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Wiener Morgenzeitung · 1924-12-04 · Heft 2081 (4.12.1924) · p. Seite 4

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2081 (4.12.1924)
Date
1924-12-04
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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CfoUe i Wien, Donnex-tag MHrm MpvsteyMtrm-. 4. PeMchex J.924 Ar, Mt tzin zabriksdirettor ermordet feine Familie. »er erfMeue Ueberfall ln Haloer. - Llrektor «ngerftein gesteht, acht Morde verübt »tt haben. - rer Mrder wollte Mltwlffrr seiner aeschSstliche« Manipulationen beseitige». - Sine Wahnsinnstat? lVigendienst -ex „Wiener Morgenzeitung".) getötet Md da>M die übrigen Personen ins Haus gelobt lha'ben, mn. sie durch B ei l h j e b e und Stiche mit Frankftlrt a. M., 3. Dezember, Der „Mepfasl" <vuf die.Billa, des Fabnksdireftyrs Ungerstein Ln.Haiger -bei Siegen, bei dom, wie gemchdet. Angersteins Frau, seine Schwieger m tt 11 c r, eine in de? Pilfo zn Besuch -iveilende Dann?, drei Bureanqn-gestellte des HalVsteLchverkes, ein Gärtner, ein Arbeiter, und jedenfalls such das siedenjäh rige Kind des Direktors ermordet Md durch Ansiinden des Hauses verbrannt wurden, hat eine furchthare Auf- Kärung gesunden. Angersteiv selbst ist der Mörder und Brandstifter. Er hat -bereits heute morgens ein Geständ tt<i ö abgelegt. Die sofort nach der Tat einsttzendo UntenM-Huttg ergab Md eene Reihe von Perdachtsmomeftten gegen Angerstoitt. Der Mann hatte gastern Gmds aus seinem Garßen am Hilft gerichn und tvar mit schweren Berwutt* d u n gen a-uWsurrden worden; cr gaH am, er fti, clhenft wie die arckeren HauSbe-wohner, Wvfallen toyvden, eine Fwauzlg^ bis dreißigköpsige Bande HM ZWvschen 6 uch 7 Mr abends den Uaberft-ll heriM. Die Aerzte, «welche die Leichen der Erimrdeirn besichtigten, hegftn sofort Zweifel au der Zeitongatbe, da 'bei den Assen herafts die pichen- |t-am eilbgetreden ipar. Auch der Mnstzrnd Wr auffällig, daß her Kaffenschranl un-exnhrt mt. Durch Vergleich von Fingerabdrücken wurde A-ngerstom überführt. Die schweren. Verwundungen hat er sich se lbst boigebracht, vielleicht um Selbstmord zu verüben. Die Tat wurde von Angerstein -mit ganz besonderem Raffinement ausgossthrt. Gr hat offenbar eine Person nach der anderen umgebracht und dazu ein Beil Bett krank daxniedrrliegende Frau einem Hirschfänger zu ermorden. Als die acht Personen erledigt Waren, stbergoß Angevstem seine Privat- Ibureanräumeund s-da>nn die Nürmie im ersten Stochiverk mit Benzol, das er für geschäftliche Zwecke stets vorrätig hatte. Angevstein ging dann ruhig in die Stadt, kaufte Ln einem Laden zwei Tafeln fetnster Schokolade für seine „liehe Frau" und in einem anderen Geschäft eine Taschen-- isa mp e. Sem dritter ging nach einer BuchhaMuiig. Inzwischen war die DnnWhsht here-ingobrochett. Angeusteitt lehrte nach Ha>use zurück und steckte das .Haus in Brand. Wahrscheinlich veryah es auch, das int Parterre ausgeschüttete Benzol. anzuzünden, da diese Räum« vollkommen unversehrt geblieben sind. Er -begab sich hierauf vor das Haus, brachte sich selbst einige Stiche >be.i uftd xief dann mm Hilft. Angevstem selbst hat über -die Motive seiner -furch-' baren Untat bisher keine Angaben gemacht. Es verlautet, -aß er mit einer FiMg geschäftliche Differenzen gehabt hat. In seinem Betrieb in Hgiger ivvr ein Chemiker -namens N i x beschäftigt, mit dem Angevst-ein in letzter Zeit häufige Anse inanderfttzungen wegen Geildforde- X unge n hatte. Nix erklärte Angerstein noch vor kurzem, er werde die Hauptfirnm in Witten von der Gebarrmg Angersteins in Kenntnis setzen. Angerstein hat nun jedenfalls aus Furcht vqr einer Aufdeckung gotvisser Manipulationen zur Mvrd.vafft gerissen. Nix >var zur Zeit der Ta-c nicht imBetrieb, sonst wäre zweiftÄos auch er ein Opfer Angerstein-8 geworden. Im Orte lvar Angevstein sehr angefthen. Es wird auch für nicht ausgeschlossen betrachtet, daß er ünWa hm s i n n gehandelt ha>be. Angerstein soll Paralytiker sein. Knut «nMnffen heimgelrhrt. Neues von den Eskimos. (Cigendienst der „Wiener Morgenzeitung".) Berlin, 3. Dezember. Wie aus. Kopenhagen gemeldet wird, ist nach Durchführung der bisher größten atftt* scheu ' Forschungsreise der^dänische Polarforscher Knut Rasmnsfen von seiner -fünften ThnleeApeditiim zurückgekehrt. Die Expedition erstreckte sich vm Grönland bis zum Stillen Ogean. Rasmussen wurde in Kope-kchagen von zahlreiche« Brr? iretern der Rsgiertwg und der Bchörden sowie von einer großen Menschenmenge empfangen, die ihm stürmische Ovationen bereitete. Rasmussen hat auf der Nordwestp a s is a g e nicht weniger als 20.000 Meilen im Schlitten '.uriick.qettgt. Er bringt von seiner Reise 20 vollgeschriebene Notizbücher und ebensoviele Kollegienhcifte mit. Irr Alaska hat er, wie er in Interviews erzählt, EskmoS a..'gLtroiffLN, die über ein Einkommen von 4000 Dollar jährlich verfügen imd bis zu 14.000 Rentiere besitzen. Unter den N e ts i l i - E s k i m o s herrscht noch der F r a n e n r a u b. Die meisten Mädcheit werden dort k u r z nach der G e b u r t g erötet, so daß die Männer darauf angewiesen sind, einem* der-zu ermorden, toen-n sie sich-' eine Frau verschaffen mollen. Fast drei Viertel aller Eskimos-dieses Stammes Werren jo zu Mordem.'- - - . - > 'In Sibirien wurde Rasmussen von Bolschewiken verhaftet und -auf Hundeschlitten fortgeschafft. Außer seinen Alcheichnungen bringt er einegrößere Anzahl von F i l m a u f n a h m e-n - mit, die' zmtr Teil bei 50 Grad Kalte l-craestsllt wurden. ' Sie Wanderer vou Sherbourg. Frankreich gestattet 700 Emigranten die Niederlassung. Nus Paris wird uns berichtet: In Cherbourg befanden sich, tvie bereits wiederholt gemeldet, einige tausend iü(bische Emigranten aus. Rußland, die wogen der -ircnns'ii amerikanischen Emtoanderungsgefttze hin und her ge« sag: wurden. Diese Auswanderer wurden in'Bovaken gepfercht, wo sie unter den entsetzlichsten Zuständen so zu leiden haften, Saß sie in -eit H n n g e r st r e i k traten. Ueber Intervention der amcriLanisch-fudi.schen Eiuwalldcrer-H'.lssgqellschäft Hias ge-stattete nun difranzösische Re« giermig. daß 700 dieser Emigranten, die bereits das amerikan;- ' sche Ei'.ueisevisum besitzen und nur wogen Erschöpfung der sie betl-e; senden Quote zurückgowiesen worden waren, im Lande bleiben, die BaraSeu verlassen und sich in Frankreich frei bc* wogen siirstn. Nahezu sämtliche 700 AuswaMrer haben i-n den verschicSxnen Teilen Frankreichs in ihrem Gewerbe Deschästiguug gesunden. Die Hras hat der frcmMscheil Regierusig geigemi-oer überdies die Haftung dafür ülbevnonmwn,-, daß . die Familienmitglieder dieser Emigranten -7 Fr-aitxn,'Ksiwsr und Greise — der Oeffentlichkeit nicht zur Last sollen werden. Kamps in As»lrh. Pie I. T. A. berichtet aus Jernsore-m: Am M. November hat ein. Kamps ztvischon Juden und Arabern wt Afnleh, im Tal J«zrael, einige Meilen von Ra-a* reth entfernt, stattgsfunden. Ein Araber wurde durch einen Schuß getötet, zwei Araber 1# einige Juden trugen Bar* le^rngen davon. Der Kampf entstand als Folge einer Ausei-nandevsetzu.wg zwischen Juden mch Arabern über das Eigentumsrecht auf ein Stück Land, Die Ara-ber versuchten, mit Gewalt die Juden daran m hindern, das Land zu pfkrgsn. Mteilunsen am dem Publikum. OPrfAN ep en Schnupf f$n Dose /C /o 000 Grosser Welhnachtsverkant in Grösst? Auswahl, billigsie Preise bei Qualitätsausftthrung 'MW Vereine und Vereinsmitglieder erhalten Ermässigung — Provinzversand promptest per Nachnahme — Keine Filiale Separate Engros-Abteilung in Spielwaren f. Wiederverkäufer ,zumPuppfnk5nis Clemens Crabers Nachfolger, I. Fleisctmiarkt 22 IDkein« Haarpfleg©! Ffir trockenes Haar fettes, für fettes Haar trockenes PERUTANNIN-HAARWASSER Ve rtr iebsgesellschait Professor Dr. Schleich’sther Präparate, Ges. m. b. 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Levy, Bovsitzeuder der Ose in Crvgsnud, bedei-liigen, Die Gesellschaft yse haj sich stwecks DurW'chrung htzt psychotechnischen Forschungen mit den Mischen Gewerkschaften veribunden. Pros.' Mhers hielt dieser Lage vor jüdischen Arbeitern, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten, einen Vortrag über ,^JMuftrielle Psychologie ihre Bedeutung". Sein Bortrag «rächte auf die ZHäverfchaft einen starken Eindruck. ' . Die Ose-Ar-beit in London hat sowohl unter den br^itetr jüdischen Massen, ailSauch uitter der euglifcheu J-ntettsgenz stabbes Interesse herworgevuifen. Die statistische Konunission der Ose sammelt wissenschastliches Material über sanitäre Hygiene und MosseHygiet^ Snmmistraße». Gronäß hyr.ErckaMschen Fachseitschrift ,Mhe indü' ttMer wovld" wird es in AmeM, dem Laude -der unbegvenzten Mgil'ichkerton, in allernächster Zeit G u in m ist r q ß e tt gchen. Die phenso sonderbare wie praktische Idee konnte Mtürlich M-r- -er A l tg u m m ä ü ib e r f ü l!l e -des ameristruffcheu AnhotnwbÄwesens entspringen. Gvstou ist die Gebnrtsstadt dieses^ Gedankens, wo am.n deniftkben auch in die Tat uinfttztze.. Es ist der amevUinffchen Firma Wright Mluugeneinen wasserdichten, über alle Anfovdevungen der, wvdevnen BestkehrstechM . erhabenen Straßen- und Bmckeubelqg aus Gummi -herzufhellen. Die Überaus günstig verlaufenen Versuche wurden in Boston auf einer Brüche im. Zuge der North Avenue a-nge-stellt, einer der verkehrsreichsten Straßen des Boftoner Geschäftsviertels, in denen sich der Fwhvvevkchr aller TvansportmÄtel von »md -W den Haftndocks. Gütevbahnihöftu, Warenlagern mid^FaÄiftn cchspiM. Die neuartige Pflasterung besteht aus Gumnuplatten, die zu einem Dr-ittel gus Neugnünmi und Kt Zwei Dritivln aus Altgummi ^bei 333 Grad Erwärmung und 2500 on-gilische Pfund, d. i. 1134 Kilogramm Druck heMstellt und 6 ural 12 Zoll groß und 1 Zoll dick sind. An je einer Stjmiuud einer Breitseite tragen sie ei-uen, bM. zwei Wbkreisförmige Lappen, die in Aabsslparmlgen der nächstfolgenden Platte eingreisen upd durch die sie an der Straßenu-ntevlage fest-genagelt ^vevden. Außerdem werden die Platten mit einer weißen GummiZMeutmiischrM sowohl n-lttereinander als auch an die Stra-ßenu,nterst'.ige gebunden, ei.« Werfen des Gummi,' also vollständig unmöglich genmcht. Das Legen der Pffastevung geht außerordeMich schnell von statten. - Die Versuchsipftastevuingen stunden schon eimge Zeit in Betrich, ohne daß die fcharfen Huf-e-ifen oder die Wageirräder irgend welche Spuren hintevlassen Hälften. Daue-ben ist das.Gummi, entgegen ältgememer Annahme, weder für .Pferde noch für Automobile schlüpfrig; seine Geräinschlasigkvit ist ein weiterer Vorzug. Ferner iverden schwere Stöße und ErschüttermMN a'ltMfangen umb diese von Gebäu'den und Bvü ckerftonstruttionen größtentetts ferrrgehalten. Gcraide letzteres Moll neben der großen Daimrhaftig-keit, die gegenüber Holz ein Bielflüches ist (bis zu AuanZig Jahre Haf.fbaMt), eine überaus wichtige Nolle. AndeperftiM gh?r hedsntet 'der grflßere KwstWfchU'nd bsmr ilti breit ttn«ii.(.APi.Ka«Asaaee storr£ 3913590854

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