Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2119 (13.1.1925)
- Date
- 1925-01-13
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
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*{* 6 Wien. Dienstag Wiener Moraenzeitunft. 13. Jänner 1925 Nr. S11S Ich bemerkte schon, ratz kokette Dendnr^n die Freude cm Dialog dämpfen. Einer -er Liebhaber cntschließr sich, Frevn Hoffinge (lmgofähr) also zu ck^eaktvrrsieren: „D.-n Skalp der Logik bindet sie als Quaste a-n Hjrcrt Soidir:nschirm und läßt sich den Schirm von uns Männern imchtraaen." Te.r Sav war schmerzlich. Und der Schluß ver-schwimmt in nobelbafter Blässe. Aber das Qpus als Ganges ist willkommen«, delikate st>n't. von. einem sehr Begabten serviert. Frmi Traute Carls an in der Titelrolle ist awaenehm. aber nicht mehr. D:e Komödie mntz aber von einer starken, faszinierenden Persönlichkeit getraaen sein. Um die beiden urännlichLN Hauptrollen sind die Herren Feldhain me« und Evth of er mit Erfolg bemüht. Mit Humor spielt Herr Homm a den Untvcsuchlk'Ngsrich^r und ergreifend .Herr Kerstontzen .Emmnerdieiner. Der anwesende Au-t-or wurde nach dem zweiten Mit mit einmütigen Beifall vor die Rampe gerusen, nach dem dritten Mt war die Zifftiirrniung nicht allgemein. Q. A. Aus de» Thratem. Burgtbeater. Morgen. 7 Uhr abends. «S t i m m e n auSdemDunkel". Akademietheater. Morgen. V°8 Uhr abends, ..D e r T o k a i e r". DolkSover. Heute »Der Barbier von Sevilla". Morgen »Martha". Raimund-Theater. Freitag findet die österreichische Urauffübrung von Jerome K. JeromeS Lustsviel „Lady Fanny und d i e D i e n st b o t e n f r a g e" mit Tilla D u r i e u x in der Titelrolle statt. Renaissance!» üb ne. Die Premiere vor: Mar B r o d S Schauspiel „P r o z e ft B n n t e r b n r t" wurde ans Dienstag den 20. d. verschoben. Modernes Theater. Freitag, 7,8 Uhr abends, „D e r W e r w o l f", ein erotisches Spiel von Angela (5 a n a. Kammerspiele. Freitag, %8 Uhr abends, „Sanar o r i u m G. u G." von Ludwig Stärk und Adolf Eisler. Am selben Tage beginnen die Nachtvorstellungen um 10 Uhr mit „D ein süßer Mund". Zur Carl-Tdeater gelangt wegen plötzlicher Erkrankung einiger Milglkeder ab beute täglich die Leharsche „Der R a st e l b i n d e r" zur Aufführung. Die Familie Mendele Mocher Ssorims in Not.' In W-Nna ist soeben Herr S-amu^l Sch mura l, ein Enkel des großen südlichen Dichters Mendele Mochor Dforim i-Schokein Jakob Abrcrmawktsch), des BrMinders der neuen südischrn Literotur, einxptrofftn. Er erläßt einen Appell an die Mischen Schriftsteller, die Familie Mendeles, die in großer Not in Odessa lebt -und Hunger leihet, m unierftützLn. Er schlägt vor, daß vom Verkauf der Werke Mendel-es eine Tantieme für die Familie bestimmt werde. Die Frau Dken-delcs starb an Unterernährnng in Odessa im Jchre 1920. Sein -Schwiegersohn Wladimir A b r a m o w i t s ch fiel rm Jahre 1921 dam Öunger-typhns Pvm Opfer. In Odessa iebsn setzt zwei Tochter M-'ndeles. Naosa und Sascha, sowie mehrere EniksKinder. Der einzige Srhn Mrndeles, Meer Abranröwitsch, und Mendebes drrttÄlcfie Tochter Sina sind vor einiger Zeit ins Ausland gereist, ohne dass ihr Aufenthalt hokannt ist. Zweiter jüdischer Abend. Donnerstag den 13. d. um halb 8 Uhr abends findet im Ingenieur- und Archrtekt ende rein der zweite jüdische Abend mit Rezitationen, Gesang und Musik unter der Leitung des Sekretärs Bernhard Scharrer statt. Mitwirlend: Hilda Dulitzkaja, Mirjam Höflich-Schnabl, Lea Weintraub-Graf, Oberkantor Gerson Maro ult es, Konzertmeister Josef Z i m b l e r, Streichquartett Max Geiger. Gerichtssaal. Kn feiner Aeligiomlehrer. Emen recht interessanten Verlauf nahur ein Prozeß, der am vergangenen Samstag vor -dem StvaBezirksgericht (Oberlandesgerichtsrat Dr. Fuchsig) gegen den R-sligionslehrer und Obmann des Angestelltenvevbandes der Kultusgemeinde, J-ossf Pick/ geführt wrrrde. Kläger waren acht Mitglieder des früheren Äultusvorstandes und der erste Sekretär der Knltusgomeinde. Herr Guido Juchs ge lb. Die von Gememderat Dr. Plaschkes vertretenen Anklagen leg'en dem Religionslehrer Josef Pick zur Last, er habe tusvorsteher sind korrupt, und deshalb sind keine Gelder zur Verfügung! Sekretär Fuchsgelb beherrscht die Kultusvorst eher. Durch Referate, die falsche Daten enthalten, führt er den Vorstand irre!" Bor der Verhandlung versuchte der Richter einen Ausgleich. Dr. Paschtes erklärte sich namens der Mitgliäder des Vorstandes verzleichsbereit, falls der Beschuldigte eine u mf a s fe n d e Entschuldigung vorbringe, die Anwürie als unwahr zuviickziche und ein« Buß« zugunsten des Rothschild- Spitals leiste. Dieses Anbot lehnte BsschuLdraier mit dem Hinweis ab, er wevde beweisen, was er gesagt habe. Nun verantwortet« er sich dcchin, er habe ,chloß" gesagt, -der Kultusvorstattd sei korrupt, in der Kultusgememde herrsch« die größte Mißwirtschaft, in der Verwaltung der W o h l 1 ä i i g kei t s a n st a l t e n bestehe die ärgste Mißwirtschaft: von Sekretär Fuchsgelb habe er behauptet, er beherrsche den Kultusvovstand. Das sei aber keine Beleidigung, sondern eine Schande für den Vorstand und «ine Ehre für Fuchsgelb. Ihn Zuge des BoweiSverfahrens bestätigt« Zeuge Emmerich Äauders im wesentlichen die Anklage und gab an, er Hab? den Kultusvorstand von dem Sachverhalt verständigt, weil der Beschuldigte «in Benehmen zeigte, das ihn als Angestellten der Kultusgemeinde, vor allem aber als Religionslehrer in Hinkunft vollständig mvmöglich mache. Verteidiger Tr. Basban: Wie hat er sich bensmnien? Zeuge: Er hat mmnterbrocheit gestänkert. Bert.: Was verM-en Sie unter „Stänkern"? Zeug«: Er hat sich unanständig benommen. Richter: Min« Auffassung geht dahin, der Zeuge war aus zwei Gründen empört, erstens weil der Beschuldigt« sich laut m so ungeheuerlichen Aeußerungen gegen seine Brotgeber und Vorgesetzten erging, und zweitens weil sich ein indischer Religionslchrer so benahm, wie sich zunr Beispiel ein katholischer Katechet nicht «benehmen dürfte. Ist das auch Ihre AnffasfunL Herr Zeuge? lo^.- . L<üge: Ja. vollständtL Du« wollt« K8MKSU.VW wr 6>'e re,amte lnaustrlo «nd Reklamewosen. - Alieinemugnnjj CZKVINY Ä 8 AZA NT, Wien, HI Arenbcrgring Nr. 7 Hofiar Tr. Ricfenfeld -befugt, der Bstcwrldigtr hods geschrien. die Kultnsvorsteher seien korrupt und Fuchsaelb sübre durch gefälschte Berichte den Vorstand irre. Kl ag'e a n w a l t: Wie st.rt sich der Beschuldigte beue.imren? Zeuge: Er hat heruiugeschrien, gestr'iwkcrr und :nutzt« ausgcfordert werden, den Saal zu verlassen. Bert.: Hat er sich gesellschaftlich nicht einwandfrei benommen? Zeuge: Er hat sich so benominen. das; ich ihm zucies. cs sei eine Schande, trenn sich ein südischer Religionslehrer. ein Jugendbildner, so betrage. Daraus fragte er mich nach meinem Namen: ich ncmnt« den Namen uird bezeichnete Mich als Kultusvorstciher. 8tirn rief er mir zu: ,.S i e sind ja kein Mensch!" Nach diesen Schrlaerrrrdgen verlangte der Beschuldigte eine Frist vor: drei Wochen zur Erbringung d-'s Wahrheitsbeweises für seine Zlugabsn. «der .Kn-ltusvorsta-rd sei korrupt, dort herrsche eine skandalöse Mißwirtschaft, vor.allem t>ic Wohltätigreitsanstalten zeigen «in« unerhörte Mißwirtschaft. Zur Durchführung «der anMküwdigten Beweise wurde ote Verhandlung vcrta gt. tzrziehui'a im deutschen Turnverein. Der Bandenhäuptling Hetzer. Wir haben seinerzeit -berichtet, daß bei einem Uebersall einiger Wblvüchsiger Burschen, die deur dc.n^schsn Tnrnvrrern angchören, friedliche jüdische Passanten tätlich nriMMidelt und mit Füßen getreten wurden. Der Fall spielte sich folgLNderma'en ab. Am 21. Oktober 1924 kam ein Trupp von zehn bss zwölf jungen Burschen ans de>nr deutschen Turnverein in der Zirkusgasse 48 durch die Novaragasse gezogeir, m der Absicht, jüdische Passanten zu belästigen. Ti« Unterhaltung begann damit, daß sie zwei junge Passanten ohrfeigten und.zu Boden warten. Während einer der Uaberfallenen «davon lies, um eirren Wachnrann zu holen, stellt« die. Bande «in« Grupp« harmloser jüdischer Spaziergäu-ger. Dabei wurden zwei alte Dkömrer zu Boden geschlagen und mit Füßen getreten und Tochter und Schn eines der beiden ebenfalls schwer miMnidel.t. Als ein großer Auflauf entstand und Wache kam, nahmerr -die Hcldrtl Reißaus. Zwei von ihnen, der 19jährige Wilhelm Groß und der 20jährige Heinrich Hetzer, hatten sich grstern vor dem Jugendgericht wegen Usbertretiung der leichten Körperverletzung zu veranlwortett. Merkwürdigerweise erscheinen auch die zwei mißhandelten 17jährigen jüdischen Burschen, die von Rcchrsartwalt Gemeinderat Tr. P a s ch k « s verteidigt werden, wegen fahrlässigen R a u f h a n d «ls äuge klagt. Die Angeklagten deutschen Jünglinge erklärten, daß sie einander überhaupt nicht kennen und ihre erste Begegnung erst im Polizerarrest nach ihrer BeriMtung hatten. Dam gegenüber sagten alle Zeugen übereirrstünmend aus, daß die Angeklagten einander sehr wohl kannten und zu einer o r g a n i sie r t e n Band« von Hakenkreuzliern gehören. Der Häuptling der Bande ist der Angeklagte Hetzer. Einer der Enuastungszeugen, der 17jährige Alois Strunz verwickelte sich m dom Kreuzverhör, das Dr. Paschkes mit ihm ab hielt, in solche Widersprüche. -daß Dr. Paschkes, und nicht der staaranwaltschaftliche trnktionär, die Ab tretu-ngdesAktesweaenfal scher « ua« nau s sag e an das Land es Gericht «beantragte, dieser öffentliche Ankläger, «der Hilfsrichter Dr. M r d° l a r z, hatte das Bestreiben, die ganze Affäre zu bagatellisieren. Schließlich wurde dicl Bev'yandLu-ng vertagt, um über Antrag des Verteidigers Dr. Paschkes wertere Tatze-ugen zu hören, um zu beweisen, daß es sich um eine organrsrerte Bande handelte. Im Lau.se des Verfahrens dürft« di« Anklage noch auf einige andere Burschen ausgeldchnt werden. Der intervenierende Wach>:bemnt« wird Ebenfalls verhört werden. Betrug an Palästiuawauderern. Vor dem Aintsgericht Berlin-Mitte ivaren angeklagt der ungarische Staatsaugehörrge Wlaidrsliaus Cohn und der Rechtskonsulent Alfred Bernard, die unter falschen Vvrspiegelun-gen und Drohuw gen mehreren Palästinareisenden größer« Betrage entlockten und sich dabei gefälschter Formulare des Palast i n a a m t e s und -des Polizeipräsidiu-ins bedienten. Das Gericht verurteilte Bernard zu neun Monaten Gefängnis und 500 Mark Geldstrafe. Cohn zu sechs Atonalen Gefängnis und Haftbefehl. Die Tragödie einer ledigen Mutter. Gestern hatte sich, wie berichtet, die 23jahrige postenloso Beamtin Margit Tehel wegen der?lnklage des Kindesmordes vor den Geschwornen zu verantworten. Sie hatte im November v. I. ein Kind zur Welt gebracht, es dann, wie sie dem Untersuchungsrichter gestand, erwürgt und es in den Neuwaldegger Teich geworfen. Die Angeklagte erzählt dem Vorsitzenden, Oberlandesgerichtsrat Dr. Hanel, mit leiser Stimme ihr Vorleben. Ihr Vater war Fabrikant und starv vor 20 Jahren. Sie selbst hat die Mittelschule absolviert und sollte Medizinerin werden, mußte aber diesen Plan infolge Mangels an Geld aufgeben. Sie wurde Lersichernirgsbeamtln und vor zwei Jahren abgebaut und hat sich dann als Heimarbeiterin fortgebracht. Im Dezember 1923 hat sie die Bekanntschaft eines Mannes gemacht, dessen Namen sie wegen ihrer Mutter nicht nennen will. Ich war danialS tvegen der Arbeitslosigkeit, erzählt sie, sehr Verziveifelt Er hat mich angesprochen und mir später auch gesagt, er wirb mir beim Suchen einer Stelle behilflich sein. Geliebt habe ich ihn nicht, aber er war mir sehr syriipathisch. Er hat nlich materiell unterstützt. Präs.: Haben Sie sich ihm deshalb hingegeben, weil Sie in Not waren? Angekl.: Das gewiß nicht aber wenn man unglücklich ist, ist man irnmer weicher. Präs.: Warum haben Sw Ihrer Mutter von Ihrem Zustand nichts gesagt? Angekl.: Werl sie sich zu Tode gekränkt hätte. Präs.: Häven Sie nicht gefürchtet, daß Sie verstoßen werden? Angekl.: Sich, Gott behüte, welche Mutter wird Ihr Kind verstoßen. Als die Stunde der Geburt heranrückte, wollte sie sich ihrer Mutter anvertrpuen, schämte sich aber vor der Untermietcrin. Als das Kind kam, habe ich instinktmäßig zugegrisfen. Präs.: Was meinen Sie damit? Die Angeklagte wernt heftig, neigt den Kopf zur Barre, gibt aber keine Antwort. Präs.: Sie wollen damit sagen, Sie haben das Kind umgebracht? Die Angeklagte nickt mit denk Kopf und fügt hinzu, daß sie wie in Besinnungslosigkeit die ganze Zeit zugebracht habe. Die Gcschwornen verneinten die Hauptfrage auf Kindesnlord mit 7 gegen 5 Stimmen. Die Zujatzfrage auf Sinnesverwirrnng zur .Zeit der Tat entfiel durch die Berneinnng der Hauptfrage. Die Eventnalfrage ans Geburtsverheimlichung wurde mit 6 Stinnnelk ja gegen 6 Stimmell nein beantwortet. Auf Grund dieses Verdiktes verkündete der Präsident den Freispruch der Angeklagten, die ihrer im Saale anwesende» Mutter weinend um den Hals fiel und zwei gleichfalls anwesende Freundinnen stürinisch küßte. Da im Auditormul Bravorufe laut wurden, drohte der Vorsitzende mit der.Mumung des olkswirt. Ter Wenuitl) ötahlmarkt knropa«. Der „Politischen Korrespondenz" wird aus Lcndo« geschrieben: In einer Rede, die Sir William I. L a r k e, Direktor der Lkational Federation of I r 0 « and Steel Ak a n u f a c t u r e r s, über die Lage des europäischen Stahlinarktce hielt, sagte er, das; das Hauptinteresse der britischerr Eisen- und Stahlindustrie hauptsächlich in den Beziehungen zu den Erzeugungsländerr in Europa läge, obwohl mehr als die Hälfte der produzierenden Werte in den Vereinigten Staaten läge. Groß, britannien war noch immer der drittgrößle Pceduzentz während Deutschland trotz der Schwächung durch der; Versailler Friedensvertrag an zweiter Stelle stünde. Wenn Deutschland seine Produktion ausgeöaut habe» würde, würde es rund drei Millionen Lonne» für den Export übrig haben. Die britische Crjenunl Stahlindustrie hatte sich alle Mühe gegeben, trotz aller Schwierigkeiten ihren Platz zu behaupten. Infolge der Stabilisierung der Welt dürfte man auf eine bessere Zw kunft hoffen. Am Kontinent hätten Frankreich und Bel, gien noch große Vorteile gegenüber den brrlrsä)en Erzeugern, da sie eine fallende Währung, niederere Löhne Eisenbahnratcn und Lebenshaltung hätten. D<1hcr müßte» die britischen Erzeuger noch mehr die Frage der Vroduk. tionskosten studieren. Wenn zu niedriger Konsum dü Ursache der Schwierigkeiten ist, so hat andererseits Groß, britannien den rrnschätzbaren Vorteil, beste Kredltnlöglickn keilen zu besitzen. Die Lage des deutschen Stahlmarktes. Alls Berlin wird gemeldet: Ueber die Lage bei Kohlen- und E i s e n m a r k t e s in Deutschland wir) bekannt, daß sich das Exportgeschäft in Eisen- und Stahlwaren in der letzten Zeit belebt hat. Vom Balkan liegen hinreichend Aufträge vor, doch ist der Zahlungseingang aus den Balkanländern sehr schleppend. Spanien mt! Portugal haben größere Bestellungen aufgegeben. Nach den skandinavischen Ländern werden größere Versendungen gerneldet. Aus Holland und England sind größer« ^Bestellungen eingegangen. Aus Indien liegen erheblich« NeNanfträge vor. Nach Südamerika war das Geschäft unverändert. Auch der Kohlenmarkt konnte größere Auslandsallfträge aufnehmen. Mit den italienischen Staatsbahnen wurde ein Vertrag auf monatliche Lieferung von 200.000 Tonnen für die Zeit von sieben Jahren abgeschlossen. Hievon ist allerdings ein Teil Reparatlonskohle. Die Zukunft der Wirtschaft Polens. Aus Warschau wird gemeldet: Der Direktor des Zentralverbandes der polnischen Industrie-, Bergbau-, Handels- und Finanzorganifationcn, L e m p i c k i, hat in einem Interview mit dem Mitarbeiter des Blattes „Pvlonia" feine Ansichten über die nächste Zukunft der Industrie und des Handels in Polen geäußert. Nach seiner Meinung hänge die Herabsetzung der Produktionskosten in Polen davon ab, daß der Arbeitsertrag sich bedeutend steigere und der Kredit billiger werde sowie daß das Steuersystem geändert tverde. Was den polmschen Export anlangt, so sei ihr enger Zusammenhang mrt der Wirtschaftskrise genau gesprochen mit den übermäßigen Kosten der Produktion offenbar, daher können alle Maßnahmen, die darauf abzielen, diese Kosten zu vermindern, den polnischen Export nur automatisch heben. Auch durch eine geeignete Zollpolitik ließe sich eine Belebung der Ausfuhr denken und die polnische Regierung scheine tatsächlich seit einer gewissen Zeit diesen Weg einznschlagen. Cs handle sich gegenwärtig also nur darum, die bcstchenden Tarife neuerlich herabzusetzen. Die Frage der Kreditbedürfnisse für Industrie und Harrdel im Jahre 1925 unterliege einer eingehenden Prüfung. Nach der persönlichen Meinung Lernpickis würde, um die dringendsten Bedürfnisse zu befriedigen, eine Summe von ungefähr 600 Millionen Zloti genügen, was dem Werte einer Prodilktion von sechs bis acht Arbeitswochen entspräche. Die Samstagbörse. Auf Grund der gestern mit dem Ar° rangement'burean abgehaltenen Besprechung wurde im Anschluß an di« Beratung der Bövsentamnber beschlossen, schon am Samstag den 17. d. «me Börseniveusammliung ab zuhalten. Hunderttausend Wiener Bankverein-Aktien nach Amerika verlaust. Das Wiener Bankbaus Effrissi, dessen Mitinhalber, Direktor Weiner, bekanntlich seit einiger Zeit in Anuwika weilt, hat vonr SöützuinigHkamiiee 100.090 Wiener Bankveroins-Aktien evtvoüben, umt biafeil&en nach Amerika weiter zn verkauftn. Radiomesse aus der Prager Frühjahrsmesse. Anläßlich der zehnten Prager Frühjahrsnl-ess« (22. bis 29. März 1935) wird eine großzügige eigen« Radiomesse in die Wege geleitet. All« mit der Radivbranche in Beziehuttg stehenden Fabrikate sollen vorgeführt, beziehuu-gstv.'ls« anSgcstellt werden. “Sie Großzügigkeit dieser geplanten Sondrmnesse beweist rrr U-Nlstand, daß sowohl das Minifterimn mr Post- und Telegrapheuwesen wie alle mit der Ikadiotrchnik .mddem Raoiohan-del sich befassenden Bereini-gnngrn sowie das Prager R'rsroja>»rnal sich v.» gemeinsamer Arbeit zujaiiunenschl eßen. Auch ''>n Kongreß aller sschechoislvwakrschen Rad'oama^'-.:re ist in Aussicht gen'-mmen. Jedenfalls sind a^.f diesem Gebiete große Ueberraichungen geplant, so d«aß eie Radiomcls? einen Glanzpunkt der Prager In biläumsmesse oildnr w r Amerika trat teilt Interesse für österreichisch« Jkchustrien. Wie an der Börse verlautete, ist vor einiger Zeit versuch!, wordttt, die amerftanisAe Finanz für die Mener Möbelo is''Ü. F1z A.--G. zu interessieren. Au bkfem