Mannheim
Compact Memory

Wiener Morgenzeitung · 1924-12-29 · Heft 2104 (29.12.1924) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2104 (29.12.1924)
Date
1924-12-29
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
85% known words query
IRI
…/2979076-2980834-2981187--21507-3008823
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

IPoieb ZOnrnzrl Wien: Znm Abholen in der Expedition, II. Taborstr, 1*3, oder in einerVerschleisstelle (Trafik) monatl, K 40.000 Strassenverkauf in Wien durdh die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez. Wollzeile 11 ' Mit Postversand ffir Wifch > ' Oesterr. monatl. K 40.00' Ts ch e c H o»S 1 owa k e i. Mon. K 20. Jugoslawien Mon. DinaröO. P o 1 e n: Mon 3'/» Zloty, Deutschland Mon. Goldmark 4, F r a n k r., Belgien: Mon. Frei, 15 lener WM" N a c b * b ■ u b * « ■ -W> bpi PreU«rbSbuB(r«D vorh*t»«n*» 91c. 2104 —bbwbbwb—mgaai»—w Wien. Montag, 29. Dezember 1924 UM | Preis K 1400 England: Mon.4Sddlüng, Italien: Monatl. 15 Lirej Rn minien Mon. 150Lei; Bulgarien Mon.80 Lewa, Schweix und da» übrige Ausland monatlich Free. 4. Redaktion u. Administration Wien, II., Taborstr. 1—fl Velephone: 44*0-38,43-3-19,* AH6Uhr abds. 21 -102,25-2858 IX. Universitatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreiehisches Postspar* kaasen-Konto Nr. 150.608 6. Aabrgang R o m, 28. Dezember. Tie Ägenzia Stefan! verbreitet ans der Denkschrift des ehemaligen Pressechefs des Ministerpräsidiums, Nos s i, folgenden Auszug der auf das Verbrechen an Matteotti bezüglichen Teile der Denkschrift: Meinerseits besteht an diesem Verbrechen keine direkte, und konkrete Verantwortlichkeit, da ich bereits seit etwa 40 Tagen vorher alle Beziehungen mit Dumini abgebrochen hatte. Ist es möglich, daß ich das Attentat auf Ma tteotti durch einen Menschen organisieren Netz, mit dem ich in keinerlei Beziehung mehr stand? Ich habe Dumini erst Donnerstag vormittags bei Gericht wiedergesehen, wo ich mich mit Mar in elf i befand und wo Dumini sich zur Entgegennahme einer Klagcabweisung einfinden sollte. Ich habe mit Dumini ganz kurz gesprochen, aber, ich'war dazu gezwungen, da ich ihm versprochen hatte, das;, ich mit Rücksicht auf seine großen Verdienste als Soldat und. Faszist über seinen Fehltritt mit niemand anderem ' als mit Ciano und Gualdi sprechen werde. Dumini ist niemals in irgendeinem Abhängigkeitsverhältniß zum Pretzbureau gestanden., Man hat ihn zwar dorj oft gesehen, aber zu meinem glotzen Verdruß, da er d?n anderen Beamten, insbesondere meinem Privatsekretär, Aerger bereitete. Viola habe ich niemals gekannt und. aisH Nichts von ihm.. sprechen hören; Die Behauptung von dem-Bestöhen einer nAftkttgröichen Korrespondenz ,D u m in i - V ö l p i - Filipp e il i - R o sf i ist vollkommen phantastisch. Manchmal, aber sehr selten, habe ich Dumini einige hundert Lire verabfolgt, da ich ja wußte, daß er als Kundschafter zur Verfügung der Partei, insbesondere B a st i a n i s, stand. Habe» handelte es sich aber nicht um eine direkte Bezahlung — diese hing ja nicht von mir ab —, sondern er erhielt das Geld, weil ich mich seiner zur Besorgung verschiedener Aufträge bediente. Das Gleiche gilt von Pütati. Wenn ich der Organisator des Verbrechens gewesen wäre, hatte ich alles, was in meinen Kräften stand, getan, um dessen Durchführung nach dem politischen und parlamentarischen Erfolg in der Kammer am Samstag zu verhindern. Nach einem solchen Siege, würde selbst Mordes an Matteotti. durch eine kurze willkürliche Festnahme und Verabreichung «Ines AbfÜhrmittets nur der Opposition ein Dienst geleistet worden sein. 1 Die Denkschrift, fügt die „Agenzia Stefan»" hinzu, die in den letzten Tagen im voraus als ein höchst sensationelles Delument angekündigt worden war, wurde von der öffentlichen Meinung mit Gleichgültigkeit ausgenommen, da man erkannte, daß sie nur die Stimme eines Beschuldigtem darstellt, der sich zu vertedigen trachtet, indem er attklagt, ohne jedoch irgend einen Beweis vorzubriugen. Farzistische Antworten. Rom, 28. Dezember. Zu der BeröfseMichuug des MerrwraudurNis Rossls bemerkt der saszistiische „Popolo d'Jtalia", daß das MemiovaMml Ms der Aussage eines AngeWagten beruhe und dementsprechend zu werten sei. Aiutzerdom sei fastzustellen: 1. Rosst führt keinen eintzigen Beweis für seine Anklage gegen den Ehes der Partei betreffs der kleinen Fälle an. 2. Das MemoraMim geschrieben, w ä hrend .Roslsi von . den RLgieru'Ngso.rHanen v erfollgtund i-mitner umstellt wurdeWd tzhm ein Wucht-, versuch, um den er gebeten hatte, ^peWe'hgext j-työ)che«: war, •; Das, Memorandum sei also in'.esWM Augenblick ä u ßerß r r B? rz wr iflu -NL> MchrWn Mpden^ jossenbaven Zweck einer VörgoltUtN^aiktion. 3: In der Fodge^ habe Rvssi seine Anklage nicht'. .au^chtechqLwn können - und während der sechs Mwrate seiner.Hast hatten die U'nterfuchungslbehövden keinen B e w e i S für seine Aussagen von Hm evha'lten können. 4. Obgleich unter soilchen A'Mstv'uden verfaßt, enthalte das Memovanlduim dennoch keine bestimmt« Beschilldigung betreffs einer drvÄten oder indirekten VerantworMchkeit Mussolinis . in der Matteotti-Affäre. ,Messaggero" belschuldigt die Opposition, der Anaiusrichtigkeit, weil sie dieses sechs Monate'alte Dokument erst heute vepöffeiMchi habe. Mehrere sas,ziist.ische Führer, aulf die -das Mvrrwttmduin sich beruft, vevöffeMichen Dementis gegen 'die Beihaa«ptm»g R-offis, daß sie von MufsMni den Befehl zu GewMtätrgkeiten erhalten hattem Re Besetzmg der Kölner Jone. - Po vis, 28. Derember. Das gestern abends gebildete ' Komttee hat sosovt den Entwurf z u einer: Note nusgearbeitet, die zue Erklärung der Nichten untuitg der Kölner Z one nach Berlin gesandt werden .soll. In diesem Entwurf, der den alliierten Negierungen übermittelt worden ist, heißt es: „Die alliierten Mächte stellen fest, daß am 10. Jänner gemäß dein Versailler Vertrag die Kölner Zone bpn den alliierten Truppen geräumt werden sollte, vorausgesetzt, daß Deutschland alle vertragsmäßigen Verpflichtungen erfüllt hat. Die Bot- ' schafterkonserenz ist noch nicht in dem Besitze des .definitiven und abgeschlossenen Berichtes der Militürkontrollkommission. Dieser wird erst gegen den 20. Jänner abgegeben werden. Ohne diesen-jedoch abwarten zu müssen, gestatten die vorläufigen Berichte der Botschasterkonserenz den einheitlichen Eindruck, daß von deutscher Seite zahlreiche und sehr ernste Verfehlungen begangen worden sind und noch begangen werden. Es folgt eine ausführliche Darstellung der Verfehlungen. Die Schlußfolgerung ist sehr kurz gefaßt. Eine Räumung der Kölner Zone komme nur dann in Betracht, wenn Deutschland die Verträge beachtet. Zwischen den Zeilen der Note ist zu lesen, daß die Besetzung der Kölner Zone ebensolange dauern soll wie die angebliche Nichteinhaltung -er Verträge. Milttärisches Material in Wittenau. Paris, 27. Dezember. Die Agenee HavaS stellt fest, daß am 23. Dezember im Verlaufe eines unerwarteten Besuches in den Fabriken der Berlin-Karlsruher Jndustriewerke (früher Deutsche Waffenfabrik von Wittenau), ein Offizier der Militärkontrollkommrssion in Schränken Tausende von Bestandteilen für Kanonen, Gewehre und Maschinengewehre entdeckt habe. Das Material sei noch nicht gezählt. Aber die erste durch den Offizier in Anwesenheit des Direktors vorgenommene Schätzung habe eine M i n d e st s u m m e v o n 30.000 Kanonen-, Gewehr- und Maschinenge wehrve standteilen, Modell 1898, sowie 15.000 Bestandteilen für Kanone« unschwere Maschinengewehre ergeben. Nadir in Wie«! Belgrad, 28. Dezember. Ditz Auflös.ltMkkuindlMchung gegen die Radle-Partei ist bisher noch nicht erschienen. Radie soll sich in Wi-en bejm-en. Irr östelreilhiich-tschechische Tarifvertrag. Prag, 28. Dezember. Wie die „Prager Presse" m-Bdet, wird der HamdelsverLrag mit Oesterreich durch gleichzeitige Kulndmachung in Oesterveich und m der Tschechostckvakei mit den» 2. Jänner 1925 in Kraft gesetzt Werden. Ter Handelsvertrag mit Oesterreich, stellt den größten Tarifvertrag dar, den die beiden Staaten bisher abgeschlossen halben. Der Vertrag reduziert beiderseits fast ein Drittel der Positionen der bestehenden Zolltarife, itwb zwar der gegenwärtig. wichtigsten hondelspolilti>schen Posi-' tiorven. Die Vertragssätze, die der tschechoslowakischen Einfuhr nach Oesterveich zugeftanden wurden, werden eine weitere Ausgestaltung des an sich schon bedeutenden tschechoslowakischen Handelsverkehres mit Oesterveich gestatten, und sie konrmLN auch Oesterveich infoferne zugute, als-die Position des Wiener Zwischenhandels dadurch gestärkt wird. Setbstverständlich sind auch.die tschechoslotvakischen Zugeständnisse an die österreichische und insbesondere die Wiener F e i n i n d u st r i e b e.p e u t e n d u-ud sie «werden sich in der Tschechoslowakei sicherlich in einer Herabdrückung der Preise für gewisse Artikel/bemerkbar nrachen. Die Inkraftsetzung dieses'wichtigen Händblsvertrages, die einen markanten Abbau der tschechoslowakischen und österreich ischen Zoll mauern bedeutet, stellt einen weiteren Schritt zur Erfüllung des tschechoslowakischen handelspolitffchen Programms dar. Frankreich «nd Srsterreich. ' /Paris, 28. DeKSvMr (Havas.) Das Amtsblatt vevöffenl- Lcht s Ärve /Bevördnüng, wrmäch der am. 11. MMt 1921 . iji Paris unberMichnete. ZufatzvorLrog.. zury ' ftanZMchroMWW?- '' schen Abklmrmen vmu -22. Juni 1923 am 1. Jänner 1925 ln Kraft Witt, dovbehalWch der Genchmiflung durch das-Parlament. Segen Weltmanns ragebnch. Budapest, 26. Dezember. (Ung. Tel.-Äorr.-Bur.) 'Das führende LegitiMistenoryan „Nemzeti Ujsag" stellt unter Berufung auf eine von zuständiger Stelle erhalteme Ermächtigung fest, m Wert ma «ns nsuestsm Buch seien einzeln« DorKonvmnisse der Wahrcheit nicht entsprechend dargvstellt. Das Buch enthalte offenkundig unwahre, auch das Andenken des Königs verletzende Aulfzeichrmngen. Es sei kein ernstes geschichtliches Quellenwerk nud dürfe wegen seWsterfundener Daten und irrdümilicher, ja Wcher Darstelluingen keinen Augercklick als Mchlaß Karls betrachtet werden. Werkmann habe von allerhöchster Stelle keine Evlnächtigung zur Ausgabe des Buches bekommen und seine 'persönlichen und wiMürlichen AuMchnnngen hatten keine Bestätigung erlangt. Einzelne Partien, wie die Szene bei der Osterbegegnung mit dem Reichsverw eser seien vollständig MÄvaihr. Knbruchsdiebftahl in einer Genueser Bnnk. Rom, 28. Dezember. In der Filiale Genua der Banea Commerciale ist gestern früh ein großer Einbruchsdiebstahl entdeckt worden, der während der Feiertage verübt worden war. Die Diebe waren durchs Kanalshstem in den Panzerkassensaal eingedrumzen, hatten dort drei Reihen von Kassen ge'prengt und den Inhalt von 25 Kassen mit sich g enommen, wobei sie alle Namenspapier« liegen ließen und nur die Barwerte nahmen. Di« liegengeblieb men Papiere füllten einen Sack, der versiegelt und dem Gerichte übergeben worden ist. Der Wert des Raubes ist noch untchschätzbar. Man glaubt, daß er mindestens 10 Millionen Lire beträgt, weil die erbrochenen Kassrtten den größten Firmen der Stadt gehören, die, wie z. B. ein Wechselagent, unmittelbar vor den Feiertagen bedeutende Summen für das Monatsende hinterlegt hattm. Obwohl in den Nebenräumen das Wachepersonal feine Schlafstatte hat, mußte« die Diebe, die sowohl die Mauer als die Stahlpan'er des Gewölbes d u r ch b r o ch e n hatten, im Turnus und lange Zeit gearbeitet und auch viel Lärm vermocht und hiezu die beiden Weihnachtsfeiertage benützt haben, wie auch ei«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.