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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-06 · Heft 2083 (6.12.1924) · page 1

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2083 (6.12.1924)
Date
1924-12-06
Page
– (sequence 1)
Language
German
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I Poi.8 n 20gröszyl M&SBtMOttSBSKSa | Preis K 1400 Wien: Zum Abholen Sn der .Expedition, II. Taboratr. 1-3,» oder in einerVerachleiaatelle (Trafik) monatl. K 40.000 Straasenverkauf in Wien durch die Kolporteure der , Firma Goldschmied» l.Bet., Wollzeile 11 Mit Postversand JSjr Wien u. Oeatenr» monatl.- K 40.000 f ' «». Ta ch e'cb o-S4’b’»{iajk,e-l; Mon. K 20. J «tf onl aWten-, Mon. Dinar60. Polen: Mon. 3*/* Zlotv, Deutaehland: Mon. (»oldmark 4,F r a nk r., Belgien: Morn JFrea. i5 ■V* .Maehsahtun r«B "W9 bei Preiserhöhungen Vorbehalte» England: Mon.4Sdkiümgt MkTtUK^ÄööaÜ. Mi Lire, Ru'm^VnMon.lSOLel, Bu iWarienMcm. 80 Lewa» ./S.chwer*.und d«s.8brifi 'V whelaad' monatlieh Frcai dti Redaktion u. Adfmnfitratio* Wien, II., Taborstr 1«-8j Ab«lSu4bda.2l-102i25^82; IX. Uuiveraitätsstraaae 6—8 (Druckerei Steinmann) Obiterreichisetie« Poatspar» hassen - Konto : Nr.' 150.698 91t. 20*3 Wie«. Samstag. 6. Lezember 1924 6. Fahrgaag Aegttptische MardanWSge? London, 4. Dezember. (Reuter.) „Daily Mail" erfährt, daß vme Be-rschw örung z>M Ermordung hervorragender Äabm'LttZuütglwder entdeckt worden sei. Es seien alle Anzeichen dafürvochcraÄ-m, daß diese Berfchwörnng ans die Pvapa-M-nda gnvückKUWhren ist, die von der extremi stis ch >e >n notiaml-iisti schon Organisation: in Aegypten aus-gcht. SämMche R^em>ngsdepavtement's sind lbeson'ders scharf «bewacht, uiüld es wü-vden besondere Borkchrungen getroHsen, um ollfällige Ruheistovung-sn zu. vorhmdenn. In der Mitteilung der „Daily Mail" heißt es weiter, es bestirnten alle Änzeichsn dafür, daß das Kompott das Ergebnis der.Propaganda. der Wasa-Partei sei. - Die Nachvicht über die Gnideckung der Verschwövumg sei in einem von Lard Allenbh an las Ministermm des Äoutzevn gcsandetn Tellegvaurm enthalten gewesen. Infs!g,e dieser Dopesche sei sofort eine Sondersitzung des Kabiuett's einberufen worden. Nach Schluß derselben verftLndigie der Minister des Innern Johnson Hi cks sogleich die -Polizeibehörde, die den Befehl gab, daß Gruppen von Polizisten und privaten Deteiktivs die KabinettAmitglieder begleite« und gewisse Käbinettsmitglieder Hag und Nacht von bewaffneten Gehe impolrgist en g es'ch ü tz t'werteu. Auch jede>m Ministerium wurde eine besondere: Wache von PMZeioffrzieren zugowie-sen.- i - - Kairo, Z.^Dezemlber.V Ws ,^ ägyptische . Kabr-rrett-Hat' beschlossen, dem l.Mnig die. A u'ffo fü n g. d'.as' P a r I aw en ts zu empfehlen. Man erwartet, daß dWbetrefsende Verordnung heute erscheinen wird. ' i ,. Ms die Zaghlulisten'von diesem Beschluß Kenntnis erhielten, beriefen sie. eine Prot e st v e rsa mmlung ihres Bollzug'sausschusses ein. Utan .macht sich ans neue Komplikationen gesüßt. ch Der neue Gouverneur im Sudan. Kairo, 6. Dezenrber. König F u a d hat eine Verordnung veröffentlicht, wonach, der.biZherige Gouverneur von U g a « da, Dir A v ch e r,. -um. ' Generalgouverneur im Sudan ernannt wird. Die Regieryng erwähnt den 'Posten des Sirdar nicht, wa^ daraus hinzuweisen scheint, daß die beiden Stellungen in Zukunft getreamt sein werden. Sir Archer leistet schon seit feinem 19. Lebenswahr KolöniMdienste. Im Jahre . 1912 wurde er Distriktslommissär im Soimaliland. Im Jahre 1915 gehörte er der britischen Mission an, die .der. Krönung der Kaiserin von Abessinien beiwohnte. Im Jahre'1919 wurde er Gouverneur des So-malilandes und i-m Jahre 1922 Gouverneur von Uganda. . Baldwin Über die russischen und ägyptischen Probleme. London, 5. Dezember. Fast alle Minister hakbm gestern abends an einer konservativen 'Pe.r sa mmlung in der Alberthall teilgenvmmen, wv 'Baldwin als Hauptredner auiftrat. Er erlklärte, daß die' ^ns-erdative Partei noch niemals einen so grandiosen Sieg er- Erwngon habe wie bei den letzten WalMn. Die englische Wählerschaft sei endgültig v.-om Sozialismu's abgerückt und habe deutlich zu verstehen gegeben, daß sie nicht von Moskau kontrolliertsein wolle. Ein so großes Land wie England werde aus teinien Fall die M-et'hvden kopieren, die gegenwärtig in 'Rußland in Gebvaiwch seien. Baldwin wendet sich energisch gegey die von den Gegnern erhobene Anschuldigung, wonach die Regierung die Ermordung des Sirdar benützen wolle, mn 'das englische Protektorat über Aegypten wieder'herzustellen. Ein solcher Versuch läge der englischen ILegievung fern. Es sei aber ihre Pflicht gewesen^ rasch zu handeln und die ägyptische .Regierung dargn g,u erinnern, daß die Kampagne, des Hasses'und der Attentate wufhoren. müsse. E n.g l a n d halbe n i ch t d re Absi ch-t, d i f . Un abhäng igle it wieder zu ^e rstZ ue.n, ^die es AegY'pt<n. ge.w'ähri habe. Es rrsiht einmall davaN. stch^-Mdie,MHifH:V?vwaltünK^cnNWrüschenEs tvünsche lediglich, seme Miffian - zuerfüllen, - Ae 'darin .bestehe, nicht nur' die. britischen,', fondtry auch. aEe' ä u ö eren au'sländischen 'INtere'-ss.en-in".AegM.Ul'M, schützen. Die V e r k e h r 'sw ege des R e i che s -umsse-n außerdem gesichert bleiben.. . .' Die. Regierung, fei entschlossen, die Berpstichtunaen, die sie.Mnr Sudan gegenüber übeMommen habe, zn erfüllen, aber clonsy auch ihre. VerWihtiMMN gegenüber Aegypten. Diese Rücksichten seien mitder Ausrechtevhaltung frenndschaftlicher Begiehuugeu zwischen den beiden Ländern nicht DUvereinbär.' ■ *" Das Unterhaus. (Eigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) ' London, 5. Dezember. Die B e e i d i g u n g. der. Abgeordneten ist gestern fortgesetzt worden. Von 615 Wgeovdneten haben bis fetzt 584 der Krone den Treueid geleistet, ■ Das Unterhaus hat sich darauf -auf -nächsten Dien.stag vertagt. Au diesem Tage wird der. König persönlich die Thronrede halten-. ZK Pariser Ministerenttevue. Das amtliche Communique. Paris, Z. Dezember. Wlvas.) Amtlich wird ver- §aulöart: StaatÄsc'kretär Chamberlain wich Ministerpräsident H e r r i o t hatten heute vormittags eine zwei- M-ndige Besprechung, über verschiedene auswärtige Frag >e n. ES kam Hu einer U e b e r e i n st i m m u n g bezüglich der Fragen, die-eiwe sofortige 'Ko s u n-g erheischen. Da gewisse AngelMrHe'lteu eine längere Prüfung erfordern, k.rmen die Minister überein, diese Prüfung im gleichen Geiste sortgusühreu, wölbet von 'beiden Seiten der Wille betont/'wnvde, d-ie,Zw.i!>chLn Fralnkroich und Großbritannien bestohenden. sreuWchafMchen Beziehungen Zu entwickelst uind die Ausrechter^iltlttlg des .Friedens zu Geständnis eines Marfsy-Banditen. Budapest, 5. Dezember. Wie die Blätter berichte^, hat dar bvkannNch ins Ausland geflüchtete Franz K i ß, einer der Angeklagten im Machfh-Prozetz, vor einigen Tagen an sorne Verteidiger -em-- Schreiben gerichtet, worin er mittei-lt, Marffy uüd Maroffi hätten ihn i‘m Gefängnis überreden wollen, gleich ihnen alle 'bei der Polizei zu' Pvotoikoll gogsbenen Anslsagen zu. 'w i d e r r uf e % und > zu behaupten, daß ihm diese Gestäudnisfe durch- Mißhanldlangen erpreßt worden seien, Kitz erklärt ferner, daß er vor der Ra chje Marsfys ins Ausland geflüchtet sei. .. - Der Bertewigcr des Kiß hat dieses.Schreiben dem^^Gerichtspräsidenten Dr. Langer überreicht. BMversammlung des Waad Leumi. War'chau, 5. Dezember. Wie dem „Moment" aus Jerusalem telegraphiert, wird, hat der Waad' Leunn. (Nationalrat) m seiner jüngsten Sitzung beschlösse^ die Vollversammltt'ng der gewählten Mitglieder für Mitte März 1925 ^'mzulberufen. ' 1 Das Zentrum gegen die anMdifchr Hetze. Das führende Zentrumsblatt, die „Kölniische Volkszeitu-ng", weist dcirains hin, daß bei Völkischen und HakenkreuFlern mit dein Haß m'gen die Juden parallel der Haß gegen die christliche Religion und ihren Stifter . geht. Sie schließt ihre Betrachtungen mit den folgenden Worten: ' „Das Zentrum stcht in dieser Hinsicht fest aus dem Boden der Erklärungen, Re ReichKauizler Marx dieser Tage in seiner großen Rode in Elberfeld gegen ' d -f tt A n t i i[ e m i ti s nt in s ■ aibgegeben hat, - wonach . er als Christ und als Richter'es im höchsten Gwde für nnrecht I erklärte, Angehörige unstru's Reiches wogen ihrer StammeszuMlhörlgkeüt zu beschimpfen und zu verhöhnen." Heniot und khamberlain. ' —7. Wien. 6. Dezember. Die englische und die sranzöstsche Presse gehen ziemlich übereinstimmend das Progranrm der zwischen Herriot und Chamberlain stattsindenden Aussprache an. Es soll die Marokkofrage, dann die. Airgolegenheiten des nahen Orients, ferner das Verhältnis zu Rußland u-nd schließlich die für den 10. Jänner fällige Räumung der Kölner Zone von den britischen Truppen erörtert'werden^ ein Fragenkreis demnach, der sich ziber ganz Europa und das Mittelmeerbecken erstreckt und in den olle Probleme dieser weiten. Fläche sich einordnen, auch weim sie in der Ta>gesordnung nicht namentlich angeführt find. Daraus ist zn ersehen, daß diese Konferenz eine der wichtigsten ist, die seit der Tagung des Obersten Rates in San Remo stattgefunden hat. Es rverdeü sehr tiefgreifende Entscheidungen vorbereitet, deren, Bedeutung noch dadurch erhöht wird, >daß die fro.uzösifthe Deutvkrätie und der englische Konservativismus. 'sich' 'auf einer gemeinsamen Linie finden müssen. Das Ware unter normalen Untstäuden ein fast arlLjichtöwses Beginnen. Herriot hat eben von der Kammer ein Vertrau eusvotum erhalten, nachdem er die Korruptionsbeschuldigimg der Kommunisten entkräften konnte, Chambeülain. kömmt als Vertreter einer Partei, die in den Wahlen.ersten sehr großen' Sieg errungen hat. Es treffen diametral' ver- Medene pMische Konstruktiomn zusamnien. Dbber' die Umstände, die diese Entrevue verlangen, find nicht normal. Man kann sogar Von einer Notlage", der ' i. Großstichsten sprechen/ und Ae Not 'Mgt .rchn jfit Kompromisse. zu sein.... 'Dlese Nötlä'cje ist durch' die Räiimun^Ar^MnischD ProtMorätszöne 'in' Marokko, geschaffen chmAn. -^s ist schon so weit,, daß , Spanien ,-selne' .Koh)iste uyN 'mehr hallten kann. Es hat alle Opfer an Blut und.. Finanz, kraft vergebens gebracht. Nach seinetn Abzug würde ein Vakuum entstehen, das sich für den mrgren./üden frauzösilschen Besitz sehr peinlich fühlbar - macht. .In Paris bestehen noch immer die Pläne des',großen askMn'ischen Kolonialreiches, die nüt Ar Okkupation Ägiers,' und Tunesiens begonnen haben und in der Ersetzung^ -der spanischen Herrschaft durch die französische ihre'Fort, fehung -siuden. sollen. Dies bringtaber,'wieder die Gibraltarfrage aufs Tapet und läßt'das ärgerliche Mißtrauen ini der englischen Presse i'verstehen/ die bvi 'ver Erörterung der Marokkokämp'ft inrmer die Frageüellt, woher die zerklmpten Rifleute die Waffen und das Geld zu ihrem Krieg beziehen. Die Krise-im Atlasgebiet -hat den Weltkrieg unverändert ülbechauert,- ihre-Liquidation ist vertagt worden, und nun ist dee Frage von .der Seite der maurischen Araber her-in solcher Breite ailfgerollt worden, daß sie ihre dünnen Beqrenz-ungs'linien - zu sprengen droht. Sie steht in direktester Verbindung mit allen aMren TeilprMemen des ' Mittelmeeres, zieht außer Frankreich und England auch noch , ,'Jtastenin ihren-Bereich und wirkt darüber -hinaus bis weit-in Pas Zentrum' Afrikas und des asiatischen- Erdteilshi nein. Die freiten zunächst Beteiligten N>erdi;n .nun-eine^Einigung anstreben, der sich dann die dritte Macht, repräsentiert'-durch Mussolitti,. ansäMeßeu soll,- Die deul'sck>el.Angelegenheit kän'n in dieser Rechnung nur die Funktion des'Zugeständnisses hoben. Da 'Frankreich die Sicherheitsfrage nicht ans den Augen läßt, - wich' hie brit-isst^e Garnison -bis aus weiteres am Rhein bleiben. Die Verhandlungen mit den Sowjets - werden dilatoriisch. geführt werden, umzunächst abMoarten, ob-. Rußland' seine ant-ieuropäische Politik in Zentral- -und - Pvrteräsien fortsetzt. i . Das abends in Paris ausgegebeue EonwNmique -bestätigt diese Annahmen. Es wird erklärt,-daß-die "Aussprache geteilt und daß bezüglich der^ dringe'ndsten Angelegenheiten eine Einigung erzielt wurde, wäl)rvnd die Klärung der anderen Fragen ^einer fort-gesetzten Beratung anheimgestellt wird. Da die Tagung des' Wlkerbundrates vor der Türe steht, kann sich das Uebereinkomm-en nur auf die Orientfvagen beziehen.- Hoch M hier noch die Zustimmung '.tes. Tysrismus.-'.einzutzplen,, j di» diesmal von besonderer Bedeutung ist. Mussolini zeigt Lust, das Erbe Frankreichs als.., SchuWrr.. ,der ersparen 8!e beim Linksuk von 8tollen für Herbst und Winter, Damien- und Herrenwäsche, Leinenwaren,, Strick» und Wirkwaren, Teppichen, Vorhängen usw. Im Wansniiaus ffma amummmaamBaam H. TaborstraBe 48 Te^ephpjr»-47«1»7ß T« «tot fi«i id«tal|

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