Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2106 (31.12.1924)
- Date
- 1924-12-31
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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fT*' u' > 1; h " .. "»wuumi j jljii i «j «u4um«i 4 Sette 8 Wien. Mittwoch Wlenev Moraenzeltunft. 31'. Dezember!92l Nr. 9108 Bühne und Kunst. Las Andrnke» Hugo Zuckermanns. Anläßlich des.zcihutLn Todestages von Hugo Z.u ck e r- Mckl n u werden' irr Wien die engsten Frounde des so fimh verstorbenen Dichters wird BorÄnnpsers der jüdischen Erneuerung eine Gedenkfeier veranstalten. Zeit, Ori und Prograiimn der Feier wird noch bokanntgsgoben werden. In Meran beding nran das Andenken Zuckevin-ardirs in feiner Weise durch Einleitung einer Scum-mlung für den Jüdischen NatiaMfonds. Z,uäcr.ina.idn, der in den letzten Icthren von Ausbruch des Krieges in Meran setzhasi war, hat sich bekanntlich um die Gründung einer sÄbständigeit Wischen KuNuSgoinoinde in Meran sehr verdient gomackü. Aus dm Theatern. Bnrgtheater. Morgen. 2 Mir nachmittags, „A l t- H e i d e l b e r g*, 7 Ubr abends „Anna K a r e n i n a*. Akademie t b e a 1 e r. 'Morgen, 3 Uhr nachmittaor. *2 tt a 11 * y Street* („Im Allen Gaßchen*). Vz8Mr abends „D i e D a m e tn \ t b e m S ch e i d n n q s g r u n d". Bolksoper. Heute. 7 Ubr abends, i e schöne Helena. — Morgen, 3 nachmittags, „La Traviata", >/,8 Ubr äbends „D er Z i g en n e r l a r o n*. Carl-Tbeater. Mrgen Donnerstag nachmittags »D e r R a st e l b i nd e r*. Tbeater in der Jolesstadt. Morgen, 3 Uhr nachmittags. ..Prinzessin Husckewind". Freitag V,8 Uhr abends, Ersiauffühnmi der dreiaktigen Komödie ,.D e r Weg nachDov er*, von A. A. Milue, deutsch von Helene Richter. Raimund-Theater. Heute, 10 Ubr obends, Ra chtvorstellung mit Tilla D u r i e n rals Dileule, ferner Annemarie & t e i tt f {t ä und Hugo Werner-Kable m einem lustigen Sketch, bierauf „D e r M ü l l e r u n d sein K i » d* von Karlbrinz M a r t i n. Moraen, 3 Ubr nachmittags, »Der Feldherrn Hügel*, 7 Uhr abends, „Franziska* Jobann-Strauß - Tbeater. Die heutige Vorstellung von „P u ß t a l i e b ch e n* beginnt um Va8 Uhr abends. Bürqertheater. Die heutige Vorstellung von „R ev a n ch e* beginnt um 7 Uhr. Am 1. Md 4. Jänner 3925 um 3 Uhr nachmittags „D a s D r e i m a.b e r l h o u s". Dienstag den 6. Jänner 1925 um 3'Uhr nachmittags „Der gestief e l 1 e K a i e r*. R e n ai s s a n c e b ü b n e. Die heutioe Vorstellung beginnt um 8 Ubr mit einer Aufführung des. Schwankes „Einquartierung*, auf die eine große Akademie folgt. Hernach wird das Publikum ans'der Bühne tan;rn können. In den Foyers ist bas Rauchverbot aufaeboben. Gewöhnliche Abendvreise. Robert -Stolz -Bühne, Heute, 7 Uhr abends, unter versönllcher Leitung des Zomvonlsten, zum IM Male die Stolzsche Operette „E i n M i v i e ra t r a u m* („Das Fraudem aus tausendundeiner Nacht"l. Für die>'e sowie die weiteren Vorstellungen wurden die Preise um die Hälfte herabgesetzt. „Sommernachtstraum" im Burgtheater. Das B n r gi b.e a t e r bereitet, als. nächste Klcmikeraufführung eine vollständige Reut» ' z e n.i e t u n'g und e u e t n.fi u d i etnit(i von, Shakespeares „E in S o m m e r n a ch t st r.a n m* vor die lh n d e I 5 n n e r heranskommen wird Die Lenbach-Galene. Der Stadtrat von München hat die LenbachsckM Antvei'-en^ in der Luisen- und Richackd-Wagner- Stvoße evwouben. rffrau v. Lenbach hat der Stsdtgemernde die Nerrous wertvolle Len buch s che Galerie geschenkt. Die Stadt beabsichtigt rrunmehr, eine städtische Galerie »u errichten, in der WerLe von Münchener Künstlem ausgestellt werden sollen. Der sensationelle Rembvandt-Fund. Bor eiBger Zeit wurden durch Zu-fo-ll unter Hamskram in einer Londoner Baük R em>b r an-difch e Radte rnnge n avj^chumden. Der kvWcwe Fund kam unter - den Hammer und die Versteigerung hatte ein bsmevkenswertss Er^ebniis. Der GsscvmteMsder Radierungen beläuft sich ans 44.172 Pfund Sterling.' Den R ekordpreis von 37M Pfund erbrachte der ErstabWg der Poträtradierurrg des Avnoldus Dholins, die von ernvm großen Londoner KwnsthäMer erstanden wurde. Die,MoDwage" er- Mte einen Preis von 1732 Pnmd und die .Müdlschast mit der Turmruine" wurde für 966 Pfund vevkaußt. . Futuristische Reform der Denkmalkunst. Der Mailmtder Futurrstenkanr'-reß, der kürzlich tagte, hat sich unter anderem minder Frage doschäftiat. wie DewömäÄer bevLhmter MÄiner chusifchen und aus wellchem Material sie heroesielkt werden mmt. Die Futuristen haben sich dafür aus-oespröchen, daß die DenckmÄvr aus demifenwen Stoff bchchen müßten, in dem der W JrLae kommende gvoße Mann sich ausgs^ichnLt hat. Für Avmstrvnq käme danach -ein Denlkmal aus Stahil in BstrachL, £‘~i Edison eines aus Licht, für Pirelli eines ans Gummi. „Ob s Denkmal für d'Annuncio.aus Papi-rr bestclhrn soll, verriet 'ws der Kongreß nicht," fetzt ein witziger Berichterstatter hinzu. Die Jagd Ms Katzen. Anfangs Mai hatte der Schrift Lietzsr Johann F r i.c ß die Anzeige erstattet, daß der KaD mann Dr. Zifferer ,eines Tages ge,gen 4 U-'hr früh vo ^em Fenster s-srner im 2., Stock gelegenen Wcchniung in de IV“'“«d VW •VT^US-VC(ül|«;i» -JVf T OjMClUÖUJl, Win |IC g! hörte, laufen und stand dann plötzlich unr. Nach den polizeiliche Erhsbun;?en soll Dr. Zifferer, -wie er selbst wiederho von seiner Wohnnng aus ans einem F Zaubert ge weh Bvn Schutze der Singvögel, denen die .Katzen im Garten naa pellten, aus letztere geschossen haben. Dr. Zifferer hätte ft We>§M Gefährdung der körperlichen Sicherheit ur wegen boAhasier Beschädigung fveni.den Eigentums, beringe durch Abschießnng' der Katze, vor 'dem Oberlandesgerichtsr-l Dr. Weiß verantworten sollen. Der Rechter lehnte ji doch die Einleitung eines Strafverfahrens alb, da nach Ar stcht des^Gerichtes ein strafbarer Tatbestand «bei Haupt nicht vorliege. D'r sta-atsaMvEfchaftliche Fu-nktionc schoö gegen den Beschluß des Richters die Beschwerde a das Landesgericht, welches der Beschwerde stattM und dei Richter die Durchführung der Verhandlung in der" Rich-tüno d< prwmhnten Anklage gegen Dr. Zi'ferer a-uftrug. In der gsster tdurchgosührten Verhandlung'Wblärte Dr. Zifferer, daß er, ctl wieder in feinem Gar-ten, eine' Amsel durch eine Katze aei fg schreckt wurde, von dem Fenster seiner Wohruun)) aus in de Garten geschossen habe, um du.' Katze zu verjagen oder am zu treffen. Er habe sich vorher genau st brr^eugr. daß Luv das Schießen keine,Person gefährdet werden könne. Tc Augarteninspektorat hatte die die^bt-xügliche Anfrage des Gi richtes dahin bsantworti^t, daß--tatsächlich die Singvögel durch eine große Zahl wild hevunffauseuder Katzen in ihrer Existenz bedroht werden uüd daß zum Schutze der SingvöM im Augarten d-ie Katzen zeitlich srüh von Wachebeamtdn und anderen A m t o r g a n c« a b ge schossen werden. Das I'nsipoktorat der Stadtgärtcn hatte dem Gericht eine Auskmnff dahin erteilt, daß in den einzelnen Pavbaüvla'gen zum Schutze der von den Katzen bodrohten SingvöMl Fallen ausgestellt werden, in denen sich die Katzen/fangen, die dann -dem Wasennreistvr übergeben werden. Der Hausst'forger Jos-sf Spielvogel batte als Ersah für die erschossene ' Katze einen Betrag vcn 170.000 K. verlangt. Der. Richter sprach den, Llngeklagten, von jeder strafbaren Handlung frei. In der B-egvünd'Mg führte der Richter aus, daß eine. Bestimmung, die.das Abschießen von ' Katzen gostat-tat. z)var nicht besteht, daß aber, wie aus der Anskil'nft der gemnntett Gartenmspektorate heworincht, die Katzen als Raubtiere schädlich -und .zum Schutze der. Singvögel tatsächlich abgoschossen werden. Ob der Angeklagte für das Abschüßen, der Katze zivilrechtlich haiftb-ar ist. ist vom Sirc>fg^richt nicht zu entlschci-den. Der. staatSouwÄtischastliche Funktionär meldete gegen den Freispruch die Berufung an. Bom Zuschauerraum in den Kerker. Unter eigentümlichen Umständen ist im vergangenen Sommer eines des Taschendiabstahls verdächtige Framensperso-n der Kriminalpolizoi in die Arme gvlausen. Eines Tages erschien nämlich der Krim'mÄbeamte Benda im Landesgevicht 1 m der Alserstraß-e tzur Zmgenschaft in einer BerhaMung gegen den, Taschendieb Langer. Auf dem Korridor Migie er dem Saalauiffchen Boda- -neccky die Photographie eiurrr iun,p.n Frau und bemerkte: ,Die suchen wir jetzt. Bor acht Tagen hat sie mff der Metrischen eine Uhr gezogen." BaA) nach diesem Gespräch bemerkte der Saalaufs-eher unter den vor einein Saal, a-ngesain-- uv-lten Kiebitzen eine junge Person deren Aehnlichk-eit mit der ihm eben erst vorgewiesenen Photographie srappa-nt war.^ Bodaneccky verständigte das Hauskomniffsariat tm Laivdesgericht, es wurden Wachorgarte entsendet und die Verdächtige verhaftet. MM erkamvte tn ihr die Wpuchte Diebin, es tvar dqin Kwupina in . Polen geborene und dahin zuständige Wjährige angebliche Modistin Jolan Berger. Sie, war im Gerichtsgöbäude erschienen, als gegen ihren Kompiliqen^.den 24jährigen LÄiislans Langer^ der mi-t ihr Taschendidbstähle verübt haben soll, die BerhaMm-ng durchgvführt wuvde. Das Verfahren gegen Langer wurde abgebrochen. Vor einigen Wochen wurde das Paar einem Schöffenslenat unter Vorsitz des Hofrates Dr. W ü st i ng e r aus der Hast vorgoführt. Die von Staatsanwalt Dr. R e it i n g e r vertretene - Istvklage legte' ihnen drei Daschendvrbstähle «ms der Straßer.ibahn zur Last. Beide Angeklagten leugneten, einen Diebstahl verübt, zu haben. Der Gerichtshof erkannte die beiden Angeklagten des Verbrechens des Diebstahls und der Uebertoetung der verbotenen Rückkehr schuldig und derurreilte Ladislaus Langer zu zweieinhalb Jahren und Jolan BergerM acht Monaten schweren Kerkers Langer rief bei der Verkündung des Urteils nrit erhobener Stimme: „B.'im Grabe meines Vater schwöre ich, daß ich unschuldig bin." — Bors, (unterbrechend: Zu solchen, Ausführungen ist jetzt keine Zeit, ich kann mich mit Ihnen in keinen DisKurs eiulässen. Sie haben M erklären, ob Sie die Strafe annehmen oder nicht. — Langer meldete hierauf die Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an. Jolan Berger hielt sich Bedenkzeit offen. „Mit solchen Leuten werden wir Hakenkrenzler noch fertig werden!" Der Kaufmann Artur Grab trat gestem brun Strafbezivksgericht 1 als Privatklayer gegen den Tvafikver« schleißer Imaz Bachlechner aus.,Der Beschuldigte hatte mv'mtgs Oktober im Geschäft des Klägers eine kleine Nervatur an einem Rasierapparat vornehmen lassen. Als Bachkcchner den Apparat abholen wollte und Herr Grab ihm bedeutete, ex möge etwas später kommen, da die Reparatur noch nicht ganz fertig fei, erging sich Bachlechner nach Inhalt der Klage' in den heftigsten Deschimpfmdgen und Schmaqmngen Mgen den Privatkläger. So vivf er ihm in Gegenwart nvchrerer Personen zu: „S«ie Zugereister, Sie Betrüger. Sie Gauner. Mit solchen Leuten werden wtr Hakenkrenzler noch fertig werden!" Als Harr Grab den chm dem Namen nach unbekannten Kunden beruhigen wollte, rief ihm Bachlechner weiter zu: „Solche Schwindler kennen wir - schon. Die kommen aus G a l -tzien her, um uns zu betrügen. Die sollte man austosofen. Herr Grab brachte, da sich Bachl-echmr dann nicht mchr i-m Geschäfte blicken ließ, zunächst^ gegen' urf&efomtte 2dter etrte EhvenbLleidigunMlaM ■ ein. Nach Ablmuf von sechs^Wochen schien Bachlechner in der Annahme, wegen Verjährung nicht mehr belangt werden zu können, wioder im Geschäft des Herrn Grob, um den Rasierapparat.abzuholen. Boi dieser GelctPnh:üt stellte Herr Grab den Namen des Beleidigers fest und gab chn dem Gericht bekannt. In der gestern vor dem Landesgerichisrat Dr. Arie durchgeführten Verhandlung erklärte der Verteidiger des nichterfchrenenen Angeklagten unter - Vorlage eines Zi.ugnisses der Jnivarli-denenffchäidigunlMommission, daß ftin Klient infolge eines im Kriege erworbenen schwären Litngenleidens über 75 Prozent Kr-ieasinvalide, .sehr leicht reizbar sei und daß er im Zustand der Erregung im Geschäft des Klägers arg g> schimpft habe, chne sich icdoch an..me einzelnen Worte erinnern zu können. Der Derteudlger erklärte auch, daß fein Klient zu errver umfassenden ElvffchtuditMvg be? veit fei. Der Klagevertreter betonte, daß sj.'iin Kbient auf der Bestrafung des Angeklagten bestehn müsse, zumal letzterer erst por kurzer Zeit gegen den Klager eine vollkommen grundlose Anzeige wegen Preistreiberei eiftattet habe. Der Richter verurteilte den Beschuldigten ten vollen Umfange der Klage unter Anwendung äußerster Milde zu einer Geldstrafe von 6V0.000 K.» eventuell zu fünf Tagen Arrest., In. >der Urteilsbegründung führte der Richter ans, daß es sich hwr uan euvrn M-nz arundlofen, sehr brüsken und brntailen Angriff des Angeklagten auf die Ehre des Klagers gshandelt habe, welcher Mmiff mit einer empsiM-ichen Arvesfftrase ge- -uhndit werden sollte. Nur mit Rücksicht auf die befcherntgte schwere Krank heit des Beschulldigten wurde noch mit einer entsprechenden Geldstrafe vorgegangrn. Das Urteil wurde rechts- Lräft'iig. Verkommen. Der Wjähriae Josef Eckstein ^hat mit 1« Jahren den ersten Dühstchl verübt-, seither wurde er oft r-üchämg. Gestern stand er wieder vor dein Ei-wKelrichter OberlMdesgerichtsrat Dr. Hummel wagen verschiedener Dlebe- Deien und Betrügereien. Einer der Betrogenen, der 64jcryriiZL Bahnbedisnstete August H o ch l e i t n e r,. der Eckstein aus Mitleid bei sich ausgenommen und ihm in der Schretbergartenhütte Unterstand gewährt hatte, schilderte drastisch,, wir er den Eckstein Mn Geständnis brachte. Bor jedem Faktum habe .sein; Sohn dem Eckstein eine kräfftige Ohrfeige versetzt. Einer alten Arbeiterin hat Eckstein 40.000 K. h.-vausgswckt unter der Vorgabe, er werde sie in eine Organisation emschreilben lassen. Auch ihre Dokrmiente hat sie ihm anvertraut und, nicht..m>chr von ihnt zurückerhalten. Ein weiteres Opfer war die 33jahvlge geschicden^ Rosa S. Sie hat ihn aus Grund einer Heiratsannonce kennenigelernt. Er hat sich bei den Eltern der Frau einquärtievt, sich als Privatbeamter ausgegdbrn und im Laufe der Zeit den Leuten Schuhe und sogar zwei Spielballen, dte dem Kinde der Rosa S. gehörten, a-bgffchwindelt. Eikste-m wurde zu sechs Monaten s-ch^weren Kerkers ver» Ler neue glettende Solltarlf. Das Muster einer verschrobenen Verordnung. Gestern wurde -int Hauptausschuß die Getreidezoll« bevordnung iw Beratung gezogen. Nach dieser wird be>« kanntlich der Getreidesoll rrach den geltenden Getreide - Marktpreisen festgesetzt.- ' > - Die Verordnung hat folgenden Wortlaut: ' § 1. Der Ermittlung des halbmonatigen Durch« schmttsprerses für Weizen sind d'.e amtlichen Notier u n g e n der B ö x f e für landwirtscha-stliche Produkte in Wien für Weizen, soweit sie,sich auf solchen europäischer Hevknnft beziehen und ans österreichische Kronen lauten, einschließlich Warenumsatzstener, zugrunde zu legen. Zum Zwecke der Berechnung des Durchschnittspreises sind sämtliche -in Betracht kommende Notierungen der Vergleichsperiode zu summieren und die Summe durch die Anzahl der Notierungen zu dtvidreren; sofern die Preise einschließlich Zoll notiert sind, ist der Zoll vorweg m Abzug zu bringen. 8 2. Ans Grund dieser Notierungen hat das Bundesministerium für Finanzen im Einvermhmen mit dem Bundes-m.inffti'rium für Laitd- und Forstwirtschaft am 26. und 10. jedes Monats den sich für die vorangegangene Halbmonatszeit (10.' bis 25., be;:?-hnrigsweise 26. bis 9. des folgenden Monates) ergebenden Durch sch n i t t s preis zu ermitteln ünb den hienach entfallenden Zoll ftstzustellen. § 3. 1. Der fsstgestellte Zoll hat für den Zeitabschnitt vom 1. bis 15., beziehungsweise vom 16. bis zum Monatsletzten Geltnngi ' 2. Ergibt sich ans Grund dieser Ermittlung kein« Veränderung im Ausmaße des Zolles, so bleibt der ernnttelte Zoll so'lange in Geltung, als nicht eine Abänderung erfolgt. 8 4. ’1.' Wer sich die Anwendung des im Zeitpunkte des Kaufabschlusses geltenden Z.llsatzes sichern will, hat diese Absicht spätestens am fünften Tage nach Vertraaswöschluß anzumelden rmd gleichzeitig oder längstens binnen weiterer fünf Tage den über den Kauf ausgcfertigten Schlußbrief nebst ^.ner Abschrift desselben oder eine beglaubigte Mschrift des Schlußoriefes vorzulegr-n. 2. Die Anmeldung hat nach WahL des Einführenden entweder bei jenem Zollamt, bei dem die Verzollung beabsichtigt ist, oder beim Zolloberamt in Wien zu erfägem, 3. Glerchzeitig mit der Anmeldung ist der dem entfallenden Zoll entsprechende Betrag bar zu erlegen oder durch Erlag von zur Anlage von Mündelgelder« geeignete» Wertpapieren oder durch Solidarhaftung zweier vertrauenswürdiger und zahlungsfähiger, im Inland protokollierter Kausteute nach den Bestimmungeu der Zoll« stundungsordmmg sicherzustellen. Bon dem Zolle plag oder der Leistung der Sicherstellung sind diejenigen befreit, von denen dem Ausfertigungsamt zuverlässig bekannt ist, daß sie ein dem entfallenden Zollbetrag hinlänglich deckendes Vermögen im Inland besitzen. § 5.1. Die Ware selbst muß innerhalb zweier Monate nach Vorlage des Schlußbriefes unter Beibriwgung der zollamtlichen Bestätigung übe:rdie Anmeldung, der Fvachtdockumente und der Fa-ttuven, auS welch letzteren die Zugehörigkeit zu dem angemetldeten Geschäftsabschluß hevvorgehen muß, zur Verzollung gebracht werden. 2. Die AnwenldMg des durch die Anmeldung gesicherten Zollsatzes erfolgt nach Prüfung und richtigem Befund aller erforderlichen Belege in der Regel unmittlbar bei der Zollabfertigung. Auf Einschreiten d^s Anmeldenden kann jedoch auch die nachträgliche Anwendung des gesicherte» Zollsatzes auf zunächst bei belie-bigen Zollämtern zu dem jeweils geltenden Zollsatz, term'wzemätz abgefertiate Teilsendungen im Wege der zentralen Mrechnung beim Zoll- ÄberaM in Wien gcstattet werden. § 6. 1. Der erlegte Betrag (§ 4, Absatz 3) verfällt oder ist Lei sonstiger Realvsierung der Sicherstellung binnen acht Tagen einzuzahlen, wenn entweder der nachträglich vorgelegte Schlußbrief mit der Anmeldung hinsichtlich de- Tages des Kaufabschlusses, der Lieferfrist und der Menge nicht übereinstimmt oder wenn die Ware nicht innerhalb der vorgeschriebenen Frist (§ 5, Absatz 1) zur Verzollung gebracht tvird. 2. Der Verfall des erlegten Betrages oder die Realisierung der Sicherstellung unterbleibt, wenn die Ware vor der Verzollung infolge höherer Gewalt zugrunde geht. Der Nachweis des Zugru-ndegehens der Ware infolge höherer Gewalt obliegt dem Anmeldenden. 3. -Der Verfall de's evleg'ten Betrages oder die Realisierung der Sicherstellung Lann vom Bundesministerium für Finanzen nachgesehen werden, wenn die Ware wegen Nichterfüllung oder wegen verdateter Erfüllung durch den ausländischen Lieferungspslichtigen nicht oder nicht rechtzeitig zur Einfuhr gelangt ist.!„Mener MorgenzeitMS".