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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-10 · Heft 2086 (10.12.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2086 (10.12.1924)
Date
1924-12-10
Page
– (sequence 1)
Language
German
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“ V Wien» Zum Abholen in der Expedition, II, 1ahorstr.1-8, oder in einerV er schleisstelle (Trafflc) monatL K 40,000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied. 1. 8er«, Wollzeile 11 Mit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 lener Ts ch e c h o-S 1 owa lc e i: Mob. K 20. Jugoslawien: Mon. Qinar60. Polen: Mon. 31/» Zloty, Deutschland: Mob. Gofdmarlc 4, Fr an k r., Belgien: Mon. Froa. 15 «V Nathinkluiir*« -wm M Piwterhohaarau Vorbehalte* | Preis K 14001 England: Mon,4 Schilling, Italien: Monatl. 15. Lire, Rumänin n Mon; 150 Lei, Bulgarien Mon/80 Lewa, Schweiz und das übrige; Ausland monatlich Treib 4. Redaktion u. Administration; Wien, II., Taborstr. 1—81 Telephone: 44-0-30,43*3-19. j Ah6Ghrahds.21-102.25-282 j IX. Universitätsstrasse 6—8 . (Druckerei Steinmann) Oesterreichiaehes Postsparkassen-Konto Nr. 150.698 Nr. 2686 Wie«. Mittwoch. 10. Dezember 1924 6.8«brga«g Sie THromede. London, 9. Dezember. (Reuter.) Der Koni g eröffnete heute unter dom Michen Zeremoniell die neueParlamentstaguug. In der Thronrede erklärt der König: Meine Beziehungen zu den fremden Mächten sind freundschaftlich. Die den britischen hechten.und Interessen. , . , in Aegypten und im Sudan fein dl ich e Ka m p a g n e, die von der Regierung Z a gl-u l eher inspiriert als bekämpst wurde, hat durch die Ermordung Sir Lee Stacks m Kaivo ihren Höhepunkt erreicht und meine Regierung gezwungen, Wiedergutmachungen zu fordern. Der Zweck der Forderungen, die die gegenwärtige ägyptische Regierung angenommen hat, ist die Sicherstellung und Aufrechterhaltung jener Interessen, die für mein Reich eine vitale Wich» t i g k e i t besitzen, und die sich meine Regierung ausdrücklich ihrer Entscheidung Vorbehalten hat, nachdem mein Pvotektomt über Aegypten zurückgezogen worden ist. Ich verfolge mit dem größten Interesse ’ die wichtigen Beratungen des Völkerbundes. Mein Staatssekretär für aus'lvgrtige Mrgelegeniheiten ist nach R o.m gefahren, um an dev Sitzung des Völkerbuindrates als. britischer. Vertreter ^eHuyHmen.. Er,'.henützt diesen.Äplvtz, Mt'-Mt domMnMWen. W8. dem. IMemscheu, MunsteLpräsidvAM-MÄrj^WuM^ü'/^ W g'reru-ng lptte bisher n i ch tgZKü g^üFAeit,mn gemeinsam mit den Regievungell der. PolMonions das.P r oi ör-oll über die fxiedIiche. Losung von Str.eit igke i ten, das anläßlich der letzten Tagung des Völkerbundes ausgeavbeitet worden, ist, . mit dem notwendigen Truste zu studieren. .. . . , ' _ . . Meiner Regierung.ist es nicht m ög li ch, Ihnen die Verträge mit der russischen Sowjetregierrrng, die am 8/August unterzeichnet worden sind, zur Begutachtung zu empfehlen. Es. ist'mein Wunsch, daß.die no rma leu Beziehungen zwischenden beiden Staaten n i ch t u n te rbrach e n werden. Ich glaube, daß dies durch genaue Beobachtung der. freunds ch a f til i ch e n inte r na t i o n a l e n ' © c 31 c hu.ng e n erziolt werden. .kann, worüber mit der Sowjet-- regierung einiige MaLe verhandelt worden ist umd Womit sich diese einverstanden erklärt.hat. Das Handels-, a bkommen vom 16. März 1921 enthält alles, was den wechselseitigen Handel unterstützen kann. ... Ich habe einen Handelsu n d S ch.i-f s.a h r.'t svertrag mit dem Pxäsiderrten . des D e u t s ch e n Reiches abgeschlossen, zu. dem. ZI.necke, die Handelsbezi-chun-gen der beiden Länder aaif.eine feste Basis zg stelle«. Es wird an Sie die Aufforderung. ergehen, diese Vertragsbestimmungen Gesetz, werden zu. lassen. Ter Vertrag mit Italien betreffend die Abtretung eines Teiles der ProvinZ Iubala n d,.der.im Juni unterzeichnet worden ist, wird. Ihnen zur Genehmigung vorgeil egt werden. . Das Zusammenarbeiten mit den Dominions wird das Grundprinzip der jetzigen Negierung sein. Die. Thronrede besagt ferner, .daß dem.UntevhMlse ehestens das Budget vorgelegt werden .wird, und haß ln. diesem Streichungen in dem Maße vorgeuommen werden, als dies die Sicherheit des Staates verträgt. In der Dhrom rede wird weiters eine Besserung in Handel und' Industrie fostgestellt. Trotzdem.verursache aber.der gegenwärtige Umfang der Arbeitslosigkeit ernste Sorge, und die RägievUng' werde sich mit dieser Angelegenheit weiter befassend Das Unterhaus werde ersucht werden, die nottrendigen Gesetze zur Fortsetzung des' Kampfes gegen die Arbeitslosigkeiten votierest/ Nach Erklärungen über die 'W 0 h n u n'g s f r a g e mnd die Notwendigkeit der Hebung der privaten'Bau-' tätigt eit schließt die DhvvnrM mit'einer AuifMlmng der sozialen Wsetzgebung, die'das Parlament zu lensten^ haben werde. Die Adretzdebatte. Nach Wiederaufnahme der Sitzung verlas im Unterhaus der Sprecher die Thronrede, nochmals für die-Migen Abgeordneten, die vormittags nicht anwesend gewesen waren. Unter den Ab wesende n hatte sich auch Mae Donald befunden. . / - Nachdem der Konservative Ellis den Antrag erngebracht 'hatte, eine Dankadresse für die Dhramede anzunelhmen, ergriff " ' Ramfay Mac Donald das.Wort. Er kwMgte an,.daß er die Frage des Sinowj e w-Briefes im Unterhaus neuerlich austvevfen und die Einsetzung einer unparteiischen' UntersuchungskomMission über die Frage der Echtheit des Briefes beantragen werde, den er nach wie vor Kr eine grobe Fälschung halte, die zu politischen Zwecken ausge- 'beutet wurde. Sodan ftagte Mac Donald, was die Regierung an Stelle des Genfer Protokolls zu setzen gedachte und ob sie wieder zu. dom . System der Allianzen zurüKchren wolle, das vor dem Kriege bestand und direkt den.Weltkrieg verursacht habe. '? ' Schließlich kritisierte Mae. Donald/die Der Sieg der Siegsriedler. —y. Wien, 10..Dezember. Die Wahlen zum Deutschen Reichstag haben keine Besserung der internationalen Stellung des Reiches gebracht uüd den Zustand der chaotischen Berworrenheit, wie er seit dem ersten Tag der Republik besieht,, bekräftigt. Es ist wieder keine Klarheit, in den Verhältnissen erzielt worden. Die große Freude der repMikanrschen Parteien über ihren.angeblichen. Sieg ist unverstäMich. Sie wird auch durch die Erkenntnis eingeschränkt, daß eine RegierungsbMung wieder nur unter den größten SlPvierigkeiten möglich sein. wird. Den Parteien, der demokratischen Republik ist es nicht gelungen,.die Wähler in solcher Starke für sich zu gewinnen, daß'sie allein feden Angriff auf die Staatsform und die Weimarer Verfassung abwehren könnten. Der Block der Reaktion ist unevschüttert geblieben. Die Verschiebungen,, die sich auf dieser Seite vollzogen haben, betreffen nicht das Wesen der Sache. Ludendorff ist geschlagen worden, aber den Gewinn kann nicht die Demokratie für sich buchen^ sondern die nationaWsche Partei der Unentwegten, der Raren und offenen Rückentwicklung zum unverhüllten militaristischen Absolutismus. Das Prinzip der Unmasikierten Brutalität, des Staatsstreiches, ist abgelehnt worden. Die Parteien, die der Republik und der Verständigung mit Frankreich Fehde geschworen - haben, müssen sich nun wieder die Larve des Parlamentaris- " wenn die ten, herzlich . - HgltuW der Regierung getzenWeriRaghKteEchh foWle^ daß Wr . . . -.* •/ v-i- . Pärlament alle. DoWnente über hem ägWAen - Zwischen- ' AveideuttgEett ist nicht EM^HrtE^en. Für Nach Mac Donald sprach Lloyd George. Er drückte sÄne Befriedigung über die Thronrede aus -und' war besonders damit emvevstanden,- daß die Beziehungen zu Rußland nicht abgebrochen wurden. Doch beÄagte er, daß die Thronrede nichts über die Regelung d-er Kriegs schU'lden enchaltm habe. Er fei auch darüber überrascht, daß die Regierung ohne Diskussion im Parlament einen Beschluß über die- Filottenbasis von Singap.ore gefaßt habe. Die ägWttsche Kammer wird ansgelöst. (Ei'gendicnst der „Wiener MorgenMtnng".) London, 9. Dezember. .Wie Es 'Kairo berichtet wird, stcht die Auslösung des ägyptischen Parlaments unmiltüslbar bevor. Die Neuwahlen sollen zwei Monate krätie stellten, sind 18 Millionen Stimnten abgegeben worden. Von diesen können Nur die 7,8 Millionen Wähler der SozialdemEvaten, die etwa zwei Millionen der deutschen DemcEvaten und heute vielleicht-noch, die vier Millionen, des Zentrums als unbedingt sicher gelten. Das ergibt in der Mandatsverteilung 230 Abgeordnete. Die 25 Mandate der bayrischen Klerikalen und der LandbüMer sind höchst opportunistisch. Ihnen steht die geschlossene Dtasse der Deuffchnationalen,. der Stresemann-Partei, der Pogromantisemiten Hitlers mitinsgesamt 191 Sitzen gegenüber. Mit den Kommunfften kann die Republik nicht rechnen, da sie in Ihrer .Taktik eher zur Verstärkung der Reaktion beitragen.' Es ergibt sich demnach das BAd, daß für Weimar etwa 14- Millionen, dagegen etwa 11,5. Millionen Wähler votiert haben, daß also die Mehrheit einen sehr kurzen Atem hat. Die Minderheit kann i>m Reichstag an keine Ueberrümpelung denken; aber sie ist stark genug, der RepuAirk aüff dem Wöge der heimtückischen Intrigenwirtschaft, das I Leben sauer zu machen, den Abbau der "verfassungstreuen später stattifi'nden. _ Die politischen Anhänger ZiwarPaschas machen \ Btzamtenschaft in noch rascherem Tempo zu betreiben, schon fetzt Anstrengungen, um v'm MalMündnis mit der! ihren frechen, antisemitischen Lügenfsldzug 'zu verstärken, libevalrn Vevsasfungspartei zustandetzubri'ngen. Sie hoffen, | die Sabotage gegen die Londoner Beschlüsse fortzusetzen. auf diese Wolfe einen Sieg über die Aaghlulisten erringen zu können. Die Rogiievuug befürchtet noch immer' den Ausbruch von Unruhen. Sie hat eine Bevsammliimg der Provinz-, und E>Lmeiud'ebc>hövden eiuderufen, in der beschlossen Mt-rde, an die A x m e e zu appellieren, wenn sich die Polizei zur Aufvechtechaltuiig der Ochwung als ungenügend erweisen sollte. ' ' Söffe - Towletgesandter m Wien. Moskau, 9. Dezember. Die Russische Telegraphen- Age-utur meldet: Joffe ist zum bevollmächtigten Vertreter der russischen Sowjetunion in Oesterreich ernannt worden. (Joffe, der bei den Friedensverhandlungen in Brest-Litowsk eine bedeutende Rolle spielte, war der russische Unterhändler bei den Rigaer Friedensverhandlungen.zwischen Rußland und Polen, dann Gesandter der Sowjetregierung in Berlin, hat.auch sonst vielfach .diplomatischeMissionen, wie in.Iapan> London usw-, durchgeführt. Er.hat sich außer seinem.vorübergehenden . ..... .. /v ... Aufenthalt in Wien,noch ln der Vorkrieaszeit, wo er hier.! tiges gsschehen^weil sie dann me-ht als ^DrMI des em russisches RevolniionäMatt. heransgab, in den'letzten -l Reichstages auf ihr Nein verpflichten. Die Wahlen Monaten zum K u r g e b r auch in Oesterreich aufge- - haben ein' Resultat gezeitigt, das die Demokratie Euro- Halten.) " ’ .> Pas nicht begrüßen kann. In den Kreisen Pomcares da- —-- gegen kann man aufatmen, denn die Position Lerriots Kann & Fried"u,k’m" Diese Minderheit hat in den Schichten,-die Deutschland beherrschen und nach außen repräsentieren, die überwiegende Majorität. Das ist ihr durch die Wahlen bestätigt worden. Sie ist das Bürgertum und kann sich heute als dessen legitimierter Vertreter feiern. Die Deutschnationalen müssen, das erfordert die Demokratie, zur Regierung heranoemgen werden,'irachdem die Sozialdemokraten kaum dafür zu - gewinnen sind, mit den Stresemann-Leuten Schulter an Schulter die Verantwortung für die Durchführung der Dawes- Forderungen zu tragen und sich alle Pflichten znschie'ben zu lasten. Die zu bildende Regierung hat doch die Aufgabe, die Londoner Beschlüsse zu erfüllen, die^die erste Voraussetzung stir die Ausnahme in den Völkerbund und damit für die Zertrümmerung der politischen Blockade bilden. Nach diesen Wahlen ist diese Aufgabe ein schier undurchdringliches Rätsel. Sind die Deutschnationalen in der Regierung, so kann alles das' nicht geschehen, was stir die endliche Aussöhnung Deutschlands noilvendig ist. Siehen sie mitsamt ihrem Anhang in der Opposition,' so kann erst recht nichts^Pernünf- Allf>h Qio Cftllßfl moderne Stoffe, Seiden-und Leinenwaren p sensationellen, Ällull diu ouilull par tief reduzierten Preisen IN lausen bei MT zelle 40 [im HoftJ

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