Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2103 (28.12.1924)
- Date
- 1924-12-28
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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M. BIOS .WKn.SmmW;.-7 Bühne und Kunst. TtMral Richter Wer die jüngste« MM- «nd Aieateraurstellungen AEßlich des . Mwstku>nd TH^ErfcheD der Stadt Wien ihab-rn die städtischen Sa.!nnr'lung,2n Met Ausstellun-orn veran- -staittet, von denen eine das volkstümliche Theater in Wien seit 150 Jahren und die andere die ernste Musik in Wien seit Bruckner bis zur Gegenwart bciha>nbelte. Die beiden Ausstellungm wurden am 16. Novvnrber geschlossen und der amtsführentde StMrat Richter hat kürzlich dem Gemeinderats-ciiisschiiß für allge- -mLiue ArdMesienlheiten^il'ber ihren Nerlauf berichtot. Jnsaasaimt ^rxire» nach diesem Bericht in der Muisvkausitellung 316 Handschriften und 137 Beider, dagegen in der Theaterausstellimg 2225 Bilder, 101' Dtä-nufkripte wn«d 631 Drucke zu sahen. Beide AuLltellimgen hatten nicht nur volksbeldneciischen Wert, indem sie sich mit der Popuilcirifierung und Emf'tttung bereits be« iÄnnten Stoffen begnügten, sondern sie hatten auch wissenschaftliche Bedeutung, da sie viÄfäch vollkommen Neues brachten. So zeigte die Mustkausstellivng zum ersten Maie eine übersichtliche Gruppierung der Win er ernsten Musik von Bruckner bis zur! ü n g st^e n V er g a N'g e n h e H, für die cs eme zusammenfassende Darstellung noch nicht gibt. Ebenso ist der Grundgebe nie der ThecuterauZstellung wisstnschaftilich voMo-numen neu. Die beiden Zhisstellunigen wurden in der Zeit vom 13. September ' bis zum 16. Novemiber von 26.736 Personen besucht. Staut Franksorter Wischen Mnsrnm. Mam schreibt uns aus Frankfurt: Unter der vortrefflichen Leitung t s Kunsthlstorikers Erich Toeplitz entwickln sich di-e Donnniluttigen des Frankfurterjüdischen Muse it m s zu einem sbats wevtivolleren Schatz von. kulturhistorischer U'N-d künstlerischer Bedeutung. Unter den zahlreichen Ausstellungsstücken bewundert man i-nsbesandere herrliche Kapseln (für Pergaimentvollen), in Sii-ber, Clf.'r.«bciu und außerordentlich feiner Holzschnitzerei gearbeitot. Die Sammlung illustrierter Ho.gada.hs ist sehr amchnlich und zu den kostbarsten Stücken gehört wohl eine mit Miniatnrbikdern gezierte Ma i mo n i de8-Ha ndsch r ist. In dc>r Daimrvlun-g der ChcmMah-La,Mlpen befindet sich die berühmte „Schaftm en o r ah" aus t>e.m: 16. Jahrhundert, <wt welcher besonders die Figur eines Kriegersauffällt, der das abgaschlayene Haupt des Holofernes in der einen Hand Mt. Die Dammf-umg von Sa.bbatika.mpen gehorr wohl gegenwärtig zu den reichhaltigsten, Wnd schr schmswevt sind die BefchneidnngSbestecke aus dem 17. JaihrhuN'dert. Die Griffe der Messer sind vielifach .mit Edelsteinen besetzt. Ei-wes dieser Messer zeigt in Elfendeinfchmtzettzi.-.b,^ .Dpfe.ru,ng Jsaa>ks. Das. Museunl ist bekanntlich in den ehemaligen Comptvrrrüumen des Hauses RothschW untergeibrachr und wird Leider Acht so häuW' ßvsücht, wie eS diese gang hewovragenden jüdischen Somimilun^en verdienen würden. NuS den rheatem. B u.r g t h e. a t e r. Dtorgen. 7 Uhr abends, »t i o* kann s". Dienstag, i e Jungfrau von Orleans". A kadem i e t h e o t e r. Morgen, '/,8 Nhr, ,D i e Dame mit dem Scheidungsgrund". Dienstag «M a m a N i c o l a". Op e r n t de a t e r. Iran Kammersängerin Kurz wird Nach längerer Pause Freitag den 2. Jänner 192V als Lakme auf» treten. Volksoper. Heule en-t fällt dte Nachnnttag8vo> fk'Hwitig von ,jH offmanns Erzählungen". Ais Montzüorstelliwnig -geht „Madame Bütterf-ly" mit Mal kl von der C^ooiö'^.r als L.mckevtcin in S-rne. - M"vgen - (Mmtag) ,^D i e Meistersinger von N ü r n. bcrg". " Deutsches V o l k S t h e a t e r. Heute, 3 Nbr nachmittags. und morgen, V,8 Uhr, ,D t e Z w 1 l l i ri a Ss ch >v e st e r". Leopoldine Kon st a n t i n verabschiedet sich in diesen Vorstellungen vor Antritt ihre« Urlauber. N a i m u n d - T. v e a t e r. Heute nachmittags zum letzten Male e b o t n* mit Tilla Durieu r. N e u e S W i e n e r S t a d t t h e a t e r. SamStag den 3. Jänner 1925, 3 Uhr nachmittags, „S.a n a t o r i u m G. u. G>". Das Erträgnis dieser Vorstellung ist lenen Mitgliedern des Bühnenvereins und der Technischen Union gewidmet, die durch den Zusammenbruch einiger Theater in Not geraten sind. Sämtliche Mitwirkeiide haben auf ihre Bezüge verzichtet Direktor T r a ü stellt das Hans kostenlos zur Verfüguna. Kartenanmeldungen sind an den Bühnenverein, 1. Bez., Dorotheergasse 6. zu richten. T h,e a t e r ander Wien. Heute, 3 Nhr nachmittags. Gastspiel teS Deutschen Dottsthealers in ,S a p p h o" mit (hifa Wagner. L u st s p i e l t h e a t e r. DkenStag, %S Uhr abends, Erstaufführung der Komödie r a n ei l l a n" von Alexander Duma 8. deutsch Paul L t n d a u mit Charlotte Ander in der Titelrolle. ■, Richard Strgnst' nen« Oper. Wie die MÄnchcmr Blätter meltd^n, avbc-ilet Richard St rauh, der pegeuwävti-g in Garmi-sch wallt, an einer neuen Oper, deren T-cx'puch wrcd.r von Hugo v. Hoffinanms.lhal stamint und die ein Motiv ans GoetheS'„Faust" zum Sujet hat. Die UrauMchvung folt «n Frlchjahr an der Wiener Staatsoper shaltsinden. Richard Nomanowsky, der <rus.geHoich-nete Charakterkomiker, welcher an den Geher-Bühnen gastievt« und eine Differeng mit der Direktion hatte, weit er ein« Hmtptwll« in den: J'äWonschwank „Snsg-vin-a im Bade" nicht ü'bermchmcn wollte, wurde für das Theater i n der J o s efstadt verpflichtet. Mirjam Benistein-Cohan, das trchfliche Mitglied der vaMinensischen hebräischen Bühne Hadimah, .gab sünast einen BovtvaGüberd in Czernowitz «nd erwies sich als Künstlerin von Nanjs. Insbesondere die Rezitation a»ls Wildes „Salome", (in hebräischer Uebemva^nnfl) ^und d.i« Wiedevjmbe BialiVscher Lyri-k gelangen Mßew'cde>^tlich. Miriam BeMbein-Co-han hat. mit dem palästinen'sischen -Onsewible einige Monate zu Studieil/Mckeri in Berlin gemalt auch an dem ersolgrerchen Berliner Gastspiel der 'Hn^inuch t«>tgcnommetu §8. Dezember 1'924 'Seite 9 DOROTHEUM Versteigerungs - Einteilung V Pre'losan tsw oh TM, d. 30. XII SU her und ChlnniUber; Jetfen H. Brlilr»i>tfn- und Ferlenschtnuclt im hran?-Saal. Qchpauohsg6jj<m3tä«fi9 Ug loh Ir Ludwijstorn-. Rosder. und Kolovvrat-Saal; ferner Dl. d. JO All., Do den 8. 1. und jeden La im Hoch-^aal. I^wmva» t«Mv^4^MMusaMaEuiaaBiMiWMaiBn^^4^«,^'svw^.« . >««,, U»s7M»ff« Dl. tfsh 30. Kt!, und Oo. den 8 I, Po'ie. feile, sciiöli# V/Mrhe |' K enfer. Anzü?r, Sto fe; jeden tti Phoiöappafiate, üojoktwo, | iMlkro<*lcooc Rels’zeuce Opernjrläse;-. Fcidetecltcr, Soiireih-1 majohlnen. F&hrrMer und Nänmato!» nrn im Ludwigs orfi-Snal. I iedsn Mo. Mi un Fr^Mihät. Bilder, Bdeuddumrsköroer. Oefen und Hai’slialiun^sge.cn< siSnde Im Oia^hnl. leden Mo, Mi und Fr, K «et- Bewerb», Gemälde, Antquita.on und Persertepplehe Im lloohfam Dl, den 30. XII and Do, den ö. I! Scilörrs taobiliai’, Ferse - tspplehe Uem.ilde Mister, Kunsteewt-rbc im Frhm-Joaof-Sntl. 8rltfi*aelt«n: Dl, den 1". Xll Ml, den 'i l und jeden Fr E nzeisllickc und Sammlungen, Vi., ivlarl'lnlfersira^se Ti. Büchet &u« al en Wissensgebieten Fr den und Sa den 3. I., Vicnnenpla, Austriaca Ph'Ioöopli e, Lrer dur t’c.. Do den 8. bis Sa. aen 10. 1., im Eminger-Saal Mu«iMnstr.m8nto: V oünen Zithern, Mandohmn, Harmonikas b ammopkoneu. Platten. Musikalien, Fr. den 2. i. im Ludwi'storlf-Shal. WaRan; Fr den 9!.: Gewsh"« Sno-t-AusrU» ur.B“n. ÖatiH'tso'iuhs Reit-und Sanezetisr. Ne re. Uni formen im Lud wijs'orff-Saal. Teohe soha AuMloi en: Ml, den 7. I.! Maschinen, Wetkteuge,- .Armaturen, Allniateriaü VIII. Feidgasse 6. Tägllib an Werktagen $0^6^611#fl 1 Uhr In Donnerstdsr, den 1. und Diensiag, den 6. Jänner geschloseen 3egirn derVersidlg^rur en (wo ichts anderes vermerkt) lim 3 Uhr. Näheres In den „Mitteilungen“ lind „NachrchtentjlSttern“.. r, vss NvrvilsTAM gawährt Darlehen in jeder Höhe auf Juwelen, Go'd, Silber, Knnsteeeenstände, Automobi e, Bücher, Briefmarken, Pelze, Teppiche, technische Artikel' und Gegenstände aller Ar . Gsrichtssaal. Der „Staat8wehr"-Wolf wegen BeleibiKUng des Woh- «ttugsamles veiurteilt. Der Ler-üius-Mber rmd veMüiw-lMliche Redaittour der „Staatsivohr" .Oberst ai D. ..Gustav Ä o ls, hattie zu vorantwo-rion. Am 24. Mai erschien i>n der „Dtaatsw-chr" M Artikel, .in welchem unter condsvem behcmptet. wurde, es sei haute, trotzdem die BevAks'nng in Wien abMnommen habe, nicht mötzÄch, eme eiin.-i>ae Wehnnng Zu bekonmten, es sei denn, daß niem aus das WchwuinigAami geht und dort einon Betrag von 20 bis 60 Millionen erlegt/J>n dvWw-'FcMs bekoamne msn eine.WcihniUinig, sonst ader -wicht. ES Mi^^AüiMhs^weHen dieser gegen'häs WohmMgKaW' Archvib^n''BdLVÄk^M^ beim LandesHerichte^ein Bevfahrem wogen' DerMen' HMigolelM.. Wols evkWte vor dem Untertsiu>chWtig8rrchtL.r, Htgß or den mkiLmimileiM Arl'M w^dor^.vevkght, Üo«'.AÄ.^DvirM-eHmrg'' gelesen halbe und daß er ide«....B«Ms<r.''. «^..AiÄsichtrE daS R-eÄÄtil'onsgHhsi'mn'is. nicht nennen > k!mMe.,v. E^- wu-rde daher üiber Arrtvag der S.täatScvnilvaAschÄf>t der ' M.. dom Bezö-W- .c^richte M Amitshandimbg gegen Oberst . Wols wogen Bernoch- Lässigung der pflichtgemäßen..Obliorge aibgstiVetion. In dar ' gestern durchg-e-sührten VorhandÄrng erklärte.' der AugeÄlagte, daß in der mdraiminiorten Stelle eme Beleidi<Mig des Wohmmgsanrtes üibevhanpt nicht gelegen. st«i, WM das EÄegsn von Geld für e-me Wohntvnig noch nicht den 'Vorwurf der Bestechlichkeit enthalte. Dvr Richter verurteilte,den Bechn-ldigten im Smne der Anklage -u einer Gr >l d st r ä fe von 100.000- Krvnen, «venduell 51t 24 St-unlden Arrest, mät der Bogründunz. daß dem WchnuingsMirte,. wenn auch nicht dsr Borwuvf der Bestechunig, so doch der Vovwlvrf si-nes u-nainstandigem Vorgehens in dem 'mkrt-mMievten Artikel gemacht werde. Auf Abwegen. Die 22jährige Verkäuferin Gisela M.' stand gestern vor einem Schöffonsenat unter dem Vorsitz des HofvaleS Dr. Reim unter der Ank.'age des Diebstahls von verschiedmen Schmuck-gegenständen im Werte von ungefähr 30 Millionen, die sie ihrem Chef Siegmund Schutzmann snLzefflve entwendot hatte. Mit ihr waren ihre Mutter und Schwester angeklagt, die beim Verckcvuf der Gegenstände behWich waren. Die Angeklagte gaib an, als selibständige Geschäftssi'chrerm 600.000 K. Gchalt Md das Mittagessen bekomm-en M halben. Der Chef sei'mit fht anfangs sehr unfreundlich gewesen, bis sie dann aus Angst, den Posten zu verlieren, Ms sein Drängen zu ihm vn intiivre Bezielbungen trat. Außerdem war Schutzmann cmch ihr Hausherr, so oaß sie für ihre Wchnnng fürchten zu müssen Ma-Mte. Der Gerichtshof verurteAe das Mädchen zu fünf Monaten schweren Ker-. kers. eine Strafe, die a>ber durch die-"Untersuchnngshas1 verbüßt ist, die beiden anderen Angeklagten bedingt 31t je drei Monaten strengen Arrests. Der Hausherr als Untermieter in seinem Warnen Hause. Der Ingenieur Dr. Otto Brüll hatte im Vorjahve das Hains. Obere Donaustraße 35, gekauft und war kurHe Zeit später, als er eine früher m Untermiete' gehabte Wohnung durch Kündigung verloren hatte, als Untevnibeter zu einer Particr seines Ha-uses gezogen. Diese .ParIÄ übersiedelte -bald darauf nach Laxenburg, worauf der Hauslherr, ein verheirateter Mann mit zwei.kleinen Kmdevn, in der ganzen Wohnung, die ans fünf Wohnräumen samt Puibchör besteht, blie-b. Das Woh-. n-U'Ngsamt ließ s-edoch die gesamte Wohnung a-wfordern. Der geigm die Ansordrvu>ng:von Dr.^ Brüll erhobene Einspruch wurde von der Mietkoenmissicm zur ü ck g ewte se N' und die Anforderung; bestäl'iigt. Dr. Brüll stellte nun -als Hausbesitzer an das Wohmmgsamt die Anforderung gemäß § 28 des' Ansordevungsgesetzes. auf die Anforderung zu verzichten. DaS Wohnungsamt lehnte'den Antrag ab, worauf 'Dr. Brüll neuerlich vor die Miellommission ging und ggZen die Abweifn-ng seims Antrages Einspruch erhob. In der gestern vor der Melkom-mission durchgeführten BerhairdliuNg hob Her Verteidiger des Hausbesitzers unter'andere hervor, daß sein Klient^ der ö-sterreichischer Staatsbürger und nach Wien zuständig sei und dessen Vcrer in W.ien..'.'.b«veitSdurch t 20-. Ncchve<-.B«K!«Srat in der Leopo-ldsta-dt war, bet Aufrechterhgltung der AnfordevüM mit seiner stzamilie v bdach los würde. Nach dntchgeMrter Verhandlung gab die Mietk-ommifsion 'teilweise dem Einspruch des Dr. Brüll ssfolge, indem sie-erkannte,.-aß/Eglich ,be.MliL.zweier WohytänMe. die abgesondert pmr.drnS iiWKYs' Terley.der 'geräMigen -Wyhnnnst-i.b.mützt, werden Anforderunig.-aus-Mcht wahre.üd.Wü<Äi.ch,Mer übrilgen Räume" der L e r z i ch t' äü f die A n f 0 r der u n fl au erfolgen hat. BERICHT Vorbemerkung über das große bendkleid. Die Balls«'son, die Zeit der großen Abendgesellschaften, die Ne dort le Machte stohen vor der Tür, aber man ist sich noch nicht darüber klar, ob die bisher ausgege^beneai Richtlinierr auch sestAha-ltan und sich durchsetzen werden. Dioden vevgchrn wie Launen, <vber sie kormnen lvi-eder, wandeln sich, ändern nur Details, an ihrer Physiognomie nnd werdrn von den grauen mit Geschmack ganz nach persönlichem Bedarf augenommen. Prunk und Glanz bleiben auch weiter dem großen ALeudkk-i-d vorbehMen. Die - kostbaren Sto-ffe aus- Brokat und'Seide, gold- und' -silberdurchivirkt, werden 'Nach wie . vor den KMllcMt bilden. Und ein neues, zierliches Ding,' die Spitze, als- Berzievüng und Ueberwüvf, tritt mit immer stärkerer Beäonnng auf den Plan. ES ist dies eine Ermnerung an das Sotninerkleid, aber ein« dankbare und wirkungsvolle, und besonders die Silberspitze wird chre Bedeutung nicht' so rasch einbüßen. Daneben dmni-ntert die Pelzverbrämung/ der Pelzbesatz, allerdi-ngs nur am Volant, während er seine Stellung an Halsausschnitt und Aernreln eing'büßt hat. Was die Gesamterscheinung anbvlangt, bevorzugt nwm die geradeschlanke, nach unten sich verjüngende Linie, kleim« .Abiveichungen zu einer zart angodoudeten Glockenforin sind eben nichts als Abweichuu-. gen. Der Nock fällt etwas tiefer als beim Trotteürlleid, ist aber immerhin küi^er Äs ll>m Vorjahr. Das Decollete an der Frontispiz mit spitzem Ausschnitt hat sich schamhaft zurückgezogen, um sich ans dem Rücken m. Dveiecksovm nach' Belieben auszuleben. Die grelle Rose auf dem Silber¬ oder Saimrnelton des Kleides bildet eine liebliche Augenweide und der falsche Pevlenschmuck. täuscht ein orientalisches Märchen vor, das in der Tutanchamon-Modeepoche di« ganze Erscheinnng eingchüllt hat. Der Brokat-, schuh hat sich nicht verdrängen lassen, die Schuhmodellkünstler wissen immer phantastischere Kombinationen zu .o.'r./ Das Praktische im modernen Heim. Schönheit mit praktischem Zweck zu Vereinen, ist bisher eine schwierige Ausgabe für die Hausfrau gewesen. Aber di« Fortschritte,,m der Technik Haben imK hier umwälzend gewirckt und' zitt' 'UebchTeu^ug^'geLÜcht^ daß die hygienischen Hilfsmittel der Wohn.üNgseirttichtung auch . Meli ästhetischen Ansovhsvüngen gerecht we^en können. Als Fußbodenbelag ist zunächst Hs . Li,noleu'.m ' zu, neunen; Stücke mit durchgehendem göschma<^ollelr Muster, dauerhaft, weil unabtvetbar, haben sich für dach Vor- und Kinderzimmer bestens bewahrt. .Ueberaus praktisch und stilvoll pepräselttiert sich das Wachstuch als Tischbelag für die, Mche und das Speisezimmer, besonders^ die weißen Wachstücher bieten einen vollständigen Ersatz für die jetzt so teure Lejnenwäsche» da. sie den ^Danmst-. glanz ^verblüffend vortauschen. Vicht rn den Raum — lautet. d« Devise! Die modernen Madrasv0rhänge haben diese Eigenschaft, sie lassen das Zaubevlicht der Sonne durch/ so daß die Raume lichtdurchslutot dastehen. Aber man darf, will man alle.praktischen Fragen, der modernen Wohnungseinrichtung erledigen, nicht an die schonen Veloursteppiche vergessen, die sämtliche Wohnräume schmücken können, ohne daß das Budget der Hausfrau ms Schwanken gerat. Ein Wiener Spezialhaus, kann mit all' diesen unentbehrlichen Gegenständen in reichster Auswahl a-ufwarten: es ist die altrenommierte Firma W. Wernberger mit ihren Verkaufsstellen, 20. Bez.. Wallensteinstraße 16, 10. Bez., Favoribrnstraße 98 und 130, 5. Bez., Schönbvunnerstraße 106, und 21. Bez., Hauptstraße 44. Lob der Schminke. Was soll ich zum Lobe der Schminke mehr Vorbringen als. eben das Lob ihrer Unnatur? Muß. ich betonen, daß Schminken eine mehr oder minder subtile Kunst ist? Kunst hllft hier eben einssr allzu primitiven Natur nach, die auf einer erhabenen Einfachheit ihrer Ausdrucksmittel beruht; wir über, über diese hinausgewachsen, träumen immer neuen noch ungewohnten Verfeinerungen nach. Erst über der erstmaligen Ursprünglichkeit der Natur hebt ja Kultur an und die Schminke ist nur ein Ausschnitt dieser Fortentwicklung. Wie Kultur ehemalige Brutalität überkleidet, so bedeckt eben die Schminke Unvollkommenheiten und veredelt eine verbesserungsfähige Natur. Wie jene uns gewandelt hat, seht diese den Edelrost an. Soll ich betonen, daß unter Schminke im gewissen Sinne ein Kulturwert zu verstehen ist, der in Kunst und Leben als Symbol ästhetischer Kultur alles überschminkt? Ja, wir können nicht mehr ohne Schmmke, ungeschminkt, leben. Nicht der Künstler, noch die große Menge, der grobe Farben als Schlagworte dienen. Die Schminke der allgemein gültigen Moralbegriffe ist'vielleicht die Grundbedingung der gesellschaftlichen Weltordnung, So ist diese auch zuweilen die Trösterin, Helferin des Individuums gegenüber der Menge, eine Masken eine wohltätige Scheidewand. Wer unter uns hätte den Mut ein Leben zu leben, iü, dem die Sihkninke von. ihm. selbst, von alleni und jedem ) um ihn/ abfiele?Nächstens aber will ich die Philosophie dsr Schmölke" zu''-schreibe« .vücsuchen.//^, “