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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-23 · Heft 2099 (23.12.1924) · p. Seite 6

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2099 (23.12.1924)
Date
1924-12-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Sette 6 Wie». Diercktag Belt wirklich bezwingend und Hans I a r a y ist ein ganz rw!- zückender tmgtt Schauspieler. Es wurde so ausgezeichnet fl&fytolt, daß man die Schinacheu des Schlußaktes leicht vevschrnerzte. O> Ä. Vsnsin.krsis Jddid^tieVotksbQline*. I.R'emeraasse 11 KlelnMMlii „Die giidene Pawe“ Nächst« Vorstellung: Heute Dienstag den 23. Dezember, halb 8 Uhr abends Bonse Schwei;« von Perez — Mal ko maschnth Ion — Beim Rebben — Der Baldavschor — Der SchabbesgeJ von Perez Karten bei Löwit, Aida, Rotenturmbasar und an der Kasse. I. Rfemergasse 11 vor der Vorstellung Ans den Aevlern. VolkSoper. Heute «Die lustigenWeiber von Windsor". Morgen gesäilossen. Donnerstag nachmittags „Carmen", abends „T o S c a". Deutsches Bolkrtbeater. Morgen, 3 Uhr nachmittags, das Kindermärchrnlustsviel „Dornröschen" 7Uhr abends „Die heilige Johanna". Morgen geschlossen. Donnerstag, 7,3 Uhr nachmittags, „Die heilige Johanna", 7,8 Uhr abends „Der Weinberg des Herrn". Freitag, 9 Uhr nachmittags, „Die Zwillingss ch w e st e r", 7 Uhr abends „Die heilige Johanna". Raimund-Theater. Allabendlich, 7,8 Uhr, „Franziska" mit Tilla D n t i t u r. Donnerstag um 7,4 lütt nachmittags, „F e d o r a" (Gastspiel Tilla D u r i e u x) und Freitag, '/,4 Uhr nachmittags, als Märchen» Vorstellung, „Scheewittchen und die sieben Z Werg e". Theater in der Joses st ad t. Donnerstag „Mein Vater hat rechtgehabt". Freitag „D e r Diener zweier Herre n". An diesen beiden Tagen. 7,3 UKr nachmittags, „Prinzessin H u s ch e w i n d". Earl-Tbeater. Täglich. 7,8 Uhr abends, „Die T i v p m a m s e l l". Donnerstag. 3 Uhr nachmittags. „E i n Walzertrau m". Freitag, 3 Uhr nachmittags, „Der Rastelbinder". Johann-SLrauß-Theater. Donnerstag als NachmittagSvorstellmig „Die Fledermaus". Am zweiten Feiertag, nachmittags, „DieFLrsterchrift l". Allabendlich, 7,8 Uhr, „P u S z t a l i e b ch e n". Komödienhaus (E x l - B ü h n e). Heute, zum ersten Male, „D a S Königreich" von Karl S ch 5 nh e r r. Das Zuletzt im Deutschen Dolkstheater gespielte Werk erscheint in einer vom Autor angegebenen teilweise» Neueinrichtung. Modernes Theater. Heute, 7,8 Uhr abends, Urausfübnlnp der dreiattigen französischen Operette „Dein süßer Mund..." '„Ta bauest-*» von Maurice Pvain mtt Claire Wollentin, Mimi Kött, Eugen Zeusen und Tins Senders in den Hauptrollen. 1 „D i e gi l d e n e P a w e" (Verein Freie jüdische Volksbühne) bringt heute, 7,8 Uhr abends, in den Kunstspielen, 1. Bez., Riemergasie 11, zum letzten Male das mit so großem Beifall aufgenomme „Erste Programm". Die Premiere des „Zweiten Programms" wird zeitgerecht bekanntgegeben werden. Restlich^ Karten zu billigen Preisen an der Abendkasse. Eine Radierung der Rattsbonrr Synagoge im Rritischeu Museum. Im Kupferstichkabönett des Briti'chen Museums hängt seit einzigen Tagen eine Radievung von Altdorfer cuis dem Jahre 1519, die m jüdische Synagoge in Ratisbon därstellt, welche in diesem Jahre zerstört wurde, iit» der -Mrche der schönen Inncxfrau" Platz zu machen. Es ist dies eine der ältesten Radierungen, die es gebt. Es sind im ganzen vier Abzüge in der ganzen Wett vorhanden. Die Radierung wu^de dorr Herrn Gvanvill-e Thser dem Britischen Museum geschenkt. Inschriften a« die Rr-Mo« sowie unverlangt «inlangenden Monnskripten Volle «an stets Rückporto beileg««, -a sonst eine Dean!- «vrtnng, Lezseynngsrveise Rücksendung nicht erfolgen kann. Wiener Morgenzeitung. Schadenersatz für die Ausweisung aus dem Kaffeehaus und fiir de» Streik der Gattin. Eine Vom Richter als noch nicht dagcwesen bezeichuetd Schadenersatzklage beschäftigte gestern das Bezirksgericht Innere Stadt (OberlandeSgenchrsrat Dr. Schiroky). Ter Handelsagent Moritz Huschak brachte gegen den Inhaber des Cafe Ankerhof am Hohen Markt, Josef Heller, eine Klage ans Ersatz von 18 Millionen Kronen ein, weil der Cafetier ihn durch einen Wachmann aus diesem Kaffeehaus habe answeisen lassen. Dieses Kaffeehaus' sei der Sitz der Handelsagenten, die kein eigenes Bureau haben. Hier werden die Geschäfte der Handelsagenten äbgewickelt und die Verweigerung oes Besuches dieses Lokals sei gleichbedeutend mit der Störung der Existenz eines Handelsagenten. Der zweite Teil der Schademrsatzllaae bezieht sich darauf, daß der geklagte Cafetier durch abfällige Aeußerunenüber den Kläger es verursacht habe, daß die Gattin es Klägers sich von ihm (dem Kläger) abgewenoet, eine Ehescheidungsklage gegen ihn eingebracht habe, nicht mehr für ihn das Nachtmahl koche usw. — Richter: Wollen Sie nicht lieber diese sonderbare Schadenersatzklage zurückziehen? — Kläger: Wenn Herr Heller die 15 Millionen für einen wohltätigen Zweck erlegt, will ich meinetwegen die Klage zuruckziehen. — Geklagtenvertreter Dr. Wenger: Nicht einen Heller wird Herr Heller bezahlen. Er ist zwar als wohltätiger Mann bekannt und ist auch Armenvater, aber von einem Kläger, der eine derart mutwillige Klage gegen ihn einbringt, läßt er sich keine Woyltätigkeitsarte vorschreiben. — Richter: Ich würde Ihnen dringend empfehlen, die Klage Airrückzusiehen. — K l ä ge r: Durchaus nicht'. Ich bin in zwerfacher Richtung geschädigt. — Richter: Es wird behauptet, daß Sie mit Recht aus dem Kaffeehause gewiesen wurden, Werl Sie einen Skandal provoziert und dre Kassierin geohrfergt haben. — Kläger: Ich bin von ihr geohrfeigt worden, Herr Rat. — Dr. Wenger: Das ist richtig, er ist der Geohrfeigte. Er Hai auch dir Kassierin wegen dieser Ohrfeige geklagt, die Kassierin ist aber freigesprochen werden, werl mit Rücksicht auf das Verhalten des Klägers die Ohrfeige als berechtigt anerkannt wurde. — Kröger: Der wahre Grund meiner Ausweisung aus dem Kaffeehause ist, daß ich nichts verzehrt habe. Ich habe aber einen Vertrag mit dem Cafetier göMosten, daß ich 'lebenslänglich oder mindestens zehn Jahre lang täglich in das Kaffeehaus kommen kann, ohne etwas zu nehmen. — Richter: Hauen Sie auch aufrecht, daß Ihnen der Geklagte Ihre Frau abspenstig gemacht hat? — Kläger: Gewiß hat er mir sie abspenstig gemacht. Er hat mich ihr gegenüber im Kafseehause rn den schwärzesten Farben geschildert und seither streikt meine Frau. — Richter: Wie alt-ist denn Ihre Frau? — Kläger: 58 Jahre. — Richter: Also aus den ersten Kinderschuhen heraus. (Heiterkeit.) Welchen dermögensrechtlichen Nachteil hahen Sie durch den.Streu Ihrer Frau? — Kläger: Ich habe Mehrauslageu für Kost und Wäsche, dann streikt meine Frau auch in anderer Hinsicht, was ich hier in öffentlicher Verhandlung nicht näher aussühren kann, und a uch das verursacht mir Mehrausgaben. — Richter: Ich habe schon viele Klagen lesen und anhören müssen, aber eme solche Schadenersatzklage ist mir noch nicht vorgekommen! — Der Geklagte erklärte, der Kläger sei wegen Exzesses im Kaffeehause polizeilich mit 48 Stunden Arrest bestraft worden, seine Ausweisung durch einen Wachmann sei eine selbstverschuldete gewesen. Der behauptete Vertrag mit dem Kläger bestehe nur in der Phantasie desselben. Geklagtenvertreter Dr. Wenger beantragte außer der sofortigen Abweisung der Klage die Verhängung einer Mut willens st rase gegen den Kläger wegen offensichtlich mutwilliger Prozemührung. Der Richter beschloß, die anaebotesien Beweise des Klägerüber seinen behaupteten Schaden. durch..das Ausbleiben aus dem Kaffeehanse und die Gegenbeweise des Geklagten über die Berechtigung der- Ausweisung aus dem Kaffeehause zuzulassen, nno vertagte daher die Verhandlung. Ein jugendlicher Konjunkturritter. Gestern wurde die schon einmal vertagte Verhandlung gegen den jetzt 25jährigen Privatbeamten Emmerich Schiller zu Ende, geführt. Er hatte im Jahre 1922 seine Stellung aufgegeben und sich mit allerlei Valuten- und Effektenspekulationen befaßt, zuletzt auch mit fremden Gelbe. Seine Geschäfte waren verlustbringend, und. die Forderungen seiner Gläubiger, die schließlich gegen ihn die Anzeige erstatteten, beliefen sich auf eine halbe Milliarde Kronen. Im Zustand des Zusammenbruches gründete Schiller eine Bank und schädigte noch neue Leute. Einer seiner Komittenten büßte allein 130 Millionen ein. Der Angeklagte bestritt jede Schädigungsabsicht. Er wurde des Verbrechens des Betruges und der betrügerischen Krida schuldig erkannt und zu drei Jahren schweren Kerkers verurteilt. Er hielt sich Bedenkzeit offen. Copyright 1924 bj Nachdruck verbot«». Deutsche VerlagSansialt, Stuttgart. 62. Fortsetzung, Die Stadt au der Moldau. Roman. Von Auguste Hauschner. Ihre hochgezogenen Schaltern drückten heftigen Widerwillen a-us. „Das wirst du mir doch nicht antun. Rest?" Er suchte sich einen Weg zu ihrer Hand zu bahnen. ,L)hne 'dich ... es wäre eine Blamage sondergleichen, man würde glauben, du demonstriertest." Gleich,einem Igel rollte sie sich zusammen, um die Entfernung zwischen sich und ihm zu weiten. ,Dei unbesorgt ... ich bin dabei. . . aber gebe setzt, bitte, laß mich allein." Alle Hilfsmittel der .Haartracht und der Kleidung. Ein leichtes Fieber leistete Ersatz für Schminke. Es hätte des seinen schwarzen Striches unter und um die Wimpern nicht bedurft, um die Augen übergroß aus dem schmächtigen Profil zu heben. Eine junge Freundin war von Dhercstn, die um Nachsicht hatte bitten lassen, gebeten worden, den Hausherrn beim Empfang der Gäste zu unterstützen. Dieses Amt wurde ihr durch die geringe Zahl der Erschienenen erleichtert. Viele der Gäste entschuldigten die Ehefrau, so daß die Gesellschaft mehr einer Versammlung glich als einem winterlichen Rout. Tschechische und deutsche Elemente schieden sich wie Del und Wasser von einander. Nur in der Mitte des Saales erhob sich eine Insel der Permischung. Bankleute, Parlamentarier, Publizisten, die beiden Parteien angehörten. Sie sprachen den angebotepen Erfrischungen zu und schienen, in einiger Ungeduld, das Erscheinen des versprochenen Konzertgesanges abzuwarten, der ihnen erlauben würde, sich in den Nebenraum Aurückznziehen. Therese faß auf ihrem Lieblingsplatz aus dem Lehnstuhl, den der Japanschirm umschloß. Sie war der Mittelpunkt der kleinen Gruppe, die sich, ohne es auffallend zu betonen, fern hielt von Grenzenüberschrertung. „Sieht Frau v. Kvommer nicht aus -wie ein Tanagrafigürchen?" fragte Hauptmann Kurt Kollander seinen Nebenmann. „Entzückend, wie ihre zarten Glieder, von Kopf zu Füßen, tn die Falten des weichen weißen Seidenstoffes eingewickelt sind." Der Angeredete teilte die Bewunderung nicht. „Mir zu zerbrechlich. Ich traute mich nicht, sie anzurühren." Auch anderen entging die Hinfälligkeit der Erscheinung Frau v. Krommers nicht. Neugier zerrte an dem Schleier, der diese Frau in irgend ein Geheimnis hüllte, und dem Gerede .des „man sagt", „haben Sie schon gehört?" Therese lohnte in dem großen Sessel, unempfindlich gegen das sie antasteude Interesse. Gewohnheitsmäßig schnurrte das Räderwerk der Gesellschaftsunterhaltung vor ihr ob. Ihr Ich tvar ausgestoßen in eine Gegend der Verzweiflung. Josef Zahradi! trat ein. Es war seine Gestalt, sein Ton, seine Bewegung. Keine Botschaft zu ihr ging von ihm aus. Als sei die Leitung zwischen ihren Seelen durchgeschnitten, flammte nicht, wie sonst, ein Funke auf, -wenn die Pole sich berührten. Ihr war, als schlüge eine schwere Finsternls über ihrem Kops zusammen, und sie tappe in der Leere. Sie dachte: ist das Wahnsinn? Und bewies sich doch ihre geistige Gesundheit durch den Vorsatz: ich will mich diesen Leuten nicht zum Schauspiel bieten. Irgend etwas -hatte sie zu ihrer Nachbarin gesprochen, die eben einer anderen zugewende-t war. „heute nachmittags i-st er gest?rben." ,fU ist ihm zu gönnen." „Aber die arme Frau." «jSeit dem Tod des Sohnes 'hat er gekränkelt." 28. Dezember 1924 Nr. 2099 Volkswirt. England gegen die österreichische Rationalbankvolitlk. Seit einiger Zeit bestehen Differenzen zwischen. der englischen City und der Leitung der Oesterrcichischen Nationalbank. Die Bemühungen des Präsidenten Doktor Reisch. während seiner Anwesenheit in London, die Gegensätze zu übevbrücken, haben keinen Erfolg gehabt: es «mite ihre Erledigung auf einen späteren Zeitpunkt verschoben, zu welchem Zweck Präsident Reisch wieder nach London reisen wird. Wortführer der Cityansicht sind die „Times", welche in ihrem volkswirtschaftlichen Teil das ganze Problem aufgerollt haben. Nun scheint sich in dieser Hinsicht eine.Verständigung anzubahnen. Gestern beschäftigten sich die ,Limes" neuerlich mit dieser Frage und schreiben: „Das österreichische Volk werde gut daran tun. die Folgen zu 'bedenken, die sich ergeben müßten, wenn die österreichische Finanzpolitik von den Ländern, in denen Oesterreich Anleihen auszunehmen wünscht, nicht gebilligt würde. In den letzten Jahren, sei das Zusammenarbeiten zwischen den Zentralbanken innerhalb und außerhalb Europas bedeutend enger geworden und e's bestehe kein Zweifel darüber, daß jede bedeutende Zentralbank einschließlich der Bank -von England ein Zusammenarbeiten mit der Oesterreichischen Nationalbank auf daZ wärmste begrüßen würde. Die britischen Bankleute haben daher mit Vergnügen zur Kenntnis genommen, daß Präsident Reisch beabsichtigt, London neuerdings zu besuchen, denn auf diese Art ergeben sich die besten Aussichten, die Mißverständnis zu beseitigen." _ „Nritisch-Sesterreichischer Kompaß." Allgemeine Kredit, und Garantie-Bank. Die zwischen der Kompaß- Bank und der Brr t isch-Oe sterre ichilschen Bank seit längerer Zeit geführten Verhandlungen, -welche die Fusion der Heiden Institute zmn Gegenstand hatten, führten nunmehr zu einer vollen Einigung. Es ist gedacht, zunächst einen Umtausch von Mtten bet Brttisch-OesterreichLschen Bank gegen neu amszugebende Mtien der Kompaß-Bank zu vollzichen. Die zur Fassung der notwendigen Beschbüsse 'echorderLichen Generalver» scmvmlungen werden sofort ernbevusen werden, sobald die in Aussicht gestellten Steuer und Gebührenbsgunstigilnigen nach dem Fusivnsgesetze bewilligt sein werden. Infolge der entgeASnLmmnLnden Haltung der Großarttonäre der Brltisch- Oesterreichischen Dank, mit welchen eine Sondewerembauung getroffen werden konnte, wird den anderen Aktionären ein Umtausch derart geboten, daß sie für je drei Mtien zwei Aktien der neuen Emission des „Kompaß" erhalten. Ms neuer FkvmaworKaut wurde: ,-6ritisch-Oesterreichischrr Kompaß, Allgemeine Kredit- und Garantte-Dmik" gewählt. In di« geschöstSführende Direktion treten neben den bisherigen DirektionSmitglisdevn des „Kompaß" die Herren: Richard Kästner, Dr. Fritz Georg Steiner und Dr. Heinrich v. Wertheimstem ein, ferner wurde der Bank die Mitwinöimg des Herrn. Ing. Mlhelm Kestransk als finanzieller und indu- ° strieller Berater gesichert. (EntgsttUch.) Jas Schicksal der Lombard und Srkomvteban!. Der Ausgleich Heinrich Bromter. Deka-n-nÄich hat vor eviriger Zeit daS F iuan; ministerimn.an den Generaldirelktor D o n n e r, den Vertreter der 'belgischen Banque de outremere, den Auftrag erteilt, bindende Evkläriungen über das wettere Schicksal der Lombard- und Esikompteba-nL innerhalb kurzer Frist abzugeben. Direktor Donner ist aber nicht m der Lage, eine solche Er- Närung zu präzisieren, weil vor der Entscheidung der Banque de outremere die D i f f e r e n z e n der Lombard- ,Wieder ein Deutscher weniger aus der guten alten Zeit." Therese meinte, sie sei verpflichtet, teilzunehmen. ,Don wem sprechen Sie?" „Dom Ministerialrat Schlecht v. Montelupo, vom Vater des Oberleutnants Erich, Ihres alten Freundes." Therese sagte: „Ich habe als Mädchen in dam Haus verkehrt." „Die GanS", dachte die AuSAnftgeberin entrüstet. Es ist schon zu arg. wie sie es mit den Tschechen treibt. Jetzt verleugnet sie schon die Deutschen, denen sie früher nachgelaufen, ist. Therese war sich des Eindruckes chrer Antwort nicht bewußt. Sie war angestrengt 'beschäftigt, nachzudenken, um die zerrissene Kette zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit zu schließen. Erich v. Montelupo? Schinerzhaft fast, als müste er die Wand einer Zelle sprengen, in der er eingekapsclt gelegen ^tte, Zwängte der Name sich in ihr Gedächtnis. Ihr gegenüber, an der Stelle, von der jetzt die fremde Dame unzufrieden zu ihr hinüber schaute, hatte er gesesseu. Blaß, die eingefallenen Schläfen von blauen Aedercheü durchzogen. Unter den gesenkten Wimpern hatten seine Augen sie verliebt uwschmoichalt, „schön sind Sie geworden, Nesi". Ihr 'war, als zerklüftete der Bode.« ihrer Seele, ein Beben riß sie auseinander. Ans dem Untergrund ihres Empfindens wurden verschüttete Gefühle hochgeschleudert, in ihrem Herzen, eben noch ein kalter Herd, ein Häuslein toter Asche, sprarrg ein Qllell ans, heiß, belobend: die Liebe zu Erich v. Montelupo. Wie sie ihn geliebt lhatte, damals, als er etwas vorgobeugter Haltung durch den Saal geschritten ivar nnd die Tür sich hinter ihm verschloß (Fortsetzung folgt.)

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