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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-09 · Heft 2085 (9.12.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2085 (9.12.1924)
Date
1924-12-09
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Polen 20nromi Wien: Zum Abholen in der Expedition, II. Tabor str, 1*5, (der in einerV erschleisstelle jTraflk) monatl K 40.000 Straasenverkauf in Wien, lurch die Kolporteure der sirma Goldsehmied, 1.8er.. Wollzeiie 11 Irfit Postversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.001 Sschecho-SI owak e i: Ion. K 20. Jugoslawien Hon. Dinar60. Pole n: Mon. [Vt Zloty, Deutschland: non.GoIdmark4, Frankr., Belgien: Mon. Frei. 15 Ni«h<ib*u PrakiariiShtanrM ■ 'MW mMhIm vorMn lener i ■ | Preis K14QO | England: Mon. 4 Schilling, Italien! Monatl, 15 Lire, Romani e n.Mou.150 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Sehweiz und dasubrige Ausland monatlich Frcs. 4. Redaktion u. Administration | Wien, II., Taborstr. 1—3! Telephone: 44-0-38,43*3-19. Aböllhr abds. 21-102,25-282 IX. Universitatsstrasse 6—8 (Druckerei Steinmann) Oösterreichisches Postsparkassen - Konto Nr.-, 150.693 Mt. 2685 , Bien, Dienstag, 9. Dezember 1924 in IRmit I Es bleibt alles beim alten. Das Ergebnis der deutschen Reichstagskine ttflöruitg Dr. Grünbergers. - Re österreichische Frage erledigt. Rpm, 8. Dezernber. Heute fctiitib die Erössnungssitzmtg er 32. Session des VöTerbundrates Mt. Einige Minuten vr 4 Uhr nahmen an dem.ovalen Tisch Generalsekretär -rummond und der Präsident Mello Fnmec^ vasiliauischer Botschafter in Paris, Platz. Rechts von ihm ihm Brr and und Av e nol, rechts von Briand Satandra. Ferner waren die Vertreter Spaniens, svWvays, dann Dr. B e n e s ch Ewefend. Links von wuimmonid saßen Chamberlain, dann Jshii, jhmans und Uhdeu (für den' erkrankten Bvanting). stn Auditorium befanden^ sich datz diplomatische särpS, ÄaM-nter dsr österreichische, der polnische nd der tsche cho-slotvakische Gesandte, Mister a. D. Dr. Grünberger und GenevaAVommissär w. Zimmer man. Nachdem Salandra und Chamberlain die dgung begrüßt Hatten, begann Jshii (Japan) die Versnn>g der Tagesordnung. Sodann wurde ein Bericht iansens über die griechisch-türkische Flüchtn g § f r a g e angenommen. ' Hievaus wurde der . . Bericht des Geueralkommissars Dr. Zimmerman ber die wirtschaftliche Lage ^Oesterreichs 'tgegengewormnen. H«HN -gtch Mmis^ ,<x* Dr. Grunberger Agende Erklärung im RanAn der österreichischen Regierung ab: Der Rücktritt Dr. Seipels vom Bundeskanzleramt und die Wahl de's Herrn Dr. Ra m ck zumBundeskanzler bedeutet keinerlei Aendernng in der österreichischen Politik. 'Diese wird vielmehr nach wie vor an den G e n f c r Protokollen vom 4. Oktober 1922 und an den nrit dem Völkerbund getroffenen Bereinbavungen >m i t u nverbrüchlicher Konsequenz feMlten. Die Regierung M es iusbesowdere für ihre Hauptaufgabe, den Grundsatz äußerste r S p a r s a m t c i t in allen Zweigen des öffentlichen Löbens durchjzuisühreil. Sie ist der Ueberzeugung, daß auf diesem Wege das Gleichgewicht im StaatAhaushalt dauernd herboigefi'chvt und die bereits erreichte Stabilität der österreichischen WähMivg fe-stgehalten werden wird, nnd sie «wird nicht zulassen, daß diese Grundlage einer geordneten Volkswirtschaft der Gefahr einer Erschütterung ausgesetzt wird. Sollten sich irgendwelche Kreise mit Befürchtungen oder mit der HoGnmig getragen hüben, daß diese Grundsätze durch den Personenwechsel in der Regierung auch nur die geringste A-endevung erfahren könnten, so sind sie einem vollkommenen Irrtum unterlegen, denn diese Grundlage hängt nicht von dem Belieben der Personen ab, in deren Hände die Regievungsgeschäfte gelegt sind, sondern von den wirtschaftlichen Verhältnissen, denen jeder Verständige Rechnung tragen muß. Diesen Grundsätzen Kum Durchbruch verhelfen zu haben, ist das größte Verdienst Dr. Sei pe ls, diese Grundlage einzuhalten eine SebbstverständÄckMt. van ihr abzu,gehen, wäre unverzeihlich. Die österreichische Regierung glaubt um so mehr zu der Hoffniung auf - glückliche Beendigung dieser Phasen des Sanierungswerkes berechtigt zu sein, als die beruhigte Beurteilung der österreichischen Verhältnisse in dem gemeinsamen Berichte des Finangkomitees und des Generalkommiffärs vom September 1924 durch die inzwischen eingetretene weitere Entwicklung durchaus gerechtfertigt wird. Die Bankkrise, die Oesterreich im Sommer dieses Jahres durchgemacht hat, ist überwund en Die aus der Jnslationsperiode stamnrenden Spekulationsbewegungen sind vorüber.. Die Konsolidierung des Wirtschaftslebens schreitet zusehends vorwärts. Leider hat die Zahl der Arbeitslosen zugenommen und erreicht auch in diesem Winter ungefähr das gleiche Ausmaß wie im Winter des Jahres 1923. Dieser Umstand illustriert sinnfällig den Bedarf/ der österreichischen Volkswirtschaft nach privaten Krediten, die die österreichischen Unternehmer in die Lage ver-! setzen würden, die produktivem Kräfte des : Landes in umfassenderer Weise auszunützen als '. dies heute geschieht. Die Regierung ist sich dessen be-; wußt, daß die Voraussetzung der Kreditgewährung das! allgemeine Vertrauen in die österreichische j Volkswirtschaft ist, und wird auch weiterhin ganz im I Geiste ihrer Vorgängerin dahin arbeiten, dieses Ver-! trauen zu erwerben und zu festigen.' Ich darf auch; darauf Hinweisen, daß die österreichische Regierung den größten Teil der im September in Genf vereinbarten Maßnahmen durch geführt hat und daß besonders die-meisten der empfohlenen St e u.e r e r l e i ch t errungen in Kraft getreten sind. .' - , Minister des Aeußern . . ' Dr. Benesch . teilte sodayn dem Völkerbundrat mjt, er habe rnit' Bundes-.- minPer Dr» M ata ja eine Rücksprache gepflogen und dabet ün voller Uebereinstimmung mit .der soeben abgegebenen Erklärung die Ueberzeugung gewonnen, daß die neue Regierung in Oesterreich die b i s her i g e Sani crungsp o l itik fortsetze. Er habe dem Minister Dr. Mataja versprochen, diesen Eindruck den Mitgliedern des Völkerbundrates zur Kenntnis zu bringen, was er hiermit tue. Hierauf wurde über Antrag Salandras als Präsidenten des österreichischen Kontrollkomitees sowohl die dem Völkerbund vorliegenden Berichte des Generalkommissärs als auch die vom Minister a. D. Dr. Grünberger abgegebenen Erklärungen zur Kenntnis genommen. Mit diesem Beschlußdes Rates ist für diese Session die österreichische Frage vor dem Völkerbund e rledigt. Minister a. D. Grünberger und Sektionschef Dr. Schüller werden die nächsten Tage dazu benützen, um milchen Mitgliedern des Völkerbundrates und den Vertretern der' verschiedenen Regierungen R ü cks p r a ch e n zu pflegen. Nach einer Beileidskundgebung für das verstorbene Mitglied des Völkerbundrates Pantaleone und nach Erledigung einiger kleinerer Fragen wurde die Sitzung um 6 Uhr abends geschlossen. Bvlgarien vor der Sievolutto»? Belgrad, 8. Dezemiber. (Del.-Kmnp.) „Rifttsch" gibt die Berichte einer Anzahl bulgarischer FlüchTinge wieder, die aus dem Gefängnis von.Djumaja entflohen nnv in Ueslülb ein'getvoffen sind. Danach stehe Builgavien am B o ralb e n d der Revolution. Es fei der Regieru!Ng nicht gölmrgen, die Vereinigung der Kommunisten mit der Ilgwvpartei zu vechrndern, und die Zahl der Bauern, die sich den AttMudischen anschließen, nehme von Tag zu Tag zu. Die Bezirke von Küstendil, Varna und Djnmaja bieten den.Anblick eines Landes im Kriegszustand. Militärzüge stehen unter Dampf und Automobilkolon neu i>n Bereitschaft, um Truppen in die gefährdeten Teile zu transportieren. Sie kasMlschen Gewalttaten. Rom, 8. Dezember. Der Senat wird als oberster Gerichtshof infolge der Anzeige gegen den -Senator 'General De Bono das Verfahren wegen Mitwisserschaft an der Ermordung Matteotiis einleiten. De Brno erklärte, er stche der Affäre vollständig ferne. Das Ergebnis der deutschen Reichstngswahlen. (BvDl Uttserenl Berliner Berichterstatter.) - Wie vorauSMehen war, haben die Reichs tagÄvahlen keine unvstürzeniden BerändermMn ergeben. Dev neue Reichstag wird 469- Abgeordnete zählen gegen '472, die der im Mai gewählte anifzniMeifen hatte. Die S o z i a ld e m.o traten halben den Komnru>n>vsten' Atandß'te - äbgeuommen und kommen mit 130 Sitzen als die relativ stärkste Partei in das neue Haus. Die Deut s ch u a t i on allen ^halben es allein auf 192 Mmdate-gebracht, während sie im letzten . Reichstag mit Hi'lrzn,zi-shuing kleiner Gruppen 106 Mandate besaßen. Zentrum Bayrische Volks- Partei, Dentlschc Bolkspartei und Demokraten weisen unwasenNche Gewinne auf. Auf der Ve r tust se it e stohen die Komm u n i st e n, die 17 Mandate von ihren fr.ü'heren 62 oinlbüßten, Md die N a 11 o n alsozia >li st e m deren sich nur 14 um ihren Sitbcttbmff sch-rren. der sich auch hier wieder als Schlachterwerlierer bewährt hat. Es-ist aber wirklich einerlei, ob Lude-ndouff oder Tirpitz im Reichstag die politische Aiemung Deutschlands repräsentieren; in jedem Fall ist von dont repMikamschest Geist, der nach der Meinung der Qptiuriftett -durch diese Wahlen in den Reichstag einziehen -sollte, herzlich wenig zu ' spüren. Denn von den großen Parteiensind die.-Deutsch? nationalen uu-d die Deuitsche Bo'lkspartei genau so autirepMikaniisch. wie die Ludendövffl-er oder etNxr die ' vier We-HenabgeorduetM. Verdenkt, man fernex.-.dyß befHe-r zugleich stattgofmtdenen preuß is chen Lä.ud tag s-' wähle n d'le- Deutschuationalen 34- .^ächate.sdte'/^tiiisiM' ViDsPartei 7 Mandate gewonnen haben und den neuen preußischen Landtag auch 12 NationassWaMeü. ziehen.)vex- ' den, die es ftüher -dort nicht gab, so lassen sich .sehr konkrete Schlüsse darauf ziehen, was man so als „Stimme des Volkes" bezeichnet. Durch den-neuen Reichstag wird sich in der deutschen Politik nichts ändern) Sie wird weiter, auf . die schleichende Sabotage der internationalen.Verträge, .gerichtet sein, in deren HintergvMd der Wmtfch nach A'bän'de.vuug des gegenwärtigen Zu'standes im Sinne'v.mou-- archaischer Reaktion rmd kriegerischer Revanche steht.... Die gegentwärtige Regierung (an der die Sozialdemokraten, wie ihr ParteiAatt hervorhebt, mittun wollen) hat. durch den Ausfall der Wachsen eine knappe Mehrheit von etwa 29 Stimmen erhalten und die kleine Verschie^buug im Größenverhäilitnis der stärksten' Reichstagsparteieu, welche sich zugrmsten der Sotzlialdemokraten ergeben hat, wind zur Folge haben, daß im neuen Reichstag nicht mehr der blamaMe Wallvaff den Präsidentensitz innechtben wird; wahrscheiulich dürste wieder der ftnhere Reichtstagsprasident Loebe gewählt werden. Bon den Protagonisten des alten Reichstages sind alle Scheide- und Stresamänuer, Eichhorn und Konteradmiral Brüuiughaus. Geck und Graf Westarp und alle, alle alten dem Haufe erhalten geblieben; nur Frau Ruth Fischer scheint.nach den bisherigen Berichten auf ihrem Fälde der Ehre gMieben zu sein. Nachstehend das bisher ermittelte anMche Wahlergebnis einschließlich der auf die ReichZ.v^hlli'sbe entfallenden Mandate:. Sozialdemokraten 130 (bisher 100), > D e u t s ch n a t i o n a l e V o l k s p a.r t e i 102 (96), Z e nt r u m 68 (65), K o m m u n i st e n 45 (62), Deutsche V o >l k s p a r t e i 50 (44), N a t i o n a l s o z i a l i st e n 14 (32), Demokraten32 (28), Bayrische Volksp a vt e i 19 (16), Wirtschaftspavtei und bayrischer Bauernbund 17 (10), Deutschhauno-Vevsche Partei 4 (5), TeutschsoFiale Partei 0 (4), Zufamnmr 489 (472) Mandate.' 31 Millionen Stimmen. Die Mahlbetei'ligung b>etrug durchjschnittlich 75 bis' 80 Prozent. Die Mahlen verliefet: tm allgemeinen ruhig. Es wurden etwa 31 Millionen Stinmien abgog-eben. -'Ein Vergleich der von den einzelnen Partoien gewö-nn.enett Stimmen ergibt folgendes Bild: Den größten Stimmenzuwachs ha>ben .die S ozialdemokraten zu verzeichnen, tmd zwar rund 1,7 Millionen. Die Deutschnatio.nalen haben etwa 450.000 Strminen gswvnneu, die deutsche Bolkspartei 320.000, die VIEL GELD ersparen Sie beim Einkauf von Stoffen für Herbst und Winter, Damen- und Herrenwäsche, Leinenwaren, Strick- und Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen tisw. üflF“ Im Waranhau« I Schiffmann II. Taborstraße. 48 ssn nrc»'-. il^riH

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