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Wiener Morgenzeitung · 1925-01-08 · Heft 2114 (8.1.1925) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
7 (1925)
Issue
Heft 2114 (8.1.1925)
Date
1925-01-08
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Gelte 6 Wien. Donnerstag Mienev Moraenzettung. 8. Jänner 1.025 Nr. 2114 Bühne und Kunst. „Brand im Spernhanr." Reuaissankebühnr. -Paris. anno 176:1. Herr v. X.f ptötztich erschauernt-nt Sumpf wllor erotischer Settsatiouen. hott sich ein utt'v.'rülirtcs Mädchen ausdem - Waffeninstitut, heiratet cs und -biitct den Sckxch iit einem - Pa laste, Don er einem alten Wüsklina adgckuust hat. Gegenüber dem Heim des snnqon Ehepaares siebt das -Qper-nha-ns. Tort .wird ein Ballfcst gefeiert, dort girrt und schluchzt und schreit die Lust. Ein Brand brich: au». Furcht bare Panik, nur weil che entkommen. Ter Herr v. AL iäß: alle Fensterläden fc-iu-cS Hauses schtießen. .Viel« Vaut soll ins Scksiff gemach seiner Sylvctte dringen. Ta stürzt sic. sin chinesischen BaMostüiir. herein und nach Splvette — ihr Geliebter, der Operntenor. Das schlichte, reine Waisenmädchen hat also den .Herrn X. betrogen. Entsetzt sieht sie. daß ihr Gatte an ihrer Rettung vom Feuertcde keinen Anteil ninmit. Für ihn ist iic tot. Er holt sich als Symbol der vernichteten Lieb? ans dem brennenden Theater eilten verkohlten Frauenleib. bahrt ihn angesichts der j-nnaen Gattin aus und weist sie hämisch an den Opernsänger, der aber fühlt, daß fic nicht ihm gehört, ion dern dcnt Herrn v. X. Bizarres Nachspiel: Die Leiche, die sich der gehörunc Gatte brachte, ist die berühmte Kurtisane des Königs mit dem berüchtigten Ring. am Finger, der, in köstlichen Stein geschnitten. eine obszöne Abbildung trägt. Syl-vettc entdeckt den R'Mg am Finger der Toten, der Herr v. X. legt ihr ihn au und erniedrigt sic zur Dirne, an der er sich entzünden möchte, wie einst an Lustwcibern. Erschanernd flieht Ztzwette in >das brennende Opertchaus zurück — mrd wird von einem Buckligen, der sich den ansgofttztcu Preis verdienen will, als verbrannter Rest der königlichen Kurtisane lErkeumm-gszeicheil der Ring) aus dem Flammenmeer geholt. Dieses Nachtstück, in der Werkstatt Georg Kaisers auf kaltem Wege hergestellt, hat gleichivchl außerordentliche Qualitäten. Fm Hintergrund das bronucnde Babel-Paris, davor die Silhouette der entseelten Lust, die mit grausamen Tanzbeinen das Glück der Liebe zerstampft — ein Bild, niit starker und sicherer Hand gezeichnet. Das löbliche Beginnen der Ranalssa.ncbühue, diesen schwierigen Kaiser arffzuführen, war leider ein Versuch :nit untauglichen Mitteln. Der „Braus im Opernhaus", eine Pantomime mit emgestrem-eu tompr-imierterr Dialagstelten, ist auf kongeniale Mitwirkung des Spielleiters und der Akteure angLtoiasen. Drei Akte in einen: sind zu spielen (mit kurzen Pwuisen bei verdunkeltem Saale), Rhyihipus und Sprache der Bewegungen und Mienen -sind nicht .unwichtiger, ia ftreckenweff« weit wichtiger als der gesprochene Text, und der Dialog stöbst muß gefügt sein, wie sorgsamste Einlegearbeit. Bis aus die sehr begabte, sehr ernste, aber nicht genügend beratene Grete Wittels fehlte es bei allen anderen so ziemlich an allem. O. A. Konzerte. Haloah-Orchestrr. — Wiener jüdischer Gesangverein. Bon allen Wiener Misiikinstituten ha: lediglich das Ha-koah-Orchester der zehnten Wiederkehr des Todestages' Karl Go ld marks gedacht, der durch zwei Menschenalter eine Zierde der Musik-sradt Wien war. Tr. Leopold schwarz, der Festredner der Goldmavk-Feier, entwarf in knappen Zügen ein Lebensbild des großen Künstlers, dom nach einer dornenvollen Jugend ein erfolgreiches Mannesalter nnd der schönste Lebensabend bcschiedeir war. Wir können Doktor Schwarz nur beipflichten, wenn er von der hohen Sitilichkoit, der Bielseitigkeit, dem Kraftgefühl nnd der echten Leidenschaft des Tondichters sprach uiw den Einfluß Goldnravks auf die i-unHe Generation von einst stststellte, der bis zu den Jung-- itattenern hin reiche. Davon letzt gerade die Sakuntalsi- Ortvertüre Zeugnis ab, die Pros. -I. Bras-l av s ky, der ideal gesinnte Erzieher des Hakeah-Orchesters seit dessen Gründung, mit Schwung und Wärme dirigierte. Fn der Vehemenz, mit der die Ouvertüre vorwärts eilt, glaub: man wirklich mitunter den stürmischen Pitlsschlag des jungen Mascagni zu vernehmen! Braslavsky rratzm das feierliche Hauptchoma zunächst auffallend langsam, mit daun um so stärkere agagische Wirkungen zu erzielen. Am Schluffe des Konzertes stand Gc'ldauarks noch immer jugendfr siche, inspirierte Symphonie Ländliche Hochzeit", als Solist wirkte Tr. Rudolf Lamp ol, der Konzertmeister des Ha-koah-Orchesters, mit, der Goldmarks A-Moll-Bivtin-Konzerl mit edlem Tour und große« Bravour Meisterte, mochte auch der eine oder andere Ton der Hitze des Passaaeligefechtes zum Opfer fallet!. Der gleiche wohlverdiente Beifall, der dem Dirigenten der für Amateure ganz vortrefflich spielenden Hatöahner zuteil wurde, stellte sich zwei Tage später Widder ein, als Broslavsky an der Spitze des Wiener j ü d -i f ä) « n <8 efangve reines abendländische unv jüdische Lhöre in schöner Wiedergabe vorführte. 'Namentlich in Volks- und Synagagalweffen — in Bearbeitungen von Erd sie in und Braslavsky —, deren Wiederholung erzwungen wurde, standen die Mitglieder des jüdischen Gesangvereines arff ganz aüsehnlecher technischer und künstlerischer Hohe. Pb. Aur den Theatern. B u r g t h e a t e r. Unter dem Titel „F a s ch i n g i m Burgtheater" veranstalten die Mitglieder des Burgtheaters für humanitäre Zwecke am 14. Februar 1025 eine einmalige 'Jt a ch t v o r st e l l u n g der Posse „Parkett Vi r. 10" von Max Real und Hans Gerböck, Musik von Walter W. Götze, sie von den ersten Kräften des Burgtbealers vargestellt werden wird. — Morgen, 7 Uhr abends, „S t i nt m c n a u s o e m D u n k e l". A k a d e m i e t h e a l e r. Morgerr, %8 Uhr abends. ..M amaNicol e". Dienstag den IS. Jänner 1925. Vc8 Uhr abends, wird Henrik Ibsens drainatiscker Epilog „W e u u tv t v roia» *r»»/>*(»" yun erste» Male aufre fuhrt. B o l k s o p e r. Heute, '/,8 Uhr abends, „M i g n o n". Morgen „Die v e r k a u f t e B t a u t" mit Karl 9! orbert von der Staatsoper als Gast. Sonntag nacknnittagS „D er Beite l st u d e n t" mit Burafchauspieler Kar! Z e s k a als Gast. Abends absolviert Kammersänger Tbeo Strack, der Heldentenor der Staatsover in Dresden, ein Gastspiel als Tannbäuser. Deutsches B o l k 8 t b e a t e r. Samstag. '/-8 Uhr abends. Uraufführnng der ernsthaften Komödie „Sie selber nennt s i ch H e l s i n g e" von Wilhelm S t tt ck l e n. R a i m u;r d - T b e a t e r. Heute, '/-B Uür abends, „5 m tv eisten Rost l" mir Hansi Niese. Sonntag. 0 Ubr nachmittags, als Märcbcnvorstellung „H 8 n s e l u it b Grete l". C a r l - T b e a t e r. Heute, *!*$ abends, 150. Wiener Aufführung der Operette „T i e X i p ö nt n in f c [ l". Ab Samstag täglich „Die Bajadere". Sonntag, 8 Uhr nachmittags. „Ein W a l z e r t r a u m". Theater i n d e r I o i e f st a d i. Morgen. V,8 Uhr abends, „D e r W e g u a ch T o v e r". Soitutag, 3 Uhr nachmittags, „P r i n; e s s i n H u s ch e w 1 n d". Neues Wiener S t a d t t h e a t e r. Sonntag, 3 llhr uachmiltags, znm ersten Male Hermann S n d e r m a n n s Schauspiel „D i e R a s ch hoff s". R e n a i s s a n c e b ü h u e. Morgen und Montag den 12. d.. ' ',8 Ukr abends, „M o j s e M e n d e l j e w i t s ch" („Geld") von Iuschkewitsch. Heute, SamStag den 10. und Sonntag den 11. d. „B r a n d i m O p e r n h a » s". 9 Verurteilte Straßendemonstranten. Die SwasvevlMrbl-unge,t gegen Arbeitslsse, die am 22. Dezein^ber vomniittags w äh reich der verbotenen Teinonstrationcir in verschiodenen Stckdtgebicten Konsliktc anit der Polizeiwache hatten und a-r-retiert wurden, wurden gestern, zumeist wegen ifffttitilicher Gewalttätitzkcit, vor dem CinzArichter, OiberlaikdeSgerichtsra: Dr. Os i v, fortgesetzt. Ein zahlreiches Wacheaufgebot war vor dem Landesgerichte bereitgegcstellt. Tor Stvaifankrag richtete sich gegen den Fleischhauergehrffen Bik-tor S ch nr i c d e h a u sc n, den Bioschiuenschlosser Josef M c i x n ex, _ den Wagnevpchilfcn Aitton Tremmel und den SchncidevgehMen Maximilian I i r a n tz. die sich seit dem 22. DezMtber in der U!tkersuchun.gshast befinden. Schmiedehauseu soll den Rahottsillspekior Karl Zcl'ln ik einen Stoß versetzt haben, um eine Verhaftung zu vereiteln, und dann geslüchtet sein. Die Verhandlung gegen Schnriodehausen tvurde zum Zweck der Vorladmig zweier neuer Zcwaen, darunter eines Photograiplzen, vertagt, der den :Oi‘ontont der Anhaltung des Angeklagten durch die Polizeiwache in einem dem Richter vorgekegteii Bilde s-estaehalten hat. — Josef Meixner wurde wegen öffeut-licher Gewalttäiigtei:, A-u-fla.rl.fes, Nichtfölgeleistung und Wachclbcileidi.yrlNg zu d r e'i W o ch c ,t f ch w e r e n K e r t a r s verurtE. Das Urteil gegen Anton Trenlinel lautete «lvegen Aüflanses und NichsioegKeistung auf 11 Tage Arrest und wagen Uüberrretultg des Wafscupatcutes auf 60.000 K. Geldstrafe, eventuell weitere 24 Sturrden Arrest: beide Strafen wurden als durch hie U u t c r ] u ch u u § s h a s t verbüßt erklärt. — Maxim rlian Jiranetz wurde wegen öffentlicher Gewalttätigkeit zu 1 i T agen strengc n ' A r r e st s, bedingt mit enrer^drcijährigen' B e w äh r ii tt g sfrist verurteilt und die Strafe als dtlrch die Uutcrsnchungshast verbüßt erklärt. Die Versorgung der nnehelichcn Tochter Nikolaus v. Szemeres. hsilunrohr ist vom Oberstett Gerichtshof das endgültige Urteil in dein seit dem Jahre 1920 atthängigen Prozeß der^ttnehelichen Tochter des bokaimten Sportsmamres Nikolaus v. Szemcrc, Fräulein Floreminc S iding, gegen die Berlassenschaft erflossen. Nachde-m in einenr durch Dr. Jakob Meist geisichrten Borprozeß der Oberste Gerichtshof prinzipiell die Bersorauttgspfticht dieser Tochter -trotz Vorhevgegangener gerichtlich ge- -ttvhmigti?r Abfertigung anorkauut hatte, hat das Bezirksgericht Jimere Stadt das Urteil gefällt, womit der Klägerin ein Bersörguugskapital von drei Miltiar-den zuevkatmt wurde, welches Urteil' auch da- Landesgericht als Berusiln-gssenat bestätigt hatte. Liebet die von Dr. Hans Trent ich erhobene R-evisimt bezüglich der Höhe dieses Zuspruches hat n-un der Oberste Gerichtshof in Stattgäbnug der Revmon dieses Bersorgurrgskapitm mit zwoi'M i 0\ iarden der Berlassenischast zur,Zahlung a-ifferlrgt, womit diaser Prozeß mmmehr rechtskräftig erledigt erscheint. machte und mit ihr ein Liebesverhältnis eingmq. Als die Frau davoit rvsichr, stellte sie die NübenHhlerm jprr Rode, doch leugnete diche alles db. MH es bald darauf zu ein-em n-emMchen Streit zmischeu den Ehegatten laui und Buchmann trotze der Bitten feiner Frau nicht zu Hause bleiben Wollte, ging Frau Bitchiitanil inet ihrer Schwester, der Z8fährrgen Antonie M u ch, vor das Haustor der Gründouu-er. Beide lauerten ihr -auP Als die Gründoitner heimke-hrtc, führte Frau Buchniamt mit eiuem Rasiermesser fünf Schnitte gegen ihr Gesicht, um, wie sie auaab, die Ndbrnbuhler-in zu „verschandelu". Die Grüüdonner ist' setzt wieder hergostellt. n-ur hat sie die Belvognn-gsfveiheit .zweier Fiuiger verloren. Die beiden Schwestern hatten sich vor Sem Cinxelrichter des LsnideLgerichtes 2, Oberlandesgerichtsrat Ha u cl, 'wegen schwerer Körperverletzung zu verantworten. Ter Richter verurteilte beide Augeklagt-e bedangt, -und zwar Lcopoldine Buchma,rm zu fünf Monaten, ihre Schwester zu vier Acouuien strengen Arrests. Tat inieressai... . Georg Brixy namens eines Ausgleichsgläubigers eiugeibracht hatte.' Die zum Ausgleich an gemeldete Forderung betrug ursprünglich 5,5 Millionen Krotten und wurde nach , der Ausgleich^ogsatzuug aus 5 Äcillio-neu reduziert. Durch diesen Verzicht -auf den fünf Milliouett übersteigenden Fordevungsbötrag wollte der Kläger der den Gläubigern bis zu fünf Millionen int Ausgleiche ein geräumten Begüiistiguua voller Befriedigung teilhaftig werden. Der Kläger beg-rnüdet die Klage damit, daß pas (§etdiustitutszentralcgcsetz das Prinzip der Glelchbeihandlu-ug der Gläubiger durchbrock-en habe und den Betrag von fiiuif Millionen als Höchstgrenze für eine Begünstigung anDellt, ohne sich mit der Frage des Fordermigsverzichtes überhaupt zu besasseii. Auch werde der Ausgleich durch die Atis-zahlungi chutdners seiner Wirksain-kelt Annahme des stig - , ,, .. ... .. .. grenze überscvrilten habe. Ter Richter, Laudesgcri-chtsrat Tr. Hotzih, beschloß das Urteil im schriftlichem Wege heransz.rgeben. Für den Fall, als »er Klage stattgegeben wird, ist dies für die tleinen Gläubiger von bedeutender Tragweite, weil sie daun die Wahl haben, sich eu'.meder 'mit der Ouote ihrer Fordeoung zu begnügen, oder durch Ber.zscht aus «den siin' -MilNon'-m übersicigenden Betrag der. BegünftigtUtgsn des Ausgleichs- und des Geldinstiiutszeinnalegesetzes teilhaftig zu werden. Bollswirt. Sie Krise der Weltwirtschaft. lBvil unserem Londoner Berichtevstattcr.) Mit einer Mikion Arbeitslosen ist England ins neue Jahr him'ivergetreten. Das Aufhören der Ru.hrfperr« beeinträchtigte das Kohlengrschäft, der Bürgerkrieg iv (sihlna ititb die unruhige Lage in: nahen Orient, den Export der Banintv-orlin-dustrie. Tiefe ungünstige Lage w-u-rdc zum Teil dltrch das Wied-creinsetzen der deutschen Käufe a-usg-cgffchcn, so daß sich gegen Ende des Jahres der Export erhöhte ititb eine leichte Erholung iit der Eisen-, und Textilindustrie zu vorzeichi'eu tvar. Doch w-ivd die kritische Lage der englischen Industrie fortdauern, so lang« nichi Mitteleuropas K'ousu-mkrast sich -wesentlich erhöht. Andererseits flösset: der enFlis-chen Wirtschaft reiche Gewinn« ans doni Frachten- und Versichernngsgeschast sowie aus dem Weltgeldverkehr, dessen Zcntralpunkt London wieder geworden ist, zu. Die Lage in England beeinflußte zum Teil di« Ent« tvicklultg in den f k a rr d i n a v i s ch e n Lätt'dern, 'besonders nngiinftig den Export laudivirtschaftlicher Produkte Dänemarks, deren Hauptmarkt Eugland ist. Erhöhung des Absatzes rwch Deutschland besserte die Lage gegen Ende 'des Jahres. -Stärkere Bcschästigurkg und Ausfuhr von Holznnd Papierprodukten geistaltetc die Entwicklung in Norlvegett und Schweden im allgemeinen günstig. Dagegen bli«!b der erhoffte Ausfchwuug des .Handels mit Nußland a-u's, dessen Bevölkerung nicht einmal die geringe eigen« Jndustrieprodllkrion aiusnehmen konnte, während der Getreide ex Port infolge schlechter Ernte nahezu gänzlich singest« llt wcrdeil «rußte. Eine gute Konsun'ktu'r zeigten - di« meisten Industrieu Italiens, besonders die Textil» iudustric, die sich durch finanzielle Be-toi-ligung auf dem Balkan, in der Lavante erhöhten Absatz zu schaffen verstand, während die Wirtschaftskvisis in Spanien das ganze Jahr and-auertc, s-o daß die 'meisten Iudustvieztve>ige nu-r zu einem geringen Teil beschäftigt sind. In den überseeischen Gebieten, sieht man von China, -wo -der Bürgerkrieg tobte, -und Japan ab, das haupffächlich noch mit Wi-ederherstellungsarbLiten beschäftigt war, entivickeltc sich das Wirtschaftsleben günstig, das rveiter -int Zeichen fortschreitender Industrialisierung stand. In Indiett, Australien, Südafrika und Südalmerika ist eine Reihe neuer Unternehmnugen, in Argentinien besonders in der Banimwollimdustvie, enfftanden. Hier hat auch gegen Jahresende der Export nach Europa kräftig angezogen, während die Konjunktur in Kanada zum Tsil durch diejenige der Bereinigten Staaten beeinflußt wurde. Diese nahnl einen sehr wechsel'voll-en Beblaus. Zn Beginil des Jahres schuf hoher Bedarf der Eisenbahnen auib Japans bis zun: Frühjahr eine gute Entwicklung im Verein mit einer regen Bautätigkeit. Dann erfolgte sin Rückschlag, die Beschäftigung der Stahlindustrie sank von 95 Prozent aus 50 Prozent -ihrer Produktionsfähigkeit, und ihr Austrag-bestand -wurde der ui-edrigste seit dem Kriege. Dinkeu-oe Rohstofspreise schtvächten die Kaufkraft der Farn:er, der Export ging zurück, eine Depreffion, di« sich ineiner außerordeutlichen Geldslüssigkeit zeigte, und bis zum Herbst auda-nertc. Darm erfolgte, angeregt durch Kredite an Europa itnd steigeu>de Rohstoffpreise, eine neue günstige Wendung, vor allem durch steifenden Export nach Dvutschland. D'ie. Ausfuhr erreichte Rekordziffevn, auch der Jnsandsiilarkt besserte sich. Die Lage göstaktet« sich nach der Wiedevivahl Coolidstes zmn Präsidente-n, die oin-e Periode wirtschaftlicher Stabilität zu verbürgen schien, noch günstiger, so daß -das Jahr für Amerika mit einer sehr guten Konjunktur für alle Evwerbszwvig« abschließt, die auch die bisher kritische Lage der Textilindustvie gründlich geändert hat. Es besteht Aussicht, daß die Besserung!der Wirtschaft'slage, die das Jahr 1924 gebracht hat, im neuen Jahve weitere Fortschritte machen wird, durch die gemeinsame Arbeit aller Völker, deren' wirtschaftliche Bevbundenholt di« festen schlimmen Jahre aufs detitlichste gezeigt ha'ben. Die Rückkehr zu uorntale,: Zeiten wird aber wohl auch im Jahre 1925 noch nicht möglich sein. Ein wichtigster Schritt hiezu wäre die Angliedevultg des großen vussischen Rohstoffgebietes au die Weltwirtschaft, eine Voraussetzung, deren Erfüllung ganz von politischen Ereignisierr abhangt. Kein Rücktritt des Nationalbankpräsidenteu Dr. Reisch. In Präger Blättern ist seit >el»tigeu Tagen die Nachricht verbreitet, daß der Präsideut der Oesterreichischen Nati-oualbattL, Dr. Reisch, seine Demi ssion an geboten habe. Diese Nachricht wurde -auch von einigen Wiener Blättern übornornmen. Wie wir erfahren, entspricht diese Meldung nicht der: Tatsachen. Wohl hat Dr.!-1teisch soin-erzeit attläßlich der Verhandlungen über den Zinsfuß infolge des Kouslikts mit-dem Berater der Batik die Te-iitission angeboten, später jedoch di-ose Absicht über Jiuerveution '&cr damaligen Rogieru-ug fallen gelassen. Zurzeit ist an c-tn-cit Präfiden-temoechsel der Nation-albank nicht zu denken. Obligattonenausgabe der Berndorfer MetMwarenfaVrtts- A.-G. In der Geiter-alversammlu-ng der Berndorfer Metallwareufabriks-A.-Ä. vom 26. d. wird sin Antrag zwecks Ergänizunlg tlitd Aetiderung der Statuten eingobracht werden, dem zufolge die Gesellschaft zur Ausgabe von Terl-schubdvevschrÄbuuge» e-vinächtigt wird. Die Fusion der Karpathen Petroleum-A.-G. mit der Dadrowa. Iit der außerordentlichett Gon-er-alvovsanvinlung der Kärpatheil Petroloum-A.-G., die für den 23. d. ein6etaifeu ist, ivird der Antrag eiug.bracht werden, sich mit >den Gesellschaften Rasinerja Nasth Jedlicze Spolka Akehjna in Leutberg, Dzi-odziee Spolka Akehja Naft-owa, Datbvowo Naftowe,

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