Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2096 (20.12.1924)
- Date
- 1924-12-20
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/2979076-2980834-2981179--21417-3008725- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wyls« WMrm M«v: Zub» AH^otes inde* up<i|h’m.'ll;TfliorM(; H oder! meiner VerseHleisstell e (Trafik 1 ie<3ipfl;i. K .40.000 Strsijtsenverkavf; in Wie» - dardb.-die .Kolporteure der Hnaa CÜofdflct«)nied, 1.6er., ■‘^:;;|Wonr^)efU.. IMat Pos!veraand kur Wiens Oeaterr. snenat!. K 40.00t Ts eh e e b o-S I o wa te e i Mob. K 20 lQ?o*)iwien ,Mon. Dinar 60.Po le o:Mou. 3*/« Zloty.-Deutschiand: Mon Goldmarl: 4, F r « a k r., ^elslen* Woe; Frcs. iS IpfT Ncehrabi uo?eo MO 1w' Pfayarthntninveii wwl>eVi»H«* England: Mon.4 Schilling, lt aI i e n.: MooaJ'. 15 4 hr, Ra ms nie »Mon. 15ÖI ei, BaIkarier) Man: ^0 I «wa. Schweiz apd das ubrigei ‘ Aasland t’ieh Frcf. 4. ReHatclmn n A finvmstratioü; Wien II., Taborstr. 1-»S | .eleptione: 44--n-3*,4>3»iy. i A'^Wirabd« 2M02.25-282! IX. Universitatsstrasse 6—-8 ] (Druckerei SleinmonB) Oester reichliches Post^par* Irawn - V nnta Nr 1 Wien. Samstag, 20. Dezember 1924 8. Kabrnaim Geistige MatnmenatbeU und i* —y.Söteit 20 DezembeL Die österreichische Land"skornmission. fürdie geilste ZufammenarbeiL der Nationen, hat. eine Sitzung rchgehalten. Das Gerücht, daß eine solche Körperschaft m der Donaurepuiblik exiliert, bestätigt sich also. Die Ideenwelt, aus der der Völkerbund als erster, unfertiger Ansatz -M einer geistigen und kulturellen Vereinigung der Völker hervoraeoangen ist. hat doch auch einen Ableger nach-Wien geschickt und es scheint, sich eine Gesellschaft gebildet M ha-ben, die ü-ber interstaatliche Angelegenheiten zu diskutieren pflegt und sogar den Mut besitzt, dies dem Publikum mitznteilen. Kein Zwüfel: auch. Oesterreich ist dom Strom der Zeit benihrt worden und man erfährt, daß diese Kommission da ist, daß sie^ sich mit der internationalen Anerkennuna der Di? plvme, . mit dem Unterricktswesen, mit dem Austausch vpn. Professoren, Studenten, urd Publikationen besaßt hat'und daß sie einen rusämmenfassenden Berscht an den PöHrbund-schicken wird. Es wich in Genf sicherlich Freude. erwecken, wenn mau dort ein Lebenszeichen aus der, verschollenen und äboeschrnttr'nen Kr^ttni'''-ede-l-nng;» Oesterreich erhält, einen! schriftlichen Beweis dafür, daß in Äesem Lande doch noch./geistige Menschen leben, die sich schüchtern M einigen. Prinzipien der Interyatiönali- M zu - bekennen wagen. u.nd daran fchney'Anstoß.meh- «tzm^datz -der'/BoMmpser/di«ses^M>a^ der Otgamsierung der Intellektuellen der- Pariser Philosoph.Henri) Bergsonist. der dem Judentum angehöri, . , . . . Oesterre ichistM ttglied / des Bölkerbündrs und so- M dessen Ppotektionskind. Es hat ans M-MASSAM«, lchhäWDelt garantiert?nnd-Wh. um-Hrchite-Wr die NepWikchomsihtz Oesterreich hatdafiir - die Verpflichtung übernehmen müssen, sich in die kulturelle Solidarität der europäischen Gemeinschaft einzugliedern und.in seiner heinDchen Politik, die Grundsätze M. beherzigen, die das Wesen der Liga der Nationen ausmachen und heute bereits allgemein bekannt sind, obzwar sie. noch nirgends zur Richtschnurfür ba§, ^1^0 Zusammenleben geworden sind. Die Erklärungen und Zusagen Oesterreichs wurden gerne entgegengenomnien. da ja dieser kleine Staat mit seiner-voll erreichten Einheitlick-keit 'der Bevölkerung am ehesten die Durchführung der Genfer ZjdWe.7zn pHoaHrleisten schien.. Mer es ist ganz anders gekommen. Oesterreich ist in der Mlturstala nach unten gerutscht und es hat seine Versprechungen unerfüllt gelassen. Die Kreise, denen die sagenWte LändeÄommission, für geistige' .Zusammen^ axbeit /angehört, sind mit dem Verspiel der inneren Brr-- dorfutzg vorängchangen und - das - goistrge Leben der HfluMtädl ist uMfä'hr -auf dem Budapester Niveau angekstmmen. Die.: Univresitaten werden von einem Mnn?- gel' -amWoniekte'x,'NjchWnnex-beherrscht,- tsie ihre BedeutungsloWoit durch nationalistische Rüpeleien 'wett-' zumachen i-uchen. Ihrer Jugerd haben sie nichts zu vermitteln als .dre Mnmlste s antijMfche. Literatur, den schäbigsten Haß gegen den sozialen Fortschritt und die Ablehnung der gerstigen Gemeinschaft mit allem, was M-t' ihves politischen Glaubens ist- Tie Kommission für geisttge Zusammenarbeit hätte immerhin Gelegenheit gehabt m der intellektuellen Welt Oesterreichs nach dem Rechtenzu schauen und in -Wahrung - ihres Ansehens die Wesse der chauvinistischen' Hetzereien zumindest zu kritisieren. Denn ihr muß es bekannt sein, daß nicht der Perbräuch von Seife, soichern die Art der inneren Verwaltung und ihres Verhallens gegen eine Minorität als Gradmesser.für die Kultur gilt, daß demzufolge Oesterreich-Vicht nach seinen wenigen gei stigen -Menschen, als vielmehr nach seinen Hakenkreüzlern, Frontkämpfern pnd ähnlichen gesetzlich geschützten Elementen beurteilt wird. $)t€ Kwrirnisiion ist sicherlich auf ihre Reputation bedacht und M. wird deshalb, wenn sie' ihren Bericht üher den Austausch von- Professoren und Studenten ftxsigstellt. auch-an d:e"e- Zustände an den Hochschulen beu^en^müssen, bie: Oesterreichs' Ruf in der gebMeten Welt. beschmutzen^Mt den Urheberndieser^Berhäumsse ist eines-Mstige.Züsammenarbett undenkbar. H . BeMn, 19.. Dezember. Z)ke Einstellung. der Verhandlungen des Reichskanzlers Sr. M a r x wegen Bildung eines neuen. Kabinetts hat fotorhl auf deutsch'nationaler a's auch auf demokratischer Seite lebhafte Unzufriedenhe it erregt. Das ,/BekWr Dagoblatt" meint, )die Verhandlungen des zdanzlerÄ.-' mkt^hen-. Parteien -femr bi^hex durchaus nicht völlig negativ verlaufen, sondern hätten eine ganz w e s e n t l i ch e K l ä r u n g der Lage ergeben. Tie K0alitran von We i ma r. hätte.a^S der einzige ietzt mögliche Ausweg Mbedirgt. noch ernsthaft in Erwcgung gezogen werden müssen. Das Blatt weiß weiter zu berichten, man erwäge in politischen Kreisen gegenwärtig den Gedanken, die Frage der Regiepu-ngsbi'düng aus der verfänglichen 'AtrmosWre" der Fraktionen hinauszurücken, indem der Kanzler-vom Reichspräsidenten mit der Kabinettsbiidung. betraut würde und sich frei und un- .b e h i n d err t- Wn den Parteien seine . Mitarbeiter dort suche, wo er st^ finde. Mit dem so zustande gekommenen Kabinett wüxde der Kan^er vor Len Ne'chstag treten und esi dem Parlament überlassen,, dann auf > Gvun-d des von chm zu entwickelnden klären und präzisen Programms zu der neuen Regierung Stellung zu nehmen. KeLve^^ MtstWtNK. des MerchstageL In Berstn waren gestern und .. . . ' ---- Zx, öf.um g dcs Re tchs- Lages vorzuschlagen. ■'L . -■ v ■ '•; Dr. Marx tritt nun rn einer Unterredung mit dem Führer der-WirtfchaftsPartei A'bg. R'owelt diesen Gerüchtenenjgegen>ünd'bezeichnet-es als unmöglich...in diesem Jahre noch einmal Reichstagswahlen vorzunehmen. Die nlmMchm Hakenkrevi-Ttudenten. Bud-p-st. lS. T-z-mb-r. Wi- „Sz Est" m-Hti» reft melbet, sind die Studenten der dortigen medizi N ische »Fakultät gestern in den Streik getreten und erklärten dem Dekän, daß sie die Vorlesungen nicht besuchen würden, so lange ihre Forderungen bezüglich des N u m e r u s e lau s u s und der Verwendunq jüdi'cher Leichname itn. anatomischen Jnstttut . nicht erfüllt sind. Unterrichtsmin'firr A n g h e l e s e« erließ da^mif. eine Verordnung, rn der er den streikenden Studenten drakonische Mäh«ahmen androht. Studenten, die die Vorlesungen behindern oder ihre andersgläubigen Kollegen beleidigen, werde», so heißt es in der Verordnung, aus d e r S t e l l e r e l e g i.e r t. Sämtliche Lokale der Universität werden zwecks. unnachsichtiger Durchführung der Verordnung mili täri s chbef e tz t. . Der Disziplinarausschuß der Brkarester Universität hat unter dem Eindruck die'er Verordnung unverzrg-ich das Verfahren ge^en die Anstifter der antise m r t r s ch e n Strsd en ten ausschrei tu ngen in der vorigen Woche eing*leitet. , ' Der Unterrichtsminister h-1 seine Verordnung auf alle tttiiversitäteü des Landes cvsgevchul und die militärische Besetzung sämtlicher rnmani'.cher Universitästn zur Aufrechterhaltung der vollen L e r n f r e i h e i t verfügt. Die Vorlesungen an der Buka- Mer Universität wurden schon heute unter milita sicher Mistenz'ah^e^lten. Die Stüdentenschast hat den Streik ah gebrochen. .. MDle Mchm Aradm«. , Jerusalem,--18. Dozember. (I. T. A.) Am 13. d. kam es S»'' 'einem -ernsten Zü-sammenstatz zwischen Angchör-i-gen des a-ngesohenen ' rnohammedanischen Stammes D a j e n i' und Wchen. des chrM'ch-arabischen- --. Stanmies - S t a u r i. Es gab V-etwundele' ctiiq: ö-eifeeu Seiten. Acht Personen wurden verhaftet. . An tmtleUofes Kabinett Marx? (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Bayrische Mir. Bewabvungs^rist fsiv Recbts- «nd Links radikale. — Hitler, Mübsam und Fechenbach frergegeven. München^ IS. Dezember. Die Korrespondenz Hoffmann mel-det halbamtlich: Das O b e r st e L a n d e.sgericht hat die Beschwerde der Staatsanwaltschaft vom 29. September gegen den Beschluß des Landger'chtes München 1. durch den Hitler und Griebel eine Bewährungsfrist bew!7igt worden ist, verworfen. Es erkälten also Hitler und Griebel für den Rest ihrer Strafbemessung Bewährungsfrist. Dagegen wurde vom Obersten Landesgericht der Beschwerde der s Htaatsanwa'ischaft gegen die Bewilligung einer BewLhrüngsfrist für Dr. Weber ftattgegeben. Vom Siaaisminister'mm für Justiz wurde heute unter Minderung der Strafen die . Strafvollstrecknng gegen Mühsa m, Sa uber, Karpf und Ol schewsky unterbrochen und ihnen für den Rest der Strafe B^e wahr u n g s f r i st bewilligt. Es sind dies die. , letzten Fe st u n gs gefangenen der R ä t e r e Pu bl i k^ die ' sich seit 1919 ununterbrochen in Festungshaft befinden. Fernerist F e ch e n b a ck>. Ga rg a s und L e h m.k e Bewährungrfriist für den-Rest ihrer gleichzeitiggeminderten SträfÄi bewilligt worden. Bei dieser 'Begnadigung ^rng dgs IuMstnini ftHri-llmvon dem StandPun-ktzMß»§daß^6 Schiülh' der drei Perurteilten nach dem .GütächtM' -des Obersten Hanbesge-richteK-- festzsteht/ daß eß qbep anaözeigk sei. die Strafen dem dom ReiHsaericht in ähnlichen Fällen angewen-deten Strafmaße anzupassen. München, 19. Dezember. <Wolff-> Wie bekannt, lautet - der Beschluß des Obersten Landesgerichtes auf s o f 0 r-. ' tige Freilassung Hitlers. ... K Dar tschechische Bramtmabbauqe'etz. Prag, 19. Dezember. (Tschecho-slvw. Preß-Nuvean.^ Das Abgeordnetenhaus hat heute die gestern an*» genommene StaatLbea-mtenvoviage in zweiter Lesung e rledigt. Sodann wurde das handelspolitische m ä ch t i g u n g s g e s e tz, womit die Regierung. ermächtigt wird, mit Zuistimmu'ng des Präsidenten die mit den ausländischen Staaten vereinbarten Hä n de ls v e r t xäge provisorisch in Wirksamkeit zu setzen, nach den Referaten der Berichterstatter umd nach kurzer Debatte angenommen Sodann ging das Haus in die Ferien. RMrrliche RaffenschWew"»sent. - (giKjenbicinft der „Wiener Moraenz-ettuna" j Budapest» 19. Dezember. In den Klubräumen der nationalen Un-crbh'in-giaseitrpartei (R a s se n s ch ü tz l e r) kam es heust abends zu einer S cb l ä g e r e i zwischen einem Kl.ubmitg"ied un-d mebreren Per'onen. die beburs Erledigung einer ritterlichen Affäre in den Klubl< kalitäten erschienen waren. Zwischen den Parteien kam es zuerst zu einem Wortwechsel, der dazu führte, daß der wegen seiner Msreichen Duellassären vielmals genannte Advokat Dr. Wilhelm Raab dem gewesenen Abgeordneten Dr. D a m e r zweimal ins Gesicht s ch l-n g. Kaum wurden die beiden vonernander getrennt und kaum rvar Tamer in ein anderes Zimmer gegangen, insultierte Tamer den gleichfalls in eine Reihe von u'itterlichen Angelegrnheüen verwickelten Arzt Dr. Klar tätlich, worauf der letztere seinen Revolver zog und gegen Damer einen Schuß abgab. ohne ihn sedoch zu treffen. Der gleichMs anwesende Journalist Tr. Pa ly i. der anläßlich der jüngstm Tumult'zenen in der Nationalversammlung aus dem Parlament ab^eführt worden war, warf sich dazwischen und geriet-mit Damer in eine Sckll^crei. Nur mit Mühe konnte man die Ruhe wieder- Herstellen. TTCf ersnarett Sie beim EinUauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damen- und Herrenwäsche, Le heilbaren, Strick- und W'»br wären, Teppichei, Vorhängen usw.H^“ im WarenhcU8 r Schiffmann II. Taborstrale 48 ••••iHot ^7»1*7r rn gros En detai* m