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Wiener Morgenzeitung · 1924-11-30 · Heft 2077 (30.11.1924) · p. Seite 8

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Journal
Wiener Morgenzeitung
Volume
6 (1924)
Issue
Heft 2077 (30.11.1924)
Date
1924-11-30
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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CKUt 8 Men, Sonntag Wiener Morgenzeitunsi. 30. sr-demSer IM Nr. §077 züglich des Aufenthaltes als auch des EriverbeS nahezu ^uiMerwiMiche Schwierigkeiten. Die StadtveMalmng 'wich trotz alledem noch itveiler gegen die Fremden gehetzt, so -atz 'dtesel-en m gewissen Hrv-ttelldn rm- Leson-ers auf -er Straßenbahn sich nicht nuchr trauen, in ihrer Mtttersprache mit einander;» sprechen . Dieser Fvemdenhatz, der von der „Actirm Franraise" unarrsgesetzt geschürt wird, trägt durchaus keinen judenseindlichen Charakter. Cr richtet sich in den verschiedenen Bezirken, je rrachdem. wo die KrerndenMu-psn in größerer Za-N beisaimnou wshn-rn, gegen Russen, Grftchbu, Ungarn, selbst gegen Engländer und auch gegen Jriden. Und die Plakate, Mrrgzettel und Aufschriften an Mauern und ssnsdigen Orten, irr denen znnr -Kampf gegen dir eine oder andere fremd; Nation ausges-ordert wird, tragen daL .ÄL-enkreuz als Gewhrzeichen nn>d Metzen mit dom Ruf: Dive Daudet! Skschos Balthazsr Wer die Lage der Juden?«Ungar«. ,Keine Hoffnung auf Besserung." Dr. Desider Balthazar, Bischof der reformierten Kirche in Ungarn, weilt gegenwärtig tu Amerika, um für baf* Kollegium von Debreczin, dessen Präsident er ist, 200.000 Dollar zu sammeln. Er wendet sich-mit einem Aufruf an die „führenden Protestanten, Juden und an das liberal gesinnte Volk". In einem Interview mit einem Vertreter des I. T. A. sagte Bischof Balthazar: „Die Lage der Juden in Ungarn ist eine sehr traurige und es besteht für die nächste Zukunft keine Hoffnung auf Besserung. Indem ich mich mit meinem Ausruf auch an die Juden wende, stütze ich mich auf du Tatsache, daßdaS Kollegium von Debrerzin das einzige Institut für höhere Bildung in Ungarn ist, das den jüdischen Studenten keine Beschränkung auferlegt. Bei allen anderen Hochschulen in Ungarn gilt der N u m e r v s clausus, welcher die Zahl der jüdischen Studenten' auf 5 Prozent beschränkt. In Wirklichkeit gibt cs fast keine Juden an den ungarischen Hochschulen. Diejenigen, die ausgenommen sind, werden von den ungarischen Studenten so heftig verfolgt, daß sie die Anstalt verlassen müssen. Das liberal-gesinnte Volk in Ungarn", schloß der Bischof, „i st bereit, gegen die Reaktion der Regierung und der Erwachenden Ungarn zu kämpfen."' Es mutz zugegeben werden, daß Bischof Balthazar sich jederzeit mit rühmenswertem Mut für die Rechte der Juden eingesetzt hat und deswegen von der Reaktion insultiert wurde. Wahr ist, was der reformierte Bischof über die trostlose Lage der Juden und besonders der jüdifchen Hochschüler in Ungarn sagt. Nur in einem Punkte verfallt Balthazar einem unbegründeten Optimismus, wenn er vom Kamps de« liberalgesinnten ungarischen Volkes spricht. Leider har sich im Laufe der kritischesten Zeit der Einskuh deS christlichnational gesinnten protestantischen Bischofs Roda cs von Budapest auf die Protestanten stärker erwiesen als die Friedensrufe des Bischofs Balthazar auS Drbreczin, dem kalvinischen Rom. «urtrttte ans dem Zudentnm. Faß Paula, geb. 24. Februar 1920. Wien, 18. Be»., ^ühnstraße 86. DuschtnSkv Keorg, geb. 39. Dezember 1888, Karolinenthal, Kaufmann, 18. Gerstboterstratze 18. D »sckinsky Erna geb. L ö w ti, geb. 30. März 1886. Men» Private, 18. Bez., Gersthoferstraße 18. Wtllb «im. Dr. Rasul. geb. Ä. November 1892. Krakau, Ingenieur, 6. Dez.. Iosefstäbterstraße 80. Retter Rosina. geb. 15. Avril 1900, Wien, Hilfsarbeiterin, 20. Bez.. Pappercheimgasse 51. Engel Maria, geb. 20. März 1901. Wien. 2. Dez., Schmehgasse 4. Brunn Maria aeb. Adler, geb. 13. November 1692. Mailand. 8. Dseilgasse 23. Schlesinger Josef, geb. 24. Märt 1902. Unier-Gänserndorf, 2. Bez., Airkurgasie 47. P o ll a k Hildegarbe. geb. 25. No- 1882, Wien, 8. Bennovlatz 8. B « ck Heinrich, gefi. 17. August 1894, Wien, 9. Nutzdorferstraße 31. Hammerichla- Paula, geb. 30. Juni 1888, 9. Dez., Alserbachstraße 26. Schwarz Emanuel,geb. 1.Oktober 1890, 9.Bez., ClnstuSgasie 10. Trpver Anna, aeb. t Februar 1897, Czernowitz. Comptviristin, 20. Dez., Wnllrnsteinstraße 40. H a n n a k, Dr. JaequeS, grb. 12. März 1892, Wien, Redakteur, 20. Dez., Drtgitteiiauerläride 18. Groß Leon, «eb. 1V. Februar 1901,- Bukarest. Gchausvleler. 20. Bez.. Wallensteinstraße 52. B r ft u tt t r Zwefirie, geb. 20. August 1902, Wien, Comptoiristin, 20. Treustraße 47. @ t 8 n e t Marianne, erb. 29. Dezember 1903. Wien. 9. Bez., Dorzellangasfe 22 *. Mitteilungen ans dem Publikum. Möbelfabrik J. Spira Fei« «- ihm, in. snMing«n 1—2 Wohnungseinrichtungen (Ecke Kar! Schweighofergasse (Moritz Kraus* jun.) I.« Koiilmess^gasse 7 Weihnachts Okkasioas- Yerkauf m beginnt am 1. 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Wien, 3. Boz.,. 250.000 K.; Divekior Ing. Stock. Tviest. 250.000 K. zugunsten der Jnlan-dLaktion für Kinder und Gveibse des xüdrschen 'Fr-Men»' bu-ndeS, 9. Beg., Liechteilsteinstratze 11-13. Raieuhandler uchd alle KauisloUe, die Warerr Wett TeL-ahlumg ltefem, Men und Provinz, senden in ihrem eigens sten Interesse sofort ihre Adresse an Herrn G. Gn>bak, Wien, 18. Bez., Wachrrngerstvatze 125. * Das Wetter. Der Wettercharakter entsprach Mterm dem: des Vortages. Es war uoblrg mit leichtem Rvoemall. ViS in die Mittagsstunden hinein herrschde geradezu aoenvliche Dun-' keilheit. — Die Voraussage tautet: Im allgvm-oinen noch keine wesenEche Aeüderung, nur m den Höhen Bewölkungszunahme? * Di, Lebensmittelmärkte. Auf den Märkten herrschte im' allgemeinen bessere Nachfrage, auch Fleisch ging ziemlich flott ab, da die Proift im Devgleich zur Borwoche etwas nre-driger waren. Billiger waö Rindfleisch und KaWeisch bis 2000 K. pro Mogrmmn. — Die Grünwareumärkte sind sehr gut beschickt, gefvagt sind nur die feldmätzia gebauten Geurüft, namentlich Weißkraut, da alle Arten von Gartnevgemüft uner° schwvnglkch teuer sind. Die Preise für frische Eier sind wieder etwas Mlegen. Aus den Mavkten kosten frische Eier 2ö00 bis 2700 K. pro Stück, -sind dadvl nicht immer verläßlich frisch< Kalkeier kosten 8300 vis 8400 K. pro Stück. Die Buttechreift find unverändert..' : . » Die Milch wirb um 4ÜÜ K. teurer. Bei der gestern aaltmen Besprechung zwischen den ländlichen Produzenten, »eien und Milchhändlern wurde bschlossen, den Milchpreis ab 2. Dezember d. I. um 400 K. pro Liter zu erhöhen. Die Milch wird vom 2. Dezember d. I. an zu nachstehenden Preisen verkauft werden: Milch aus Großmolkereien 5500 K. (bisher 6100 St.); Händlermilch, pasteurisiert, 6400 K. (bisher 6000 K.); nicht pasteurisiert 6100 K. (bisher 4700 St.). Wetterführung her Linie 18 bis zur Sternwartestratze. Bon Montag den 1. Dezember d. I. ab werden die Züge der Linie 18 bis zur Schleife nächst der Sternwartestratze weitergeführt werden. * Das Mitfahre« auf den Trittbrettern der Strotzenbahn wird verhindert. In letzter Zeit haben sich mehrere bedauerliche Unfälle dadurch ereignet, daß Strahenbahnfahrgäste entgegen dem bestehenden Verbot während der Fahrt auf dem Trittbrett gestanden sind. Die Stratzenbahndirektion bot alle Schaffner nno Fahrer angewiesen, eine derartige Uebertretnng der BeförderungSvorschriften auf keinen Fall zuzulassen. * Ueberleiiung von Westbahnzüaen. Ab 15. Dezember d. I. werden von den gegenwärtigen Westbahnnahzügon sieben Zugsvaare über Hütteldorf-Hacking von und nach der Wiener Verbindungsbahn und darüber hinaus geleitet. Außerdem werden vier Zugspaare zwischen PurkerSdorf und den Stationen der Wiener VervinoungSbahn, beziehungsweise darüber hinaus neu eingefirhrt. * Derlangeruua der Dsanderlanszeit im Dorotheum. Die ovtzeropdentlichen wirbschafttichen Veryaltniss« der Nachkriegszeit zwangen ftin-erzsit das Dorothoum. die Lmrfzeit .der Pfandscheine bcldeutend yerabzusetzen. Die seit einiger Zeit eingetvetene Staibklität der GÄvechäUniff^ ermöglicht es min dem Dorotheum, einem dringenden Wunsche der Bevölkerung Rechnung traxeud. die Laufzeit der Pfänder wieder zu verlängern. ES wird daher mit Wirksamkeit vom 1. Dezember 1924 die Laufzeit der PfaMchem-e für Pfänder bis zu einem Darleihen von 600.000 K. auf sechs Monate, für solche mü einem Darlehen bis zu 3 Millionen Kronen auf drei Monate ausgedehnt. Eur Pfänder über «inen DavlvhenSbetvag von 3 Millionen ronen an wird die einmonattge Laufzeit beibchatlen. * Herkunftsbezeichnung für Spirituose«. Laut Ministerialvewvdnnwg Nr. 885 müssen ab 1. Dezember d. I. alle Maschen mit Likören und sonstigen DpiriMosen aus der Vordersei-t« nttt einem Streifen versehen weMn, der die Herkunft dieser Getränke deutlich kennzeichnet. * Von einem Auto erfaßt. Gestern wurde di« Dedienevin Marie K o tz m a n n von einem Auto niedergestoßen. Me erlitt mehrfache Verletzungen und wurde auf die Uufallstation gebracht. * Die Lebensmüden. Gestern trank die 30jährige Anna K. aus Kränkung über einen verlorenen Prozeß in einer Woh» nungsanaelegenheit Lysol. Sie wurde ins. Svital gebracht. — Die 25iäyvige FranziAa G. Vergvftete sich geistern mit Kohlenoxydgas und starb. Zeiden-Brokat ^.59m UM« M.i. AOtl R« ASMr»a S£II) 1 ^609 0201310100480102 2919096881

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