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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-18 · Heft 2124 (18.1.1925) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2124 (18.1.1925)
Date
1925-01-18
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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®lt. flSI Bien. D"nniaq MODE-BERICHT Mr den Vall. Das Stttkleid. Ter Stil der Mode für die heurige Ballsaison hat sich gegenüber dem Vorjahr nicht sehr geändert. Man ist nicht zu umwallenden Neuerungen geschritten, man hat sich vielmehr damit begnügt, innerhalb der geltenden Modelinien' daö Subtilste und Edelste zu komponieren. Das in der letzten Saison hcrvorgetretene Stilkleid lebt wieder auf, obtte sich auf den bauschigen Reifro«" zu beschränken oder überhaupt in ei^em bestimmten Schema zu erstarren. Die Pariser Modellbauser lassen da- Stilkleid wieder aufleben, über sie passen eunserer Zeit an. Das bekannte Haus Julius Krupnik bringt für die Dallsaison Modelle in allen Stilarten, wobei der Uebergang Zur modernen Ballkleidung deutlich zum Ausdruck kommt. Ueberaus originell ist nach Pariser Muster das in Zacken geschnittene Barockstilkleid mit herzförmigem Ausschnitt, besonders apart das noch immer beliebte Stickereikleid mit reichen Belourschtssanapplikationen, alles aus feinstem Material. Farbe mit Schnitt harmonierend, so daß die heurigen Krnpnik-Balltoi letten sich wieder besonderer Popularität erfreuen. Der Smoking. Auch der Herr hat zur FaschmgSzert seine Gorgen. Für h>r handelt es stch darum, neben dem großen Abendkleid der tL'amc ebenso elegant und vornehm zu erscheinen. Hiezu ist m erster Linie der elegante Smoking notwendig. Die bekannte Firma Philipp und Eduard König in der Mariahilferi»roste 179, die in eigenen Werkstätten mit den geringsten Re» gicn arbeitet, hat m dieser Richtung vorgesorgt. In allen Groben sind Smokings auf Lager, fein in Qualität und Ausführung, dabei allermodernst im Schnitt, so daß sie die Maßarbeit vollständig ersehen. Eine besondere Anziehungskraft bildet der billige Preis, durch den das populäre Kleiderbans, das größte in Mariahilf, sich eingefuhrt und beliebt gemacht hat. ES darf nicht vergessen werden, daß der Smoking ■ui entern unentbehrlichen Kleidungsstück geworden ist. Der Abendschuh der eleganten Wett. So gediegen auch die Toilette sein kann, sie ist nicht vollkommen, wenn nicht der passende Schuh den Stil des Ganzen abschließl. Und es ist nicht leicht, einer Stillosigkeit zu entgehen, wenn man nicht ein erstklassiges Schuhmodellhauö aufsucht. Der Beschuher der eleganten Welt Leopold Jellin e k, gegenüber dem Deutschen Bolkstheater, bat die Ansfassnng über die Wichtigkeit der Schuhmode in Wien populär gemacht, allerdings nur durch die Gediegenheit und Stilreinheit seiner Erzeugnisse. Ter Abend sch uh weicht wesentlich vom Nachmittagsschuh ab, indem er die Grundfarbe und die Nuance des betreffenden Kleides zeigt. CharakterisGch ist die Kombination von Seide und Leder, auch werden» wenn es der Stil der Abendtoilette erfordert, verschiedene Seidenm.d Lederarten für, den gleichen Schuh verwendet. Auch der Stöckel hat eine Aufgabe bekommen, nämlich Gold- oder Silbcresfekte hervorzubrinaen, während der Schuhvorderteil zumeist enifärbig gehalten ist und sich der Farbe der Kleides aupaßt. En Vogue ist der Sandalenschuh, aus Gold- und Silberleder kombiniert, ferner in Anbetracht des wieder dominierenden Schwarz der s ch w a r z e S e i d e n s ch u h mit, Gold- und Silberperlen bestickt, wobei die Fasson nach französischen Vorbildern der länglichen Eiform sich nähert. Dies smd nur einige Beispiele aus der großen Anzahl neuer Ballschuhmodelle des führenden Hauses Leopold Jellinek. «in»»» MtrfttmcHMft. ,elchne«',F#Upudc? Oi dieser pucKbijb einfach und sachlich. Kerrie« Re den effektvollsten Puder, den die Kosmetik seit einem halben Jahr» hundert kennt. Puder soll In erster Linie die Haut hervorragend schön machen, ohne sichtbar ru werden, dann aber auch die Haut selbst pflegen, so dass der zeitweise nngepuderte Teint ebenfalls gut wirkt. Nur Lelchners Fettpuder kann sotche Erfolge aufweisen, weil seine Rohstoffe unnachahmbar sind. Lelchnftrs Puder (' Taschenpuder f Cremes /■" Schminken für Lippen, Augen und Wangen/ NewCosmetic und Bltiteawasser sind überall erhältlich. Die Qualität macht’« L. leicltner - Berlin, Sctiüt*ena«rasa« il Wien. XVIII., Wltlheuerp* 17 Volkswirt. Rückkehr zum Solde. Di« Ordunng der WLhruug-verhSttnist«. Bon Dr. Michael Duffau. Vor einigen Tagen wurde gsmMel, daß England mit ta Prägung von Goldmnnzen begonnen habe. ES ist dies ein für die Entwicklung der Wahrungen bedeutendes Ereignis. In der Londoner City werden mannigfache Bermntunigen über diesen En Muß der englischen Regierung geäußert. Es wird eMärt, daß die neuen Goümmnzm in der ersten Zeit nur für dar Ausland bestimmt sind, daß'aber im Inland das Papiergeld vorläufig noch weiter im Umlauf bleiben soll. Vorläufig laßt sich nicht bcurter'len, welchen Zweck di« englilsche Regierung mit dieser Maßnahme baibsichtigt. Auf alle Fälle deutet sie aber Mi, daß sich England mit dem Gedanken der faktischen Goldwährung und der Aus» nähme der Goldzahlungen ernfklich zu hofwunden beginnt. Es ist kein Zufall, daß ech nach dor Rückkehr des englischen Bantpräsidenten Norman aus N-ew-Aorik diese Absicht der Goldprägtnig verwirklicht wurde. Erst jetzt wird bekannt, daß Norman nicht nur zu bloßen konventionellen Besuchszwecken seine Reise nach Amevdka cmgetreten hat, sondern daß sich damit auch große währungspolitische Maßnahmen verbanden. Hcrlbofifizicll wird ein Uebereinkommen zwischen der englischer Bank wird der amerikanischen Föderal Reserve Barre, der Bereinigung der amerikanischen Noleninstitute. gonreldet, wonach sich diese verpflichtet hatten, die Goldparität des englischen Pfundes mit alle« Mitteln zu halten. Dies bedeutet so viel, daß sich der Dollar mit der Goldparität des englischen Pfundes identifiziert. Zur Erreichung dieses Zweckes verpflichtete sich die Federal Reserve Bane, nach Bedarf Gold nach London zu senden. Außerdem sollen beide Banken in ihrer ZinSfußPülitik gemeinsam Vorgehen. Mit dieser Boveinibavung wird klar zum Ausdruck gebracht, daß England entschlossen vst, die Goldparität, welche das Pfund in den letzten Tagen erreicht hat, unbedingt auch sür die Dauer zuhalten und daß für die Zukunft jedes Abweichen von dem Goldstandard vermieden werden soll. Die englischen Finanzpolitiker sind des Erfolges dieser Maßiuchmen so sicher, daß sie konsequenterweis« einen weiteren Schritt tun und sich nicht mit der Goldparität begnügen, sondern sich auch für die Rückkehr zu den BorkriogSvechältnissen vorbereiten, daß also die englische Bank tatsächlich jedem Einreicher einer Psundnot« auch die entfprecheude Menge Gold auHahlen will. In Oesterreich war dies vor dem Kriege nie vor Fall. Wohl stand immer ans den österreichischen Roten der lapidar« Satz: „Die yesterreichisch-ungarilsche Banck zahlt dem Udbevbttrrger dieser Note die entsprechende Summe in gesetzlichem MetallgeD." In Wirklichkeit aber hat die Oeslerverchisch-mvgarische Bank dieses Verspreche« nie eingolöst, indem , sie sich durch «m Gesetz von dieser Ei-nlösuwgLpflicht befreien ließ. England hat vor dem Kriege jede englische Note auch tatsächlich gegen Gvld eintzvlost und es will diesbn Zustand wieder eintzühren. Diese Msicht scheint die Vorgeschichte der Reise deenMchen Bank« gouvemvurs nach Amerika gewesen zu sein. Die MeLduW über di« Archncchme der GoiwPrÄgunH ist der sichtbare Erstchg dieser Reffe. Wenn auch noch einige Zeit devgeHen dürste» che Errgland in Wirklichkeit die GÄHzahlung wieder mcfnkmnt, so bcheudvn schon dl« ersten vordere i-temden Schritt« eme wichtige Etappe, Bisher hat der Dollar allein die unveränderte GoKparitÄ gehalten. Fast alle aiideren Währmrgen halben sich von dem GMstandard mehr oder weniger entfernt. Run soll eine der wichtigsten Welliwährnn-gen, daS Pifmck, wieder in jeder Hinsicht die Goldparität halten. Damit ist nicht nur daS künftige Schicksal der englischen Währung günstig entschieden, sondern dieser Schritt ist ar^h von -eminenter Bedeutung für ein« Reihe anderer europäischer und außereuropäischer Währungen» da bekanntlich die englische Wirtschaft und mit chr di« «ngslüsche Währung in der gesamten Weltwirtschaft eine bedeutende Rolle spielen. Eine analoge Entwicklung wie das englische Wund Hut die indische Währnn.g eingeschlagen, was von ungeheurer Bedeutung für die WährrmgAentwicklung gang Asiens und Australiens vst. Wohl hadert auch arider« Währrmgrn di« GoLparität mehr oder weniger erlangt. Zu chnen gehört z. B. di« deutsche Währung. Ihre Parität ist aber rmr nominell. In Wirklichkeit, psychologisch gedacht, basieren dich«, Goldparitäten rmr auf Bankausweisen und Bilanzen, die wohl bei der Beurteilung einer Wahrung eine große Rolle spielen» die aber so lange nicht als voll genommen werden, als nicht dt« Barzahlungen in Gold ausgenommen sind. Auch bei der österreichischen Währung wird als das Endziel der Entwicklung die Ausnahme der Barzahlungen angesehen. Dies ist aber so lange »richt möglich, als die Schuld de» Staates an die Oestrrreichische Raiionaidanf. welche nach dem letzten Ausweise übet zwei Billionen betrögt» rückgezahlt -st. Wohl ist schon vor einitzer Zeit der Wunsch gtäußert worden, daß diese Schuld ahgezohli weide» damit end' sich der Zustand der Ausnahme der Barzahlungen wieder her- _IS. ME im_Wiei gestellt werden könnt. Es ist aber fraglich, ob bei dem jetzlßllU Zustand der österreichischen Wirtschaft dieser fromme »mchch auch wirklich wird erMt werden können. In der Schweiz dürste aber dieser Zustand nicht Mehr wert entsecnt sein. Die GoWparität des Schweizer Franken ist erreicht. Zn der Schweizer OeffoMichkeit wird die Fordtrung schoben, daß die Schweizer NattouaGank jede Kursveränderung durch JndewonttrmSkäuse vechindern soll. Vs kann schon mit einer dauernden GaihstadilM der Schweizer «chnmgvrechnet werden. Die vorüber gehenden Abfchwächungen» wckcha in der letzton Woche zmn Ausdrucke Damen, können mrr alls ein ffbivrcit von diesem Ziüle angesehen werden. Bei den nordischen Währmigen fft tEveffe die Barzahumq wieder mfeennttM worden. Go gewinnt das Gold bei den WSHr-unzen der WSt immer mehr <m Vedmt'Mg. «« ist eine Frage von nicht ollcht ferner Zeit, daß Sold die meisten Wöhrnngen der «ett beherrsche« wich. Die Novmalisierung derWährrmgen macht ftnmar weit««« Fortschritte. Damit wirb auch her Gckkdverlkehr der Wolttvirtfthüft in ftofrüfere Wege gleitet. Die uugünDgen Wipkungsn tune Kriegs- und RachkriegswirtfchaftHperiove werden immer mchr «rsgomeyzt. Die Gesundung der DslÄvirtschaft schreitet entschieden vor. Die WSHvumgsmahnahmen Englands, feine R>ückkchr zum Solde, die Unterstützung AmerSas sind behouiungsvolle Etappen m dieser Richtung «nslandskLnse und Znttrveattousl»mit«e. Don einem Wiener Börsensachmarm« wirb «ns schrieben: In de« letzten Tagen mmche gemeldet, daß aus den Beständen des JnäervewtionSkomitees gwße Aktivnposten entnoimmen wurden. Es wurde wieder auf AuÄandskäufe hingewiesen, auf welch« diese Enmehmen zurückzu-führsn s«m sollen. Tatsache ist, daß mit Ausnahme der Wiener Bchrkvereinsakt-ien, weilche, wie die ^Wiener Mavgevzellung^ ineldet«, Wer Aweriika ihren Weg nach der Tschechd" Slowakei geinommon haben», di« anderen Mtio«-- pakete überhaupt nicht don Wiener Platz verlassen habon. Bei den Enck:ahmen aus den Beständen des Fnterverftionskomi- «eeS harrdelbte eS sich nicht fo fchr um ausländisch« Käufe, W. vieidnchr um eine Me Liqnwiemvs des J»terventiO»»romttt«A. . Einzetn« Banken, deren Geldmittel nach Ueboavindmrz . des Jahresuiltimos Mssig geworden sind, nehmen suÄzesiwe die ihnen nahestehenden Aktien vom InterventionSkomitee zurück, so daß wtsächiich nur gMH geringe Mengen weiter in deflen. .Besitze vockleSbon. ES ist dies nichts.anderes, als der sukzessiv« Abbau einer Institution, die mit der Zeit wahrscheinlich über- Mfiig werden dürste. Eme spontane Auflösung des Jnter? vervtianÄomitees hätte zu mancherlei Kommentaron Ätilaß gegeben. Hmgegen kann ein sanftes Entschlafen de- Komitees von niomanden ols besonldeves Ereignis angesehen werden. Bvvläuftg hat das ÄuMmd noch nicht derartiges Interesse für die Wiener Effekten, daß es sich mit größeren Kaufauftrögm ans dvm Wisner Matze eittfinden würde. flfeftett «nölttrafldanuttt. Die wlrtsthaftlichen «nswirrangen des denischSsterreichischen Panamas. .Di« österreichische Rmionalibanik fttzt ch« «stringierepide KreditpoLM weiter fort. WechselEredite werden nur zögernd prÄongiert. Industrie, Handel und Gewerbe leiden schwer unter dieser ZurückhÄtmvg dvs österreichischen Aotemnstitutes, welches rwch nmner sein Hauptaugenmerk äuf die weitere möglichst starse.Herabsetzung des Wechselporte. fenilleS richtet. Diese Kredttdrossetung macht sich jetzt umso ft&dfer Mbar, oüs . tztt Rattonalbank in der letzte» Zeit alle» Uuternehmnuge», wesche mit den WSllersdorfer Berken irgendwie in Verbindung gestanden sind» die Kredtte rntckweg verweigert. Durch dieses Bovgchen sind nicht mrr die Inhaber, sondern auch die Arbeiter dieser Unlernehmtmgen, die kein anderes Dekikt begangen haben» als daß sie ckit diesen häWstaaÜichen Skandalunternehmunge« ein ganz reelles G^äift aibgrschlosfen hatten, m eine sehr prekäre Lage geraten. Aus der einen Seite glauben sie, reell zu handeln und mit.einevl. staatlichen Unternehmen in Bevbindmvg zu treten. Die wurden geradezu dazu animiert, und aus der anderen Seite werden sie : von der dem Staate nahestehenden Kredrtquelle durch Kredit Verweigerung gofährdet und irrstÄge dessen mit dor llntergvoibung ch«r eigenen Existenz bestraft, weA sie sich mit diesem, von einerdeutsch-arischen Dliqu« in Grund lind Boden gewirtschasteten Unternehmen in Geschäfte eingelassen hatten. Wenn m Kütze die Zahl der Arbeitslosen eine weitere Vermehrung erfahren wird, so ist dsts.njcht zum geringsten Teile auf Kosten dieses deutsch-arischen Panamas in WöllerSdors za setzen. fitfftmMHfAe »attonaniant Abnahme des «arschatzes. des EskomPteporteseMe» und des Baukuotenumlaufes. Der letzte Ausweis der Desterreichifchen Nationalbank bringt ein neues Schema der Barschatzrubrik gemäß den vom Nationalrate genehmigten Statutenänderungen. In diesem Schema ist für jede Art der bankmäßigen Deckung der Noten eine eigene Rubrik vorgesehen. Demgemäß erscheint im Anschlusic an den Varschatz eine Rubrik ^Jn den Varschatz nicht etngerechnete Werte in ausländischer Währung-, in welcher jene Devisen erscheinen werden, die zufolge der Bestimmungen nicht in den Dcirschak eingerechnet

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