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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-07 · Heft 2084 (7.12.1924) · p. Seite 9

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2084 (7.12.1924)
Date
1924-12-07
Page
Seite 9 (sequence 9)
Language
German
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Tf’<i><fi?vf (Kj ..' -7 -«w*»v**4 ' ft 1 m rw« üßTctt, Sonntag Wiener Moraenzettung. tikzemvefom Grosser Welhnachtsv.erkaut in BST*' Grösste Auswahl, billigste Preise bei Qualitätsausftthrung "V>8 Vereine und Vereinsmitglieder erhalten Ermässigung ~ Provinzversand promptest per Nachnahme —Keine Filiale Separate Engros*Abteilung ln Spielwaren f. Wiederverkäufer zum Puppenkönig Clemens GroliersNactifolger, I. Fleisclunarkt 22 Lyoner " 11 MORITZ KRAUSZ JUN. L KOHLMESSERGASSE 7 Wtilmaclrts-* Seiden-Harocalne in allen Farben . . . . K 12 Crepe de Chine, grosses Sortiment . . . . K 85 CrQpe de Chine, prima Kleiderware. , . . K 110 Seidenbrokate für Futter ....... .K 54 Seidenbrokate für Futter, 85 cm breit . . K 70 Pongla in allen Farben, 95 cm breit . . . .K 56 Okkaslon in Seiden-Modeschals mit handgeknüpften Fransen I Montag den ganzen Tag geöffnet! 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Bez., Ochmargasse 46, Saal 1. Alle Mitglieder werden außgesord-ert, Diens-, tag um 7 Uhr abends das jüdiische- Fugendmeeting im Gewer-overem, 1. B-e^ GschonLachigasse 11, vollzählig zu besuchen. Gemeinsame Abfahrt präzise halb 7 Uhr vorn Vereins-, lokale aus. — Verein Erez Israel, Wien. Heute um halb 8.Uhr abends im Cafe Orient, 2, Bez., Praterstraße 66, literarisch-muisikalischer Abend. — A.H. -Verband des I. A. V. U nitas. Am Freitag den 12. d. findet im Cafe Lanidtmann der erste Gesellschastsabend des A. H.-Vetbanves statt. — Der Verein zur Förderung schulentwachsener Kinder Zukunft veranstaltet heute unter Mitwirkung hervorragender Künstler um hcrvb 6 Uhr im Saale des Hauses der Industrie, Schwarzenkergplatz 4, einen Rout zugunsten seines Heimes in Baumgarten. . Der Jüdische Hilfsverein veranstaltet heuta und morgen in den Räumen der israelitischen Hmnanitatsversine B'nai B'rich. 9. Bez., Univeufilätsstraße 4, eine Ausstellung verschiedener von verarmten Mittelstaudsfrauen herg-eqtelller Handarbeiten und Wäsche und lädt zum Besuche derseklven ein. Radioprogeamm für heute: 11 bis 1 Uhr: Matinee. — 4 bis 5 Uhr: Ernstcheiterer Nachmittag (Silvurg): Wagner: Einzugsmavsch' aus „Tannhäuser"; Fall: Walzer aus „Die. Rose, von St-ambuil"; Beudix: ,Aanz der Derwische"; Leoncavallo: Phantasie . aus „Der Bajazzo"; Eisler: „Das Lied vom blauen Paradies";' Kreutzer: Hobeblied ans denr „Verschwender"; Lchar: Potpoutriaüs ,Libellentanz"; Delibes: IntermeDo aus dem Ballett „NaAa"; Stolz: „Es gibt auf der Wett nur ein einziges Wien", „Komm ins Weine Cafe" aus „Das Fräulein aus 4001 Nacht". —- 8 Uhr: „Boccaccio", Operette von Franz Suppe. , . Morgen Montag: 11 bis 1 Uhr: Matinee Sjlving. — 1 Uhr 5 Min.: Uramazeit. — 1 Uhr 20 Mn.: Wetter. — 4. bis 6 Uhr: Ungavischer Nachmittag der Kapelle Silving. ^nschristen au die Redaktion sowie unverlangt einlangenden Manushripten wolle man stets Astellporto dettegen» da sonst «ine Beaulwvrtvng, bezlehnngswe»!« Nückiendung nd eriolqen ' kann. 8 Uhr: Opernabend. . Fragmente lnngen". ans „Hoffmanns Literatur. 7. Dezember 1924 Gelte 9 Artur Schnitzlers neueste Novelle. Bon K. Seligmann. Nach altz-u. langem Stillschweigen hat Schnitzler en-dlich der großen GemeMde seiner Anhänger zlvei Bücher bescher^ das Bühnenwerk „Die Komödie der Verführung" und die' Novelle * * " l e i" (*r 4 welcher hier - die Rede sein soll. Das charakteristische WdeMm>äl -er neuen Novelle liegt in -er Technik -es Et^ahlenS, -die wir schon beim -,Leut- Mnt Guislil" kennen gelernt hMen. Es'ist die tzollstän-iige, lückenlose Wiedergabe des Gedankenganges -eines jungen IwdivlÄUMNs mit der bei Schnitzler nicht, überrnschenden Pshchologi'scheu, nl'itunber utt'heimlichen Schärfe. Statt -es Leutnants G es ein Mges Mädchen -er guten Gesellschaft und die Analogie kamnrt sinnfällig auch darin zum Ausdruck, -daß auch -er neuen Novelle -as Sellbstmordmotiv zugrunde liegt und die inneren SeeleMm-Pfe mit Plastischer Treue gesckMert werden/ Leutnant GusÄ jedoch blolbt durch.eine nicht zufällige Verkettung -er Geschehnisse -sm Leiben erhalten, da sein Beleidiger, offenbar infolge -er Aufregung über. den Vorfall in -er Ga-orobe -des Musikvereinshauses, vom Schlage gerührt wich und stirbt. Er war -er einzige Mensch, -er von Gustls Schande wußte arnd -a er imn nicht ntshr unter den Lebenden weÄt, wendet sich -er Leutnant mit neuer, erhöhter Energie -ein Leben zu. Elfe dagegen vollführt -den SeAstmovd, vor dom ihr zn-evst unsäglich graut, schlieUich doch, äller- -ings schon in einem Zustanide des getrübten Sensoriums. -umiliangsam seihen 'wir ihr Bewußtsein verlöschen. Ein Unterschied der neuen gegenüber der älteren Novelle -rwas -re äußere Form -es Erzählens anbelangt kann «ferner-arm eMickt werden, baß in „Fräulein Else" auch der Dialog sowie Gespräche andever Pevsomn - ihrep Rmgelbung, welche an Wses Ohr dringen, w'-e-ergegebe-n und von ihr mitunter köstlich kommentiert werden, üvähwnd in ,Leutnant Gustl" säst nur -der Ge-dankengang--ds Holden aüfscheint. ' Fräulein Else, - die neunzehujähr-lge Tochter eines -ebenso fähigen als leicht,sinmgM Rechtsanwaltes, weilt als Gast -ihrer sehr vernrögenden Tante in emenr -fa,MonMen Hochgiobirgshctel. Das ganze monb-ckne Hoteltreiben, welches wir schon a-m Völser Weiher kennen gelernt haben, spiegelt sich naturgetreu in -den Reflexvvnen Elses. Ihr sorgloses, .'von Flirt und Tennis ausgeMtes Nichtstun erfährt jedoch eine unerwartete arge Störung durch ein Expreßschrerben ihrer Mutter, einem Brief von schwer wiegen-denr Inhalt. Der Vater hat mit svemdent Golde unglücklich spekuliert. Der persönlich bekannte Staatsanwalt interessiert sich heretts, wenn auch vorderhand nur Privat, für den SachverlM, un>d -er Hauptgläubiger, ein Bevuss tolle ge, setzt einen nnaufschiMichen, kurzen Termin'. Alle Hilfsquellen wurden schon bei früheren ähnlichen Anlässen in Anspruch gen-onr-men und versagen gönglich, so droht ein ungehmrer Skandal und letztlich Elend und Kerker. Eine einzige Hoffnung, eine Möglichkeit her Rettung vor dem Ruin 'bleiA -noch. Im selben'Hotel wohnt auch ein sehr reicher Freun-der Familie, Herr Dorsday, und von diesem, einem nicht »mehr jungen, aber weiblichon R-eizen sehr zugänglichen Garcon soll Else den ziemlich hohen Betrag vevlangLn. Else durchMckt/sogleich die 'Situation, 4hre junge WeMchkeit bäumt sich ü-m so Mehr gegen /die karmr . vMüllte ZumutlUNL als ihr D-orsdav NW zuwider N I. v^^'iinrmsirLSOe 20 WIEN l. Fieischmarkt^l Laufteppidtresfes Slrspazrest, m 4-80 lang . ..... per Rest K »50.000 „ breit, m 5*20 lang .... „ K vJSO.ÖOO HerstuleSreft, m 5 00 lang.. ■! K »50.000 „ breit, m 510 lang . . » „ ’R 1 »50,000 Lurusrest, m 510 lang L 1400.000 » breit, m 5 00 lattg . . . . * .. R 1800.000 Teppiche: Slrapazlepvlch» m 1*65X2'30 ' SerlmieS'epptch, m 1‘70X2*40 Perserinteppich, m 1*60X2*50 Strapaziepplch» m 1S0X250 Äerkulesteppich, m 1'90X2'95 Gflektteppich» m 2 00X2'80 Perserinteppich» m 2'00X8'00 Strapazleppich, ni 2 60X3'60 Serkulestcppich, m 2-40X3*45 Effektseppich» m 2 60X3 50 Perfekinteppich» m 2 60X9 50 Bettvorleger» Strapaz m 0'65X1-30 . per Stück £ VS 000 ,, „HerkuleS", w 0-65X135 „ ' K «80.000 „ „EffeUl'.m 0 60X120. „ „ K »«5.000 „Perserin", m 0-70X1^0 „ „ K 450.010 Wsn-teppich „Estekt" mO 80X1-85 . per Stück K 370.000 „ „Perlerl«"»m 0 90X1*80 „ „ X 750.000 Diwansttzerwurl „Govelenla" . . .perStückK 550.000 „Perlekln" . . . K 580.000 . K 490.000 . L 850.000 .X1800 000 .L atsiooo , ATI600.000; . .L »«00.000 «700.000 .L 400.000 . R «800.000 .K 3300.000 .L 3000.000 Divanpolster Alavlerdecke Tifch-eche Bettdecke Flaneüde^ie Steppdecke .Sammt" „Fnntosia" . . „Vobelenia" . ,F«xus" . . .;,Kn«tasta" . . „Luxus" . . . „Perkerly" . . „Sobelenia" . ^Fantasia" . . ^Perserin" . . ^Gobetenia" . „Faniasta" . . „Stalienne" . . „ESkimv" . . „Kamelhaarln" ,Paier«o" . „Effekt" „Luxus" Kiinftlervorhaug „Effekt" 8üxns" Lambrequins "Hallina" „Effekt" „Luxus" . ,, . „ Ll 1800.000 .per StückK 150.000 . „ „ R 00:000 . ' „ K 850.000 . per Stück K 800.000 . „ „ K 1500.000 .per Stück R 355.000 . „ „ K 870:000' . „ k «4o;ooo . per Stück L 475.000 . _ „ R 360.000 . „; R 380.000 . per Stück L «00.000 . „ „ L 350.000 . „ „ K- 480.000 .perStückL 890.000 . „ „R 480.000 . „ „ R 1800.000 . komplett K 400.000 , „ K 580.000 . per Sttick L 835.000 ' . „ K 150.000- . „ „ K 600,000, aber nach sangen inneren Kämpfon gLw'mnt -ie i - N-sbc, gepaart mit -er Furcht vor dM -rohLniden Eland,' die Oberhan-. Mit Packender Wahrheit ist der Streit Zivi- : schen den weiblichen und kindlichen Geifühlen' tzeschöldert, ' wir erhalten einen oft evschveckettdvn Einblick in -re Psyche, des jungen, als Typus ihrer Gesellschastssphäre gütenden l Mädchens, daS zwar noch physisch intakt, dessen Seelen« : leben jedoch schon von der Moral ihrer Ümyehwng ange- . l kränkelt und dessen Evotik schon dedeMch'' erwacht er- - scheint. Sie erinnert n>ns an Erna Wahl, dvren Schicksal, sich gleichfalls in einern Gsbirgsholel ähM-cher Art erfüllt. ' Herr Dorsday erklärt sich bereit, -ve geforderte «Dumme: telegraphisch anznw'eisen, auch -da>im, als der schulldige Be- ‘ twg durch ein nachfolgendes TÄegraimim sich echMich steigert, abor er knüpft eine Bedingung an seine Hvlfs- -crei-tschaft. Es geschieht etwas gänzlich Unerwartetes, nicht, wie zu -vermuten war und Else erwartet, gesiirchtet hat. den Besitz Elsens fordert er, nur den AMick ihres hüllenlosen, herrlichen Körpers will er, ein Kunstkenner, als Kunstwerk genießen. Else schaudert und kämpft einen entnervenden Kamps, -er Selbstmordgedanke reift rasch zum Entschluß. Sie ^rettet eine todbringende Dosts eines Schlafmittels, aber i,m letzten AugenMck — hi-er^vLvläuft die gedankliche Handlung geradezu parallel mit jener im Leutnant lÄustl" —, -vm letzten Moment dringt-sie doch nicht den Mut auf, das Müs zu leeren. Sie entschließt sich mit weiblicher Schlauheit zu einem Ausweg, 'bei dem ihr keine größere Gefahr dwht und ihre Schmach gemildert wird. DorZda-y soll sw nackend sehen, aber nicht. nur er allein, das ganze Hotel, soll Zeuge eines h'vzarven,: -vom, , Fieberwahn eingeslößt-en Einfalls -es gsmavterten Mädchens sein. Und wie Monna Vamua, nur mit ,' einem Mantel -Meidet, wandelt sie m emmn somnambulen Zustand Mer Gänge rr-nd Treppen des Hotels, A's sie im Rauchzimmer inimitten einer größeren Gesellschaft den verj haßten Dorsday sin-det. Hier aber versagen ihre^auss höchsie > angesipannien zitternden Nerven und sie si-rM, M Begriffe, ihr Wort einzulösen, ohnmächtig zu>sa.mman. Bon den zup Hilfe eile-vden, konsternierten Gästen wirsogleich ihr seltsamer Auszug entdeckt und erregt bei allen, ausgsnondm>eu , dsm einzig wisssnden Dorsday, die größte Sensation, >Besremckung und Bestürzung. \ ... Else wird auf ihr Zimmer gebracht, sie k-lmuni' zu>M- Bewußtseiu und in einem üinhewachten AugenMck findet^ sie -die Kraft, den Todestrunk zu m-hnien, und langsam^ verdämmert ihre MDmdelte Seele... Dies ist in knappen Umrissen das Skelett der Novelle. Schnitzler versieht es unnachahmlich, eine Fülle von feinen . Beobachtungen und Bemerkungen einzustechten'und . die Geschehnisse spannend zu erzählen. Aber rüan niuß das- Buch, -wie ja alle Werke -des Meisters, immer wiodcr lesen, um alle Feinheiten aufKufassen. Martin Buber: „D>as per>b-o vgene Li ch t". Mitten , oStivmiitmiYlK a HOft, DLx EVallidlslMs War .' .11-. lasÄsfiai 806^^9 343964511943

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