Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 7 (1925)
- Issue
- Heft 2111 (5.1.1925)
- Date
- 1925-01-05
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IPbibb 20omwl Wien: Zum Abholen in der Expedition, II, Taborstr. 1*3, oder in einerVergchleisatelle (Trafik) monatl. K 40.00C Strassenverkanf in Wi e n durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. 8er. Wollzeile 11 Mit Poslveraand für - Oesterr. monatl. K 40 Tsche c li o-S I owa k r Mon. K 20. Jugoslawien Mob. DinaröO. Polen: Mon. 3*/» Zloty, Deutschland: Mon. Goldmark 4, F r a n k rH Belgien; Mon. Frcs. 15 IST N• eh * ■ h i u n s e# '1Ü bei Pr*Werhahmn*e» »orheheUe* Wiener orgenseitung | Prelq K 1400 | England: Mon,4Schilling, Italien: Monatl. 15 Lire, R a m 3 n f e n Mon, 150 Lei, Bulgarien Mon. BO Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Free. 4. Redaktion u. Administration Wien, I!., Taborstf.1—3i Telephone: 44-0*33,43-3-19. j AbüUHr abds.21-102,25-282j IX. Universitatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterrelchiaehea Postspar»• kassen-Konto Nr. 150.693 9tr. 2111 Wien. Montag. S. Sännet 1921 7. Aaljrgaag Weizmann bei Masaryk und Benesch. Massenversammlung in Prag. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Prag, 4. Jänner. Präsident Weizmann «nd Dr. Feiwel sind heute früh, von Wien kommend, eingetroffen. Sie wurden von dem Präsidenten des Jüdischen Nationalrates unter Führung des Stadtrates Dr. Ludwig Singer, von den Leitungen der jüdisch nationalen Fonds lolvie von der zionistischen Studentenschaft empfangen und stürmisch begrüßt. Am Nachmittag sprach Präsident Weizmann im großen Lucerna-Saal über die zionistischen Fragen. Es waren 4000 Teilnehmer erschienen, die schon auf der Straße den Präsidenten ak- Tamierten. Die Zionistische Organisation hatte gemeinsam mit der Polizei einen Ordnerdienst Ungerichtet. Die Versammlung verlief in enthusiastischer Stimmung «nd schloß mit der AVsingung der Hatikwah. Nach der Versammlung wurde Dr. Weizmann vom Präsidenten Masarhk «nd vom Minister des Aeußern Dr. B e n e s ch in Audienz empfangen. Nachmittags erschien eine Deputation der Prager jüdischen Vereine bei Dr. Weizmann. Abends nahm er an einem ihm zu Ehren von der Prager jüdischen Gesellschaft veranstalteten Festmahl teil und reiste sodann nach Brünn ab, wo Montag die Versammlung der Keren-Hajessod- ZeLchner stattfindet. Die Kntentenote an Deutschland Heute Ueberreichung in Berlin. Paris, 4. Jänner. (Havas.) Die Botschafter der Aliierten in Berlin haben die ihnen übersandten Texte der interalliierten Note betreffend die Nichträumung der Kölner Zone vergliche» und deren Uebereinstimmnug sgstgefiellt. Sie Unterzeichneten ein Exemplar, das der britisch« Botschafter Lor d d'Abernon in Gegenwart seiner Kollegen dem Reichskanzler Marx morgen mittags überreichen wird. Lord d'Abernon wird auf die Bedeutung des Dokumentes Hinweisen und bestätigen, daß die Alliierten nach beendigter Prüfung des Schlußberichtes der interalliierten Militarkontrollkommission eine zweite Mitteilung übergeben werden. Lord d'Abernon wird offiziös ankündigen, daß die Verbündeten die.Absicht haben, de« Wortlaut der Note am 6. d. zu veröffenlichen. Roch keine Regierung in Leutschland. (Giyendienst der „Wiener Morgenzevkuntz.) Berlin, 4. Jänner. Wie auS parlamentarischen Kreisen verlautet, «wird Reichskanzler Dr. Marx heute abends die Führer der bayrischen DoASpartei und voraussichtlich der Wirtschaftspartei empfangen, so daß in der Frage der RegieruiugMiVdavng AMchkreßendes für heute nicht zu.erwar ten ist. Im Kabinett dürften, außer Marx noch Höfle, Hefeler und Stresemann verbleiben. Zwei Sitze dürften an die Deutschnationalen, einer an die Stresemann-Partei fallen. Knttiker «nd Varmat. Berlin, 4. Jänner. Nach dem ,Lokalanizriger" haben die Rechtsberstände der Brüder Barmat. di- Haftentilaffungsanträge für ihre Klienten gestellt hatten, den Außenminister gebeten, sie zu empfangen, um d i e ganze Angelegenheit mit ihm zu besprechen. Die Besprechung dürfte voraussichtlich heute stattfinden. . In der Angeilegercheit Kutisker ist der Direktor der Osten-A.^G., Major a. D. Roth'e, ohne Kaution ans der Hast entlassen worden. Ei« Handelsvertragrprovlsorlum zwischen Leutschland und Frankreich. Paris, 4. Jänner. ES bestätigt sich, daß HcmdelSmintster Naynaldy dom Staatssekretär Trendelenburg den Enbwurif eines Handelsprovisoriums unterbreitet hat, da Mit dem Abschluß eines doutsch-sranzösiischen Handelsvertrages bis zmn 10. d. nicht gerechnet worden kann. Die Basis für ein solches Provisorium hat sich jedoch, besonders mit Rücksicht aus dir kürzlich veröffentlicht« Zolltarisnovelle, noch nicht findm lassen. In dieser Novelle werden für sehr viele Artikel, die Deutschland «mteresiieren, Mintmalzollsätze gefordert, die über das hinauSgehen, Was der augenblicklich in Kraft befindliche französische Maximalzolltaris vorschvetbt. Wie die Age-noe Havas rrrrtteÄt, wird die nächste Vollversammlung der deutschen und der französischen HandelSvevtragsdelegation erst dann stattfinden, wenn die Reichsregierung zu dem Vorschlag betreffend den Abschluß eines Modus vivendi Stellung genommen haben wird.! - Der polnisch-deutsche Handelsvertrag. Warschau, 4. Jänner. (P. T. A.) In den letzten Tagen hat im Ministerium des Aeußern eine Konferenz betreffend -die Bechandlungen über den polnisch-deutschen Handelsvertrag stattgefunden. Es wurde der deutsche Antrag angenommen, wonach die polnische Abordnung sich am 6. d. nach Berlin begehen soll, wo die eigenMchen Verhandlungen beginnen werden. Her Rnowlew-Brles. Ein Notenwechsel zwischen Chamberlai« und Rakowski. Moskau, 3. Jänner. (Nuss. Tel.-Ag.) Die Presse veröffentlicht die jüngst zwischen Ehamberlain und Rakotwski ausgetauschten Noten. In Beantwortung der Note der Sowjetregrevnng, worin der Perfon, die der englischen Regierung den gefälschten Sinclwjew-Brief Kugestellt haben soll, die ««gehinderte Ausreise aus der Sowjetunion garantiert wird, teilt Ehamberlain mit, die englische Regierung habe -zu ihrer Note vom 23. November nichts hinzugufügen. In der Antwortnote voni 2. d. erklärt Rakowski: In Anbetracht des Umstandes, daß die englische Regierung durch ihre Weigerung, den Vorschlag der Sowsetregievung anzunchmen, wonach die Untersuchung der Frage der Herkunft des gefälschten Sinowjew-Briefes einem unparteiischen Schiedsgericht zu überlassen wäre, die Unmöglichkeit für sich bestätigt hat, die Beschult» igungen, die an jenen Brief geknüpft wurden, zu beweisen, betrachtet hie Solwjetregievnng den MeimmHsa Umtausch in dieser Angelegenheit für erledigt. Bei einem Presseem'pfang erklärte Tschitscher in nach Erörterung der Angelegenheit des Sinowjew-Bri^fes, die englischen Vertreter in allen Staaten des Westens und des Ostens feien heute die Haupturheber der feindlichen Politik gegenüber der Sowjetumon und die Quellen falscher Nachrichten über die Sowjetrepubliken.. Die Sowjetimion, die sich die Entwicklung friedlicher Beziehungen zu allen Staaten und die Sicherung des Weltfriedens MM Ziele gesetzt habe, Vorhalte sich solchen Handlungen unfreund'chaftlicher Politdk gegenüber ruhig. Sie betone vor aller Welt, daß durch die'Weigerung der englischen konservativen Regierung, den Vorschlag auzunehmen, wonach di« Briefangelegenheit vor ein Schiedsgericht zu bringen wäre und der Urheber der Fälschung straflos bleiben solle, ein schlagender Beweis für d'e Rechtlichkeit der Sowjetregievung erbracht fei. Horthd bereitet eine« Ratsch vor. HejjaS will Bethlen stürze«. Budapest, 4. Jänner. Wie „Pefti Kurier" berichtet, hielten am 1. und 2. d. die Organisationen der Erwachenden^ Ungarn geheime Sitzungen, wi denen beschlossen! wurde, die Regierung Bethlen Mr Demission zuzwingen und die Staatsverwaltung nach faszistischent; Musterzu übernehmen. Diktator soll«i diesem Falle| Ivan HejjaS werden. Der Putsch soll im Auftrag und zum Schutze Hör-! thy s durchgeführt .werden, der sich durch die Borsbeveitun-j gen der Legitimisten zur Einreise der K ö n i g s d y n <t ft t c j. bedroht fühlt. Die Stimmung gegen Hort Hy ist! durch die Werkmannschen Enthüllungen! außewrdsnEch verschärft worden. Die khristlichsozialen und die Ddmftie. Wir haben berichtet, daß die chrisMchsoziale Partei die, Frage der Konfiskation des Vermögens der HabS-i burger durch eine Spezialkommissiou überprüfen laßt.. Dieser Beschluß hängt damit zusammen, daß die Exkaiserin! Zita mit ihrer FamMe demnächst nach Ungarn' übersiedeln soll. Die Sozialdemokraten «nd die Großdeutscheu kündigen di« schärfste Opposition gegen jriteu Der-, such au, die Konfisrations- und Ausweisungsgesetze zu! andern. Stalle« gegen die Restgmatio«. Budapests 4. Jänner. Der italienische Abge-, ordnete Dr. Ernesto Bellonk äußerte , sich einem Mitarbeiter deS „Pestt N a p l o" gegenüber tu einem Interview über die Frage der Habsburger Restauration in Ungarn. «. a.: Trotz aller Sym-j Pathien für Ungarn müsse er zu seinem Bedauern er-, Aare», daß die Betätigung ungarischer Nationalisten, ei«! Mitglied des Hauses HaVSburg auf den Thron des heilige« Stephan zu setzen, die internationale Situation, über den Haufen werfe» würde. Italien, habe alle Ursache, die Aufrechterhaltnng der! Rnhe in der derzeitigen europäischen Situatton zu wün-, schen, da seiner Ansicht nach die Habsburger-Restauratton! in Ungarn einen Konflikt mit der Slowakei, Rumänien und Jugoslawien herbeiführen würde. Für Italien würde diese Restauratton in F i u m e, T r i e st und den anderen durch den Friedensvertrag in den Besitz Italiens gelangten Gebieten infolge der deutschen und slawischen Propaganda alles in Brand setze» und, unabsehbare Konsequenzen nach sich ziehen. In diesem' Punkte können wir daher mit den ungarischen Nattonalisten nicht übereinsttmmen. Mussolini mobilifiert. Ae Sittatat des Farzismus. Rom, 4. Jännev. Die öffentliche«, und politischen Kreise in Jtnlien Worten gespannt auf die von Mussolini angekündigte Klärung der Lage innerhalb von 48 Stunden. Man weiß noch nicht, welche politischen Regierungsmaßnahmen diese Klärung herbeiführen sollen. Die Opposttionsparteien befürchten eine verschärfte Diktatur und ihre extremen Organe sprechen sogar vom Beginn des Belagerungszustandes. Tatsächlich liegen bereits ernste Anzeichen für diese Politik vor. Sofort nach der Kammertagung haben sich nämlich der Ministerpräsident, der, Innen- und der Berkehrsminister sowie derj Generaldirektor des Sicherheitsdienstes versammelt und beschlossen, ein Kontingent! der Cifenbahnmiliz zu mobilifierenunddieWachsamkeitlängsder LinienundaufdenBahnstat io neu zu verschärfen. Jeder Sabotageversuch