Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2100 (24.12.1924)
- Date
- 1924-12-24
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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Polen 20pmzy| Wien: Zum Abholen in der Expedition, II. Taborstr. 1-3, . oder in einer Verschlefsstelle (Trafik) ironatl. Kr 40.000 Stfassenverkauf in- 'Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1, Bez., Woilzeile 11 Mit Postversand für Wien u Oesterr. monatl. K 40.00t Tschee b o-Slowakei Mon. K 20. Jugoslawien- Mon. Dinar60, Polen: Mon. 31/» Zloty, Deutschland: 1 Mon. Gold mark 4, F r a n k r., ... Belgien: Mon. Pres. 15 i MT* N«ebtah I u n jr«e "W> fcd Pref**rh«hnn<ren «orfiehahu Wr. 2100 rener Men, Mittwoch, 24. Dezember 1024 I P»el«i K 14001 ■ ■ ■ I England: Mon,4Schilling. Italien: Monatl. 15-1 ir^ Komanien Mon. 1501 Bulgarien Mon. 801 ews Schweiz und das übrig« Ausland monatlich Frea. 4 Redaktionn. Admintstratioi Wien, II., Taborstr. 1-1 Telephone: 44-0»38,43-3»lii Ahßühr ahds. 21 -102,25-282 IX. Universitatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oeisterreichiachea Postapars kassen - ^onto Nr . 1 Sn.fiOJJ ■■■ 1 SSj «. siabroa«« Die Balkanstaaten gegen die Tolvjetvrovaganda. — Einheitliche außen- Vvlilische Maßnahmen? (Cigendievst der „Wiener Morgenzeitung".) London, 23. Dezember. Rach einer Meldung des Anlversal Telegraph aus Sofia wird die Reise des bnlgan-' scheu Ministerpräsidenten Zankow nach Belgrad und Bukarest den formellen Abschluß des antrbolschewikischeu Balkanbundes bringen. Der Bund wird zunächst nur Bulgarien, Jugoslawien und Rumänien umfassen, man rechnet aber schon für die nächste Zeit auch dem Eintritt Griechenlands.! Der letzte Anstoß zur Bildung einer einheitlichen politischen Front gegen Moskau ist von dem jugoslawischen Außenminister Dr. N i n c ie ausgegangen, nachdem bereits früher 'Ministerpräsident Bratiann ein:gemeinsames Borgehen der Balkanstaaten gegen die Mionen der Sowjets angeregt hatte. Wie verlautet, sollen die von den Balkanregicrnngen einheitlich zu treffenden Maßnahmen Kegen die Propaganda der dritten Jnternationale auf dem Balkan derart radikal sein, , daß deren Aktion auf dem Balkan m i t einem S ch l a g b e e n d e t sein wird. - Die jngoflawische Regierung will nicht nux de« Wahlkampf im Zeichen der Bekämpfung des Bolschewismus führen, -g.sie-der Ansicht ist,! daß die I rpgt i s H x Bö u e r üp ü r t e i Hand in Hand mit>d^;^drikWAtttM nationale arbeitet, sondern man ist in Belgrad der Meinung, daß auch «pu tz e Apolitisch ein 'einheitliches Borgehen der führenden Balkaystaaten im Kampfe gegen den Bolschewismus notwendig sei. Ob . die Mittel des neuen .antibolschewikischen Bundes gegen Moskau bloß defensiven Charakter tragen werde, sieht «och nicht fest. Maßgebende Politische Kreise erklären, daß die Bildung des antibolschewikischen Bundes eine völlige - Aenderung der Politik aus dem Balkan darstelle. Eine o f f i z i e kl e Kundgebung über den Abschluß des antibolschewikischen Bundes dürste Wohl unterbleibe n, doch werde, seine Wirksamkeit bereits in der allernächsten Zeit auf dem Balkan zum Ausdruck kommen. : Auflösung der Radlr-Partei. Belgrad, 23. Dezember.. (Tschecho-siowakisches Preßbureaa.) Der Ministerrat beschloß in seiner heute abgehaltenen mehrstündigen. Sitzung, die kroatiichrepublikanische Ba>uernpartei wegen ihres Beitrittes zur dritten Internationale. auf Grund des Gesetzes zum Schutze des Staates a u f z u l ö s e n. Wieder ein Mazedonlermord. -- . Mailand, - 23; ^DezeMer- (Tel,-Komp.) In emM Kaffeehaus erschoß haute ein mazedonischer 'Nationalist namens S.tephagr Dimi.tr i-den Leka nuten'.mazedv-nischen - Bandenführer .Ts cha ulo ff. Der. Attentäter - versuchte sich;dann sMst .AU töten, Cr exklärt-e bei seiner B-rhastuug, * ausgerüstel/wordesi ^fein^pm Tschawlofs zm ' töten, - der-'ge- - MLÄsaM! n'rlt Rädic" die 'sVderälistiM Betue-gm'rg' für die Bereimgüing Mr ' BäkkaUvölker betrisbeU hatte und auf einem Kongreß dieser Bewchung^nirnobersten FüPer gewählt worden tvar. Der Täter bekennt sich -zur-bulgarischnatioMffti-schen Partei und erklärt, er betrachte Tschauloff als einen Verräter. Er habe mit seiner Tat Mazedonien vok-Ämmseiner'größten,'Muddbefreit. . Ungünstige!? ßrgebnis der MllltSrfonttoLe Über Deutschland. Der endgültige Bericht ist erst Ende Jänner zu erwarten. — Köln wird nicht geräumt. London, 23. Dezember. (Reuter.) Der Botschafterrat wird morgenin Paris zusammeiitreten und' sich wahrscheinlich mit dem vorläufigen Bericht der interalliierten Militärkontrollkommission befassen. Möglicherweise wird >der Botschafterrat die Entsendung einer Mi tt eil u n g a n Deuts ch l.a n d b e t r e ff e n d die Kölner Zone in Erwägung ziehen. Wellejcht erweist es sich als möglich, bereits auf Grund des vorläufigen Berichtes eine Entscheidung zu treffen, doch herrscht hier die Meinung, daß eine Entscheidung von vitaler Wichtigfeit nur na ch reiflicher Prüfungdes Vollständigen nnd endgült.igen Berichtes gefällt werden kann. Der endgültige Bericht der interalliierten- Militärkontrollkonmnfflon über den Stand der Entwaff-- nnng Deutschlands ist nicht vor der d r i t t e n I ä n n e rw o ch e zu erwarten. Uever den Inhalt des v o r l ä u f. i g e n Berichtes de-- iteht nach den Informationen des Vertreters der Agence Havas die Annahme, daß Deutschlands och nicht vollständige allen Entwaffn u ng s b e st i m m u n g e n des Versailler Vertrages Genüge geleistet habe. Die Boischafterkonferenz dürfte daher den alliierten Regierung gen vorsch?äg.e.n-, die -R ä n m u n g derKölncr Zone p u verz ogern. In politischen Kreisen verlautet sehr stimmt, daß Ch am b e r l a i n Herriot die beMrnite Zusicherung gegeben^ hat. daß die englische Regier.üng diesen Vorschlag der Botschasterko-nf-erenz aninehmeck. werde. . Hrrriotr Leffndell. Paris, 23. Dezember. (Havas..) Winisterpräsidont H err i ot wird mörgen d aS Bett v erl ass en können. Er wird jedoch das erkrankte Bein noch einige Tage schon e n müssen.! - '_ . ■.''. Me UonferesM. Die' Kolttereni der kleinen Entente — nach den serbischen Mahler . Bukarest, 23. Dezember. (Ung. Tel.-Korr.-Bur.) Der serbische Gesandte'erNätte.^ in. der „DiwiNecita", die geplante Bukavester Konferen-z der kleinen Entente werde erst nach den' serbischen Wahlen stattfmden, die bekanntlich auf den Februar angesetzt sind. Die nächste baltrsche Konferenz. Warschau, 23. Dezember.' (Te'l.^Komp.) Die Konftrenz der baltischen Staaten mnd^Polens wird am 16. Jänner in HelsingforSbeginnen. Wieder ei« Bandtteneinfall an der tui# dowische« Sreure. Warschau, 28. Dezember. (Tschech. Preffe-Bur.) Gestern i versuchte eine - starke Banditen ab t eil u n g. die aus S o w j e t r « ß la n d kam, die p o Im i s cl, e Grenze im BeMe^Klr % eml e«« » zu überschreiten. Es kam mit der polnischen Grenzwache z« einem F o w e r gef e ch t, bei dem der Bandenführer sowie einige Banditen den Tod fanden. Die übrigen flüchteten. AuflöMg des WWsche« Parlaments. London,' 22. Dezemlbek. Wie das Rvuiersche Burwu aus. K a i r o von zuverlässiger Seite erfährt, hat sich das Kabinett euidgültig entMöffen. das Pa r l a m e n t auf-/ , z u l ö s e n. Man erwartet, daß das königliche Dekret morgen veröffentliche wird. Nach den Bestimmungen der Verfassung sind die N e u w a h k e n innerhalb sechzig T g « n nach VeröffenMt^untz des Dekrets churchzuAhren. HEUTE das Buch der zeit Die russisch-japanische Rache. —y. W i e n. 24. Dezember. Die ' letzte Tagung des Bölkerbundrates m Rom) hat, wie mehrfach hervorgehoben würde, den führende«) Staatsmännern des Westens die willkommene Gelegenheit zu weitgespannten Besprechungen gegeben, die ohne) den römischen Rahmen in weitaus ausfallenderer Weise hätten/ stattsinden müssen.' Die bedrohliche Entwicklung der Verhältnisse in Nordafrika.hat alle an dem Kolonialproblem beteiligten Staaten mit Sorgen ( erfüllt. Die Besprechungen wurden von Chamberlain im Auf--) trag der englischen Regierung eingeleitet und diese Initiative ließ sofort erkennen, daß England diesen'Vorgängen mit intensivster Aufmerksamkeit^ folgt und seine Freunde von der unbedingten Notwendicsteit eines einheitlichen Handelns m überzeugen strebt. Der ganze Orient bildete das Thema der Verhandlungen und die direkte Veranlassung lag in Marokko und Aegt^ten. Aus einer Aeüferung des jugoslawischen Außenministers Nincic, der in Paris und Rom geweilt hatte, wird jetzt bestätigt, daß auch die. russische.Fwge, dia sich mit den Orientangelegenheiten an ihren wundesten und empfindlichsten Punkten trifft, behandelt wurde. Die Mächte scheinen sogar'zu dem En-tschluß gekommen zu sein, die Beziehungen zu Rußland und seinen Einfluß auf die asiatischen Strömungen als die primärste Frage zu prüfen.'Nincic erklärt, daß in diesem Äugenblick der Kampf gegen den 'Bolschewismus in ganz Europa Mgrnnt. Mag man auch geneigt sein, .dif^Dkktion ^iy - Wsem. i AügeMick"' als/ dtplomatische /Aus- 'dr-üchMeWzu-öehsndeln,..,beider^^^ uoch ' kmge nicht.dis'Tati istso. liegt-doch für alle Staaten Grund zur Eile .vor. Die Sowjetregi^ung- G drplomatisch aus der Höhe und'so Me si» im System eine getreue Kopie des Zarismus darstellt/ so hat sie von ihm muh' die Methodik übernommen, immer nicht zwei, sondern eür halbes Dutzend Eisen im. Feuer m halten.'Sie hat zudem einen rührigen, durch den Impuls einer offensiven Idee beschwingten politischen. Apparat geschaffen, der sich, ae'chnreidig allen Anforderungen ^anpaßt, aber doch einheitlich geleitet wird. Von dieser Meisterschaft konnte so manches Volk und so mancher Staat lernen. Me man allaeaenwarttg ist und was politische Taktik heißt. . - „ Die Mäcbte haben sich MM Kampfe ‘ enMoffen und dje Anregung kommt von der konservativen Regierung, die mit Moskau aus trifttgeu Gründen abMrechnen' hat. Der Sinowjew-Brief, MM er nun falsch oder echt sein, hat in England eine Regiernng^aeltürzt. Die Konservativen halben den politischen Gewinn ge- . habt, aber die Solidarität der enalischen Politik Zwingt sie zur schärfen Wendnna aeaen das^auch illnen ähnliche Streiche spielen kann. Aber England ist auf diesem Gebiet. sp. ziemlich allem. Der französische Ministerpräsident warnt in auffälliger Rede vor ieder Nervosität gegenüber-den Kmnmunisien, und stir Ital^u ist die russische Kohle und das russische Getreide im Augenblick wichtiger als die polittsche Sorge, und es ist sehr fraglich, ob nicht die Groben in dem Kampf asgen die Russen den Kleinen den Vorrang gönnen wollen. Ein militärisch"s Vorleben aeaen Rußland wie m' den Z"tten Demkins und Iudemtsch' ist hellte unmöglich. Eine wirtschaftliche Blockade läßt wenia erhoffen^ denn Rußland ist sa bisheute in 5^'^^'ma. steht, aber in Handelsvertragsverhandlungen mit ^Frankreich (morgen vielleicht auch mit England) und rührt damit an den Egoismus der d^evsött ^ndn'^ien. we arbeiten' und verdienen wollen. Aber auch Politisch siebt Rußland ungleich günstiger. Ihm. kommt die amerikanischjapanische Spannung zuaute. . Das amerikanische Einwanderunasaesetz der Johnson-Bill, das ursprünglich als antijüdischer Akt gedacht war, hat durch die zu Maskierungs'wecken . ausgesprochene Ausschließung der gelben- Immigration in Japan die. schärfsten Wirkungen erzielt. Durch die Erdbebenkätüstrophe -geschwächt, konnte. Japan nicht sofort r-ipostieren. Aber es' vergißt nichts ünh sucht die Gelegenhett, den brüsken Streich heimzuzahlen. Tie amerikanischen Gewaltigen betonen, bei jeder Gelegenheit ihren Abscheu vor dem russischen Bolschewismus. Es lag also sehr nahe, daß die beiden, die die .Hakenkreuztendenz in Bithund Tischwäsche TaschentQctier. Fr Ql tierh tf ndtoch er *r. billig -W bei Kann & Fried VI. Linke Wien* zeile 41) {im HeM