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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-11 · Heft 2087 (11.12.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2087 (11.12.1924)
Date
1924-12-11
Page
– (sequence 1)
Language
German
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rrr; | Po e n 20grosz;I Wiens Zum Ab^olen in Her Expedition, H. Taborstr. 1-3. oder in einerVerschleiastelle, (Trafik) monatl. K!4(>,0OO Strassenverk'auf in*. Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1- 6er., Wollzeile 11 , Mit Post Versand für Wien i Oesterr, monati. K 40.00< Tscbe c " o-S I owa k e * Mon. K 20 luiyoslawirn Mon, Dinar 60. P o I e n: Mon 3*/* Zloty, Deutschland. Mon. Goldmark 4, F r a n k r.f Belgien* Mon..Frcs. ** (V9* N« eh * a h 1 u o <r n TM# ’.ei Prei-^rti^Vumoen vorhehaHer ,i t* I) •' r ”('■ 'i U W 7. * Pne\n K 1400 mm <>•: «.v,V tv.fi England: Moh,4 Schilling, Italien: Monat*. 15 i irr, Rumänien Mon. 1501 et, .Bulgarien Mon. SO I ewa, Schwei* und das übrige Ansland mon fich Fres. 4, Redaktion n. Administration Wien II., Tabor8tr,1—8 l eiepuone: 44-U*3h,43*ä«i$,i A’ 6tIhr ahda.21 -102.25-282 IX. Universitätsstrasse 6—8 (Druckerd Steinmann) Jesterreichisches Postspar* kamen - Konto Nr. 150,6^8 Nr. 2087 Men. Sonnerstqn, 11. Dezember 1924 6. rialitgnna Die Bölkerbuntzlarmns. Die MrüstUnMonfetenz. — Die Mandate. — Die Resolution des arabischen Kongresses. Rom, 10. Dezember.. Die. gesUge...GtzmtgMMW- WridWesiHÄ den Vorschlag'Dr. B^ ne.s ch^ die A L-' rüstungsko nfereuz am 4: M«11925 abzuhalten, einstimmig an-genommen. . Heute - nachmittags: fand. Me: dritte öffentliche Sitzung - des Volk e r b u n brate s statt, in welcher der schwedische Delegierte über die Mandate inSyrien, P a I ä st i n a, Römern n undKong o referierte. Der Bericht wurde zur Kenntnis genommen, der Beschluß des Araber-kong-resses den Mächten übermittelt und England geboten, über die Mandate C und die Verhandlnugen mit Amerika zü berichten. Nachdem hiezu- C Ha m b'e r lain 'gesprochen -hatte, wurde der Bericht über die t ü r k i s che S ta a t.s schn l d in Verhäng lung gezogen und. gemäß .Artikel .M des Laufanner Vertrages aus MfiWn?der Meichlschen.'fW^Ksischen^ bulgarischen und Mrkisl^-.RWiemng.einMchiedsBchter ernannt. Die Per-sönil-iMil 'wird vom G-enerals-pkretariat. bekanntgegeben werden. ' ' ' ' . . ' ' ' E h a m'v^r lla in berichtetesodann Wer Ä i n d e rsch'll'tz u n d F'rauenha ndel. Betreffs des K'.nder- Mtzes 'wurde - die Zuziehu-ng 'toott fünf Neuen Mitgliedern zur bisheriges Dufgliedrigien.Kommission: beschloem Die. nächste Sitzung dieser Kommission findet'amt 17. Februar statt. ' ■; . - Hieraus würde in geheimer: Sitzung 'über' - die Ein» Mxrtg Ä .MMüM^LWiWMDWerLWeMMr gefaßt. Wie: die Blatter melden, haben sich 'die geheimen Beratungen des Bölkerbündrätes über' die MilitLrk-o n t r o l l e vornehmlich um die Frage gedreht, ob das Präsidium dieser Kommissionen ausden neutralen Staa»-' ten genommen werden solle oder aüs den ehemals kriegführenden. Letztere These habe überwogen. So werde der Präsident der Kommission in: Deutschland ein Franz ose sein. Auch Wer die 'Wahl der Kontrollkommissionen für Ungarn und Oest erreich habe'ein M e i n u n g s a u s t aus ch stattgefunden. Die Beratun-' gen des Rates durften am Samstag zum Abschluß gelangen. . : , ' Die nächste öffentliche Sitzung des VöWerbuudrates find-et morgenum 4 Uhr nachm ittags statt. Auf -der Tagesordnung: dürste die Saarfrage stehen. Chamvrrr^ins Konfevenzen im Vatikan. Rom, 10. Dezember. (Tel.-Komp.) Der englische Außenminister;Austen Chamberlain hatte heute eine halbstündige Unterredung mit dem Papst. Dieser Unterredung hat kein Zeuge Leigewohnt, da der Papst das Englische fließend.geherrscht.. . Chamberlain begab sich darauf zum KMinalstaatssekretär 'Ga s p aw r i, mit dem er?sich über die England und :den- VatiIan interessierenden Fragen unterhielt. , Sr. Erönbergers Unterredungen in Rom. ' ' Rom, 10.- DezviEer. Nachdem Minister a. D. Doktor G rünbe rger von.Muffel i n i-.empfangen worden. war, hatte er ■ heute -eine Besprechung mit dem engli'chen ■ Außenminister Austen-C h a m be ril a i n, der das lebhafte und andauernde Inte r e s s e E n g l a n d s ' än ' einer gu n st i g c n: >E n t w i S-lu n g Oe st e r r eich s hervorhob. Die Beobachtung strenger' Spa^rsa-nikeit -im üssentlichen und privaten Lchen' sei dse Gr u n dla g e de's .B.ertrauen.. -Englands . und der. übriM. Welt. Oesterreich möge die'immer, wieder in. dieser Richtung laut werdeudon Stimmen nicht anders deuten als'sie gemeint' fielt, nämlich als Aeußerungen der Sympathie und Freun'dschast für Österreich.-' - Die Besprechungen Zimmermans. . Rom, 10. > Dezemiler. (Stefani.) r Mlnisterprästdent M u s s o l i n i'hat heute vormittags den Genern kommifsär Dr. Z i m m e;t -m a n . em«pfangen. Ferner hatte er längere- Unterredungen mit dem tschech?-slo'wa.f:fchen Allstenminister D.r. B e n e [ ch/ mit idem > GeGneralsekretär. C o n t a sl n i und mit Vertretern? anderer?Roaierungen in Angelegeyheit des?östeEr:reichlschein PrMems^: Jas Kabinett Marx tritt zurück. Berlin, 10. Dezember. (Wolfs.) Das Reichsk a b i n e t t beriet heute nachmittags die durch die Wahlen zum Reichstag geschaffene.Lage.. Nach eingehender Aussprache hat sich das Kabinett dahin entschieden, daß es/ als-, bald zurücktreten werde. Der Reichskanzler wird sich mit dem M-i ch D p r ä stT bMrt e?n ' wiege» des ÄZ e i tp « n k t e s des Rücktrittes ins Benehmen (!) fetzen.;;; Dem Kabinett Marz wird 'wohl weder eine Regie-, rüng der Mitte, noch-auch ein Kabinett der sogenannten großen Koalition folgen, sondern, es dürfte der von Ssir es em-a nn§schon so' lange? lancierte Bürg er-- bl o ck gebildetwerden, denn stn Ministerium Sl-r.e f enra nn vertreten soll. Wie die „Deutsche Zeitung" cr-, - fahrt, verlangen die Deutsch nationalen fünf Reichsministerien,. und.zwar mit einem Anteil ■ an. den großen, einflußreichen Ministerien, also dem Kanzl'erposte:n> und die Reichsininisterien für ausw ä r t i g e Angelegenheiten und für F i n a n z e n und das Reichswehrministerium. Irr Preußen fordern sie von acht Ministerposten vier, darunter Präsidium (Kandidat H e r g t) und Inneres. Diese Konstellation zeigt am besten, daß die AntirepMikaner in Deutschland durch die letzten; Wahlen nicht geschwächt wurden. Die deutsche Botschaft in WrrshingLon. , D. ,KzemW.N(8WMDaatsststeLär * Frei-. . Wr'MNl t zia h n H^MvlHin^BotsDft^osten^ tF ^^Hi^wn^in-SüMsichd:gMUUMEtzi dex^Führung-. der Geschäfte-deL'StaatsseMätKlst-MiNisterialdir'ektorvon Schubert WD^t worden^Waltzahn -tritt an Stelle des Lisheiigen Botschafters W i ie d t f ei d, der sich in Amerikaunmöglich gemacht hat.' Der' Nachfolger ist es schon von vornherein, 'da er bereits in: der wilheminischen Aera eine der unangenehmsten Erscheinungen der deutschen Auslandsdiplomaüe war.) . litt Abkommen über Rordaftika. (Evgendieinst der ^Wiener Mörgenzoitung".) ' Rom, 10. Dezember. Chamber l a i n bat, wie er. Four- -mril'isten erklärte, mit. H t x r i« f ,, und M u s s o l i n i WeirhcrndÄmtzen zur Schafftmig eines englisch-frLMösisch-i-talienlischen Uebereiin>kom.mens -betrestenld die Mstenlä.nlder.' Norldasrikas ' von Marokko bis Aegypten amgebahnt. ' ' [ Die italienische Presie mißt eDvsm solchen Uebeveinkom-! men,' große *. polMche,' wirtschaftliche «ttib mNitarische Bodvu- Mng bei. . Ltt gesetzgebrnde Rat von Tanger. Die Inden bestehen aus ihrem Recht. .(Eigendi«ist,der «Wiener.MoMazertuW".). Paris, 9. Dezember. In der gesetzgebenden Köcher- : schgst von. Layg'er..hatten die eingebornen Juden gemäß'! dem Statut eine eigene Vertretung.,Infolge eines m letzter^ ' Zeit entstandenen KonMt's zwischen der jüdischen Re-- - PräserttaiH ^nüd "der: Regierung Ds-SÄtaus in Rabat lehnten die, Juden: die Nominierung ihrer Vertreter für das Parlament ab, weil die Regierung die Unterbreitung .per Liste der jüdischen Vertreter zur vorherigen Ge- . n e h m i g u n g - forderte. Die .Federt wollen aber ihre ' Parlamchtsve>t^kr.:ftW..wäWir'^rckd. weisen' ein Oktroi -'jeder Art'zurück?Ebenso verlangen sie das Recht eines i e i g e it e n. j u d i s ch e n Z i p i »Igie rl chtes für Fälle, in denen die'Streitparteien,JMn'.Hnd, wozu wieder die? WifMg. ^on^Hg>bat^vo.Äauf:g. näM zu haben ist. Eine gemischte Kommissitm-.'ist-Menwarttz' .• daran, zwischen der Regierung und den Juden ein: Kompromiß zustande zu bringen.■ /; i Me MMrUm« der kleine» kntente. : Bukarest, 10. Dezember. (Orient-Radio.) Mmiister des ^Aeußevn- D u c a erklärte einemZe>ltu>ngs>b:richterst<dttex, 'daß der Zvrchuinkt-des Zusammentrittes der. Konstrer^ der rrleinen - EüterÄ-M^ P der Wahlen m Jü- :g>osbawien noch n i ch t festgesetzt sei. Das von den Blättern MmePete Dabivm^^des. 15.:Jänner fei irrig.' Ae heilige« Stätten. —y. Wien. 11. Dezember. Der englische Außenminister Ehambevlain hat in Rom mehrfache Besprechungen mit führenden Persönlichkeiten der Kurie abgehalten. Ein aus den vatikanischen Kreisen inspiriertes Telegramm des „DaAh Telegraph" bezeichnet als Inhalt dieser Konserenzen die zionistische Frage und kündigt an, daß der Kardinal- Staatssekretär Gasparri die. chvisNchen und mohammedanischen Beschtverden gegen die Zionisten Prüfen werde. Den unmittelbaren Awlaß zu dieser Prüfung sieht der Kardinal offenbar darin gegeben^daß eben in Rom die Session des Völkevbundvates stattfindetder die Berichte der Mandatskommission, der englischen Regierung und des von ihr instruierten Oberkommiissars vorlivgen. Soweit bekannt, ist der Vatikan nicht Mitglied des Völkerbundes und soweit ihm eine Prüfung zustoht, kann sie sich nur auf Beschwerden beziehen, die von christlicher Seite erhöhen werden, und unter diesen Christen kommen in diesem Falle nur die römischen KaiyoAen in Betracht, und von ihren Beschwerden können den Völkewund nur die beschäftigen, die gegen die Mandatsmacht erhoben werden. . ' Der Zionismus untersteht nicht der 'Gerichtsbarkeit der Kurie und er trägt für alles, was er tut oder unterläßt, nur gegenüber dem jüdischen Volk eine- Veva-ntwortu.ng. Freilich wissen? wir, daß es auch eine morachche Autorität At, der wir unterstehen, urch die wir anMennen, nämlich den Völkerbund, die Vertretung der"NaLnmen, die der. Zionistischen OMmfation den. AuftöLq erteilt hat, der englischen Mandatsmacht in allen, auf den Aufbau der Mischen Heimstätte bezüglichen Angelegenheiten mit Rat und Tat M Seite zn stehen. Ucker die Art, wie dies göMcht, hat außer dem Zionistenkongreß als der höchsten Repräsenta-nz des nationalen Judentums nur der BöMrbund zu urteilen. Es.versteht sich von selbst, daß der VAkerbund, wenn er . in eine Prüfung der Mandalsberichte eintritt, zu untersuchen hat, ob die Verwaltung der Mcmdatsrnacht sich stets das vorgeschriebene Ziel der Errichtung der Mischen Heimstätte vor Au-gen gehalten hat. Der Zionismus hat, da er doch im Mandatsvertrag ausdrücklich als Vertreter der Mischen Gemeinschaft anerkannt ist, die Mcht, den Rat des Völkerbundes an diese Seite der Frage zu erinnern. Der Schutz der heiligen Stätten Wird in der zitterten Meldung des englischen Blattes als ein besonderes; Gravamen der Kurie angeführt. Wir haben bereits darauf hingewiiesen, daß dieser Schmtz bis zum Weltkrieg mit Einverständnis des, Vatikans den türkischen, also nichtchvlstLichen Behörden anvertraut w-är. Durchden Mandatsvertrag ist er nurr expresiis Verdis in solenner Form der enMchen Regierung übertragen worden, die weder türkisch noch jüdisch, sondern Erstlich ist. Der gebührende Respekt ist vorher diesen Stätten von j-üdrscher Seite nie verweigert worden und es ist uns -und der Kurie kein Fall bekannt, in dem eine -Verletzung der Ehrerbietung seit dem Bestehen des Mandates zu konstatieren gewesen wäre. Es gab >mkr die üblichen Osterraufereien am heiligen Grab, die aber ohne jüdische Teilnahme vor sich gingen. Hätte es einen Grund zur Klage gegeben, so hatte der Vatikan schon ^ngst in flammender Entrüstung die Kultur- und Zivöttfationswelt zur Sühne und Rache ausgemsen. . .. Es gab und es gibt keinen-solchen Grund und den Inhalt der Beschwerden bildet pur et simple die Tatsachedaß die Juden unter zionisttfcker Führung von den ihnen laut Vertrag zustebenden Rechten aus Ansiedlung und Landkauf, auf politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung Gebrauch machen wollen. Gegen diese Tatsache und gegen dieses Recht kämpft i unter dem Protektorat der römischen Kurie eine gewal-! ttge Macht, die über eine Weltorganisatton verfiigt und unbedenklich alle Register spielen läßt, um den Juden :den Weg zur fteien Entfaltung ihrer Autonomie zu verlegen. Der Battkam ist eine aner^nnte Mackst. Er unter- , hält bei allen Regierungen diplomattsche Vertretungen, - di^ nach einheitlicher Jnstruktton wirken und deren mm ersparen Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, », Damen* und Herrenwäsche, Lenenwaren, Strick* urd Wirknf waren, Teppichen, Vorhängen usw. 0ST Iai| Wannhaus ulI Schiffmann II. Taborstraße 48 TeIeiii!iion 47-1 •?!* rn gras En detsfi

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