Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2075 (28.11.1924)
- Date
- 1924-11-28
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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I Polen 20 protzrl Wien: Zum Abholen In der Expedition, 11. Teboratr. 1*3, oder in einerVerschleisatelle (Trafik) monatL K 40.000 Strassenverkauf in Wien durch die Kolporteure der Firma Goldschmied, 1. Bez., Wollzeile U Mit Poatversand für Wien u. Oesterr. monatl. K 40.000 Tschecho-Slowakei: Mon. K 20. .Inxosiamieni Men, Dinar 60. Polen: Mon. 3*/i Zloty, Deutschland; Mon. Goldmark 4, Franks Belgien: Mon. Frei. IS WBF* Naebiahloof«« lei Prei*«rl>5hanpen vorbei «Um 91r. 2075 leitet | Preis K 14001 England: Mon.4Schilling, Italien: Monatl. 15 Lire, ^umSnien Mon. 150 Lei, Bulgarien Mon. 80 Lewa, Schweiz und das übrige Ausland monatlich Froe, 4. Reduktion u. Administration . Wien, II., Taborstr. 1—8 felephonc: 44-0-38,43-3-19. Ah6Uhr abds. 21-102.25-282 IX. Universitatsstr&sse 6—8 (Druckerei Steinmann) Or; r.hischea Poatspar * kn.v ’onto Nr. 150.698 umamm Wien, Freitag 28. November 1924 8. Fabrgang Hughes für günstige Amokttfierungrbedingunge». (EigeMenft der „Wiener MorgeMtung".) London, 27. November. „Central News" melden aus Washington, Staatssekretär Hughes habe mit den Mitgliedern der Kommission für die Regelung der ausländische» Schulden konferiert, wobei er. sich für sehr güvftige . Bedingungen für Frankreich, Italien und Grotzbritannien bezüglich der Amortifierung eingesetzt habe. Amevikanrsche Handelsanleihen an Frankreich. New-Iork, 27. Nodsm-ber. Jnfoilye des gÄnfivsv» RaMtrts.der fmnzö fischen Anleihe wird sich, 4t>l« verbautet, eine Anzahl amerikanischer Bankiers nach Frankreich 'begeben, nm wegen »euer französischer Ha n d e l sa nle ih en zu umteVha.wdÄw. Man spricht voblünfig von zwei Anleihen zu je vier MiMgren Barlassina ist nach Rom gefahren. B..a r l a s s i n qe, de r lateinische ^tviarch.vvn/JsruDem, 'hat sich am '23. Nov-ember -nach Rom begeben, nm 'bei der Tagiumg -des Völkevbundrates, der am 8. Dezember in Rom eröffnet wird, anwefrnld zu sein. . ■ ' Es wird angenommen, daß auf dieser Tagung -die Pa lästina frage in Verbindung mit .dem Bericht der ständigen Mandatskommission 'drs VöWribun-des behandelt werden wird. Unter anderem -soll auch der DerwaiHungslbericht de-r britischen RegieruiNig über Palästina vorgelegt werden. Stimmungsänderung bei den Arabern? Jerusalem, 26. November. Das Organ der arabischen nationalen Partei,Meraat ei Shar-k" -nennt in ei-nsm Artikel die Regierung von Palästina despotisch und fordert, daß die Bevölkerung front Palästina zur Teilnahme an der Verwaltung des Landes zugelassen werden soll. Das Blatt schreibt: , „Die Regierung macht .Gesetze,' ohne das Volk zu fragen; sie stellt Vevwaltungsbeo>mte nach Gunst an, nicht vom GssichtspuM -de's LandeLintevesfes; sie erhebt ■ Steuern, emittiert Anleihen, ohne an das Volk zu denken, kurzum, sie -behandelt die Bevölkerung wie einen Spiielball. Das VoK hat ein Rechts an der Gefetzge-bung -und der Festsetzung von Steuern mitzluwivken. Es m-uß eine Zusamwenarbeit zwischen Volk und Regierung Platz greisen." Bisher habest bekanntlich. die natiö-näWischen ' Araber die Teiln-ahme an der Verwaltung bekämpst. Keine Demission Samuels. London, 27. November. (Del.-Komp.) Man dement-iert die Meldiun'g, wonach der engl'i'sche Oberko-m-mandiereitde in Palästina Sir Samuel und der Brigadegeneral Sir^ Clayton ihre Dsmissi-on eingereicht haben oder die Absicht hätten, -dies zu tun/ Die A m tsperio.de der beiden Funktionäre. lauft im Juni nächsten.Iah res ab. Der Handelsvertrag mit der Tfchecho- Tlolvakei unterzeichnet. Gestern erfolgte im Bu-rrdeskanzleramt die. Unterzeichn u n g des zwischen der Republik!O e st e r re ich .und der tschecho-slowakischen RepüiM cchgeschlosien-en Handelsvertrages. Für die . tschschoflowakifche Republik wurde der Vertrag von dem außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister' Dr. K r o f t a und von dem bevollmächtigten Minister Jan Dvora e e k, für.die Republik, Oesterreich von dem BundeSmiwister für Handel -und Verkehr Dr. Schürsf, dem Bundesmimster für AsußeveS - Dr. Mataja und Söktionschef Dr. Schüller unterzeichnet. Dollar. Die eine Anleihe soll für Rechnung -der Elektrizitäts-Union a-Uifgen-ommen werden und m-chr als dreißig Jahre lausen, während die andere für elsaß-lothving-ische Bahnge-sellschasten bestimmt wäre. Einigung zwischen Deutschland und England? London, 27. November. Die Handelsvertrags- Verhandlungen zwischen England und Deutschland sind, wie in informierten Kreisen verlautet, über den schwierigsten Punkt, die Einfuhrabgabe von 26 Prozent, hinweggekowmen; die Einigung über diesen Punkt soll in der Weise erfolgen, daß Engl a n d auf die Eiuhebung dör 26prozentigen Einfuhrabgabe verzichtet, daß dagegen die deutsche Regierung die Zahlung eines entsprechenden Pauschalbetrages übernimmt. Sttellgesahr bei Post und Telegraph? Der Obmann der Technischen Union Äbg-. Zelenka 'hat geistern im BudgrtauZschuß eine Air sh ilfe für hie BundMstgWWü veMstgt' Wd dje For.dLvu.ngi tefc Post- Und Telegräphenangestellten betreffend die Er^ühüng «her. WirtschaftsHramien' dem Ausschuß m ErinMung-'gebracht. „Wird diese Forderung nicht erfüllt, so sagte er, „dann wird die Regierung mit Len gleichen'Erscheinungen zu rechnen 'halben wie bei' den Eis mb ahn er n. Die . Organisationen lverden auch v o r d e m l e tz t e n M i t t e l der Selbsthilfe Nichtzurückscheuen." Die Postverwaltung .bemerkt hiezu, daß,'die im Zuge besrMichen Berha-Müngen' über die Erhöhung der Wirtschaftsprämien g ü n st i g st e h e n und im Lause der nächsten Woche abgeschlossen werden solleni Damit wüvde der Anlaß für einen Post- und Delegraphenstreit entfallen. Rene Bemtenfordenmgen. Auf Verlangen des ReichSverbarl-des der öffentlichen Angestellten findet heute nachm-ittags eine Sitzung des 25er-Aüsschusses statt, die sich mit der Forderung nach einer materiellen Aufbesserung der aktiven sowie -der pensionierten Bu-nidesangesbellten mit Rücksicht auf die stets zunehmende Teuerung befassen wird. ras Budget der Tschecho-Slowakei. Zurückweisung der wirtschaftlichen Anwurfe des Auslandes. ' Präg, 27.'November. (Tschech. Preß-Bur.)Das Abgeordnetenhaus hat heute die Budgetdebatte beendet. GenerMberichterst'atter Dr. Srdinko erklärte in sein-om Schlußwort, die Albwesenhsit der Oppchitron enchebe ihn seiner Pflicht, aus. ihre Kundgebungen zu antworten. Er beschäftigte sich soidarm sehr a-us/ühvlich mit dom Abbau der Staatsbeamten und wies nach, daß die von ihm genannten Ziffern auf amtlichen statistischen Daten bemhen, und daß der Abbau der Staatsbeamten, u-nd zwar in ganz wewigen Jahren unbedingt notwendig sei. Redner betonte weiter, daß unter den Reigicrungsparteien keine einzige sei, die einen Angri-ff auf die achtstündige Arbeitszeit bcaibsichtige. Mam müsse aber auch diese Angelegenheit mit kühler Vernunft beurteilen und die durch die Ar-boitsvechältniss« in Deutschland entstandene Aendermtg der Lage in Betracht zichen. BvZWich der Stimmen der auswärtigen Matter, die die staatliche Wirtschast in der Tschecho-Slowakei. kritisierten, erklärte der Genevallberichterlstatter, daß sich die Regierung sicherlich im geeigneten Moment. über diese Angsl.egenheit äußern werde. Er könne sich daher auf die prinzipielle Zurückweisung jeglicher Versuche oder Pläne wegen Beeinträchtigung der politischen oder wirtschaftlichen Souveränität der Dschecho-Slowakei beischränken. Nach dom Schlußwort der GeneralberichterstatterS wurde in Abwesenheit der gesamten Opposition, außer den Abgeordneten der Gowevbcpartei, zur Abstimmung geschritten und das Budget für, 1926 in erster und zweiter Leisung a n g e n o m men. Probleme der drittschen Außenpolitik. London, 24. November 1924 Die äußere Politik Ramisuy Mac Donalds hat in ihren allgemeinen Zügen stejs die Billigung des überwiegenden Teiles der öffentlichen Meinung Englands und der Presse gefunden. Es ist da-her unwahrfcheinlich, daß die neue konservative Regierung darin gvimdlegende Aenderungen vornehmen sollte. Die Msicht des neuen Mmsters für auswärtige Angelegenheiten,' Ansten ChamheMin, persönlich zu der BAkerbundvatsitzun-g nach Rom am 9. Dezember zu fonmrten, deutet Unfalls . in dieser Richtung. Der freilich sehr vage Vertrag mit RuMnd, den die frühere Regierung geschlosseu hatte, ist zwar geküMgt worden, wie kaum anders möglich'war, da er ja 'bei den Wahlen den Hanptgegenstand ches 'Angriffes gebildet hatte. Aber das konservative Ministerium denkt kaum daran, die Anerkennung Rußlayds zurück- : Anziehen und wich zu einem neuen Vertrag bereit sein, wenn die darin enthaltenen Bedingun.gen der englischen Finanzwolt günstig genug erscheinen. Aber wahrend die allgemeine Neigung des früheren Mnisterru-ncs dahin ging, vor allem auf die Ermöglichung eines ftiedllichen Zustlmmenlebens der ueroWschen Völker hinzuarbeiten, ist das Herz der jetzigen Regierung unzweisÄha-ft. vor allem,in der Richtung eines enMch-amerikamschen Freulchschaftsbündnisses gerichtet, einer großen, Ümon ' heröpMH.. fstrechenden BWr,. . d^ren. SchverDvicht viel mehr im Stillen urch im Atlaniti'schen Ozean .Äs in-- den wechselnden Grenzen Mittel-und Osteuropasliegt? u Zu diesem Zweckehat der jetzige Premierminister iry - Jänner 1923 als Finanzminister die Bedingungen der Rückzahlung von Englands Schu-ld an die Vereinigten Staaten vereinbart und da-mst dem britischen Steuerzahler eine Last aufgchürdet,' Wie sie weder der französische noch der i deutsche Ste-uerzahler auf sich nehmen wollten. Zu dem gleichen Zwecke hat England auf seine alleinige Vorherrschaft zur See verzichtet und im Abkommen von Washington die Kriegsflotte der Vereinigten Staaten ÄS völlig gleich mit seiner eigenen aner-, kannt. Zu dem gleichen Zwecke hat England auch das Büüdms mit Japan gekündigt, das durch Zwanzig Jahre 1 die Grundlage seiner Politik im fernen Osten gebildet hatte. r . Diese Hinneigung der britischen Politik wird ihre Wirkrm'gen vor allein innerhalb des bristschen Reichsverbandes äußern. Das Programm der koniservativeu Partei ist in diesein Pmckte am klarsten ausgesprochen. Sein Ziel .ist eine Festigung und Stärkung des britischen Reiches in allen seinen Teilen. Zu diesem Ziele weist es Mr zwei verschiedene Woge. Den großen Dominions britiischer Rasse gegenüber soll nicht nur jedes Zugeständnis gemacht weä»en, sondern der VeM-eÜb innerhalb des . Reichsverbandes soll ihnen nur Vorteile bringen, ohne ihnen im geringsten eine Fessel zu sein. Den anderen Teilen des Reiches gegenüber soll dagegen wiederum eine Politik der starten Hand verfolgt werden, und man beklagt die Weichheit und Nachgiebigkeit, die in den letzten Jahren zu einer ünmer stärkeren antibritischen Bewegung in den nicht von der britischen Rasse bewohnten Teilen des Weltreiches geführt halben. . Von den vier.großen' Dominions, die hier in Betracht kmnmen, Kanada, Südaftika, Australien,. uüd Neuseeland, ist es vor allem Kanada, das auf eine immer stärkere Betonung seiner Unal-häugiykeit auch in Fragen der auswärtigen Politik drängt. Südafrika steht darin Kanada nach, und die neue Koalitionsregierung der Buren und der Arbeiterpartei hat darin nichts geändert.. Kanada sühllt sich durch seine geographische Lage mehr nach Washington hingezogen, während AustrMen und Neuseeland das Anlehnungsbed-ürfnis an die britische Weltmacht in ihrer exponierten Stellung 'im fernen Osten stark empfinden, auch finanziell vom Londoner Markte stärker abhängig sind als die beiden änderen Dominions und daher in bezug auf ihre . Stellung weniger fordern, Äs ihnen gewährt wird.^ Das WtbestimmungSrecht der Dominions an der äußeren Politik des briüschen Weltreiches ist nun ein allgemein anerkanntes Prinzip und die ungeschriebene Verfassung des Reickjes sucht nach Mitteln und Wegen, um die ständige Fühlungnahme auf diesem Gebiete Zwischen den'Dominions und England zu ermöglichen. Gleich nach dem Antritt des nmen Ministeriums haben die Londoner