat Schweis und das übrige Ausland monatlich Pres. 4. Redaktion w. Administration Wien 11., Taborstr. 1—3 '“'ephone: 44-0-3*.43-3-19. AßUhrahds. 21-102,25-282 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) ' Nitktihl«« PratarfefflimcM «riiO^S Nk. 2129 eek jaaauaurnuu— _raten. Montag, 19. Rnner 1925 O—terreichisches Postspar* Wa**en Xontft Nr. 150.603 7. ilahrgan« ms katholische Zentrum für Molinl' fanintMt Nom, 18. Jänner. Die Leitung des italienischkatholische« Zentrumhat in einer Beratung ihr« Zustimmung zum verbleiben des Ministers d e R a v a und des Staatssekretärs Matlei G en tili in der Regierung ausgedrückt, ebenso zu den Maßnahmen betreffend die geheimen Gesellschaften und die Reform der kirchlichen Gesetze. Diese Reform bringt dem Vatikan außer der Festlegung des o b l t g a t o r i s ch - n Religionsunterrichtes in den BollsschulU^ssen auch noch die Errungenschaft, daß der Unterricht in allen Disziplinen im Geiste der katholischen 52V ligiou zu erfolgen hat. Das Zentrum hat ferner die W a h l r e f o r m als entscheidenden Beweis für das Streben nach Normalisicrung «ich Beruhigung des Landes erklärt, wobei sie der z u v e rsichtlichen Hoffnung Ausdruck gabdaß sich die Wahlen in vollkommener Freiheit vollziehen werden. Die Kammer fetzte die Spezialdebatte über die Wahlreform fort und setzte die für eine Kandidatur notwendige Zahl von Unterschriften mit mindestens 400, höchstens 600 fest. Das Mindeftalter für.die Wählba rkcit wurde mit 2 5 J a h r e n bestimmt. Vom Zentralrat aus seiner m'litärischett Stellung entfernt. Moskau, 18. Jänner. (Rufs. Tel.-Ag.) Gestern wurde die Plenarsitzung des Zentralkomitees und der Zentralkontrollto-rmnission der Kommunistischen Partei Rußlands eröffnet, in der das Verhalten Trotzkys in der Frage der Revolution und der Parteiorgani-sation erörtert wurde. Es,' wurde einSchroiböm Trotzkys verlesen, worin er erklärt/ seine Kvanfhert hindere ihn daran, ' der Sitzung bsitzuwohneu. Trotzky erklärt, er müsse den ihm vorgeworfenen Pessimismus bezijglich des Schicksals des sozialistischen Aufbaues bestreiten. Schließlich sagt Trotzky; Was die Behauptungen anlangt, als ob ich eme Sonderstellung in der Partei anströbte, mich der Disziplin nicht unterwerfe und die Parteiäusträge ablehne, erkläre ich kategorisch, daß ich eine beliebige Arbeit m beliebiger Stellung oder ohne Stellung unter beliebiger Parteikontrolle zu erfüllen bereit bin. Es erübrigt sich zu beweisen, daß nach der letzten Diskussion das Interesse der Sache meine schleunigste Enthebung v o m A m t e eines Vorsitzenden des Revolutionären militärischen Rates der Sowjetunion erfordert. Ich füge hinzu, daß ich bis zur Tagung des Plenums des Zentralkomitees , m Moskau verblieben bin, um nötigenfalls Ausschlüsse geben zu können. Nach einem MemurvgsauStausch faßten das Zentralkomitee mit allen gegen zwei Stimmen und die Zentralkontrollkommission einstimmig bei zwei Stimmenenthaltungen folgenden Beschluß: Erstens: Trotzky ist eine kategorische Ber- Warnung über die Notwendigkeit der Einhaltung der Parteidisziplin nicht nur in Worten, sondern auch in Taten zu erteilen. Zweitens: In Anbetracht des Umstandes, daß die Führung der Armee die Unterstützung durch die Arilerilät des gesamte« Rates erfordert sowie in Anbetracht der Erklärung TrotzkhS über die Notwendigkeit feiner Enthebung vom Amte wird feine weitere Arbeit im revolutionäre» militärischen Rate für «nmöglich erachtet. Drittens: Die Frage der weiter n Arbeit Trotzkys im Zentralkomitee wird bis zum nächsten Parteitag verschoben mit der Warnung, daß im Falle des Versuches einer Derletznng oder Nichtdurchskihrung der Parteibeschlüsse seitens TrotzkhS das Zentralkomitee gezwungen fein werde, ohne de« Parteitag abznwarten. das weitere Perbl iben TrotzkhS > im politisch?« Bureau für unmöglich zn erachten und die . Frage feiner Entfernung. von der Arbeit im Zentralkomitee zn stelle». viertens: Die Diskussion ist für beendet zu bebrachte». Kirchengesetze. Herrlolr Kamps gegen die Inflation. 1 Paris, 17. Jänner. (Havas.) In ber heutigen Vormittagssitzung d:r Kammer gab nach der Rede Herriots, in der er sagte, daß die Regierung gegen jede Inflation sei, Abg. Mar eil le namens der Opposition nachstehende Erklärung ab: Ich schließe mich der energischen Erklärung des Mmisi.rprästdenten bezüglich ber Inflation an. Die Politck, die. er in diesem Pi'nkt verfolgt, ist di« aller gut-n Franzosen. Die Inflation bringt der i Masse Elend, wie man an dem Beispiel Deutschlands gesehen hat. WaS immer die notwendigen Opfer sein mögen, mögen unsere persönlichen Verhältnisse da durchsuch erschüttert werden, wir tverden an der Sicherung des Kredits des Landes arbeiten, und ich schließe mich im Nanren der Opposition voll und gang den so mutigen, so echt französischen Worten Herriots an. (Beifall auf allen Bänken.) : ■ ■ Daniel Neid gestorSen. Paris, 17. Jänner. (Hapas.) Wie der „Petit Pavisien" aus.New-Zcrk meldet, ist der Finangmann und Zrnnkönig Daniel Reid gestorben. kngland im Snda«. Chartnm, 17. Jänner. (Reuter.) Amtlichwird die fotMitzee u,ng s- 5orps angekündi'gt. / ' ' Sie WledererSffnung des erweiterten RotWIld-SpItales. „Ein nicht zn, entbehrendes Instrument für 5krankenpfleg« . uüd Wissenschaft. -Wiens Mische Gemeinde hatte Wern.einen.Ehremag. Das als Stiftung des Anselm Fwiherrn v. Rothschild im Jahve 1873 vollendete Spital, besten Wetterführung durch die Knttnslgememde seit den 'Kriagsjahrsn nur uuter -den größten Opfern möglich ist und das vor einigen Monaten zum Zwecke des Ausbaues geschlossen wurde, konnte gestern erneut und erweitert vor zahlreichen Festgästen in feierlicher Weise wieder eröffnet werden. Für die Familie des Stifters erschienen Baron Alfons Rothschild mit Baronin LÄariste. Die Gemeinde Wien vertraten Oberstrd!physrkns Dr. Böhm und Stadtvat Professor Tandler. Das Ministerium für soziale D-.rwalwaltung hatte den Sektionschef Dr. Helly ensendet. Professor Dr. Pick, mit dem sich Obervabbiner Doktor Chajes, Gonveindcrat Dr. Plaschkes sowie der ganze Kultusvorstand eingchmden hatte, begrüßte als Präsident der i Gemeinde die Anwesenden. Bcmrat Kempler als Obmann der Spitalkornmission wies ans das große materielle Problem der Erhaltung des Spitals hin, das der Stolz und das Sorgenkind der Gemeinde zugleich sei. Das Institut, dessen Ruhm medizinische Kapazitäten wie O s e r und Z u ck e r k a n d l in die ganze Welt getragen halber^ sei von der Kultnsgemeinde allen modernen Anforderungen en>tfprechcnd unter riestge>m> Kostenaufwand in dem Dowußtsein ansgestaltet worden, daß die jüdische Bsvöllkarnng Wiens und mit ihr die gesamte Mischc Oeffentlichkeit mithelfen werden, diese Stätte der im jüdischen Geiste der Güte geübten Wohltat zrr erhalten. Sektionschsf Dr. Helly sagte: Die Anstalt ist ein ' nicht zu entbehrendes Instrument nicht nur für die Wege der Kranken, sondern auch für die Wissenschaft. Hierauf folgte die Besichtigung des Spitales. Die hellen, luftigeiz, Räume sowie die allen ihassben herrschende peinliche Saulberkeit boten ein überaus frenndliches Bild. Während bisher 163 Betten vorhanden waren, stehen nunmehr 238 Betten zur Verfügung. Durch neue Am b ulatyr i eir und Abteilungen entspricht die Anstalt jetzt, allen Ausorderu'rrgen cm ein vollkommenes Institut. Die Instandsetzung deS SpitaleS,erforderte den Betrag von nahezu drei Milliarden. Fast ebenso hoch 'll der jährliche Zuschuß, der von der KnltuKgemeind' die Botrtchscmslagen auifgewendel '.n muß. Sie Hammerbrotwerke verkauft. An das Bankhaus Basel. Die „Arbeiterzeitung" teilte gestern an der Spitze des Blattes mit, daß die sozialdemokratische Partei sich habe enlschlietzen müssen, die Hammerbrotwerke andasBankhausBosel, das schon bisher 40 Prozent der Anteile besessen habe, zu verkaufen. Nach einer Meldung der „Sonn- und Montagszeitung? hat das Bankhaus Bosel die Option auf die restlichen 60 Prozent für eine Gruppe von Mühlen erworben. Die sozialdemokratische Partei mutzte sich zu diesem Schritt entschließen, nachdem das Rathaus die Uehcrnahme der Hammerbrotwerke abgelehnt hatte. Die Gründung der.Hammerbrotwerke war im Jahre 1906 mit einem Kapital von 200.000 Goldkronen (2,8 Milliarden Papierkronen) erfolgt, welche Summe teils von den Gewerkschaften und Genösfeyschasten, teils im Kredriwege aufgebracht worden war. Das Werk besteht heute aus den Brotfabriken in Schwechat und Floridsdorf und aus 25 Mittelbäckereien in verschiedenen WienerBezirken und besitzt die Mehrheit der Anteile in Wiener Neustadt und T Pölten Ser Raubmörder vom Karlrvlatz verhaftet. Den Student Kavl Bergmeifter aus Gnaz, Mitglied dev Geheimvendindung Chevuskia. Sonntag abends ist der Mörder der Comptoiristin Berta Geißler verhaftet worden, nachdem seine Personschon mittags eruiert worden war. Es ist der Student Karl B e r g m e i st e r, am 28. Februar 1903 zu Innsbruck geboren und nach Graz zuständig. Er ist der Sohn des Professors der Grazer Handelsakademie - Rudolf B e r g m e i st e r. Der Mörder wohnte dis vor kurzer Zeit in dem h a k e n k r e u z l e r i s ch e n Hochschülerheim in Meidling und dann gemeinsam mit einem reichsdeutschen Studenten in der Wattwanngasse im 13. Bezirk. Bergmeister hatte in Grqz das Gymnasrmn besucht und gehrte dort der von den Hakenkreuzlern gegründeten Geheimverbindung Cheruskia an. . Der Chef des Sicherhertsdureaus Hofrnt Wahl, der schon am Tatorte die Nachforschungen nach dem Mörder eingeleitet hatte, war dank seiner Maßnahmen schon in den ersten Nachmittagsstnnden aus d e r richtig e n Führ t e. Durch die S ch w e st e r der Ermordeten, die Postoberossizialsgattin Hau deck erfuhr er, daß diese mit einem Studenten Bergmeister in Beziehungen stand. Diese Angabe genügte, um alsbald die Persönlichkeit des Mörders sestzustellen. Auf Grund einer Auskunft des Meldeamtes war man sofort in Kenntnis, daß es sich um niemand änderen handeln könne, als um Karl Bergmeister, der in der Mattmanngasse wohnte. Eine Nachfrage bei seiner Quarticrsrau ergab, daß er am Samstag um 9 Uhr vormittags das Haus verlassen und angegeben hatte, aus die Universität zu gehen- Tatsächlich aber hatte er Berta Geißler abgeholt, um de n Naubmord zn v e r ii b e n. Er kam nicht mehr in seine Wohnung zurück, und als er auch über Nacht fern blieb, war es klar, daß nur er der Mörder sein konnte. Der Teklegraph spielte sofm't nach allen Richtungen, um eine Wucht über die Grenze zu verhcndern und ferne Persönsbeschreibung bekanntzugel>elr. Im Wien war der ganze polizeiliche Apfxirat aufgeboten, um des flüchtigen Mörders habhaft zu tverden. Der Polizeibehörde ivar es bc-kanmt geworden. daß Brrgmeister im Cafe Franz Kautsky in der Altgasse in Hletzlng täglicher Stammgast war und dort mit Mitgliedern des christlich-deutschen Gebirgs» Vereines verkehrte. Außer der Wohnung Bergnreisters wurde deshalb auch dieses Cafe von Poli^eiagenten bewacht. Das erste Lebenszeichen des Mörders bekam mav 'mr 3 Uhr nachmittags. Um diese Stunde brachte dei

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