Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2074 (27.11.1924)
- Date
- 1924-11-27
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Wren, Donnerstag Nr. 2074 Wiener Mor^enzertung. 27. 27ovelnber 1624 0e^en übermässige 8ch>veissbi!dung Ais Zusatz zu Bädern Angenehm riechend Nur kn edeigrünen Originalflaschen Bollswitt. Zum Schutze gegen Ansteckungen Bestes Schutz- und Desinfektionsmittel für Frauen Beseitigt üble Gerüche ftetktt Herzschl ag. Verwandte der Toten stellen fest, daß ans ihrem Besitz 4,800.000 K. schien. Man entdeckt W ü r g es puren und erkennt, daß der Tod der alten Frau durch Ersticken irrpo%!e Erdrosselung mit einem Lampendocht erfolgt ist. Es wurde wstqestellt, daß sich die Pruscha am Übend vorher mit der Eberl allein in der Wohnung besltnden hat. Nach Entdeckung der Tat schenkte sie dem Meiche eine halbe Million Kronen. Außerdem fand man bei ihrer Festnahme noch 3,300.000 K. in ihrem Besitz. Dabei hatte sie in der letzten Zeit nur von der Arbeitslosonunterstützun>g getlöbt. Gestern stand sie vor Gericht. Die Anklageibchörde fuhrt einen Indizienbeweis durch, daß die Merl von der Pruscha aus Habgier und Eifersucht getötet wurde. Die Angeklagte sträuibt sich heftig gegen die Vorführung und weint. Nach Verlesung der Anklageschrift beginnt das Verhör. Bor s.: Kommen Dir näher. Bekennen Sie. sich schuldig? — Angekl.: Nein. Ich kann eiwen Eid ablogen, ich halbe es nicht gemacht. — Vors.: Wie war das Verhältnis Mischen dem lNeiche und der Eberl? — Angekl.: Ja, er hat Schulden qemachi und ich habe dann erfahren, daß sie ihm einmal 50.000 K. und melmnals eine halbe Million geborgt hat.— Bors.: Wie hat Meiche die Eberl behandelt? — Angekl.: Er hat seine G'spaß mit ihr gemach, hat sie schrecklich zMert und mißhandelt. — Bors.: Glauben Sie, daß er ein Verhältnis mit ihr gehabt hat? — Angekl.: Ich glaube schon. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob sie selbst mit dem Meiche etwas gehabt habe, erzählt die Angeklagte, sie hatte ihn einmal auf die Probe gestellt, es sei aber dabei nichts geschehen. Sie will dann am Abend des 3. März, um drewiertel 7 uhr, nachdem Meiche vorher das Haus verlassen hatte, weggegangen sein. Die Angeklagte erzählt, daß sie nach dem Nachtmahl sich angezogeu aufs Bett gelegt habe, eingeschlafen fei, nach zwei Sturzen, um 11 Uhr, aufwachte, sich erst auszog, alles für den nächsten Tag herrichtete, imd um 12 Uhr das Licht verlöschte. Die sei erst in der Früh zwischen halb 7 und 7 Uhr aufgestanden. als der Meiche mit der Nachricht von dem Tode der Frau Eberl kam. — Präs.: Eine Frau aus dem -Hause hat aber beobachtet, daß Die die ganze Nacht bis fünf Uhr stich Licht gebrannt haben? Der Zeuge Eduard Meiche erwidert aus die Frage des Vorsitzenden, was er eigentlich sei: Ich lerne noch. — Bors.: Was lernen Sie. — Zeug» schweigt. — Bors.: Also was sind Sie eigentlich? — Zeuge: Jetzt bin ich vorläufig gar nichts. Ich will in Deutschland weiter studieren. Meiche erzählt dann, wie er bei der Eberl Quartier nahm. Anfangs hatte er noch Geld von zu Hause, dann lich er sich von der Eberl 1,100.000 K. aus —V o r s.: Sie halben ihr ober einen Schuldschein auf 1,500.000 K. ausgesrellt. — Zeuge: Das übrige war für Essen urch Quartier. — Vors.: Hat die Pruscha bei der Eberl gesHlasen? — Zeuge: Erst feit Mitte FÄruar manchmal. — Bors.: Wie war das Verhältnis Mischen den zwei Frauen? — Zeuge: In der letzten Zeit wicht sehr gut. — Vors.: Aus welcher Ursache? — Zeuge: No, Eisevsüchteleien, weil die Eberl so schlapp war, hat die Pruscha geglaubt, daß ich mit der Eberl schlafe und hat mich deshalb zur Rede gestellt. Ich habe gesagt, das tue ich nicht, man kann sich doch nicht an einer alten Frau vergreisen. Mitte Februar hat dcnm die Pruscha das erste Mal dort geschlafen und wie ich in der Nacht nach -Hause gekommen bin' und rnich medergelegt habe, hat die Pruscha gefragt, ob sie sich m mir ledert kann? — Bor s.: Was war weiter? — Der. Zeuge erwidert verlegen, das könne er hier nicht sagen. — Bors.: Das können Me schon sagen. — Zeuge: Ich habe der Prröscha erlaubt, daß sie sich zu mir legt. — Vors.: Ist es da zu was gekommen? — Zeuge: Nein. Der Zeuge erzählt ferner, wie er der Pruscha deck' Tod ihrer Freundin mitgeterlt habe. Die Angeklagte schüttelt bei diesen Worten den Kops. Vors.: Was hat,die Pruscha daraus geantwortet? — Zeuge: Sie sagte, sie wäre sehr verzweifelt, kam dann aus einen Ball zu sprechen, bei dem ich gewesen v'm. Bei diesen Worten schüttelt die Angeklagte lobhast den Kopf, ballt die Fäuste und murmelt unverständliche Worte. Die Verhandlung wird heute fortgesetzt WW St. Atztet über aktuelle Finanrfragen. Bankrate, Goldbilanzen, Fracht- und Zollkrcdit. In Veantwortnug der im Lause der Generaldebatte über der: -Bnndesvoranschlag gestellten Anfragen erklärte FlnauzmMister Dr. Ah rer im Buldgetausschuß gestern unter anderem: Die Frag« der Bankrate ist zweifellos von der ungeheuersten Bedeutung für die grsanrte Wirtschaft. Die Nationalban,! gcht bei -dem Festhalten an dem verhältnismäßig hohen Satz von dem Gesichtspunkt ans, daß dadurch zwaierlei erreicht werden soll: einerseits sollen übertriebene Kreditansprüche eingedämmt werden, andererseits ist darin ein Anreiz für das Ein strömen ausländischen Kapitals nach Oesterreich gelegen. Es ist klar, daß ein Land wie Oesterreich auf die Meinung des Auslandes Rücksicht nehmen muß. Diese Verhältnisse werden sich natürlich automatisch in dem Moment ändern, wo wir in normale wirtschaftliche Zustäitde kommen. In der Frage der Goldbilanzen möchte ich zunächst eine formelle Mitteilung machen. Nach dem gegenwärtigen Staiid der Vorarbeiten im Finanzministerium ist es zeitlich durchaus nicht ausgeschlossen, daß mit 1. Jänner 1035 die Neubewertung, beziehungsweise Umwertung stattfindet. Das Gesetz sMst müßte mit oiesem Zeitpunkt nicht fertig sein, es würde genügen, wenn ich in der Lage bin, die allgemeinen Grundlinien wenigstens anzuigeben. Herr Dr. Bauer hat bei dieser Frage auch von der Rückwirkung auf die Körperschaftssteuer gesprochen. Darüber mich zu äußern, werde ich in denn Augenblicke Gelegenheit haben, wenn ich mir mit dem Ausschuß darüber klar geworden bin, ob das Prinzip der Umwertung oder das der Neubewertung das maßgsbende sein wivd. In der Umwertung zeigt sich die mehr steuerlich konservative Richtung, während bei der Neubewertung zweifellos ein antifiskalistisches Element stark vertreten ist. Diese primären Grundfragen müßten 'wir zunächst entscheiden. Es ist auch in der Absicht der Regierung gelegen, auf U eb arbewertung entsprechend starkeStrasen zu stellen. Wenn Doktor Bauer gemeint hat, daß die Einführung der Goldbilanzen möglicherweise zu einer haussierenden Tendenz führen kann, die dann schließlich wieder -in eine schwere Krise ausartet, tvenin die UntfrnehmMgen nicht mehr ent-, sprechende Früchte tragen können, so gelbe ich ruhig zu, daß die ganze Frage der Goldbilanzen der allergrößten Bo', sicht bedarf. Es wird daher auch notwendig sein, in das Gesttz einen sehr weite»: ErniächtigungSpamgraiphen emzuschalten. damit wir in der Durchführung allein begegnen können. Ich Hann natürlich nicht in die Zukunft sehe:», aber ich glaube, daß vielleicht doch auch die Ansicht richtig sein dürste, es werde ans Grund der Goldbilauzieruu-g zu Differenzierungen innerhalb der Papiere kommen. Dr.' Gürtler hat zwei Anregungen vergab rächt: die eine betrifft eine obere Grenze und die zweite die Frage der Kommissionen. Zur erste:: möchte ich bemerken, daß die obere Grenze wich wieder sehr stark mit der Frage der Umwertung oder Neubewertung zusammenhängi. Im Falle der Umwertung :st eine obere Grenze natürlich denkbar, im Falle der Neubewertung wird sich das natürlich nicht machen lasten, sondern sind die handelsrechtlichen BewertUiNgsgvuMätze maßgebend. Ob man sich zu dom von Dr. Gürtler vorgsschlaKmen Weg der Kommissionen entschließt oder ob man vielleicht au die Möglichkeit eines Schiedsgerichtes de:M, das über Initiative der Aktionäre eingesetzt werden könnte, wird erst dm Moment der Beratung he* Gesetzes zu entscheiden möglich sein. Aibg. Allina hat behauptet, daß das Frachtkreditgeschaft der Vereinsbank nwnopolisiert übergeben worden ist. Das Frachtkreditgsschäst wände seinerzeit der Bereinsbank in Form -eimes Vertrages mit dem Cisenbahnimmsteri-imi übergeben. Die Postsparkasse hat es nunmehr übernommen und 'ehr schön Msgvbaut. Abg. Allina meint, daß die Bahnen und Zollämter diese Funktionen selbst ausführen sollen. Wir die Sache heute ftcht, soll das Zollkrvditgeschiist keineswegs monopolisiert werden, sondern es soll nur auch von der Postsparkasse gemacht werden. Die Berkohrskreditbank, frühere Veveinslbank, ist lediglich -das D >: r ch f ü h r u n g s o r g a n der Postsparkasse. Allerdings ist die Postsparkasse die erste und einzige, die däbei ein sehr zweckmäßiges System einführt, so daß es ohne Inanspruchnahme des Bargeldverkehrs möglich sei:: wird, nicht nur die Frachten, sonder,: auch die Zölle zu bezahlen. Proiett einer GrMolels und Sanatorium« am Kreurberg. Wie ums aus veplählicher Quelle mrtgetM wird, finden mit einer englischen Gruppe rege BechaMungen statt wegen Eröiuung eines Großhotels am Kreuzberg (Semmering). Das Terrain, auf welchem das Hotel eübaut werden soll, soll einen: Mitglied der Familie Frankl gehören, welche vor kurzem einen Riesen'kMNiPlex von GvmrdMcken au die Gemeinde Wien uu: den Betrag von zirka 37 Äkillvartzen Kvouen verkannt ha:. Die Ver.haMuugen mit ber englischen Kapitals« gruppe werden von dom durch feilte großzügigen Transaiktvouen be-kamltei: GeschäftsMrer der Steiermärkischen Glas< h ü t 1 e. Herrn Ing. Paul Karthaus, geführt. Der Glättbigerbeirat der Depositenbank. Gestern vorlautere, daß die NatimraGauk und die Postspamkasse den Wunsch wach einer Vertretung im Gläubige-rausschuß der Depositenbank n . Jevisen- «ad Balutenkurse vom 88. November 1821. v«vls«ll o.id w„4 Amsterdam «. I hol,, Gulden . 2858-1.— 28680,- Belgrad 1 Dinar. IH2.— 1036,- Berlln..16875.- 16975, BrUstel 1 belgischer Frank , . 3431.- 3446.- »Budapest100ungar. Kronen . 94,80 95,60 Bukarest 1 Lei. . ...... 366,— 368,- London 1 Pfund Sterling. . . 3285W,- 329500,- Motland 1 Lire. 3>69.- 3081.- ■ New-York 1 Dollar.7o9>5,- 71185,- Parls , Frank. 3740.- 3750.- Prag 1 tsctieclio-slow. Krone. 2129.— 2139.- >o!la 1 Lewa. Stockholm 1 schwed, Krone . Warschau '. Ztirlch 1 schwel*. Frank . . . Valuten Amerika,.iiche Noten ... Belgische Noten 100 Pranken . Bulgarische Noten zu ICOOLeVa Deutsche Noten .. Englische Noten. 0.1,1 516.- 1F930.- 13590,- 13700. - 7:461).- 3390.- 5o2.- 1669 j.- 326700.- Ware 52' >899".- 13690,— 13750.— ,0860.- 3420.- 510, - 16810.- 328301.- Französlsche Noten. Holländische Noten. Itall nlsclie Noten. ingoslawiache Noten. Polnische Noten. Rumänische Noten. . ... . Russische Noten (Roman.l . . Schweizer Noten 100 Franken Tschecho-slow. Noten . . . Türkische Pfund-Noten .... Ungarische Noten .. (leid Ware 3710.- 3740.- 28250.- 28451.- 3015.- 3035.- 1025.- 1031.- 13550.- 13690.- 360.- 364.- 1356 ls- 13640*.— 2114.- 2130.- 36001.- 37600.— 92.90 94.10 Copyright 1924 by Nachdruck verboten. Leutsche Serlagsanstalt, Stuttgart. 43. Fortsetzung, Tie Stadt an der Moldau. Roman. Bon Auguste Hanfchner. Lange hatte er geschwankt, nv'rt welcher -dichtevifchen Schrift er das weiße Blatt ihrer Phautcksie zuerst beschreiben sollte, bis er sich für Shakespeare entschied. Er hatte sie gebeten, nicht zn stauuen, daß er damit beginne, sie einem fremdländischen Poeten MMführen. „Ich tue es, weil ich nach einem Eindruck suche, so unwiderlegbar sieghaft, daß vor seiner Macht alle Er- «imhuevumg am Persönliches verblaßte Einem Triumphator, liebe Freundinnen, einem Getvaltigen werdet ihr in Shakespeare begegnen. Er ist ein Brunnen ohne Stocken nnd Bevsicgen. Im Weltreich seiner Werke geht die Somme niemals u-nter. Sie wiidevspiegelin alle Erkenntnisse um!d Irrtünier, alle Rätsel, Leideuschasten umd Geheimnisse des Menschemvesens. Se''m Genie umsäßt das Uniioersum: mit allen Vvrstellumgen von Möglichkeit und Tat. Gleich >den Elementen der Natur bleibt er im der wildesten Entfesselung der Triebe jenseits von Gut -und Böse, von Unkeuschheit und Sünde. Keim Richter tst er, nnr ein Deuter U'nd Ergründe:." Nach der Aufrühmng ihres Interesses ging er gainz allinählich vor, verstrickte sie in das Zaubernetz Titanias, erschütterte sie bis zur Fassungslosigkeit durch IMas Geschick. Er 'begnügte sich mit kurzer Vorbereitung umd wartete, daß sie nach Anhören der Dichtung Urteile fällten, Fragen stellten, Auifklärumg vertawgten. Oft meimte er, mehr zu erhaltet:, als er gab, wenn sie, von Erfaihvumg unbeeinfl-ußt, aus der Einfalt ihres Herzens errieten, was sich dem grübelnden Verstand versagte. Heute 'hatte er mit de-m Römerdrama Julius Cäsar ihr Verständwis einer harten Probe unterworfen. ,/HM war sein Leben, und die Elemente so Wohl gemischt im ihm, daß die Natur ausstehen »durfte und aller Mit verkündigen: das war ein Mann." Er schloß das Buch. Der -Ausklaing seiner Stimme fiel in große Stille. Das Acht Deibnahmslofigkeit die Ursache des allgsmeinem Schweigens war, hatten chm, während des Vortrags, habblaute Ausrufe verraten, unwillkürliche Gebärden. „So schweigsam, lie^be Freumdiuneu? Warum:? Habe ich euch KU viel Kugemiutet? Hat dieses ernste Stück euch nicht gefallen?" Unschlüssiges Flüstern ging durch die Reihen. , „Doch, doch, das heißt, man muß sich's dock »n't i'-berlegen." Es erhob sich eine Ru-Miche, bla>ues Band in krausen schwarten Haaren. Der pralle Sitz 'der etwas fleckigen lichtblaMn Söidonbluse ließ einen Schluß zu mtf kärglichere Formen der früheren Besitzerin. ,Menn ich soll ehrlich sein, Herr Doktor, die vorigen Theaterchücke haben mir schM mehr gefallen." Kichern schw-ir-rte aus. „Natürlich, wo sind keime Liebschaften dabei, das gefällt der Dwoire nicht." Ein Ruf fern aus dem Hintergrund. „Das ist ja gerad' das Gesgnete der Geschichte, daß «r-'chts drin vorkomntt von der Liebe . . Es klang wie ein Schrei. Alle Köpfe flogen der Richtung zu, aus der er ansgegamgen war. So tief hatte sich die Sprecherin sofort geduckt, daß wicht-s wahrgencmtnien werden kannte als ein paar schmale, in ein dunkles Tuch gehüllte Schulterm, die sich zuckend hin und her bewegten. „Die Mittel," raunten die Mädchen einander zu. Jakob dachte: Was für eine Scheu bindet mir die Zunge, daß ich Gittel uicht befrage. Bon seinen Schülerinnen die einzige ihn: fremde. Jeder Begegnung tvar sie bisher ausgewichen, kann:, daß er ihre Züge kan'U-te. Zum ersten Male wohnte sie dem Sabatvortrag bei. Eben hatte sich Take Biruberg, körperlich n,nd geistig schwer betvegiich, zun: Ergebnis ihrer UeberlegMg durchgerungen. „Der Herr Doktor werden schor: verzeihen, nür tvar's zu traurig. Wir haben zuviel airsgestanden. Wir möchten nichts Ehr hören von Totschlag und Morden."' Chase Jaupcl, eine Äehrerstiochter siel ihr ins Wort. „Mir ha^t auch das Herz tveh getan, aber ans einem anderen Grund. Weinen hätt' ich können, wenn ich Sie Hab' reden hören von die Römer. An unserem größten Tmuertag, am 9. vorn Monat Ab, sitzen wir ans der Erde und samm-eru, daß die Röntcr uns haben gsnEmen Jeruschvlaim und zerstört den Davidtempel." Die Hoch>- geitvachselne reckte sich, unter den zusammenschießenden schwa.rzei: Brauen funkelten die blauen Augen. „Wenn man >denkt, was für tapfere Solda-ten sind wir Juden dazumal gewesen. Iü den Krieg sind wir gezogen, Weltteile haben wir erobert, und jetzt sind wir uelbbich herab- , gekommen. Man betzt uns man bespuckt uns, mau tritt auf uns herum." Kaum konlnte Riska Jaukowiez die Ungeduld be» zähmen, die Gefährtin zu uuterbre-chen. „Spaß, die Chaie. Sie hat noch nicht genug vom Krieg. Gott svll einen beschützen uud bewahren. Möcht tuomöolirh ^'lbst hinansziehen und nrit Kanonen schießen. Die ernste Golde Bartz'anski hob den Arm wie «in SchuOind. Sie sagte, ihre Besa::genheit überwindend: G»rtsetz:mg fvlxtl.)