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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-23 · Heft 2099 (23.12.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2099 (23.12.1924)
Date
1924-12-23
Page
– (sequence 1)
Language
German
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IPolen 20qmzyi Wien,1 Zum Abholen ip der Expedition, II. Taborshvl*3, oder in einer Verschleisstelle (Trafik) monatl. K 40;000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied,' 1. Bez. Wollzeilell . , Mit Postversand für Wi«r>, Oesterr. monatl. K 40.00: r Preis K 14001 lener Tschech o-S1owak ei Mo». K20 Jugoslawien 'Mon. DinaröO, Polen: Mon;3*/t Zloty, Deutschland Mon.Goldmark4, F r an kr., Belgien: Mon. Frcs. 15' N t h * a b 1 u b ge v EHWD W Pl'cJäerKohtinyeii vorb«tuilt«9 Eng land: Mon,4 Schilling-, Italien: Monatl. 15 Ure, Ru manien Mon..150Lei, BqIjyarieöMon.80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Free. 4. Redaktion u. Administration Wien, II„ Taborstf. 1—3 elephone: 44-0-38,43-3-19. . AböUhrabds. 21-102.25-282 IX. Universitätsstrasse 6—*8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichisches Postsparkassen - Konto Nr. 150.693 Nr. 2099 Wien, Dienstag, 21. Dezember 1924 k. IWrgang Sie Kölner Zone. am London, 22. Dezember. (Halvas.) Nach ans untrrrichie- 1er Quelle geschöpften Erkundigungen sollen Chamberlai n und der deutsche Botschafter in London wegen der Frage der Raum,un g der Kölner Zone in Verbindung getreten sein. Es scheine w e n i g w a h rs ch e i nlkch, daß die Stadt ach 19. I a n n e r werde geräumt werden, doch würde sich die Räumung wann immer nach dem 10. Jauner vollziehen können. * ■ Nicht nur m London, sondern auch int Paris und Brüssel sind die diplonnrtischcn Bertteter Deirtfchwegen der Räumung -der Kölner Zone vorstellig gcivor-den. Sie legten Meter anderem dar, daß eine n>:>cht erfolgte Räuinnng der Kölner Zone zu dem vertragsgemäß festgesetzten Termine die Kabinettsbildung erschweren, bevehnligsweise die^ politische Färbun.g -des neuen Kabinetts heeMflussen würde — zu deuisch: Drohung mit. einer R echt s >r e g i e r u ng, die ohnedies kommen wird, und mit Nichteinhaltung des Dawes-Planes, für die vm Borlvand gesucht wird. : Neberall tmwde den deutschen- Bertrete.ru die Antwort Zuteil, -daß es noch nicht fMtehe^.oib Deutschland die Bo^ auSsehungen-, von denen die Ranninng der. Kölner Zone gbhängt, Vox allom bezüglich der? Abrnstn ng, erfüllt habe,. ' '; ... Hykte. .trat. «iw. De -r sa il.le.s' - mtfe . dem" Bovsitz ‘ Kö'ch'Z^daLT iniTe’r«T^MTtl'€ ^Miiit är|omitce - znsamrnon und erörterte die von der. ttnteräMierten Mi-, litärkontrolllommissisn in Deutschland gelieferten Auskünfte. Das Militärkomiiee stellt nunmehr de-n Bericht zusammen, über den die Botschastevkonfereuz wahrscheiM-ch Mittwoch entscheiden wird. Bon.diesem Bericht hängt es in erster Linie ab. ob die Kölner Zone geräumt werden kann. Deutschlands Fopderungen für den Eintritt in den Bölkexbund. Berlin, 22. Dezember. (Wolfs.) Jus der No t e, die die deutsche Regierung zur Klärung der Frage der BeteMgung Deutschlands an kriegerischen Zlva'Ngs'maßna'hmen an den Genemtfekretär des Völkerbundes gerichtet hat, wird erklärt, angesichts der Entwaffnung Deutschlands müsse den: Deutschen Reich für alle -intevnMonalM Konflikte die Möglichkeit gelassen werden. das 'Maß seiner aktiven Teilnahme selbst zu best im men, sonst würde es durch den Eintritt in den 'Völkerbund'gezwungen werden, auf das letzte Schutzmittel eines entwaffneten Volkes, auf die Neutralität, zu verzichten. Auch nach dem Inkrafttreten des Genfer Pvotokolles würde für Deutschland alle Gefahr bestehen bleiben. * ' Der Note ist eine Abschrift des Memorandums vo>m 29. September an die Ratsmächte beig^legt,m dem für Deutschland einständiger Ra'^ss-itz-gefardssrt wird. Schließlich Wicht.. die ^deutW.MUieviWa. «m dem Memarandum-dle. gegebener Zeit aktn45 am Mandatssty.stem Völkerbundes beteiligt werde. Palästina in der Politik Mussolinis. (Von unserem Mailänder Korrespondenten.) *) Wie vorauszusehen war, hat die Völkerbündtägung in Rom die außenpolitische; Stellung . der Regierung Mussolinis wieder derart gefestigt, daß die sich jetzt immer mehr häufenden innerpolitischen Schlappen, wohl in Kauf genommen werden können. Es ist kein"Zweifel, daß Chamberlain mit seinem Besuch Mussolini einen Liebesdienst erwiesen hat, für den sich schon eine Kompensation lohnt. Vielleicht war sein Bestreben,' der nationalen Eitelkeit Italiens zu schmeicheln, ein 'wenig.zu stark geschminkt, und 'für einenenglischen Staatsmann besonders, in welchem man ja. gewöhnt ist, die Verkörperung staatsmännischer Nüchternheit zu erblicken,' enthielt die „Botschaft", die er vor seiner Abreise an die „italienische Nation" richtete, etwas reichlich. Ueberschwang. Aber immerhin, er hat das Rechte getroffen, und sein betonter Hinweis darauf, daß. er. sogar die Parlamcntseröffuung und die Thronrede in London verabsäumt habe, um in Rom sein zu können, hat den gewünschten Effekt erzielt. Wir stehen also zweifellos einer erheblichen 'Wiederannäherung der beiden Länder gegenüber, die umso begrüßenswerter ist, als sich in der letzten Zeit immer mehr Reibungsflächen ergeben hatten. Und wir stehen ferner der Tatsache gegenüber, daß England es ist, welches diese Annäherung sucht, während noch nicht klar zu erkennen ist, ob Mussolini die Absicht hat, mehr Nutzen daraus zu ziehen als eine momentane Stärkung seines Prestiges und seiner innerpolitischen Position. Wenn aber die Initiative bei England liegt, so ist es gar nicht möglich, hinsichtlich der Gegenstände einer Verhandlung an andere Dinge zu denken- MM »Mß-W^Haud-^-^^e7»4sÄlche--England^ zurzeit-einweni^M-Mftjelmeer-- Reue Ausschreitungen in Miskolrr.' Uebcrfälle auf jüdische Passanten. — Drohbriefe der Erwachenden. (Eigendionst der „Wiener- MoDgenzeitu-ng".) Budapest, 22. Dezember. Wie „A Reggel" aus Miskolez meldet, wiederholten sich gestern in der Stadt die U « b e r s 81 l e der R a s s t«s chü Hier auf jüdische Passanten. Sonntag abends traten Patron il l e n der demokrati'chen Bürgerutrd Arbeitergarde in Aktion, die an zlvel Stellen der Stadt rechtsradikale Störenfriede kräftig verprügelten. Di« Polizei bemüht sich um die Wiederherstelluttg der Rühe unter der Biirgerschäst. Mehrere angesehene Bürger haben D r ö h b r i e f e der Erwachende« erhalten. Der Ausftand i« Albanie«. Belagerungszustands Belgrad, 22. Dezember.. In Nordalbanien ist nach dort Meldungen des „Rjetsch" infolge.starker Schneefälle eine Pause in-den „Kriegshandlungen" eingetreten. Die Negierung hat für ganz Albanien dem Belagerungszustand proklamiert. ' Die sollst von den Kämpfen einlaufenden Nachrichten ergeben kein klares Bild der Lage. Wahrend bei' Kroja die Regiernngstruppen Fortschritte machten, haben die Aufsländischeu Biskopeja und Kukuz besetzt. Bei den: Dorfe Resch, 20 Kilometer von Skutari, finden erbitterte Kämpfe statt, in 'denen die AuWndischen schließlich die Oberhand behalten haben sollen. ' . , - ' / ’ ■ Aus Durazzo wird gemeldet: Der itali.enische Torpedobootzerstörer „Aüdace" ist in die Bucht.von D u r a z z o e i n g e l a n'f e n. Die Regierung hat außerdem noch zwei Einheiten nach San Giovanni di Med na und V a l ö na geschickt, wo sie bereits eindes. an gelaufen sind. Gin energisches Demeülr Jugossawrens. -Belgrad, 21. Dezember. Die Agentur- Avala rst ermächtigt, alle aus Tirana stammenden, in der.auswärtigen Presst wiedergegebenen. Meldungen über Teilnahme von Truppen des Königreiches, S. H. dem Aufstand und an den an der Grenze des Königreiches S. H. S. durchgeführten - Vorbereitungen hiezu als vollkommen falsch und in tendenziö.ser Absicht erfunden zu erklären. Sperrung der sugostawisch-albanischen Grenze. Belgrad, 22. Dez-ember. Die jugoslawische RegierMg hat die Sperrungi der Grenze gegen Albanien angeordner. Durch diese Maßnahme soll allen VoNwürfen, daß die Aufständischen in Albanien von Molstaiwischer Seite Unterstützung simden, die Spitze abgebrochen ivovden. , tzin Budgetprovisvrium in Polen. tEigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Warschau, 22. Dezember. Der Sejm beriet in seiner letzten Sitzung über ein Budgetprovisorium für das erste Quartal 1625, durch welches der Regierung eine Kreditermächtigung bis zu 450 Millionen Zloty eingeräumt werden soll.. Der Sejm lehnte ein dreimonatiges Provisorium mit 179 gegen 129 Stimmen a L, nahm jedoch auf Antrag des Abgeordneten R h m ein zweimonatiges Budgetprovisorium in erster und zweiter Lesung an. Der indische Rationallongreß. 'London, 22. Dezember. (Tcl.-Komp.) Der NationaU.culMeß ist unter >dom Borsttz Gandhis in Belgauly, in der Nähe vor: Bombay, zusammengetreten. 200 Delogierte haben sich bereits für die Non-Cooper a t i o n - B e w e g u n g aus-gesprochen, während nur elf Delegierte der DurcWhruwg der Non-Cooperation- Bewegung opponierten. Der neue Sberkommiffär für Syrien. Paris, 22. Dezember. (Tel.-Komp.) Der neue Oberkommisiär für Syrien, General Sarra.il, wird sich morgen in Marseille nach Syrien einschisfen. beunruhigen: 'Äegypten, Mar'okkonnh.' Pal'äst i n a, - ... .V-;/ Wenn man aber den offiziellen und offiziösen Verlautbarungen glauben würde, müßte man aünehmen, daß' von allen drei Problemen überhaupt nicht , gesprochen wurde. Don Marokko deshalb nicht, weil die Spanier nicht daran dächten, ihr Besitzrecht aufzugeben,. Von Aegypten nicht, weil das eine englische und. keine italienische Angelegenheit sei. Und. von Palästina nicht, weil — ja, weil? J ' Vielleicht das Auffallendste an den vielen Schweigsamkeiten dieser Tagung war das Schweigen über Palästina. Der Vatikan hatte vorher recht deutlich bekannt gegeben, daß er einen Vorstoß beabsichtige. Monsignore B a r l a s s i n a, sein Vertreter.in Palästina, der Triumphator im Kampf gegen die Oper „Die Jüdin" und gegen den „Doar Hajom", war speziell nach Rom geeilt. Man wußte, daß der V e r t r e t.e r S pa n i e n s, da ja der Vatikan keinen Vertreter im Völkerbund besitzt, auserkoren war, das Sprachrohr des Vatikans zu sein. Nun kam der Besuch Chamberlains Lei Mussolini. Der Besuch eines Liebes- und Brautwerbers. Marokko, Aegypten, die Genfer Beschlüsse, das alles mochte rasch und reibungslos erörtert worden sein. Doch wie stavd es mit dem heikleren Punkt: Palästina? „Sprechen Sie mit meinem Papa", hat Mussolini lächelnd erwidert. Und Ehamberlain tat es. Und der Papa'gab seinen Segen. - Von dieser Besprechung mit dem Papst, beziehungsweise mit dem Kardinal Gaspärry, ist wenig bekannt geworden. Dagegen ergab sich folgendes: Kaum Halle Chamberlain GasparrY verlassen, fuhr der spanische Vertreter vor, anscheinend, um sich seine Instruktionen-zu holen. Diese haben nun wohl dabin gelautet, daß er es nicht mehr nötig habe, sich in der Mandarskommisiion zu exponieren. Und in der Tat: der allgeinein crw-artcte Vorstoß unterblieb, und die Verteidigung, die Clnutberlain alsdann nur noch gegen den Bericht der Mandatskommission selbst zu führen h-ttte, war eine solche, daß sie von der italienischen Tagespresse als'a n ff a l l e n d s ch w a ch, k o n z i l i a n t und n.u r ' f ü r die zionistische Galerie in Palästina bestimmt charakterisiert wurde. Die Vermutung einer vollen Verständigung zwischen Chamberlain und dem Vatikan wurde überall aus- *) Siehe „Wiener 18. Dezember 1924. Morgenzeitung" vom 17.. und ersparen Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damen- und Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und WiTkwaren, Teppichen, Vorhängen usw. Im Warenhaus BSfl il Schiff mann II. Taborstraße 48 Telenhon 47*1-79 kn gros En dntalr

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