Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2090 (14.12.1924)
- Date
- 1924-12-14
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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IPomb 20grau; Wien: Zum Abölen»In d®f Expedilion.il, Taborjitr. 1*3, oder in einPrVsksoble^stOlf» (Trafik) monatf. K^.ÖOO Straosenverkauf ij» Wen durch die Kolporteure der Firma Göldseüihird.l* Lee.) Woilzeile 11 Mit Poitvetaandfm Wien v Oasterr. monatl. K 40,00* Ts eh e e •» e* S lov* ake: Man. K 20 («wöalawien Mop. Dinai 60.P o I e n: M on. S*/* Zloty, Deotoehland: Mon Gold mark 4,F rank r., Belgieni Man. Free. 15 V’v- , ' jener WU* Naab»afc •u n »ob "WB b«S PrrfwWlniiitM vorKnfcnlV«* —— 9t. 2090 W—WW—I ffiien. BoawtoB. 14. Lerrmb« | pppi-, k iaoo| England: Mon, 4 Schilling, Italien; Monatl. 15 I irr, Rumänien Mon, 150”! ei, Bulgarien Mon. 80 I ewa, S c H w e i t und das übrige Aasfand monatlich Frea.4, Redaktion u. AdminiatratioU ‘ Wien. H„ Taborstr. 1—8 ieiephooe: 4 4-0-38,43-3-19, Abdühr abd«. 21 -102.25-282 IX. Universitatsstragae 6—8 (Druckerei Steinmann) Oesterreichischea Postapar* Konto Nr. 150.688 6. nafimong G» Der Völkerbund in Nom. —7. Wie«. 14. Dezember. Re Annahme des KommMonsbrrichtes. Genf, 12, Dezemlber. Heber die Behandlung des Boei^ies^ der M^ichatAkommiffAm' im P le«um des , VolkerVundrotes werde« nachträg/ich die folgendirn- Details bekamt: Die Debatte fanid am Mittwoch den 10. -.statt. -. * Der schwedische M'nister Undea erstattete den Bericht der st findigen Mandat skommissi o n, in welchem bekanntlich aus die doppelle A n sga b e der englischen Verwaltung m Palästina hrngewiLfen wird: einerseits das NattoMheim für das indische Volk zu schassen und andeverseits den Bedürfn-iffen der Ortsbevölfcrn'ing zu entsprechen rvnd deren SeWverwaltN'Ng entwickeln zu helfen. Mit Br-zug ans die M'sche Ein- Wan'devuing wurden nähere Au s tun sie Verl a n g t und es wird bemerkt, „ob die Cm'wanderung vielleicht nicht iimmer nn Verhältnis ymc ökonomischen AnfnahmMhigte'ü des Landes stand Md ob die Eiinwan'derer Mich stets unter Bernck sichtig uKg der landwirtschastli chen, kam merz! ellt n « n b i n d u st ri e l le n Notw e n d i g te i t e n des Landes angssiedolt worden find". Minister Umden schloß den Ber'cht mit. der Bomerkumg daß die Kcmtmissian bemüht war. ihrer Ausaade in bester Weise yerecht zu werden, und da ß d i e- Sch wie r i g k eite'n i n de mPalastinama «da t selb st lägen. DeerMlifche^ Autzenmia ster Hawberüüa - epgrisf hierauf das Wort und sagte, er müsse der Belt^rkumg ddr MandatÄkomm-lffron mit Pezug aus daS Einwandererelement.entgegentreten. Die kevnes-wegszahlroichen jüdischen H-nwanderär in Palästina entsprechen durchaus den Be- Mvfnjffen des Landes. Sie seien landwirtschaftlich Wohl äusgebildet und wo dies nicht ganz der Fall ist, passen sie sich schnell den Verhältnissen am Das zoigen die ReMate "Hrer Arbeit, Insbesondere kn Galiläa. Andererseits wanderten m Palost'ina bemittelte Personen ein, d'e zur industriellen und la-ndwirttchastlichm Entwickelung ^des Landes sehr viel beigetragen haben. Der Präsident der Ma.ndatstcmm'issian Marquis Theodolk, der Mrains das Wort ergriff, me'mte, die Kommkffion habe der brA^chen Verwaltung Palasttms Anerkemnng gezollt, sie habe es aber als ihre Pflicht betrachtet, die Verwaltung aus die gl ei ch m ä ß i g e Beobach tu ttg de r beiden ihr obliegenden P fl ich te n aufmerksam zu machen. C h a m b e r l a i n ergriff dann ein zweites Mal das Wort, um das Verhalten der Mandatskommission in der Frage -er arabischen Beschwerde zu kritisieren. Chamberlam bemängelte es. -daß dre Kommiffion, trotzdem Sir Her bertSamuel die arabischen Beschwerden durch Tatsachen widerlegt hatte die arabischen Petenten aufgesovdert hat, ein neues Memorandum einiAlreichen. Die Ausführungen des englischen Außenministers waren in einem ziemlich scharfen Tone gehalten. Zum Schluß genehmigte der- LöKerlbmt!d«rt den Bericht det Maudatsk-ommisfion. ' Der BALerlbuudrat deschlloß, in der Frage der Ver- LeA-ung - der oitomanischen BorkriegSschuld aus die Nchhfolgelander einen Schiedsrichter zu errne-nu-ßn, der alle Differenzen ervtfcheidon -MöDw-N^ruopg.Ha^ -lästiwas hatte nqruTch gegen die .Gnt^che'iduntz der im-rev-'., . naWaleN '-5^AH^.Mv7Ä«WrWM, ^r MiMckWen..- ^BdDiegsWlWn vember in^Konshantinopel DöNeßbuMat:! gerichtet. ch u l a u t e i l P a l äst i u a s laut der Mtscheidung der Kom- ' Mission 5.V00.MV Pfund. SchM im Wrmerden Marz soll PalWna 116.737 türkische Pfund, int sOlgendeOMärz 255.644 Pfund und den Rest iu 20 JÄhvesuaten von je 173.000 Pfund zahkeu. 'Außerdem hätte die Pa-Mmaverwattung in einer Zeitdauer von 20 Jahren 38.50^ZPfund jährlich auf die sM Märs 192V aMesam-melte Schuld zu zahlen. Außerdem «och in den nächsten fünf Jahren- 5514 Pfund jährlich. Die Wästi-nareg-iemring hält die Ettkfcheiikduug der SchwÄeMmmDion schon deshalb für 'Ungerecht, weil die E i n k ü n s t«' au S de r H e d s ch a s - E i s e nb ach n in die Basis Palästina oingeMossen sind, wodurch . die früher für Palä-Mna angenommene Basis u-ngsbührlich vergrößert wovden ist. M deMr Retterungslrise. I Die PMspartei^ soll die Regierungsbildung Übernehmen. '^dienst der „Wtner Morgenzeitung".) Persin, 13i Dezember. Der. Reichskanzler Tr. M a r x hatte heute eine Besprechung mit den Führern der Sozialdemokraten, die der Ansicht Ausdruck gaben, daß die Wahlen eine Bestätigung der bisherigen Reichs- und besonders der Außenpolitik bedeuten und daher nur eine Erweiterung der Regierung nach l inks in Frage komme. Im Falle der Bildung einer Rechtsregierung würde die Sozialdemokratie in schärfste Opposition treten. Nach dieser Aussprache Verlautet, daß der Kanzler den Fraktionsführern bestimmte Vorschläge gemacht und, mitgeteilt habe, daß die Neichsregierung Montag ihr N ü ck 1 r i t ts.gesu ch überreichen werde, Allgemein wird angenommen, daß her Reichspräsident nunmehr die Vertreter der deutschen B o l k s p a r.t e i, die die Bildung einer Rechtsregierung am eifrigsten betreibt, mit der Regierungsbildung betrauen werde. Dadurch wird die Verantwortung für die Krise jener Partei zugeschoben, hie sie verursacht'hat. Es scheint, daß Stresemann. sich vor ' dieser Verantwortung fürchtet, weshalb er auch sich ,,1m Wahlkampf" eine „Grippe" zugezogen hat. . Die Kandidaturen fsir die RelchsprLfiventfchaft. Wie die, Blatter melden^ beabsichtige die deutschnationale Volkspartei nach Beendigung des Rothardt- Prozesies mit- Nachdruck den Kampf gegen E b e r t auszunchmen. Für Neuwahlen des Präsidenten sei in deutsch, ' nationalen Kreisen als Kandidat der bisherige Reichstagspräsident ffiolraf ausersehen.^Die deutsche Volkspartei kandidiert ihren Dr. I a 11 ei. Set siegreiche M»M in Marokko. Madrid, 12. De'emlber. (Havas.) Nach amtlichen Meldu-ngen haben die letzten Operationen in Marokko zu einer vollstäMgen Wrederheristellnng der Posittonen in den Abschnitten von C e u 1 a und T e t u a n geführt. Nach einer a-mVichen Mtteilkmg 'ans Tetuan haben die spamschen Truppen <vtts ih-reim Rückzug längs der Straße nach Scheschaiuen Benkarreh erreicht. Abschluß der Berbondlunge« mit dm Lelegrodheu« und rekevbonanoeftelite«. Die. Lohnlböweg'UNg der Te^egra'phen- und Tslephonanaestellten wunde gestern vormittaas zum Abschluß gebracht. Um 10 Uhr fand' ein« erweiterte Sitzung des ZentralauSschusies der TolegraPhen- und Telephona>n-7est.ll'en statt, in der däe zwischen den Unterhändlern und der Generaldivektion getroffenen Vereiltlbavungen e i n st i wm«g g einehm igt wurden. Für die Buchebuug des Mfumßwanoes. Dexi Tiroler - Landtag aenchmigte in feiner gestrigen Sitzung einen Antrag des Rechtsausschusses, worin die Landesregierung anfgesordert wird, bei der Bundesregie-- rung anzuregen,'Verhandlungen mit dem Aus'and we^en Anshebung des Paßzwanges auszunchmen v^d Mist m-it der Aufhebung des Visums für Oesterreich vorzugehen. .. Die römische Tagung des Volkerbundrates ist gß stern zu Ende gegangen. Sie Hatte in den sechs Tagen ihrer Beratungen ein geradezu riesenhaftes Material; zu bewältigen, däs alle Probleme der europäischen Politik umfaßt, die nach dem Kriege ausgetaucht sind und an die die Oeffentlichkeit und die Regierungen ihre ganze Kraft setzen müsien, ohne daß es bisher gelungen ist, te irgendwie'zu meistern. Im Vordergrund stand die * llbrüstriligsfrage. Es ist.noch in Erinnertrng, daß die lAenfer Konferenz in lobenswertem Eifer diese Angelegenheit wochenlang in Kommissionsberatungen behandelte und daß sie trotz des besten Willens nur dazu gelangen konnte, einige empfehlende Resolutionen zu fassen. Auch dieses bescheidene Ergebnis besteht heute nur mehr als Archivmaterial. Die konservative Regierung Englands hat sich sofort von Sinn und Geist der Beschlüsse losgelöst und durch ihren Plan der Neu-' befestigung der Flottenstation in Singapore deutlich gezeigt, 'wie weit sie von der Entwoffnungsidee entfernt ist. Benesch, der sich tapfer und energisch für sein Kind, einsetzte, hat lediglich erzielen können, daß für den 4. Mai eine neue Konferenz anberaumt Wurde. Daß in der Zwischenzeit zwischen London und den Dominions keine Einigung auf pazifistischer Basis zustande kommen kann, darüber wird der tschechische Außenminister nicht far ZtvHfel:fein.: Bielleichtivird^ diese Konferenz zttsammentreten, vielleicht wird Amerika teil nehmen, - das eben jetzt den Ausbau der Kriegsmarine votnimmt.' Dü^dew.FMdech känn wird'^ichGWruMeMM /erzielt-werden, solange imperialtstischL ünw Gleich-' gewichtstendenzen mit den Forderungen der^ kulturellen und polittschen Solidarität aller Völker b- Streite liegen. ch . \ . Man ist bescheiden und genügsam geworden. Es' ist schon dankenswert, daß es internationale Besprechungen gibt und daß in ihrem Rahmen Wenigstens eine Aufzahlung der Sorgen geschieht, die die Staatskunst heransfordern und hinter denen zuckendes Menschenleid sich birgt. Opiumhandel, ^Kinderarbeit. Flüchtlingselend, das Dasein der Minoritäten, der Verfall der geistigen Arbeit — all das beschäftigte sechs Tage lang die Kommissionen und führte zu Beschlüssen,' deren wohlwollender Inhalt nicht zu unterschätzen ist und die sicherlich auch eine wenn auch geringfügige Bessenryg erzielen könnten, wenn auch die Macht zur Tal dem Willen entsprechen würde. Eine Tagung nach der anderen wird einberufen, rauscht vorbei und endet, und jede'neue findet das gleiche Programm , für ihre Arbeit vör. Der Grund liegt vor allem darin, daß der Völkerbund eben nochimmer nur eine moralische Autorität besitzt und daß es in dem Europa von heute umsdie r Geltung des Moralischen, das sich angeblich von selbst versteht, schr schlecht bestellt ist. Auf die Tagungen des Völkerbundrates setzen Flüchtlinge, heimatlose Wanderer, die grauen Massen der Zaungäste der Politik, ihre Hoffnung. Tausende von Memoranden. Beschwerden, Bittbriefcn strömen in Genf zusammen, geben ein grauenhaftes Bild des; physischen und ethischen Verfalles und bleiben letzten Endes doch ohne Wirkung. Aus ' ebenso viel Gründen, insbesondere aber aus der niederträchtigsten Erfindung der diplomatischen Giftmischerei, aus dem Prinüp der Nichteinmischung in innere Angelegenheiten. Dieser Grundsatz ist die logische Folge der Theorie von dem übermenschlichen Staat, der fi<| m seinen Grenzen einkapselt und nur die.Jntern'ationalität des Geschäftes und der Cholera anerkennen will. Der Haß und das Elend sind stärker und sie werden, da sie niemand als Erkrankung des gesamten Körpers behandeln will. Werkzeuge der über alle Gren- ’ zen triumphierenden internationalen Hetze gegen den Frieden und die soziale Versöhuurtg. Der Völkerhund besteht aus - Anhängern dieser , Staatstbeorie, aus Vertretern von Regierungen. Er ist ein M'ttel der Politik von sichtbaren und, wie gerade in dieser römischen Tagung erkennbar war, von unsichtbaren Faktoren. Wenn man die vfsiziellen Berichte durchliest, dann gewinnt man den Eindruck, daß Große üben die rasch stadtbekannt gewordenen b lügen Pre'se in guten Stoffen Iftiden» und Lcinenwaren bei Kann & Fried VI. Linke Wienzeile 40 (Im Hofi)