Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2093 (17.12.1924)
- Date
- 1924-12-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IP ölen 20 aro8zy j Wien: Zum Abholen in der Expedition, II.Taboratr. 1-3, oder in einer V er schleisstelle (Trafik) monatl K 40.000 Strassenverkäaf in Wie» durch die Kolporteure .der Firma Goldtichm!*dj 1.8er. Wollzeile 11 MH Postveraand kur Wleta ü Oeaterr. monatl. K 4Ö.Ö0( »euer Ta eha e h o-S I owa k e i Mon. K 20. Jugoslawien Mon. Dinar60. Polen: Mon. 3*/* Zloty, Deutschland: Mon. Gofdmark 4, F r a n Ic r Belfien: Mon. Frea. 15 MT *im bei Pnleerböbnavea fwMiwbi lPpet«i K England: Mon.4 S<hilling, (t a I i e n: Monat). 15, Lire,- Roman ie rtVfbti; ISO Lei, BnlgaVien MönV80 Lewa, Schwei t- »nsidasubrixa Mailand monatlich Frca» 4« Redaktion o. \(inijivatTatvoto Wien, I!., Taborstr.l—3 Telephone': 44-l)r3ö,42W»19. AbSUHr abds: 21^02,25.282 IX. Üniversit^Ürtrpsse 6—S (Druckerei ^tMmann) Oester reic'hiseh'^i’Poiitapar* Wissen - Kotith 50.69S ma Mt. 2093 Wie«. Mittwoch. 17. Lezemder1024 O.Mksaus ■ Da bk . emEliernde PÖftmltcoot der Sözicrldrmokraten die- ^WsKsdilW tz»m R.Werun>gsv-orla>gen nach wie vor. bechmdert,: wurde die gestrige ZMioinalratssitzimg zur Erledigung zweier ersten ÄKngeN' ^banützt, von Venen die eineden Entwurf über die Hostewdes Strafverfahrens bdtvas. Der Entwurf begegnete Mr. geri ngem Jntevesse. Um so lebhafterwurde die Debatte bei der ersten Lestmig des SHi lIingrechnu-ng.8gefe tz eK, " das im Gegens<ch zur Hailfung der Pveffe unh vieler wirtschaftlicher Kreise zismilich einhellig von Regierungsparteien und Qp* posttiost gob i-'llig t? wurde, allÄdintzs kommt ihm, wie der Mvnzmrn-ister Ahrer in der Emfühmngsrede hervorhoih,.nur Provisorischer Gharakter zu ' FinwuMmifter Dr. Ach rer. führte unter cmderm aus: Wenn dieses Gesetz auch nicht den Anspruch erhebt, als d e f inftive und endgültige Regelung auf dem Gebiet des Wäihstl-ugswesens aufgefaßt zu werden, so bildet es doch immerihm einen sehr wichtigen Me«ilen,stein auf dem Wege, den wir in'unserer wirtschaftliche EnM'Wun-g gehen und bisher gegauMN sind. Die Wivtschaftskrise hat getzsigt, daß man vom Schuldenmachen und vom Spekulieren nicht loben kann. Die festeste Bürgschaft für die' St-abilita-t der Wahrung ist mir die Ktmuiö» her Mtenbank. ' Ich verrate kßi» GeßermnnS/^ dieser Stelle onS wnstatieve. daß ..d^pS^nVaük-eim derartige ist. daß sie 'joden Am st ü r m Hegen ünsere Währung — angenomÄen, daß «n. solcher Linte ' — ' o l tr ii a lb sch l a g e n -. --MÄDDMchw.-llim- W,^Krmrenrech»mng auf eine ■ nichtiMatorische WidMheit' nmM.'einmal^ kommen:' Die. bösche.idonen/Ziffern,-die wir «ümnchr zu sehen bekommen werden, werden zwar die Illusion des GoWö.erfluss°s zerstören, sie' weMniaberAwöWllos ein Antrip-b für die Solidität' Sparsam Lai E sein." Die BöHLge über die G-ldbilanzen hoffen er schon m den nächsten. Dagen den wirtschaMchen Organisatilmen.und in den ersten JannertaMn dom Nationalrat übermittÄn m Itmrtcn. Für - die Privatwirtschaft ist die sabultative.?EinfühMmg der Schilling Währung vorgesehen, die' obligatorische. eE über Auorldnung' der Rlegieru-ng. Für die öffentlichen Haushalte, für die . staatliche Gesetzgebung und die BeWaltuug ist die obligatovifche SchMmgsrechnuM' vorgesehen. Wr stehen in einem sehr vovgeschvittenen Stadium dieses tihres, ich beaibsichtiae daher, lm Budgetausschuß um eine rrnächtigung für die Regierung zur Erlassung von ' Uebergangsbestimmungen, insbesorchenL betreffend § 4,. Al. .1, anzusuchen. Verhindert muß nach unserer U'ebmMlgung unter allen Umständen ei» allzvlanges Nebeneiuanderbestrhen zweier Geldrechnungen werden. ' - ' ' ' Wenn -ich nun «um dritten wichtigen PuM Lamme, nämlich' Mn Einfluß dehisSchillingvechnmvg'auf die Rechtsvevtzältnisie, so glaube ich, in. vier Lonkvvten Sätzen die Stellung des GefetzrL.- cha.rcMerisieren, zu. Lönnen: 1. An der htzstchrnden Rechtsordnung soll nichts geändert werden; . 2."dies« Ovmmvg wird nWevdiwgs bestät-igt und es wird himzuaefügt, daß dort, wo 'bisher Kronen geloistet wröden können, nach den gleichen Bestimmungen und dom festgelegten Umrechnungsschlüssel wunm-chr die Leistung in Schillingen möglich rst; 3. "ome -aridere Regelung ist vom StandvMEt der Wähvuwgskttlaruvgen des Finanzministers. gesetzgcbung ms unmöglich mch M'eAich .4. spezialgesetzliche Ä-u-swe-rtttng-en -werden dadurch nich-t beu'chrt. - Was die'Staatsschu>lden anlangt, so ist - bis zu dom Zeit- PuM,'in dom eine-andere definitive Regelung, möglich ift;: die Beibehaltung der bisherige« Uebüng betrtzGend die ZinsenKahtung und die Amortisation vorgeschen. Was das MünzklMtingent anbelangt, so, wird dasselbe auf. 14 S ch i.lll i n g a u s den Kopf der BevvAeM.ng erhöht. -Bis Ende-November wurden 3,790.000 Schilling, 62,000.000 Nickelmünzen zu 1000 Kronen; 52,000.000 Bronzomünzen zu- 200 Kronen und - 48,000.000 Bronzemunzen zu 100 Kronen, ausgogöbey/. ' Daß oi-e Notenbank in Vervollständigung des Systems daran gchen wird, . . . . Schillingnote« Herauszugeiben, ist ja siÄbstverstäMich: Mit.Rücksicht.'auf ine technischen Evfovder-nisje w.'rden iebenfalls bis End« 1966 noch Kronennoten ausgogeben werden müssen. Nachdem ichnun in ' kurzen' Umrissen' den mevi-tövischen Inhalt des Gesetzes Vovaesührt habe, möchte ich Nmr - Schluß nur noch einmal ausdrücklich konstatieren, daß es sich m diesem Gesetz nicht um eine dauernde Regelung Ä:s Währungswelsens handelt. Wir haben noch, wicht', die hierfür notwendige gefestigte allgemeine Wirtschaffslage und es 'Wehen m!deu mahMknden Maaten woch^ nichtje^W'äh'vungSvechälltnifse, die Voraussetzung hierfür find- Ez.fWktzürch.,chas Gesetz lediglich der vielfach -chaoMche .Zu-staH. W -AinW-ion -mit '.sich^MiMthat^sbchrttiO und eine. Pr^isvWche'.'MchMgder. Mn«' KeMesNesuhrt wluden, .sawsit' eS MM^MWlttziss-e.tzr< bMenfor-' .derL -Dre wektere"Zff>«salidietuug der Berhöltmsie in, LMexveich wird den Zeitpumr nSherörilDcht, in- Vnst-Me H-r-nndl e- "ende N e u o i d n « n g aüf dom GöW ' der 'Mchrnwg am latze fe-in wird. / " . . . > Dr. EiSler ^SozjaÄschokrat)- echÄb -entschieden dagegen daß.nwn et« endgültiges Devalvientngsgesetz ... .,. ohne sich -mit dem. Me'inren'tnevpwblem auSeinanderzusetzen. ,,Wir werden <im AiuSschuß zu. diesem Paragraphen eine Ergänzung beantragen, dcchingchend, Waß bei.'allen alten Kronen-sorderunaen, dre-aüs Privalrechtstit-eln stammen, der Richter nach.billigem Eintesseu zu entscheiden hat. mit welchem Betrage stzu erfüllen sind. Ab-g.,Dr. Hampel (großdentschV veMäwgelbe, daß die Natzionalbanl nich: dre. notwendigen Mätzwahmen getroffen hÄbe, daß neue Scheidemünzen noch vor dem 1. Janwer in verhältn-iSmäßig großen Mengen in die Wirtschaft einfließen. Dr. Gürtler (christittchsozial): Der.Fi-nan'.mm>ister hat in seiner Rede sohr stark den pvoviso'r-isä-en Charakter dieses Gesetzes.betont. Das soll sicherlich.nicht bedeuten, daß wir in der. nächsten, Zeit die Absicht halben, ohne Mm genden. Gnmd zu. einer anderen Münzeinheit überzu-gehen, sondern es ist ein Provisorium in dem Sinne, daß Äs l etz le«r Sck I u ßst-e i n auf dem Schillinggebäud? ein Gesetz erscheinen soll, das''selbst die radikalsten Wähvmlgstheoretiker.befriedigt. Ich möchte in diesem Gesetz vor allem ein Dertrauensdotum der Regierung für die Notenbank sehen, der Regierung, die nunmehr, die' Ueberzeugung hat, daß sie kein DiSagw riskiert, wenn sie nunmehr die Währmr-g wieder in eine fixe Relation^^ züm.Golde bringt. Dmmt war die lerste Lesung beendigt. - - - Nächste Sitzung': Morgen 'um 3 Uhr nachmittags. Re deutsche Regierunsrkrise. Noch kein designierter Kanzler. — Eine neue Cuno-Farce? Berlin, Itz. Dege-mVer. Der Reichsprästdent emG'mg heute zunächst bett Neichsta>gs>pväsident-en W a.l lraf, sodann nacheinander die Führer der Parteien - zu Einzolausspvachen über die pollitische Lage und die Frage. der- R e -g i e ru ngs b iildu ng. Der Vertreter der bayrischen BiMAPartei, der -noch wicht in Berlin eingetvoffen ist, wird voraussichtlich morgen vormittags vom Reichspräsidenten empfangen werden. Bor morgen mittags ist eine Auftvagserteilnnig znr Bilivlvng der Regierung nicht zu erwarten. Ueiber die Befprechmtzen des ReichM>nzlers nni den Parteiführern Vevläutet, daß die D e m o k r a t e n sich für die große Koalition »fö einzig mögliche Lösung der Krise <msfprachen> worguS zu föbgern wäre, daß sie:es aAehnen, an einer BürgeM-ockrtzgierwng t-eilzunehmew.' Die SozialdemoLraten eErten, sie seien bereit, ein neues Kabinett Dr. M a r x zu unterstützen. -: Wie allgemein angenommen wirb, dürfte S tr.e s ewittnit mit der RegierungM'ldlrng. betraut werden. Ein deutschnatpona-les Blatt spricht von. einem „überparteilichen" Kv>ntzler, also einer neuen Auflage der seinerzeitigen politischen Farce Cuno, die fo traurige Folgen Mr Deuffchlanid hatte. ' '- Ae MiMrkontrove in Lefteneich. Generalinspektion bei der Industrie. Amtlich wird ge-moldet:. Um die. m-il i tä r i s ch e Kontrol-l'tätigke.it in . Oesterreich . abzu-- schließen, Hot die Botschafterloallferenz eine Generalinspektion. durch das Liquidaticusürgan des interalliierten Heevesirbevlvachu'NgsaüMiusses verfügt und hiezu dieses Organ um mchrere französische, englische und italieni'-sche Offiziere verstärkt. Diese Generalinfpektion wird -schm in den nächsten Tagen ^beginnen und sich sowohl auf das Bnnde'sheer als auch auf die Privatindustr ie erstverken. _ .; Las Befinden Herrin«. Parts, 16. Dezember. (HavaS.) Der. G.estmdhettszustcmd H e rr i o t 8 hat sich g e b e s s e r^ doch muß er noch weiter dar Bett hüten. (Bon ünsere-m Mailänder Korrespondenten'.)^.' ' - Mag man Musfoluns Herrschaft noch'.eine^ kstrzeve oder längere,DMer prognostizieren: man. soff sich,!nicht verleiten lassen, die innenpolitische EHwichlst'Ä Ä.^UenS. für wichtiger zu nehmen'.als di<äntzenpöMsH§,'M^ rM ohne Mussolini,. mit .oder ohne "FaöziJVMZiHlrv' das Schwergewicht der konnneiiden AM - . 'letzteren liegen, und es. ist Zeit, zu 'bögrÄ-ftttsH^'Mch.^n . dieser Hinsicht Italien erst.am Anfäng, 'nW-aiftr' Ende steht. ’V V.;1-; v’- .*; Aeuherlich betrachtet, erscheint, ^äDen.-i.zim-aH't - durch-den Ansgang des Krieges satnrierl.^ / Es hat-mit dem Trento den letzten Teil des als historisches. Recht beanspMchten nationalen Gebietes, erhalten.' u-nd.'dAM.it'.dert SchlnWein zu.jenem- Prozeß nationaler'^ Ein-heits- und Freihsitsbewegung gefetzt, den das deutsche^^Polk-l8.71^ fm Spiegslsaale zu Versailles vollendete. Risorgimento, .die Hanptideologie Iwlieris'' fiKs.hu.ichert fahren, hat-damit ihr Ende gesunden. Sott MWmnderten ist Italien euldlich von lmn'Pruck'-rm Nopoen,.von-der steten PryhMg,-.von. dock'.aus 'KbeMnnt wUden. befreit. Mer Las bedeutet nicht die Lösung d.er.-'itgWrKschen - Prohlefine, es -bedeutet lediglich die A^lichN^'stWMhr. in- Ruhe nnd mit genügender' MchendeÄ^n^ -Zö- -funig'.dÄfer'P'rMivmeshevanArE^ V - TWm-^s^MenMch^' MKß Problem der Nordgrenze und ^tcPAMeM'rWMMwr'''' MM kMns Es^ ist vielmehr eist.Emigmtionsp.r.MeiN^ -Md.v .eW.i sßr-W»mdes' Etielmeechs. ÄM Mk.610 " Meter-hatte'.MMn.vor^ptKisiegeM WiNytzen Me-nschLN 'Au^nähren^ während Fvänikeich Kr feiste. 39'M'lliönen mit '580.646 OniadvaMometer das Doppelte besitzt. Der MMche BevöUev^sAÄMM.'he^ als eine-Million oder (1914). 31,1 Pwmille, iy MutMand 27,4 Promille, in England 2.4,1 Promille, . ist iFra-lktreich 18,1 Promille.. Daniels besaß Italien, 'noch recht wonlig Jndust-vie und die jÄhrNche. sächlich nach Amerika, war enorm. Heute leben'vieAeicht 10. Millionen Italiener in der Diaspora! Aber, selbst in den. letzten drei Jahren, wo ..schon. .ei-ne amerikanisch einpovgezüchtete J-ndnstr-ic neue Archeitsinöglichke.iten geschaffen hatte, betrug -die. Auswanderung^ ' 300.000 und 400.000 im Jahre. Diese UeLerdsvdMrpng beherrscht vollauf das ProAem itaAemscher PMEl AtH ihr erklärt sich der Zwang, den - JiMtstrrakisiervngsprozeß immier weiter Vorzutrevben, auch wo er-große §Mer beansprucht, aus ihr aber ergibt sich aüch der Zwang, iw'eine noch so große Jndnstrie immer-Mr emen. Bruchteil des Bevölkernng^nschüsses',äbsÄvieMt kann, dieDrengen italienischer EnPützzöne zu^ erweitern. Dcyu können natürlich nicht die Gehtrosdörfer ich Trento. dienen — dazu muß sich der Mick dorthin richten, wohin er - sich ohnehin. richtet, weil die geographische'.Struftnr dieser langen und schmalen Landzunge ins Mitte-lntestr estvas anderes gar nicht, möglich.macht: übers Meer. ' . Schon lange'vor'seinem Aufstieg hat Mistsolini diese LeMnie italienischer Politik begriffen. In ihr Erblickte er, noch als Sozialist, die Reäftfertigung. der Eroberung von Tripolis. Und am 18. Dezember >1919 begünn.er einen Aufsatz mit den Worten: „Mehrmals Kr das Deutschland der Hohenzollern gilt es filt -Jtalien, daß unsere Zukunft'ans-dem Wasser liegt." i ,,Jchlia llnovinäri, avan-ti!" läutete der bezeichnende Titel.dieses Aufsatzes, in wachem er ein Progra-rmn Kr den-Aushati der.'wichtigsten italienischen Häsen anfstellte. Acht:'Mge' später konkretisierte er dieses Programmunter,' dem- Titel „L'Jtalia e l'Oriente", und hier MlL^sich nun deutlich die Richtung jener Expansion aus, die keiner fo zielibewußt verfolgt wie Mussolini, die aber auch ohne uftd -nüch Mussolini an Schwerkraft nichts verliiereywird:5 Ditz Expansion zur „dominante del Meditervgsteo" 'h^r Richtung nach dem Osten. Es-ist wichtig, die Pegrün--- dstng dieses -Artikels im einzÄnen zakennen: .', .. '^ Italiens Kohlenbchars betrug 12 Millionen ToM neu pro Jahr. Zwei hiervon kann das Inland nitf-brrn* gen, durch weitgehende Elektrifizierung kann man Knf Seidentrikotkleider 118.000 LLS. a-.^S Kann & Fried äÄÄ