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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-18 · Heft 2124 (18.1.1925) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2124 (18.1.1925)
Date
1925-01-18
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IPomn 20 iirom I Wiens Zum Ah Holen in der Expedition, II. Tahorstr. 1*3, oder m einerVerachleiiatelle (Trafik) monatl. K 40.000 Straaaenverkauf in Wien durch die Kolportenre der Firme Goldschmied, 1.6er. Wolire,1e 11 Mit Postversand f5r Wien», Oeiterr. monatl. K 40.000 Tscheche* Slowakei Mon. K 20 ln?oslawien; Mon. DinaröO. Polen: Mon 3*/* Zfotv, Dentachiand Mon. Gold merk 4, F r a n k r. Belgien: Mon. Free. 15 WM" Nt eh e a h i o o j aa "MN Hei Pftiiffhöhnore« vArhahtHee »r. 2124 rener M-mm RedoQle omemettunS Wien. Sonntag. IS. Jänner 1228 England: Mon.4 Schilling. ' talien: Monatl. 15 «irr, lomänicnMon. 150» ei, dolgarien Mon. RO l ewa, 5 e h w e i t und da* übrige Analand monatlich Fron. 4, Redaktion n. Adminiitmtion Wien II., Tatoorotf. 1—3 Telephone: it*0*38,43»3*19. Ah6Uhr ahds. 21 »102,25-282 IX. Universitatsstraase 6—8 (Druckerei Steinmann) Oeaterreiehiaehea Poatapar» feasaen-Konto Mr. 150.603 7. itoftraang Ae deutschen Sachlieferungen an Frankreich. -er Datves-Plan rwiaat Frankreich, aroße deutsche Sachlleferunaen an» zunehmen. — Kein Bedarf in den verwüsteten Gebiete»! Paris, 17. Jänner. (Tet.-Komp.) Die Kammer beschäftigte sich heute mit der Gesctzesvorlage über die Schaffung eines Amtes für die deutschen SachNeferungen. Der Berichterstatter Lucion Lamoureu erklärte, daß ein solches Amt außerordentlich wichtig und dringend sei. Frankreich habe bis heute nur 9 7 M i l l i o n c n Gosdmark an Sachlieferungen erhalten. Diese Zahl fei ckbsölut ungenügend. Schuld daran sei Deutschland, dessen schlechter W i llle längst bekannt sei. Dessen mt* geachtet habe aber auch Frankreich viele Fehler begangen. Das Fehlen jeglicher Organisati >on sei mit ein Grund dafür, daß die Sachlieferungen einen solchen Mißerfolg erfcchron ^haben. Die Durchführung -des Daives- Planes werde Frankreich zwinge n, schon in diesem Jahve große Mengen deutscher Sachlieferungen aufzu nehmen. Die v e r w ü st e t e n G e b i e t e haben aber davon wenige r nötig als man glaubt. Däm muffe deshalb unbedingt versuchen, die Sachlieferungen anderweitig zu verwenden. Wenn Frankreich nicht alle Sachleistungen ab- Kein Pluralwahlrecht in Stalle«. Die Wahlreforur in der Spezialdebatte «rn-genommen. Rom, 17. iJäntier. (Stefani.) Die Kammerhat in der Spezialdebatte über den Wahlreformgesetzentwrrrs daS Pluralwahlrecht, worüber ihr die Regierung die Entscheidung übevlafseu hatte, abgelehnt. Ter Entwurf wurde schließlich mit 2 6 8 g e g e n 19 S t i m m e n ibei Anwesenheit von 267 Abgeordneten angenommen. Die nächste Sitzung wird im schriftlichen Wege «inberufen werden. Giunta kommt vor Geeicht. Die neun Unterabteilungen der Kammer haben heute die Auslieferung des Abg. Giunta beschlossen. Lar Kabinett Luther. Instrzminister ein Zentrumsmann. — Kein Finanzminister! (Elgendwnit der ..Wiener Morpen^eituna".) Berlin, 17. Jänner. Dr. Luther hat sein Kabinett Notdürftig komplettiert, um es Montag vorstellen zu können. Da weit und breit kein Finanzministcr aufzutreiben ist, wurde der Staatssekretär im Finanzministerium Fischer provisorisch mit der Führung der Geschäfte des Reichsfinanzministers betraut. Das I n st i z p o r t e f e u i l l e übernimmt der frühere Kölner Oberlqndesgerichtspräsident Frenken, der politisch dem Zentrum nahesteht. Das Ministerium für die b e f e tz t c n G e b i e t e leitet der neue Reichskanzler selbst. Bei einem Presseompsang, bei welchem der neue Pressechef Dr.'K i e P vorgestellt wli-rde, erklärte Doktor Luther, die Gerüchte über Vieiunttgsverschiedenheiten im .idabmett seien nicht richtig. Er habe entschieden Gewicht daraus gelegt, eine Regierung zu bilden, hinter der in irgendeiner 'Form eine M ehr >heitdes Reichstages und womöglich der ganze R e i ch s tag stehe. Jemand, der wie er keiner Partei augehüre, könne gar keine andere Regierung bilden, als eine solche, die möglichst alle Kräfte iMsa'mmensaßt, die zn p o s i t i v e r Ni i t a v b c i t bereit seien. Er wolle versuchen, mit seiger Arbeit all diese :u gelv'mncn. sorbiere, so werde Deutschland diese Tatsache zum Vorwand nehmen, um eine Reduktion seiner Reparationsverpflichtungen zu verlangen. Nach einer kurzen Erklärung Herriots wurde die Vorlage ohne Aenderung angenommen. Die WixtschaftSverhandlurrgen mit Deutschland. Paris, 17. Jänner. (Havas.) Handelsminister Raynaldy hat gestern abends dem Führer der deutschen Abordnung v. Tre ndelenburg die letzten französischen Vorschläge überreicht, die bis zur Grenze der möglichen Konzessionen gehen und sich auf die Anwendung eines MinimalzolltariseS aus gewiffe deutsche Produkte beziehen. Dafür würde Deutschland Frankreich die M e i st b e g tt n st i g u n g gewähren. Wenn Deutschland die Vorschläge annimmt, wird die französische Regierung den gegenwärtigen Miuirnaftarif teilweise erhöhen bis zur parlamentarischem Erledigung des Gesetzes« über die Erhöhung ^des Zolltarised, lw& äpst -im- Dezember anwendbar wäre. Trendelenbmg ist nach Berlin a bgereist, um dort die neuen Vorschläge zu unterbreiten^ Die Anerkennvns Rußlands dmch Sava«. Paris, 17. Jänner. Die „Information" meldet aus japaniischor Quelle, daß die offizielle Anerkennung Rußlands durch Japan ibevorstehe. Die Note werde llvahrschein^ich i»n Laufe der n ä ch st e n Woche von' Tcikio abgehen. Der japanische Botschafter in Rom Atchiai werde zum Vertreter Japans in Moskau ernannt werden. Keine neue Abrüftuniskonferenr. Ein Dementi aus Washington. Paris, 17. Jänner. Der ,SemPs" werbet aus Washington: Die Nachricht, daß die amerikanische Regierung für das Frühjahr die Einberufung der neuen AbvustungsEoiiserenz beabsichtige, wird an amKicher Stelle dementiert. Die Regievnng warte zunächst die Ergebniffe der Initiative des Völkerbundes ab, bevor sie einen neuen Schritt nntevnehnie. Die Abstlmmunq in der franMchen Kammer. Keine Vertretung mehr? Paris, 17. Jänner. (Wölfs.) Der Abgeordnete LouiS Marin und weitere 105 Abgeordnete haben gestern dom Karnmevpräsidium eine Resolution überreicht, wonach die A b st i m m u u g der Abgeordneten Kinsing persönlich vorgen mmen werden soll. (Bekanntlich «durften die französischen Parlamentarier sich bisher bei der Mstimumng vertreten lassen.) Sie palästinensische Währung. Jerusalem, 15. Jänner. (I. T. Ä.) In kürzester Zeit wind mit der Ausgabe der eigene» palästinensischen Valuta begonnen werden. Die Einheit der neuen Valuta wird gleich einem englischen Pf n n d sein. Das gv7enrvärtig in Palästina kursierende Gold ist das ägyptische Pfand. IvolcheS den Wert von uuaesaihr 21 Schilling hat. Als die Regierung vor einigen Monaten die Frage der Einführung'einer eigenen palästinensischen Valuta iu^Betracht zog, ci:.'sirnden Erörterungen über die Zweckmäßigkeit der neuen Maßnahme. ES üherivogen aber die Stimn.en für eine eigene Valuta. Ae Wische «Blonifotion. —7. W i e n. 17. JLnner. In einem längeren SitualionSbericht ihres Jeru» falemer Korrespondenten würdigen die „Times" den derzeitigen Stand der wirtschaftlichen ErMießung Palästinas. Der Artikel gewinnt seine Bedeutung dadurch, daß er kaum einen Monat nach den hekanntest Vorgängen in der permanenten Mandatskommission des Bölkerbundes erscheint, also Dinge behandelt, die zu diesem Termin bereits feststanden und die Berharwlungen der Kommiffion sehr wohl hätten beeinflussen können. Aber die Kommission hat es vorgezogen, das Meniiorandum der jüdischen Vertretung wegen eines herzlich unbedeutenden. Formfehlers Ungelesen . ms Archiv zu senden und sie hat. ihre Aufmerksamkeit lieber der arabisch-christlichen Beschiwerdos^rift gewidmet, deren Inhalt Punkt für Punkt von dem britischen O^rkommissär als bewußt unrichtig dementiert worden war. Es blieb der Konmnffion unbekannt, daß in dom Mandatsgebiet Leistungen vollbracht worden sind, die sich neben den schönsten Taten der angelsä^^^en Kulturpioniere sehen lassen können. Der besondere Charakter dieser Arbeit liegt darin, daß sie von jüdischer Kraft und jüdischem Enthusiasmus schaffen worden ist. Es war der Kommission bekannt, daß das Palastinamandat in einer gewiffen Relation zu. den. Juden sich befindet und sie hätte deshalb Wohl auch eine diesbezügliche Frage stellen können. Dies ist unterblieben und die Kommiffion fand es für notwendig, die mangelhafte .Ktch ^iMMlängliche landwirtschaftliche Ausbildung M jüdischen «Einwanderer zu beKagem In dem Bericht der „Times" findet sich nun ge-», rrügendes Material, um auch diese' Klage zu' entwerten, .wobei noch zu bedenken ist, daß die „Times" Judentum und jüdische Fragen nicht gerade woblwolleiw betrachten. Der Korrespondent kann nickt ^umhin, den materiellen Fortschritt des Landes in krästiaen^Züaen darzustellen, den er als für heute , und für die, Zukunft durch die jüdische finanzielle Hilfe von austen benimmt arrsieht. Freilich nur „zu einem großen Teil". Hin und wieder mag sich,auch Bileam seiner Aukube besonnen haben. Wir wiffen, daß das Palästinabudget aus dem Lande selbst bestritten wird und daß die engMcken Ausgaben nur die Armee betreffen. Man macht sich keiner, Zweckfälsckung schuldig, wenn man den nichtjüdrschen Teil der Steuerlerstung als sehr gering verauslagt. 95 Prozent der landwirtschaftlicken Bevölkerung —. sägt der Bericht sind arabisch und der Korrespondent schildert die Uvsprünalichkeit dieses Elements in sehr kraffen Worten. Er gibt auch an, daö die arabikd>en Führer den.Unterschied zwischen der jüdischen und der arabischen Methode, — den Juden und dem britischen System zur Last legen, und aus diesem demagogiscken Ehangement ihr politisches Dasein fristen. Die Juden forsten auf, bekämpfen, die Sümpfe und, die Sumpfkrankheiten, bauen Städte, legen Eisenbahn- und Telephonlinien, schaffen elektrische Zentralen. Was sie tun, komnit nicht nur ihnen zugute, sondern hobt die Produktivität des ganzen Landes und seinen wirtschaftlichen Kredit. Das alles wäre den Fellachen aus ihrer Kraft nie gelungen, zunächst , wohl auch darum, weil ihnen die Begriffe und die organisatorische Initiative schien und weil diejenigen, deren Ausgabe dies wäre, die Großgrundbesitzer, nicht im Lande wohnen. Trotzdem aber bleibt die arabische Exekutive, das ist nur ein an« derer Ausdruck für die von Rom aus m-struierle Gruppe, auf ihrem Standpunkt. Sie hat, wie der Berichterstatter sich ausdrückt, nichts vergeffen.und nichts gelernt. Aus dieser Gegenüberstellung von schaffender Tat und negativer Kritik ergeben sich einige nicht unwichtige Folgerungen. Der schöpferische Inhalt des Zionismus ist so reich, daß er Mißgunst und Unverständnis leicht überwinden kann. Er muß. seine Arbeit fortsetzen, ihr Tempo beschwingen, Geld und . Menschen herbeischaffen. Er muß seine gerneinschaftsbildende Fähigkeit vertausendfachen, die Ströme der jüdischen'Wanderung nach dem neuen alten Land dirigieren und die zweck- All«;Ü*»Stoflrtfe I. Sflnfl. «WvMk» Ifomi fir FriPfl ri unke Wtonfill« K6SVDQSV8HCIQ zu bedeutend «er reduzierten Preisen bei Ivallll a r I iou M« va «Ifq

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