Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2105 (30.12.1924)
- Date
- 1924-12-30
- Page
- Seite 3 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. Aw Men. MenSkatz per Pudatzester ßtzreumam. L!e Aeutzerungen Karls über Horthy dokumeütarisch. Die Korrespondenz Herzog -schreibt: - Gegenüber der Erklärung fo*3' ungarischen MinistevPrÄsidenten Grasen Bethlen, «wonach die von Karl Wer k m a n n vorgelbrachte ' Darstellung: „Die letzte Begegnung zwischen dem verstorbenen König' und dem ' Reichsverweser" zum überwiegenden Teil erfunden und Werkmaims Darstellung nur sin Berfuch fei, die. allgemein.geachtete Persönlichl'eit des Reichsverwesers Horthy, herabzusetzsn, teilt Karl W e r'ikma n n mit: Ich stelle gegenüber diesem Versuche, das Gewicht der erwähnten Darstellunga-bzuschwächen,. fest, daß sie, wie schon der Titel -des Buches: „Ans Kaiser Karls Nachlaß" deutlich sagt, keine Werkmannsche, sondern die dokumentarisch» niedergelegte Darstellung des König'sist.- Aus aller Wett. Bukarest, 29. Dezember. In einem Hafenmagazin in Braila wütet ein Großfeuer.. Der Schaden wird bis jetzt auf mebr als siebe n Mil l i o tt e n. Sei geschah Im Petrolenmgebiet von M o r e n i ist ein B r a n d ent standen. Der Schaden beträgt mehr als f. ü n f Millionen Lei. - Bukarest, 29. Dezember. In der Gemeinde Mozaceni haben Baue r n. die der Kalenoerreform nicht zustimmen wollten, am ersten Weibnachtsfeiertag den G o t t e s d t e n st g e st ö r t und den Priester verprügelt. Die sieben Haupträdelsführer find v er kästet worden. Bukarest, 29. Dezember. Zwischen Temesvar und Karansebes wurde ein Lastzug durch Räuber geplündert^ Da die Umstandedes Raubes , den Verdacht auskommen ließen, daß sich das P e rs o n a l daran beteiligt habe, wurde da» gesamte Zugsbegleitpersonal verhaftet. New-Aork, 29. Dezember. (Tel.-Komp.) Emesto. T o r ch i a, ein bekannter italienischer Rechtsauwalt in Los Angele S (Kalifornien), öffue'e am Weihnachtsabend verschiedene Pakete, die Geschenke enthielten. Plötzlich exp l o die r t e ein Paket, das, wie die svätere Untersuchung feststellte, eine Höllenmaschine enthalten hatte. Der Rechtsanwalt wurde durch die Sprengstücke so schwer verletzt, daß er bald darauf st» Cvital st.a.r b. Es bandelt sich. um. einen Racheakt.- New-Aork, 29. Dezember. (Tschech.-slow. . Preh-Bur.) Gestern hat hier ° die Trauung des . Legations rares Jan M a s a r y k, des Sobnes des Präsidenten der tschecho-slowakischen Republik, mit Franees geborenen C r a u e stattgefunden. NeW'Aork, 29. Dezember. (Wolfs.) Die berühnrten Vergrckgungsstatten von Coney Island wurden heute nach-, mittags durch eine. Feuersbrunst mit Zerstörung bedroht. Das Feuer brach. in einem Seitenweg aus und grist bald, auf den ganzen Block über, bevor die Feuerwehr eintraf. Die flammen stiegen hoch zum Himmel empor und konnten auf weite ntferMNg wahrgensmmen werden. Das Feuer konnte schließlich gelöscht werden, nachdem eS eine R e i h e v.o n G e b ä u den zerstört hatte. Bier große Badehäuser und vier Billen sind vernichtet worden. ' . ' , New-Aork, 29. Dezember. Wie aus Tokio gemeldet' wird, sind bei risiem Brand, in .einer^ P r'i v a ti rr ena nst a l t. die 348, Geisteskranke beherbergt. >Y ie l e P f l e -glinae umS Leben gekommen. Bisher wurden 18 von ihnen älsL eichen aüfgesunden. 108' w e r d e n v e r- «ißt. DaS Feuer hat auch auf ' die Nachbarhäuser übergegriffen. von denen 50 eingeaschert wurden.. Tokio, 28. Dezember. t Durch die .Explosion in O t a r u, welche darauf zurückzuführen ist, daß im Bahnhof ein Behälter mit Dynamit zu Boden siel und 86b andere Behälter mit Dynamit zur'Explosion, brächte, entstand im Häfen ein großer Brand, der den Bahnbof, die Kohlenlager und Warenmagazine sowie die benachbarten Gebäude zerstörte. Fünf z i g Personen wurden getötet, sünfz i g schwer und 280.leicht verletzt. Wiener Mor§enzesfuiift. 30. DezsmVerM4 Gelte Saukuw i» Sutareft. Bukarest, 29. Dezember. (Orientradio.) Der bulgarische Ministerpräsident Zankow ist heute früh hier eingetroffen und wurde im Bahnhof vom rumänischen Außenminister D u c a begrüßt. Zankow hatte nachmittags eine U n t e r r.e düng mit dem Ministerpräsidenten B r a t i a n o und dem Außenminister D ü e ä. Ser »«chdrmktkreik in der SlowaM beendet. Preßburg, 29. Detzemiber. Dschecho-flow. P-Hihrlreiam) Der, schon wochenlang dcmernde Könftikt im' B«chd'r«Sorg-ewerbe in der Tschecho-Glowakei wurde nach vorhergsgangenen Beratungen durch ein Uebewinkommen beendet, ans Grund dessen die ArbeitersHast in den Buchdruckeveilen der Slowakei im ganiM Umfang den Prager Tarif mit der Ausnahme annimmt, daß die Arbeit-gelber den jetzigen Urlaub der Angestellten und ihre Lohnsätze bis 1. April 1925 in Geltung lassen. Der neue. Vertrag'M für fünf I ah r e. Die Anbevr wird morgen.'wieder ausgenommen..: > -l Die krhöhung der Personen' und Das.'Bundesgesetzblatt VM 30. Dezember verla-utbart eine Verordnung des Bundssmimsteriums für Handel und Verkehr, womit die Grundlagen des Personen- und Gepäcktarifs der österreichischen Bundesbahnen und der für Rechnung des Bundes betriebenen PriHatbahnen mit Gültigkeit vom 1. Jänner 1625 ne-n festgesetzt 'werden. Danach werden die Fahrpreise für die einfache Fahrt in der 3. Klasse der Personen- und. gemischten'Züge. Mr alle Strecken auf Grund der nachstehenden Einheitssätze für die ' Person und den, Kilometer unter Berechnung für das Zonenende gebildet: 1- bis 16 Kilometer 50 0 K., 17 bis 70 Kilometer 4 00 K., über 70 Kilometer 3 0 0 K., alles s einschließlich Fahrkartenfteiu-er. Die /bisherige Kilometerzoneneintei'lung wird ' unverändert berbehalten. Die nach diesen Einheitssätzen zu ernvittelnden ' Fahrrpreise' werden erforderlichenfalls in der Weise auf die.nächsten durch Taufend ohne Rest teilbaren - Beträge aeruNdetz. daß DeilLeiräge unter 600- K. stillen gelassen, Teilbeträge -tarn 500 K. angefangen als.1000 K: gerechnet werden. Für' die Benützung . von Schnell- und D-Zügen werden in der 3/ MiffeÄachstehenbe Zuschläge ein'schließsich FährkähteMteuer zünden Fahrpreisen für die 3, .'Kläffe der. Personen- oder g-emffkhteu Züge eingehoben: 1 bis 60 Kilometer '10.000 ft;, 51 bis 100 Kilometer 2 0.Q0 0 K., 101 bis 200 Kilometer guschrifte« a« die Maktio« fo«ie unverlangt einiangenden Manuskripte« wolle mau stets Rückporto beilege«, La sonst eine Leaurwortuvg, beziehungsweise Rücksendung nicht erfolgen kann. 30.000 -ft;, 201 bi's 350 Kilometer 40:000 K., 351 bis . 600 Kilometer. M.WK <. KZ.»Lber^ Mb Kilometer 80.000 K. DiFWWiejise;'M MMHerden ^urch Verdoppelung^ d'e "MyrstelsKlafft durch Dordreifachung;deI, M)e,...die Lhtreffende 'AMgattung-. gültiM FahrPrM/3.'-Maffe Mil6et. %vb Dia VeroldmMg/entWt"fermr. die.//Befövderu'Ngspreise für Hunde, Na M'WMngKpreife''.für. Reisegepäck, Expreßgut und Hawdgchätk sowie die' Bundesbahnzüschläge für "die Liechtensteinsche Strecke und die Bofövdemngsgebühr Ai-Benützung von Luxüszügen. ' , * Im heutigen Bundesgesetzblatt wird ferner eine Verordnung des Bundesmiwisteviums für Handel und Verkehr werlautbart, womit die Grundlagen des Gütertarifs der österreichischen Bundesbahnen lünd der für Rechnung des' Bundes betriebenen Privalbahnen mit Gültigkeit vom 1. Jänner 1925 imt festgesetzt werden,. zur SelSmtftrag der ArbeAslofigkeit. Um der ständig wachsenden Arbeitslosigkeit ln Oester- 'reich noch rechtzeitig zu begegnen, haben Berufene, und Unberufene eine Anzahl von Plänen.und Ideen für Notstandsarbeiten vorgebracht.. Die Regierung wird sich, demnächst über Anregung des Arbeitslosenversicherungsbeirates eingehend, mit Maßnahmen. zur Bekampfnn§ .der Arbeitslöfigfett befassen, Da' der Staat und die Länder über keine Geldmittel verfügen und. für. Notstand'savbeiten auch kaum ABeihen aufzutreiben sein werden, krankenMlleiditzse Mqjtzkte-an.der^iW e l ö st e n Bede ck n n g s f r a g e. Mit. der Gründung -von Zweck- Verbänden des Staates und der^ wirtschaftlichen.Interessen- .? Vertretungen wird kaum viel -zur Losung des Finanzierungsproblems boigetragen werden können, und es ist schon honte zu befürchten, daß. die ganze. Aktion zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit so versanden wird, wie der mit so großem Aplomb angeiküm'digta Kampf der . Regierung gegen . die . Teuerung. ' Ser Aaatshaashalt der letzte« drek Svartale. In einer offiziellen BeröffenM-chung über.die Ergebnisse der Staatswirtschaft in . den letzten drei Quartalen wird die'Summe der-A usgaben im dritten-Quartal- 1924 mit 23^6 7^4 Milliarden und. die Summe der Einnahmen mit 2 18 0 M i 'l l i a r d e'n angegeben. Danach beträgt das Budgetdefizit im dritten Quartal 18 7,4 Mil! i gr d e n,. Beim - Vergleich her Staats- 'wirtschMkWidiei örei/letzMQnartale'^ergW WWgßk-M S Laa ts d efi z it vom Jänner bis Septemberrund eine halbe Bill i o n beträgt. Hrugegeu betrügt - der reine Budgetabgaug 292,3 Milliarden. Zu den' außerordentlichen Musgaben gehört unter anderem'die Ttilgnng eines Teiles der DarlehMsfchuld der NotenbanC in der Höhe von 299,7 Milliarden und der Silberankauf s ü r Schillinge in der Höhe von 174,7 'Milliarde»,, - Hauptausschuß. Der Hauptausschuß wurde für heuke um 4 Uhr Nachmittags einberusen. Ans der Tagesordnung steht die Getreidezol-lverordnnng und die Verordnung betrefjend- . Einführung, des ,E r l a u b n i s stch^ i.n v e r-/ kehrs für Zücker Kur Verarbeitung auf Kaltdiszucker. bin Wer der Taufe. Don S. Messels. Vorbemerkung.'^ch habe kürzlich in der .Meuer Morigenzei'tung" in einem „Von Se-Wmorden und Selbstmördern" übvvschriebemn Ar- Okel ein>es zwei-unidsielbMähvigen . j.üdifchen ReligivnNehrers gedacht, der aus-Schmerz über die Taufe seines einzigen Sohnes'Selbstmord beging.' Biele Löser dieses BlWes, die sich dieses tvagischen' . Falles nicht-mehr erinnem, äußern-nun in Zuschriften an mich den.' Wunsch, etwas Näheres und Ausführliches darüber zu . erfahren. Ich komme . idlissem Wunsche irach urd will es. im nachstoheni den versuchen, über diesen.Fall, der das unerhuick- Mche Thema der Juider-üanf-e um'ein charakteristi- - sckies KaMe>l'-bereicherte, einiges Tatsächliche und GruMächliicheM.sa,gen. Der Fall des zwemnldsiebzigjLhrigen jüdischen Religionslehrers zeiigt uns die Judenita-u-fe in einer wüseMich neuartigen Beleuchtung,, mdsm er mit blutigem Finger auf-die Verwüstung >gen hinwoist/die sie an richtet.- Durch die-uuMckseliMr'Tat-des alten Rsligji-onÄehvers wi-rd eine b-ish-er nur wenig beoch!-vde Begll-eiterscheimm-g der Zudentaufe in den Vordergrund gerückt, nämlich: das tragische Moment. - Man hat immer in solchen „Fällen" nur den Täufling vor Augen, den Schwächling, der sich um äußerer VortM willen enitwmM,"den Feiiglmg, der sich fein Recht durch die- Taufe -erschachert, anstatt essich in den Kamyfesreihen seiner Brüder mit Mut und Ausdauer zu .erkämpfen, den Streber, der sich die Ehre eines.'hohen gssellschastlichen Verbchrs durch die chrl-ose Handlung -eims Mvino'des erkauft.' Des Taufj-uden Char.akl-er.m>an'gel, PivtäAösigkeiit' und Hvuchelleü, all die MerkmÄe, . die ' ihm. geradezu mit abstoßender Dou-tlichkeit -anhaften, sind öfter, in. aUsgiobiMr Weife Ibelmchbel worden, ohne daß man dalhe-i.-der bagleitenden NübeneuscheiMNgen, .die zumeiist das schäMiche Spiel, -zu öinex ex», schu-tde-rnden Tragödie umgrstalten, gedacht hätte. Schon Gabriel - Rießer -rief! sein entrüstetes „Mhe" ,-über die Krämers-velen außerhalb' des Krämerstandes, die Mt-Tpeüe und Glauben HandelsgsM-fte' machen uttib mW; ihrer UeberM-gamg- Wilchsr ' trelchen. - . -!; -: \ Die Jüden'taufe (die unssonst nur m-it Widerwillen erfüllt, wei-l sie das siiMche EnUütden-.verletzt) hat -m. Vivl-on Fällen auch eine tragische' Seile. Das.tragische Moment tritt", erst daun zum Vorschein, wenn man den Mtrünnigen m-Men in s-öine nächste Umgebung stellt, wennman die Begle'iitevscheinW-f gen betrachteit, 'diie seine Tat irmevhat.'b seines Famllienkwises verursacht. . Der Wiener Religionslehror ist nicht das einzige.Opftr. solcher Taufe. So mancher Vater ist daran verRutet,' so ntanihes Muttevherz daran gebrochen. In der stillen Kammer s-oße-n.sie und weinten und 'zehrten so' bange an ihrem Schanvrz, bis der Schmerz sie . verzehrte. Es waren Wneist 'stille TrdMdiim, von denen' die' OeffeMchkeit nur scßten Notiz nahm.. Der Fäll des Wiener R-eligieM-chrers bedeutet das Sichtbarwerden dieser. Tragödie. Diese Tva-gödie'.hat hier einen furchtbaren, höchst unj Wischen' Abschluß Munden', weil es einen Mann betraf, >8er durch.Mer ««d' UWück geisHwacht, wicht' die Kvaft und folglich auch nicht -den Willen befaß, abzuiwarten, bis ihn der Schmerz vernichtet. . Er. muß ein Mann gÄvesen .sein, dessen ganze Zärtlichkeit sich mi.Schoße der Famil'ie ergoß, der alles auffparte, was er Gutes und Weiches im Herzen besaß, für seine Familie, für seine Frau und sein Kind. Mieviel Mühe Miß er aufgewendet haben bei-der Erziehung seines Sohnes! Ein Sohn, das -ist ein Schein auf die Zukrurft, das ist der Träger des' väterlichen Namens. . Unddieser bleibt, tven-n du lcmige dahi-n -bist.-Ger Name ist.Mtu-nter das einzig Wertvolle,!das man von seinen Vätern, ererbt; man. mutz nur .den Wevt dieses Nanlens zu schätzen wissen. Deshalb soll der Sohn Mit-- grotze-r Sorgfalt erzogen werden, unter ständiger liebevoller Obhut soll er wachsen und geidlvlhen,. sich bilden und Kenntnisse sammeln, -er soll-e>m- Mann werden, reich an Tugenden des Hevzens und des Geistes, ein guter Jade und einnützliches Mtglii-vd der Gesellschaft, aus daß er moinom und-dsm Namen meiner Väter.Ehre macht. Sosorgt und strebt ' und 'mühtsich "der -Vater durch all die Jünglingsjahre somes Sohnes, und-sieht mit Freatde und 'Wohlbehagen den Jüngling zum Mgn-ne reifen.. Der Sohn „wird selbständig. Der Vater hat lqn-ge . genug gesät, nun kann -der Sohn-ernten..Der Vater., verlangt kennen Lohn, keinen Dank. Nur. ans den. Augen möchte er .ihn. wicht verlieren; er möchte auch fernerhin seine Leiden -teilen, feine Frewden mitgenießerl... - Und siehe da, der'Sohn geht hin und nützt seine SelbstäÄigkeiit, um fsinom Vater zu entsagen und dessen ehrenhaften Namen einen anderen Klang zu geben. Das Matt hat sich gewendet. Eln Sahn ist. ein Schein auf via Zukunft; . aber der Schein ist ,^getÜst", die. Zukunft verw'ischt, und.dbshallb hat auch die Gegenwart joden Smn und die Dergau-genhsit allen. Inhalt verlooen. Ein Lchen voll der Mihen und Plagen ward mnsmfft, Vevgeudet . . Mn fitzt er da, >de-r. unMckliche Greis, und muß feinen lebtznden Sohn als Toten beweinen ... . Und in der BerFwvfflung Leimt ein Gedanke in seinem Innern, .«in furchtbarer Gehanke; dieser rvagt und bohrt und betäuibt die.Sinne Md verdrängt alle anderen . Gedanken und .gewinnt schließlich. die Alleinherrschaft über den schwachen, zermürbten Greis i.. . Aber- — er ist ein gelehrter Mann. So setzt er denn, sich hin und blättert in den alten Folianten und liest, was die Rabbinen über das ibud aznvo'lordaach, über die mit Bewußtsein volljührte' Selbstvernichtung schreiben. Und er schrickt zurück und beginnt zwischen Sein und Nichtsein zu schwanken. In-diesem schwankenden Zustande grübelt er lange über dieses Thema. Die Gedanken. geraten auf Abwege; so entstcht eine Abhandlung:- ,>Der dreifach zureichende - - Gr.und für die Berechtigung meines Sekbstmvrdes". Darin gla-M er Nachweisen zu können,- daß er die. Tat der SeÜbstvernichtm-ivg verüben müsie, daß diese Tat sowohl nach der Natur — und Vernunft — als nach den allgemeinen echischm und den speziell Mischen Gesetzen kein Verbrechen, sondern-im Gegenteil'die größte GottesverheEchnng fei." Indes — er zögert . . . Bald jedoch taucht wieder jeiwr ftirchiibare Gedanke.Ms; mit doppelter Kraft perfolgt' er chn... Da setzt er sich eine Frist - fest: sechs Monate will er warten. In dieser Zeit kam der verlorene Sohn' reuig zurüMchren, kann der T-cd erlöftwd nahen . .. Die Frist war -um und der 'Sohn war ni-cht'-zuruckgekchrt und der. Tod hätte sich nicht gemeldet .... Da versank dem schwachen Greis die Welt in düste« Nacht . .. . ' ' Und im Dunkel der Nacht stürzte 'sich ein alter siecher Körper aus das Straßenpflaster und blieb tot liegen ...