Wiener Morgenzeitung
- Journal
- Wiener Morgenzeitung
- Volume
- 6 (1924)
- Issue
- Heft 2072 (25.11.1924)
- Date
- 1924-11-25
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* Seite 6 Wien. DieMag >•------ i ein Kmnite« gobildet, dem Oberrabbiner Dr. Ehejes, der hebräische Dichter S. I. A -g n o n, Prof. Dr. M. B a 'I <i b a n, der Mische Schriftsteller Chm i cl ni tzki, der Historiker Doktor N. M. Gelber. Schriftsteller Dr. D. Rotbb'lum, der Publizist und Sejnvdeputierte Dr. Schippe r. Prof. Doktor H. Torczyuer und viele andere angehöreu. Das Komitee hat sich zur Aufgabe gemacht, den 70. Geburtstag Silbe rbnsch', welcher in sehr bescheidenen VerihAtnissen in Wien lebt, dadurch würdiq zu feiern, daß dem verdienten Schriftsteller die Möglichkeit gegeben werde, seine M «in o i r e n zu vollenden und zu veröffentlichen. Das Komitee fordert in einem Aufruf zur Unterstützung dieses mreokennettswerten Manes ans. Geldsendungen übernimmt Rechtsanwalt Dr. David Rothblum, Wien, 1. Bez.. Bräunerstraße 7. Hebräische Jugendbücher in Palästina. Der hebräische Bncherfonds Kupath Seser in Palästina hat einen Appell ccm finanzielle Unterstützung erlassen, nur seine Arbeit fortsttze-n zu können. Die Ku-PaH Sefer hat bisher 46 Bücher kür Schulkinder heran sgegebe-n. Der Appell, weist u. a> daraus hin, daß es erwähnten! Büchersonds bis fetzt ungeachtet aller finanziellen Schwierigkeiten gelungen sei, alle14TageeinBuchheran szng ebc n. Eine neue Oper Brannsels'. In München und Stuttgart erzielte die LIer „Don Gil mit den grünen Holen" von Walter Braunfels stürmischen, einmütigen Evfob' eri „Harmlose" Vleschäftsverbindung mit einer Filmdiva. Bor dem Strnfbezirksgericht gelangte gestern eine Klage zum Abichlnfse, wetckc die Private Berta B. gegen ihren Gatten und oeqcn die Filmschauspielerin Diana G. wegen Verletzung ' der ebelichen Treue, beziehungsweise wegen Mitschuld ' an dieser Uebertretnng erhoben hat. Wie in der Klage ansgeführt 'chre der beschuldigte Ehemann, der mit seiner Frau im Scheidungsprozesse sich befindet, zu der Mitangeklagten -.'.j^o.nspieterin ieit mehreren Monaten Beziehungen unterhalten, die jedenfalls als Verletzung der ehelichen Treue auf« gefaßt werden müjsen. Co hatte der Ebemann nach Inhalt der Klage mit der Mitbeschnldiaten wiederholt Kaffeehäuser und Bars besucht, batte sich wiederholt geäußert, daß es sein größtes Glück wäre, wenn er die Filmschansplelerin schon beim len könnre. Schließlich wird in der Klage behauptet, daß der Ebemann Ende Avril d. I. mit der Filmschcmspiec'enn gemeinsam eine, Ve; onügungsrelsc nach Holland gemacht hat. Die beiden Beschuldigten hatten vor Gericht entschieden in Abrede gestellt, irgendwelche Beziehungen unerlaubter. Arr unterhalten zu haben. Ter angeklagte Ehernann hatte sich dahin verteidigt, daß er zu der ' nritangeklagten Filmschaufpielerin in rein geschäftlichen Beziehungen gestanden sei. Er, und die Mitbeschuldigte seien an einer Filmfabrik gemeinsam beteiligt gewesen und die Mitbeschuldigte, die ein anerkannter Filmstar ist, hätte in einem von der Fab'ik inszenierten Film die Hauptrolle spielen sollen. Infolge der Geschäftsverbindung sei er bernüßigt gewesen, wiederholt mir der Filmschansvrelerin zusammenzukommen, mit ihr auch eine gemeinsame Geschäftsreise nach Holland zu machen, ohne daß es bei diesen Zusammenkünften oder aus der Reise zu irgendwelchen Intimitäten gekommen sei. Ter Richter verurteilte den angeklagten Ehemann wegen Verletzung der ehelichen Treue zu einer Geldstrafe von fünf Millionen Kronen, je« dock bedingt unter Einräumung einer dreijährigen Bewährungsfrist. die Mitangeklagte Filmschanspielerin wegen Mitschuld an der Verletzung der ehelichen Treue zu einer Geldstrafe von zwei Millionen Kronen, unbedingt. _ Aus der Hitler-Zeit in Mitteldeutschland. Wie erinnerlich, sft der jüdische Arzi Dr. Guran in Tam'bach-Diethartz fThüringens .jur Zeit desHit ler-P nt sch e s, als die Reichswehr in Thürmgen ammarschierte, um die Grenze gegen Bayern zu schützen, von^ Zeitfreiwilligen der Reichswehr in rc-hofter Werse als Jude beschimpft und mitzh-andvit wo.den. Dr. Guran wurde, weil er eine Arbeiter-SaMariier- Kolonne auAbildrte, mehrere Tage in Haft behaltest nnd mußte im Gefängnis die niedrigsten Arbeiteii. wie Bröeü scheuern ufw., verrichten. Dr. Guran strengte beim Londge-rich: zu Gotha gegen die Reichswehr einen Prozeß wegen Schaden- Ersatzes an. Wie jetzt ans Weimar gemekdel wird, wurde der Prcneß durch einen Vergleich beendet. Der Vertreter der Reichswehr stinrmte zu. daß die Reichswehr an Dr. Guran sofort 1000 Mark Entschädigung zahlt nnd die sämtlichen Kosten über« nivvrwt. Ob die Reichswchrangehörigen, die Dr. Guran, beschimpften und miü-handelten, irgendwie bestraft worden sind, war ans dem Prozeß nicht zu erfahren. Copyrirht 1924 b| Nachdruck rfvtioltn.' te*xt(cfte 8fTlaßSa’.r:att, Stattgan. 4i. jZortjctzttn.i, Roman. Bon Auguste Hauschner. - Der Ober-lentn-awi ries, mit ebner nicht ganz natürlich anmutenden Lustigkeit: „Scherben bedeuten Glück." Er zog feine Brieftasche hervor und warf der Scheltenden eine Banknote auf den Teller. „Gleich für ein halbes Dutzend, Mutter, falls das Malbeunoch oft passiert." Käthi, die ihn Äbzutrocknen schnell herbeigefprungen rvar, flüsterte er zu: „Rehmen Sie das Mädel mit sich in die Küche. Sie sieht ja aus, als könnte sie sich kaum mehr auf den Beinen halten." Wieder hörte er einige Stunden später vorsichtige Hantierungen an der Klin-ke. In ihm war so viel Verelendung, Ei'.isrmkeit und Frost, ecu solcher Heißhunger nach Wärme und Vergessenheit, er öffnete -die Tür. Als sei sie noch der Gewißheit ihres Glücks nicht mächtig, zögerte sie ein Weilchen. Pfeilschnell schoß sie dann auf ihn zu. den Arm vor dem Gesicht. (Er dachte: glaubt das dumme Ding, daß ich sie schlagen werde?) Ihre Augen hingen an seinem Mund, als ob sie einen letzten Urteilssprnch erwarteten: „Das blonde Fräulein, sie wird dich .begleiten? Tu n:mmst -sie mit?" Beinahe hatte er gelacht: „Aber woher denn? Sie hat einen Geliebten. Mit dem will sie alle vierzehn Tage eine Hochzeitsreise machen." Er rvar überzeugt, daß sie ihm nicht glaubte, das bekümmerte ihn nicht. „Schweig", befahl er. Riß sie mit brutalem Griff zu sich hinunter. Bon welchem Zauber war Mariankas Änd-hafsir, ungepflegter Leib in dieser Nacht besessen, daß er in chm Wiener Morgenzeitung. 4JU Sie GoUManzrii in Seuts^la,^ Ungünstige Erfahrungen. Illach dem Uoberemkom-men mit der Finanzdelegation des Böllkerbundkomit-veS isl die österreichische Bundesregierung verpflichtet, die Goldbilanzen bei den Untemcihmnngen durchführen zu lassen. Da Oesterreich der zweite Staat ist, -m dem nach der Inflation-speviode die Goldbilanz emgesührt wird, ist es angezeigt, die Lehren ans der entsprechenden Verordnung des Den-Iischm Reiches für Oesterreich henan-zuzieherr, um die Enttäuschungen, die in Deutschland infolge Fehlens jeder Ersahruu'g ziemlich groß waren, zu vermeiden. Die prMischeGoldnmstcllnng hat -in Deutschland große Kreise der Kloinoktionäve -in ihren Erwartungen getäuscht. Das Lehrgeld, das infolge nraugelnder Erfahrung bezahlt werden mußte, ist ziemlich bedsutend, da pst Kapitalsverlnste bis $u 7ö Prozent dein Friedenswerie gegenWer bei einzelnen Unternobncungcn zu verzeichnen waren. Schon die Geisetze, welche die Durchführung der GoMilanzen bezweckten, konnten nicht, genau umschrieben werden. Sie mußten viel Freizügigkeit den Funktionären gewähren. Auch dir Unsicherheit vieler noch zu .erwartender Gcsetzesbk.stimmnngrn als Ergänzungen für die Goldbilcvnzienvng hat bedeutende Nachteile für die einzelnen Un-ternshlnmigen herdorgernfeu. Die Hosftmngen, daß die Goldbilanz eine Umstelln-ng auf die Goldmarkrechmmg sein werde, l>at sich in vielen Fällen nicht erfüllt. Es war oft eine, scharfe Kapitalszusam-menlegung, in der versucht wurde, Kriazsnnd Jnflationsschäden ganz zu tilgen. Viele dieser Enttäuschungen fanden ihren Grund in der -in Deutschland häufigen I>ndoleni; «der Kleinaktionäre. Oester als. es sein sollte, sehlien die Tlnteilibesitzer bei den Generalversammlungen. Es wurden für gewisse Gruppen Sonderbezugsrechte zu Sonderkursen lgeschasftn, die bei -der Kapitalsverwässcrung fast z>ur Enteignung der ' kleineren Kapitalsbesitzer führten. Die Praxis der Aktienzusamnieiileyung har sich nicht überall bewährt. Mag auch oft mit Siecht wegen lle'berfremdun'gsgescchr zur Begebung von Vorzugsaktien geschritten worden sein, so hat c-s sich gezeigt, daß in manchen Fällen dieses Vorrecht zdcnllich stark ausgenützt wurde und daß ein großer Teil 'der Aktionäre, die bis min nnr .geringe Dividenden bezogen, da sie doch von «den hohen Sondergelbühren ausgeschlossen waren, nun nach dieser Zufamment-egullg 'n ihrem Kapital bedeutend verkürzt sind. Es ist sehr schivcr, das Bewertungsproblem bei der GoMilauzrevung richtig zu bourteilen. In Deutschland ist oft die Bilanz u.ndurchsichtig dargestellt worden. In vielen Fällen waren die Berichte führ mangelhaft. Es waren zwei Gründe vorhanden, wesw-c-gen die Dernroaens-bewerinng nicht gmtz richtig vorgenonumen werden konnte. Be-i Berücksichtigung der Rentabilität und der künstigrn 'Kapii-alsbeschasfung war man oift geneigt, bet der Mschätzung höhere Summen einzufetzen, als die Objekte an Wert hatten. Maar gi>ng von der Betrachtung ans, daß geringe Kapitalsiummen nur krcdit'crschwerend sein könnten. So sehr auch diese' Meinung -in einem Teile der Gold- '«bilaritzen zum Ausdruck kam, war bei anderen Unternchm-ungen wieder eine möglichst vorsichtige Bewe.rtun-g Vvrgc.nommen tvvrden, mit Rücksicht ans die zu epwartendeu nonen Steuern und everi.-nellen Wertznwachsabgaben. Schon diese beiden Urnstände allein erschweren sehr, den richtigen Wert der Goldbilanizen vinzufchätzrn. Infolge der Weitmaschigkeit »der dantsch.'n Gesetze wurde auch bei den verschiedenen Branchen verschieden abgeschätzt. NarüAlch ist oft infolge dieser verfchir-derren Prinzipien das Maß überspannt worden, was'.zu einem 'Chaos der Gviebilanzen bei »inzÄnen Firmen führte. Die Folgen der scharfen AktMzusammenlrgunge». Nur rven iae llnternohimMgen wußten, daß die übermäßigen Znf.armnenlcgnn'grn einen wirtschaftlichen ^Pesj'imiseine Ln-st entflammte, wie ste kein Weib vorher in >bnr entzündet hatte? Woher, nahm das enge Denken dieser Magd, die in Unkunnlnis aller Lebensmöglichkeiten tnaniakalisch nur ihn. selbst umkreiste, die Gowalt, wie ans Telegraphendrähten in sein Hirn zu laufen, dort Vorstellungen anszlrbreiten: Angst vor dem Feind, fiebernde Versuchung, sein Ehrenwort zu brechen, nxihnwitziger Einsall, die Betlgenossin mitzttn-chmen. 31. Er war erltschtossen, die Reise ohne Abschied anzutreten. Seine Mahlzeiten nahm er an die-sem letzten Tage außerhalb des .Hauses. Es gelang ihm 'bei der Rückkehr uncntdeckt sein Zimmer zu erreichen. Schriftlich cvöffnete er sich seinem Vater. Dem verspätet gewonnenen Freunde, der Mann ldem Manne. Schilderte Entstehen und Verlauf dieser leidensvollen Neigung, bat ihn, sich Mariankas anzunchmen, „dos einzigen Menschen, ich hoffe, der Ansspruch wird dich nicht tränken, der mich wahrhaft liebte. Selbstlos, bis zur eigenen Vernichtung". Er fügte das Ersuchen bei, ihr eine Stellung zu -verschaffen, bei gnten Leuten, in einer anderen Stadt, „damit ich ihr bei meiner Rückkehr nicht wieder begegne". Einen Teil der Barschaft, die er bei sich führte, schloß er in das Schreiben ein. Sie sollte dem Mädchen sofort eingohändigt werden. .„Wenn ich fallen 'ollte, ich weiß, du wirst meine Verfügung achten, vermache ich ihr die .Hälfte -nv-'ner kleinen großmütterlichen Erbschaft. Damit sie nicht in Not und Schmutz versinke." Kurz vor Mitternacht erwartete er, von der Straße aus, das Signal des Burschen, der mit einem Wagen kommen sollte, ihn zu holen. Ueber seinen Koffer gebeugt, vernahin er ein Rascheln in den Efeuzweigen, die sich, verdorrend, über das Erdgeschoß hinweg fast bis zum Giebel'rankten. Verwundernd über Fehlen des verabredeten Pfiffs zog er die Gardine -weg. und öffnete den Flügel. 25, November 1924 Nr. 2072 g Schnupfen um m-us Hervorrufen, welcher nur geringes Vertrauen auf' die eigene Kraft zeigt. Die Uebertre-ibu-ngen dieser Zusammenlegungen schädigten vollständig den Gmissi-onSkre-rt.^ DaS rigorose stAnstwien dieser G-esellschasten hat dean Pnbl'ilnni groß« Enttäuschung bereitet. Der Vorgang war geeignet, die Aktien als Mittel zur Kapiialsbefchaffung zu dMvediiieren. Nur wenige Unternchimungen haben, den richt-igen MttÄweg M der Bewertungsfrage gefunden und aus diese Weise da8 Vertrauen des Auslandes de-m deutschen KaPitalSmarLt g-genüber erhalten. Nicht allein die Substan^bewerdung war öfters als sie sein sollte unzureichend, auch die Art und Weise der Veröffentlichung der Goldbilanzierungen hat öfters Enttäuschung gebracht. Ohne viel Ankündigungen^ daß cs überhaupt zu einer Verwaltungsratssitz-Uing 'betreffs der Goldbilanzierunz kommen. werde, verösseEchen einzelne Gesellschaften unerwartet ihre Goldbilanzen. Diese unerwartet« Veröffentlichung der Bilanz und die un-genügendie Deklarierung der einzelnen Punkte brachten der Börse nnd den Aktionären oft manche Enttäuschung. Die Versuche, die Ergebnisse dieser Goldbilanzen schencatisch einzustellen, gelingen nur schwer und gc-ben kein sehr genaues Bild infolge -der früher gon-annten Mängcil. Trotzdoin ist von vielen Seiten das Bestreben laut seworden, summarisch die Bilanzen darznstell-en. Man ist dcvbei vorn Standpunkt ausgegangen, -daß man das Reinvermögen nach >der Goldumstellung dem Reinvernwgen vor dom Kriege gegeniad^stelltc. Die überwiegende Zahl ..d.'r vevösfentl-ichten Bllauzcn ze.gt Kapitals- Verluste. Es gibt Gesellschaften, die einen vechnnugsmaßszen Kapitalsverlust von über 75 Prozent aniswe-isen, «befmibers Gesellschaften nüt bodontenden Kri-ogs- und Auslandsverlust-.n. In-diese Gruppe gehören auch zmm Tell jene Gesellschaften, die das Bcnnägen sehr niedrig 'bewertet hatten.- Andere Gesellschaften wieder zeigen Verlust: von 5V bis 75 Prozent. Es sind dies große Gefellschasteu und Konzerne, bei denen die Verluste zum Teil auf eine Beteiligung an den vorher genannten Gesellschaften beruhen. Ein Teil dieftr Gesellschaften, die zu den Konzernen in naher B-erbirdung gestanden sind, hatten Verluste hon» 11 bis'50 Prozent. Fast gar Leine Verluste wiesen nur selbständ-ige Gesellschaften auf, die ihr Kapital alnzersplitiert immer verwalteten und keine V-eüwässernng des Kapitals durch Aktieneirnission'en vorgenoanmen hatten. Die überwiegend« Zahl der Hauptgesellschaften von Konzernen zeigt oft einen Kap itals zu wa ch s. Die Steigerung beträgt oft bis 10 Prozent. Es sind dies Gefells ch aftsgruppen, die Beteiligungen zu günstig-en BodirMugen übernehmen konnten. Es. ist zlveisellos, daß in Oesterreich die Ächren aus den deutschen Erfahrungen gezogen werden dürften und sich insolge-deßen > auch di«, nugünstigen Folgen werden vermeiden lassen. Iss AurÄLlchsveMren drr Depssitenba»!. Gestern wurde vom Wiener Äarides-gericht dir Eröffnung des Aus-gleichsverfahrens über die Deposüeiiibank genehmigt. Die Anmvldnngsfrist für die Forderungen an die Depositenbank ist bis zunr 15. Jänner 1lk25 festgesetzt. Die Ausgleichstagsatzung findet anc 21. Jänner statt. Als AusgleichAkommissär fungiert Hosiät Biber. Als AusgleickMeriwalter wurde auf Antrag des Fi nanzministeri unis das K r e d i t i n st i t u t für Marian ka fiel mehr über die Brüstung, als daß sie sprang. Ihre ^Kleidung war zorrissen, das mit weitem Laub bedeckte aufgelöste Haar verschattete zerzaust ihr ganz klein gewordenes Gesicht, in dem die Augen ’ sich verglasten gleich denen eines ster'bendeu Fisches. Ihre Zähne schlllgen auseinander, kaum daß sie zu verstehen war: „Du gehst fort?" Er -fragte nicht, wieso sie wußte, wehrl-vs ergab er sich dem dunklen Geheimnis. Mit äußerlich sestgeha'liteuer Ruhe sagte er, ohne seine Beschäftigung zu rmterbvechent ,Marianka, mach das Fenster zu, du wivst dich erkälten." , Mechanisch folgte sie, drehte sich dann wieder um und wiederholte: „Du gehst fort? Heute? Gleich?" Fest entschlossen, nicht mit ihr zu streiten, erwidert/ er gleichmütig: „Zn einer Jagd auf zwei Tage." Sie musterte den Schrank, die Reisetasche. „Das ist nicht währ." Dicht neben ihm -ntr-iß sie ihm W Wasche, Äe ef im Begriff war, zu verpacken, -und schlendert« sie »fort. „Nimnr -mich -n>it." Keinem Bitte mehr. Eine Drohung. Er -dachte: Sie ist irrsinnig geworden. Ich uruß sie hiuyalten. In einer Viertelstunde ist mein Bursche -da. „Ich sag' dir doch, ich gehe zu einer Jagd. Die Sachen bleiben alle sieben. Wenn ich zurückkomm«, wollen wir darüber reden. Vielleicht nehnw ich dich -mit." Sie packte seine Schulter. Alles, was ihr in einer vielleicht -noch lange -ziigemessenen Spanne Zeit das Leben zugeiviesen haben mochte in Gefühl, Erlebnis. Erschütterung, Leidenschaft verausgabte sie an die Ekstase einer einzigen Minute -des über sich hinaus Msteig-e"'seinS. „So schieß mich tot, wie du das Mädcü-u >amÄtotgeschossen hast, in den Karpathen." ^Fortsetzung folg!.) ,